Zinsen, Schuldenfalle und versteckte Zinsen

Bild: Vectorportal.com/CC BY-SA-4.0

Es gilt allgemein als selbstverständlich, dass Banken für ihre Kredite Zinsen verlangen, auch für Geld, das sie nie besessen haben. Dieses bisher unumstrittene Verfahren wirft aber ein ernsthaftes Problem auf. Durch Zinsforderungen entsteht automatisch, im bestehenden Finanzsystem, eine Zahlungslücke. Man kann es eine Falle nennen.

Welche Folgen das Erheben von Zinsen hat, kann man an einem einfachen Gedankenmodell erkennen:

Wir betrachten ein märchenhaftes Geldsystem. Es enthält 1.000 Taler und besteht aus nur zwei Personen. Die arme Amalia A hat kein Geld, sie lebt von Gemüse aus ihrem Garten, und der reiche Baron B besitzt alle 1.000 Taler.

A geht zu B und will sich 100 Taler leihen, um sich ein gebrauchtes Fahrrad zu kaufen. Der reiche Baron leiht ihr das Geld für ein Jahr und sagt, er verlange 5% Zinsen.

Amalia stellt aber bald fest, dass sie gar nicht Fahrrad fahren will, sie versteckt das Geld unter ihrer Matratze und rührt es nicht an. Nach einem Jahr will sie die 100 Taler zurückgeben, aber der Kreditgeber besteht darauf, sie soll fünf Taler Zinsen zahlen.

Sie hat aber nur die 100 Taler und der Baron hat noch 900. Wo sollen die fünf Taler für Zinsen herkommen, wenn es nur 1.000 Taler gibt? Da fehlt das Geld für die Zinsen.

Das Modell zeigt uns, dass in einem geschlossenen Geldsystem die Geldmenge steigen muss, wenn Zinsen erhoben werden. Wenn die Geldmenge nicht ansteigt, ist das Geld für die Zinsen nicht vorhanden.

In der Wirtschaft scheint es leicht möglich, irgendwo Geld für Zinsen aufzutreiben, aber wenn wir den Blickwinkel erweitern und alle Akteure mit einbeziehen, haben wir wieder ein geschlossenes System, in dem die Geldmenge nicht für alle Zinsen reicht.

So entsteht immer das gleiche Defizit: Das Geld für die Zinsen ist nicht in ausreichender Menge vorhanden. Man kann das einen Teufelskreis nennen. Es ist eine mathematische Falle. Wir nennen es die Schuldenfalle.

Sie schnappt nicht nur zu, für einzelne Akteure, die zu faul waren, genügend Geld zu verdienen, sondern sie existiert mit mathematischer Sicherheit im Gesamtsystem aller, die Schulden gemacht haben, weil mehr Geld zurückgezahlt werden muss, als ausgeliehen und dabei generiert wurde. Es entsteht unvermeidlich eine Finanzierungslücke.

Die Forderung von Zinsen verlangt also, dass Geld im betrachteten System sich irgendwie vermehrt, was aber ohne die Girale Geldschöpfung nicht möglich ist, oder sie verlangt, dass Geld irgendjemandem weggenommen wird. Letzteres ist möglich und wird immer wieder von Regierungen praktiziert, die dann denen, die am wenigsten Widerstand leisten, an den Geldbeutel gehen. Das sind aber nicht die Super-Reichen, sondern meistens die breite Masse oder sogar die Geringverdiener und Empfänger von Sozialleistungen.

Es könnte natürlich auch Geld von außen hinzukommen, aber wenn alle das gleiche Finanzsystem haben, müssen wir nur den Blickwinkel erweitern, um zu erkennen, dass es nicht funktioniert; denn dann wird überall neues Geld durch Kreditvergabe mit Zinsen generiert.

Schulden auf verschiedenen Ebenen

Die Schuldenfalle, die durch Zinspraxis entsteht, ist ganz besonders für Staaten relevant. Sehr viele Politiker lieben es, wenn sie an der Regierung sind, Staatsschulden zu machen und freihändig mit ihrem Haushaltsgeld umgehen zu können. Das gilt erst einmal für arme Länder in Afrika und überall sonst, wo die US-Dollars knapp sind.

Die Weltbank oder der Internationale Währungs-Fond IWF gibt so einem Land einen Dollar-Kredit, damit das Land seine Infrastruktur verbessern kann. Selbst, wenn keine Korruption im Spiel ist und die Regierenden das Geld nicht verprassen, sondern es in die Infrastruktur des Landes stecken, können sie die geforderten Zinsen nicht aufbringen. Woher soll das Geld kommen? Es müssen ja Dollar sein und keine Denare oder Pesos.

Die Wirtschaft wird durch den Kredit belebt, aber es werden nur dann Dollars eingenommen, wenn genügend Güter aus diesem Land an Dollarbesitzer verkauft werden können. Das ist auf dem Weltmarkt oft nicht zu erreichen, es sei denn, es gibt Bodenschätze. Die Lagerstätten werden an internationale Konzerne verkauft und das Land ist nach Rückzahlung der Kredite ärmer als zuvor. So funktioniert die Schuldenfalle für Entwicklungsländer. Sie entsteht durch große Dollarkredite und die entsprechenden Zinsforderungen.

Der Kolonialismus, der fünfhundert Jahre bestanden hat, ist heute durch diese Art der finanziellen Ausbeutung ersetzt worden. Entweder werden mit dem Geld, das in den USA und anderen finanzstarken Ländern als Kredit leicht zu bekommen ist, direkt die Ländereien, Plantagen, Bergwerke und Lagerstätten gekauft oder man vergibt Dollar-Kredite an die Regierungen, welche diese nicht zurückzahlen können, weil die Länder ja nicht Dollars produzieren, sondern Bananen, Palmöl oder Sojabohnen. Die Staaten werden gezwungen, nicht nur ihre Agrar-Produkte, sondern auch die Plantagen und riesige Ländereien an finanzstarke Investoren zu verkaufen.

Es fehlt durch die Schuldenaufnahme immer an Geld für Zinsen, egal wie man es dreht, denn Zinsen erhöhen nur die Schuldenmenge, aber nicht die Geldmenge.

Der Text ist ein Auszug aus dem gerade von Rob Kenius erschienenem Buch „Unbegrenzt und Expansiv !!!“, 216 Seiten 18,99 Euro (978-3-565470-95-2). Bestellbar u.a. bei Thalia.

In der Schuldenfalle sitzen inzwischen nicht nur sogenannte Bananen-Republiken, sondern auch zum Beispiel die Türkei, die immense Dollar-Schulden aufgenommen hat. Damit hat man einen kurzen Boom erzeugt, aber das Geld für die Rückzahlung, in US-Dollar, plus Zinsen, kann durch die Produktion von guten Lebensmitteln und Tourismus-Angebote nicht zusammen kommen. Es wird richtig gemein, weil die Türkei auch eine Militärmacht ist und sich mit Gewalt in Syrien die Mittel verschafft, die man den Investoren in den USA schuldet.

Selbst das ehemals reiche Deutschland wird große Probleme haben, die Zinsen für hunderte Milliarden an Schulden aufzubringen, die Olaf Scholz, erst als Finanzminister dann als Kanzler aufgenommen hat. Und Friedrich Merz hat das noch einmal übertroffen, auf sehr zweifelhafte Weise, schon vor seiner Kanzlerschaft.

Dass die Abgeordneten des deutschen Bundestags dieses Spiel mit klarer Mehrheit mitgemacht haben, zeigt uns, wie weit die Finanzmacht reicht oder wie uninformiert unsere Parlamentarier sind. Es ist ein Tiefpunkt der repräsentativen Demokratie.

Die Schuldenfalle hat ganz unterschiedliche Auswirkungen auf Wirtschaftsunternehmen, auf arme Länder, auf reiche Länder, auf Deutschland und auch auf die USA. Immer gilt die Regel, dass die Schulden zwar im Einzelfall mit Glück, hartem Einsatz und technischer Entwicklung getilgt werden können, aber insgesamt sind große und viele kleine Konkurse unvermeidbar. Ständig werden Firmen in die Insolvenz getrieben, weil das Geld für Zinsen nicht vorhanden ist und deshalb nicht von allen erwirtschaftet werden kann.

Je größer die Schuldenaufnahme in einem Land ist, um so tiefer wird die Schuldenfalle für alle, die an der Rückzahlung von Krediten und Zinsen beteiligt sind. Arme Länder kommen so in Bedrängnis, dass sie Eigentum an Bodenschätzen und Ländereien verkaufen müssen. Reiche Länder können die Zinslast auf die Bevölkerung verteilen, auch so, dass es nicht deutlich sichtbar wird, sie können Staatseigentum veräußern und durch vielfache Manipulationen sich winden und verrenken, so dass nicht deutlich erkennbar wird, wie tief sie in der Schuldenfalle stecken.

Dieses verzwickte Versteckspiel und Gezänk praktizieren wechselnde Regierungen in Großbritannien, Frankreich und Italien seit Jahrzehnten. Es gibt graduelle und strukturelle Unterschiede zwischen Frankreich, Italien, Spanien und GB, die alle mit großen Defiziten im Haushalt kämpfen. Aber sie alle können diesen Kampf gegen Schulden und Zinsen nicht gewinnen.

 

Der Text ist ein Auszug aus dem gerade von Rob Kenius erschienenem Buch „Unbegrenzt und Expansiv !!!“, 216 Seiten 18,99 Euro (978-3-565470-95-2). Bestellbar u.a. bei Thalia.

Das falsche Spiel der großen Figuren

Das Problem der Schuldenfalle kommt jetzt auch auf Deutschland zu, weil wir in nur drei Jahren, mit Olaf Scholz und Friedrich Merz sehr tief hineingestürzt worden sind. Man wird wohl versuchen, unter Anleitung des Finanzfachmanns Friedrich Merz, die Last der Schulden hinauszuschieben oder auf die Allgemeinheit zu verteilen oder zu verschleiern. Das wird dann reichen, bis die nächste Regierung steht, und Herr Merz kann sich dann, wie Herr Scholz es schon vor ihm praktiziert hat, diskret aufs Private zurückziehen.

