Durch Fehleinschätzungen und Eskalation wächst die Gefahr eines Krieges mit Russland

Löscharbeiten in Kiew am 16. Juli. Bild: DSNS.GOV.UA

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Helmut Schmidt, äußerte in einem Interview im Mai 2014: «Zurzeit gibt es leider niemanden, der konstruktive Vorschläge zur Zukunft der Ukraine vorbringt.» Und weiter: «Ich halte nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden, erst recht nicht von Forderungen nach mehr Geld für Rüstung der Nato. Aber die Gefahr, dass sich die Situation verschärft wie im August 1914, wächst von Tag zu Tag.» Worte von bestürzender Aktualität.

Die gleiche Sorge brachte der amerikanische Ökonom und ehemalige Wirtschaftsberater beim Aufbau osteuropäischer Marktwirtschaften, Jeffrey Sachs, in zwei offenen Briefen zum Ausdruck. Sachs forderte den Bundeskanzler auf, «den offenen Krieg mit Russland zu verhindern», denn, «wenn wir vom Abgrund des Krieges wegwollen, müssen wir ehrlich sein.» In seinen Briefen hat Sachs konkrete Versäumnisse der deutschen Außenpolitik seit der Wiedervereinigung dargelegt. Dieses Prinzip der absichtsvollen Blindheit: des «Nicht-Hörens» und «Nicht-Sehen-Wollens» und «Nicht-Bedenken-Wollens» müsse überwunden werden.

Weder zum Zeitpunkt des Vorstoßes der russischen Streitkräfte auf Kiew im Februar 2022 noch danach ist von Seiten der Vereinigten Staaten und schon gar nicht von den EU-Staaten und Großbritannien ein ernsthafter Versuch unternommen worden, den Krieg zu verhindern noch den Krieg durch einen Verhandlungsfrieden zu beenden. Im Gegenteil, der Krieg ist politisch, finanziell und materiell unterstützt und auf inzwischen mehr als viereinhalb Jahre verlängert worden. Die von Jeffrey Sachs beschriebenen Versäumnisse wirken bis heute in der aktuellen Außenpolitik als Fehleinschätzungen fort.


Der Artikel von General a.D. Harald Kujat ist zuerst in der aktuellen Ausgabe der Zeitung Zeitgeschehen im Fokus erschienen.


Die Ukraine versuchte von Anfang an, Nato-Staaten in den Krieg zu ziehen

Im Mai 2024 griff die Ukraine die Woronesch-Radarstationen bei Armavir und Orsk des interkontinental-strategischen Frühwarnsystems Russlands, im Juni 2025 die Stützpunkte der interkontinentalstrategischen Bomberflotte in Olenja, Belaja, Djagilewo und Iwanowo-Sewerny an. Die Angriffe waren ohne jede Bedeutung für die Verteidigung der Ukraine und den Verlauf des Krieges: Diese Systeme dienen ausschließlich der nuklearstrategischen Abschreckung Russlands.

Die Ukraine hat mit ihren Angriffen vorsätzlich das Risiko einer Fehlkalkulation und eine nukleare Eskalation der beiden nuklearen Supermächte mit unabsehbaren Folgen in Kauf genommen. Ebenso wie beim Vorstoß auf das russische Kernkraftwerk Kursk im August 2024 war es das Ziel der Ukraine, den Krieg auf eine strategische Ebene zu eskalieren, um die Nato an ihrer Seite gegen Russland einzubinden.

Insbesondere der Angriff auf die strategische Bomberflotte (Operation «Spinnennetz») wurde von westlichen Medien als beispiellos, kühn, genial oder als «Game Changer» gewertet, während das Eskalationspotential und die daraus erwachsenden Gefahren weit über den Ukraine-Krieg hinaus nur vereinzelt thematisiert wurden.

Die russische Nukleardoktrin bezeichnet «Handlungen eines Gegners gegen besonders wichtige staatliche oder militärische Einrichtungen der Russischen Föderation, deren Ausfall die Reaktionsmaßnahmen der Nuklearstreitkräfte vereiteln würde», als eine Bedingung für den Nuklearwaffeneinsatz. Im russischen Verständnis gehören zu den «wichtigen militärischen Einrichtungen» vor allem Führungs- und Kommandozentralen, Frühwarnsysteme und strategische Nuklearkräfte.

Ein Beispiel für weitere Versuche, den Ukraine-Krieg zu einem gesamteuropäischen Krieg auszuweiten, hat der ehemalige polnische Präsident, Andrzej Duda, am 3. September 2025 in einem Interview mit dem polnischen Magazin «Do Rzeczy» geschildert. Am 15. November 2022 schlug eine ukrainische Patriot-Rakete auf polnischem Boden ein, die vom Kurs abgekommen war. Auf die Frage, ob man sagen könne, dass Selenskyj Druck ausgeübt hat, damit Polen sofort erklärt, es handle sich um eine russische Rakete, antwortete Duda: «Das kann man so sagen.»

Und auf die weitere Frage, ob er das als Versuch gesehen habe, Polen in den Krieg hineinzuziehen, bestätigte dies der ehemalige polnische Präsident: «So habe ich es wahrgenommen.» Er fuhr fort: «Sie versuchen von Anfang an, alle in den Krieg hineinzuziehen. Das ist offensichtlich, es liegt in ihrem Interesse, und am besten wäre es, wenn es ihnen gelingt, Nato-Staaten in den Krieg zu ziehen. Es ist offensichtlich, dass sie nach denen suchen, die aktiv an ihrer Seite gegen die Russen kämpfen würden. Das geschieht seit dem ersten Tag.»

Die Bundesregierung unterstützt trotz alledem Bemühungen, den für die Aufnahme der Ukraine in die Nordatlantische Allianz notwendigen Konsens bei den Mitgliedstaaten aufzubauen

Ein europäischer Staat, der Mitglied der Nordatlantischen Allianz werden will, muss von allen Mitgliedstaaten dazu im Konsens eingeladen werden. Voraussetzung für die Mitgliedschaft und damit auch, dass ein Konsens zustande kommt, ist allerdings, ob dieser Staat dafür qualifiziert ist. Für einen Nato-Betritt erfüllt die Ukraine weder die Voraussetzungen noch gibt es einen Konsens, sie dazu einzuladen.

Die USA haben die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine sogar ausdrücklich ausgeschlossen.

Die im Washingtoner Vertrag geforderte demokratische, rechtsstaatliche Staatsordnung mit freien und gleichen Wahlen, den Schutz der Menschenrechte und Minderheitenrechte sowie eine zivile, parlamentarische Kontrolle der Streitkräfte weisen gravierende Defizite auf. Vor allem der Schutz der Menschen- und Minderheitenrechte sowie die auf allen staatlichen Ebenen grassierende Korruption sind mit der Werteordnung der Allianz unvereinbar.

Ein weiterer Ausschlussgrund ist die Forderung, dass der neue Mitgliedstaat die Sicherheit aller Mitgliedstaaten erhöhen muss. Dies ist nur dann der Fall, wenn der Beitrittskandidat ein stabiles, konfliktfreies Verhältnis zu seinen Nachbarstaaten aufrechterhält und insbesondere keine territorialen Streitpunkte und Minderheitenprobleme bestehen. Die Allianz darf kein potenzielles Kriegsrisiko importieren und damit die Sicherheit ihrer Mitgliedstaaten gefährden.

Deshalb gilt heute mehr denn je, was Henry Kissinger 2014 in einem Namensartikel schrieb: «Wenn die Ukraine überleben und gedeihen soll, darf sie nicht der Vorposten der einen Seite gegen die andere sein – sie sollte als Brücke zwischen beiden Seiten fungieren.» Und das in einer europäischen Sicherheits- und Friedensordnung, in der die Ukraine und Russland einen Platz haben.

Die Neutralität ist in der ukrainischen Verfassung festgeschrieben

Im Übrigen stehen dem Beitritt zur Allianz die konstitutiven, in der Verfassung verankerten Grundlagen des ukrainischen Staates entgegen. Das ukrainische Parlament nahm 1996 die heutige Verfassung auf der Grundlage der Unabhängigkeitserklärung vom 19. August 1991 an, der kurz danach über 90 Prozent der Bevölkerung in einem Referendum zustimmten.

Die Unabhängigkeitserklärung beruhte auf der Souveränitätserklärung vom 16. Juli 1990 des damaligen Parlaments, in der es heißt: «Die Ukraine erklärt feierlich ihre Absicht, sich als Staat der ständigen Neutralität nicht an Militärblöcken zu beteiligen und sich an die drei Grundsätze der Nichtverbreitung von Kernwaffen zu halten: keine Kernwaffen zu erhalten, herzustellen oder zu erwerben.»

Am 21. Februar 2019 wurde die ukrainische Verfassung jedoch dahingehend geändert, dass der Präsident und die Regierung als «Garant(en) der Umsetzung des strategischen Kurses des Staates zur Erlangung der Vollmitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union und der Nordatlantikvertrags-Organisation» verpflichtet wurden.

Auch die Präambel wurde ergänzt: « … die europäische Identität des ukrainischen Volkes bestätigend und die Irreversibilität des europäischen und euro-atlantischen Kurses der Ukraine bekräftigend … ». Diese 2019 eingefügten Ergänzungen stehen im Gegensatz zu den konstitutiven Grundlagen des Staatsaufbaus der Ukraine, die nach wie vor Bestandteil der Verfassung sind, und können diese nicht aufheben.

Die Mitgliedstaaten der Nato haben bereits 2008 in ihrer Bukarester Gipfelerklärung ihre Missachtung der ukrainischen Verfassung zum Ausdruck gebracht, indem sie der Ukraine eine Nato-Perspektive zusagten. In der gegenwärtigen Situation bedeutet das Festhalten an einem Nato-Beitritt als Vorbedingung für Friedensverhandlungen deren Verhinderung und die Fortsetzung des Krieges bis zu einer militärischen Niederlage der Ukraine. Allerdings wurde eine mögliche Nato-Mitgliedschaft in der Nato-Gipfelerklärung vom 8. Juni 2026 nicht mehr erwähnt. In der Erklärung heisst es jedoch in einer bemerkenswerten Realitätsverweigerung, die Ukraine trüge zur transatlantischen Sicherheit bei.

Befindet sich Deutschland in einem hybriden Krieg mit Russland?

Äußerungen deutscher und europäischer Politiker und die Berichterstattung der Medien vermitteln den Eindruck einer immer stärker werdenden mentalen Einstimmung der Öffentlichkeit auf einen bevorstehenden Krieg mit Russland. Er wird als angeblich unausweichlich dargestellt. Ein deutscher Politiker hat schon vor einiger Zeit betont, dass «Russland immer unser Feind bleiben wird».

Der polnische Ministerpräsident Tusk ging noch einen Schritt weiter: «Es herrscht Krieg, und es ist auch unser Krieg», sagte er vor einiger Zeit auf einem Sicherheitsforum in Warschau. Dass «Putin einen hybriden Krieg gegen Deutschland führt», ist inzwischen zu einer ständigen Redewendung geworden. Ähnlich wie die Behauptung, wir befänden uns «noch nicht im Krieg, es sei aber auch nicht mehr Frieden.»

In einem hybriden Krieg werden die militärischen Kampfhandlungen durch andere Maßnahmen wie Desinformation, wirtschaftliche Sanktionen oder auch Cyberattacken ergänzt. Wären wir in einem hybriden Krieg mit Russland, stünden sich bereits deutsche und russische Streitkräfte auf dem Gefechtsfeld gegenüber. Gemeint sind asymmetrische Aktivitäten, deren Ursprung nicht zweifelsfrei geklärt ist.

Von Russland wird die Unterstützung der Ukraine durch den Westen als Kriegsbeteiligung gewertet. Der Westen finanziert den Krieg, liefert leistungsfähige Waffensysteme und ermöglicht durch Aufklärung und Echtzeit-Zieldaten, dass die Ukraine strategische Ziele in Russland angreifen kann. Rechtlich ist die westliche Unterstützung eine Grauzone, politisch jedoch hochbrisant. Wenn Aufklärungs- und Zielinformationen, die KI-gestützte Zusammenführung und Analyse von Daten ebenso wie westliche Systemkomponenten entscheidend sind, um Angriffe erfolgreich auszuführen, beziehungsweise Angriffe ohne diese Informationen und Komponenten nicht durchgeführt werden könnten, kann dies als völkerrechtlich relevante, unmittelbare Beteiligung an Kampfhandlungen gewertet werden.

Der russische Außenminister Lawrow hat die militärische Unterstützung der Ukraine als einen de facto vom Westen geführten Krieg gegen Russland bezeichnet. Kürzlich hat er sogar behauptet, die Nato und die Europäische Union hätten Russland den Krieg erklärt und benutzten die Ukraine als Vollstrecker. Zu diesen Äußerungen geben auch Forderungen wie diese Anlass: «Wir brauchen Waffensysteme, die weit in die Tiefe des russischen Raumes reichen, die angreifen können: Depots, Führungseinrichtungen, Flugplätze, Flugzeuge.»

Verfügt Russland 2029 über die Fähigkeit, den Westen, Europa und die Nato anzugreifen und ist das auch seine Absicht?

Im Frühjahr 2025 warnte ein Militärhistoriker, der Sommer könne «möglicherweise der letzte Sommer im Frieden» beziehungsweise «der letzte Friedenssommer» für Deutschland sein. Andere Experten halten einen russischen Angriff bereits im Jahr 2028 oder sogar «morgen» für möglich. Die Bundesregierung geht offiziell davon aus, dass Russland 2029 in der Lage sein könnte, einen Angriff auf Nato-Gebiet zu wagen.

Will Russland tatsächlich Krieg mit Europa?

Die amerikanischen Nachrichtendienste gelangten in den letzten Jahren zu einer anderen Einschätzung. Bereits in ihrer Bedrohungsanalyse von 2024 stellten sie fest: «Russland will mit ziemlicher Sicherheit keinen direkten militärischen Konflikt mit den Streitkräften der USA und der Nato und wird seine asymmetrischen Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines militärischen Konflikts weltweit fortsetzen.» Diese Bewertung wurde im März 2025 bestätigt. Danach werde Russland «versuchen, unterhalb der Ebene eines bewaffneten Konflikts zu konkurrieren und Möglichkeiten zur Förderung russischer Interessen zu schaffen.»

