
Es gilt allgemein als selbstverständlich, dass Banken für ihre Kredite Zinsen verlangen, auch für Geld, das sie nie besessen haben. Dieses bisher unumstrittene Verfahren wirft aber ein ernsthaftes Problem auf. Durch Zinsforderungen entsteht automatisch, im bestehenden Finanzsystem, eine Zahlungslücke. Man kann es eine Falle nennen.
Welche Folgen das Erheben von Zinsen hat, kann man an einem einfachen Gedankenmodell erkennen:
Wir betrachten ein märchenhaftes Geldsystem. Es enthält 1.000 Taler und besteht aus nur zwei Personen. Die arme Amalia A hat kein Geld, sie lebt von Gemüse aus ihrem Garten, und der reiche Baron B besitzt alle 1.000 Taler.
A geht zu B und will sich 100 Taler leihen, um sich ein gebrauchtes Fahrrad zu kaufen. Der reiche Baron leiht ihr das Geld für ein Jahr und sagt, er verlange 5% Zinsen.
Amalia stellt aber bald fest, dass sie gar nicht Fahrrad fahren will, sie versteckt das Geld unter ihrer Matratze und rührt es nicht an. Nach einem Jahr will sie die 100 Taler zurückgeben, aber der Kreditgeber besteht darauf, sie soll fünf Taler Zinsen zahlen.
Sie hat aber nur die 100 Taler und der Baron hat noch 900. Wo sollen die fünf Taler für Zinsen herkommen, wenn es nur 1.000 Taler gibt? Da fehlt das Geld für die Zinsen.
Das Modell zeigt uns, dass in einem geschlossenen Geldsystem die Geldmenge steigen muss, wenn Zinsen erhoben werden. Wenn die Geldmenge nicht ansteigt, ist das Geld für die Zinsen nicht vorhanden.
In der Wirtschaft scheint es leicht möglich, irgendwo Geld für Zinsen aufzutreiben, aber wenn wir den Blickwinkel erweitern und alle Akteure mit einbeziehen, haben wir wieder ein geschlossenes System, in dem die Geldmenge nicht für alle Zinsen reicht.
So entsteht immer das gleiche Defizit: Das Geld für die Zinsen ist nicht in ausreichender Menge vorhanden. Man kann das einen Teufelskreis nennen. Es ist eine mathematische Falle. Wir nennen es die Schuldenfalle.
Sie schnappt nicht nur zu, für einzelne Akteure, die zu faul waren, genügend Geld zu verdienen, sondern sie existiert mit mathematischer Sicherheit im Gesamtsystem aller, die Schulden gemacht haben, weil mehr Geld zurückgezahlt werden muss, als ausgeliehen und dabei generiert wurde. Es entsteht unvermeidlich eine Finanzierungslücke.
Die Forderung von Zinsen verlangt also, dass Geld im betrachteten System sich irgendwie vermehrt, was aber ohne die Girale Geldschöpfung nicht möglich ist, oder sie verlangt, dass Geld irgendjemandem weggenommen wird. Letzteres ist möglich und wird immer wieder von Regierungen praktiziert, die dann denen, die am wenigsten Widerstand leisten, an den Geldbeutel gehen. Das sind aber nicht die Super-Reichen, sondern meistens die breite Masse oder sogar die Geringverdiener und Empfänger von Sozialleistungen.
Es könnte natürlich auch Geld von außen hinzukommen, aber wenn alle das gleiche Finanzsystem haben, müssen wir nur den Blickwinkel erweitern, um zu erkennen, dass es nicht funktioniert; denn dann wird überall neues Geld durch Kreditvergabe mit Zinsen generiert.
Schulden auf verschiedenen Ebenen
Die Schuldenfalle, die durch Zinspraxis entsteht, ist ganz besonders für Staaten relevant. Sehr viele Politiker lieben es, wenn sie an der Regierung sind, Staatsschulden zu machen und freihändig mit ihrem Haushaltsgeld umgehen zu können. Das gilt erst einmal für arme Länder in Afrika und überall sonst, wo die US-Dollars knapp sind.
