
Politico Europe und Lawrows Artikel.
„Über das, was wahr und was bloße Meinung, nämlich Zufall und Willkür sein soll, entscheidet nicht, wie die Ideologie es will, die Evidenz, sondern die … Macht, die das bloße Willkür denunziert, was mit ihrer eigenen Willkür nicht zusammenstimmt.“ – Theodor W. Adorno1
1. Der Text
Auf Wunsch von Politico Europe verfasste der russische Außenminister Sergej Lawrow einen Artikel mit dem Titel „Die Ukraine, Europa und globale Sicherheit“, dessen Veröffentlichung auf Beschluss der Redaktion in letzter Minute abgesagt wurde, wie das russische Außenministerium mitteilte. Daraufhin veröffentlichte TASS am 19. Juni 2026 den Artikel des Ministers, der auch auf der Website des russischen Außenministeriums erschienen ist.
Warum die Absage erfolgte, wurde nicht mitgeteilt. Lawrow hat mit seinem Artikel an und für sich nichts Neues und vor allem nichts Außergewöhnliches geschrieben. Offenbar nehmen die Selbstzensur und/oder die Angst der westlichen Meinungsmacher, dem Vorwurf einer Verbreitung der russischen „Propaganda“ ausgesetzt zu werden, mittlerweile geradezu groteske Züge an.
Vor diesem Hintergrund wird der Volltext des Artikels im Nachfolgenden übersetzt und anschließend kommentiert:
Lawrows Artikel
Einige Gedanken zur Lösung der Ukraine-Krise, zu Europa und zur globalen Sicherheit
Bei einem Treffen am 7. Juni in London legten die Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands sowie Wolodymyr Selenskyj fünf Forderungen an Russland als Bedingungen für einen „gerechten und dauerhaften Frieden“ in der Ukraine vor. Auf Grundlage dieser Forderungen schlägt ein geeintes Europa den Dialog mit Moskau vor.
Die Vorgeschichte
Die gesamte Erfahrung mit der Verhandlungsführung Europas als Teil des „kollektiven Westens“ in den letzten 20 Jahren offenbart nur eines: Verhandlungen mit Russland sind eine trügerische Taktik, ein diplomatischer Deckmantel für die geopolitische Expansion des Westens und seiner Institutionen, vor allem der Nato und der Europäischen Union nach Osten in Richtung der Grenzen Russlands.
Europas Beitrag zur Verschärfung der Ukrainekrise ist unbestreitbar. Gemeinsam mit den Amerikanern inspirierten die Europäer 2004 die „Orange Revolution“ in Kiew. Um in der Ukraine ein antirussisches Aufmarschgebiet (плацдарм) zu schaffen, kauften sie jahrelang Politiker und ganze Parteien auf, schrieben Geschichte und Bildungsprogramme um, förderten und kultivierten den ukrainischen Nationalismus und taten alles, um die Ukraine von Russland zu trennen.
2013 lehnte die EU unseren Vorschlag ab, eine Kompromisslösung für das Assoziierungsabkommen zu finden, zu dessen Unterzeichnung Brüssel Viktor Janukowitsch gedrängt hat. Zur Erinnerung: Der Ukraine wurde die Möglichkeit geboten, ihre Märkte ohne Gegenseitigkeitsversprechen zu öffnen, obwohl dies mit Kiews fortgesetzter Teilnahme an der GUS-Freihandelszone unvereinbar gewesen wäre. Nachdem Viktor Janukowitsch eine Verschiebung des Abkommens beantragt hat, provozierten die Europäer Straßenunruhen, denen im Februar 2014 ein Putsch in Kiew folgte.
Deutschland, Frankreich und Polen verhielten sich dabei genauso perfide. Nachdem sie Garantien für die Umsetzung des Abkommens der Opposition mit Viktor Janukowitsch gegeben haben, wuschen sie ihre Hände in Unschuld, sobald ebendiese von ihnen kontrollierte Opposition die Macht ergriffen hat, und behaupteten, dass die Demokratie nun mal unvorhergesehene Wendungen nehmen könne.
Die Europäer begannen sodann die neuen Machthaber zu unterstützen. Als nun am 2. Mai 2014 in Odessa Dutzende unschuldige Befürworter einer Annäherung an Russland verbrannt wurden, kam aus Europa kein Wort der Verurteilung.
Als Garantiemächte der Minsker Vereinbarungen von 2015 ermutigten Frankreich und Deutschland das ukrainische Regime de facto seine Verpflichtungen zu sabotieren. Wie Angela Merkel und François Hollande nach Beginn der SVO einräumten, war die Umsetzung der vom UN-Sicherheitsrat einstimmig gebilligten Minsker Vereinbarungen durch Kiew nicht geplant.2 Ziel war es vielmehr, Zeit zu gewinnen, um die ukrainischen Streitkräfte durch die Bewaffnung mit westlichen Waffen zu stärken.
Russland unternahm seinerseits alles, um die Sicherheitskrise in Europa auf diplomatischem Wege zu überwinden. Im Januar 2022 lehnten die USA und die Nato jedoch Russlands Vorschlag ab, rechtsverbindliche Abkommen über gegenseitige Sicherheitsgarantien zu schließen, wobei die europäischen Nato-Mitglieder an diesem Prozess aktiv beteiligt waren.
Nach dem Beginn der SVO unterstützte ein geeintes Europa die Haltung des britischen Premierministers, die Istanbuler Gespräche zwischen Russland und der Ukraine zu torpedieren. Johnsons Aufruf an Kiew, „nichts zu unterschreiben und einfach zu kämpfen“, verschloss endgültig die Tür für eine diplomatische Konfliktlösung.
Die aktuelle Situation
Es stellt sich die Frage: Warum haben die europäischen Staats- und Regierungschefs plötzlich ihre Meinung geändert und sprechen nun von Verhandlungen? Was bezwecken sie mit diesen Aussagen? So erklärte beispielsweise die EU-Außenbeauftragte, Kaja Kallas, der Dialog mit Russland sei notwendig, um Europas Bedingungen klarzumachen. Diese umfassen die Zahlung von Reparationen an die Ukraine, den Truppenabzug aus Transnistrien und dem Kaukasus, die Aufhebung des Gesetzes über ausländische Agenten und die Festlegung einer maximalen Truppenstärke für die russischen Streitkräfte. Sie ist überzeugt, dass „ein gerechter und dauerhafter Frieden unmöglich ist, ohne Russland zur Rechenschaft zu ziehen“.
Am 19. Mai dieses Jahres betonte ein EU-Vertreter während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats: „Militärische Unterstützung für die Ukraine steht nicht im Widerspruch zum Streben nach einem Frieden; sie ist vielmehr eine Voraussetzung für gewissenhafte Verhandlungen.“
Verhandlungen mit Russland beabsichtigt Europa parallel zur fortgesetzten juristischen Aggression über den Europarat zu führen. Bei dieser einst angesehenen Organisation werden dabei Strukturen geschaffen, um Russland „zur Rechenschaft zu ziehen“, nämlich ein „Schadensregister“, eine „Schadenskommission“ und ein „Sondertribunal“.
Die EU hat „grünes Licht“ für die Festsetzung von Handelsschiffen auf hoher See gegeben. Mehrere Vorfälle ereigneten sich bereits in der Ostsee und im Atlantik. Gleichzeitig ignoriert der Westen die Terroranschläge der ukrainischen Streitkräfte im Schwarzen Meer und im Mittelmeer.