Die amerikanische Regierung geht davon aus, dass Russland für die Rekonstitution und den weiteren Aufwuchs seiner Landstreitkräfte bis zu 10 Jahre benötigen dürfte. Dieser Zeitraum entspricht den Erfahrungen aus früheren umfassenden Streitkräftereformen. Die Bedrohungsanalyse der US-Nachrichtendienste vom März 2026 formuliert zurückhaltend, Russland werde «wahrscheinlich weiterhin weltweit selektiv den USA und deren Partnern mit seinem gesamten Spektrum an Fähigkeiten entgegentreten, wo es Chancen sieht, sich einen Vorteil zu verschaffen, was auf die langjährige russische Einschätzung zurückzuführen ist, dass die USA eine seit langem bestehende erhebliche Bedrohung seiner Interessen darstellen.»

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, weshalb die deutsche Politik die strategischen Fähigkeiten und politischen Absichten Russlands anders bewertet als die Vereinigten Staaten. Dies gilt umso mehr, als die amerikanischen Lagebeurteilungen aufgrund der umfassenden Aufklärungsfähigkeiten der USA mit einem erheblichen Gewicht in die Bedrohungsanalysen der Nato einfließen. Die Behauptung, der Zeithorizont 2029 sei keine deutsche Zeitplanung, sondern eine gemeinsame nachrichtendienstliche Bewertung der Nato, wird von der Nato bestritten. Der Strategic Commander Operations (SACEUR), US-General Alexus G. Grynkewich, erklärte, er habe die vorliegenden Geheimdienstinformationen sehr genau verfolgt: «Russland sucht keinen Konflikt mit der Nato.»

Russland hatte kaum ein Interesse, die gesamte Ukraine zu erobern

Die deutsche Bedrohungsperzeption stützt sich vor allem auf die Annahme, der russische Angriff auf die Ukraine belege die grundsätzliche Absicht Moskaus, nach der Ukraine auch Nato-Staaten anzugreifen, um imperial-politische Ziele bis hin zur Wiederherstellung eines russischen Einflussbereichs im Raum der ehemaligen Sowjet­union zu verwirklichen.

Diese Schlussfolgerung ist jedoch nicht zwingend. Vieles spricht dafür, dass das ursprüngliche Ziel der russischen Invasion vom 24. Februar 2022 nicht die vollständige Eroberung und dauerhafte Besetzung der Ukraine war, sondern der rasche Sturz der ukrainischen Regierung, die durch eine russlandfreundliche Führung ersetzt werden sollte. Präsident Selenskyj hat selbst erklärt, dass der ehemalige Oppositionspolitiker Wiktor Medwedtschuk von Russland als Nachfolger vorgesehen gewesen war und er wenige Tage nach Beginn des russischen Angriffs ultimativ zum Rücktritt aufgefordert wurde.

Auch die anfängliche russische Operationsführung und der Einsatz von etwa 170.000 Soldaten gegen zahlenmäßig stärkere ukrainische Streitkräfte, die seit 2014 umfassend durch westliche Staaten ausgebildet und modernisiert worden waren, müssen als Hinweis darauf gewertet werden, dass eine vollständige Eroberung der Ukraine nicht beabsichtigt war. Hinzu kommt, dass eine jahrelange Besetzung der gesamten Ukraine einen außerordentlich hohen personellen, wirtschaftlichen und finanziellen Aufwand erfordern würde. Die sowjetischen Erfahrungen mit langfristigen Besatzungen dürften der russischen Führung die erheblichen Belastungen einer solchen Strategie deutlich vor Augen geführt haben.

Nach der Auflösung der Sowjetunion 1991 suchte Russland zunächst die politische und militärische Annäherung an die Nato. Ziel war die Schaffung einer sicherheitspolitischen Pufferzone – eines «Cordon sanitaire» – zwischen Russ­land und dem Bündnis. Krisen und Konflikte sollten unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen beider Seiten gemeinsam bewältigt werden, um eine direkte Konfrontation zu vermeiden. Diese Phase war geprägt vom Grundlagenvertrag zwischen der Nato und Russland von 1997, in dem die Beteiligten ein Verfahren zur gemeinsamen Konfliktbewältigung vereinbarten, sowie von einer engen politischen Abstimmung und konstruktiven militärischen Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund erklärte Präsident Putin im Jahr 2000 sogar, Russland könne sich grundsätzlich eine Nato-Mitgliedschaft vorstellen.

Der grundlegende Dissens blieb jedoch bestehen. Er betraf vor allem die mögliche Nato-Mitgliedschaft der Ukraine sowie die politische Zukunft des Donbas. Das Minsker Abkommen II von 2015 sah hierfür eine Autonomieregelung innerhalb der Ukraine vor, deren Umsetzung jedoch scheiterte, weil die ukrainische Regierung die entsprechende Verfassungsänderung nicht wie vereinbart vollzog.

Dass Russland seit Mitte der 1990er Jahre vorrangig das Ziel verfolgte, gegenüber der Nato einen sicherheitspolitischen Pufferraum zu schaffen, ist nur schwer mit der Annahme vereinbar, Russland strebe die Eroberung der gesamten Ukraine oder gar einen Angriff auf das Bündnis an. Auch die Umstellung der russischen Wirtschaft auf Kriegsproduktion sowie die erhebliche Steigerung der Produktion konventioneller Waffensysteme während des Krieges belegen für sich genommen weder die Absicht noch die Fähigkeit, innerhalb weniger Jahre einen erfolgreichen gross­angelegten Eroberungskrieg gegen die Nato zu führen.

Zu den von einigen Nato-Staaten und insbesondere von der Bundesregierung als Indikatoren für russische Angriffsvorbereitungen gewerteten Massnahmen zählen die Vergrößerung der russischen Streitkräfte auf 1,5 Millionen Soldaten, die Verstärkung der westlichen Militärbezirke sowie gegenüber Finnland und den baltischen Staaten, der Ausbau der militärischen Infrastruktur im Nordwesten und die Modernisierung von Depots, Flugplätzen und Kommandostrukturen.

Russland leugnet, den Westen zu bedrohen und argumentiert, es sei der Westen, der Russland durch seine Aufrüstung bedrohe und die Notwendigkeit für eigene Verteidigungsvorbereitungen schaffe, welche dann als Rechtfertigung für die aggressive Politik des Westens gegen Russland dienten. Es handelt sich also um eine klassische Eskalation, die durch das Versagen des Krisenmanagements entsteht. Der 1997 zwischen der Nato und Russland vereinbarte Mechanismus, der die gemeinsame friedliche Beilegung von Krisen und Konflikten ermöglichen und der eine Gefahrenlage wie die heutige verhindern sollte, wurde von der Nato nach der russischen Annexion der Krim suspendiert.

In einem Rüstungswettlauf gibt es keine Sieger

Es war die Nato-Doppelstrategie «Sicherheit und Entspannung» der 70er- und 80er-Jahre, die Europa lange Zeit Sicherheit und Frieden brachte. Ein Rüstungswettlauf verschärft dagegen eine ohnehin angespannte Lage durch wechselseitige Bedrohungsperzeptionen und Fehleinschätzungen. Ein Rüstungswettlauf kennt keine Sieger, sondern ist der kürzeste Weg zum Krieg.

Ein Beispiel für eine derartige Entwicklung ist Trumps Ankündigung Ende Oktober 2025, sein Land sei gezwungen, Atomwaffentests wieder aufzunehmen, nachdem Russland erfolgreiche Tests des Torpedos «Poseidon» mit einer Reichweite von mehr als 10.000 Kilometern und des Marschflugkörpers «Burewestnik» mit einer praktisch unbegrenzten Reichweite bestätigt hatte. Beide Waffensysteme verfügen über einen nuklearen Antrieb durch einen Miniatur-Kernreaktor und können mit einem nuklearen Gefechtskopf ausgerüstet werden.

Sie sollen das interkontinental-strategische Gleichgewicht mit den Vereinigten Staaten und eine gesicherte nukleare Zweitschlagfähigkeit Russlands garantieren. Da Russland die neuen Waffensysteme ohne atomare Gefechtsköpfe getestet hat, fehlt der Ankündigung des US-Präsidenten die Grundlage. Bisher haben die USA noch keine Tests durchgeführt. Käme es allerdings tatsächlich zu neuen Atomwaffentests, würde dies nach mehr als 30 Jahren eine Erosion der internationalen Abrüstungs- und Nichtverbreitungsordnung markieren und wäre in der Tat eine Rückkehr in finstere Zeiten.

Denn seit dem letzten Nukleartest der USA 1992 gilt ein faktisches Testmoratorium der fünf Atommächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Zudem verbietet der «Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treat» (CTBT) von 1996 nukleare Tests. Allerdings ist er bisher nicht in Kraft getreten.

In jedem Fall ist die Diskussion über neue Atomwaffentests ein Beispiel dafür, an welche Abgründe die Welt ganz schnell geraten kann. Die Bundesregierung hätte dazu Stellung nehmen müssen. Beispielsweise mit dem Vorschlag, Vereinbarungen über gegenseitige Inspektionen von Nuklearsystemen zur Gewährleistung von Sicherheit und Zuverlässigkeit als vertrauensbildende Maßnahmen abzuschließen. Es muss sichergestellt werden, dass Atomtests unterirdisch, an der Oberfläche oder in der Luft weiterhin verboten bleiben. Andernfalls beginnt ein neues bedrohliches Wettrüsten.

Die USA haben Abrüstungsverträge mit Russland aufgekündigt

Neben dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, dem Biowaffenabkommen und dem Chemiewaffenübereinkommen sind praktisch alle Rüstungskontroll- und Abrüstungsverträge gekündigt, ausgesetzt oder ausgelaufen. Dazu gehören der 2002 von den USA gekündigte ABM-Vertrag über die Abwehr ballistischer Raketen, der für die Sicherheit Europas so wichtige INF-Vertrag über eurostrategische Nuklearwaffen, der 2019 ebenfalls von den USA gekündigt wurde. Auch der für Transparenz und Vertrauensbildung bedeutsame Vertrag über den offenen Himmel wurde 2020 von den USA und ein Jahr später von Russland gekündigt. Das New START-Abkommen über die Begrenzung interkontinental-strategischer, nuklearer Angriffswaffen lief am 5. Februar 2026 aus.

Rüstungskontroll- und Abrüstungsverträge waren ein wesentliches Element der Nato-Doppelstrategie «Sicherheit und Entspannung». Sie haben seit Anfang der 70er-Jahre einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Ost-West-Verhältnisses geleistet. Die Kündigung des ABM-Vertrages, der 1972 komplementär zum SALT-Vertrag über die Begrenzung nuklearstrategischer Angriffssysteme abgeschlossen wurde, interpretierte die russische Führung als Absicht der USA, das nuklearstrategische Gleichgewicht durch die Verringerung der Verwundbarkeit ihrer Offensivwaffen zu ihren Gunsten zu ändern. Als Gegengewicht wurde von Russland insbesondere der Marschflugkörper «Burewestnik» entwickelt, mit dem Russ­land das Ziel verfolgt, strategische Raketenabwehrsysteme der USA zu durchdringen.

Ein offener Krieg mit Russland muss verhindert werden

Die derzeitige Entwicklung bedeutet, dass ein großer europäischer Krieg nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Vielmehr ist das Risiko permanent gestiegen, das aus dem Krieg in der Ukraine ein Krieg um die Ukraine entsteht. Dazu hat auch das alternativlose finanzielle und materielle Engagement der Nato-Staaten sowie vor allem die operative Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte in der Operationsplanung, Aufklärung und Zielbekämpfung beigetragen.

Weil er das Risiko sah, dass die Lieferung weitreichender Waffensysteme es der Ukraine ermöglichen würde, strategische Ziele in der Tiefe Russlands anzugreifen, hatte bereits der ehemalige amerikanische Präsident Biden zur Zurückhaltung gemahnt und wiederholt geäußert, er beabsichtige, einen dritten Weltkrieg zu vermeiden.

Ein Krieg zwischen Russland und Nato wäre ein anderer als der Ukraine-Krieg, einer Mischung aus Grabenkämpfen des Ersten Weltkriegs und einem Bewegungskrieg des Zweiten Weltkriegs. Russlands militärische Fähigkeiten zu regionaler und globaler Machtprojektion wurden durch den Ukraine-Krieg nicht beeinträchtigt.

Die Luft- und Seestreitkräfte sind uneingeschränkt einsatzfähig und teilweise sogar wesentlich moderner und leistungsfähiger als zuvor. Weitreichende Präzisionsangriffssysteme, einschließlich verschiedener Hyperschallwaffen, und Raketen mit unabhängig steuerbaren Gefechtsköpfen, stellen ein überlegenes Potential für eine Kriegsführung über große Distanzen dar.

Andererseits verleiht die enorme Stärke der amerikanischen Luft- und Seestreitkräfte mit der Fähigkeit, einen Mehrfrontenkrieg zu führen, der Nato eine enorme Schlagkraft. Insgesamt ist die Nato Russland konventionell überlegen. Die USA könnten die europäischen Landstreitkräfte allerdings erst nach einem monatelangen Vorlauf verstärken, wenn die russischen U-Boote bereits im Nordatlantik in Stellung sind.

Deshalb ist es nicht sicher, dass amerikanische Verstärkungen den Ausgang eines konventionellen europäischen Krieges, wie er gegenwärtig diskutiert wird, entscheiden würden. Wenn jedoch keine Seite über die Fähigkeit verfügt, einen schnellen Sieg zu erringen, besteht die Gefahr des Ersteinsatzes von Nuklearwaffen durch eine der Kriegsparteien, um eine Entscheidung zu erzwingen.

Kann Russland den Krieg militärisch nicht gewinnen?

Die Erfolgsmeldungen der Ukraine über ihre Angriffe mit weitreichenden Drohnen auf die russische Energieversorgung sowie auf Moskau und Petersburg und die geringen Fortschritte der russischen Streitkräfte in den letzten Monaten bei der Eroberung ukrainischen Territoriums haben bei den europäischen Partnern die Hoffnung aufkommen lassen, dass eine Wende zu Gunsten der Ukraine entstanden ist. Die G7-Staats- und Regierungschefs meinten «Fortschritte (der Ukraine) auf dem Schlachtfeld» festgestellt zu haben und dass «eine neue Dynamik entstanden ist».