Wir sind alle von Zinslasten betroffen und diese Zinsen summieren sich, in einer sehr versteckten Form. Es handelt sich um verborgene Zinsen für Kredite der zivilen Wirtschaft, die mit Staatsschulden nichts zu tun haben und überall in den Endpreisen stecken, ohne dass sie als Zinsen erkennbar sind.

Wenn eine Firma einen Kredit aufnimmt, sei es als Startkapital oder zur Vergrößerung des Betriebes, muss sie die obligatorischen Zinsen in ihre Preise einkalkulieren. In der Bauwirtschaft sind Kredite und Zinsen besonders hoch und das macht sich auf dem Wohnungsmarkt überall bemerkbar. Dort werden die Zinsen selbstverständlich in die Mieten einkalkuliert.

Bei einem Fabrikgebäude stecken Zinsen in den Preisen der Waren, die man am Ende dort herstellt. Auch die Preise alltäglicher Produkte, bei denen keiner es vermutet, enthalten beachtliche Zinsanteile.

Eine erfolgreiche Kosmetikfirma kauft für ein neues Produkt eine Abfülleinrichtung oder Mischmaschine, welche eine andere Firma für sie, nach besonderen Wünschen, herstellt. Beide nehmen einen Kredit auf, um ihre Geschäfte zu erweitern und kalkulieren die Zinsen, die sie zahlen müssen, in die Preise ein. Dadurch entsteht ein doppelter Effekt, die Zinsanteile addieren sich.

Die Preise der Kosmetikprodukte enthalten die Zinsen der Kosmetikfirma und indirekt auch die Zinsen des Maschinenbauers, der die neuen Geräte geliefert hat. Beide Zinsanteile summieren sich in den Endpreisen. Das funktioniert gut, weil die Kundinnen und auch Kunden gerne teure Kosmetik kaufen und viele glauben, was teuer ist, ist auch besonders gut.

An diesem Beispiel erkennt man leicht, wie Zinsen, nicht nur bei Kosmetik, sondern bei sehr vielen Handelsprodukten in den Preisen versteckt sind, ohne dass es wahrgenommen wird. Das gilt für Maschinen und Geräte, Baumaterial und Genussmittel, bis hin zu Brot und Getränken. Die Zinsanteile wandern von den Verkäufern der Endprodukte, z.B. den Läden in der Fußgängerzone, zu deren Lieferanten und zu den Firmen, welche Einrichtungen und Waren geliefert haben.

Weil die Wirtschaft sehr kompliziert und verflochten ist, addieren sich die in allen Preisen enthaltenen Zinsanteile in einer langen Kette bis in die Endpreise, die schließlich von uns allen, ohne Ausnahme, gezahlt werden. Wie hoch die verborgenen Zinsen in den Preisen sind, ist unterschiedlich, aber recht erheblich.

Wirtschaftswissenschaftler sind bereit, das mühselig auszurechnen und sie kommen auf Werte von 15% bis 30% Zinsanteil in den meisten alltäglichen Produkten, bei den Mieten und ihren Nebenkosten ist der Zinsanteil noch höher.

Dadurch entsteht eine merkwürdige Situation: Die in den Preisen, enthaltenen Zinsanteile führen dazu, dass alle Bürger, auch diejenigen, die aus Prinzip niemals Schulden machen, ständig indirekt Schuldendienste leisten, und zwar im zweistelligen prozentualen Bereich, also um die 20% ihrer Lebenshaltungskosten. Und je höher der Anteil der Lebenshaltungskosten am Einkommen ist, um so höher ist der Anteil der ungewollten Zinszahlungen.

Umgekehrt, wer reich ist und nur einen kleinen Teil des Einkommens für die Lebenshaltungskosten aufwendet, wird weniger von den versteckten Zinsen belastet. Das ist so ähnlich wie mit der Mehrwertsteuer, welche das Einkommen von Konsumenten mehr schmälert als das von Händlern, welche die MWSt verrechnen können. Das gilt erst recht für Großgeldbesitzer, die mit ihrem Geld Finanzgeschäfte machen und nur einen kleinen Bruchteil für den Konsum ausgeben.

Egal, wie kompliziert die Wirtschaft verflochten ist, am Ende landen alle Zinsen bei den Banken und Finanzinstituten und bei den Geldbesitzern, welche die Kredite vergeben haben. So entsteht eine weite Spaltung der Gesellschaft. Alle zahlen mit ihren Lebenshaltungskosten den hohen Zinsanteil an die Kreditgeber. Ganz oben aber sind diejenigen, die Geld mit Geld verdienen, sie haben viel höhere Finanzerträge, als sie, auch an verborgenen Zinsen, selber zahlen müssen.

Nur die Finanziers ziehen einen Gewinn aus der Zinswirtschaft. Die Zinsen sind für alle anderen ein Tribut an das Finanzsystem. Wer mehr Geld mit Geld verdient, als er an Zinsen und verborgenen Zinsen zahlt, zählt zu den Gewinnern.

Das Volumen der Wirtschaft, gemessen in Geld, wird durch Zinsen und versteckte Zinsen enorm aufgebläht. Für die große Mehrheit bedeutet dies eine Verteuerung der Lebenshaltungskosten und das Gefühl ständiger Geldknappheit.

Die Brötchen sind teuer, weil die Maschinen und Einrichtungen einer Bäckerei ausgesprochen aufwändig sind und nur eingesessene Bäckerfamilien das ohne Kreditaufnahme bewältigen können. Werden solche Firmen dann von einem internationalen Konzern übernommen, kann man sicher sein, dass die Übernahme mit einem Kredit finanziert wurde und die Waren an der neuen, sehr schicken Theke werden teurer, während die Verkäuferinnen gerade so viel verdienen, dass sie davon leben können.

Die Tarife im Luft- und Schienenverkehr, enthalten Zinsen für die Anschaffung der Fahrzeuge und Flugzeuge, ebenso natürlich das Honorar für Ärzte und Anwälte, die ein hohes Startkapital vorfinanzieren müssen. Besonders krass ist das beim Röntgen, bei der Strahlentherapie und der beliebten Computer-Tomografie. Die Geräte kosten Hunderttausende, welche eine junge Ärztegemeinschaft als Kredit mit hohen Zinsen aufnehmen muss. Dass steigert die Behandlungskosten und am Ende die Krankenkassenbeiträge, egal ob privat oder öffentlich.

Auch die Gebühren von Kommunen enthalten einen satten Zinsanteil wegen der hohen Verschuldung der Städte, Gemeinden und Länder. Und selbstverständlich enthalten alle Steuern auch die enormen Zinsen für die Staatskredite.

Das Gefühl, das viele Menschen haben, nämlich dass ihnen alles zu teuer ist, hat eine tiefe Berechtigung. Sie werden, wenn es gerecht zugeht, nach ihren Leistungen bezahlt, bekommen eine wohlverdiente Rente oder die soziale Unterstützung, zu der sie berechtigt sind. Beim Geldausgeben aber leisten sie erhebliche Zinszahlungen für Kredite, die nicht sie, sondern andere aufgenommen haben und diese Gelder fließen am Ende als leistungsloses Einkommen an die Banken und an die Geldgeber.

Durch die Zinsen wird die kleine Gruppe der Geldbesitzer enorm begünstigt, gegenüber der großen Mehrheit aller anderen, die Geld erst erwerben oder verdienen müssen.

Rob Kenius betreibt die Website kritlit.de. Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

Rob Kenius

Rob Kenius kam während des Studiums der Physik zur Publizistik und wurde Chefredakteur der Studentenzeitung. Nach dem Diplom ging er in die wissenschaftliche Redaktion des WDR-Fernsehens. Die strenge Hierarchie des Senders war jedoch nicht seine Welt. Er arbeitete kurz für Reaktorsicherheit, als man ihn an das Innenministerium vermitteln wollte, um Argumente der Aromkraftgegner zu widerlegen, kündigte er. Seitdem ist er selbständig, als freier Publizist und im Musikgeschäft.

Rob Kenius übt auf seiner Webseite kritlit.de harte Systemkritk. Er schrieb für telepolis und war 2020 ein erster Gegner der Corona-Maßnahmen. Die politische Situation hat sich inzwischen enorm verschlechtert. Rob Kenius schreibt dagegen an, und wegen der Kommentare, besonders gerne für Krass&Konkret.
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51 Kommentare

  1. und nun? Zinsen abschaffen?
    Im Islam sind Zinsen verboten, oder? Wie funktioniert es dort?
    Schuldenerlass? Was machen die, die keine Schulden haben aber auch nicht an den Schulden verdienen? Bekommen die eine Gutschrift?

  2. Wenn das märchenhafte Wirtschaftssystem nur aus zwei Personen, 1000 Taler und einem Gemüsegarten besteht, dann hätte die arme A gar keinen Kredit vom reichen B bekommen, weil es keinen geschickten F gibt, von dem sie ein Fahrrad hätte kaufen können.

    Davon abgesehen: Sobald B für fünf Taler Gemüse von A kauft, hat sie das Geld für die Zinsen wieder drin.

