
Fehlt es an Bewusstsein für die institutionellen und strukturellen Umrisse einer gesellschaftlichen Alternative, so beeinträchtigt das diejenigen, die mehr bzw. anderes wollen als das, was sich im Kräftemessen von Interessengruppen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft mit kapitalistischer Ökonomie durchsetzen lässt. Im Unterschied zu einem vollständigen Modell benennen wir einige notwendige Momente, um zum Suchprozess nach Regelungen für eine nachkapitalistische Wirtschaft beizutragen. Um eine Kopfgeburt handelt es sich nicht. Vielmehr lässt sich anknüpfen an Regelungen und Institutionen, die bereits innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft und kapitalistischen Ökonomie entstehen. Das „Neue“ entsteht nicht in autonomer Selbstzeugung, sondern aus den Widersprüchen des „Alten“ und in Weiterverarbeitung der unterstützenswerten Seite der Widersprüche.
Der sinkende Stellenwert des Privateigentums und die Regelungen gegen die Schädigung von Gemeingütern
Der Stellenwert des Privateigentums lässt sich verringern durch die Ausweitung der öffentlichen Daseinsvorsorge. Damit vermindert sich auch die Notwendigkeit, als vereinzelter Einzelner private Sicherheiten für schlechte Zeiten zu schaffen. Ein Verkehrswesen mit dem Primat öffentlicher Verkehrsmittel und Sammeltaxis macht den privaten Autobesitz weniger nötig. Werden Infrastrukturen ausgebaut, die das Ausleihen begünstigen, so muss vieles nicht im privaten Haushalt vorgehalten werden.
Befürchtet wird ein wenig sorgsamer Umgang mit verliehenen bzw. zur Verfügung gestellten Gütern. Abhilfe bieten Regelungen, die bereits heute existieren. Bspw. sind beim Zur-Verfügung-Stellen von öffentlichen Gütern als Leihgabe Kontrollen über eine pflegliche Benutzung des Gutes möglich. Beim car-sharing protokolliert der nächste Nutzer vor Fahrtantritt, wie er das Auto vorfindet.
In Bezug auf die Nutzung kollektiver Güter gab und gibt es gelingende gemeinschaftliche Regelungen. Sie betreffen z.B. in einem Dorf die Nutzung der Gemeindewiese bzw. das Schlagen von Holz. Oder es handelt sich um Regelungen in Kalifornien, die die Nutzung von Grundwasserbecken betreffen.
Kommen gemeinschaftliche Regelungen bzw. selbstorganisierte Kooperation aufgrund der Größe des Gemeinwesens bzw. der Masse der Beteiligten und ihrer Anonymität nicht zustande, sind andere Arrangements möglich. Gegen die Anonymität als Versuchung zu einseitiger Vorteilsnahme hat sich bspw. Abhilfe in Internet-Verkaufsportalen schaffen lassen: durch öffentliche zugängliche Informationen über den Ruf von Verkäufern. Gewiss ist dann Sorge dafür zu tragen, dass diese Informationen keinen Manipulationen unterliegen.
Der Staat kann als exogener Förderer der Kooperation handeln. Gesellschaftliche Ordnungen sind häufig nicht spontan oder „natürlich“, wie es Ideologen der Marktwirtschaft glauben machen wollen. Vielmehr lässt sich durch Ordnungspolitik die Wahrscheinlichkeit von Handlungsweisen erhöhen, die von selbst nicht oder nicht in ausreichendem Ausmaß zustande kommen.
Eine andere Sorge betrifft nicht die Nutzungs-, sondern die Beitragsseite. Befürchtet wird die Inanspruchnahme der öffentlichen Güter, ohne dass der Nutzer einen eigenen Beitrag zu ihrer Produktion bzw. Reproduktion leistet. Auch hier existieren bereits Regelungen, die dieser Gefahr entgegenwirken. Für öffentliche Güter werden Steuern gezahlt oder pauschal eine Gebühr (GEZ-Beitrag) eingezogen.
Die Infrastrukturen zur Gewinnung von Informationen und zur Evaluation der Wirtschaft
Im Kapitalismus bemisst sich der Reichtum an der Verwertung des Kapitals. In der Gesellschaft des guten Lebens besteht der Reichtum in der Betätigung und Entwicklung menschlicher Vermögen. Ein zentraler Grund, für diese Gesellschaft einzutreten, resultiert aus einer leidvollen Erfahrung: Die kapitalistischen Maßstäbe des Reichtums wirken sich negativ auf die Entwicklung der menschlichen Vermögen aus.
Mittlerweile sind zahlreiche Instrumente entstanden, die die umfassende Evaluation von Produktionen, Technologien und Produkten über die kapitalistischen Rechnungsweise hinaus ermöglichen. Eine Wissensinfrastruktur der Produktlinienanalysen, Umweltbilanzen, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Technikfolgenabschätzungen vergegenwärtigt die mit den Produkten, der Produktion und dem Verbrauch verbundenen indirekten Effekte, Voraussetzungen und Rückkoppelungen. Auf der Basis solcher Wissensinfrastrukturen und Szenarien lassen sich Indizes entwickeln, für die heute Beispiele wie das MIPS (Material-Intensität Pro Serviceeinheit), der DGB-Index „gute Arbeit“, der Human-Development-Index oder das Corporate Responsibility-Rating stehen. Diese Indizes konkretisieren allgemeine Belange einer Lebensqualität im Sinne der Gesellschaft des guten Lebens. Diese Indizes drängen den Stellenwert von Preisen zurück. Preise stellen unterkomplexe Informationskonzentrate dar. Sie sind nicht in der Lage, das Konsequenzenspektrum wirtschaftlichen Handelns in voller Breite sichtbar zu machen. Dasjenige, wofür sich kein Marktpreis bildet bzw. nicht bilden kann (z. B. Lebensqualität der Arbeitenden im Arbeiten, Gesundheit u. a.), entzieht sich der monetären Bewertung.
Die „Gemeinwohlbilanz“ stellt den Versuch dar, bisherige ökonomische Bilanzierungen zu übersteigen in Richtung von „Konzepten eines ‚nicht-finanziellen’ bzw. sozialökologischen Rechnungswesens“ bzw. „mehrdimensionaler Erfolgskonzepte“ (Pfriem 2011, 188). Das Unternehmen hat auszuweisen, wie es „sich gegenüber Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden, Investoren, der Gesellschaft und der Umwelt verhält. Auch legale, aber gesellschaftlich schädliche Praktiken werden abgefragt und bewertet: Gibt es geplante Obsoleszenzen in den Produkten, wird die Steuerpflicht umgangen oder wurde ein Betriebsrat verhindert? Wird bei Lieferanten eingekauft, die die Menschenrechte verletzen? […] Ein Punktesystem ermöglicht die Einordnung des eigenen Engagements und bildet damit die Grundlage für eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie“ (Viest 2015).
Zu Einzelheiten der „Nachhaltigkeitsbilanz“ oder „Gemeinwohlbilanz“ vgl. Bender, Bernholt, Winkelmann (2012, 137-143) oder Christian Felber. Dass diese Autoren sich Illusionen über die Grenzen dieser Bilanzen in der kapitalistischen Ökonomie machen, mindert nicht den Wert der Konzepte für das Nachdenken über eine nachkapitalistische Gesellschaft. Zum in diesen Bilanzen nicht gelösten Problem der „Umrechnung“ von völlig verschiedenen Qualitäten auf Quantitäten („Bilanzpunkte“) vgl. Creydt 2024. Eine Kritik an inhaltlichen Problemen von Felbers Überlegungen findet sich bei Müller 2011.
Bereits heute widmen sich Organisationen der kontinuierlichen kritischen Beobachtung wirtschaftlicher Aktivitäten. Beispiele sind food-watch, lobby-control, Coordination gegen Bayer-Gefahren – eine seit 1978 bestehende Organisation zur Beobachtung und Kritik des weltweit agierenden Konzerns Bayer. Als Vorformen von unabhängigen Institutionen, die die Evaluation von Betrieben und Organisationen ermöglichen, können Rechnungshöfe und die „Stiftung Warentest“ gelten.
Die Sozialisierung der Informationen
Hilary Wainwright (1994) arbeitet die zentrale Relevanz des Wissens für die ökonomische Regulation heraus und tritt für dessen Verallgemeinerung im Unterschied zu seiner einseitigen Aneignung ein. Wainwright sieht dafür Ansätze bspw. in der internationalen Kooperation von Gewerkschaften und NGOs in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Mindestlöhne, Umweltschutz usw. Aber auch lokale regionalökonomische Netzwerke können als Vorformen des Anzustrebenden gelten.
Die Veröffentlichung und Verallgemeinerung ökonomischen Wissens sei „eine Basis für kooperative ökonomische Koordination, die ebenso wenig unrealistische Vorannahmen und Voraussetzungen macht in Bezug auf die Möglichkeit totaler Transparenz wie in Bezug auf die permanente Partizipation des Volkes über die Institutionen des Alltagslebens hinaus” (Ebd., 273, vgl. a. Elson 1990, 104). „Transparenz könnte eher durch die Zugängigkeit als durch die permanente Möglichkeit eines kompletten Bildes erreicht werden” (Ebd., 183).
Die beschriebenen Netzwerke sind eine Chance, der historisch sattsam bekannten Unterminierung ökonomischer Selbstverwaltung durch Marktprozesse und durch die Sonderinteressen der einzelnen Akteure und Unternehmen anders zu begegnen als allein durch den Staat, der gerade über die dezentral verankerten Wissensbestände nicht verfügt. Es geht darum, sie mit anderen Wissenssorten zu vernetzen und diesen Prozess demokratisch zu gestalten. Das notwendige Wissen ist entlang der ganzen Kette bspw. von Produktion, Distribution und Konsumtion zusammenzubringen. Angestrebt wird, die Wechselwirkungen von Konsum, Produktion und den Bedingungen des täglichen Lebens bewusst zu repräsentieren und zu gestalten.
Rahmenvorgaben und externe Steuerung
Auf das Handeln von wirtschaftlichen Akteuren lässt sich in der Gesellschaft des guten Lebens einwirken durch positive oder negative Sanktionen (bezüglich Auftragsvergabe, Kredite, Steuern, Subventionen). Zugrunde liegt die Bilanz der Akteure in der Erfüllung allgemein festgelegter Kriterien bzw. Indizes, die das Leitbild des guten Lebens konkretisieren.
Gesellschaftlich wird entschieden über Proportionen, die für ganze Land relevant sind – z. B. zwischen Arbeit und Konsum, zwischen öffentlicher Daseinsfürsorge bzw. öffentlichen Gütern und privatem Konsum, zwischen Arbeit als instrumenteller Leistung und Arbeit als zentralem Moment der wohlverstandenen Bildung menschlicher Fähigkeiten, Sinne und Reflexionsvermögen.