Die Bundesregierung erklärte Anfang Juni sogar, Russland befände sich in einer Position der Schwäche; damit öffne sich ein Fenster für Verhandlungen. Sie wollte sich bestätigen, dass Russland durch die massive Unterstützung der Ukraine an den Verhandlungstisch gezwungen werden könne. Der Bundeskanzler wiederholte in Ankara Anfang Juli auf dem Nato-Gipfel seine Einschätzung, «Russland hat keine Chance, diesen Krieg zu gewinnen. Sie werden ihre Kriegsziele nicht erreichen.» Die Desinformationen des ukrainischen Präsidenten fallen offenbar auf fruchtbaren Boden und lösen immer neue finanzielle und materielle Unterstützungsleistungen aus.

Der frühere ukrainische Oberbefehlshaber und jetzige Botschafter in Großbritannien, Saluschnyj, widerspricht der Einschätzung westlicher «Experten», Russland habe den Krieg bereits verloren. Diese Sichtweise sei eine gefährliche Fehlinterpretation und verkenne die strategische Lage. Medien und westliche Regierungen stützten ihren Optimismus vor allem auf taktische Erfolge, die jedoch in einem Abnutzungskrieg nur begrenzte Wirkung haben. Auch bei weitreichenden Angriffen auf Ziele im russischen Hinterland sollte man sich keinen Durchbruch erhoffen.

Tatsächlich haben die russischen Streitkräfte in den letzten Monaten nur geringe Geländegewinne erzielt. Offenbar hat sich Putin nach dem Treffen mit Trump am 15. August 2025 in Anchorage Zurückhaltung auferlegt, um die Absprache mit Trump zu den Eckpfeilern eines Friedensabkommens nicht zu gefährden. Beide waren übereingekommen, dass die Donbas-Regionen Luhansk und Donezk an Russland fallen und die ukrainischen Streitkräfte sich aus den noch von ihnen gehaltenen Gebieten zurückziehen. Saporischschja und Cherson sollten überwiegend bei der Ukraine bleiben. Lediglich ein kleiner Teil sollte von Russland als Landbrücke zur Krim genutzt werden.

Doch nach dem G7-Treffen soll der französische Präsident Macron behauptet haben, Trump sei nach den Gesprächen mit den G7-Partnern zu der Einschätzung gelangt, Russland wolle keinen Frieden in der Ukraine. Frühere Absprachen seien endgültig «beerdigt» worden. Der amerikanische Präsident hat vor dem Nato-Gipfel Telefongespräche mit Putin und Selenskyj geführt und angeboten, sich weiter für die Beendigung des Krieges einzusetzen. Er sei sich sicher, dass Putin den Krieg beenden wolle: «Präsident Putin will, dass er endet. Das kann ich Ihnen sehr deutlich sagen.» Eine Einigung sei näher als die Menschen glauben. Ob Trump im Telefongespräch mit Putin die Absprache von Anchorage bestätigt und damit die von Lawrow geforderte Klarstellung geliefert hat, ist nicht bekannt.

Russland setzt nun offenbar darauf, seine Ziele auf dem Gefechtsfeld zu erreichen und hat in den letzten Wochen erhebliche Fortschritte erzielt. Obwohl das primäre Ziel die Eroberung des Donbas ist, werden – durch die jüngsten Erfolge ermutigt – die russischen Angriffe zunehmend auf den Raum Sumy ausgeweitet, um eine Sicherheitszone zu schaffen und einen erneuten ukrainischen Angriff auf die Region Kursk zu verhindern. Auch Odessa scheint wieder in den Fokus der russischen Operationsplanung gerückt zu sein.

In diesem Zusammenhang klingen die Worte des Kreml-Sprechers Peskow, als begründeten sie eine strategische Neuausrichtung der russischen Kriegsführung: «Es herrscht Krieg, ein echter Krieg.» Als Begründung führte er an, dass die westliche militärische Unterstützung der Ukraine den Charakter des Konflikts verändert habe. Obwohl Peskow sich ebenso wie der russische Außenminister bereits früher ähnlich äußerte, kommt dieser Erklärung in der gegenwärtigen Lage eine besondere Bedeutung zu. Denn die Ukraine ist nur durch die massive Unterstützung ihrer europäischen Partner in der Lage, den Krieg fortzusetzen, und durch Angriffe auf die Energieversorgung, Druck auf Russland auszuüben.

Die Eskalationsdynamik muss durchbrochen werden

Die G7 und die EU beschlossen im Juni in Evian die weitere Unterstützung der Ukraine, unter anderem auch, weitreichende Angriffswaffen zu liefern. Auf dem Nato-Gipfel am 7./8. Juli erhielt Selenskij die Zusage über Waffen- und Ausrüstungslieferungen in Höhe von 70 Milliarden Euro in diesem und im nächsten Jahr. Bei den insgesamt zugesagten 140 Milliarden Euro sind die beschlossenen 60 Milliarden der EU-Mittel enthalten; die übrigen 80 Milliarden Euro kommen aus nationalen Haushalten der Nato-Staaten. Bemerkenswert ist, dass Selenskij keine Einladung zum Nato-Beitritt erhielt und dass weder ein konkreter Zeitplan für eine Mitgliedschaft genannt noch kollektive Nato-Sicherheitsgarantien nach Artikel 5 erwähnt wurden, noch die USA zusätzliche Finanzhilfen zusagten.

Die «Koalition der Willigen» hat am 13. Juli beschlossen, in den kommenden Monaten erstmals gemeinsame Manöver mit den ukrainischen Streitkräften in unmittelbar an das Kriegsgebiet grenzende Staaten durchzuführen. Das ist eine vorsätzliche Provokation Russlands, und die Gefahr einer direkten Konfrontation aufgrund eines technischen oder menschlichen Versagens ist groß. Das Manöver könnte sogar als Bereitstellung für einen Kriegseinsatz an der Seite der Ukraine missverstanden werden. Noch einen Schritt weiter ist die «Koalition der Willigen» mit dem Beschluss gegangen, gemeinsam mit der Ukraine ein System zur Abwehr russischer ballistischer Raketen aufzubauen.

Präsident Macron erläuterte den Einsatzauftrag: «Wir schützen die Ukraine, stärken unsere gemeinsame Sicherheit und bauen ein Europa der Verteidigung auf.» Der Hinweis, es handele sich um ein defensives System, kann den Vorwurf nicht entkräften, dass die beteiligten Staaten de facto zu Kriegsteilnehmern werden. Denn entscheidend ist, ob dieses System in der Ukraine zur Abwehr russischer Raketenangriffe eingesetzt wird und ob es sich um ein integriertes System handelt, das von den beteiligten Staaten operativ gemeinsam mit der Ukraine betrieben wird.

Zu ignorieren, dass Russland über die Fähigkeit verfügt, durch präzise, selektive konventionelle Angriffe Vergeltung dafür zu üben, dass Nato-Staaten der Ukraine spektakuläre Angriffe auf das russische Kernland ermöglichen und nun auch beabsichtigen, russische Gegenangriffe abzuwehren, kann zu einem europäischen Krieg führen, der den Lebensinteressen der Völker zuwiderläuft. Die europäischen Nato-Staaten verfügen über keine adäquaten militärischen Fähigkeiten – zumal eine Komponentenabschreckung in der gegenwärtigen Lage gegenüber Russland ohnehin wirkungslos wäre –, und die USA würden keine Gegenmaßnahmen ergreifen, sondern mit Russland einen «Deal» vereinbaren, um eine Eskalation auf die interkontinentalstrategische Ebene zu verhindern.

Der tschechische Präsident Petr Pavel – einer meiner Nachfolger als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses – hat darauf hingewiesen, dass Russland nach den Wahlen am 20. September eine Generalmobilmachung auslösen könnte. Bisher wurde nur einmal eine Teilmobilisierung durchgeführt. Der veränderte Charakter des Krieges würde eine Generalmobilmachung rechtfertigen. Russland braucht auch neue Kräfte, um die Eroberung des Donbass zu beschleunigen und die Kampfhandlungen auf die Region Sumy sowie möglicherweise auf die Region Odessa auszuweiten.

Die Zeit drängt. Die derzeitige Entwicklung entspricht der klassischen Eskalationslogik, die Clausewitz wie folgt definiert: «So gibt jeder dem anderen das Gesetz; es entsteht eine Wechselwirkung, die dem Begriff nach zum Äußersten führen muss.» Damit es nicht zum Äußersten kommt, ist jetzt mehr denn je die Bereitschaft der Europäer gefordert, Fehleinschätzungen zu korrigieren und Realitätssinn, Verantwortungsbewusstsein und Vernunft walten zu lassen.

In der derzeitigen Lage müssen Verhandlungen über ein Kriegsende nicht nur als Verhinderung eines großen europäischen Krieges, sondern auch als Chance gesehen werden, eine militärische Niederlage der Ukraine abzuwenden und den Fortbestand als souveräner, unabhängiger und zukunftsfähiger Staat zu sichern. Jetzt sind Persönlichkeiten gefragt, die über strategisches Urteilsvermögen und sicherheitspolitischen Weitblick verfügen und sich von den deutschen Interessen und dem Friedensgebot der Verfassung leiten lassen, um Wege aus der Gefahr eines grossen europäischen Krieges zu finden.

 

General a. D. Harald Kujat, geboren am 1. März 1942, war unter anderem Generalinspekteur der Bundeswehr und als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses höchster Militär der Nato. Zugleich amtete er als Vorsitzender des Nato-Russland-Rats sowie des Euro-Atlantischen-Partnerschaftsrates der Generalstabschefs.

Harald Kujat

General a. D. Harald Kujat, geboren am 1. März 1942, war unter anderem Generalinspekteur der Bundeswehr und als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses höchster Militär der Nato. Zugleich amtete er als Vorsitzender des Nato-Russland-Rats sowie des Euro-Atlantischen-Partnerschaftsrates der Generalstabschefs.
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77 Kommentare

  1. Boah, meine Fresse, der Kujat ist doch Militär, und als Militär sollte einem doch aufgefallen sein das die russische strategische Bomberflotte aktiv für Angriffe auf die Ukraine genutzt wird.

    „“Im Mai 2024 griff die Ukraine die Woronesch-Radarstationen bei Armavir und Orsk des interkontinental-strategischen Frühwarnsystems Russlands, im Juni 2025 die Stützpunkte der interkontinentalstrategischen Bomberflotte in Olenja, Belaja, Djagilewo und Iwanowo-Sewerny an. Die Angriffe waren ohne jede Bedeutung für die Verteidigung der Ukraine und den Verlauf des Krieges: Diese Systeme dienen ausschließlich der nuklearstrategischen Abschreckung Russlands.““

    1. Zitat:

      „als Militär sollte einem doch aufgefallen sein das die russische strategische Bomberflotte aktiv für Angriffe auf die Ukraine genutzt“

      Na, dann klären Sie uns doch mal auf, wo die russischen Atombomben eingeschlagen sind.

      Oder erzählen Sie hier absichtlich Unsinn?

      1. Die Ukraine greift eben dort an, wo Russland es am wenigsten erwartet. Das sind dann die Stationierungsorte, die gar nicht für Angriffe verwendete werden, obwohl dort Bombertypen stehe, die auch für Raketenabschüsse auf die Ukraine verwendet werden.

        Diese Angriffe sollen den Geldgebern zeigen, dass die Ukraine tatsächlich was erreichen kann. Ebenso wie die Rauchwolken über Öldepots und Raffinerien. Tagesschau und Heute zeigen zwar die Rauchwolken in Russland, nicht aber die in der Ukraine.

        Eigentlich sind die Möglichkeiten der Ukraine mit dem Aufbrauchen der alten sowjetischen Lager erschöpft. Alles was danach noch benutzt werden konnte und wird, muss der Ukraine von außen spendiert werden. Man fühlt sich beim Gehabe der Ukraine stark an Wrestling-Kämpfe erinnert, wo ständig das Publikum zu Reaktionen und Anfeuerungsrufen angestachelt wird, um dem eigentlich chanchenlosen Kämpfer auf den Beinen zu halten.

        Man darf bespannt sein, was kommt, wenn sich Russland auf die Weitstrecken-Drohnen eingestellt hat und keine Rauchwolken mehr gefilmt werden. Seit dem Vorstoß auf Kursk gibt es immer wieder lokale Kleinoffensiven, die etliche Kilometer in von Russland erobertes Gebiet stechen. Da werden Soldaten im Turbo verbrannt. Ich frage mich teils, ob das Absicht ist, damit die ukrainische Regierung ihren Sponsoren früher sagen kann: „Wir würden gerne, aber es ist kein Soldat mehr übrig.“

    2. Die strategische Bomberflotte wird aktiv genutzt? Woher haben sie die Information?
      Ja, der Kunst ist Militär und daher gehe ich Mal davon aus, dass er, als ehemaliger Nato Koordinator über detailliertere Quellenlage verfügt, als Sie.

      Also Sie postulieren hier, jemanden müsste doch etwas aufgefallen sein, halten aber nicht einmal den kleinsten Hinweis darauf für erforderlich, warum ein das aufgefallen sein könnte oder müsste.

      Hmmmm….

    3. Boah, meine Fresse, der Kujat ist doch Militär und als Militär sollte ihm doch auf gefallen sein, dass Vende i. D. auf dem allergrößten Sofa in der Abteilung für Sofakrieger am Boulevard Leopold III sitzt.

      1. Danke – dieser Kommentar rückt einfach mal den Unsinn zurecht!
        Ich will eigentlich nicht mehr schreiben – aber für die 100 Buchstaben hier muss man tippen_tippen_tippen…

  2. Die „Koalition der Wahnsinnigen“ möchte Krieg und die Russen können die westlichen Luftangriffe nicht ewig ignorieren, wenn sie noch intensiviert werden. Ein russischer Gegenangriff wird provoziert, um im Westen den „Spannungsfall“ auszurufen. In vielen Ländern (D, F, AT, UK) droht den Regierenden der Machtverlust. Ein Verbot von AfD, Le Pen, FPÖ bzw. Reform UK käme da wie gerufen.

    1. Es wird propagiert, dass Russland im Jahr 2029 angreifen wird. Da bedeutet nichts anderes, als dass es Pläne gibt die russische Regierung auf irgendeine Art derart zu reizen, dass sie gar keine andere Wahl hat, als eine entsprechende Botschaft wohin auch immer zu schicken. Dann wird man behaupten, es sei ein unprovozierter Angriff gewesen, man müsse sich jetzt verteidigen und es knallt. Wer da welches Szepter in der Hand hält und die Schnüre der Marionetten steuert weiß ich nicht. Sollte sich die russischer Regierung trotz einer eklatanten Provokation nicht reizen lassen, wird man mit einer Vorwärtsverteidigung argumentieren. Also einem Zuvorkommen von einem jetzt aber wirklich bevorstehenden Angriff Russlands. Ob das dann genau 2029 stattfinden wird oder etwas früher oder später spielt dabei keine Rolle. Die Pläne der Menschenschlachtung liegen fertig in der Schublade. Und werden von Nichts und Niemandem verhindert werden können. Jeder der es versucht wird rechtzeitig eliminiert.