    1. @1000 Taler
      Das erinnert mich alles irgendwie an Franz Josef Degenhardt´s
      Ja, wenn der Senator erzählt

      Das ist der, dem das ganze Wackelsteiner Ländchen gehört
      Und alles, was darauf steht
      Wie der angefangen hat
      Sohn eines Tischlers
      Der war mit 40 schon Invalide
      Alle Finger der rechten Hand unter der Kreissäge
      Schon mit fünf Jahren ist der Senator jeden Tag
      Von Wackelrode nach Hohentalholzheim gelaufen
      Zwölf Kilometer hin
      Und zwölf Kilometer zurück
      Und warum?
      Weil in Wackelrode ein Liter Milch zweieinhalb Pfennig gekostet hat
      In Hohentalholzheim aber nur zwei Pfennig
      Und diesen halben Pfennig durfte der Bub behalten
      Das hat er auch getan, zehn Jahre lang
      Von Wackelrode
      Nach Hohentalholzheim
      Von Hohentalholzheim
      Nach Wackelrode
      Und nach zehn Jahren, da hat sich der Senator gesagt:
      „So“
      Hat das ganz Geld genommen
      Ist hergegangen
      Und hat das erste Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt
      Ja, wenn der Senator erzählt
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      Dann 14/18, der Krieg
      Und hinterher, da hat sich der Senator gesagt:
      „So, jetzt ist der Krieg verloren
      Was ist dabei rausgekommen?
      Gar nichts“
      Und dann hat er sein Geld genommen
      Und Grundstücke gekauft
      Hier eins, da eins
      Dann kam die Arbeitslosenzeit, dann Adolf
      Ja, und 34, da gehörte ihm praktisch das ganze Wackelsteiner Ländchen
      Und dann hat er noch ein Hüttenwerk
      Auf das wackelsteiner Ländchen gestellt
      Das waren dann schon zwei
      Das alte Wackelsteiner Hüttenwerk
      Und das neue Wackelsteiner Hüttenwerk
      Und mitten im Krieg, in schwerer Zeit
      Hat er noch ein Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt
      Ja, wenn der Senator erzählt

      Und dann 45, ausgebombt, demontiert
      Da hat sich der Senator gesagt
      „So, der Krieg ist verloren
      Was ist dabei rausgekommen?
      Gar nichts“
      Und er war froh
      Dass er wenigstens noch das Wackelsteiner Ländchen hatte
      Und seine treuen Bauern
      Hier einen Schinken, dort einen Liter Milch
      Und so konnte man ganz allmählich wieder anfangen
      Aber dann 48 – Währungsreform
      Da stand der Senator
      Wie jeder von uns da, mit vierzig Mark auf der Hand
      Und was hat er damit gemacht?
      Etwa ein viertes Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt?
      Nein, die hat er auf den Kopf gehauen
      In einer Nacht
      Und als er dann morgens auf der Straße stand
      Neblig wars und kalt
      Da musste der Senator plötzlich so richtig lachen
      Er hatte eine gute Idee:
      „Wie wäre es“, sagte sich der Senator
      „Wenn man aus dem Wackelsteiner Ländchen
      Ein Ferienparadies machen würde?“
      Gesagt, getan
      Verkehrsminister angerufen – alter Kumpel aus schwerer Zeit
      Ja, und dann ist aus dem Wackelsteiner Ländchen
      Das Wackelsteiner Ländchen geworden
      Wie es heute ein jeder kennt
      Und dann hat der Senator noch ein Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt
      Ja, wenn der Senator erzählt
      Aber dann wird er traurig, der Senator
      „Und wissen Sie was“, sagt er dann
      „Die waren damals doch glücklicher
      Die Leute
      Wie ich angefangen habe:
      Sohn eines Tischlers
      Der war mit 40 schon Invalide
      Alle Finger der rechten Hand unter der Kreissäge
      Mit fünf Jahren schon bin ich jeden Tag
      Von Wackelrode nach Hohentalholzheim gelaufen
      Zwölf Kilometer hin
      Und zwölf Kilonmeter zurück
      Und warum?
      Ja, wenn der Senator erzählt

    2. Danke! Ich habe herzlich gelacht.

      Davon abgesehen: Sobald B für fünf Taler Gemüse von A kauft, hat sie das Geld für die Zinsen wieder drin.

      Dieses märchenhafte Wirtschaftssystem ist weder ein System noch gibt es eine Wirtschaft. Wofür braucht es da eigentlich Geld?

    3. Wenn sie ihr Gemüse verkauft, verhungert sie aber womöglich.

      Außerdem kann F auch existieren, ohne seine Waren in Taler bezahlen zu lassen — nur hat A vielleicht ja auch das nicht, was er sonst nimmt, und muss auf Taler zurückgreifen …

  3. Das Wachstumsbedürfnis, wenn man es so will, startet aber gar nicht da, wo alle Leute geldlos dahin darben, bis endlich einer einen Kredit aufnimmt.

    Tatsächlich ist es der Wunsch sein Kapital zu mehren, mit dem es anfängt. Der Kapitalist – deswegen heißt der so, setzt SEIN Kapital ein, investiert es in Produktionsmittel. Und die angestellten Arbeiter kriegen ihr Geld aus eben diesem Kapital.

    Der Gewinn entsteht über die Unterbezahlung der Angestellten, die nicht den Wert ihrer Arbeit bekommen, sondern weniger.

    Die Nachfrage nach Fremdkapital gibt es auch, um noch mehr Gewinne erwirtschaften zu können. Es startet aber nicht mit dem Problem Geld zu haben.

    1. Fragwürdige Kapitaldefinition.
      Die gekaufte Arbeitskraft ist der wesentliche Teil des Kapitals und wird nicht aus irgendeinem anderen Kapital entlohnt. Denn diese Arbeitskraft schafft den Mehrwert über den erforderlichen Ersatz des eingesetzten Kapitals hinaus, dem eigentlichen Ziel der Warenproduktionsweise. Den Mehrwert steckt der Kapitalist ein, vor allem zu weiterem, höheren Kapitaleinsatz.
      Das ist kein böser Wille des Kapitalisten, sondern Zwang der Produktionsweise, weil ansonsten das Kapital dem Untergang geweiht wäre. Der Kapitalist erfüllt nur seine Rolle als Willensvolkstrecker des Kapitals.

      1. Einspruch Herr Oberst,

        wenn man als Aktionär (oder ist der Aktionär kein „Kapitalist“?) jedes Jahr eine Million Euro Dividende kassiert und das leistungslos und netto nach Steuern, dann liegt es doch in der Entscheidungshoheit des Aktionärs (= Kapitalist), ob er damit zufrieden ist oder nicht. Wer bitteschön zwingt den Aktionär dazu, sich immer wieder andere Kapitalanlagen zu suchen, um immer noch mehr und noch mehr Gewinn zu erzielen bis er er irgendwann 600 Millionen Euro Dividende in einem Jahr kassiert wie der Aktionär einer deutschen Automobilherstellers 2018? Niemand zwingt den Aktionär dazu.

        Wenn man eine Wohnung vermietet und dafür jeden Monat leistungslos 1.000 Euro Miete kassiert, dann zwingt doch niemanden den Vermieter (oder ist auch das kein „Kapitalist“?) dazu im nächsten Jahr 1.100 und im übernächsten Jahr 1.200 Euro im Monat zu kassieren, also wesentlich mehr als die allgemeine Inflationsrate. Niemand zwingt den Vermieter dazu. Solange es keine Revolution gibt, dem Gesetzgeber (= Regierung bzw. Mehrheit des Parlaments) das vollkommen egal ist und der Vermieter (= Kapitalist) Mieter findet, die jedes Jahr 100 Euro mehr für die Mietwohnung zahlen, funktioniert das auch. Die Grenze wäre allenfalls dann überschritten, wenn er keinen einzigen Mieter mehr finden würde, der sich die horrende Miete leisten kann, weil man keine 2.500 Euro Miete zahlen kann, wenn man mit seiner Arbeit nur 2.000 Euro im Monat verdient.

        Wenn man als Manager bei einer Aktiengesellschaft angestellt ist und zwei Millionen Euro im Jahr kassiert, wer zwingt den Manager dazu, sich bei einer anderen Aktiengesellschaft zu bewerben, wo er fünf oder 10 Mio. Euro im Jahr dafür kassiert, 10 Prozent der anderen Angestellten der Aktiengesellschaft zu entlassen, um den Gewinn für die Aktionäre (= Kapitalist, siehe oben) zu maximieren?

        Niemand zwingt die Aktionäre, die Manager und die Vermieter dazu. Es sei denn, man bezeichnet die persönliche RAFFGIER, die HABSUCHT, die DROGE, immer reicher und noch reicher werden zu wollen, als psychischen „Zwang“.

        Die einzige Frage, die sich dabei stellt, ob auch der angestellte Manager, der in einem Jahr mehr verdient als die Angestellte im Lohnbüro, die sein Gehalt überweist, in ihrem gesamten Leben nicht verdienen wird, auch ein Kapitalist ist oder nicht. Und die Antwort lautet: Auch er ist ein Kapitalist, denn er vertritt nicht die Interessen der Angestellten im Lohnbüro, sondern die Interessen der gierigen und nimmersatten Aktionäre.

        Noch Fragen Kienzle? – Ja Hauser: Was sagen die „Wirtschaftsjournalisten“ von Bilderbuch und der Frankfurter Speziellen Zeitung dazu? – Die sagen, der Kapitalismus macht alle reich und frei. Wer nicht reich wird oder reich ist, der arbeitet nicht hart genug oder hat nicht hart genug gearbeitet, und/oder er will nicht frei sein. So einfach ist das in der kapitalen und kapitalistischen Welt der bürgerlich-liberalen Konservativen und rechten Alternativen.

        1. Das ist die Betrachtungsweise derer, die das Problem darin ausmachen, dass andere und nicht sie selbst als Kapitalisten den Vorzug erhielten.
          Marxens Wertformanalyse gibt die Ausschaltung des menschlichen Willens vor und erklärt den wesentlichen Zusammenhang.

          1. @ OberstMeyer

            „Das ist die Betrachtungsweise derer, die das Problem darin ausmachen, dass andere und nicht sie selbst als Kapitalisten den Vorzug erhielten.“

            Und da ist sie schon wieder, die von Kapitalisten so gerne bemühte Neiddebatte, um die eigene Gier zu kaschieren.
            Der Vorzug der Kapitalisten besteht einzig darin, dass sie als Soziopathen rücksichtslos auf der Masse der Menschen herumtrampeln und dieser die Butter auf dem Brot nicht gönnen.
            Sie streben in einer begrenzten Welt nach stetigem Wachstum, was logischerweise immer nur auf Kosten aller Anderen funktionieren kann.
            „Jeder“ hat die Möglichkeit, in diesem System reich zu werden, aber eben nicht „Alle“, denn dann wären wir alle gleich.

            Gier ist die schlimmste Form des Neides, oder es mit Epikur zu sagen:
            „Wem genug zu wenig ist, dem ist Nichts genug.“

        2. Niemand zwingt den Aktionär dazu. …

          Es zwingt auch niemanden einen Schachspieler dazu, seine Läufer nur diagonal zu ziehen. Kann er auch anders machen, bloß ist er dann (per definitionem) kein Schachspieler mehr.