Die Weltbank oder der Internationale Währungs-Fond IWF gibt so einem Land einen Dollar-Kredit, damit das Land seine Infrastruktur verbessern kann. Selbst, wenn keine Korruption im Spiel ist und die Regierenden das Geld nicht verprassen, sondern es in die Infrastruktur des Landes stecken, können sie die geforderten Zinsen nicht aufbringen. Woher soll das Geld kommen? Es müssen ja Dollar sein und keine Denare oder Pesos.
Die Wirtschaft wird durch den Kredit belebt, aber es werden nur dann Dollars eingenommen, wenn genügend Güter aus diesem Land an Dollarbesitzer verkauft werden können. Das ist auf dem Weltmarkt oft nicht zu erreichen, es sei denn, es gibt Bodenschätze. Die Lagerstätten werden an internationale Konzerne verkauft und das Land ist nach Rückzahlung der Kredite ärmer als zuvor. So funktioniert die Schuldenfalle für Entwicklungsländer. Sie entsteht durch große Dollarkredite und die entsprechenden Zinsforderungen.
Der Kolonialismus, der fünfhundert Jahre bestanden hat, ist heute durch diese Art der finanziellen Ausbeutung ersetzt worden. Entweder werden mit dem Geld, das in den USA und anderen finanzstarken Ländern als Kredit leicht zu bekommen ist, direkt die Ländereien, Plantagen, Bergwerke und Lagerstätten gekauft oder man vergibt Dollar-Kredite an die Regierungen, welche diese nicht zurückzahlen können, weil die Länder ja nicht Dollars produzieren, sondern Bananen, Palmöl oder Sojabohnen. Die Staaten werden gezwungen, nicht nur ihre Agrar-Produkte, sondern auch die Plantagen und riesige Ländereien an finanzstarke Investoren zu verkaufen.
Es fehlt durch die Schuldenaufnahme immer an Geld für Zinsen, egal wie man es dreht, denn Zinsen erhöhen nur die Schuldenmenge, aber nicht die Geldmenge.

In der Schuldenfalle sitzen inzwischen nicht nur sogenannte Bananen-Republiken, sondern auch zum Beispiel die Türkei, die immense Dollar-Schulden aufgenommen hat. Damit hat man einen kurzen Boom erzeugt, aber das Geld für die Rückzahlung, in US-Dollar, plus Zinsen, kann durch die Produktion von guten Lebensmitteln und Tourismus-Angebote nicht zusammen kommen. Es wird richtig gemein, weil die Türkei auch eine Militärmacht ist und sich mit Gewalt in Syrien die Mittel verschafft, die man den Investoren in den USA schuldet.
Selbst das ehemals reiche Deutschland wird große Probleme haben, die Zinsen für hunderte Milliarden an Schulden aufzubringen, die Olaf Scholz, erst als Finanzminister dann als Kanzler aufgenommen hat. Und Friedrich Merz hat das noch einmal übertroffen, auf sehr zweifelhafte Weise, schon vor seiner Kanzlerschaft.
Dass die Abgeordneten des deutschen Bundestags dieses Spiel mit klarer Mehrheit mitgemacht haben, zeigt uns, wie weit die Finanzmacht reicht oder wie uninformiert unsere Parlamentarier sind. Es ist ein Tiefpunkt der repräsentativen Demokratie.
Die Schuldenfalle hat ganz unterschiedliche Auswirkungen auf Wirtschaftsunternehmen, auf arme Länder, auf reiche Länder, auf Deutschland und auch auf die USA. Immer gilt die Regel, dass die Schulden zwar im Einzelfall mit Glück, hartem Einsatz und technischer Entwicklung getilgt werden können, aber insgesamt sind große und viele kleine Konkurse unvermeidbar. Ständig werden Firmen in die Insolvenz getrieben, weil das Geld für Zinsen nicht vorhanden ist und deshalb nicht von allen erwirtschaftet werden kann.