Das eigentliche Ziel der europäischen Staats- und Regierungschefs ist also nicht die Verhandlung mit Russland, sondern die Rettung Selenskyj-Regimes, um es als Ausgangspunkt für den weiteren Kampf gegen uns zu erhalten. Zu diesem Zweck wollen die europäischen Hauptstädte einen raschen Waffenstillstand erreichen, um den Zusammenbruch der ukrainischen Streitkräfte an der Front zu verhindern. Sie wollen den Konflikt „einfrieren“, ohne seine Ursachen anzugehen. Und sie wollen umgehend Militärkontingente der britisch-französischen „Koalition der Willigen“ in die Ukraine entsenden.
Es ist allgemein bekannt, dass die europäischen Eliten ihr politisches Kapital in die Konfrontation mit Russland investiert und Hunderte von Milliarden Dollar zur Unterstützung des Kiewer Regimes sowie zur Erhöhung der Militärbudgets der EU- und Nato-Staaten ausgegeben haben. Europa plant, bis 2030 die Kampfbereitschaft für einen Konflikt mit Russland zu erreichen. Bis dahin wollen sie mit verschiedenen Mitteln Zeit gewinnen. Wie der belgische Generalstabschef im April dieses Jahres zynisch feststellte: „Dank des Blutes der Ukrainer, die uns die Zeit erkaufen, haben wir noch ein paar Jahre.“
Ein vereintes Europa träumt weiterhin von Expansion mit dem Ziel, die Ukraine und Moldau an sich zu binden und Armenien in seinen Einflussbereich zu ziehen. Die Nato hat sich nach Osten ausgedehnt, Finnland und Schweden verschlungen. Die Ukraine wird als „Stoßtruppe“ einer zukünftigen europäischen Armee betrachtet, die unabhängig von den USA und der Nato agieren soll.
Risiken für die globale Sicherheit
Diese Situation birgt ernsthafte Risiken für die globale Sicherheit, da ein direkter Konflikt zwischen der Nato und Russland schnell zu einem nuklearen Schlagabtausch mit katastrophalen Folgen eskalieren könnte.
Unter dem Motto „strategische Autonomie“ rüstet Europa seine militärischen Kapazitäten, auch im Nuklearbereich, massiv auf. Die Pläne von Paris, mehreren EU- und Nato-Staaten einen „nuklearen Schutzschirm“ zu gewähren, sind zutiefst beunruhigend. Dies wird weder die Sicherheit Frankreichs selbst noch die der Empfänger seiner „Hilfe“ verbessern.
Trotz alledem unterstellen politische und militärische Akteure in Europa Russland aggressive Pläne, die sich angeblich nicht auf die Ukraine beschränken. Der russische Präsident hat wiederholt erklärt, dies sei ein Unsinn, eine Provokation und Desinformation, die darauf abziele, Haushaltsmittel für den Kampf gegen Russland zu erpressen. Vor diesem Hintergrund lassen sich keine sinnvollen Verhandlungen führen.
Russlands Position
Was die Verhandlungen angeht, so bekräftigte Putin auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg , dass wir uns niemandem verschließen. Wir betrachten Europa jedoch als eine an der Niederlage Russlands interessierte Konfliktpartei und genauso positionieren sich die Europäer ja selber ganz offen.
Ein Dialog mit Europa kann daher so nicht geführt werden, als wäre es ein unparteiischer Beobachter.
Russland bevorzugt die Erreichung der Ziele der SVO auf diplomatischem Wege. Dies erfordert eine zuverlässige Gewährleistung der Sicherheit Russlands an seinen Westgrenzen sowie der Ehre und Würde seiner Bürger und Landsleute, einschließlich ihres Rechts auf ihre russische Muttersprache und den orthodoxen Glauben.
Von einer weiteren militärischen, politischen und wirtschaftlichen Expansion des Westens kann gar keine Rede sein. Sie widerspricht den Imperativen einer multipolaren Weltordnung.
Die europäischen Staats- und Regierungschefs müssen begreifen, dass das über Jahrzehnte in Europa aufgebaute, mit der Verabschiedung der Schlussakte von Helsinki 1975 begonnene regionale Sicherheitsmodell von ihnen selbst zerstört wurde.
Eine Rückkehr zu diesem Modell ist unumgänglich. Jetzt ist es an der Zeit, eine allumfassende kontinentale Sicherheitsarchitektur zu schaffen, die allen eurasischen Ländern offensteht und die multipolare Realität von heute widerspiegelt. Der von den Transatlantikern zerstörte Grundsatz einer gleichberechtigten und unteilbaren Sicherheit kann allein in einer neuen eurasischen Sicherheitsarchitektur verwirklicht werden. Sobald die Voraussetzungen gegeben sind, wird Europa sich diesem ambitionierten Vorhaben anschließen können.
Entscheidend ist, dass ein sinnvoller Dialog die Wiederherstellung des Vertrauens erfordert, das durch die antirussischen Aktionen des Westens und Europas nach dem Kalten Krieg untergraben wurde. Vertrauen kann nur durch konkrete Schritte wiederhergestellt werden, die eine aufrichtige Ablehnung der Instrumentalisierung von Diplomatie für expansionistische Bestrebungen demonstrieren. Durch Ultimaten wie dasjenige, das Russland am 7. Juni in London gestellt wurde, lassen sich weder Vertrauen wiederherstellen noch der Dialog wiederaufnehmen.
Statt eines Epilogs
Es ist bezeichnend, dass das Londoner Ultimatum am 11. Juni von den Botschaftern Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands bei einem Treffen im russischen Außenministerium, das sie eindringlich gefordert haben, mit Nachdruck bestätigt wurde. Dies war der einzige Zweck ihres Besuchs im russischen Außenministerium.
2. Der Kommentar
Nichts von dem, was Lawrow geschrieben hat, ist neu. Das einzig Neue ist seine Mitteilung am Schluss, dass die Botschafter Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands, die um ein Treffen im russischen Außenministerium gebeten haben, nichts anderes zu tun hatten, als das Londoner Ultimatum zu bestätigen. Dieses Schauspiel ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten und bestätigt nur, wie sehr die sog. „Diplomaten“ Diplomatie mit Show verwechseln und wie wenig sie verhandlungsfähig sind.
Lawrow ist zudem mit seinen Ausführungen authentisch geblieben, wie beispielsweise seine früheren Äußerungen vor drei Jahren deutlich machen.
Am Vorabend des BRICS-Gipfels veröffentlichte das südafrikanische Ubuntu Magazine am 21. August 2023 Lawrows programmatischen Artikel, der auch auf der Webseite des russischen Außenministeriums erschienen ist.3
Darin kritisierte er in scharfer Form „das Modell der internationalen Entwicklung, das auf der Ausbeutung der Ressourcen der Weltmehrheit zur Aufrechterhaltung des Wohlergehens der ‚goldenen Milliarde‘ (золотой миллиард) basiert“, womit er den „kollektiven Westen“ (коллективный Запад) meinte. Dieses „Modell“ sei nach Überzeugung des Außenministers „hoffnungslos veraltet“ und spiegele nicht mehr die Sehnsüchte und Träume der „gesamten Menschheit“ wider.
„Vor unseren Augen entsteht eine viel gerechtere multipolare Weltordnung“ (На наших глазах рождается более справедливый многополярный миропорядок).