      1. Höre ich da einen gewissen Politik- und EU-Zukunfts-Pessimismus? Nehmen Sie Merz-Spezial-Dragees, dann wird das bestimmt besser…

  3. „Jetzt sind Persönlichkeiten gefragt, die über strategisches Urteilsvermögen und sicherheitspolitischen Weitblick verfügen und sich von den deutschen Interessen und dem Friedensgebot der Verfassung leiten lassen, um Wege aus der Gefahr eines grossen europäischen Krieges zu finden.“
    Tja, das mag sein, das solche Persönlichkeiten gefragt sind, nur sind weit und breit keine in Sicht.
    Außerdem, wer würde denn aus russischer Sicht ein glaubwürdiger Verhandlungspartner sein?
    Die USA, die jeden Vertrag zerrissen haben, der zur Friedenssicherung dienlich ist?
    Die Waffenstillstände verkünden und abschließen um sie unmittelbar darauf zu brechen?
    Deutschland und Frankreich sind seit Minsk II nicht mehr glaubwürdig, über die Engländer seit Johnsons Intervention in Istanbul wohl eher auch nicht.
    Die Ukraine spielt da auch keine Rolle, Selenskij ist nicht mehr als die Puppe des Westens.
    Da müsste also ein neutraler Vermittler her, Brasilien oder China wäre da denkbar, nur sind das alles Wolkenkuckucksheime, da Verhandlungen von Russland zwar angeboten, vom „Westen“ aber stets ausgeschlagen wurden, Merz hat unlängst erst getönt, das Russland erst die Ukraine räumen muss, bevor überhaupt gesprochen werden kann.
    Es ist doch der „Westen“, der keinen Frieden will!

    1. Moin Herr Wallenstein,
      Ihren Ausführungen schließe ich mich gern an. Fragt sich nur, was denn das Ergebnis dieser Einschätzungen sein wird.
      Zu befürchten steht, nachdem die EU-Oberregierung verkündet hat:

      „Die EU und die Ukraine schließen eine neue Partnerschaft zur gemeinsamen Produktion von Drohnen… () Europa verfüge hingegen über enorme technologische und industrielle Kapazitäten und habe sichere und geschützte Produktionsstandorte, die zur Ausweitung der Fertigung beitragen könnten.“

      Also eine Kooperation zur Absicherung gemeinsamer ukrainische Waffen-Produktion, die vor Feindeinwirkungen geschützt, sichere Waffenlager zur ukrainischen Kriegsversorgung in EU-NATO-Ländern darstellen – solche, die von Russland niemals angegriffen werden können, weil es sich bitteschön vor der NATO zu füchten hat.

      … dass eben diese doch von russischen Raketen getroffen werden. Und was dann? Endlich der ersehnte Krieg mit nuklearem Potential? Aber wir müssen eben nur auf Herrn Wadephul hören, der von den finnischen Bunkeranlagen schwärmt: „In der Anlage im Stadtteil Merihaka können im Krisenfall bis zu 6.000 Menschen unter anderem gegen nukleare und chemische Bedrohungen Schutz finden.“ Na bitte, es gibt ihn, den Schutz vor nuklearen Bedrohungen!
      Man muss nur genügend weit unterirdisch sein. Vielleicht setzt ja 20 Meter unter der Erde auch der Verstand aus und man findet sich in Platons Höhlengleichnis wieder.
      Gut dass wir darauf schon vorbereitet sind mit unserem Operationsplan Drehscheibe, mit dem wir bestens für die kriegerische Zukunft ausgestattet sind auch überlebensfähig werden. Na ja zumindest für 10-14 Tage.
      Konventionelle Kriegsführung steht im Mittelpunkt des Operationsplanes Deutschland – und durchaus kann man mit dem deutlich überlegenen Potental an konventionellen NATO-Möglichkeiten stolz protzen.
      Vielleicht sollte man die Rechnung dabei nicht ohne den Feind machen, der sich vielleicht denkt: Na ja, wenn es kracht, dann kracht es ohnehin gewaltig – und dann sind unsere Nuklearwaffén nicht mehr nur Dekorationsartikel.

      Besser wäre es da wohl auf Herrn Reisner zu hören:
      „Rationales Handeln bedeutet nicht, auf Verteidigung zu verzichten. Rationales Handeln bedeutet, militärisches Denken stets mit einer politischen Perspektive zu verbinden. Wer Milliarden in Aufrüstung investiert, sollte mindestens ebenso intensiv darüber nachdenken, wie Europa nach dem Krieg sicher und dauerhaft mit Russland leben will. Denn selbst der größte militärische Erfolg ersetzt keine Friedensordnung.“

      Einen friedlichen Tag noch geschätzter Herr Wallenstein

        1. Mist das mit dem Zitieren funzt nicht:

          „Na bitte, es gibt ihn, den Schutz vor nuklearen Bedrohungen!
          Man muss nur genügend weit unterirdisch sein. Vielleicht setzt ja 20 Meter unter der Erde auch der Verstand aus und man findet sich in Platons Höhlengleichnis wieder.“

          (Diese Zitat von @Emirades sollte es werde mit dem Link)

          Hat mal einer das Manual für den Kommentarbereich bei Overton zur Hand?

  4. „Die Ukraine hat mit ihren Angriffen vorsätzlich das Risiko einer Fehlkalkulation und eine nukleare Eskalation der beiden nuklearen Supermächte mit unabsehbaren Folgen in Kauf genommen.“

    Angesichts der Abhängigkeit vom Westen stellt sich halt die Frage, ob die Ukraine hier aus eigenem Antrieb gehandelt hat, oder eventuell dazu angehalten wurde. Möglicherweise möchte der Westen in einer Salamitaktik die Russischen Nuklearstreitkräfte schädigen und verlässt sich dabei auf die Rationalität der Russen, auf einzelne kleinere Angriffe nicht mit der ganz großen Vergeltung zu reagieren.
    Ein sehr gefährliches Spiel, bei der die Ukraine wenig zu verlieren, die USA und der Wertewesten aber einiges zu gewinnen hat. Zumindest in den Hirnen der aktuellen westlichen Vortänzer, deren Urvertrauen auf russische Deeskalation sich früher oder später als Fehleinschätzung herausstellen dürfte.

    1. Hoffen wir also auf die „große Vernunft“ von Putin, diesem Kriegsverbrecher, Aggressor und Ungeheuer?
      Eine Vernunft, die uns selbst offenbar abhanden gekommen ist?
      Wie kann es sein, das das Böse, der Teufel klüger sein soll, als das Gute und göttliche unseres Tuns?

  5. „In der derzeitigen Lage müssen Verhandlungen über ein Kriegsende nicht nur als Verhinderung eines großen europäischen Krieges, sondern auch als Chance gesehen werden, eine militärische Niederlage der Ukraine abzuwenden und den Fortbestand als souveräner, unabhängiger und zukunftsfähiger Staat zu sichern“

    Ein „souveräner“ und „unabhängiger“ ukrainischer Staat existiert nicht. Spätestens seit 2014, das Jahr der Machtübernahme der NATO-Putschisten. Was nicht ist, kann weder fortbestehen noch gesichert werden.

  6. Die Europäer sind unfähig „ihre Politik zu korrigieren“, da sie in ihrer ideologischen Blase gefangen sind. So sehen sie keinen anderen Ausweg als wie bisher weiterzumachen und zu eskalieren. In ihrer ängstlichen Hilflosigkeit bestärken sie sich dabei gegenseitig mit einem Wahn von Größe und Macht. Sie setzen zudem alles daran, dass aus ihrem Wahn Wirklichkeit wird. Die Erfahrung lehrt jedoch: Ein Wahn führt immer in die Katastrophe.

    Die eigentliche Frage ist also: Wer oder was kann sie aus ihrer ideologischen Blase befreien?

  7. Diplomatie ist komplett out, es gibt auch nicht mal ansatzweise Versuche, speziell europäischer Politiker, Brücken zu bauen. Die westliche Vernichtungsrhetorik (und die ihr folgenden Maßnahmen) der letzten Jahre gegenüber Russland ist tatsächlich schier unfassbar. Nicht nur, dass dies in seiner Vehemenz an den totalen Krieg erinnert, der Diplomatie wird hier auch klar und eindeutig der Boden unter den Füssen weggezogen. Wer will schon mit jemandem verhandeln, der einem den Ruin und die Vernichtung androht.

    Es wäre hier auch sicherlich interessant, wenn mal jemand aus den betroffenen Wirtschaftsbereichen genau und nachvollziehbar belegt, wie Deutschland bzw. die ganze EU ohne russische Ressourcen ( Öl und Gas, Nahrungsmittel/Getreide, Dünger, Edelgase, seltene Erden, etc.) künftig angemessen überleben wollen. Die Unbezahlbarkeit von Energie wird man als eher rohstoffarme Region nicht allzu lange durchhalten können. Der aktuelle US-Israel-Iran-Konflikt tut sein Übriges dazu.

  8. So sehr Herr Kujat auch militärischer Fachmann ist, so sehr tut er sich scheinbar mit politischen Einordnungen schwer.
    Für ihn scheint die Bundesregierung eine „hin und her-geworfene“ zu sein, die daraus falsche politische Schlüsse zieht.
    Also letztlich nur ein Spielball der Mächte, letztlich neutral und unschuldig.

    So wie sich der Verlauf in der Ukraine jedoch darstellt, ist das keineswegs der Fall:
    – angebliche Raketenabwehr der USA gegen den Iran in Osteuropa in den 2000er Jahren: hier gab es aus NATO-Europa immerhin noch kritische Stimmen,
    – deutsche Soldaten der „schnellen Eingreiftruppe“ in den baltischen Staaten, also unweit der russischen Grenze,
    – 2014: Putsch in Kiew – mit kräftiger Unterstützung aus dem Westen, gerade auch aus Deutschland,
    – die Minsker Abkommen (2015) unter Mitwirkung Deutschlands nur zur Täuschung Russlands,
    – der Bruch mehrerer Waffenkontrollverträge durch die USA,
    – Auf- und Hochrüstung der Ukraine durch die NATO nach 2014, gegen wen nochmals?
    – mehrere Verhandlungsvorschläge des russischen Präsidenten zur europ. Sicherheitsarchitektur werden vom Westen abgelehnt, das letzte Ende 2021 / Anfang 2022,
    – noch in 2022 hat die deutsche Regierung noch nicht einmal Helme an die Ukraine liefern wollen, um keine Kriegsbeteiligung zu betreiben:
    bis heute hat Deutschland fast alles geliefert, was wir an Waffen zu bieten haben, und bestreitet eine Kriegsbeteiligung,
    – aktive Kriegstrommelei in Deutschland gegen Russland und schon seit Jahren stattfindender Umbau der deutschen Gesetzeslage, dazu: Ziel: „Kriegstauglichkeit“.

    Und Deutschland macht überall mit, als ob es das Schönste der Welt wäre.
    Eine mit dem 2. WK begründete, angebliche Staatsräson gegenüber Israel, die Israel bei ALLEM unterstützt – mit Geld, Waffen und politisch -, aber im Gegensatz dazu: gegen Russland, dessen Vorgängerstaat im 2. WK über 4x soviele Menschen verloren hat, wie Israel: Kriegsvorbereitungen.

    Vor diesem Hintergrund noch von „Fehleinschätzungen“ zu sprechen, halte ich für mehr als blauäugig.
    Deutschland ist in das westliche imperiale Terrorsystem eingebunden, und soll das russische Traumata des 2. WKs wiederbeleben.
    Dabei spielt Deutschland eine zentrale Rolle, und damit wurden scheinbar auch revanchistische Tendenzen und politische Kräfte in Deutschland absichtlich reaktiviert, um Russland aktiv durch Deutschland und andere Schaden zuzufügen.

    Zitat:
    „Die deutsche Bedrohungsperzeption stützt sich vor allem auf die Annahme, der russische Angriff auf die Ukraine belege die grundsätzliche Absicht Moskaus, nach der Ukraine auch Nato-Staaten anzugreifen, um imperial-politische Ziele bis hin zur Wiederherstellung eines russischen Einflussbereichs im Raum der ehemaligen Sowjet­union zu verwirklichen.“

    Das ist eine propagandistische Fata Morgana nach dem Motto: „Was ich selber tu, trau ich auch dem anderen zu.“
    Die USA, die NATO und die EU wollen den Krieg mit Russland, und zwar aus imperialistischen Gründen, und bereiten diesen propagandistisch vor.
    Und Deutschland ist mittendrin: die deutsche Regierung steht nicht „dazwischen“, sondern ist Teil des imperialistischen Westens.
    Darum findet auch keine Diplomatie statt, bzw. der merz hat ja sogar letztes Jahr – kaum dass er im Amt war – gemeint, dass „die Zeit der Diplomatie“ zu Ende wäre, ohne auch nur einen diplomatischen Versuch unternommen zu haben.

    Ist alles gewollt, geplant und wird umgesetzt.
    Darum ist auch von der deutschen Regierung nicht anderes zu erwarten.
    Denn diese „Regierung“ weiss ja: andere werden in den Krieg ziehen müssen, sie selbst nicht: da ist es nochmals einfacher.

    1. Janukowytsch (der mit dem Palast) hat Wahlkampf mit der EU gemacht, statt seine Wahlsprechen umzusetzen ist er nach Moskau gefahren um dort die Kohle abzuholen.

      „2014: Putsch in Kiew – mit kräftiger Unterstützung aus dem Westen, gerade auch aus Deutschland,“

      1. Dumm, dümmer, Vende….

        https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/717786/goldene-toiletten-schwarze-kassen-neuer-korruptionsskandal-erschuettert-die-ukraine

        Goldene Kloschüsseln gabs bei Janukowitsch nicht, oder? Nur beim Spezialdemokraten, „Europa-Orden“ verteilenden Selenski gibt das. Und es gibt noch mehr – massenhaft Waffen, die in die Ukraine geliefert wurden, und inzwischen bei Terroristen überall auf der Welt (bis Mittelamerika) aufgetaucht sind.