        3. Da kommt mir doch gleich wieder dieses alte Meme in den Sinn..
          We told them..

          Zu OberstMeyer würde Ich erwidern..

          Das ist kein böser Wille des Kapitalisten, sondern Zwang der Produktionsweise, weil ansonsten das Kapital dem Untergang geweiht wäre. Der Kapitalist erfüllt nur seine Rolle als Willensvolkstrecker des Kapitals.

          Was sagt uns das dann über den Kapitalismus?

          Meiner Meinung nach ist der Kapitalismus in seiner heutigen globalen Form nichts weiter als die Fortführung der Monarchie mit anderen Mitteln. Der Umstand, dass man nur Geld braucht um in den „erlauchten Kreis“ zu kommen ist gleichzeitig Köder und Augenwischerei. Denn wenn man sich anschaut wer im Kapitalismus zu den „Adligen“ gehört, dann erkennt man schnell das es vor allem die ruchlosesten, grausamsten und rücksichtslosesten sind die es schaffen im Geldadel an die Spitze zu kommen. Der Monarchie und dem Kapitalismus gemein ist die Fortführung der Dynastie durch Erbrechte zumindest solange man dieses nicht mit rigurosen Steuern einschränkt..

          Mit diesem System werden alle zivilisatorischen Errungenschaften der Aufklärung nach und nach beseitigt und wir landen wieder im finsteren Mittelalter. Anstatt die Probleme der Welt „Human“ und Intelligent zu lösen, schaffen wir dieses unmenschliche System indem die Protagonisten schon zur unmenschlichkeit gezwungen werden nur um sich in diesem System der Gier und Konkurrenz überhaupt über Wasser zu halten. Ein system mit wenigen Gewinnern aber unzähligen Opfern..

          Man muss sich nur anschauen wie Herr Trump mit Venezuela umgesprungen ist und jetzt das Öl des landes ,welches vorher den Venezolanern zu Gute kam, als „our oil“ bezeichnet.. Mit „our“ meint er aber auch nicht die Amerikaner sondern sich selbst und seine „crony’s“. Genau wie Herr Merz wenn er sagt das ein Sieg der Russen in der Ukraine für „uns“ teuer wird (vllt. für Blackrock..)

          Hinter den Kapitalisten stehen halt die Militärs und die holen sich die Bodenschätze auch mit Gewalt. Somit ist der globale Kapitalismus nichts weiter als die Fortführung des Kolonialismus ohne die Kaiser.

          Prof. Richard Wolff hat da vor kurzem einen schönen Vortrag gemacht wo er den Bogen vom ursprünglichen Kolonialismus zum heutigen Kapitalismus spannt und die Zusammenhänge meiner Meinung nach gut und richtig darlegt..

          Zinsen sind da eher das kleiner Problem..

          Mfg Makrovir

          1. Die Erklärungen aus Vorgängen im Überbau der Gesellschaft, wie hier und auch sonst meist geschieht, erfasst nicht die entscheidenden gesellschaftlichen Zusammenhänge in der Basis, den Produktionsverhältnissen, dem Wert als wichtigsten.

      2. Da die Lohnkosten erst nach einem Produktionszyklus anfallen, sind das eigentlich auch Kredite der Arbeiter an den Kapitalisten.

  4. In Deutschland haben wir bereits ein viel größeres Problem: das Finanzvermögen beträgt ca 10 Billionen Euro und es möchte jährlich Rendite dafür haben, alleine weil es existiert. Und es ist nicht mit 2 Prozent Inflationsausgleich zufrieden, das rümpft schön bei 5 Prozent die Nase, viel lieber möchte es 10! Daß diese Zahl nicht zu hoch ist, zeigen zwei Referenzen, zum einen der Verweis auf das tolle schwedische Rentenmodell, das an der Börse 10,8 Prozent pro Jahr „erwirtschaftet“, zum anderen die blanke Differenz von BIP zu Lohnzahlungen. Diese muß ja zwangsläufig alle leistungslosen Einkommen vereinen und ist ca 1 Billion Euro groß, also ziemlich genau 10 Prozent der Vermögen. Diese 1 Billion ist aber bereits fast ein Drittel der gesamten Wirtschaftskraft. Und sie wächst, denn nächstes Jahr wollen 11 Billionen wieder 10 Prozent Rendite und im Jahr darauf 12,1 Billion erneut, danach 13,31, dann 14,64, dann 16,1. Merkt ihr was? In nur 5 Jahren werden die Vermögen 60 Prozent mehr! Und mit denen wächst der Bedarf an Rendite rasant und stößt auf ein Wirtschaftswachstum von nahezu Null. Das fortgesetzt, würde bereits 2040 der Punkt erreicht sein, an dem Deutschland technisch bankrott ist, weil die erwartete Kapitalrendite die gesamte Wirtschaftsleistung übersteigt. Und selbst wenn nicht, was werden denn 1 oder sogar 2 Prozent Wirtschaftswachstum da ausrichten? Das verzögert das ganze lediglich um ein bis zwei Jahre.

    So, und möchte nun jemand darauf wetten, daß die „Reformen“, die aktuell durchgepeitscht werden, dieses Land „zukunftsfähig“ machen? Ich würde eher darauf wetten, daß schon vor den natürlichen Ende der aktuellen Legislatur (sofern die Regierung bis dahin kommt), bereits das nächste gigantische Loch auf Geldfüllung wartet. Denn jeder Cent, der aus einem immer ähnlich großen Topf an Finanzeigner gezahlt wird, muß zwangsläufig von den Lohnempfängern genommen werden, die jedoch mit Prozenten ihres Lohns das ganze System bezahlen. Die Möglichkeit, einfach per Gelddrucken zwar Inflation, aber immerhin genügend große Zahlen zu generieren, haben wir ja mit dem Euro abgegeben.

    1. Dazu kommt noch ein weiteres Problem: Dank kontinuierlicher De-Industrialisierung werden die Lohnempfänger, die die Kapitaleigner beglücken sollen, immer weniger. Das heißt, die die übrigbleiben müssen einen immer größeren Anteil ihres Lohnes blechen. Und auf der anderen Seite sucht sich das Kapital anderweitig profitablere Investitions- und Ausbeutungsmöglichkeiten – Deutschland insgesamt wird ärmer. Und da sich die Politik nicht traut die Reichen stärker in die Pflicht zu nehmen, wird der Sozialstaat abgebaut.

      1. Als richtiger Koofmich, der in der Regierung sitzt, würde ich natürlich darüber nachdenken müssen, womit die wachsende Zinssumme (bei stagnierendem Wirtschaftswachstum) denn bezahlt werden kann. Mehr Einnahmen kommen kaum rein – absehbar – also muss ich mir überlegen, was ich VERKAUFEN kann. Was gehört mir, was ich verkaufen kann? Die Besitztümer des Staates sind bereits größtenteils verkauft (Reste und Ausnahmen wie Bahn usw. gibts noch), also was wäre da noch? Die Bewohner? Die Ukraine machts vor…. Oder kann man noch was verkaufen, was einem (noch) nicht gehört? Da hinterm Ural sollen ja riesige Reichtümer schlummern! Wie kann man da ran kommen? Hmmmmm….
        Kreativität ist also gefragt. Oder der Rückgriff auf ältere Erfahrungen? Vielleicht kann man es ja diesmal besser machen? Man hat ja gelernt und geübt, außerdem hat man doch jetzt diese schlauen KI?

        Mir schwant Schlimmes…
        Ich hab’s schon vor Jahren prophezeit: wer Blackrock wählt, wählt Krieg…

        1. Um die Reichtümer hinter dem Ural heben zu können benötigt man jedoch riesige Kapitalsummen, die Deutschland allerdings bald nicht mehr hat.

          Zum anderen kann man Blackrock nicht „wählen“, sondern nur kaufen. Aber auch dafür würden riesige Kapitalsummen benötigt werden, die Deutschland schon jetzt nicht hat – die übersteigen vermutlich den gesamten deutschen Staatshaushalt. Die Realität ist der umgekehrte Fall, Blackrock und Co haben die Deutschland AG gekauft. Die Regierung kann nur noch gute Mine zum bösen Spiel machen und uns verarschen. Das ist Transatlantiker-Schicksal.

    2. Ach, das mit 10% Rendite oder auch 10,8% Rendite („erwirtschaftet an der Börse“) geht doch ganz einfach, es müssen halt nur die Wertpapiere (und Anlagenpapiere) und Finanzderivate, welche das „Finanzvermögen“ hält, jedes Jahr eben 10% (oder 10,8%) höher bewertet werden 😉 (oder auch 10% über der jeweiligen ausgegebenen bzw. verkündeten Inflationsrate). Da das Finanzvermögen eben sehr häufig aus Immobilien (bei denen der angesetzte Immobilienwert durchaus auch jedes Jahr steigt ;-), sofern man eben nicht den Immobilienwert bei irgendwelchen Steuern angeben muss) und Wertpapieren (Aktien) besteht, sollte das eben recht einfach gehen, da eben der Aktienwert und der „Unternehmenswert“ dann häufig inzwischen sehr losgekoppelt von dem Vermögen des Unternehmens (Rücklagen) und den Sachwerten (inkl. Produktionsmitteln und produzierten Gütern) des Unternehmens ist. Damit sollte es also dann doch auch nicht so wild sein, falls nun irgendwann die erwartete „Finanzrendite“ die gesamte Weltwirtschaftsleistung übersteigt 😉 – schließlich kann man mit etwas Phantasie nun Phantasiewerte immer weiter steigen lassen.

      ps. Und da die Finanzrendite dann doch recht abgekoppelt von der Industrie, (anderen) Dienstleistungen und dem Agrargewerbe ist, macht es halt – für die Finanzgewinne – keinen Unterschied, ob nun irgendetwas Deindustrialisiert werden sollte ;-).

      pps. Bei Kryptowährungen und ETFs (etc.) ist dieses ähnlich zu Aktien und anderen Finanzderivaten/Anlagenpapieren/Wertpapieren (halt nur „digital“ anstatt „analog“ ;-)).