Die Versuche des „kollektiven Westens“ – fährt Lawrow fort -, „diesen Trend umzukehren, um die eigene Hegemonie aufrechtzuerhalten, bewirkten aber genau einen gegenteiligen Effekt. Die internationale Gemeinschaft ist der Erpressung und des Drucks der westlichen Eliten sowie ihrer kolonialen und rassistischen Umgangsformen überdrüssig. Deshalb reduzieren beispielsweise nicht nur Russland, sondern auch eine Vielzahl anderer Länder konsequent ihre Abhängigkeit vom US-Dollar und stellen auf alternative Zahlungssysteme und nationale Währungsabrechnungen um.“
Nach dieser scharfen Kritik gegen den Hegemonialanspruch des „kollektiven Westens“ stellt Lawrow seine Vorstellungen von der künftigen Weltordnung dar und entwirft eine ‚Weltordnung der Zukunft‘. Getreu einer neuen Doktrin der russischen Außenpolitik vom 31. März 2023 bezeichnet er in seinem Artikel Russland bzw. den russischen „Staat“ als eine „Zivilisation“ (Россия – государство-цивилизация).
Russland begreift sich mit anderen Worten als eine eigenständige Zivilisation neben vielen anderen Zivilisationen und ist nach eigener Selbstbeschreibung „die größte eurasische und europäisch-pazifische Großmacht“ (крупнейшая евразийская и евро-тихоокеанская держава).
Welche außen- und geopolitischen Ziele diese „russische Zivilisation“ aus Sicht des russischen Außenministers verfolgt, ist an den BRICS-Grundsätzen ablesbar, die Lawrow für das südafrikanische Ubuntu Magazine entworfen und unausgesprochen als eine Kampfansage an den Westen kontradiktorisch formuliert hat:
- Wertemonopol versus Wertegleichrangigkeit: Die Gleichberechtigung aller Völker, Staaten und Werte wird postuliert. Eine „weitere Demokratisierung des internationalen Lebens“ und der Aufbau einer „Architektur der zwischenstaatlichen Beziehungen“ werden gefordert. Diese internationale Architektur solle „auf den Werten der gleichen und unteilbaren Sicherheit sowie einer kulturellen und zivilisatorischen Vielfalt basieren und die gleichen Entwicklungschancen für alle Mitglieder der Weltgemeinschaft ohne Ausnahmen gewährleisten.“
- Exzeptionalismus versus Multilateralismus: Mit Verweis auf Putins Äußerung vom 21. Februar 2023, der sich gegen „die Spaltung in die sog. zivilisierten und anderen (unzivilisierten) Länder“ aussprach, spricht sich Lawrow seinerseits für eine „ehrliche Partnerschaft“ aus, „die jede Exklusivität, insbes. eine aggressive“ (честное партнерство, в принципе отрицающее любую исключительность, тем более агрессивную) eines jeden Staates oder einer Staatengruppe zurückweist. „All das stimmt“ – fügt Lawrow hinzu – „unserer Meinung nach mit der Ubuntu-Philosophie überein“ (все это созвучно с философией „Убунту“), welche „eine (innige) Verbundenheit (aller) Völker und Menschen propagiere.“
- Multipolarität versus Unipolarität bzw. Heterogenität versus Uniformität: Als „Symbol einer echten Multipolarität und Beispiel ehrlicher zwischenstaatlicher Kommunikation“ (Символом подлинной многополярности, примером честного межгосударственного общения), der eine „multilaterale Diplomatie“ (многосторонняя дипломатия) zugrunde liegt, seien die BRICS-Staaten „eine Art ‚Netzwerk‘ der Kooperation“ (своего рода кооперационная „сетка“), das „die unterschiedlichen politischen Systeme ebenso, wie die unterschiedlichen Werteplattformen“ (с разными политическими системами, самобытными ценностными платформами) in sich vereinigt.
- Hegemonie versus Machtgleichgewicht bzw. Blocklogik versus Anti-Blocklogik: Das Ziel der BRICS-Staaten sei es nicht, die bestehenden multilateralen Mechanismen zu substituieren bzw. außer Kraft zu setzen, geschweige denn ein neuer „kollektiver Hegemon“ (коллективный гегемон) zu werden. Das Ziel ist vielmehr eine konsequente Gewährleistung jener Entwicklungsbedingungen für alle Staaten, welche „die Blocklogik des Kalten Krieges und geopolitische ‚Nullsummenspiele‘ ausschließen“ (исключает блоковую логику „холодной войны“ и геополитические игры с „нулевой суммой“), was letztlich auf die Schaffung einer „gerechteren polyzentrischen Weltordnung“ (более справедливого полицентричного миропорядкa) hinausläuft. Die BRICS seien nach Lawrows Überzeugung „eine positive Kraft, welche die Solidarität des Globalen Südens und des Globalen Ostens stärken und zu einer der Säulen einer neuen, gerechteren polyzentrischen Weltordnung werden kann“ (Глобального Юга и Востока, стать одной из опор нового, более справедливого полицентричного миропорядка).
Ob die von Lawrow entworfenen Grundsätze „einer neuen, gerechteren polyzentrischen Weltordnung“ überhaupt praktikabel bzw. realisierbar sind, sei dahingestellt. Sie stellen jedenfalls eine klare Alternative zur westlichen Geopolitik der Blockkonfrontation dar.
Im krassen Gegensatz zu Lawrows geopolitischer Philosophie ist die EU nach wie vor in der Blocklogik des „Kalten Krieges“ gefangen. Das führt aber zwangsläufig dazu, dass die zwei geopolitischen Philosophien, die nicht gegensätzlicher sein können, auf- und gegeneinanderprallen, ohne auf einen gemeinsamen Nenner kommen zu können: Der einen noch auf die Blockkonfrontation der bipolaren Weltordnung zurückgehenden Geisteshaltung liegen die Grundprinzipien der „ideologischen Homogenität“, Blocklogik und Weltdominanz zugrunde, wohingegen die andere noch im Entstehen begriffene geopolitische bzw. „Ubuntu-Philosophie“, wie Lawrow sie nannte, sich an einer axiologischen Heterogenität, Anti-Blocklogik und einer antihegemonialen Machtpolitik orientiert.
Neben dem sog. „Westen“ entsteht eine Parallelwelt mit dem Ziel, außen- und sicherheitspolitisch, aber auch ökonomisch, monetär und axiologisch derart unabhängig und eigenständig existieren zu können, dass sie jedem Diktat und allen Sanktionen und Erpressungen des „Westens“ zu trotzen und zur Wehr zu setzen vermag.
Und genau diesen Geist einer weltpolitischen Erneuerung versuchte Lawrow mit seiner für Politico Europe vorgesehene Publikation wenigstens andeutungsweise zu vermitteln. Offenbar war für die Redaktion der Zeitung die Aufklärung eines Repräsentanten des „Feindeslandes“ zu viel des Guten und sie wollte nicht dem Vorwurf der feindlichen „Propaganda“ ausgesetzt zu werden. Es bleibt unsereinem nichts anderes übrig, als diesen mutlosen europäischen Kleingeistern mit Immanuel Kant zurufen: „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“4 und sich nicht ängstlich und mutlos im vorauseilenden Gehorsam einer Selbstzensur zu unterziehen und die Veröffentlichung der Meinung eines Andersdenkenden und Andersmeinenden zu verweigern.
Anmerkungen
- Adorno, Th. W., Meinung – Wahn – Gesellschaft, in: des., Eingriffe. Frankfurt 2003, 147-172 (153).