        Na, herzlichen Glühstrumpf!

      2. Janukowytsch (der mit dem Palast) hat Wahlkampf mit der EU gemacht, statt seine Wahlsprechen umzusetzen ist er nach Moskau gefahren um dort die Kohle abzuholen.

        Davon, dass der in der EU von Anbeginn als „pro-russisch“ beschriebene Janukowitsch nicht „mit der EU Wahlkampf gemacht hat“, kann sich jeder selbst überzeugen, denn sein Wahlprogramm liegt bis heute auf den Seiten der ukrainischen Rada:
        https://zakon.rada.gov.ua/rada/show/n0028697-09#Text

        Unter Punkt 7. „Außenpolitik: Offenheit und gute Nachbarschaft“ heißt es:
        „Ich werde _freundschaftliche_ und für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen zur Russischen
        Föderation und zu den GUS-Staaten wiederherstellen sowie eine strategische Partnerschaft mit
        den USA, der EU und den G20-Staaten sicherstellen.“

        Tatsächlich hatte er nach seinem Wahlsieg 2010 aber Verhandlungen über eine EU-Assoziation der Ukraine eingeleitet.
        So herum lief’s!
        Und auch im November 2013 hatte Janukowitsch diese Verhandlungen nicht abgebrochen, wie’s die deutschen Medien darstellten (ansonsten wäre er nicht zum Gipfel nach Vilnius gereist), sondern die Unterzeichnung des Abkommens verschoben, weil die Konditionen zu wenig vorteilhaft für die Ukraine waren.

      3. Hätte Janukowitsch mit der EU Wahlkampf gemacht: warum hat diese ihn dann mitweggeputscht?

        Wegen angeblich nicht umgesetzter Wahlversprechen?
        Im Westen werden dauernd Wahlversprechen gegeben, nur um sie hinterher nicht umzusetzen.
        Und selbst wenn: ist das ein Grund, in einem anderen Land die Regierung wegzuputschen?
        Westliche „Moral“?

        Soweit mir bekannt, hat die EU die Ukraine unter Druck gesetzt, mit Russland zu brechen, was Herr Janukowitsch jedoch nicht wollte, und überlegt hat, die Zusammenarbeit mit dieser zu reduzieren.

  9. Die Russen sind und bleiben in ihrer Lieblingsrolle. Sie sind immer und überall die Opfer von allen.
    Jeder betrügt die Russen, keiner hält sein Wort und alle sind russophob und böse.

    Komischerweise stehen aber nur die Russen seit 2014 mit ihrem Militär in ihrem Nachbarland Ukraine. Sie erobern, siedeln um und seit 2022, seit das nicht mehr im Handstreich geht, versuchen Sie es mit der Dampfwalze und auf Kosten Hunderttausender von Leben.

    Aber dafür kann Russland nichts. Dazu hat man Russland gezwungen. Russland muss sich immer auf Kosten seiner Nachbarländer vergrößern. Muss wohl eine Art Naturgesetz sein.

    Ist doch schön für Russland, dass es in manchen Köpfen Verständnis für diesen, aus der Zeit gefallenen Imperialismus gibt. Wer solche Freunde braucht, hat eh schon genug Feinde.

    1. Und was lernen wir daraus? Dass man sich eine große Nuklearmacht nicht zum Feind machen sollte. Das scheint aber bei der westlichen politischen Elite noch nicht angekommen zu sein.

      1. Viele Nationen haben sich in den letzten 80 Jahren gegen die Interessen von Nuklearmächten gestellt. Zum Glück haben sie das gemacht, sonst wären die Erpressungen immer weiter gegangen.

        Wer der Erpressung einmal nachgibt, bleibt für immer erpressbar. Nur Narren handeln so.

        1. Wenn eine Atommacht ihre Existenz bedroht sieht, kann eine weitere Eskalation nur in die Katastrophe führen. Da kommt man nur mit ernsthaften Verhandlungen wieder heraus. Nur Narren handeln anders.

          1. Eine Atommacht die imperial unterwegs ist, also neue Gebiete und Kolonien erobern möchte, ist nicht in ihrer Existenz bedroht. Im schlimmsten Fall vergrößert die Atommacht ihr Gebiet und ihren Einfluss eben nicht.
            Dann versucht es die Atommacht 10 oder 15 Jahre später erneut. Zumindest wenn sie dann immer noch so imperialistisch unterwegs ist.

            Also Ball flach halten mit diesen endlosen Atomdrohungen, das ist die alte Leier auf die die Narren hereinfallen. Die Atommacht die austeilt, weiß genau, dass sie dann auch atomar einstecken muss. Und das alles für ein paar Oblasten? Das ist absurd.

            Es geht in der Ukraine nicht um die Existenz Russlands, es geht um das große Ego eines kleinen Präsidenten.
            Wenn der kleine Präsident Russland aber weiterhin so schwächt, dann verliert Russland bald seine Autonomie gegenüber dem fernen Osten.

            1. Zitat: „Eine Atommacht die imperial unterwegs ist, also neue Gebiete und Kolonien erobern möchte, ist nicht in ihrer Existenz bedroht.“
              Woher haben sie denn diese „Weisheit“?

              Natürlich sind die USA in ihrer Existenz bedroht, darum versuchen sie es jetzt mit dem Iran, um der Welt zu zeigen, dass sie „es“ noch können, müssen aber erneut lernen, dass ihre Macht am Schwinden ist, da sie dem Iran nicht beikommen.

              Und wenn sie vom „grossen Ego eines kleinen Präsidenten“ sprechen, dann können sie nur Trump und seine Vasallen aus der EU und den NATO-Staaten meinen.

              Mir scheint, sie haben einfach ein Problem mit Herrn Putin: er ist mächtiger, als sie es sich wünschen, und darum versuchen sie ihn dauernd kleiner zu machen. – Das könnte Realitätsverweigerung sein.

      2. „Und was lernen wir daraus? Dass man sich eine große Nuklearmacht nicht zum Feind machen sollte. “

        Eine Nuklearmacht sollte sich keine Feinde -auch bei Staaten ohne Atomwaffen- machen. Die Gesamtmenge an Uran 235-238 in den ungeschützten 34 Reaktorblöcken Russlands liegt -als untere Schätzung- bei mind. 4000 Tonnen. Solche Objekte kann man auch konventionell aus der Luft angreifen, um ein Inferno auszulösen. Zum Vergleich: „Little Boy“ -die Hiroshima Bombe- 64 kg Uran 235 und 238.

    2. Das klingt so, als ob man sich für eine Freund oder Feindposition entscheiden müsste. Aber gibt es wirklich Freunde und Feinde? Sind es nicht vielmehr Interessen die im Mittelpunkt von Beziehungen zwischen Staaten stehen? Für mich sind weder die Ukrainer noch die Russen Freunde oder Feinde – und im übrigen meine ich damit nicht die Menschen unter denen man sowohl gute wie schlechte überall auf der Welt zu finden vermag, sondern die politischen Akteure.

      1. Russland steht nun mal im Nachbarland und will es annektieren.
        Das ist ein Fakt, den nicht mal die Treuesten unter der russische Royalisten wegdiskutieren können.
        Wer Frieden will, erobert nicht seine Nachbarn, das konnte man schon bei anderer Gelegenheit in Deutschland beobachten.

        1. Haben Sie dann auch den Mut, Ihren amerikanischen und sonstigen „Freunden“ zu sagen, dass sie gefälligst ihre völkerrechtswidrigen Bombardierungen, Massakrierungen, Verzeihung „Kollateralschäden“, und Entführungen einzustellen haben? Oder reicht es dafür nicht?

          1. Was ich von den Angriffen der Amies und Israelis halte habe ich hier bereits in mehreren Posts geschrieben.
            Es gibt zwischen den Egos von Putin, Trump und Netanjahu keine großen Unterschiede.
            Trump und Netanjahu haben aber immer noch eine Demokratie im Kreuz und können nicht alles so selbstherrliche wie der Zar entscheiden und damit auch den Karren nicht ganz so tief in den Dreck fahren.

            Jetzt wäre es an Ihnen, als große Kritiker des Westens, die Kriege, Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen der RF zu verurteilen und die sofortige Einstellung des Krieges gegen die Ukraine zu fordern.

            1. Zitat: „….Trump und Netanjahu haben aber immer noch eine Demokratie im Kreuz….“ Hohoho, der war gut: Demokratie? Z.B. in USA: diese Zweiparteienoligarchie soll eine Demokratie sein?
              Scheindemokratie wohl eher, bzw. kapitalistische Fassadendemokratie.

              Prof. Mausfeld hat das schon vor Jahren sehr schön aufgezeigt, wie unsere „westlichen Scheindemokratien“ funktionieren (Vorträge sind im I-Net findbar).

            2. Die representative Demokratie wurde erfunden als Abwehrmittel gegen tatsächliche, das heißt partizipative Demokratie.

              Aber selbst nach den zweifelhaften Maßstäben der Pseudodemokratie haben die USA aufgehört selbst eine solche zu sein.

              Die USA representieren das brutalste, menschenverachtendste, mörderischste Machtsystem auf Erden, niemand kommt ihnen punkto Verworfenheit auch nur entfernt nahe.

              Letztendlich zählt ausschließlich tatsächliches Verhalten, nicht die Details von Regierungssystemen.

              Selbst wenn Russland zum Beispiel eine Diktatur wäre (was es nicht ist) wäre das immer noch kein Grund irgendeine automatische, inherente moralische Überlegenheit einer oligarchischen, gemanagten Pseudodemokratie/Republik über Russland zu postulieren.

              Die Geschichte ist voll von oligarchischen Republiken deren Verbrechen die beinahe aller Monarchien und Diktaturen in den Schatten stellten.

              Die USA sind nur das neueste (aber wahrscheinlich schlimmste) Beispiel dafür.

              Die Vorstellung das Russland in irgendeiner Weise schlimmer wäre als die USA oder Israel is offenkundiger Unsinn, reiner Kindergarten.

              Selbst wenn diese Länder tatsächlich Demokratien wären würden dadurch ihre Verbrechen nicht weniger schwer wiegen.
              Na ja, mann könnte dann eher von einer Kollektivschuld sprechen.

              Die Staatsform ist am Ende komplett irrelevant, nur Taten und Resultate sind wirklich relevant.
              Das es anders wäre ist eine der ganz großen, hitleresken Lügen der jüngeren Geschichte, eine Lüge die gezielt dazu eingesetzt wird sogenannte „Demokratie“ zum perfekten Schutzschild für reines Verbrechertum zu machen.
              Die „Demokratie“ als der Ersatz für Gott in dessen Namen selbst die unvorstellbarsten Gräuel erlaubt und angeblich sogar geboten sind.

              So können USA, Israel und zunehmend Europa sich als die globalen IS Terroristen des Demokratie Gottes gebärden.

              Aber ewig geht das auch nicht gut und Maske der Demokratie hinter der sich das diabolische Monster verbirgt ist ziemlich durchsichtig geworden.

            3. Die representative Demokratie wurde erfunden als Abwehrmittel gegen tatsächliche, das heißt partizipative Demokratie.

              Aber selbst nach den zweifelhaften Maßstäben der Pseudodemokratie haben die USA aufgehört selbst eine solche zu sein.

              Die USA representieren das brutalste, menschenverachtendste, mörderischste Machtsystem auf Erden, niemand kommt ihnen punkto Verworfenheit auch nur entfernt nahe.

              Letztendlich zählt ausschließlich tatsächliches Verhalten, nicht die Details von Regierungssystemen.

              Selbst wenn Russland zum Beispiel eine Diktatur wäre (was es nicht ist) wäre das immer noch kein Grund irgendeine automatische, inherente moralische Überlegenheit einer oligarchischen, gemanagten Pseudodemokratie/Republik über Russland zu postulieren.

              Die Geschichte ist voll von oligarchischen Republiken deren Verbrechen die beinahe aller Monarchien und Diktaturen in den Schatten stellten.

              Die USA sind nur das neueste (aber wahrscheinlich schlimmste) Beispiel dafür.

              Die Vorstellung das Russland in irgendeiner Weise schlimmer wäre als die USA oder Israel is offenkundiger Unsinn, reiner Kindergarten.

              Selbst wenn diese Länder tatsächlich Demokratien wären würden dadurch ihre Verbrechen nicht weniger schwer wiegen.
              Na ja, mann könnte dann eher von einer Kollektivschuld sprechen.

              Die Staatsform ist am Ende komplett irrelevant, nur Taten und Resultate sind wirklich relevant.
              Das es anders wäre ist eine der ganz großen, hitleresken Lügen der jüngeren Geschichte, eine Lüge die gezielt dazu eingesetzt wird sogenannte „Demokratie“ zum perfekten Schutzschild für reines Verbrechertum zu machen.
              Die „Demokratie“ als der Ersatz für Gott in dessen Namen selbst die unvorstellbarsten Gräuel erlaubt und angeblich sogar geboten sind.

              So können USA, Israel und zunehmend Europa sich als die globalen IS Terroristen des Demokratie Gottes gebärden.

              Aber ewig geht das auch nicht gut und Maske der Demokratie hinter der sich das diabolische Monster verbirgt ist ziemlich durchsichtig geworden.

            4. Selbst nach den zweifelhaften Maßstäben der Pseudodemokratie haben die USA aufgehört selbst eine solche zu sein.

              Die USA representieren das brutalste, menschenverachtendste, mörderischste Machtsystem auf Erden, niemand kommt ihnen punkto Verworfenheit auch nur entfernt nahe.

              Letztendlich zählt ausschließlich tatsächliches Verhalten, nicht die Details von Regierungssystemen.

              Die Geschichte ist voll von oligarchischen Republiken deren Verbrechen die beinahe aller Monarchien und Diktaturen in den Schatten stellten.

              Die USA sind nur das neueste (aber wahrscheinlich schlimmste) Beispiel dafür.

              Die Vorstellung das Russland in irgendeiner Weise schlimmer wäre als die USA oder Israel is offenkundiger Unsinn, reiner Kindergarten.

              Selbst wenn diese Länder tatsächlich Demokratien wären würden dadurch ihre Verbrechen nicht weniger schwer wiegen.
              Na ja, mann könnte dann eher von einer Kollektivschuld sprechen.