    1. Sehr geehrter Vertreter des Adels,

      Kapitalismus ist ein böses (!) Wort. Das hat ein faden Beigeschmack, ein „Gschmäckle“ wie die Schwaben im Schwobaländle sagen. Das sollte man in der öffentlichen Debatte nicht verwenden.

      Neoliberale, Marktradikale, Libertäre und asoziale Menschen nennen dieses Wirtschaftssystem daher „freie Marktwirtschaft“.

      Denn die freie Marktwirtschaft macht irgendwann alle Bürgerinnen und Bürger so reich wie Katherina die Reiche oder sogar superreich wie Donald Trump, Bill Gates, Elon Musk, Peter Thiel, Dieter Schwarz und Susanne Klatten-Superreich. Man muss nur hart genug arbeiten. Jeder, der nicht mindestens so reich ist oder wird wie Katherina die Reiche, hat eben nicht hart genug gearbeitet oder arbeitet nicht hart genug. Wer fleißig ist, der wird auch reich oder ist das etwa eine Lüge?

      Man muss aber auch ganz fest daran glauben. Das ist wie jeder Religion so. Wenn man fest daran glaubt, dass der Kriegsgott „Endsieg“ am Ende siegt und die Russen in Stalingrad besiegt, dann klappt das auch mit dem Endsieg. Wenn es am Ende doch nicht klappt mit dem „Endsieg“, dann hat man nicht fest genug daran geglaubt und muss man es eben nochmal versuchen. Wie komme ich immer wieder auf Stalingrad, das Dritte Reich und den „Endsieg“? Vielleicht weiß Markus Landser vom ZDF das? Daran habe ich aber begründete Zweifel.

      Der Autoren von „Bild dir unsere Meinung“, von „Der blinde Spiegel“, die „Süddeutsche Journaille“, die Redakteure von „Flache Welt“-Online und der „Frankfurter Speziellen Zeitung“ sagen: Jeder, der die „freie“ Marktwirtschaft kritisiert, ist ein Putinversteher, ein Lumpenpazifist, ein Antisemit, ein Kommunist oder ein Grundgesetzversteher.

      gez.
      Demir Demokratie und Sahra Sozial
      Kapitalismuskritiker und Grundgesetzversteher

  5. Sobald ein Mensch geboren wird, ist er mit (Staats)-Schulden belastet.

    Rechnen wir den daraus entstehende Schuldendienst, also die Zinszahlungen (37 Mrd. Eur in 2024) auf die arbeitende Bevölkerung (ca. 46,1 Mill.) um (denn die müssen das schließlich über die Steuern zahlen) kommt auf jede Erwerbsperson eine Zinslast von 800 Eur pro Jahr – ohne je einen Kredit aufgenommen zu haben.

    Diese 800 Eur pro Erwerbstätiger oder 2,7 Billionen Eur für DE pro Jahr sind Geld, das FÜR NICHTS gezahlt wird, denn das Verleihen von Geld (zumal völlig sicheres Geld, denn Staaten zahlen immer zurück) ist NICHTS, keine Wertschöpfung, kein Produktivitätserfolg, keine nutzbringende Tätigkeit. Es ist die Schöpfung aus dem Nichts, indem Nichts in Haben und Soll aufgeteilt und das Haben dann zinspflichtig verliehen wird. Selbst wenn der Schuldner nicht zurückzahlen würde, streicht der Geldschöpfer einfach eine Zahl in seinem Kassenbuch, und das war’s.

    Wie Rob Kenius richtig vermerkt, sind diese Zinslasten noch lange nicht alles. In jedem Konsumpreis, in jeder Miete, in fast jedem Zahlungsvorgang, stecken auch noch mehrfache Zinsen drin.

    Die offene Frage ist: warum kann ein Staat nicht (wenigstens) für Gemeinschaftsaufgaben (etwa Straßen- oder Wohnungsbau) zinsfreie Darlehen erzeugen?

    Die Antwort darauf ist: weil ein solcher Staat sofort mit Krieg überzogen wird!

    Wir sind in der Hand von einer Kabale von Zinsherren, denn obwohl auch andere Leute vom Zinsendienst profitieren, fließt doch der Hauptstrom des Geldes nach ganz oben – zu den Superreichen, den modernen Pharaonen, den Gottgleichen an Macht und Einfluss.

    Aber das darf man ja nicht öffentlich machen, das wäre ja antisemmelitisch und ganz Natsie oder so.

    1. Und die Macht, Geld aus dem Nichts zu erzeugen, ist natürlich mit massiven Schutzmauern umstellt, so dass sie nicht jeder, Hinz und Kunz, ausüben können.

      Nur wer schon viel Geld hat (und noch Anderes), darf weiteres Geld aus dem Nichts schöpfen.

      So bleibt man unter sich und hält alles schön unter Kontrolle.

  6. Ich schätze den Author ja sehr, teile auch sein Fazit – aber die Herleitung hat einige schwerwiegende Fehler:

    Geld ist/soll ein universelles Zahlungmittel sein. Das beschränkt sich aber nicht auf den Kauf einer Cola am Kiosk, sondern es hat auch Lenkungs- und Regelungseffekte. Es kann zum Beispiel auch Zucht- oder Produktionsmittel sein.

    Letzteres wird gerne in moralischen Zusammenhängen unterschlagen: jeder der arbeitet will seinen gerechten Lohn – aber wenn Geld dasselbe tut, empört man sich…

    Zins ist normalerweise der Lohn für Produktivität – bzw. erzwingt diese. Es ist ein POTENTIAL! Damit sind wir bei der Geldschöpfung: idealerweise wird nur soviel Geld gedruckt, wie Güter durch Ressourcen-Abbau & -Veredelung produziert werden.

    Zins bildet dadurch den enstandenen Mehrwert ab.

    Problem ist nun, daß dieser Mechanismus durch die Politik entartet ist: der Staat druckt mehr Geld, als Güter produziert werden. Damit verliert das Geld seine Kaufkraft – und wir müssen länger arbeiten, um den Verlust auszugleichen. Damit sind wir bei dem oben erwähnten Zuchtmittel – denn die Kaufkraft entscheidet über unseren Zeitaufwand.

    Im Liberalismus ist das besonders schlimm, denn der Entzug von Zeit eskaliert dort – alle Alternativen wurden dazu entsorgt. Liberal meint „frei“ – bedeutet aber letztlich Zwang.

    Dazu ein Geheimnis:
    die eben erwähnte Geldmengenausweitung verknappt unsere Zeit. Ebenso die hedonischen (überhöhten…) Preise. Menschen, die aber wenig Zeit haben, sind eher bereit, mehr Geld auszugeben… !

    Ein Schelm, wer dabei böses denkt 😉

    Zeitverknappung führt zu weniger sparen – DAS ist der neoliberale Plan!
    Neoliberalismus lenkt Ersparnisse in den Markt. Am schnellsten geht das mit einem Krieg…
    Beides ist gleichbedeutend mit Enteignung.

    Dazu haben die Neoliberalen ab Mitte der 70er Jahre dafür gesorgt, daß das Geld auch den privatesten Lebensbereich durchdringt – und gleichzeig zum einzigen Interaktionsmittel wurde…

    Der Liberalismus ist auch deshalb Käfighaltung, weil er gleichzeitig die Transparenz entsorgt hat. Die meisten Menschen, die nicht das Glück einer methodischen Ausbildung hatten, bekommen von all dem nichts mit. Dafür sorgen auch Schulen, Medien und Universitäten, die eigentlich mehr indoktrinieren als zu bilden…

    So sind derzeit die Verhältnisse. Was gut gemeint war, ist tatsächlich eine toxische Mischung aus politischer Willkür – und der Unfähigkeit der Ökonomen, entgangenen Nutzen zu monetarisieren oder auch nur annähernd nachhaltig zu denken.

    Politik und Ökonomie verfügen damit über die Hauptzuchtmittel: die Politik über das „Gesetz“ – und die Ökonomie über den „Preis“.

    Beide regeln meinen Tagesablauf…

    Politik und Ökonomie werden daher zusammen als „Regulierung“ bezeichnet – und stehen daher dem Volk gegenüber.

    Mein Problem dabei ist, daß ich dumme Politiker abwählen kann – nicht legitimierte Ökonomen aber nicht.

    Deswegen fordere ich seit längerem die Einhegung der Ökonomen!

    Demokratie wäre, wenn das Volk über die Verteilung der Mittel entscheiden würde.

    Genau deshalb ist Deutschland keine Demokratie – sondern eine Diktatur des Kapitals.

    Fazit:
    wenn man die gesamte Gesellschaft mit Zuchtmitteln durchzieht, läßt sich selbst die reinste Willkür mit „regelbasierter Ordnung“ und „westlichen Werten“ rechtfertigen…

  7. Sich Geld leihen, es unter das Kopfkissen legen ist aber auch so was von dämlich.
    Man könnte auch ein Haus mieten und es nicht betreten. Genauso doof.
    Oder sie pachtet noch einen Garten, pflanzt aber nichts an.

    Diese Beispiele sollten klar machen, dass es nicht mit dem Geld zusammen hängt, sondern mit der fehlenden Nutzung der Sache die man sich leiht.
    Das ist ungefähr so sinnvoll wie einen Apfel zu kaufen und ihn dann doch nicht zu essen.

    Weiß nicht ob der Autor das kapiert, oder ob er nur nach Zeilen bezahlt wird. Vielleicht hätte er bei der Physik bleiben sollen.

    1. Es handelt sich nicht um ein Beispiel und erst recht nicht um eine Handlungsanleitung, sondern um ein Gedankenmodell. Das verdeutlicht einen komplizierten Zusammenhang, indem er auf das Wesentliche reduziert wird. Weil dir die Rationalität fehlt, einfache Logik nachzuvollziehen, greifst du mich persönlich an.

      Deshalb habe ich diesen Kommentar erst nicht beantwortet, weil er sich selbst entlarvt. Trotzdem, weil er so weit vorne steht, hier der Hinweis auf die Buchvorstellung mit einem anderen Kapitel, als Leseprobe und ausführlicher Gliederung.
      https://kritlit.de/kob/unbexpa.htm

      1. Es handelt sich nicht um ein Beispiel und erst recht nicht um eine Handlungsanleitung, sondern um ein Gedankenmodell. Das verdeutlicht einen komplizierten Zusammenhang, indem er auf das Wesentliche reduziert wird.