Vorgaben gibt es gesamtgesellschaftlich für die Produzenten bzw. Anbieter zu Folgendem:
- Wegfall von nutzlosen und schädlichen Produkten, Arbeiten und Dienstleistungen,
- Wegfall von geplantem Verschleiß,
- Verlängerung der Lebensdauer von Produkten,
- Verringerung der Verschwendung infolge von Konkurrenz (Mehrspurigkeit),
- Nutzung der Geräte von mehr Personen (leihen statt kaufen),
- Aufhebung der Koexistenz von Schadensverursachung und Problemvermarktung (Nachträglichkeit von Kompensation bzw. Reparatur im Unterschied zu Vorsorge bzw. direkter Problembearbeitung),
- Lebensqualität in der Arbeit.
Im Horizont einer weit gefassten Nachhaltigkeit werden „die Besteuerung und die Unterstützung der Unternehmen durch staatliche Aktivitäten abhängig von den Werten der Nachhaltigkeitsbilanz. Aggressive Unternehmenspolitik, die den anderen Marktteilnehmern Schaden zufügt, bewirkt eine Verschlechterung der Nachhaltigkeitspunkte. Anders ausgedrückt, auf individuelle Konkurrenz ausgerichtete Unternehmenspolitik bringt erhebliche ökonomische Nachteile mit sich, während auf Kooperation ausgerichtetes Verhalten Vorteile bringt“ (Bender, Bernholt, Winkelmann 2012, 73).
Zugrunde liegt das Votum für einen kooperativen Wettbewerb. In ihm ringen die Beteiligten um die beste Lösung. Im Unterschied dazu könnte bspw. ein Bäcker „durch eine besonders billige Brötchenvariante und Verwendung entsprechender Materialien und ggf. auch durch schlechte Bezahlung der Beschäftigten versuchen, einen größeren Marktanteil zu erobern. Dieses Verhalten steht ihm natürlich zu, er wird aufgrund dieser Unternehmensstrategie allerdings durch die Nachhaltigkeitsbilanz mit höheren Steuersätzen rechnen müssen. Es ist fraglich, ob diese Strategie dann noch für ihn vorteilhaft ist. Handelt es sich um eine Großbäckerei mit 30 oder mehr Beschäftigten, muss diese Politik zudem von den innerbetrieblichen, partizipatorisch besetzten Aufsichtsgremien beschlossen werden“ (Ebd., 74f.).
In der Gesellschaft des guten Lebens nehmen öffentliche Aufträge eine große Rolle ein. „Schon heute werden staatliche Forschungsmittel, Projektgelder von Stiftungen, aber auch die Kredite ethischer Banken (wie der GLS-Bank) […] auf der Grundlage inhaltlicher Kriterien (also nicht nur von Gewinnaussichten) durch eine plural zusammengesetzte Kommission vergeben” (Zelik 2020, 219). Gewiss existiert hier die Gefahr, dass Antragsteller informell diejenigen, die entscheiden, zu beeinflussen versuchen. Dagegen hilft die demokratische Kontrolle der Entscheidungsgremien und die Anonymisierung der Anträge. Stammen die zu vergebenden öffentlichen Mittel von verschiedenen Stellen bzw. Stiftungen, so verringert sich die Gefahr, von einem Finanzgeber abhängig zu sein.
„Normative Technologiepolitik“
Eine Gesellschaft des guten Lebens verfolgt eine normative Technologiepolitik im Unterschied zur heute dominanten permissiven und reaktiven Technologiepolitik. Permissive Technologiepolitik fördert die Innovationen pauschal. „Digitalisierung first, Bedenken second“ hieß ein Slogan der FDP zur Bundestagswahl 2017.
Eine reaktive Technologiepolitik „lässt den Strom der technischen Entwicklung zunächst unkontrolliert anschwellen, um dann gewisse Verunreinigungen herauszufiltern. Sie wartet zunächst, bis bestimmte technische Entwicklungen bereits eine gewisse Gestalt angenommen haben, und untersucht erst dann, ob sie wünschenswert sind oder nicht.“ Statt dessen „müsste die technische Entwicklung so beeinflusst werden, dass sie unerwünschte Neuerungen gar nicht erst hervorbringt, sondern zielstrebig auf das gesellschaftlich Erwünschte hinarbeitet“ (Ropohl 1985, 236).
In der Gegenwart sehen wir eine „Technologiepolitik“, die auf kurze Sicht fährt. Atomkraftwerke wurden und werden gebaut, ohne die Probleme der Lagerung ihres Abfalls gelöst zu haben. Die Chemieindustrie bietet eine Vielfalt von Stoffen an, deren einzelne und vor allem aggregierte Wirkungen auf die menschlichen Körper (mit unterschiedlichen Lebensaltern und mit verschiedener körperlicher Konstitution) in vielen Fällen nicht geklärt sind (vgl. Donner 2021, Lutterrotti 2021).
Für eine „normative Technopolitik“ gilt: „Was die Technischen Überwachungsvereine und andere Organisationen im Hinblick auf die Sicherheit bestimmter technischer Gegenstände leisten, das müsste für die Gesundheit im weitesten Sinne, für die Umweltqualität, die Gesellschaftsqualität und die Persönlichkeitsentfaltung in ähnlicher Weise betrieben werden. Keine Produktionsanlage dürfte errichtet, kein Produkt auf den Markt gebracht werden, bevor nicht entsprechende Prüf- und Freigabeinstitutionen die ökologische und psychosoziale Unbedenklichkeit bestätigt haben“ (Ropohl 1985, 242).
Der Gewinn
In der Gesellschaft des guten Lebens ist die Akkumulation des Kapitals nicht das letztlich maßgebliche Kriterium, das über die Organisation der Arbeit im Betrieb und über die Auswahl der Produkte entscheidet. Aus der maßgeblichen Bestimmung des neuen Reichtums – Sicherung und Förderung menschlicher Vermögen – leiten sich Maßgaben für die Produkte bzw. Dienstleistungen ab. Die aus diesem neuen Reichtum erwachsenden Anforderungen an die Gestaltung der Arbeit sind das eine. Das andere sind die gesellschaftlich gewollten Überschüsse, die in Betrieben erzielt werden, um Bereiche wie das Bildungs- und Gesundheitswesen querzufinanzieren, welche selbst nicht kostendeckend organisierbar sein können und sollen. Gesellschaftlich ist zu entscheiden über die Zusammensetzung dieser beiden verschiedenen Maßgaben für die betriebliche Organisation der Arbeit.
Der Gewinn ist in der Gesellschaft des guten Lebens nicht der Maßstab, der über die Ausrichtung des Betriebs (Wahl der Produkte und Produktionsverfahren) letztlich entscheidend bestimmt. Der Gewinn wird weder automatisch verwendet zur Erweiterung der Ressourcen des einzelnen Betriebs noch des Reichtums derjenigen, die ihren Reichtum im Unternehmen anlegen. Der im jeweiligen Betrieb investierte Reichtum ist in der Gesellschaft des guten Lebens kein Kapital. Er ist das Mittel zur Realisierung unmittelbarer sowie mittelbarer Zwecke im Dienste der Sicherung und Förderung menschlicher Vermögen und nicht Mittel zur Akkumulation des Kapitals. In der nachkapitalistischen Ökonomie sind die Arbeitenden im Betrieb nicht vorrangig als Arbeitskraft zur Erwirtschaftung von Mehrwert von Interesse. Vielmehr gilt die Arbeit selbst als Bereich, in dem sich menschliche Vermögen entwickeln, und diese Entwicklung wird zu einem maßgeblichen Kriterium der Organisation der Arbeit.
Das dient auch dazu, eine problematische Entwicklung des konsumtiven Reichtums zu vermeiden. Nehmen die Frustrationen innerhalb des Arbeitslebens ab, so verringert sich die Nachfrage nach Kompensation und Überkompensation. Das wiederum entzieht einem Teufelskreis die Grundlage: Der hohe Anteil unattraktiver Arbeit wird zum Anlass für viel (Über-)Kompensation, diese erfordert wiederum zusätzliche, häufig unattraktive Arbeit.
Die Wirtschaft in der Gesellschaft des guten Lebens steht unter der Maßgabe, die Arbeit so einzurichten und zu organisieren, dass eine „Anreicherung der Arbeit“ möglich wird. Mit ihr „nimmt das Reich der Notwendigkeit sozusagen das Reich der Freiheit in sich hinein. So bleibt der instrumentelle Kern der Arbeit (‚Rationalprinzip‘) erhalten, verliert aber zunehmend an Dominanz gegenüber anderen Bestimmungen derselben konkreten Tätigkeit“ (Johler, Sichtermann 1978, 54f.).
Im Kapitalismus entscheiden Banken bzw. Ratingagenturen, inwieweit sie Betriebe für kreditwürdig halten und ihren Kunden zur Anlage von bislang nicht investierten Vermögen vorschlagen. In der Gesellschaft des guten Lebens wird es demokratisch kontrollierte Gremien geben, die darüber befinden, wie im Einzelfall des Betriebs die Proportion der zwei genannten Zwecke aussieht. Die entsprechenden Beschlüsse finden auf der Grundlage der genannten Informationsinfrastrukturen und unter Voraussetzung politischer Entscheidungen statt.
In der Gesellschaft des guten Lebens gibt es keinen Kapitalmarkt, in dem finanzielle Ressourcen danach bewertet werden, wo sie sich am profitabelsten einsetzen lassen. Gewiss geht es auch in der nichtkapitalistischen Ökonomie darum, zu vergleichen, wie und wo knappe Mittel effizienter zur Erzielung von Überschüssen eingesetzt werden. Dieses Kriterium ist aber nicht absolut, sondern relativ zu den Kriterien der Förderung menschlicher Vermögen sowohl innerhalb des Arbeitsprozesses als auch durch die Produkte bzw. Dienstleistungen.
In der nachkapitalistischen Gesellschaft wird so etwas wie das „Amt für die Regulierung der öffentlichen Unternehmen” nicht wie die Behörden in den früheren Ostblockstaaten Produktionsziele festlegen und Produktionsmaterial verteilen, „sondern bestimmte demokratisch festgelegte Normen für die Nutzung öffentlicher Anlagen durchsetzen. […] Der Regulator der öffentlichen Unternehmen würde im Namen der Gemeinschaft die Eigentumsrechte an den Unternehmen ausüben, während die Unternehmensangestellten auf Nutzerrechte beschränkt wären” (Elson 1990, 89f.). Die Unternehmensaktivitäten finden im Rahmen ebenso starker wie gut überprüfter Umweltschutz-, Gesundheits-, Sicherheits- und Verbraucherschutznormen statt (Ebd. 90). Im Übrigen wird es aus Gründen der Vermeidung von Machtballung Obergrenzen für Betriebe geben. Auch sie tragen dazu bei, ein selbstzweckhaftes Wachstum zu unterbinden.