- Näheres dazu Silnizki, M., Zur Frage der europäischen Glaubwürdigkeit. Von der Umarmung der US- erdrückt. 28. Dezember 2022, www.ontopraxiologie.de.
- Im Nachfolgenden zitiere ich den russischen Originaltext.
- Kant, I., Was ist Aufklärung?



Adorno war nach meiner Kenntnis ein antifaschistischer Denker, es ist deshalb mehr als unverständlich, warum Silnizki im Rahmen seiner Akklamationschriften für den russischen Faschismus ausgerechnet diesen Philosophen wiederholt ins Spiel bringt. Die Philosophie von z.B. Dugin wäre der passende Bezugspunkt.
Die Dämonisierungsmethoden werden in nebenstehendem Artikel ausgeleuchtet. Da passt Ihr Beitrag als anschauliches Beispiel besser hin.
„…Silnizki im Rahmen seiner Akklamationschriften für den russischen Faschismus…“
Das Interessante ist, dass dies ausgerechnet jemand schreibt, der mit Inbrunst die Verehrer von Holocausttätern glorifiziert.
„russischer Faschismus“.. na klar!
Hilf mir mal: Wo werden die Traditionen von Naziverbrechern aus der Zeit Hitlers hochgehalten, Massenmörder an Juden und Polen in eine Art „Walhall“ umgebettet, um sie dort besonders zu verehren? Wo werden SS-Runen und Hakenkreuze hochgehalten und teilweise auf aktuellen Truppenabzeichen verwendet? Wo werden die Menschen des jeweils anderen Volkes als „Untermenschen“ bezeichnet und deren Sprache verboten?
In Russland oder in der Ukraine?
„Hilf mir mal: Wo werden die Traditionen von Naziverbrechern aus der Zeit Hitlers hochgehalten,“
Keine Ahnung, In Rotzers Heimat?
https://www.youtube.com/watch?v=FqO7gWVhIwI
In der braunen Ostzone?
https://www.youtube.com/watch?v=o-tLKmLy6h4
https://www.youtube.com/watch?v=AVIYN0u_BJY
„In der braunen Ostzone?“
Da kann man die Erfolge der russischen/sowjetischen Entnazifizierung in vollster Pracht bewundern.
Und zu allen Überfluss hängen die russische Politik auch noch mit den europäischen Nazi-Parteien ab.
@cromwell, @Vende
Ihr beiden scheint hier einen privaten Wettstreit um die blödesten Kommentare auszutragen. Wen wollt ihr eigentlich beeindrucken? Im Quervergleich erscheinen Kallas und Baerbock als wahre EinsteinInnen…
Eins muss man den westlichen Faschisten ja lassen: Sie haben meisterhaft gelernt sich unter buntem Flitter zu tarnen. Wahrscheinlich ko…n sie abends, wenns keiner sieht, hinterm Haus so richtig ab. So viel Ungenießbares verträgt kein Magen auf Dauer.
@cromwell
„In der braunen Ostzone?“
Als rechter Natotroll sollten Sie wissen, die Ostzone Deutschlands liegt/lag weiter im Osten.
Bei dem was Sie als Ostzone bezeichnen handelt es sich um Mitteldeutschland, früher auch mal SBZ genannt!
Was Braunen betrifft so sind die erst nach der Wende aus dem Westen in die damalige DDR gezogen um zu rekrutieren.
Ein Unding ist wenn sich ein deutscher Verteidigungminister am 85. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion an der Ostfront nahe der russischen Grenze auf einem Panzer ablichten läßt.
Einfach nur noch zum Fremdschämen!
Du verwechselst wohl Russland mit der Ukraine, denn die sind ja nun mal die Faschisten.
Das hat mir schon mein Vater erzählt, der 1942 dort war.
Zum Foto: Vom Format her schaut das wie ein Scheckheft aus (Geld für russische Spione? ;-))
Was den Politfunktionären auf beiden/allen Seiten gemein ist, bleibt ausgeklammert: Sie repräsentieren die Macht- und Wirtschaftseliten, nicht „die Völker“, die als Steuerzahler für die Kosten aufkommen, während die Kriegsgewinne wieder an Wirtschafts- und Machteliten gehen. Die wirtschaftlichen Interessen klammern natürlich alle direkten und indirekten Konfliktparteien tunlichst aus.
Was auch bei der Friedensbewegung (in Österreich bestenfalls ein in sich gekehrte Szene kleiner, oftmals subventionierter Schrebergrätner) auffällt: Direkte Völkerverständigung wird kaum noch praktiziert. Man macht Apelle an die eigenen Herrscher, ballt symbolisch auf Demos die Fäuste, aber arbeitet ansonsten brav als Steuerzahler an der Finanzierung der Kriegspolitik mit. Mensch verweigert nicht einmal die Mitfinanzierung der vielen Kriegspropgagande im öffentlich-rechtlichen Rundfunkt, bei dem der die das einzelne Zwangszahlerin sowieso absolut nichts mitreden darf.
Das russische Polittheater arbeitet nach wie vor klassisch hierarchisch und einfallslos. Die Vorschläge von 2022 wurden einfach übermittelt ohne dass das in Sachen Öffentlichkeitsarbeit begleitet / verbreitet wurde. Angesichts dessen, dass laut Umfragen in der Ukraine ebenso wie in Russland die Mehrheit der Bevölkerung für Friedensverhandlungen ist, fehlen nach wie vor russische Angebote an die Bevölkerung der Ukraine. Russland scheint nach wie vor kein einziges Universitätsinsitut für Friedensforschung oder Konfliktlösung zu haben. Man könnte ja auch einmal einen Wettbewerb für Vorschläge zur Friedensarbeit zwischen Russland und Europa ausloben.
Angesicht der vielen von den kapitalistisch-industriellen Gesellschaften/Zivilisationen verursachten und das Überleben der Menschheit, wenn nicht gar allen höheren Lebens bedrohenden Mehrfachkrisen ist es schon erstaunlich, wie eisern noch alle beteiligten direkten und indirekten Konfliktparteien noch an der Fortführung des Krieges fest halten. Russland hat schon längst seinen Landkorridor zur Krim und 20% des Gebietes der Ukraine, was dem Anteil ethnischer Russen entspricht. Es ist schon sehr fraglich, ob sich wirklich 20% der Bevölkerung des Gebietes der Ukraine finden, die unter russischre Hoheit leben. Wozu den Anspruch auf den gesamten Donbas und weitere Provinzen stellen, angesichts der vielen Opfer und Kosten tagtäglich? Selbst wenn mensch Krieg als „normales Mittel der Politik“ sehen würde, gibt es keinen Grund, an sturen, durch nichts rechtfertigbaren Vorstellungen fest zu halten (Abstimmungen unter Kriegsbedingungen haben eine sehr beschränkte Aussagekraft). Was wirklich noch fehlen würde, ist der Siwerskyj-Donez-Donbas-Kanal für die Wasserversorgung des unter Trockenheit leidenden Donbas. Möglichst lange nach außen sich unnachgiebig zeigen, und dann doch pragmatische Kompromisse eingehen, mag alte russische Tradition sein, heute im Medienzeitalter völlig überholt.
Selbst wenn eine Seite militärisch „siegen“ könnte: Der Preis ist nur allzu hoch und die unterlegene Seite würde wieder nur auf Revanche sinnen.