        In dem Modell ist von allem abstrahiert, was Wirtschaft ausmacht. Und erst recht von allem, was Kapitalismus ausmacht. Es gibt keine Produktion, sondern Subsistenz, keinen Handel und man fragt sich wofür es eigentlich Geld braucht. In dieser Zwei Personengesellschaft kauft sich Person A ein Fahrrad, bzw. will das kaufen – dann aber doch nicht. Warum sie das Geld unter der Matratze versteckt (und vor wem?) bleibt unklar. Sie hätte es dem Baron auch gleich zurückgeben können. Ebenso so unklar ist, wieso der Baron überhaupt Geld hat, und woher. Oder wofür er das braucht, offenbar gibt es keine Wirtschaft., die irgendwas produziert oder Handel treibt.

        Kurz: du wolltest eine Art Beweis führen, bleibt aber alles schuldig, was beweisen würde, dass es zusätzliches Geld braucht. Zusätzliches Geld, dass nicht der Gesellschaft entspringt, sondern von außen kommen „muss“, was aber nicht geht, wenn es kein „aussen“ gibt.

        Ich setze ein eigenes „Modell“ dagegen.

        Eine Wirtschaft aus Millionen von Personen produziert tagtäglich die Dinge, die man braucht: Nahrung, Kleidung, Behausungen. Sogar für den Geist und das Gemüt wird produziert: Literatur, Musik, Kunst aller Art …
        Dieser Reichtum wird aber nicht einfach produziert und anschließend verteilt. Er ist Eigentum, und ein Preisschild schließt jeden Nichteigentümer prinzipiell aus. Man muss zuerst den Preis entrichten, dann darf man konsumieren. Einjeder muss zusehen, wie er an Geld kommt. Die Gesellschaft teilt sich auf in jene, die Geld haben und solche, die außer ihrer Arbeitskraft kein Eigentum besitzen. Erstere lassen Zweitere für sich arbeiten. Die erhalten einen Lohn, der gerade so hinreicht, dass sie tagtäglich wieder zur Arbeit gehen können. Sie produzieren mehr als sie selbst an Lohn erhalten. Der eine Teil der Gesellschaft wird so immer reicher, der andere immer relativ ärmer.

        Der Reichtum der Gesellschaft wächst insgesamt von Jahr zu Jahr, das Wachstum kommt nicht von Aussen, sondern aus der Gesellschaft, es wird jedes Jahr mehr produziert als im Jahr zuvor.
        Immer bessere Maschinen machen die Arbeit immer produktiver, in immer kürzerer Zeit wird immer mehr produziert. Allerdings erhalten die Arbeiter deswegen nicht mehr von dem, was sie produzieren. Ihre Entgelt reicht nach wie vor gerade so zum Überleben. Sie bleiben ihr Leben lang Lohnabhängige.

        In dieser Gesellschaft gibt es ein Problem. Nicht das des Zinses, sondern des Absatzes. Es wird immer mehr produziert, aber die Kaufkraft der Massen wächst nicht in dem Maße, wie es das Kapital gerne hätte. Am Ende steht das, was man Überakkumulation nennt. Das Kapital hat so viele Ansprüche angehäuft, dass die Zinszahlungen nicht mehr bedient werden können. Das Wachstum reicht nicht mehr, um all die Ansprüche zu bedienen. Weiterer Kredit bleibt aus, weil das Misstrauen in die Werthaltigkeit der ausgegeben Wertpapiere schwindet.

  8. Eine gute Analyse und Erklärung. Da könnte man dann nur noch fragen: Warum machen Staaten dann Schulden?

    An dieser Stelle muss man zwischen BETRIEBS-Wirtschaft und VOLKS-Wirtschaft unterscheiden.

    Wenn eine 30 Jahre alte Frau ein Haus bauen/kaufen will und das Haus kostet 750.000 Euro, die Frau hat aber nur 250.000 Euro zusammengespart, dann geht sie zu einer Bank und nimmt einen Kredit über 500.000 Euro auf. Diesen Kredit muss sie dann zusammen mit den Zinsen in den nächsten 10 bis 40 Jahren zurückzahlen.

    Die Bank will dafür Sicherheiten von der Kreditnehmern und sie prüft, ob die Schuldnerin kreditwürdig ist. Jemand, der nur 2.000 Euro im Monat verdient, der bekommt keinen Kredit, weil er/sie diese Schulden/Zinsen in 100 nicht zurückzahlen kann. Wer 60 oder 70 Jahre alt ist und 1.000 oder 1.500 Euro Rente bekommt, der bekommt auch keinen Kredit, weil er nicht so alt wird, um das Darlehen inkl. Zinsen zurückzahlen zu können.

    Aber WARUM machen Staaten bzw. warum macht die Regierung dann Schulden? Sieht man von Ölstaaten, die im Öl bzw. Geld schwimmen, ab, dann lautet die Antwort: Es war schon immer so, dass die wirtschaftliche Entwicklung (= Wirtschaftswachstum) im real existierenden Kapitalismus in Zyklen verläuft (= „Konjunktur“). Es geht mal aufwärts, dann geht es wieder abwärts, dann geht es wieder aufwärts und dann wieder abwärts.

    Um den wirtschaftlichen Abschwung (Rezession) zu dämpfen, hat ein kluger keynesianischer Wirtschaftsanalytiker vor mehr als 100 Jahren gesagt: Der Staat soll kurzfristig Schulden machen und damit die konjunkturellen Nachfrageausfälle teilweise kompensieren, damit die Wirtschaft in der Rezession nicht so stark schrumpft und nicht so viele Menschen arbeitslos werden.

    Dieser John M. Keynes hat aber auch gesagt, dass die Regierung diese Schulden wieder zurückzahlen soll, wenn es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht. Das wurde bislang von KEINER Regierung auf diesem Planeten gemacht. Aber viele neoliberale Politiker und neoliberale Regierungen haben sich gedacht: Wenn das so einfach ist mit den Schulden, dann machen wir auch im Wirtschaftsaufschwung Schulden. Das funktioniert auch solange eine Regierung immer noch Sparer, Unternehmen und andere Staaten finden, die der Regierung einen Kredit geben und die Regierung immer neue Schulden aufnehmen kann, um die alten Schulden und Zinsen zurückzuzahlen.

    Kritisch wird es, wenn die Regierung niemanden mehr findet, der ihr einen Kredit geben will.

    Die andere Frage ist, WER bezahlt die Zinsen für die Kredite der Regierung bzw. die Staatsschulden? Antwort: Diese Zinsen bezahlen prinzipiell alle Bürger, Konsumenten, Unternehmen usw. = vom Obdachlosen, Geringverdiener über die mittlere, mittlere und „gehobene“ Mittelschicht (das ist die Mittelschicht mit den zwei Privatflugzeugen von Black&Rock) bis zum superreichen „Superreichen“.

    Dabei gibt es aber ZWEI große Gruppen: Auf der einen Seite diejenigen, die der Regierung bzw. dem Staat einen Kredit geben und dafür Zinsen kassieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die kein Geld haben, um der Regierung Geld zu leihen. Selbstverständlich müssen aber auch alle, die kein Geld haben, um der Regierung Geld zu leihen, diese Zinsen bezahlen.

    Das war Abschnitt 4.1 des Volkshochschulkurses „Kapitalismus und neoliberale Marktwirtschaft für Anfänger“.

    Noch Fragen Kienzle? – Ja Hauser:
    Was sagt die Bundeswirtschaftsministerin, Katherina Reiche von der CDU, dazu?
    Was sagen die „Ökonomen“ von FAZ, SZ, BILD, WELT und SPIEGEL dazu?
    Was sagen die „Finanzmarktsexperten“ von ARD und ZDF dazu?
    Was sagen neoliberale Wirtschaftsprofessoren und die „Wirtschaftsweisen“ der Regierung dazu?
    Was sagt die „Wirtschaftsexpertin“ der AfD, Alice Weidel dazu?
    Was sagen die Fans von Elon Musk, Donald Trump und Peter Thiel dazu?
    Was sagt der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Hubert Aiwanger von den „Freien Wählern“, dazu?
    Was sagt der Vorstandsvorsitzende der „Heiligen kapitalistischen Marktwirtschaft“ (HkM) in Frankfurt dazu?
    Was sagen die „Ökonomen“ des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) dazu?

    Die sagen alle: Jeder, der fleißig ist, die Ärmel hochkrempelt und hart arbeitet, kann sich auch zwei Privatflugzeuge, eine schöne Ferienvilla im Tessin und ein kleines Motorboot für 100 Millionen Euro leisten. Dann gehört man auch zu der Gruppe, die von der Regierung Zinsen bekommen, wenn sie dem Staat einen Kredit geben.

    Und was sagen die Chefredakteure von ARD, RTL6, PRO7, TELE25 und ZDF dazu? Die sagen: Wir müssen die Bürger mit lustigen Spielen und spannenden TV-Shows von den Problemen der kapitalistischen Marktwirtschaft ablenken:

    „Kuh sucht Bauer oder Bäuerin oder diversen Landwirt“
    „Wer frisst im Dschungelcamp die meisten Kakerlaken und Kellerasseln? Oder auch:

    „Kochen, Backen und Braten wie ein Profikoch“
    Moderation: Karl-Friedrich alias „Cookie“ Kuchenkrümel und Katherina-Birgitt Fischstäbchen
    Regie: Dr. Alice Blau-Backfisch
    Regie-Assistenz: Ursula Limburg-Leyen, Dr. Markus Leberkäs und Hubert Pfannkuchen
    Produktion: Friedrich „Fritz“ Forelle und Elon Thunfisch-Tesla
    Drehbuch: Thomas Tesla
    Auftraggeber: Theo Tesla, Giovanni Gierig und Susanne Superreich

    1. Was für ein Quatsch:

      „Wenn eine 30 Jahre alte Frau ein Haus bauen/kaufen will und das Haus kostet 750.000 Euro, die Frau hat aber nur 250.000 Euro zusammengespart, dann geht sie zu einer Bank und nimmt einen Kredit über 500.000 Euro auf. Diesen Kredit muss sie dann zusammen mit den Zinsen in den nächsten 10 bis 40 Jahren zurückzahlen.
      Die Bank will dafür Sicherheiten von der Kreditnehmern und sie prüft, ob die Schuldnerin kreditwürdig ist.“

      Die Bank hat das Haus als Sicherheit. Das einzige Risiko, das sie eingeht, ist, dass wenn sie das Haus auf die Schnelle Zwangsversteiger würde, aus der aktuellen Marktlage ein (kaum besonders großer) Verlust entstehen könnte.