Umgang mit Hierarchien in Betrieben und Organisationen
Regelungen, die in einer Gesellschaft des guten Lebens den Umgang mit Hierarchien betreffen, können von den israelischen Kibbuzim lernen: Der Verzicht auf differenzierte Entlohnung korrespondiert mit einer hohen Bedeutung der Bedürfnisse nach gemeinsamer Gestaltung des Gemeinsamen und „‚Verantwortungsgemeinschaft’. […] Das Kibbuzsystem bringt es offensichtlich zuwege, dass Übertragung und Ausübung von Autorität ohne nennenswerte Machtkonzentration und damit auch ohne Belastung der zwischenmenschlichen Beziehungen funktionieren kann“ (Busch-Lüty 1989, 140).
Die Kibbuzim orientierten sich nicht an einer Norm der gleichmäßigen Beteiligung aller an den Entscheidungsprozessen. Die Rotation von Personen auf Leitungsstellen sowie die Ausbildung von mehr Leuten mit Qualifikationen zur Leitung von Organisationen, als deren Funktionieren jeweils erfordert, verändern die Möglichkeiten innerorganisatorischer Demokratie. Zwar vermag das Prinzip der Ämterrotation nicht „die Gesamtheit der Mitgliedschaft direkt zur Arbeit in den leitenden Instanzen heranzuziehen“ (Pallmann 1966, 157). Aber die Rotation vergrößert „zumindest die Schicht der zur Ausfüllung der Führungspositionen geeigneten Siedlungsgenossen, von denen zu jeder Zeit ein bestimmter Prozentsatz vorübergehend ohne spezielle Funktion ist und damit als Führer der ‚laienhaften’ Teile der öffentlichen Meinung fungieren kann. Diese, wie man sie nennen könnte: ‚intra-elitäre Kontrolle’ funktioniert natürlich nur unter der Bedingung, dass die ‚Elite’ nicht zur primären Solidaritätsgruppe ihrer Angehörigen wird“ (Ebd.).
Regulation durch Märkte
Die Frage, wie die gesellschaftliche Regulierung in der nachkapitalistischen Gesellschaft und Märkte zueinanderstehen, gehört zu den bislang ungeklärten Problemen der Debatte (vgl. Creydt 2020). Immerhin lassen sich aber einige Tendenzen bereits in der gegenwärtig bestehenden Ökonomie vorfinden, die über eine Marktregulation hinausweisen.
Bereits innerhalb des Kapitalismus entstehen ansatzweise Infrastrukturen, die eine über die Marktforschung und die Rentabilität der Kapitalverwertung weit hinausgehende Evaluation leisten. Sie bilden die Grundlagen dafür, die Herrschaft des Privatinteresses über Arbeit und Konsum sowie die Externalisierung von Kosten infragezustellen.
Bereits gegenwärtig existieren „bei Volkswagen sog. Fahrzeugkliniken; sie sind nicht zum Reparieren da, sondern zum Diskutieren. Marktforscher stellen ausgewählten Familien die Modellentwürfe vor und notieren Wünsche und Verbesserungsvorschläge“ (Schieritz 2023). Solche Einrichtungen gilt es aus ihrer Bornierung auf die einzelbetriebliche Absatzförderung zu emanzipieren und zu öffnen für eine gemeinsame Beratung zwischen den Konsumenten und Produzenten über sinnvolle Produkte. „Ideenträger, Experten, Nutzer und Produzenten“ können in „öffentliche Entwicklungswerkstätten für Produktentwicklung und -innovation“ zusammenkommen (Birkhölzer, in Forschungsprojekt 1994, 31). Damit ergibt sich ein anderer Kontakt zwischen Konsumenten und Produzenten als auf dem Markt. Als praktischer Ansatz einer gesellschaftlichen Gestaltung des Wirtschaftens sind in der Debatte die Aktivitäten der linken Londoner Stadtverwaltung (Greater London Council) in den 80er Jahren Thema. (Über den GLC und seine Abschaffung durch die Thatcher-Regierung informieren Livingstone 1987 und MacIntosh, Wainwright 1987.) Vgl. auch den Bericht über den GLC von Dave Elliott (Zurück zu den Grundlagen: Sozial nützliche Produktion, ebd. 74 ff.)
Ebenfalls verändert sich das Verhältnis zwischen den verschiedenen Belegschaften durch den Wegfall des Privateigentums an Kapital und durch die Einrichtung von Beratungsformaten zwischen den verschiedenen Belegschaften. Im Unterschied zu durch Betriebsgeheimnisse voneinander abgeschotteten Betrieben geht es in der Gesellschaft des guten Lebens darum, dass Arbeitende aus verschiedenen Betrieben voneinander lernen und sich untereinander über „best practice“-Vorgehensweisen auseinandersetzen.
Eine Verbundwirtschaft findet statt in der zwischenbetrieblichen technischen Vernetzung, in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Produzent-Zulieferer-Kooperation sowie in der Zusammenarbeit bei der Realisierung großer Vorhaben (z.B. Mondlandung). Mit der Verbundwirtschaft entsteht im Unterschied zur kapitalistischen Konkurrenz die Auffassung von Wirtschaft als Zusammenarbeit, als Arbeit miteinander statt Arbeit gegeneinander.
Rückbau des Weltmarkts
Eine wesentliche Bedingung des Gelingens einer nachkapitalistischen Wirtschaft in der Gesellschaft des guten Lebens ist eine weltweite Raumordnung, die den Rückbau und die Entmächtigung des Weltmarktes beinhaltet. „Deglobalisierung“ (Walden Bello), „Dekonnexion“ (Samir Amin) und „Entglobalisierung“ (Streeck 2021, 408ff.) unterscheiden sich vom Protektionismus oder der Formierung von Wirtschaftsblöcken, die sich auf die Konkurrenz am Weltmarkt ausrichten, sich also positiv auf ihn einstellen. Es gilt den internationalen Vernetzungsgrad massiv abzusenken. Gemeint ist nicht Kleinstaaterei, sondern das Primat der Selbstversorgung in Wirtschaftsräumen, die mehrere Länder umfassen. (Zur Vertiefung vgl. Creydt 2021a.)
Lebensräume sind davon zu emanzipieren, den Zufällen von Wirtschaftskonjunkturen, Handelsbeziehungen und Verkehrsströmen unterworfen zu sein. Der Eigenwert des sinnvollen Aufeinander-bezogen-Seins der verschiedenen Lebenstätigkeiten in einem bestimmten Raum relativiert die ökonomische Rationalität.
Schluss
Im Unterschied zu der hier profilierten Perspektive, die sich aus verschiedenen Momenten zusammensetzt, werden gern kompakte Lösungen einer nachkapitalistischen Wirtschaftsordnung propagiert wie die „sozialistische Marktwirtschaft“, der „Cybersozialismus“ oder „digitale Sozialismus“ (Planwirtschaft mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik), der „Commonismus“ (vgl. Creydt 2025) und die „Rätedemokratie“. Anhänger solcher vermeintlich einfachen und „aus einem Guss“ geformten Modelle („all in one“) haben Vorteile in der Schlagwortkonkurrenz. Viele legen sich allerdings keine Rechenschaft ab von den diesen Konzepten innewohnenden ungelösten Problemen. (Vgl. zu ihnen in aller Kürze Creydt 2020, 2022, vgl. a. Grünberg 2024).
Literatur
Bender, Harald; Bernhold, Norbert; Winkelmann, Bernd 2012: Kapitalismus und dann? Systemwandel und Perspektiven gesellschaftlicher Transformation. Hg. von der Akademie Solidarische Ökonomie. München
Busch-Lüty, Christiane 1989: Leben und Arbeiten im Kibbuz. Köln
Creydt, Meinhard 2020: Ausweichen vor Problemen hilft niemand. In: Die Internationale, H. 3, 2020
Meine Artikel finden sich auf www.meinhard-creydt.de
Creydt, Meinhard 2021: Die am guten Leben orientierte Sozialität und die nachkapitalistische Vergesellschaftung. In: Streifzüge, Nr. 81. Wien
Creydt, Meinhard 2021a: Rückbau des Weltmarkts bzw. Deglobalisierung. In: Telepolis 4.4.2021.)
Creydt, Meinhard 2022: Sieben konstruktive Fragen zur „Weltcommune“. In:
https://communaut.org./de/sieben-konstruktive-fragen-zur-weltcommune
Creydt, Meinhard 2024: Qualität und Quantität. Wie lassen sich eindimensionale Rechnungsweisen durch mehrdimensionale Bewertungsmaßstäbe ablösen? In: Telepolis, 13.4. 2024
Creydt, Meinhard 2025: „Commonismus“ – Die Probleme einer Wunschvorstellung. In: Telepolis 16.2.
Donner, Susanne 2021: „Endlager Mensch“. Wie Schadstoffe unsere Gesundheit belasten. Hamburg
Elson, Diane, 1990: Markt-Sozialismus oder Sozialisierung des Markts. In: Prokla H. 78, Berlin. Erschien auch in: Info des Linken Forum in den Grünen H. 6 (zuerst in New Left Review 1988, No. 172)
Felber, Christian 2008: Neue Werte für die Wirtschaft. Wien
Forschungsprojekt „Lokale Ökonomie“ an der TU Berlin (Hg.) 1994: Lokale Ökonomie – Beschäftigungs- und Strukturpolitik in Krisenregionen – Ein internationales Symposium. Sonderbd. Berliner Debatte. Berlin
Grünberg, Max 2024: Ökonomie der Knappheit. Eine Produktionsweise auf der Suche nach allokativer Effizienz. In: Prokla, 54. Jg., H. 215
Johler, Jens; Sichtermann, Barbara 1978: Der Begriff Arbeit in der nationalökonomischen Ideengeschichte. In: Mehrwert Nr. 15/16. Berlin-West
Livingstone, Ken, 1987: If Voting Changed Anything They Would Abolish It. London
Lutterotti, Nicola von 2021: Schadstoffe im Körper: Die Risiken und Wechselwirkungen kennt kaum jemand. In: FAZ 18.08. 2021
MacInstosh, M./ Wainwright, H., 1987: A Taste of Power: The Politics of Local Economics. London
Müller, Horst 2011: Gemeinwohl-Ökonomie – eine tragfähige Systemalternative? http://praxisphilosophie.de/mueller_felberkritik.pdf
Pallmann, Martin 1966: Der Kibbuz. Zum Strukturwandel eines konkreten Kommunetyps in
nichtsozialistischer Umwelt. Basel
Pfriem, Reinhard 2011: Eine neue Theorie der Unternehmung für eine neue Gesellschaft. Marburg
Ropohl, Günter 1985: Die unvollkommene Technik. Frankfurt M.
Schieritz, Mark 2023: Du bist aber groß geworden. In: Die Zeit, Nr. 21, 17.5.2023, S. 3
Streeck, Wolfgang 2021: Zwischen Globalismus und Demokratie. Berlin
Viest, Oliver 2015: Kontrovers: Gemeinwohlökonomie und Gemeinwohlbilanz. In: Forum Wirtschaftsethik H.1 https://www.forum-wirtschaftsethik.de/kontrovers-gemeinwohloekonomie-und-gemeinwohlbilanz-1-die-gemeinwohlbilanz-hilfe-bei-der-nachhaltigkeitsstrategie-fuer-kleine-unternehmen/
Wainwright, Hilary 1994: Arguments for a new left. Oxford
Winkelmann, Marc 2016: Auf’s Ganze. In: Enorm – Wirtschaft. Gemeinsam. Denken. 7. Jg., H.1. Hamburg
Zelik, Raul 2020: Wir Untoten des Kapitals. Berlin
Der Kibbuz war niemals eine auch nur in Ansatz sozialistische Einrichtung!