              Die Staatsform ist am Ende komplett irrelevant, nur Taten und Resultate sind wirklich relevant.
              Das es anders wäre ist eine der ganz großen, hitleresken Lügen der jüngeren Geschichte, eine Lüge die gezielt dazu eingesetzt wird sogenannte „Demokratie“ zum perfekten Schutzschild für reines Verbrechertum zu machen.
              Die „Demokratie“ als der Ersatz für Gott in dessen Namen selbst die unvorstellbarsten Gräuel erlaubt und angeblich sogar geboten sind.

              So können USA, Israel und zunehmend Europa sich als die globalen IS Terroristen des Demokratie Gottes gebärden.

              Aber ewig geht das auch nicht gut und Maske der Demokratie hinter der sich das diabolische Monster verbirgt ist ziemlich durchsichtig geworden.

        2. Tja, wie wäre es, wenn wir darauf hin wirken würden, die Bewohner der umstrittenen entscheiden zu lassen, zu welchem Staat sie gehören wollen?

          Wo es ihnen möglich war, haben die Russen es so gehandhabt. Aber da hat ihnen der Segen der „Guten“ gefehlt.

          Ich halte es übrigens mit dem großen Staatsmann Egon Bahr: Staaten haben nur Interessen. Und das Interesse der USA ist, alle möglichen Konkurrenten auszuschalten oder zumindest zu schwächen. Daher ist es in ihrem objektiven Interesse, beide Seiten, Westeuropa und Russland gegeneinander in einen, dann aber begrenzten, Atomkrieg zu treiben. Weder Sie noch Herr Kujat haben diese Möglichkeit auf dem RADAR.

    3. Sie sprechen vom russischen Imperialismus. Wo finden Sie den denn angesichts des Zerfalls der Sowjetunion, als 14 Teilrepubliken die Sowjetunion verließen, sei es durch Unabhängigkeitserklärungen (Baltikum) oder durch Austritt nach Volksabstimmungen? Wo stand die Rote Armee nach dem II. WK? In ganz Osteuropa und an der Elbe auf deutschem Boden, also vor der Haustür der NATO. An dieser Überdehnung gepaart mit einer falschen Wirtschaftspolitik samt Nationalitätenkonflikten scheiterte die UdSSR und zog unter Gorbatschow sein Militär aus Osteuropa ab.

      Eine wahrhaft imperiale Geste, nicht wahr?

      Übrig blieb die Russische Föderation als Nachfolgestaat der UdSSR, immer noch der größte Flächenstaat der Erde, der sich über zwei Kontinente erstreckt, mit anfänglich und zum Teil immer noch vorhandenen wirtschaftlichen Verflechtungen mit den Nachfolgestaaten: zum Beispiel über Energielieferungen an die Ukraine, Georgien, Armenien ….

      Wenn das nicht nach Imperialismus riecht!

      Deshalb muss Russland zerschlagen werden, sagen US-amerikanische Thinktanks schon seit Langem. Und in deutschen Denkstuben findet das begeisterten Widerhall, z. B. jüngst beim CDU-Mitglied Nico Lange:

      https://x.com/nicolange_/status/2077032206208249921?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E2077032206208249921%7Ctwgr%5Ef79a5fb219ebc6391e17d56c505b4fb236070211%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fde-rtnews.com%2Feuropa%2F286177-krim-an-ostsee-politikberater-lange-stellt-anspruch-russlands-kaliningrad-frage%2F

      Russland analog zu Jugoslawien zerschlagen, die USA en passant um Kanada und Grönland erweitern und Lateinamerika mit allen Mitteln wieder „einnorden“: Was kann es Schöneres für „Die einzige Weltmacht“ (Zbigniew Kazimierz Brzeziński) geben?

    4. 2014 handelte es sich um einen Bürgerkrieg, der auf der Seite der Putschregierung von der NATO und auf der Seite der Separatisten von Russland unterstützt wurde. Die NATO „stand“ also genau so wie Russland in der Ukraine. Und es war nicht Russland, dass den Konflikt vom Zaun gebrochen hat. Das war die NATO mit dem gewaltsamen Sturz einer demokratisch gewählten Regierung.

    5. Sie bleiben auch bei ihrer Lieblngsrolle: immer wieder sehen sie den angeblichen „russischen Zaren“ am Wirken, während der Westen in seinem – wie sie ganz richtig schreiben „aus der Zeit gefallenen“ – Imperialismus die ganze Welt niederbrennt.

      Die USA, die EU und die NATO vergrössern sich augenscheinlich auch immer auf Kosten anderer Länder, z.B. Nachbarländer, nur dass dieser tatsächliche Imperialismus dort „Partnerschaft“ genannt wird: hört sich viel schöner an.
      Ist doch schön für den Westen, dass es in manchen Köpfen Verständnis für diesen Imperialismus gibt.

      Blöd nur für den imperialistischen Westen und seine Fans, dass Russland diese „schöne Fassade“ durchschaut hat, und einfach nicht mitmachen will, sich vom Westen als „Partner“ nennen, unterwerfen und ausbeuten zu lassen.

      Und Feinde hat der Westen nun wirklich genug: mit dem Ukrainekrieg und den ganzen Sanktionen gegen Russland dürften wieder mehrere Staaten dazugekommen sein: Staaten z.B. aus dem Süden der Weltkugel, die auch keine Lust mehr auf Westimperialismus haben, den sie seit Jahrhunderten „geniessen“ konnten.
      Wer solche Freunde – also die USA, EU und NATO – braucht, hat eh schon genug Feinde.

  10. „Ist doch schön für Russland, dass es in manchen Köpfen Verständnis für diesen, aus der Zeit gefallenen Imperialismus gibt. “

    Kujat arbeitet seit 2016 für den russ. Oligarchen und Putins engsten Vertrauten Wladimir Jakunn, den -nebenbei vemerkt- Putin in 2005 zum Chef der Russischen Eisenbahn berufen hat. Jakunin fungiert als Mittelsmann und Vermittler zwischen Moskau und Berlin. Wenn Kujat in der alternativen Öffentlichkeit bei YT und in den sog. „Alternativen Medien“ auftritt, dass sollte man es schon wissen, dass er dafür Geld aus Moskau nimmt.

    1. Propagandarbeiter, die seriös wirken wollen, verbinden ihre tendenziösen Darstellungen immer mit einem Körnchen Realität: Nach Medienberichten und Selbstdarstellung des Instituts soll Kujat im Gründungsjahr 2016 Aufsichtsratsmitglied des Thinktanks Dialogue of Civilizations Research Institute gewesen sein, der von Wladimir Jakunin und seiner Frau geleitet wird. 2022 stellte Kujat in einem Interview zum laufenden russischen Überfall auf die Ukraine fest, er „gehöre diesem Institut nicht an“. Auch 2024 dementierte er die erneute Frage nach der Zugehörigkeit. Die Zeitform Präsens („arbeitet seit“) will uns also täuschen! Ausblenden muss man auch manches, was Putinisten nicht unbedingt kennzeichnet: Großes Bundesverdienstkreuz; Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, Kommandeur-Kreuz der französischen Ehrenlegion, NATO Meritorious Service Medal, Legion of Merit (Kommandeur, USA).
      Aber das Wichtigste ist natürlich: immer ad personam argumentieren und die inhaltlichen Aspekte konsequent ausblenden. Allenfalls bei einer erwünschten strafrechtlichen Würdigung könnte der Staatsanwalt ein wenig auf diese ‚Gesinnungsverbrechen‘ von Herrn Kujat eingehen.

    2. Kujat arbeitet seit 2016 für den russ. Oligarchen und Putins engsten Vertrauten Wladimir Jakunin …
      … sollte man es schon wissen, dass er dafür Geld aus Moskau nimmt.

      „Arbeitet“ und „nimmt“ im Präsens? Woher wollen Sie das wissen? Das 2016 gegründete Jakuninsche Institut „Dialog of Civilisations“, in dessen Aufsichtsrat Kujat zwischenzeitlich gemeinsam mit dem tschechischen Ex-Präsidenten Klaus und dem österreichischen Ex-Kanzler Gusenbauer saß (wofür er mutmaßlich eine „Aufwandsentschädigung“ erhielt), existiert seit mind. 5 Jahren nicht mehr.

      Im übrigen lief’s ja wohl genau umgekehrt: Kujat hatte seit 2014 die vom Westen ausgehende Eskalation in der Ukraine besorgt öffentlich kommentiert und deshalb war er Jahre später in den Aufsichtsrat des DOC eingeladen worden.

  11. Rubio hat im Grunde Russland den Krieg erklärt …
    Trump und Rubio hoffen, dass ukrainische Tiefschläge Russland an den Verhandlungstisch bringen
    In früheren Zeiten würde dies als offene Kriegserklärung interpretiert werden.

    Und genau das ist es.

    Die Russen wissen, dass es die USA sind.

    … ach da fällt mir noch was ein: Wir wussten ja auch nicht, bis uns die erster Rakete auf den Kopf fällt, das Deutschland und die NATO alles liefert um den Krieg ordentlich fortzuführen und in Spießbaden (Wiesbaden) der Krieg auf hunderten von Bildschirmen unter Einbeziehung aller europäischen Rechenzentren der NATO durchgerechnet wird und dann innerhalb von 30 sec Zielkoordinaten an ein HIMARS-System übertragen werden. Ob da noch ein besoffener Ukro-Soldat den Startknopf drück, bezweifle ich langsam. Vielleich füllen die noch Benzin in die Generatoren… mehr auch nicht mehr …
    Allerdings wer glaubt von Dingen verschont zu bleiben in dem man sie verschweigt oder ignoriert hat das Konzept Realität nicht wirklich verstanden…..

    und auch das hier:

    Eskalation und die Blutgier dieser Leute kennt keine Grenzen.

    Zitat an, Quelle:
    https://www.moonofalabama.org/2026/07/economist-lets-start-a-war-to-get-people-used-to-it.html

    „Das britische Medienunternehmen The Economist , das dem Bankiersclan Rothschild gehört, drängt seit langem auf einen Krieg gegen Russland.
    Problematisch ist jedoch, dass die Bevölkerung (West-)Europas kein Interesse daran hat, für diejenigen zu sterben, die von solchen Konflikten profitieren.
    Verschiedene Umfragen in Europa haben ergeben, dass die Menschen kein Interesse daran haben, ihr Land zu verteidigen, wenn diese Verteidigung auf der Ostseite des Dnepr stattfinden soll.
    Die Herausgeber haben daher einen von den USA finanzierten Wissenschaftler eingeladen, Ideen zu liefern, wie die Europäer zum Krieg verleitet werden können…..
    Ihr Anliegen ist es, „die Bürger zu ermutigen, eine Denkweise zu entwickeln, die sie besser auf den Krieg vorbereitet“. Um dies zu erreichen, sagt sie, sollten wir einen Krieg provozieren, der uns alle mit Sicherheit erfassen wird.“

    (Zitat aus, maschinell übersetzt)

    Diese Menschen wollen, z.B. mit der „Koalition der Willigen“ eine militärische Reaktion Russland provozieren, damit deutsche Soldaten an der „Ostfront“ sterben, damit dann alle in D schreien: Wir wollen Krieg.

    Oder wie?
    perverser geht’s nicht mehr
    You better run

    1. Laut Kommentar 124 zu dem Artikel auf MoA haben die Rothschilds ihren 26,9% Anteil im März 2026 an einen kanadischen Investor verkauft. Hauptanteilseigner ist die Agnelli Gruppe mit knapp 50%.

      Die Rothschilds sind also nicht mehr dabei. Der Vorgang könnte aber einen Teil der europäischen Eskalationsversuche erklären.

      1. Danke für den Hinweis:
        Tatsächlich haben ich das an anderer Stelle auch berichtigt

        Berichtigung:

        „Das britische Medienunternehmen The Economist , das dem Bankiersclan Rothschild gehört, drängt seit langem auf einen Krieg gegen Russland.“

        Die Rothschilds besitzen keine Anteile mehr am Eigentum:

        Lady Lynn Forester de Rothschild und ihre Familie haben ihre gesamte 26,9-prozentige Beteiligung an der Economist Group an den kanadischen Milliardär Stephen Smith und seine Holdinggesellschaft Smith Financial Corp. verkauft. Die im März 2026 bestätigte Transaktion markiert die erste bedeutende Eigentümeränderung für die 183 Jahre alte Publikation seit über einem Jahrzehnt und soll einen Wert von bis zu 400 Millionen Pfund Sterling haben.

        Mit dem Verkauf endet eine 24-jährige Verbindung zwischen der Familie Rothschild und dem Magazin, das sie 2002 nach der Übernahme der Anteile von Pearson erworben hatte. Die neue Eigentümerstruktur macht Exor, die Investmentgesellschaft der italienischen Familie Agnelli (FIAT), mit 43,4 Prozent zum größten Einzelaktionär, während Smiths Anteil auf 20 Prozent der Stimmrechte begrenzt ist, um die redaktionelle Unabhängigkeit der Publikation zu wahren.

        Wie schon beim Verkauf von Reuters an die Familie Thomson im Jahr 2008 stellten die Rothschilds sicher, dass die Publikation weiterhin unter der Kontrolle gleichgesinnter Milliardäre bleibt.

  12. Entschuldigung Herr Kujat, dieser Angst einflößende Artikel ist schon zum wievielten Male erschienen?
    An wen wird appeliert etwas zu ändern, das systembedingt in einer ‚demokratischen Simulation, überhaupt keine Wende von der herrschenden Politik erfahren kann?
    Der Westen gibt real betrachtet, seine Vorherrschaft ab, daß ganz freiwillig, weil andere Nationen das umsetzen können, was diese westliche Welt mit ihrem ‚Nihilismus’selbst nicht können.
    Wir sprechen vom Kapital und ihre Zöglinge darunter, das Kapital regiert und der postmoderne Sklave wird angepasst.
    China und Russland haben ein Forum geschaffen, um die ‚KI‘ angeblich Menschen gerecht zu organisieren…
    Das Subjekt Mensch wird mit der KI im täglichen Leben, was erreichen?
    Ein Wettbewerb zwischen Technologie und Mensch, in dem der Mensch die Technologie füttert, um. sich selbst zu vernichten. Ist das nicht großartig?
    Diese IT Technologie kann das Subjekt ändern, aber m. M. n., nicht die Natur.

    Die Natur ist Natur, menschlich vergewaltigt ja, aber das Individuum Mensch benötigt Natur..
    Genau deshalb existiert diese Erde mit ihren allen vielfältigen Erscheinungen.
    Diese Erde lebt in einer Symbiose und nicht nach einem Diktat.