Daher: Verhandlungen auf vielen Ebenen, unter Einbeziehung aller (Gesellschafts)Gruppen!
Sputnik und RT sind wirklich hausbacken und kein Vergleich mit westlicher Propaganda. Aber die wurden schon Ende 2021 im Westen verboten, obwohl die Reichweite nicht so groß war.
Ausgezeichneter Beitrag. Lawrow hat mit jedem seiner Sätze recht. Auch sprachlich ein deutlicher Unterschied zum westlichen Kindergarten. Wenn ich TASS-Artikel lese, bin ich immer srstaunt, dass es so etwas noch gibt. Wir hatten das auch mal.
Lawrow redet jetzt Klartext. Über Jahre hinweg war er bemüht, nur ja kein Missfallen bei den „westlichen Partnern“ zu
erzeugen. Die Mehrheitsfraktion bei Telepolis wunderte sich immer, warum sich die Russen alles gefallen lassen. Eine fast schon jesusmäßige Leidensbereitschaft. Um dann plötzlich einen Krieg zu beginnen. Sie machen es ihren Freunden nicht leicht, die Russen.
Diese BRICS-Maximen ähneln sehr den Regeln der Blockfreien Staaten. Diese gibt es noch, sie sind aber bedeutungslos, seit der Kopf des Ganzen, Jugoslawien, ausgefallen ist. Genau das war das Ziel des Jugoslawien-Krieges.
Und ja, die Blockfreien waren beliebt. Es traten so viele Staaten bei, dass sie eine Mehrheit innerhalb der UNO hatten. Sie hatten ihre Gründe.
@ Artur_C
„Auch sprachlich ein deutlicher Unterschied zum westlichen Kindergarten.“
Da kann ich Ihnen nur voll zustimmen, Sergej Lawrow ist ein Top-Diplomat da könnten sich unsere diplomatischen Vertreter 10 Scheiben abschneiden und würden immer noch nicht Lawrows Niveau erreichen.
Siehe hierzu: https://www.berliner-zeitung.de/article/sombrero-salsa-selbstinszenierung-wadephuls-mexiko-auftritt-ist-ein-fremdschaem-moment-10079992
Zu dem was u.a. in Haifa passiert ist (April 1948):
Bereits ab Dezember 1947 gerät die arabische Bevölkerung Haifas unter zunehmenden militärischen Druck. Angriffe, Beschuss und die sich verschlechternde Sicherheitslage führen dazu, dass zahlreiche wohlhabende und politisch einflussreiche Mitglieder der arabischen Stadtgesellschaft die Stadt verlassen und nach Libanon oder Ägypten gehen. Dadurch verlieren die verbliebenen rund 55.000 bis 60.000 Palästinenser einen großen Teil ihrer politischen und organisatorischen Führung.
Haifa ist im UN-Teilungsplan dem vorgesehenen kol. Staat zugeteilt. Im Frühjahr 1948 befinden sich weiterhin britische Truppen in der Stadt, die offiziell für Sicherheit und Ordnung verantwortlich sind. Gleichzeitig bereiten kol. Streitkräfte die vollständige Übernahme der Stadt vor. Eine erste Phase der Operation besteht darin, Haifa vom arabischen Hinterland abzuschneiden.
Am 18. April 1948 informiert der britische Kommandeur Hugh Stockwell die kol. Behörden darüber, dass britische Einheiten ihre Positionen zwischen den kol. und arabischen Stadtteilen aufgeben werden. Damit entfällt die letzte militärische Trennung zwischen beiden Bevölkerungsgruppen. Die arabischen Wohngebiete liegen nun offen für einen Angriff.
Die anschließende Offensive führt die Carmeli-Brigade mit rund 2.000 Soldaten durch. Ihnen stehen etwa 500 lokale und überwiegend libanesische Freiwillige mit deutlich geringerer Bewaffnung gegenüber.
Am 21. April beginnt der Angriff auf die arabischen Viertel. Berichtet wird von Mörserbeschuss, Scharfschützen und Sprengmitteln. Über Lautsprecher erhalten die Bewohner widersprüchliche Botschaften: Einerseits werden Frauen und Kinder zur Flucht aufgefordert, andererseits wird ihnen versichert, sie könnten bleiben und würden keinen Schaden erleiden.
Am selben Tag treffen Vertreter der arabischen Bevölkerung General Stockwell. Sie erfahren, dass die Briten keinen Schutz für die arabischen Stadtteile gewährleisten werden. Daraufhin beginnen sie, eine Evakuierung vorzubereiten.
Mit Beginn der Angriffe breitet sich Panik aus. Viele Menschen verlassen ihre Häuser überstürzt und fliehen in Richtung Hafen. In den frühen Morgenstunden des 22. April strömen Tausende dorthin. Über Lautsprecher werden sie aufgefordert, sich zunächst auf dem Marktgelände am Hafen zu sammeln. Während sich dort große Menschenmengen versammeln, eröffnen auf den umliegenden Höhen stationierte Einheiten das Feuer mit Mörsern.
Die Menschen drängen daraufhin zum Hafen und versuchen, die dort liegenden Boote zu erreichen. Es kommt zu chaotischen Szenen, Gedränge und Überfüllung. Mehrere Boote kentern oder sinken. Zahlreiche Menschen kommen ums Leben.
Nach dem Zusammenbruch der arabischen Verteidigung gerät Haifa vollständig unter kol. Kontrolle. Ein Großteil der arabischen Bevölkerung verlässt die Stadt auf dem Seeweg oder flieht in andere Gebiete Palästinas und in die Nachbarländer. In den verlassenen Wohngebieten kommt es zu Plünderungen.
Innerhalb weniger Tage verliert die arabische Bevölkerung ihre Stellung als größte Bevölkerungsgruppe der Stadt. Die jahrzehntelang bestehende arabische Präsenz in Haifa endet durch Flucht und Vertreibung weitgehend.
Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
Tun Sie sich Wissen aneignen und an andere rumschicken. Etwa aus dem Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ von Westend-Autor Ilan Pappe, dem obige Informtionen entommen sind.
Sergei Wiktorowitsch Lawrow glotzt wohl auch zu viel Fernsehen mit Propaganda:
https://rudo.video/vod/bPjUkw
„„Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ und sich nicht ängstlich und mutlos im vorauseilenden Gehorsam einer Selbstzensur zu unterziehen und die Veröffentlichung der Meinung eines Andersdenkenden und Andersmeinenden zu verweigern.“
Gehört Politico nicht zum Springer Verlag. Axel, Cäsar Springer? Was erwartet man von einem derartigen Presseerzeugnis? Ich erwarte vorauseilenden Gehorsam und Selbstzensur bis zum Anschlag.
Ach ja der olle Lügen Lawrow!
Z.B.: „Ziel war es vielmehr, Zeit zu gewinnen, um die ukrainischen Streitkräfte durch die Bewaffnung mit westlichen Waffen zu stärken.“
Kann mir bitte mal jemand sagen mit welchen westlichen Waffen die ukrainischen Streitkräfte so gestärkt wurden, dass Russland angreifen „musste“? Wahrscheinlich die 37 Startgeräte und 210 Raketen der Javelin Panzerabwehr!
@Werner:
Nun wenn Frau Merkel das nicht exklusiv zugegeben hätte…
Also wer lügt hier?
Zum Glück sind Sie kaum relevant für das Zeitgeschehen…
Gern.