Je größer die Schuldenaufnahme in einem Land ist, um so tiefer wird die Schuldenfalle für alle, die an der Rückzahlung von Krediten und Zinsen beteiligt sind. Arme Länder kommen so in Bedrängnis, dass sie Eigentum an Bodenschätzen und Ländereien verkaufen müssen. Reiche Länder können die Zinslast auf die Bevölkerung verteilen, auch so, dass es nicht deutlich sichtbar wird, sie können Staatseigentum veräußern und durch vielfache Manipulationen sich winden und verrenken, so dass nicht deutlich erkennbar wird, wie tief sie in der Schuldenfalle stecken.
Dieses verzwickte Versteckspiel und Gezänk praktizieren wechselnde Regierungen in Großbritannien, Frankreich und Italien seit Jahrzehnten. Es gibt graduelle und strukturelle Unterschiede zwischen Frankreich, Italien, Spanien und GB, die alle mit großen Defiziten im Haushalt kämpfen. Aber sie alle können diesen Kampf gegen Schulden und Zinsen nicht gewinnen.
Der Text ist ein Auszug aus dem gerade von Rob Kenius erschienenem Buch „Unbegrenzt und Expansiv !!!“, 216 Seiten 18,99 Euro (978-3-565470-95-2). Bestellbar u.a. bei Thalia.
Das falsche Spiel der großen Figuren
Das Problem der Schuldenfalle kommt jetzt auch auf Deutschland zu, weil wir in nur drei Jahren, mit Olaf Scholz und Friedrich Merz sehr tief hineingestürzt worden sind. Man wird wohl versuchen, unter Anleitung des Finanzfachmanns Friedrich Merz, die Last der Schulden hinauszuschieben oder auf die Allgemeinheit zu verteilen oder zu verschleiern. Das wird dann reichen, bis die nächste Regierung steht, und Herr Merz kann sich dann, wie Herr Scholz es schon vor ihm praktiziert hat, diskret aufs Private zurückziehen.
Wir sind alle von Zinslasten betroffen und diese Zinsen summieren sich, in einer sehr versteckten Form. Es handelt sich um verborgene Zinsen für Kredite der zivilen Wirtschaft, die mit Staatsschulden nichts zu tun haben und überall in den Endpreisen stecken, ohne dass sie als Zinsen erkennbar sind.
Wenn eine Firma einen Kredit aufnimmt, sei es als Startkapital oder zur Vergrößerung des Betriebes, muss sie die obligatorischen Zinsen in ihre Preise einkalkulieren. In der Bauwirtschaft sind Kredite und Zinsen besonders hoch und das macht sich auf dem Wohnungsmarkt überall bemerkbar. Dort werden die Zinsen selbstverständlich in die Mieten einkalkuliert.
Bei einem Fabrikgebäude stecken Zinsen in den Preisen der Waren, die man am Ende dort herstellt. Auch die Preise alltäglicher Produkte, bei denen keiner es vermutet, enthalten beachtliche Zinsanteile.
Eine erfolgreiche Kosmetikfirma kauft für ein neues Produkt eine Abfülleinrichtung oder Mischmaschine, welche eine andere Firma für sie, nach besonderen Wünschen, herstellt. Beide nehmen einen Kredit auf, um ihre Geschäfte zu erweitern und kalkulieren die Zinsen, die sie zahlen müssen, in die Preise ein. Dadurch entsteht ein doppelter Effekt, die Zinsanteile addieren sich.
Die Preise der Kosmetikprodukte enthalten die Zinsen der Kosmetikfirma und indirekt auch die Zinsen des Maschinenbauers, der die neuen Geräte geliefert hat. Beide Zinsanteile summieren sich in den Endpreisen. Das funktioniert gut, weil die Kundinnen und auch Kunden gerne teure Kosmetik kaufen und viele glauben, was teuer ist, ist auch besonders gut.