Er war ein Wehrdorf von jüdisch-zionistischen, weißen Einwanderern unter Ausschluß der indigenen arabischen Bevölkerung. Gegen die Ureinwohner gegen gingen die Kibbuz-Mitglieder gewaltsam, teilweise terroristisch, vor.
Wer den Kibbuz auch nur den geringsten sozialistischen Gedanken abgewinnen kann, disqualifiziert den Sozialismus als Sozialismus nur für eine Ethnie. Das nennt man dann Nationalsozialismus!
Ich sehe die Form des Kibbuz positiver, will aber nicht wie Arthurs Zeh enden.😉
Mehr Differenzierung wäre angebracht
Die Kibbuz-Mitglieder sahen sich als linkszionistische Krieger. Letztendlich lebten sie auf gestohlenen Land, oder Land, das der zionistische Fond der indigenen arabischen Bevölkerung weggenommen hatte. Was hat Landraub mit Gemeineigentum zu tun? Man raubt den indigenen das Land und errichtet darauf ein sozialistisches Experiment nur für die kolonialen Siedler. Das ist kolonialer Rassismus in Reinkurltur.
Die Kibbuz-Mitglieder waren bewaffnet und griffen die indigene Bevölkerung an. Araber durften nicht Mitglieder des Kibbuz werden, höchstens schlecht bezahlte Lohnsklaven. Die Mehrheit – nicht alle – der Kibbuz-Mitglider haßten und bekämpften die Ureinwohner, so wie das weiße Siedler überall taten. Sie waren sozialistisch getarnte Kolonialisten.
Nach Palästina ausgewanderte deutschen Juden wie der Kommunist Jakob Moneta verliesen deshalb angewidert das pseudosozialistische Experiment. Es dient höchstens dazu zu dokumentieren wie man es nicht machen sollte.
Kleine Kinder wurden im Kibbuz von ihren Eltern getrennt und mußten in eigenen Schlafsälen die Nacht verbringen. Was ist denn das ein menschenverachtender Sozialismus?
Der Autor ist für mich gestorben, wegen Rassismus!
Teilweise. viele Kibbuzmitglieder sahen sch auch als friedliche Kommunisten(solange sie nicht Ephraim Kishon hiessen).
Für die meisten Insassen(ein schönes Wort) war es eine Übergangszeit.
Verallgemeinern ist da schwierig.
Was hat Kommunismus mit der Ausrottung der indigenen Bevölkerung zu tun?
Ein solcher Kommunismus wird nicht gebraucht.
Die Kibbuz-Mitglieder haben zahlreiche Araber getötet und wurden niemals dafür zur Rechenschaft gezogen.
Der Kibbuz erinnert mich mehr an ein südvietnamesisches Wehrdorf und hat mit Sozialismus nicht das geringste zu tun!
sie lenken ab.
Nein, ich führe den Kibbuz auf das zurück, was er ist. Ein weißes Kolonialprojekt um eine weiße, fremde Kultur in einen arabischen Land zu installieren.
Warum leugnen Sie den rassistischen Charakter des Zionismus? Wie kann man links sein und die Ausrottung des palästinensischen Volkes befürworten?
Sie müssen umdenken.
Zionismus ist Rassismus
Der Kibuzz war ein rassistisches Projekt!
Heute ist natürlich der Kibbuz vollkommen kapitalistisch organisiert, ein kapitalistischer landwirtschaftlicher Großbetrieb.
Nicht ärgern. Ikaros glaubt halt das, was die Regierung vorgibt. Es kann nicht anders denken, das geht einfach nicht. Würdest du dich über einen Staubsauger ärgern, der kein Wasser kochen kann? Für die meisten Deutschen ist halt Israel=gut, weil ihnen das seit sei Kleinkinder sind eingetrichtert worden ist. Da hilft auch kein Appell, das glauben diese Menschen so und das bekommt man auch aus denen nicht raus. Manchmal gibt es einen Zwischenfall im Leben, der das aufrütteln kann, aber das passiert nur ganz selten und oft wird das dann rationalisiert.
Deswegen sollte man in diesen Foren auch nicht diskutieren, man kommt hier einfach nicht weiter und schon gar nicht sollte man sich darüber ärgern.
Nur weil der Autor einen(!) Aspekt des Kibbuzwesens positiv beurteilt, ihm die Unterstützung der Gesamtheit zu unterstellen und ihn – wie weiter unten – dann auch gleich noch als ‚zionistischen Rassisten‘ zu bezeichnen – das ist schon ziemlich schäbig.
Jetzt beißt Euch doch nicht, ob berechtigterweise oder nicht, an Details fest, um die so viel größere Vision zu diskreditieren!
@ Freedomofspeech
Es ist doch egal, ob der jeweilige Sozialismus für nur eine Ethnie oder für mehrere/alle Ethnien konzipiert ist. Das sind bloß äußerliche Unterschiede.
Es bleibt Sozialismus, denn die jeweiligen Merkmale (z.B. Wertschätzung des Kollektivs, Vorhandensein einer utopisch orientierten Ideologie, optimistische Fortschrittsüberzeugung, weitgehende Planung von Wirtschaft und Gesellschaft) sind vorhanden. Auch die Nazis waren auf ihre Art Sozialisten, nicht jedoch ihre dummen deutschnationalen Steigbügelhalter.
Insofern beinhaltet auch die Kibbuzbewegung sozialistische Elemente – passend zur damaligen Zeit.
Hinzu kommt noch, dass die Kibbuzim mit der Mapam – Vereinigte Arbeiterpartei verbandelt waren.
Rudern geht nur mit Ruderboot.
Über winden (man braucht dazu eine Winde) wir erstmal der Reihenfolge nach: Postkolonianalismus, Postkapitaliismus, Postdemokratie,
Wie man sieht kann man alles auf einmal bewältigen: durch Abschaffung der Post., gibt ja E-Mail.
Moderne Zeiten.
Und was will mir der Autor dieser Zeilen sagen?
Der Titel lautet: Zentrale Regelungen und Institutionen einer anstrebenswerten nachkapitalistischen Wirtschaft
Und im 2ten Absatz dann das:
Stellenwert des Privateigentums verringern soll „nachkapitalistisch“ sein. Was ist das dann? Ein Bisschen-Kapitalismus? Also echt. Nachkapitalismus ist kein Kapitalismus mehr, also abschaffen – komplett und zwar erstmal das Kapital – also das Privateigentum an Produktionsmitteln. Stattdessen unterstellt dieser Mensch den Kapitalismus und will dann ausgerechnet die Daseinsfürsorge (die natürlich weiterhin notwendig ist – warum wohl, weil die Ausbeutung nicht abgeschafft wurde und die Arbeiterklasse weiterhin existiert). in staatliche Hände legen. Gott wie erbärmlich. Was der Staat im Moment macht mit der Rente in seiner Hand, sieht man ja. Er lobt sich dafür, dass die Rente auf dem momentanen Elendsniveau „stabil“ bleibt. Er will sie in Private Hände legen bzw. die Rentenbeträge sollen in den Aktienmarkt fließen. Scheißdreck.
„Primat öffentlicher Verkehrsmittel“ – das soll nachkapitalistisch sein? Öffentliche Verkehrsmittel für die Arbeiterklasse, Luxusautos fürs Kapital. Damit man schon am Auto erkennen kann wer wozu gehört. Öffentliche Verkehrsmittel reduzieren bloß die Reproduktionskosten der Arbeitskraft, die dann das Kapital noch weniger kostet. Ehrlich solche Kapitalpropagandisten, die sich als linke Visionäre ausgeben muss man mit Worten teeren und federn. Ob sich das weiterlesen lohnt? Der Kritik halber vielleicht.
Nachkapitalistisch? – ja klar. Dieser bürgerliche Theoretiker will ja sogar den GEZ-Beitrag wieder auferstehen lassen. – GEZ-Vampir. – Vade retro, Satana!
es lohnt nicht denTeer zu kochen und Federn zu sammeln. Zuerst muss man die eigenen Kinder versorgen.
Hass oder Liebe. die Entscheidung fällt immer schwer…,
Ahh, ein Anhänger des ‚großen Wurfs‘, der erstens nirgends in Sicht ist und zweitens an der notwendigen Disruptivität der ‚Regelungen und Institutionen‘ zu scheitern droht. Zudem hat er offenbar ‚anstrebenswert‘ überlesen, auch wenn er es zitiert – gemeint ist eine evolutionäre Annäherung. Eine vollständige Abschaffung jeglichen Privateigentums an Produktionsmitteln ist dazu auch weder notwendig noch vermutlich sinnvoll – tausende ‚Mom&Dad-Shops‘ sind nicht das Problem, eine Handvoll großer Konzerne schon, wie auch Michael Parenti (noch so ein ‚bürgerlicher Theoretiker‘) oft genug betont hat und wie es sich auch schon bei Lenin (noch so einer) findet. Die Macht des Kapitals ließe sich bspw recht wirksam begrenzen, indem man bei jedem anstehenden Eigentümerwechsel, sei es Verkauf oder Erbschaft, der Belegschaft das Vorkaufsrecht einräumt und dafür entsprechende Unterstützung bereitstellt. Die Enteignung der Strukturen, die wirklich Macht ausüben ist ein anderes Thema.
Mir möcht immer mehr scheinen, dass ‚radikale Kritiker‘ wie Sie die beste Garantie dafür sind, dass alles so bleibt wie es ist…
Die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln ist sehr wohl „anstrebenswert“, sinnvoll und notwendig. „evolutionäre Annäherung“? – was hat denn Kommunismus mit Evolution zu tun? Meine Güte – da denkt einer man muss eine Sache nur nebelhaft ausdrücken und schon ist es ein Argument.
„tausende ‚Mom&Dad-Shops‘ sind nicht das Problem,“ – unproduktiv sind die allemal. Das Geld muss weg. Und wenn es kein Geld mehr gibt, können die Shops auch nichts mehr verkaufen.
Ich will die Macht des Kapitals nicht begrenzen, ich will es abschaffen. Vorkaufsrecht – 1. vom Lohn kann man kein Unternehmen kaufen auch nicht 1000 oder 2000 Arbeiter zusammen. 2. Ja klar – das begrenzt die Macht des Kapitals, wenn man die Erben mit Geld zuschüttet. 3. Was ändert es denn wenn Arbeiter das selbe machen wie vorher das Kapital. Aktiengesellschaften gibt es schon.
Ja – sie haben recht – das ist ein Schein. Während es kein Schein ist, dass weichgespülte „Kritiker“ 1. nichts verändern und 2. wenn sie was verändern würden, würde es nichts taugen.