  13. Der völkerrechtswidrige Angriff der Russischen Föderation wurde seitens der USA-NATO seit dem Jahre 2001 völkerrechtswidrig provoziert. Die USA-NATO haben einen Angriff auf die Ukraine billigend in Kauf genommen. Deshalb bin ich der Auffassung: Kein deutscher Staatsbürger sollte sich für diesen Staat oder die sog. ‚Westliche Un-Wertegemeinschaft‘, den die ÖRR propagandistisch unterstützen ( u. a. durch Propaganda-Formate wie https://www.ardmediathek.de/sendung/die-100-was-deutschland-bewegt/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTU0 ) und für den diese wie auch andere stehen, auch durch tätiges Nichttun / Verschweigen ( NATO-Osterweiterung als eine Kriegsursache ), Verdrehen von ( vermeintlichen ) Tatsachen, in welchem Pazifistinnen und Pazifisten u. a. Gruppen systematisch straffrei diffamiert werden, zu welchem Dienst auch immer zur Verfügung stellen – womöglich noch sein Leben riskieren, welches deutsche Politik leichtfertigst aufs Spiel setzt seit dem Jahre 2001 bzw. dem 24.02.2022.

    Angesichts der Schuld Deutschlands für Krieg, Leid und Genozid im 20. Jahrhundert ( über 6 Mio. ermordete Juden, ermordete Sinti und Roma, ermordete kranke Menschen, über 27 Mio. Kriegstote in der ehemaligen Sowjetunion ), sollte es eine absolute Neutralität anstreben nach Schweizer Modell. ASAP!

    1. Wieso Krieg? Die Koalition der Willigen will doch Putin nur zum Frieden zwingen. Für diese ehrenwerte Aufgabe sind es eben Friedenstruppen die aufgestellt werden, um unsere Freiheit unsere Werte und unsere Demokratie, sowie gleiches in der Ukraine zu schützen und mit friedensstiftenden Waffen Überzeugungsarbeit leisten.
      Dabei fällt mir Otto von Bismarck ein mit zwei netten Aussprüchen:

      1. Zu vielsagenden Begriffen wie Freiheit:
      “ Es gibt kaum ein Wort heutzutage, mit dem mehr Missbrauch getrieben wird als mit dem Wort „frei“. Ich traue dem Wort nicht, aus dem Grunde, weil keiner die Freiheit für alle will: jeder will sie für sich.“
      Heutzutage ist das allerdings ein wenig umfangreicher geworden, neben der Luftblase Werte wird auch gern Demokratie benutzt, um dem Mißbrauch Nachhilfe zu erteilen.

      2. Europa und seine mutigen Politakteure vor allem in seiner Kleinstaaten:
      “ Ich habe das Wort „Europa“ immer im Munde derjenigen Politiker gefunden, die von anderen Mächten etwas verlangten, was sie im eigenen Namen nicht zu fordern wagten.“

      Seltsam, wie zeitgemäß der alte Otto noch ist.

    2. Ich weiss nicht, ob man die Provokation, die es zweifelsfrei gab, als „völkerrechtswidrig“ bezeichnen kann. Es war eine Salami-Taktik die auf stückweise Eingrenzung gebaut hat. Das Völkerrecht sieht das Recht auf Selbstverteidigung nur bei direkten Angriffen oder konkreten, direkt bevorstehenden Angriffen vor.

      Das ist m.E eine Schwachstelle im Völkerrecht, da es Jahrzehntelange Vorbereitungen gerade unter der Schwelle zum konkreten Angriff erlaubt, ohne direkt dagegen vorgehen zu können. Andererseits würde es auch dem üblichen Missbrauch des Völkerrechts Tür und Tor öffnen, wenn man gewaltsame Verteidigung dagegen als Norm akzeptiert. Es ist daher wahrscheinlich besser, dass sich daraus eben kein Selbstverteidigungsrecht ableiten lässt.

      Allerdings bin ich aufgrund dieser Situation und der Jahrzehntelangen Vorgeschichte eher gewillt, die russische rote Linie, die mit dem Einverleiben der Krim und dem derzeitigen Krieg in der Ukraine mehr als deutlich in den Sand gezeichnet wurde als Verteidigungshandlung zu akzeptieren. Auch wenn das Völkerrecht dies verneint.

  14. Der Angriff der Ukraine auf die nuklearstrategische Bomberflotte Russlands war keine Provokation, die sich die Ukraine allein ausgedacht hat, sondern m.E. eine Auftragsarbeit für den Westen.
    Ziel des Anschlags war es, die russische Zweitschlagsfähigkeit zu schwächen.
    Da fällt mir ein Land ein, das genau daran ein Interesse hat.
    In der Zeit war Biden US-Präsident.

    Hätte Russland entsprechend seiner Doktrin nuklear geantwortet, wäre die sich daraus ergebende Eskalation unklakulierbar gewesen.
    Nun, da Russland verantwortungsvoll auf eine nukleare Antwort verzichtet hatte, wird es vom Westen als Papiertieger betrachtet, der noch nichtmal seine eigene Nukleardoktrin ernst nimmt. Aus dieser Zurückhaltung Russlands zieht der kollektive Westen den falschen Schluß, Russland werde es niemals wagen, Atomwaffen einzusetzen und eskaliert ständig weiter. Dies wird sich erst ändern, wenn es eine harte, für die europäische Nato schmerzhafte russische Antwort geben wird. Dies ist die zunehmende Meinung und Überzeugung in Russland. Wer die Interviews von Roger Köppel mit Simonjan, Peskow, und Thomas Röper in Moskau gesehen hat, weiß das.

  15. Jetzt sind Persönlichkeiten gefragt, die über strategisches Urteilsvermögen und sicherheitspolitischen Weitblick verfügen und sich von den deutschen Interessen und dem Friedensgebot der Verfassung leiten lassen, um Wege aus der Gefahr eines grossen europäischen Krieges zu finden.

    …. da seh ich keinen fähigen, deutschen Politiker !!!!

    Merz bejubelt rechten Großvater
    CDU-Politiker Friedrich Merz macht den Hohmann. Vor Parteibasis in Brilon feierte der Sauerländer seinen Opa. Dabei war Merz‘ Großvater Bürgermeister in der Nazizeit und lag Adolf Hitler zu Füßen.

    fühlt sich … Merz …. deshalb in der Ukraine …. pudelwohl ?

    https://taz.de/Merz-bejubelt-rechten-Grossvater/!806584/

  16. …Verständnis für diesen, aus der Zeit gefallenen Imperialismus gibt

    Man kennt das ja: Imperialismus verortet der Bürger in längst vergangenen Zeiten. Heutzutage gibt es Völkerfreundschaft, internationale Gremien, eine UN samt Sicherheitsrat usw…

    Allerdings gibt es auch Kriege, militärische Scharmützel, verdeckte Operationen, „regime changes“, „nationbuilding“ und dergleichen mehr. Grenzen werden zwar seltener verschoben, aber auch das kommt vor.

    Und es gibt einen Führer der westlichen Welt (sofern man noch von einem solchen Block sprechen mag), der offen ausplaudert, was immer schon die Politik der USA war: mit überlegener Gewalt die eigenen Interessen gegen andere durchsetzen. Das nennt man seit jeher „Imperialismus“.
    Die USA müssen gar nicht unbedingt ein Land besetzen (auch das tun sie), manchmal reicht es, Wahlen zu manipulieren, manchmal muss man den missliebigen Staatschef abtransportieren, manchmal wird er getötet. oft reicht eine mehr oder weniger offene Drohung. Die nationalen Sicherheitsinteressen der USA sind halt sehr ausgreifend. Unterhalb der Vorherrschaft über die Welt tut es die „unverzichtbare Nation“ eben nicht. Die USA beanspruchen auf den wichtigsten Feldern der Ökonomie wie militärisch allen anderen Nationen überlegen zu sein. Das ist keine Neuerung unter Trump, das gabs immer schon (zumindest seit WK2)

    Und dann kommen Bürger immer noch mit Sprüchen wie „aus der Zeit gefallenen Imperialismus „. Eigenartig.

    Ja, das was Russland da betreibt ist ebenfalls Imperialismus. Russland beansprucht die Ukraine als eigene Einflusssphäre, die EU ebenso – nur nennt man das halt anders. Die Ukraine soll – wie die ehemaligen Staaten des Ostblocks – unwiderruflich dem eigenen Machtbereich zugeordnet werden. Ebenso Moldau, Georgien, … Europa dehnt sich aus, schafft sich den Machtbereich, den es beansprucht. Und das auch mit Waffengewalt, wenn z.Z. auch durch Ukrainer bedient. Es sind westliche Waffen, die in der Ukraine „verteidigen“. Was denn eigentlich? Neben der territorialen Integrität wird vor allem sie europäische Sicherheits- und Friedensordnung verteidigt.

    In den ersten Jahren des Ukrainekrieges war noch viel von Freiheit und „Werten“ die Rede, die verteidigt werden müssten. Davon hört man nicht mehr so viel. Was u.a. auch daran liegt, dass vor allem die USA offen vorleben, wie das mit den Werten und der Freiheit zu verstehen ist. Da mag man dann nicht unbedingt von den „gemeinsamen Werten“ reden, wenn sich ein Trump einfach nimmt, was er haben will – einfach weil er es kann.
    Aber es sind ja nicht nur die USA. Israel macht „für uns(!) die Drecksarbeit“, die Schutz suchenden Ukrainer werden demnächst in den Krieg zurückgeschickt, die Meinungsfreiheit wird immer weiter eingeschränkt… Das Volk wird nach und nach kriegstüchtig gemacht. Und zuletzt dann auch kriegswillig.

    Die Journaille steht ja schon Gewehr bei Fuß.

    1. „Ja, das was Russland da betreibt ist ebenfalls Imperialismus. Russland beansprucht die Ukraine als eigene Einflusssphäre, die EU ebenso – nur nennt man das halt anders“

      Wenn nach jahrzehntelanger „friedlicher Eroberung“ eine „wenig freundliche“ und imperiale Kriegskoalition mittlerweile direkt vor den Grenzen Russlands steht, und dieses Land seine weitere friedliche wie kriegerische Eroberung nicht mehr weiter hinnehmen will, das soll Imperialismus sein?

      1. Du machst denselben Fehler, wie die meisten Forenten hier: ihr beurteilt den Konflikt mit den Maßstäben des Rechts.

        Das Dümmste, was ein Bürger tun kann, ist, einen Krieg danach zu beurteilen, ob und wer den zu recht führt. Das Völkerrecht ist eine Sache zwischen Staaten. Die regeln dort ihre Gegensätze, die darüber auch nicht aufgehoben, sondern lediglich in eine Verlaufsform gebracht werden. Als Bürger hat man da immer die Arschkarte, und es kann einem herzlich egal sein, wer das wie das Völkerrecht bricht.

        Russland nimmt an der Konkurrenz der Nationen teil. Es versucht seine Macht auf Kosten anderer Staaten zu mehren. Das ist das „Spiel“, dass sie alle auf unterschiedlichen Stufen „spielen“. Und insofern unterscheidet sich Russland überhaupt nicht von den USA, China, Deutschland oder anderen Staaten. Die Welt teilt sich nicht auf in einige wenige Staaten, die imperialistisch agieren, und die Anderen, die sich nur verteidigen.

        Wenn nach jahrzehntelanger „friedlicher Eroberung“ eine „wenig freundliche“ und imperiale Kriegskoalition mittlerweile direkt vor den Grenzen Russlands steht, und dieses Land seine weitere friedliche wie kriegerische Eroberung nicht mehr weiter hinnehmen will, das soll Imperialismus sein?

        Ja! Warum hat Russland denn sein System weggeschmissen? Am realen Sozialismus gab es viel, viel zu kritisieren. Aber eine Versorgung der Leute hat er schon hinbekommen. Den Gorbatschow hat der Reichtum beeindruckt, den (manche) westliche Staaten hinbekommen haben. Also jenen Reichtum, an dem der Staat partizipiert, der ihm die Basis seiner Macht liefert. All die Kritik, die seine Vorgänger am Kapitalismus geübt haben (so verquer und verkehrt die auch immer gewesen sein mag), hat er weggeschmissen, weil er eine erfolgreichere Nation wollte.
        Das ist bekanntlich voll in die Hose gegangen. Zum einen, weil die Einladung des Westens überhaupt nicht dafür gedacht war, aus Russland einen mächtigen Konkurrenten nach eigenem Vorbild zu machen. Zum anderen, weil eine auf Kooperation und Planwirtschaft ausgelegte Ökonomie kaputt geht, wenn man Gewinnmaßstäbe einrichtet. Die Wirtschaft wird dann nicht effektiver, sondern die Produktionszusammenhänge werden zerstört.
        Putin hat dem Zerfall Russland Einhalt geboten. Weniger, weil sein Volk zunehmend unter die Räder gekommen ist, sondern, weil die staatliche Macht erodierte, bis hin dazu, dass Oligarchen gar keine Steuern mehr gezahlt haben.
        Putins Programm bestand darin, die Staatsmacht zu konsolidieren, ein flächendeckendes Gewaltmonopol (wieder) durchzusetzen, und dafür die Quellen des Reichtums zu nutzen, um als Nation in der Konkurrenz der Nationen von der bloßen „Tankstelle des Westens“ zu einer respektablen Macht aufzusteigen, deren Interessen Berücksichtigung verdienen. Das fordert man als solche Macht nicht nur, man erzwingt es.

        Du siehst den Imperialismus Russlands nicht, weil du ihn auf der anderen Seite siehst, und die Abwehr der friedlichen Eroberung als bloße Verteidigung nimmst, dir aber keinen Klarheit darüber verschaffst, was da verteidigt wird: die Großmachtstellung Russlands.

        1. „Du machst denselben Fehler, wie die meisten Forenten hier: ihr beurteilt den Konflikt mit den Maßstäben des Rechts“
          Unterstellung.
          Und anschließend ein ganzer Roman, aber keine Antwort auf meinen Kommentar.

        2. Du machst den zweiten Schritt vor dem ersten, immer dem Dogma der „Staatenkonkurrenz“ folgend. Das ignoriert, dass wir uns in einer Art globalen Klassenkampf befinden: Der arme und abhängige globale Süden gegen den neokolonialen reichen Westen, der meint die Welt dominieren zu müssen. Dazwischen gibt es Staaten (Russland, China Iran), die es geschafft haben sich der neokolonialen westlichen Dominanz zu entziehen, die aber keineswegs ihrerseits die Weltherrschaft anstreben, wie aus deinen Ausführungen zu folgern ist: Alle Staaten sind gleich imperialistisch.