An diesem Beispiel erkennt man leicht, wie Zinsen, nicht nur bei Kosmetik, sondern bei sehr vielen Handelsprodukten in den Preisen versteckt sind, ohne dass es wahrgenommen wird. Das gilt für Maschinen und Geräte, Baumaterial und Genussmittel, bis hin zu Brot und Getränken. Die Zinsanteile wandern von den Verkäufern der Endprodukte, z.B. den Läden in der Fußgängerzone, zu deren Lieferanten und zu den Firmen, welche Einrichtungen und Waren geliefert haben.
Weil die Wirtschaft sehr kompliziert und verflochten ist, addieren sich die in allen Preisen enthaltenen Zinsanteile in einer langen Kette bis in die Endpreise, die schließlich von uns allen, ohne Ausnahme, gezahlt werden. Wie hoch die verborgenen Zinsen in den Preisen sind, ist unterschiedlich, aber recht erheblich.
Wirtschaftswissenschaftler sind bereit, das mühselig auszurechnen und sie kommen auf Werte von 15% bis 30% Zinsanteil in den meisten alltäglichen Produkten, bei den Mieten und ihren Nebenkosten ist der Zinsanteil noch höher.
Dadurch entsteht eine merkwürdige Situation: Die in den Preisen, enthaltenen Zinsanteile führen dazu, dass alle Bürger, auch diejenigen, die aus Prinzip niemals Schulden machen, ständig indirekt Schuldendienste leisten, und zwar im zweistelligen prozentualen Bereich, also um die 20% ihrer Lebenshaltungskosten. Und je höher der Anteil der Lebenshaltungskosten am Einkommen ist, um so höher ist der Anteil der ungewollten Zinszahlungen.
Umgekehrt, wer reich ist und nur einen kleinen Teil des Einkommens für die Lebenshaltungskosten aufwendet, wird weniger von den versteckten Zinsen belastet. Das ist so ähnlich wie mit der Mehrwertsteuer, welche das Einkommen von Konsumenten mehr schmälert als das von Händlern, welche die MWSt verrechnen können. Das gilt erst recht für Großgeldbesitzer, die mit ihrem Geld Finanzgeschäfte machen und nur einen kleinen Bruchteil für den Konsum ausgeben.
Egal, wie kompliziert die Wirtschaft verflochten ist, am Ende landen alle Zinsen bei den Banken und Finanzinstituten und bei den Geldbesitzern, welche die Kredite vergeben haben. So entsteht eine weite Spaltung der Gesellschaft. Alle zahlen mit ihren Lebenshaltungskosten den hohen Zinsanteil an die Kreditgeber. Ganz oben aber sind diejenigen, die Geld mit Geld verdienen, sie haben viel höhere Finanzerträge, als sie, auch an verborgenen Zinsen, selber zahlen müssen.
Nur die Finanziers ziehen einen Gewinn aus der Zinswirtschaft. Die Zinsen sind für alle anderen ein Tribut an das Finanzsystem. Wer mehr Geld mit Geld verdient, als er an Zinsen und verborgenen Zinsen zahlt, zählt zu den Gewinnern.
Das Volumen der Wirtschaft, gemessen in Geld, wird durch Zinsen und versteckte Zinsen enorm aufgebläht. Für die große Mehrheit bedeutet dies eine Verteuerung der Lebenshaltungskosten und das Gefühl ständiger Geldknappheit.
Die Brötchen sind teuer, weil die Maschinen und Einrichtungen einer Bäckerei ausgesprochen aufwändig sind und nur eingesessene Bäckerfamilien das ohne Kreditaufnahme bewältigen können. Werden solche Firmen dann von einem internationalen Konzern übernommen, kann man sicher sein, dass die Übernahme mit einem Kredit finanziert wurde und die Waren an der neuen, sehr schicken Theke werden teurer, während die Verkäuferinnen gerade so viel verdienen, dass sie davon leben können.