„Zwischen 2014 und 2020 exportierten von den EU-Staaten Frankreich für 1,6 Milliarden Euro,
Polen für 657 Millionen Euro, Dänemark für 222 Millionen Euro und die Tschechische Republik
für 166 Millionen Euro am meisten Waffen in die Ukraine. Deutschlands Lieferungen summierten
sich auf 44 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die Lieferungen der EU auf
2,9 Milliarden Euro.“
Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/897008/e76b9b0af61b0f19db7f0163526a6759/WD-2-030-22-pdf-data.pdf
Und wie viele Waffen und Dual-Use-Zeug wurden aus der EU nach Russland exportiert?
Sollte man zum Vergleich schon dazu packen.
Es bleibt dir unbenommen, alternativ diese unfaßbaren Mengen an Waffenexporten der EU nach Russland selbst aufzulisten. Schließlich bist du damit um die Fichte gekommen. Kannst du das?
Ich denke, die Antwort kennen wir alle schon…..
Vende meint die Waschmaschienen, aus denen dann die Chips für die
Oroschniks ausgebaut werden. Hat man ja beim ersten Angriff deutlich
gesehen. Kurz vor der Trennung, geht die Rakete in den Schleudergang
über. Etwas an Problemen bereitete die Funktion, Weichspüler einzufüllen.
Bei Hyperschall verdampfte das Mittel schnell.
Dann suchen Sie doch freundlicherweise die entsprechenden Zahle heraus. Dann haben wir alle etwas davon.
Zitat: „Deutschlands Lieferungen summierten sich auf 44 Millionen Euro.“
In der Kriminalistik nennt man das glaube ich „Hellfeld“. Diese Zahl bezieht sich auf *offiziell als Rüstungsgüter deklarierte Exporte*. Betrachtet man zusätzlich sogenannte „Dual-Use-Güter“, ergibt sich bereits für 2014 ein deutlich erweitertes Bild:
„Deutschland hat 2014 verstärkt Waren in die Ukraine geliefert, die für die Waffenproduktion verwendbar sind. Diese „Dual-Use-Güter“ können für zivile wie auch für militärische Zwecke verarbeitet werden. Es geht unter anderem um Software, Maschinenfräsen und Verschlüsselungstechnologie.
2013 betrug der Wert der von Deutschland in die Ukraine gelieferten Dual-Use-Waren 14,5 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2014 stieg er bereits rapide an: auf mehr als 25 Millionen Euro. Die Ausfuhr der Waren muss durch das von Sigmar Gabriel (SPD) geführte Wirtschaftsministerium genehmigt werden.“
Link: https://taz.de/Mehr-deutsches-Waffenmaterial-fuer-Kiew/!318868/
Es ist natürlich eine offene Frage, was man über als „Dual Use“-Gut deklariert. Hinzu kommt, dass sich die ganze Unterstützung alles andere als in klassischen Exportzahlen erschöpft: Ausbildungsmaßnahmen, Beratungsleistungen oder andere Formen der Kooperation werden von solchen Statistiken in der Regel gar nicht erfasst. Zu „Beratungsleistungen“ würde ich auch Fälle wie diesen zählen:
„Mit der Landung von sieben Angehörigen einer Militärbeobachter-Mission auf dem Berliner Flughafen Tegel hat am Wochenende die mehrtägige Geiselnahme in der Ostukraine ein glimpfliches Ende genommen. Seit dem 25. April waren die drei Offiziere aus Deutschland und ihr Dolmetscher sowie je ein Soldat aus Dänemark, Tschechien und Polen in der Hand prorussischer Separatisten in Slowjansk, ehe sie mit Hilfe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), eines russischen Sondergesandten und des Europarats freikamen.
Nach wie vor ist allerdings einiges an dieser Mission unklar. Etwa, ob ihre Reise politisch gedeckt war, wie die Beobachter gekleidet waren, ob sie sich als Geiseln richtig verhielten und welche Rolle die OSZE bei der Mission innehatte.
(…)
Zum Zeitpunkt der Gefangennahme, das sagte Schneider auch bei der Pressekonferenz am 27. April in Slowjansk, waren die internationalen Beobachter in Zivil unterwegs. Ob das für die ganze Reise der Beobachterdelegation galt, warum die Offiziere in Zivil waren, aber offensichtlich militärische Abzeichen dabei hatten (die später von russischen Fernsehsendern gezeigt wurden), ist eine ebenfalls nicht beantwortete Frage.
(…)
Die Frage, ob die Militärbeobachter als OSZE-Beobachter anzusehen sind, hat vor allem in Deutschland eine emotionale Debatte entfacht. Fernsehzuschauer reichten Beschwerden wegen „verzerrter Berichterstattung“ beim Rundfunkrat ein, weil öffentlich-rechtliche Sender ebenso wie die Bundesregierung immer wieder von OSZE-Beobachtern sprachen.“
https://www.zeit.de/politik/2014-05/ukraine-osze-fragen
Vor diesem Hintergrund sollte man die 44 Millionen Euro nicht als Gesamtzahl erachten, sondern als einen bewusst eng gefassten Ausschnitt innerhalb eines deutlich breiteren Spektrums an jahrelangen deutschen „Unterstützungsleistungen“.
Deutschland hat den Konflikt von Anfang an angeheizt, da spielt es keine Rolle, wohin es sonst noch exportierte. Und der Anfang war eben nicht 2022, ja nicht einmal 2014 oder 2013.
Die waren in den Transportflugzeugen die wenige Tage vor dem russischen Kriegsbeitritt von GB in die Ukraine flogen. Deutschland hatte diesen Flugzeugen den angefragten Flug über Deutschland strikt verboten. Was befand sich wohl in diesen Flugzeugen?
@Redaktion
Warum gebt ihr euren Lesern nicht klar zu verstehen, das ihr mit euren Forumsregeln ausschliesslich auf Kommentare à la @cromwell oder @Vende schielt und am liebsten auf jegliche andere Kommentare verzichten würdet?
P.S.: Im Vergleich zu Teilen des Mainstreams hinkt ihr bereits hoffnungslos zurück. Siehe:
https://m.youtube.com/watch?v=_DV3HvhG9oE&pp=QAFIAdIHCQmoAp4VBgUm4g%3D%3D#
Es ist zwar nur eine Vermutung, aber wir dürfen mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die „Freunde der liberalen Demokratie“,
die Kritik an Regierungshandlung mittlerweile in zentralen Foren
verschlagworten und zentral bewerten, hier und dort an die Türe klingeln,
um Grenzen festzulegen, wie genau denn nun Demokratie auszusehen hat.
Kritische Medien werden je nach Reichweite stärker oder weniger stark
betroffen sein…
Da passt doch ein Zitat von Putin als wunderbare Antwort für den Theo:
„Ob’s dir gefällt oder nicht, du wirst dich fügen müssen, meine Schöne“
Das Zitat von Kant ist zutreffend!
Die Politik hat geliefert und jetzt liegt der Mut beim Volk.
Diesen Mut wird wohl nicht aufbracht…
> „Über das, was wahr und was bloße Meinung, nämlich Zufall und Willkür sein soll, entscheidet nicht, wie die Ideologie es will, die Evidenz, sondern die … Macht, die das bloße Willkür denunziert, was mit ihrer eigenen Willkür nicht zusammenstimmt.“ – Theodor W. Adorno
Bei den vielen Kommas verliert man echt den Überblick über den Sinn der Aussage.
Hinter „wahr“ fehlt mir auch ein „ist“, sonst interpretiert man das als „war“.