          Das ist Unsinn, denn für Imperialismus sind 2 Faktoren nötig: erstens eine große Menge „freies“ Kapital, und zweitens eine entsprechende Ideologie, wie sie mit der westlichen (neo)liberalen gegeben ist. Es muss also viel freies Kapital vorhanden sein, das nach Anlage und Absatz sucht, was weder für Russland noch dem Iran zutrifft. Und in China ist wohl freies Kapital vorhanden, es fehlt jedoch eine imperialistische Ideologie.

          Russland, China und Iran sind also zuvorderst keine imperialistischen Mächte, sondern im Gegenteil, sie sind die natürlichen Partner des globalen Südens gegen den imperialistischen Westen mit seinem Welthegemon im Kampf um nationale Souveränität ihrer Völker vor neokolonialer Ausbeutung.

  17. Insiderhandel:
    Trumps Söhne investieren massiv in Verteidigungstechnologie, während die Regierung ihres Vaters Unsummen einbringt
    https://www.washingtonpost.com/technology/interactive/2026/07/13/trumps-sons-invest-heavily-defense-fathers-administration-pours-money/

    Schwerkraft-Atombombe B61(für Büchel?)
    drei Monate vor Fristablauf modernisiert
    https://www.energy.gov/nnsa/articles/nnsa-completes-critical-b61-13-bomb-components-ahead-schedule
    Hat da hat jemand Termindruck ?

  18. Sehr interessanter und wichtiger Artikel.
    Wenn ein General vom Schlage Kujat etwas über einen Krieg sagt (und nicht zufällig unter D.Trump General ist) sollte man die Öhrchen spitzen!!! Ganz weit – könnte die Familie retten…

  19. Wir werden gegen Russland aufgehetzt. Das müssen wir aufhalten! // Krone-Schmalz

    https://www.youtube.com/watch?v=QuSX7Urgq_Y

    Krone-Schmalz in großer Gefahr, weil sie DAS öffentlich macht!

    https://www.youtube.com/watch?v=pJ0toGIweTk

    Vom Feindbild Sowjetunion zum Feindbild Russland | Gabriele Krone-Schmalz

    https://www.youtube.com/watch?v=OqA9OpObmng

    Der dumme DE/EU-Dödel hat anscheinend den Spruch von Merz nicht verstanden, in dem er sagte:“Ich habe keine Angst vor einem Atom Krieg!

    Und dazu noch „Ruhe gibt es nur auf dem Friedhof“!

    Gabriele Krone-Schmalz: INTELLIGENT & WAHRHEITSLIEBEND!!   ALTPARTEIEN: LÜGNER & GEWISSENLOSE IDIOTEN!!

  20. Der Maidan war ein illegaler Putsch, vom Westen unterstützt

    https://www.infosperber.ch/politik/welt/der-maidan-war-ein-illegaler-putsch-vom-westen-unterstuetzt

    Jacques Baud / 23.08.2023 Die gestürzte Regierung war demokratisch gewählt.

    Von der neuen Regierung sah sich die Bevölkerung des Donbas und der Krim bedroht.

    Die USA haben sogar die Regierung ausgewählt

    Bei der Maidan-«Revolution» von 2014 handelt es sich um einen Staatsstreich mit Unterstützung der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten.

    Sogar die Mitglieder der zukünftigen ukrainischen Regierung haben die USA selber ausgewählt.

    Das zeigt das berühmt gewordene Telefongespräch zwischen Victoria Nuland, der damaligen stellvertretenden Aussenministerin für Europa und Eurasien, und Geoffrey Pratt, dem amerikanischen US-Botschafter in Kiew, das die BBC publik machte – zum Ärger der Europäer.

    Im Verlauf des Gesprächs fiel Nulands denkwürdiges «Fuck the EU!».

    Einen ähnlichen Gewalt-Aufstand wie auf dem Maidan hätte kein westliches Land toleriert, erklärte der damalige ukrainische Ministerpräsident Asarow.

    Der weggeputschte Präsident Janukowitsch forderte ein Jahr später die neue Regierung in Kiew vergeblich auf, mit den prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine das Gespräch zu suchen und der abtrünnigen Region eine weitgehende Selbstverwaltung zu gewähren.

    Der Westen, der den rechtsextremen Staatsstreich von Kiew unterstützte, will den Staatsstreich legitimieren, indem er verschweigt, dass es auch viele Ukrainer gab und gibt, die ihn ablehnen.

    Man verbreitet stattdessen, dass russisches Militär den Aufstand im Donbas organisierte, und behauptet sogar, Russland habe «sich den Donbas angeeignet». Das ist falsch.

    Es ging in jener Zeit lediglich um eine garantierte Autonomie von Kiew.

    Die russischsprachige Bevölkerung im Donbas pflegte stets enge Beziehungen mit Russland. …UNBEDINGT ALLES LESEN !!

    1. „Einen ähnlichen Gewalt-Aufstand wie auf dem Maidan hätte kein westliches Land toleriert, erklärte der damalige ukrainische Ministerpräsident Asarow.“

      So ist es. Deshalb stellt(e) sich die Frage, wieso eine monatelange Besetzung des Maidan mit permanentem Anfeuern durch westliche Politiker bis zum gewaltsamen Aufstand von der Regierung nahezu widerstandslos hingenommen wurde. Wo waren eigentlich die Geheimdienste (inklusive der russischen)? Haben die alle gedacht, das ginge schon von selbst wieder vorbei? Wußten die nichts von den Vorbereitungen in Polen und andernorts?
      In Kanada müssen nur ein paar LKW-Fahrer den Verkehr lahmlegen, schon werden sie kaltgestellt. Und jeder kann sich vorstellen, was in Mexiko los wäre, würden auf der Plaza de la Constitución in der Hauptstadt russische und chinesische Politiker einen Aufstand befeuern.

  21. HIER EIN BEWEIS WIE HEUTE ÜBER DIE ACH SO LIEBE UKRAINE GELOGEN WIRD !!

    Ukrainische Parlamentsabgeordnete Schilowa zum Bürgerkrieg in der Ukraine

    https://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2014/08/20/ukrainische-parlamentsabgeordnete-schilowa-zum-burgerkrieg-in-der-ukraine/

    ARTIKEL VOM AUGUST 20, 2014

    Übersetzung des Artikels auf professorsblogg.com: Solveigh Calderin

    In einer grundsätzlichen Rede fordert die Ukrainische Parlamentsabgeordnete Viktoria Schilowa die Regierung Poroschenko auf, den Bürgerkrieg zu beenden und nennt die tatsächlichen Zahlen der Kriegsverluste.

    Ein wichtiges Dokument: Ein Mitglied des Ukrainischen Parlaments, Frau Viktoria Schilowa, wandte sich in einem Video an die Öffentlichkeit über die grundsätzlichen Fragen des andauernden Bürgerkrieges in der Ukraine.

    Ihre Rede beinhaltet wertvolle Informationen über die tatsächliche Anzahl der durch die ukrainischen Armee erlittenen Verluste, die durch die Poroschenko Regierung gegenüber der Öffentlichkeit verheimlicht werden. Hier unten ist ein Transkript ihrer mutigen Anti-Kriegs-Rede.

    „Ich nenne das BÜRGERKRIEG, bestimmt NICHT Anti-Terror-Operation“

    Hallo, mein Name ist Viktoria Schilowa. Ich bin ein Mitglied des ukrainischen Parlaments und repräsentiere den Dnepropetrowsker Bezirk. Ich werde russisch sprechen, so können mich alle slawischen Brüder verstehen.

    Wollen die ukrainischen Menschen Krieg?

    Bitte, stellen Sie sich diese Frage zunächst selbst. Wollen Sie Krieg? Wollen Sie, dass unschuldige Menschen sterben? Wollen Sie, dass Ihre Verwandten, Familienmitglieder, Kinder, Ihr Ehemann oder Ihre Ehefrau, Ihre Großmutter oder Ihr Großvater getötet werden? ALLES LESEN !!

  22. Der Buchautor Hauke Ritz geht u. a. Der Frage nach warum die westlichen Führungsgruppen das heutige Kapital. Russland mehr hassen als früher die Staatssozial. UdSSR. Seine Analyse sieht vor allem den Kulturkampf als fundamentale Auseinandersetzung. Als die SU Afghanistan besetzte flossen weiter Öl und Erdgas nach Westeuropa. Da muss etwas dran sein. Die alten Kulturen Russland, China, Iran stehen der westl. Liberalen Kultur im Wege wie es scheint. Es darf keine Alternative neben der westlichen Kultur und Machthierarchie geben. Das macht offenbar die Situation so gefährlich. Keiner kann nachgeben weil es um fundamentale Interessen globaler Machtlogik geht.

  23. Man stelle sich vor, die spanische Regierung hätte ihrer Zeit die ETA und Katalanen mit Artillerie bekämpft, Baskenland wäre wohl kaum noch Teil des Königreichs.

    Die militärischen Entwicklungen der letzten Jahre führten m.E. dazu, dass die tiefsten Bunker zugleich die gefährlichsten wurden, diese neue Wirklichkeit scheint zu wenigen gewahr zu sein.

  24. Man stelle sich vor, die spanische Regierung hätte ihrer Zeit die ETA und Katalanen mit Artillerie bekämpft, Baskenland wäre wohl kaum noch Teil des Königreichs.

    Die militärischen Entwicklungen der letzten Jahre führten m.E. dazu, dass die tiefsten Bunker zugleich die gefährlichsten wurden, diese neue Wirklichkeit scheint zu wenigen gewahr zu sein.

  25. @garno @phineas.

    …, immer dem Dogma der „Staatenkonkurrenz“ folgend.

    Ein Dogma soll die Staatenkonkurrenz sein? Als würde man nicht tagtäglich aufs ausgiebigste über den Stand dieser Konkurrenz informiert. In zu ziemlich allen Sphären ist die Frage, wie die Nation im Vergleich abschneidet von enormer Wichtigkeit. Und selten ist es so harmlos wie beim Sport. „Wir sind Papst“ war mal die Schlagzeile der Bildzeitung, weil ein Deutscher(!) dieses Amt errungen hatte. Das finden dann auch Leute gut, die mit Religion so gar nichts anfangen können. Aber, wenn sich ein Angehöriger der eigenen Nation gegen andere durchsetzt, dann wird das gefeiert.
    Grundlage dieses Irrsinns ist die tatsächliche Konkurrenz der Nationen. Kapitalistisch verfasste Gemeinwesen benutzen den Weltmarkt für ihre Bereicherung – und das eben im Konkurrenz zueinander – also auch zum Schaden anderer. Insofern kommt es sehr darauf an, welche Bedingungen man aushandeln oder erpressen kann. Die USA unter TRump machen keinen Hehl daraus, dass es die schlichte Erpressungsmacht ist, die den USA den Erfolg sichern und sichert. Dort, wo das US Kapital nicht konkurrenzfähig genug ist, um einen Spitzenplatz einzufahren, werden die Bedingungen „nachjustiert“. Notfalls auch mit (militärischer) Gewalt.
    Das ist der moderne Imperialismus, von dem ihr nichts wissen wollt. @Phineas verortet Imperialismus im Westen, nicht aber in China oder Russland oder im globalen Süden. Als würden sich die Staaten dort nicht genauso um die Bedingungen der Konkurrenz streiten und jeweils die ihnen zur Verfügung stehende Erpressungsmacht ausspielen.

    Wie schon geschrieben (von wegen „keine Antwort“), Phineas kann auf russische Seite keinen Imperialismus entdecken, weil sich Russland ja nur gegen die friedliche Eroberung zur Wehr setzt, also der Angegriffene sei und sich folglich lediglich verteidigt. Worin Russland angegriffen ist, und was es verteidigt ist dir offenbar egal.

    Russland beansprucht einen Status, der ihm nach Ansicht des Westens nicht zusteht. Bestenfalls eine „Regionalmacht“, „Obervolta mit Atomraketen“ lautet das Urteil. Also ein Staat, der keine Ansprüche anzumelden hat, der sich unterordnen muss.
    Russland als der Rechtsnachfolger einer ehemaligen Weltmacht verteidigt eben diesen Status. China will ihn erlangen (bzw. ist dabei), die EU sieht ihre Stellung in Gefahr, etliche Schwellenländer (Indien, Brasilien) mischen auch mit. Warum Imperialismus aber nur im Westen vorliegen soll, leuchtet mir nicht ein. Vielleicht kommt dazu ja mal ein Argument?

    1. Als viele internationale Kommunisten und Anarchisten während WK 2 sich gezwungen sahen freiwillig in den nationalen Uniformen von USA Frankreich, GB gegen Nazideutschland in den Krieg zu ziehen, taten sie das sicher nicht, um den Imperialismus der Länder zu unterstützen, dessen Uniformen sie trugen.
      Diese Widersprüche handelnder Subjekte sind Schwafelköpfen deiner Provenienz sicher gänzlich unbekannt.
      Deine GS-Bibelkunde interessiert mich nicht.

  26. Als viele internationale Kommunisten und Anarchisten während WK 2 sich gezwungen sahen freiwillig in den nationalen Uniformen von USA, Frankreich und GB gegen Nazideutschland in den Krieg zu ziehen, taten sie das sicher nicht, um den Imperialismus der Länder zu unterstützen, dessen Uniformen sie trugen.
    Diese Widersprüche handelnder Subjekte sind Theoretikern deiner Provenienz sicher gänzlich unbekannt.
    Deine GS-Bibelkunde interessiert mich nicht.

    1. Als viele internationale Kommunisten und Anarchisten während WK 2 sich gezwungen sahen freiwillig in den nationalen Uniformen von USA, Frankreich und GB gegen Nazideutschland in den Krieg zu ziehen, taten sie das sicher nicht, um den Imperialismus der Länder zu unterstützen, dessen Uniformen sie trugen.

      Was ist denn das für eine verquere Logik? Die haben den Imperialismus „ihrer“ Nation befördert. Es ist völlig egal, welchen Standpunkt sie dazu einnehmen oder eingenommen haben.

      Zudem ist es überhaupt kein Widerlegung meines Posts, wenn sich „Kommunisten“ aller Art eine Uniform anziehen.

      Klär doch mal die Sache: was betreiben Staaten(!) und nicht Personen, wenn sie gegeneinander konkurrieren? Worum geht die Konkurrenz, was ist alles an Übergängen zur Gewalt enthalten usw..

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