Na dann machen Sie mal. Das Erste könnte nämlich die Voraussetzung für’s Zweite sein. Und die Leute zumindest erstmal dafür zu interessieren oder gar zu ‚aktivieren‘ ebenfalls.
Denn selbst bei einem Zusammenbruch – der nicht ausgeschlossen ist – woher wollen Sie die Unterstützung bekommen für ein revolutionäres Sofortprogramm diesen Umfangs?
Kurz: das Ziel predigen, ohne den Weg gehen zu wollen?
Ihr Weg ist ein Irrweg, den ich nicht gehen will und der auch nichts begrenzt. Insofern stimmt auch das Argument mit der Voraussetzung nicht. Das Kapital in andere Hände zu legen ist halt nicht seine Abschaffung, sondern seine Erhaltung und gleichzeitig die gegenrevolutionäre Einbildung es sei der Weg das Kapital abzuschaffen.
Dass die Abschaffung des Kapitals ein Sofortprogramm sei, ist ihre Zuschreibung, nicht meine.
Und wohin hat uns dieser Radaukommunismus geführt? Wo hat er in die Zukunft geführt? In der Bayerischen Räterepublik, in der Sowjetunion? In den sogenannten Volksdemokratien, von denen ich 25 Jahre DDR am eigenen Leib erfahren durfte? In China? In Nikaragua? Aus der Geschichte zu lernen kann nur heißen, nach realistischen Alternativen zu suchen, statt sich einzubilden, solche, zugegeben utopisch anmutenden, Überlegungen rechts liegen lassen zu können.
Die realistischen Alternativen, die es im Moment gibt, sind der Radaukapitalismus, der die Völker in den Weltkrieg führt, der die Ukrainer einen Stellvertreterkrieg für den Westen gegen Russland führen lässt, der die Ukraine einschließlich des hauptsächlich männlichen Volkes ausblutet. Der in Europa die Völker verarmt und deren Wirtschaft in den Ruin treibt und daran wird auch kein Schuldenprogramm etwas ändern, das bloß dazu führen wird, dass die Währung den Bach runter geht und zukünftig auch solche Kredite nicht mehr möglich macht.
Wusste gar nicht, dass das in der DDR und China und Nicaragua Radaukommunismus war. China hat damit jedenfalls einen rasanten Aufstieg an die Spitze der kapitalistischen Weltwirtschaft hingelegt. Von Radau kann da allerdings keine Rede sein. Eher von Volksdisziplin-Kapitalismus.
Ich kann dich auch beruhigen, der Radau richtet sich nur gegen die kapitalistischen Raubtierunternehmen. Für die Bevölkerung wird das ein Kavalierskommunismus.
Dank an Meinhard Greidt für die Analyse. Etwas befremdend ist das sich Herr Greidt dabei auf sich selbst beruft.
Aber ist ja egal, heutzutage ist man eh desillusioniert.
Nachhaltigkeit ist ein Produkt der Menschen, die erkennen was „ihr“ Markt benötigt.
Das bedeutet, man kauft oder erwirbt was man benötigt.
Der Westen besitzt heute in einer multipolaren Ordnung was?
Der Westen besitzt die Manipulation und keine Ressourcen für sein tägliches Dasein.
„Ihr“ die sogenannten Reichen, sind die Armen in dieser Welt. Euer tun ist aufgebaut durch Bürokratismus, um diesen zu sättigen. Die westliche Politik möchte gerne diese Art ihres eigenen Schaffen revidieren, um ihr einstiges Monopol im ‚Wettbewerb‘ zu erreichen. Sie können das leider nicht friedlich hinbekommen, da ihre eigene Substanz der politischen Verantwortung abhanden gekommen ist. Also, lügt man weiter als sei nichts gewesen…
Andere Akteure gestalten diese Simulation, damit das Kapital weiterhin herrscht. Die Karawane zieht weiter…
Nachhaltigkeit ist ein schönes Wort.
Bedauerlicherweise wirbt es nur für Konsummaximierung und nicht für Kreislaufwirtschaft.
Auch wenn diese meine Antwort weder der Brisanz, noch der Visionärität des ursprünglichen Beitrags angemessen ist: Ich kann das Bürokratiebashing nicht mehr höhren. Denn es geht so offensichtlich am Problem vorbei. Sofern jedenfalls unter Bürokratie die öffentliche Verwaltung subsumiert wird, deren Aufgabe und gesellschaftliche Pflicht die Umsetzung rechtlicher Regelungen ist, die von ebendieser Verwaltung (Administrative) aber nicht zu verantworten sind. Sondern von der Legislative, d.h, dem von der Mehrheit der Wählerinnen und Wähler (wohlgemerkt nicht der Wahlberechtigten) gewählten sogenannten Gesetzgeber, der Gubernative (Rechtsverordnungen von Regierungsorganen) und der Judikative (Richterrecht). Diese Regelungen erzeugen einen Regelungsaufwand, dem durch angemessene Ausstattung der Administrative zu begegnen wäre = funktinierende Bürokratie. Bürokratieabbau erfordert die Reduzierung von Regelungen, nicht von deren Befolgung. Und das ist ein politisches Problem, kein administratives.
Sie sind der Wahrheit sehr nahe und ihre Blockaden mögen weniger Gehen…
Sei vorsichtig und lese genau…
PS ich Kenne die ‚Wahrheit‘ night, sondern glaube an das Gute…
„Bürgerlicher Theoretiker“ der Herr Dr. Creydt? Weder bürgerlich noch Theoretiker. Und „nachkapitalistische Wirtschaft“? Mein Gott, Walter …
Vor allen ist er ein zionistischer Rassist.
Ja das ist durch und durch bürgerlich, gegen die Interessen der Arbeiterklasse gerichtet.
Deshalb ist der Autor unglaubwürdig,
Na dann mach mal schön!
Ja, mach mit! Oder hast Du bessere Ideen?
Ich hab mittlerweile Marx gelesen und wahrscheinlich im Kern auch verstanden. Ideologische Ansätze, also solche, die versuchen, auf der Basis einer „Idee“ eine bessere/gerechtere Gesellschaftsorganisation vorzubereiten, sind grundsätzlich zum Scheitern verurteilt. Das einzige, was hilft, ist knallharter Materialismus. Also das Eingeständnis, dass Menschen so sind, wie sie nun einmal sind, und dass das Lohnsystem nur dann abgelöst werden kann, wenn die Kapitalisten vom Lohnsystem nicht mehr profitieren können, aber die Produktivität des Systems so hoch ist, dass die täglichen Bedürfnisse Aller weiterhin befriedigt werden können. Die konkrete gesellschaftliche Organisationsform wird sich aus den dann gültigen Produktionsverhältnissen von selber ergeben – unter der Voraussetzung, dass den dann ehemaligen Kapitalisten die Macht entrissen wird. Die Frage ist halt, wann dieser Zeitpunkt erreicht wird. Vermutlich, wenn einerseits Lohnarbeit für viele auf dem Planeten nicht mehr ausreicht den Lebensunterhalt zu sichern, Waren im Überfluss produziert werden, die sich aber kaum noch jemand leisten kann, alle hochwertige Lohnarbeit durch Automatisierung flächendeckend durch Maschinen ersetzt wird, und die Kapitalisten nach alternativen Wegen suchen, ihre Macht zu perpetuieren.
Die Entgegenseztung von „Idee“ und „Materialismus“ taugt nichts. Jeder Plan benötigt eine Idee und das bedeutet nicht, dass die Idee nicht materialistisch sein kann.
Die Menschen sind auch nicht, wie sie sind, sondern sie sind lernfähig. Das tun sie ihr Leben lang sogar mitten im Kapitalismus. Die Produktivität gibt es nicht per se. Im Moment ist Produktivität auf Mehrwertproduktion gerichtet. Im Kommunismus wäre sie auf die Produktion von Gebrauchswerten gerichtet. Technisch können die Bedürfnisse aller längst befriedigt werden. Lohnarbeit hat im Kapitalismus vielen noch nie ausgereicht um den Lebensunterhalt zu sichern. Es bringt nichts auf den historischen Moment zu warten, wann die Revolution notwendig eintritt. Die tritt dann ein, wenn sich die Arbeiterklasse ihre Ausbeutung nicht mehr gefallen lassen will.
Der Gegensatz zwischen Idealismus und Materialismus sollte einem Gegner des Kapitalismus aber schon geläufig sein, weil er ansonsten aus seinen Wunschträumen nicht herausfindet. Und die Menschen sind natürlich lernfähig, allerdings in erster Linie durch ihre Erfahrungen mit der materiellen Welt in der sie leben und weniger durch die Ideale und moralischen Ergüsse einer geistigen Elite. Und natürlich sucht das Volk nach „Schuldigen“ wenn das Wohlstandsversprechen der herrschenden Ideologie nicht mehr der praktischen Realität entspricht. Da sind die Menschen nun mal so wie sie sind und Belehrungen wenig erfolgreich. Der „Kampf gegen rechts“ dürfte so letztlich dem Populismus unterliegen.
Einerseits ist der Zeitpunkt schon gekommen, andererseits lässt er weiter auf sich warten. Aber der Druck im Kessel wächst. Wie die Wut im Fingerhut.
Wie sie sich auswirken werden, ist ebenfalls nicht entschieden. Sie sind schon einmal ‚erfolgreich‘ kanalisiert worden.
Auch nach mehrmaligem 360°-Wenden, man kann auch von Routieren sprechen, verbleibt der Autor, wie auch anderswo, im kapitalistischen Kreislauf gefangen. Er setzt der nichtkapitalischen Produktionsweise einen Übergang aus der kapitalistischen voraus. So wird es nischt, weil die beherrschen Produktionsverhältnisse unberührt bleiben, der Wert dessen Hauptbestandteil bleibt und sich weiterhin autonom durchsetzt. Operationen im Umfeld, wie sie dem Autor vorschweben, vor allem im Überbau der Gesellschaft, ändern deren Basis, Wert, nicht. Lediglich eine Hemmung und Verfälschung der Wertkreisläufe zum Unwohl der Bevölkerung, siehe Praxis des sogenannten Realsozialismus, wären die Folge.
Er gehört offensichtlich zu dem Kreis der „Professoren“, den Marx meinte, die (vorbelastet von allen möglichen Wirtschaftstheorien“) die Werttheorie entgegen den „unbelasteten“ Arbeitern nicht verstehen können.
Und Marx hatte auch mit seiner Ahnung völlig recht, dass es noch sehr lange dauern würde, bis diese erkannt werden würde.