Adorno hatte anscheinend ein Talent sich unverständlich auszudrücken.
Auch beim mehrmaligen Lesen erschließt sichs mir nicht so richtig.
> 2013 lehnte die EU unseren Vorschlag ab, eine Kompromisslösung für das Assoziierungsabkommen zu finden, zu dessen Unterzeichnung Brüssel Viktor Janukowitsch gedrängt hat. Zur Erinnerung: Der Ukraine wurde die Möglichkeit geboten, ihre Märkte ohne Gegenseitigkeitsversprechen zu öffnen, obwohl dies mit Kiews fortgesetzter Teilnahme an der GUS-Freihandelszone unvereinbar gewesen wäre.
Russland war anscheinend sogar zum Kompromiss bereit, obwohl „GUS-Freihandelszone unvereinbar gewesen wäre“.
Was sagen denn unsere Historiker zu diesem Vorgang und wieso weiß man davon nichts?
Im Prinzip lässt sich alles was danach kam darauf zurückführen, vom Sturz Janukowitsch …
Indirekt hat man das aber tatsächlich mitbekommen. Ich weiß nicht mehr wer es war, irgendwie geistert mir der Name Mario Draghi durch den Kopf (war damals EZB-Chef), aber der hat damals Janukowitsch deutlich klar gemacht, daß sich die Ukraine wirtschaftlich zwischen Russland und der EU entscheiden müsse. Es wurde also im Westen blockiert. Und das, während die Ukraine noch die Hälfte (oder zwei Drittel?) ihres Außenhandels mit Russland verwirklichte.
Die so andere Geschichte der Halbinsel Krim
https://www.infosperber.ch/politik/welt/die-so-andere-geschichte-der-halbinsel-krim/
Urs P. Gasche / 18.08.2025 Es war die Ukraine und nicht Russland, welche sich die Krim gegen den Willen der dortigen Bevölkerung angeeignet hatte.
Präsident Donald Trump wolle die Ukraine zum Abtreten von Gebieten zwingen, melden Medien. Was die Halbinsel Krim betrifft, lohnt sich ein historischer Rückblick.
Russland habe die Krim im Jahr 2014 «erobert» oder sei dort «einmarschiert», wird oft geschrieben.
Viele verstehen dies so, dass Russland die Krim gewaltsam annektierte – gegen den Willen der dortigen Bevölkerung.
Doch Vieles spricht dafür, dass die grosse Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner der Krim den Anschluss an die Russische Föderation damals wie heute begrüsst.
Ihr Selbstbestimmungsrecht wurde schon lange und wiederholt mit Füssen getreten. UNBEDINGT ALLES LESEN!!
Die europäische Politik-Bürokratie- und Medienblase kommt aus ihrem Gruppendenken nicht mehr heraus. Man redet nur noch miteinander und nicht mehr mit dem Gegner. Selbst mit Trump und seinen Leuten – eigentlich ja Verbündete – wird nur noch geredet, um sie auf die eigene Seite zu ziehen. Wenn das dumm läuft …
Wir hatten den Russen versprochen, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg gegen die Russen ausgehen soll. Wenn wir uns nicht daran halten, werden die Russen das umsetzen. Die Waffen dafür haben sie.
@YGL
heute 06:26 Uhr
Ich werte diese Vorgehensweise eher als vorauseilenden Gehorsam bzw. als Hasenfüssigkeit, welche uns als Souveränität mittels nicht definierten Forumsregeln untergejubelt wird.
Auf Grund der riesigen Schulden der „westlichen“ Staaten wollte man die eigene Rüstungsindustrie ankurbeln* und dann, nach einem „Sieg“ über Russland, die Ukraine ausbeuten – der wahre Grund für das Geschehen.
Erinnert stark an die wirtschaftliche Begründung der NAZIs für den Überfall 1941 auf die UdSSR verbunden mit dem rassistischem Wuschdenken „Raum im Osten für die arischen Deutschen“.
Das ganze westliche Geschwafel über Menschenrechte, Demokratie war der Sand der in die Augen der westlichen Bevölkerung gestreut wurde und wird.
*) hinzu kam das Schlachtfeld Ukraine zu nutzen für die Entwicklung/ Erprobung neuer Waffensystme und gleichzeitig die Verbesserung bestehender Systeme
Es soll wohl mit allen Mitteln verhindert werden, dass die russische Sicht auf die Ukraine-Krise (dargestellt im Artikel von Lawrow) einer breiteren Bevölkerung der europäischen Nato-Staaten zugänglich wird.
Man traut der eigenen westlichen Propaganda so wenig, dass alle Stellungnahmen des „Gegners“ ausgeblendet werden müssen. Ansonsten würden ja auch zentrale westliche Narrative, wie die gewaltsame „Annektion“ der Krim und der „unprovozierte“ Angriffskrieg zusammenbrechen.
Derweil treten die Ziele des Krieges der Nato, aus der Ukraine heraus gegen Russland, immer klarer zu Tage. War anfangs noch von einer Unterstützung der Ukraine die Rede, so hieß es bald, in diesem Krieg ginge es um die maximale Schwächung Russlands, darum Russland eine „strategische Niederlage“ beizubringen.
Anfangs seltener, nun öfter, ist auch die Rede von einer „Dekolonisierung“, einer Zerschlagung Russlands die Rede.
Das genau war aber auch das Ziel des faschistischen Überfalls 1941 (Russlandfeldzug) auf die Sowjetunion.
Damals war auch noch zusätzlich die Rede von Lebensraum, den die arischen Menschen bräuchten, heute konzentriert man sich auf den Raub der Rohstoffe Russlands, die man in der Jelzin-Ära mit Hilfe des Oligarchen Chodorkowski bereits in greifbarer Nähe glaubte.
Diese Entwicklung zeigt zweierlei:
– Die europäischen Nato Staaten haben nichts gelernt aus der Geschichte.
– Sie haben keinerlei Achtung und Respekt vor Russland, das sie als ausbeutbare „Tankstelle“ betrachten.
Letzteres lässt Russland nur die Option, ihnen beizubringen, dass sie, wenn sei Russland nicht respektieren, Russland eben fürchten lernen müssen.
Ich fürchte, wir stehen kurz vor einer solchen Furcht erzeugenden Operation Russlands gegen die europäische Nato.
Es ist mir völlig unverständlich, wie Regierungen europäischer Nato-Staaten, deren Mitglieder ja auch zu den homo sapiens gezählt werden, solch einen selbstmörderischen Kurs gegenüber Russland, der stärksten Atommacht der Welt, fahren können.
Siehe auch die Analyse von Stanislav Krapivnik hier:
https://tkp.at/2026/06/22/europa-hat-eine-selbstmordvereinbarung-getroffen/
Ich fürchte, die Antriebsfedern des Wertewestens liegen schlicht in maßloser Gier und vor allem einem tief verwurzelten Faschismus und Rassismus, der über Jahrhunderte kultiviert und gelebt wurde und eben auch immer noch wird.