Die Tarife im Luft- und Schienenverkehr, enthalten Zinsen für die Anschaffung der Fahrzeuge und Flugzeuge, ebenso natürlich das Honorar für Ärzte und Anwälte, die ein hohes Startkapital vorfinanzieren müssen. Besonders krass ist das beim Röntgen, bei der Strahlentherapie und der beliebten Computer-Tomografie. Die Geräte kosten Hunderttausende, welche eine junge Ärztegemeinschaft als Kredit mit hohen Zinsen aufnehmen muss. Dass steigert die Behandlungskosten und am Ende die Krankenkassenbeiträge, egal ob privat oder öffentlich.
Auch die Gebühren von Kommunen enthalten einen satten Zinsanteil wegen der hohen Verschuldung der Städte, Gemeinden und Länder. Und selbstverständlich enthalten alle Steuern auch die enormen Zinsen für die Staatskredite.
Das Gefühl, das viele Menschen haben, nämlich dass ihnen alles zu teuer ist, hat eine tiefe Berechtigung. Sie werden, wenn es gerecht zugeht, nach ihren Leistungen bezahlt, bekommen eine wohlverdiente Rente oder die soziale Unterstützung, zu der sie berechtigt sind. Beim Geldausgeben aber leisten sie erhebliche Zinszahlungen für Kredite, die nicht sie, sondern andere aufgenommen haben und diese Gelder fließen am Ende als leistungsloses Einkommen an die Banken und an die Geldgeber.
Durch die Zinsen wird die kleine Gruppe der Geldbesitzer enorm begünstigt, gegenüber der großen Mehrheit aller anderen, die Geld erst erwerben oder verdienen müssen.
Rob Kenius betreibt die Website kritlit.de. Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.
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und nun? Zinsen abschaffen?
Im Islam sind Zinsen verboten, oder? Wie funktioniert es dort?
Schuldenerlass? Was machen die, die keine Schulden haben aber auch nicht an den Schulden verdienen? Bekommen die eine Gutschrift?
Wenn das märchenhafte Wirtschaftssystem nur aus zwei Personen, 1000 Taler und einem Gemüsegarten besteht, dann hätte die arme A gar keinen Kredit vom reichen B bekommen, weil es keinen geschickten F gibt, von dem sie ein Fahrrad hätte kaufen können.
Davon abgesehen: Sobald B für fünf Taler Gemüse von A kauft, hat sie das Geld für die Zinsen wieder drin.
Das Wachstumsbedürfnis, wenn man es so will, startet aber gar nicht da, wo alle Leute geldlos dahin darben, bis endlich einer einen Kredit aufnimmt.
Tatsächlich ist es der Wunsch sein Kapital zu mehren, mit dem es anfängt. Der Kapitalist – deswegen heißt der so, setzt SEIN Kapital ein, investiert es in Produktionsmittel. Und die angestellten Arbeiter kriegen ihr Geld aus eben diesem Kapital.
Der Gewinn entsteht über die Unterbezahlung der Angestellten, die nicht den Wert ihrer Arbeit bekommen, sondern weniger.
Die Nachfrage nach Fremdkapital gibt es auch, um noch mehr Gewinne erwirtschaften zu können. Es startet aber nicht mit dem Problem Geld zu haben.
Fragwürdige Kapitaldefinition.
Die gekaufte Arbeitskraft ist der wesentliche Teil des Kapitals und wird nicht aus irgendeinem anderen Kapital entlohnt. Denn diese Arbeitskraft schafft den Mehrwert über den erforderlichen Ersatz des eingesetzten Kapitals hinaus, dem eigentlichen Ziel der Warenproduktionsweise. Den Mehrwert steckt der Kapitalist ein, vor allem zu weiterem, höheren Kapitaleinsatz.
Das ist kein böser Wille des Kapitalisten, sondern Zwang der Produktionsweise, weil ansonsten das Kapital dem Untergang geweiht wäre. Der Kapitalist erfüllt nur seine Rolle als Willensvolkstrecker des Kapitals.