Vielleicht kommt dem Autor mal eine Ahnung, wenn er der Mahnung von Eric Hobsbawm nachgeht: Back to the roots, den ersten 3 Absätzen des Kapitel 1 von Band 1 des „Kapital“ und dort die Grundanalyse für alle folgende Aussagen findet anstatt die als „Einleitung “ ohne Bedeutung zu übersehen. Wenn er gut ist, pfeift er sich (ohne übliche Vorbehalte) die Ableitung von Dieter Wolf „Von den allgemeinen Eigenschaften, Arbeitsprodukt und abstrakt menschliche Arbeit zu sein…“ ein. Wenn er sehr gut ist, begreift er auch die Neuausgabe des „Das Kapital 1.1 – 1.5“ von Rolf Hecker und Ingo Stützle. Tipp: „1.5 Die Wertform“ erläutert die Unterschiede zu bisherigen „Kapital „-Interpretationen.
Bisher habe ich noch keinen „alten “ marxistischen Ökonomen angetroffen, der über die Hürde der sogenannten „kommunistischen „oder „sozialistischen “ Auslegung des „Kapital “ (gewaltsame politische Revolution mit anschließender „Diktatur des Proletariats“, die sich als Diktatur einer Partei erwies, die dem Proletariat befahl, was zu tun sei) zu springen. Von dieser Prämisse aus wurde dann das von Marx herausgefischt, was paßt, aber nicht das Gesamtwerk als Einheit.
Wie jetzt? Der Oberst Meyer hat was gegen Befehle? Diktatur des Proletariat bedeutet einfach Herrschaft der Arbeiterklasse und zwar eine Herrschaft gegen das Kapital. Das ist also eine nachrevolutionäre Vorstellung, wo die Arbeiterklasse die Macht schon erobert hat, es aber noch Reste der Kapitalistenklasse gibt. Sonst wäre der Begriff sinnlos, weil es das Kapital nach der Revolution nicht mehr gibt, und wenn sollte die Arbeiterklasse dann beherrschen. Antagonistische Klassen gibt es dann nicht mehr. Es gibt bloß Arbeiter, die ihre Reproduktion und die ihrer Gesellschaft organisieren.
Wenn die Arbeiterklasse die Macht hat, hatte sie die im Realsozialismus? War die nicht in der Hand der „revolutionären Vorhut“? War nicht e i n e Form der Kapitalherrschaft, der private Besitz, weitgehend abgeschafft, aber trat nicht der Staat als realer Kapitaleigner an dessen Stelle, war das nicht Stamokap in Reinkultur? Das konnte nicht anders sein, da der Wert immer noch das alles Beherrschende in allen gesellschaftlichen Beziehungen war. Den Schritt zu einer bedürfnisbestimmten Produktionsweise im Gegensatz zur wertbestimmten wurde nicht unternommen, war m E angesichts der weltpolitischen Lage auch gar nicht möglich. Die hätte neben der bestehenden kapitalistischen Produktionsweise von den Produzenten aus erfolgen müssen, sodass die bedürfnisbestimmte schrittweise die Vorherrschaft erreicht hätte. Dazu bedarf es aber friedlicher Verhältnisse in der Welt. Das wird erst dann möglich sein.
Sie machen doch die Gleichsetzung von Realsozialismus und Kommunismus. Ich sagte nicht man soll den Realsozialismus wieder einführen. Oder?
Was eine planwirtschaftliche Gebrauchswertproduktion mit der weltpolitischen Lage zu tun, leuchtet mir nicht unmittelbar ein.
„Dazu bedarf es aber friedlicher Verhältnisse in der Welt.“ – Und die gibt es erst, wenn der Kapitalismus und die zugehörigen Staatsgewalten abgeschafft sind. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, wenn das eine immer Voraussetzung des anderen sein soll. Entweder man benutzt das Argument als Entschuldigung, dass Kommunismus deshalb leider, leider nicht geht. Oder man überprüft die Argumente nochmal.
Man kann keinen Sozialismus/Kommunismus errichten, ohne eine solche Ordnung von unten, von den Produzenten, die die bedürfnisbestimmte Produktionsweise schaffen, zu beginnen. Die Entwicklung zum Realsozialismus aber verlief von oben nach unten. Das ist das, was Marx & Gen. aus der Analyse der kapitalistischen Produktionsweise schlußfolgerten. Liebknecht erinnerte nach dem Tod von Marx an die Gespräche mit ihm mit Engels und Bebel. Sie hatten sich eschophiert über die Revoluzzer, die hinter jeder Straßenecke eine Revolution erblickten. Deren Nachfolger bildeten dann die KPs, sich auf die russischen Revolutionstheorie und -Praxis orientierend, eine KP, die aus kleinbürgerlichen Kreisen erwuchs, ohne dass es ein dazu notwendiges Proletariat gab. Entsprechend schief lief es dann. Aber das zu erkennen bedarf es tiefergehender Analyse der Produktionsverhältnisse, der Wertformanalyse, um zu einer realistischen Kommunismusauffassung zu kommen. Die hier dargestellte ist die alte, unbrauchbare.
Das Problem ist nicht: 1. ob von oben nach unten oder von unten nach oben, Hauptsache das revolutionäre Bewusstsein kommt oben und unten an. 2. ob es ein notwendiges Proletariat gibt, auch Kleinbürger sind lohnabhängig, sondern ob die Lohnabhängigen ein richtiges Bewusstsein von sich als gesellschaftlich Klasse haben.
Mit anderen Worten. Wenn die Gesellschaft gar nicht aus Leuten besteht, die eine Abschaffung des Kapitalismus wollen, dann wird es eben schwierig und das heißt wiederum, dass man sie davon überzeugen muss.
Und an welcher Stelle und nach welchen Klasseninteressen macht denn der Kleinbürger die proletarische Revolution?
Unsinn.
Erstmal muss er kein kleinbürgerliches Bewusstsein mehr haben. Und wann er dann eine Revolution für aussichtsreich hält entscheidet er. Das weiß ich doch nicht.
Und woher soll die Bewusstsein-Änderung kommen? Durch Belehrungen wie von Ihnen? Was Sie als puren Idealisten ausweisen würde.
Das ist eine Diskussion außerhalb der Klassenfrage, rein rhetorisches Argumentieren, substanzlos.
Ende!
Ich verstehe nicht so recht, wovon Sie da reden. Mutmaßlich haben Sie den erwähnten Band „1.5 Die Wertform“ einfach nicht in Händen gehalten. (Auf der Webseite des Dietz-Verlages liegt seit 2020 eine pdf-Version zum kostenlosen Download.)
Jedenfalls enthält der Band fünf Ausschnitte aus Marxschen Texten (1859 bis 1875, zwei aus MEW, drei aus der MEGA; dazu eine Überarbeitung eines Texts von Most), die allesamt seit einer ganzen Weile bekannt sind. Der Verlag spricht davon, dass er „den Anfang der Erstauflage [des Kapitals] erstmals allgemein zugänglich“ mache – vermutlich wohl deshalb, weil die Erstauflage von 1867 eigentlich nur noch in Form des Bandes II.5 MEGA2 kursiert.
Was nun die „unterschiedlichen Interpretationen“ angeht, so sind es, wenn überhaupt, die Marxschen, denn nur Marx kommt zu Wort und der Band zeigt, wie Marx die Darlegung ein und desselben Gegenstandes im Zeitraum von 16 Jahren verändert hat.
Ach, du meine Güte, da sind mal wieder Träumer unterwegs, die glauben, das unselige Rad des Sozialismus unter neuen Bezeichnungen und Ummäntelungen zum elfen Mal erfinden zu müssen …
Na ja, jede Generation macht erneut ihre Fehler, und dass die Menschen aus der Geschichte nichts lernen, ist das Einzige, was man aus der Geschichte lernen kann.
—
Sehr verräterisch dieser naive Satz:
„In der Gesellschaft des guten Lebens wird es demokratisch kontrollierte Gremien geben, die darüber befinden, wie im Einzelfall des Betriebs die Proportion der zwei genannten Zwecke aussieht. “
Der gute große Bruder, das kluge Komitee, das weise Politbüro usw. usf.
Hatten wir doch alles schon!
Auch, dass es in Wahrheit dann eben doch nicht demokratische Gremien sein würden, weil erfahrungsgemäß die Toleranz im Sozialismus bei der Behandlung politisch Andersdenkenden aufhört bzw. deren Deckelung dazugehört.
—
Nicht, dass die heutige kapitalistische Ordnung besser sein, nein, das nicht.
Pest oder Cholera, das ist es!
Was Linke „Kapitalismus“ nennen, ist in Wirklichkeit doch bloß eine Mischung von Herrschaft und von dem erlaubren Bestreben, unter Nutzung aller zeit- und raumtypischen Gegebenheiten wohlhabender oder reicher zu sein als andere.
Mehr ist es nicht!
Und wenn man das eine „Akkumulationspiel“ gestoppt oder verboten hat, so entsteht alsbald ein neues. Und meistens sind dann diejenigen, die davor das alte abgeschafft haben, beim neuen vorn dabei. Oder spätestens deren Kinder und Enkel.
Ach Wirth wer ist denn da der größere Träumer? Jene die sich um einen gangbaren Ausweg bemühen oder jene die meinen die Gemetzel und die (kreativen) Zerstörungen endlos fortsetzen zu können ohne selbst davon betroffen zu sein.
Und ja, die kapitalistische (nennen wir es Ordnung) ist mit absoluter Gewissheit nicht besser, sie ist schon per inherenter Konstruktion viel schlechter. Innerhalb dieser besteht nämlich überhaupt kein Anspruch auf Wohlfahrt der Gemeinschaft.
„Auch, dass es in Wahrheit dann eben doch nicht demokratische Gremien sein würden, weil erfahrungsgemäß die Toleranz im Sozialismus bei der Behandlung politisch Andersdenkenden aufhört bzw. deren Deckelung dazugehört.
Nicht, dass die heutige kapitalistische Ordnung besser sein, nein, das nicht.“
Ist der Gegensatz überhaupt zulässig? War das eine Gesellschaft, die den Namen „Sozialismus “ verdient oder war das eine, in der der Staat real als Gesamtkapitalist agierte?
Solange nicht eine Produktionsweise zumindest angestrebt wird, bleibt der Wert als Bewegungsgesetz des Kapitalismus dominant und es herrscht Kapitalismus.
Die Entwicklung neuer Gesellschaften dauert manchmal sehr lange und es hat schon Gründe warum heute nicht mehr so wie im Römischen Reich gelebt wird. Der moderne Kapitalismus (nicht die „Klassengesellschaft“ an sich) entstand um 1400 in Norditalien wurde aber 300 Jahre später von Papst und Aristokratie schon wieder kassiert. Aber um 1640 gab es in England einen neuen Versuch und diesmal setzte sich der Kapitalismus durch. Warum sollte es beim Sozialismus anders sein? Weiter oben hat natürlich OberstMeyer dargestellt das „das Proletariat“ im Gegensatz zum „Bürgertum“ nicht existiert, vielleicht wird es deshalb noch eine Weile Mischformen wie in China geben (das chinesische Prinzip basiert wiederum auf Lenins und Ulbrichts NÖPL-Versuchen). Die Idee das ganze an eine Partei zu delegieren hat nicht so gut funktioniert. Der Kapitalismus an sich ist am Ende man sieht es schon an immer schneller kommenden „Rettungsprogrammen“ in den letzten 25 Jahren.Ich würde also den Sozialismus nicht vollständig abschreiben wollen.