Der ganze Exzeptionalismus, diese ganze White Supremacy, das vollkommen rücksichts- und empathielose, massenhafte Töten bevorzugt von Menschen, die anderen Ethnien angehören, sind nur Symptom eines widerwärtigen ‚Wertegerüstes‘, das uns eher zu einem Krebsgeschwür der Völkergemeinschaft hat werden lassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Imperialismus
„Als Imperialismus (von lateinisch imperare ‚herrschen‘; imperium ‚Weltreich‘; etwa bei Imperium Romanum) bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens bzw. seiner politischen Führung, in anderen Ländern oder bei anderen Völkern politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu erlangen, bis hin zu deren Unterwerfung und zur Eingliederung in den eigenen Machtbereich. Typischerweise geht das damit einher, eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.“
Wundert derlei im „besten Deutschland aller Zeiten“ ( nach F.-W. Steinmeier )?
Man muss sagen: „im besten Lumpendeutschland aller Zeiten“.
Falls Russland zurückschlagen würde ….
https://tkp.at/2026/06/23/falls-russland-zurueckschlagen-wuerde/
… das wäre die Zukunft, die wir unseren Kindern hinterlassen würden.
Bevor er die Downing Street Nr. 10 verließ, genehmigte Sir Keir Starmer einen weiteren groß angelegten Angriff auf Russland.
Dass wir uns nicht bereits in einem Atomkrieg befinden, verdanken wir allein der Zurückhaltung Wladimir Putins.
Der britische Premierminister Sir Keir Starmer trat gestern zurück.
Bevor er die Downing Street Nr. 10 zum letzten Mal verließ, genehmigte er einen weiteren Angriff auf Russland
All dies erhöht den Druck auf Präsident Putin, die Samthandschuhe abzulegen und NATO-Ziele anzugreifen.
Bislang hat er darauf geachtet, den Krieg nicht auf diese Weise zu eskalieren.
KOMMENTAR
–
Die NATO-Denkweise wird sich rächen. Wenn Russland zurückschlägt, dann mit einem Vernichtungsschlag gegen Polen, Deutschland, Rumänien und GB.
Damit zu rechnen, dass Russland das konventionell versucht, ist ein Irrglaube!!
Russland wird gegen die Europäische Nato nicht mit Panzern und Artillerie kämpfen. Möglicherweise ein paar Warnschüsse konventionell – mehr nicht.
Die USA werden, weil sie wissen, dass es ihr Ende bedeuten würde, keinen Finger rühren.
Europa und da vor allem die Staaten der EU und GB sind wirtschaftlich und gesellschaftlich am Ende. Russland weiß das!!
Diese Regierung Merz ist eine von den US-GLOBALISTEN gekaufte Mafia, die schon seit 2013 zusammen mit den USA die Eroberung Russlands plant.
Als willige Helfer hat man 2014 die UKRA-NAZIS an die Macht gebracht und bis heute unterstützt!
Es wird nun höchste Zeit für den WIDERSTAND des Volkes, das von diesen Verbrechern verheizt werden soll!
Verfassungsrechtlicher Widerstand )Das Grundgesetz (GG) der Bundesrepublik Deutschland regelt ein explizites Widerstandsrecht für den Fall, dass die verfassungsmäßige Ordnung beseitigt werden soll (Artikel 20 Abs. 4).
Warum Merz den Krieg gegen Russland braucht
https://pi-news.net/2026/06/warum-merz-den-krieg-gegen-russland-braucht/#comment-6298417
Von WOLFGANG HÜBNER | In London hat Keir Starmer am Montag seinen schmachvollen Abgang als Premierminister des Pflegefalls Großbritannien bekannt geben müssen.
Damit ist er der erste des unseligen Quartetts aus Kriegstreibern in London, Paris, Berlin und Kiew, der die politische Bühne verlässt.
In Frankreich harrt Emmanuel Macron auf das baldige Ende seiner zweiten Präsidentschaft, die der „Grand Nation“ nichts außer Schulden und Einflussverlust in Afrika gebracht hat.
Wolodymir Selenskyj in Kiew ist mehr denn je eine Marionette von EU und NATO, finanziert von dem deutschen Bundeskanzler mit den schlechtesten Umfragewerten seit 1949.
Wenn Friedrich Merz noch eine Chance auf längeren Verbleib im Amt haben will, dann muss er den Krieg gegen Russland mittels weitreichender Drohnen aus deutscher Produktion eskalieren
Im Gegensatz zu Merz und seinem lächerlichen Außenminister Johann Wadepuhl sehen uns die Russen nicht als „ewigen Feind“ an – zumindest noch nicht.
Doch wehe den Deutschen, wenn sich das ändert ALLES LESEN !!
Unabhängig davon, wie man zu Russland oder zu Lawrow steht, wirft dieser Vorgang eine grundlegende Frage auf: Warum scheint es für westliche Medien immer schwieriger zu werden, den Bürgern zuzutrauen, sich selbst ein Urteil zu bilden?
Wenn Politico tatsächlich einen Gastbeitrag des russischen Außenministers angefordert und anschließend kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogen hat, dann ist das mehr als eine redaktionelle Entscheidung. Es steht sinnbildlich für eine Entwicklung, in der bestimmte Positionen nicht mehr offen diskutiert, sondern vorsorglich ausgeblendet werden. Ausgerechnet jene politischen und medialen Kreise, die unablässig von Meinungsfreiheit, Demokratie und einer „regelbasierten Ordnung“ sprechen, scheinen immer größere Schwierigkeiten damit zu haben, abweichende Sichtweisen überhaupt noch zuzulassen.
Lawrow beschreibt in seinem Beitrag die seit Jahren bekannte russische Sicht auf die NATO-Osterweiterung, die Minsker Vereinbarungen, den Maidan und die Entstehung einer multipolaren Weltordnung. Man muss diese Position nicht teilen. Aber man sollte sich fragen, weshalb die Bürger vor einer solchen Veröffentlichung geschützt werden müssen. Wer von der eigenen Argumentation überzeugt ist, braucht keine Angst vor gegensätzlichen Standpunkten zu haben.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Doppelmoral des Westens. Die USA und ihre Verbündeten haben in den vergangenen Jahrzehnten militärisch und politisch in zahlreichen Regionen der Welt interveniert, Regierungen gestürzt, Kriege geführt und geopolitische Interessen durchgesetzt. Dennoch präsentieren sich dieselben Akteure bis heute als moralische Instanz und Hüter einer angeblich universellen Ordnung. Kritik daran wird häufig nicht mit Argumenten beantwortet, sondern als Desinformation, Populismus oder Propaganda etikettiert.
Auch die EU wirkt zunehmend wie ein politisches Projekt, das den Kontakt zur Realität vieler Bürger verloren hat. Statt Selbstkritik und offener Debatte erlebt man immer häufiger moralische Belehrung, politische Bevormundung und den Versuch, den zulässigen Meinungskorridor einzuengen. Das schwindende Vertrauen vieler Menschen kommt nicht von ungefähr, sondern ist die Folge jahrelanger Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Gerade deshalb wäre die Veröffentlichung von Lawrows Beitrag wichtig gewesen. Nicht weil er zwangsläufig recht hat, sondern weil eine demokratische Gesellschaft von der Konfrontation unterschiedlicher Positionen lebt. Wer den Bürgern nicht einmal mehr zutraut, einen Artikel des politischen Gegners zu lesen, offenbart vor allem eines: ein erstaunlich geringes Vertrauen in die eigene Überzeugungskraft.
Eine freie Gesellschaft zeichnet sich nicht dadurch aus, dass nur die „richtigen“ Meinungen veröffentlicht werden. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass auch unbequeme Positionen sichtbar werden und anschließend offen kritisiert werden können. Wer diesen Grundsatz aufgibt, verteidigt die Demokratie nicht, er entfernt sich von ihr.