Zum Tod von Marco Bülow

Marco Bülow. Bild: Julia Bornkessel

Heute morgen erfuhr die Redaktion vom Tode unseres Autors Marco Bülow. Er starb nach langer schwerer Krankheit, wie die Ruhr Nachrichten berichten. Bülow wurde nur 54 Jahre alt. Wir sind bestürzt und traurig.

Marco war ein leidenschaftlicher Streiter für die Ehrlichkeit. Der Korruption im politischen Apparat die Stirn zu bieten, trieb ihn an. Den enthemmten Lobbyismus wertete er als Gefahr für die Gesellschaft. Nach seiner Zeit im Bundestag (2002 bis 2021) arbeitete er seine Erfahrungen in mehreren Büchern auf.

Immer wieder kritisierte Marco Bülow die erstarrten Rituale der hiesigen Demokratie, die Bürgeranliegen nicht mehr im Blick habe.

Vor Jahren wurde er als Hoffnungsträger der SPD gehandelt. Beobachter hielten ihn für fähig, die Partei zu versöhnen und wieder für die ureigene Klientel wählbar zu machen. Marco war Parteilinker im besten Sinne des Wortes. Denn ihm ging es um Teilhabe und soziale Gerechtigkeit. Später trat Marco aus seiner Partei aus. Denn er hegte letztlich wenig Hoffnung für die Sozialdemokratie in der heutigen Form, ging stattdessen zu Die Partei. Wenn man ihn damit aufzog, dass es für ihn ein richtiger Schritt gewesen sei, aus einer Spaßpartei auszutreten, lachte er herzlich. Er hatte Humor und ihm war damit eine Qualität gegeben oder geblieben, die im politischen Betrieb allzu vielen abhanden geht.

Bis zuletzt trat Marco Bülow vor die Kamera und focht für seine Positionen.

Wir werden ihn vermissen. Danke für alles, lieber Marco. Seiner Familie wünschen wir für die kommende Zeit viel Kraft.

Redaktion

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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