Der Ökonom Jürgen Kuczynski hat festgestellt das es der Sozialismus jetzt wie beim frühen Christentum in in erster Linie in kleinen Gemeinden überlebt und das China wahrscheinlich aus den Fehlern Osteuropas lernen wird.
(Die Studie Asche für den Phoenix Aufstieg, Untergang und Wiederkehr neuer Gesellschaftsordnungen erschien 1992 bei PapyRossa)
Bekanntlich hat die KP Chinas gegenwärtig einen 100 Jahres Plan zum Sozialismus Sie betrachtet den Sozialismus ähnlich wie Ulbricht als Übergangsstadium in dem es durchaus noch kapitalistische Elemente gibt während Honecker den Sozialismus eher als Vorstufe zum Kommunismus gesehen hat in dem es keine kapitalistischen Elemente geben dürfe (deshalb 1972 Enteignungen). Ulbrichts Weg wäre der bessere gewesen – und in dieser „Zeitlinie“ hätte es ein 1989 wahrscheinlich nicht gegeben. Aber vielleicht war es auch notwendig noch mal von vorn zu beginnen – diesmal aber richtig. Deshalb mal sehen was mit BRICS, China und so rauskommt – auf lange Sicht also 100-250 Jahre und im Globalen Maßstab. Wird nur keiner der Anwesenden mehr erleben – aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
@ Gracchus Babeuf , @ OberstMeyer , @ NCC1701D
Das grundsätzliche Problem, der grundsätzliche Irrtum bei Ihren Sichtweisen ist für meine Begriffe, dass Sie alle zu wenig realisieren, dass es DEN Kapitalismus gar nicht gibt, und dass das, was Sie „Kapitalismus“ nennen, lediglich eine zeittypische Variante des uralten Spiels „Bereichere dich“ ist. Und dieses Spiel ist fast unendlich wandlungsfähig. Schlagen Sie einen Kopf der Hydra ab, wächst ein neuer.
Deshalb ist alles Gerede von einer „Abschaffung“ des Kapitalismus kindliches Träumen.
Vom Sozialismus träumen als Religionsersatz.
Man könnte auch sagen: Sozialismus als Opium fürs Volk.
—
Gibt es denn wirklich einen so grundlegenden Unterschied zwischen dem (widerlichen) aktuellen Finanzkapitalismus, dem Industriekapitalismus des 19./20. Jahrhunderts, dem orientalischen Rentenkapitalismus, dem Kaufmannskapitalismus der Hansezeit oder dem Feudalismus des frühen Mittelalters?
Denn …
… stets ist es im Grunde dasselbe „Spiel“: Unter Ausnutzung der jeweils entwickelten technischen Möglichkeiten und individueller Spielräume in einer bestehenden politischen Ordnung wurde und wird versucht, sich von anderen abzuheben, reicher zu werden, einflussreicher zu werden als andere.
Und dieses Spiel hört nie auf. Selbst im Ostblocksozialismus ging das dann von neuem los – wenn auch auf anderen Feldern, mit anderen Akteuren und anderen Methoden.
Gut, man mag dieses „Spiel“ primitiv finden, und ich selbst beteilige mich ja auch nicht daran, weil es mir zu unreif und primitiv ist, aber es ist Teil der Natur des Menschen als Lebewesen. Es liegt im Menschen selbst begründet, dass er sich abheben will. Man kann es blöd finden, aber man kann es nicht ohne Gewalt und Erziehungsdiktatur zu ändern versuchen. Und am Ende wird man sehen, dass man doch nichts ändern konnte.
Und je verbissener man es versucht, desto schlimmer und menschenverachtender läuft der Versuch aus dem Ruder.
Da ist mir die Freiheit in Ungleichheit viel lieber als die erzwungene (relative) Gleichheit in diktatorischer Unfreiheit. Nun ja, Geschmackssache! Sie mögen das anders sehen.
—
Zum Spiel gehört auch dazu, dass es durch Revolutionen gestört werden kann und dann teilweise sozusagen neu anfängt. Ja, vielleicht sind solche Umstürze sogar ebenso notwendig wie ein Gewitter in einer zu sehr geladenen Atmosphäre. Schwer zu sagen, wann eine „Gesellschaftsatmosphäre zu sehr geladen ist! Sie ist nicht dadurch zu sehr geladen, dass manche sehr reich sind, sondern dass viele zu arm sind. Davon sind wir heute im Westen meilenweit(!!!) entfernt. So viel haben die Eliten immerhin gelernt, dass es ein Fehler wäre, die Massen hungern zu lassen.
Man sollte die Gesellschaftsprozesse ohnehin viel mehr als naturgesetzliche Prozesse ansehen:
Das Treiben der Menschen als Teil der Naturwissenschaft.
Sie sehen: Ich betrachte das von ziemlich weit weg und vollkommen illusionslos.
—
Okay, Sie werden natürlich auf die aus Ihrer(!) Sicht riesengroßen Unterschiede zwischen dem produktions- und marktorientierten Industriekapitalismus und beispielsweise dem auf Bodenrenten basierenden Feudalismus verweisen. Und ja, Sie haben nicht unrecht. Andererseits ist Ihr Blickwinkel nicht(!) der einzig möglich – und Marx´ Lehre auch nicht. Es sind sehr wohl andere Betrachtungsweisen möglich, die den Blick weiten.
—
@ NCC1701D hat die interessanteste Antwort gegeben.
Was ich darauf erwiedern muss, dürften Sie anhand des obigen schon ahnen.
Sozialismus kann eben deswegen keine gleichsam natürlich oder organisch neu entstehende Ordnung sein, weil er keine Variante des uralten Bereicherungsspieles ist, sondern etwas fundamental Anderes.
Und dieses sozialistische Andere ist nicht ohne Gewalt, Unterdrückung, Kollektivzwang, Gehirnwäsche und Diktatur möglich.
Vielleicht schade.
In der Steinzeit (marxistisch gesprochen: „Urgesellschaft“) war es noch möglich, aber je mehr technischer Fortschritt gegeben ist, desto weniger ist es noch möglich.
Die Technik ist schuld.
Es gibt kein Zurück in die Steinzeit.
Ja, vielleicht schade. Ich bin tatsächlich am Ende meiner natürlichen Lebenserwartungen, nach dem Scheitern so vieler Versuche, eine Gesellschaft anders zu organisieren und als Zeitzeuge so vieler Siege der puren Brutalität, der blanken Gewalt, immer wieder geneigt, ähnliche Thesen zu vertreten : Es will der Menschheit nicht gelingen, sich über so ein tierisches “ Fresse, um nicht gefressen zu werden“ zu erheben. Und angesichts der Tatsache, dass man technisch über die Mittel verfügt, die eigentlich sehr kurze Geschichte der Menschheit zu beenden und dem geradezu besinnungslosen Handeln, dass diese Option überhaupt nicht bedenkt oder wissentlich in Kauf nimmt, bin ich geneigt zu resignieren. Dann soll es eben so sein.
Zuletzt ist es dann auch egal, ob man wie der Lage ist, die inneren Gesetze der bürgerlichen Gesetze zu analysieren und zu beschreiben. Ich denke schon, dass das geht und auch, dass man mit Marx sehr weit kommt, ohne dass man zweihundert Jahre alle Texte kanonisiert. Aber was soll’s? Es ändert nichts. Wo auch immer man die Ursachen verortet – die Barbarei setzt sich durch. Die meisten von uns können dankbar sein, das me ein einigermaßen gutes Leben führen konnten. Ein historischer Zufall, nicht mehr.
@ 1211
Ja, schade.
Wir sehen die Dinge ähnlich.
Gut geschrieben:
„Die meisten von uns können dankbar sein, dass wir ein einigermaßen gutes Leben führen konnten. Ein historischer Zufall, nicht mehr.“
—
Wo es allerdings für meine Begriffe sehr wohl Fortschritt geben kann, das ist auf der Ebene des einzelnen Individuums. Dort sind Entwicklung und Reifung nicht nur möglich, sondern die große Aufgabe. Allerdings ist die Zeit begrenzt.
Dass es gleichzeitig – trotz ähnlicher Prägung – so extrem unterschiedlich gereifte Menschen gibt, das ist für mich täglich wieder ein Grund zur Verwunderung. Da kommen mir dann manchmal asiatische Vorstellungen zu Karma und Seelenwanderung sehr plausibel vor.
Traurig nur, dass jeder Einzelne – und auch jedes nachgeborene Kind – anscheinend dazu verurteilt ist, bestimmte Erfahrungen selbst zu machen und neu zu lernen … So wiederholen sich die Versuche und Irrtrümer und haben lediglich angesichts der sich ändernden Zeitumstände und Moden dann jeweils eine etwas andere Färbung.
Das ist am Samstag 15.02.2025 in Gaza passiert:
https://vimeo.com/1068435688
Auf dem Video sieht man eine Freilassung von Gefangenen.
Länge: 2:58 Minuten
Sie können den Link gerne rumschicken, wenn Sie möchten.
Kommunismus funktioniert nicht. Ist das beschriebene System kommunistisch? Schwierig zu sagen, es wäre jedenfalls sehr bürokratisch, sehr teuer und vermutlich ineffizient und einige Beschreibungen sind naiv, bzw. würden mir nicht gefallen. An den entscheidenden Stellen kommen nämlich nur Floskeln, wie
Da nicken alle mit den Köpfen, aber was heißt das eigentlich?:
1) Diejenigen die diese Produkte herstellen, dürften das nicht mehr (massiver Eingriff in die persönliche Freiheit).
2) Wer legt fest, was „nutzlos“ und „schädlich“ ist? Die Politkader? Jedes mal eine Volksabstimmung? Oder darf nur noch für den „Grundbedarf“ produziert werden, weil alles darüber hinaus dekadenter Luxus ist, den niemand wirklich braucht?
Das funktioniert so nicht! Und wenn Genossenschaften derart überlegen wären, wie das hier suggeriert wird, wieso setzen sie sich dann nicht von selbst durch? Ich vermute, das liegt daran, dass wirtschaftlichen Prozessen eine gewisse Entscheidungshärte innewohnen muss, ich weiß, damit haben Linke Probleme, aber nur das garantiert eine hohe Effizienz, hohe Flexibilität und hohe Innovationskraft, wenn jeder Depp überall mit reinreden kann, geht gar nichts mehr voran und alles wird moralisch überfrachtet.
Man sagt auch nicht umsonst „Konkurrenz“ belebt das Geschäft, denn genauso ist es. Zusammenarbeit macht tatsächlich oft Sinn, aber ohne Konkurrenz ist der Anreiz dafür weg und der Tritt in den Arsch, um sich aus der Comfort-Zone zu bewegen, fehlt auch („warum was tun, das Zeug verkauft sich doch auch so?“)…
Nein, einige der Vorschläge sind durchaus brauchbar, aber insgesamt ist es mir zu vage und zu kollektivistisch, es hätte vermutlich nicht lange Bestand (zumindest in einer Demokratie)…
Klar funktioniert Kommunismus.