      Ansonsten ist bei einem Hypothekenkredit nirgendwo ein Risiko für die Bank zu sehen. Also die Schuldnerin völlig irrelevant.

      Aber das sieht man wieder, wie das hier ein Geschwafel ist. Völlig. Sinnlos.

  9. Sich Geld leihen, es unter das Kopfkissen legen ist aber auch nicht besonders clever.
    Man könnte auch ein Haus mieten und es nicht betreten.
    Oder sie pachtet noch einen Garten, pflanzt aber nichts an.

    Diese Beispiele sollten klar machen, dass es nicht mit dem Geld zusammen hängt, sondern mit der fehlenden Nutzung der Sache die man sich leiht.
    Das ist ungefähr so sinnvoll wie einen Apfel zu kaufen und ihn dann doch nicht zu essen.

    Extrem schlechtes Beispiel um daraus dann einen ganzen Artikel zu machen und Rückschlüsse zu ziehen.

    1. Es handelt sich nicht um ein Beispiel, sondern um die absolute Reduktion des Prinzips, Geld gegen Zinsen zu verleihen. Es soll, so abstrakt wie möglich, zeigen, dass immer Geld für Zinsen fehlt. Dem widersprechen alle, die vom Zinsprinzip profitieren oder zu profitieren glauben. Ebenso alle, die gerne Schulden machen oder von Schuldenmachern alimentiert werden. Was Amalia mit dem geliehenen Geld macht oder nicht macht ist egal. Das Fehlen der Geldmenge für alle Zinsen ist eine mathematische Tatsache. Es hat übrigens auch nichts mit Kapitalismus zu tun.

      In meinem Buch werden auch Lösungen angeboten, die ungefähr das Gegenteil von dem fordern, was unsere Regierung zur Zeit macht. Sie handelt völlig im Interesse der Finanzmacht und zwar nach US-Muster, was besonders falsch ist.

      Schaut euch mal das Inhaltsverzeichnis an: https://kritlit.de/kob/unbexpa.htm

  10. Ich empfehle dringend allen anwesenden folgenden Büchern (und ich meine wirklich ALLE)

    Heiner Flassbeck
    a) Grundlagen einer relevanten Ökonomik
    b) Atlas der Weltwirtschaft 2022/23

    John Maynard Keynes
    a) Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes
    Jürg Niehans
    a) Theorie des Geldes: Synthese der monetären Mikro- und Makroökonomie.

    Varian
    a) Grundzüge der Makroökonomie (Auflage 6)

    Paul Krugman
    a) Volkswirtschaftslehre
    b) Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft

    Joseph Stiglitz
    a) Principles of Macroeconomics
    b) Der Preis der Ungleichheit

    1. Der große Elon von Tesla und Friedrich April, der Autor des Bestsellers „Mehr Kapitalismus wagen“ (von dem Buch wurden bislang mehr als 200 Millionen Exemplare verkauft, so viele Exemplare wurden vor und im Dritten Reich nicht einmal von „Mein Kampf“ verkauft) sagen:

      Heiner Flassbeck, John Maynard Keynes, Jürg Niehans, Varian, Paul Krugman und Joseph Stiglitz sind Kommunisten. Manche Kapitalisten sagen sogar, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschenland von 1949 wäre kommunistisch, schießlich steht im Grundgesetz von 1949:

      Artikel 1 (1) GG: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
      Art. 5 GG (1): „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt..“
      Art. 8 GG: (1) „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“
      Art. 10 (1) GG: „Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.“
      Art. 14 (2) GG: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
      Art. 15 GG: „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.“
      Art. 19 (1) GG: Soweit nach diesem Grundgesetz ein Grundrecht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muß das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten. Außerdem muß das Gesetz das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen.
      Art. 19 (2) GG In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden.

      Und im Artikel 20 Grundgesetz heißt es:
      (1) „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“
      (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
      (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
      (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

      Vielleicht waren die Väter und Mütter des Grundgesetzes auch Kommunisten?

      Was sagen die Gerichte in der rechtsstaatlichen Bundesrepublik Deutschland dazu? Die Gerichte sagen: Dafür haben wir nach der „Zeitenwende“ keine Zeit, denn vor den Toren Deutschlands steht der böse Russenmann und will unsere Demokratie, den Sozialstaat und das Grundgesetz stehlen.

      Außerdem glaubt auch die Dritte Gewalt aka „Justitia“ aka „rechtsprechende Gewalt“ in Deutschland inzwischen an die „Heilige“ Marktwirtschaft von Milton Friedman: Der „Heilige“ Milton und die „freie“ Marktwirtschaft machen alle Menschen reich. Wenn man immer nur Hemden mit langen Ärmel trägt und damit auf dem Sofa herumliegt, dann wird das nichts. Man muss die Ärmel hochkrempeln oder ein T-Shirt anziehen, in die Hände spucken und anpacken. Denn der Endsieg der „freien“ Marktwirtschaft ist nah. Es sind nur noch wenige Meter bis zum Gipfel: Die Krönung der kapitalitstischen Marktwirtschaft ist der Krieg. Der Kapitalismus sagt: Der fleißige Krieg schafft Renditen und Milliardengewinne, die der faule Frieden niemals erzielen kann.

  11. „In der Bauwirtschaft sind Kredite und Zinsen besonders hoch und das macht sich auf dem Wohnungsmarkt überall bemerkbar.„

    Wie schlecht kann man recherchieren und trotz allem noch veröffentlicht zu werden?

    „Beide nehmen einen Kredit auf, um ihre Geschäfte zu erweitern und kalkulieren die Zinsen, die sie zahlen müssen, in die Preise ein.“
    Das ist doch völlig weltfremd. Finanzierungskosten werden immer eingepreist, auch wenn mit Eigenkapital finanziert wird. Dadurch erhöht sich kein Preis.

    Produkte sind nicht deswegen teurer weil sie Fremdfinanzierung sind, sie sind dann teurer wenn die Produktionsmittel kapitalintensiv sind. Dabei wird aber vergessen, dass bei hochautomatisierten Herstellungsprozessen z.B. Personalkosten dafür eingespart werden, das Produkt dadurch wieder günstiger wird.

    VWL und BWL sind eben doch keine Naturwissenschaften wie Physik.

    1. Ottono hat es erkannt:
      VWL und BWL sind eben doch keine Naturwissenschaften.

      Deshalb können sie an mathematischen Tatsachen vorbei argumentieren und es kommt darauf an, welche Koryphäe irgendwas behauptet hat. Geld ist aber eine Zahl und es funktioniert nach mathematischen Gesetzen, die recht einfach sind; es genügen die vier Grundrechenarten.

      Wer Zinsen zahlt muss mehr Geld hereinholen, als derjenige, der mit vorhandenem Geld operiert. Das weiß jeder Kaufmann, Ottono wusste es nicht, will es aber auch nicht wissen. Es pass ihm, wie vielen Leuten, nicht, dass man einfache mathematische Zusammenhänge mit einfacher, klarer Sprache ausdrücken kann.

      Wer kein Gewschwafel über Ökonomie lesen, sondern nur das Finanzsystem versteheh will, für die oder den habe ich das Buch geschrieben: https://kritlit.de/kob/unbexpa.htm

      1. VWL und BWL sind eben doch keine Naturwissenschaften.

        Deshalb können sie an mathematischen Tatsachen vorbei argumentieren und es kommt darauf an, welche Koryphäe irgendwas behauptet hat. Geld ist aber eine Zahl und es funktioniert nach mathematischen Gesetzen, die recht einfach sind; es genügen die vier Grundrechenarten.

        „Geld ist aber eine Zahl“ – Geld ist weder ein Zahl noch funktionieren Zahlen nach mathematischen Gesetzen. Grundrechenarten gehen mit Quantititäten um. Eine (An)Zahl ist der Repräsentant einer Quantität. Geld ist der Ausdruck von Wert, bzw. ist der Wert, gemessen in einer Geldeinheit.

        Wirtschaft mathematisch fassen zu wollen, ist Unsinn, Wirtschaft funktioniert nicht nach mathematischen Regeln.

        1. … noch funktionieren Zahlen nach mathematischen Gesetzen.

          Aha.
          Ist das Assoziativgesetz ein mathematisches Gesetz?
          Wie nennst Du das, was gemäß diesem Gesetz funktioniert?

          1. Zahlen repräsentieren Quantitäten wie „aufgepasst“ geschrieben hat. Die zulässigen Rechenoperationen werden durch die Eigenschaft der Mengen bestimmt. Das Assoziativgesetz gilt z.B. für die Addition und Multiplikation. Es gilt nicht für die Subtraktion und die Division. Es ist kein mathematisches Gesetz, sondern eine Rechenoperation für die Addition und die Multiplikation von Zahlen, die Mengen repräsentieren, bei denen Addition oder Multiplikation sinnvolle Ergebnisse liefern. Machen wir ein Beispiel: wir haben 3 Äpfel, 2 Birnen und 4 Bananen. Da gibt es nichts zu addieren, denn wir haben die Obststücke auf einer Nominalskala angeordnet; d.h. wir haben sie benannt und zu jedem Namen eine Zahlzugeordnet. Reine Quantitäten. Es existiert auf dieser Skala nichts anderes.
            Jetzt haben wir zwei Obstkörbe. Wir zählen die Obststücken in jedem Korb unabhängig vom Obsttyp: in Korb 1 sind 9 Stücke, in Korb 2 sind 12 Stücke. Wir ordnen die Ergebnisse auf einer Ratioskala an, denn es gibt einen theoretischen Nullpunkt: 0 Obsttücke. Wir können also addieren: wir haben 21 Obststücke. Dabei ist es unerheblich, welchen Korb wir zuerst auszählen. Wenn wir jedem Obststück einen Wert zuordnen, können wir auch mit den Werten so rechnen. Im ersten Beispiel geht das nicht, da wir nicht Äpfel und Bananen addieren können. Das kann auf einer Nominalskala nicht abgebildet werden. Natürlich sind die Dinge noch komplizierter. Würde hier den Rahmen sprengen.
            Und wenn man diese Zusammenhänge nicht versteht, wird man auch niemals verstehen, wie man mit der Durchschnittstemperatur der Erde an der Nase herumgeführt wird.

            1. @ Franco Marconi:

              Danke für Deine erstaunliche Antwort!
              Darf ich Dir einen Vorschlag machen? Wenn Du das nächste Mal Äpfel, Birnen und Bananen hast, dann nutze den Umstand, dass sie allesamt Früchte (oder meinetwegen Obststücke) sind und benenn die Dinger entsprechend um. Dann kannst Du auch ohne Obstschalen addieren!

          2. Geld ist sowenig eine Zahl wie Äpfel ein Zahl sind, auch wenn man beides quantitativ ausdrücken kann.
            Quantitäten einer Qualität werden in Einheiten ausgedrückt: Stück, Euro, Liter.

            Ich finde es völlig absurd, dass man über Geld und Zinsen schreibt, ohne klären zu wollen, was Geld ist, gar behauptet, dass Geld eine Zahl sei. Zahlen sind Zahlen, Geld ist Geld. Eine Geldmenge kann man in einer Zahl ausdrücken, z.B. 100€. Dabei steht die 100 für die Menge, das Euro zeichen für die Einheit, und es ist immer noch ungeklärt, was Geld ist. Man hat es bloß quantitativ ausgedrückt.

            Der Autor will eine Art Beweis führen, dass bei der Erhebung eines Zinses unweigerlich mehr Geld in das System kommen muss – und zwar von aussen. Dafür konstruiert er sich ein absurdes Beispiel, um an dem Model zu „beweisen“, dass in diesem Modell, der geforderte Zins von außen kommen muss.

            Fakt ist, dass die Ökonomie selber wächst, dass Jahr für Jahr mehr produziert wird, dieses „Mehr“ um das die Ökononomie wächst kommt nicht von außen, es wird neu produziert und mehr den Reichtum der Gesellschaft.

            Schon der einfache Zins, die sog. „Grundrente“ ist ein Anteil an dem Reichtum, den das Kapital produziert. Der produzierte Wert geht zu einem Teil als Lohn weg, zu einem Teil als Grundrente an den Eigentümer des Bodens (auf dem die Fabrik steht), zu einem Teil als Revenue in den Konsum des Fabrikanten und ein Teil geht als zusätzliches(!) Kapital in den Kapitalkreislauf ein.
            Bei Hinzunahme der einfachen Schuldnerverhältnisse erweitert sich das um den Zins, den der Gläubiger erhält – bedient aus dem produzierten Reichtum.

            Es braucht schon einen Übergang zum Kredit und dem Wertpapier, damit das in der Gesellschaft zirkulierende Geld nicht mehr den produzierten Wert repräsentiert, sondern (zunehmend) bloßen Anspruch auf Verwertung.

            Ich finde es schade, dass Rob Kenius keine Stellung zu meiner Kritik bezieht.

            1. „Der produzierte Wert geht zu einem Teil als Lohn weg, zu einem Teil als Grundrente an den Eigentümer des Bodens (auf dem die Fabrik steht), zu einem Teil als Revenue in den Konsum des Fabrikanten und ein Teil geht als zusätzliches(!) Kapital in den Kapitalkreislauf ein.“

              Nun, soweit ich das sehe sind Lohn, Grundrente, Revenue, Kapital alles nicht Werte – sondern Geld.

              Hier wird mit Blabla mal wieder alles verschleiert.

              Natürlich erzeugt Zins zusätzliches Geld, das vorher nicht da war. Und deshalb gibt es ja auch Inflation. Denn die vorhandene, ständig wachsende Geldmenge muss durch Abwertung an die verfügbaren Güter und Dienstleistungen – zumindest notdürftig – angepast werden.

              Dass dabei ständig Geld in der Pyramide (auf der Dollarnote verewigt) von „unten“ nach „oben“ fließt, ist ein „hübscher Nebeneffekt“ (tatsächlich ist das der einzige Hauptzweck!)

              Eine der wichtigsten Funktionen der Medien ist es, das Geldsystem vor den Augen der Öffentlichkeit zu verschleiern. Auch hier sieht man diese überdeutlichen Bemühungen.

              Henry Ford (oder so): Wenn die Leute das Geldsystem verstehen würden, es gäbe sofort gewallttätige Aufstände (oder so ähnlich).

  12. Das Modell zeigt uns, dass in einem geschlossenen Geldsystem die Geldmenge steigen muss, wenn Zinsen erhoben werden. Wenn die Geldmenge nicht ansteigt, ist das Geld für die Zinsen nicht vorhanden.

    Das Modell zeigt uns vor allem, dass Modelle nichts taugen. Marx kritisierte seinerzeit schon solche „Robinsonaden“. Sie vereinfachen nicht den Gegenstand, sie verfälschen ihn, indem sie die wesentlichen Bestimmungen weglassen. Geld kommt hier in einer Weise vor, wie es in der kapitalistischen Gesellschaft eben nicht zirkuliert. Im Kapitalismus ist Geld immer Kredit.
    In dem Modell kommt Geld als fixe Größe vor, die entweder der eine oder andere besitzt. Nehmen wir das Beispiel und führen es näher an die Wirklichkeit heran. Der Geldbesitzer trägt sein Geld zu Bank. Die Bank macht ihr Geschäft mit dem Verleihen von Geld. Dafür verleiht sie ein Vielfaches der Geldsumme, die sie als Einlagen hat. Wie kann das sein?

    Geld zirkuliert, meisten als Buchgeld, indem es von einem Konto auf ein anderes umgebucht wird. Bargeld wird selten benötigt. Befinden sich die Konten zwischen den Geld transferiert wird bei derselben Bank, kann die Bank riesige Geldsummen bewegen, ohne das sie das Geld wirklich besitzen muss.
    Wird das Geld zwischen Banken transferiert, gleicht sich ein großer Teil der Transaktionen wechselseitig aus. Je zentralisierter die Geldgeschäfte sind, desto weniger müssen Banken wirklich über Geld verfügen. Notfalls leihen sie sich Tagesgeld um Salden auszugleichen.

    Banken machen ihr Geschäft, indem sie einen Zins verlangen. Leiht sich ein Kapitalist Geld, bezahlt er den Zins aus seinem erwirtschafteten Überschuß. Der Kredit bringt so einen (zusätzlichen) Zwang zum Wachstum in die Welt.
    Leiht sich ein Konsument Geld (Konsumentenkredit), wird der Zins aus dem Einkommen beglichen und fehlt dort.

    In der Wirtschaft scheint es leicht möglich, irgendwo Geld für Zinsen aufzutreiben, aber wenn wir den Blickwinkel erweitern und alle Akteure mit einbeziehen, haben wir wieder ein geschlossenes System, in dem die Geldmenge nicht für alle Zinsen reicht.

    So entsteht immer das gleiche Defizit: Das Geld für die Zinsen ist nicht in ausreichender Menge vorhanden. Man kann das einen Teufelskreis nennen. Es ist eine mathematische Falle. Wir nennen es die Schuldenfalle.

    Der Autor hätte sich lieber anschauen sollen, wie die Wirtschaft funktioniert, anstatt aus seinem Beispiel zu schließen, dass sie nicht funktionieren kann (was ja offensichtlich kontrafaktisch ist).

    Die Forderung von Zinsen verlangt also, dass Geld im betrachteten System sich irgendwie vermehrt, was aber ohne die Girale Geldschöpfung nicht möglich ist, oder sie verlangt, dass Geld irgendjemandem weggenommen wird.

    Jetzt wird vollends kindisch. Als hätte der Autor noch nie etwas von Produktion, von der Vermehrung des Reichtums gehört, als gäbe es kein Wirtschaftswachstum, als gäbe es nicht verschiedene Geldmengen.

    Solange Kredite bedient werden, fragt niemand danach woher das Geld kommt, ob es Buchgeld ist, ob es durch Anwendung von Arbeit Wert repräsentiert – oder nicht doch bloß ein wertloser Zettel ist. So funktioniert Kapitalismus: Schulden = Wert. Diese Gleichung gilt praktisch, vorweggenommener Wert
    häuft gigantische Schuldenberge an, die aber eben nicht als Schulden sondern als Wertanlage gelten.

  13. Vielleicht ist mein Kommentar untergegangen irgendwie oder die Zeichenzahl war nicht groß genug.
    Meine Frage war:
    Woher hat der Baron das Geld?
    Und was bedeutet es, Baron zu sein?
    Warum brauchen die beiden überhaupt Geld?

  14. geht’s noch?
    der/wer Geld druckt/verleiht/ausgibt, hat dich in der Hand. da kommst du nicht mehr raus. übrigens: die auch nicht.

  15. Vielleicht erscheint dieser Kommentar etwas OT zum Artikel von Herr Rob.
    Diese WM demonstriert mit ihren Teilnehmer wer diese kapitale Macht repräsentiert.
    Nicht ein einziger Staat aus der Organisation BRICS ist ’sportlich‘ dort voran gekommen.
    Der Sport ist eben ein Teil vom kapitalen System, dort dürfen Klubs ohne wirtschaftliche Substanz weiterhin im ‚grossen‘ Wettbewerb teilnehmen, weil eben die richtigen weiterhin daran verdienen.
    Diese sportlichen Weltorganisationen, sanktionieren andere sportliche Teilnehmer, um ihre Überlegenheit zu demonstrieren.
    Und eben diese Welt Zuschauer applaudieren, ohne zu wissen für wen!

  16. Ganz tolles Kino. Wieder einer der Hilferdings „Das Finanzkapital“ verstanden hat und nun meint er müsse das der Welt verkünden in dem er ein Buch daraus macht.

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