„(massiver Eingriff in die persönliche Freiheit)“ – Na aber klar doch. Die persönliche Freiheit ist die Freiheit des Kapitals die Arbeiterklasse auszubeuten – und die wird natürlich unterdrückt.
Nutzlos ist, was nichts nützt. – Die Frage ist nicht wer das festlegt, sondern an welchem Nutzen gemessen. Das lässt sich sachlich ermitteln.
Was hast du gegen Volksabstimmungen? Es ist doch seltsam, wie angebliche Demokraten, plötzlich zu Parteioligarchen werden. Für solche Fragen gibt’s dann ne App. Wo ist das Problem?
Dekadenter Luxus wird natürlich nicht mehr produziert werden, eben weil dekadent. Ansonst ist Luxus doch sowieso bloß der Name dafür, dass es sich nur Kapitalisten leisten können. Gute Gebrauchswerte gibt es natürlich für alle. Es ist halt wenig vernünftig, wenn die Produktion eines Gebrauchswert soviel gesellschaftliche Arbeit verschlingt, dass andere Gebrauchswerte in Mitleidenschaft gezogen werden.
Genossenschaften gibt es zuhauf im Kapitalismus. Gesellschaftsweit setzt sich genosssenschaftliches produzieren nicht durch, weil das verboten ist und weil das Privateigentum gilt.
Produktionsentscheidung im Kommunismus werden sachlich getroffen. Deppen dürfen da sowieso nicht mitreden, sondern nur die sich Expertise in der Sache erworben haben und deshalb dürfen sie auch nicht „überall“ mitreden, sondern auf dem Gebiet wo sie Ahnung haben. Und wenn die Entscheidung getroffen ist wird sie selbstverständlich „hart“ umgesetzt und zwar solange bis es sachliche Gründe gibt etwas zu verändern.
„Anreiz“ ist ein beschönigender Ausdruck für den Zwang der sich gegenüber dem Einzelkapital gelten macht, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen. „Konkurrenzanreiz“ ist Propaganda. Das mit dem „Tritt“ d.h. körperliche Gewalt liegt da schon näher an der Wahrheit. Und darauf kann ich gerne verzichten. Man muss mich nicht schlagen, damit ich gute Produkte für mich und andere produzieren. Das mach ich schon aus Eigeninteresse, wenn die Gesellschaft nicht kapitalistisch organisiert wäre.
Ein echter Scheinregen, wie stets inklusive Projektionen. Denn es gibt wohl kaum etwas ineffizienteres als die kapitalistische, nennen wir sie Ordnung. Deren einziger Selbstzweck ist nämlich die Veruntreuung, dergestalt, einer Formierung von Gesellschaft zur parasitären Bereicherung einer kleinen Minderheit.
Und dann wird einmal Freiheit gefordert, aber doch wohl nur für wenige Auserwählte, denn im Gegenzug wird beklagt, daß jeder Depp(sic) mitreden soll und Volksabstimmung geht auch nicht.
Wegen Konkurrenz und Anreiz geb ich dir noch was anbei:
Wie der Mensch korrumpiert wird
19. Januar 2020 Andreas von Westphalen
In der kapitalistischen Gesellschaft wird häufig auf die falsche Art der Motivation gesetzt. Dies hat verheerende Folgen
Nicht nur in Erziehung und Schule ist eine zentrale Grundfrage, was den Menschen motiviert. Auch in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Was motiviert den Menschen zum sozial verträglichen, zum altruistischen Verhalten? Was zum Lernen und zur Arbeit?
Gemeinhin wird zwischen zwei Formen der Motivation unterschieden: intrinsischer und extrinsischer. So sind Menschen intrinsisch motiviert, wenn sie beispielsweise ein Buch lesen, weil sie hieran ein Interesse verspüren oder einfach Lust darauf haben. Lesen sie hingegen das Buch, weil der Lehrer es verlangt, eine Strafe droht oder eine kleine Belohnung für die Lektüre winkt, so sind sie extrinsisch motiviert.
Allgegenwart extrinsischer Motivation
Es ist augenscheinlich, dass derzeit die allgemeine Überzeugung herrscht, dass der Mensch am besten und erfolgreichsten extrinsisch motiviert wird. In der Schule wird für Noten in der nächsten Prüfung gelernt und ein mögliches Sitzenbleiben dient als stete Abschreckung. (Eine weitere Motivation: 40 Prozent der Schüler erhalten Geld für gute Schulnoten und ein knappes Viertel der Kinder bekommt die Mithilfe im Haushalt ausgezahlt).
In der Berufswelt wird die Arbeit durch das Gehalt bezahlt und mit einer möglichen Gehaltserhöhung oder durch Boni und Beförderung zusätzlich motiviert. Und nicht zuletzt basiert auch die Sozialpolitik auf der Überzeugung, dass der Mensch am besten extrinsisch motiviert werden kann. Mit Zuckerbrot und Peitsche. Entsprechend lautet das Motto: Fördern und Fordern.
Geld wirkt
Geld spielt im Kapitalismus die zentrale Rolle des Motivators. Oder, um es mit den Worten des Sozialwissenschaftlers Meinhard Miegel zu sagen: „Das kapitalistische Belohnungs- und Bestrafungssystem (ist) von bestechender Schlichtheit.“
Tatsächlich spricht Geld direkt das sogenannte Belohnungszentrum des Gehirns direkt an. Je größer die Summe, die in Aussicht steht, desto stärker der Ausstoß an Dopamin, dem Neurotransmitter, der auch gerne mit dem vielsagenden Namen „Glücksbotenstoff“ bezeichnet wird.
(…)
Wie man Hilfsbereitschaft zerstört
In einem faszinierenden Experiment untersuchten Felix Warneken und Michael Tomasello von der Universität Harvard und dem Max-Planck-Instituts (Leipzig) den Einfluss von extrinsischer Motivation auf die Hilfsbereitschaft von 20-Monate alten Kindern (Beispielsweise versuchte ein Mann, der einen Stapel Bücher trug, erfolglos eine Tür zu öffnen, während die Kinder in ein neuentdecktes Spiel vertieft waren). Nachdem in der ersten Runde der erstaunlich hohe Grad der Hilfsbereitschaft der Kinder geprüft wurde, teilte man diese anschließend in drei Gruppen auf.
Während die Kinder aus der ersten Gruppe weiterhin keinerlei Reaktion auf geleistete Hilfe erhielten, wurde den Kindern aus der zweiten Gruppe hierfür jedes Mal ein Dank ausgesprochen, die Kinder der dritten Gruppe erhielten schließlich für jede Hilfe eine Belohnung. Nach mehrfacher Wiederholung des Tests wurde dann eine letzte Runde durchgeführt: Alle Kinder wurden wieder mit Situationen konfrontiert, die ihre Hilfsbereitschaft testeten, jedoch sollte diesmal (genauso wie in der ersten Testrunde) kein Kind eine Belohnung oder auch nur ein Lob erhalten.
Ergebnis: Die erste Gruppe zeigte weiterhin eine sehr hohe Hilfsbereitschaft, die der ersten Testrunde entsprach. Die zweite Gruppe hatte eine minimal verringerte Hilfsbereitschaft. Die dritte Gruppe jedoch, die zuvor jedes Mal eine Belohnung erhalten hatte, zeigte einen fast vollständigen Zusammenbruch ihrer Hilfsbereitschaft.
Das Experiment demonstriert, dass die intrinsische Motivation nicht nur der Natur des Menschen entspricht, sondern auch besser und dauerhafter motiviert als extrinsische Anreize. Es zeigt aber auch ein fundamentales Problem: Die hohe und intrinsisch motivierte Hilfsbereitschaft des Menschen läuft Gefahr zerstört zu werden, wenn man sie durch extrinsische Motivation ersetzt.
(…)
Wie man Altruismus zerstört
Zwei Beispiele bestätigen, dass extrinsische Motivation im Allgemeinen und Geld im Besonderen schnell den natürlich vorhandenen Altruismus zerstören können. Wie eine großangelegte Studie von Richard Titmuss (London School of Economics) belegt, erwarten nicht einmal zwei Prozent der Blutspender eine Gegenleistung. Fast alle Spender erklären, schlicht anderen Menschen helfen zu wollen. Wenn allerdings die Spendenbereitschaft mit Geld honoriert wird, verringert sich diese Spendenbereitschaft sogar.
Ein weiteres Experiment kam zu einem vergleichbaren Ergebnis: Jugendlichen, die einmal pro Jahr für einen wohltätigen Zweck Spenden sammelten, sollten zusätzlich motiviert werden, indem ihnen versprochen wurde, ihren Einsatz mit einem Anteil an der erzielten Spenden zu bezahlen. Man sollte meinen, die Spendeneinnahmen würden nun deutlich steigen. Das Gegenteil jedoch war der Fall.
Extrinsisch motiviert sammelten die Jugendlichen nun lediglich zwei Drittel ihres ursprünglichen Ergebnisses. Ähnliches wurde auch in der Schweiz beobachtet. Wurde Freiwilligenarbeit finanziell belohnt, ging das Engagement der Freiwilligen zurück.
Nicht weniger als 128 Studien konnte eine Meta-Analyse aus dem Jahr 1999 aufführen, die nachweisen, dass extrinsische Anreize die intrinsische Motivation insbesondere bei Kindern verringerten.
Es kann kaum Zweifel bestehen, dass der Mensch für viele Aufgaben im Allgemeinen und für Altruismus im Besonderen von seiner Natur aus intrinsisch motiviert ist. Die Überzeugung hingegen, der Mensch helfe, arbeite oder lerne nur oder besser, wenn er hierfür belohnt wird, führt in Wirklichkeit gerade zur Zerstörung des gewünschten Verhaltens. Leicht überspitzt kann man mit dem Sachbuchautor Alfie Kohn formulieren, dass Belohnungen nur ihre eigene Nachfrage steigern.
Experimente zeigen allerdings, dass extrinsische Motivation bei Aufgaben hilfreich ist, für die Menschen schwer eine innere Motivation finden: Bullshit-Jobs.
(…)
Der Mittelpunkt jeder Utopie
Menschen extrinsisch zu motivieren, anstatt der intrinsischen Motivation der Menschen zu vertrauen, ist offenbar in vielerlei Hinsicht ausgesprochen bedenklich. Tatsächlich droht der konsequente Einsatz extrinsischer Motivation gerade den Menschen hervorzubringen, der tatsächlich nur noch extrinsisch motiviert werden kann, weil die wunderbare natürliche Begabung des Menschen, für Altruismus und Lernen intrinsisch motiviert zu sein, zerstört wurde.
Die falsche Gewissheit über die Natur des Menschen kann daher also gleichsam zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden, denn in der Realität von Gesellschaft und Wirtschaft herrscht unbestritten das kapitalistische Menschenbild. Mit gravierenden Nebenwirkungen.
Richard David Precht gibt daher zu Recht zu bedenken: „Die intrinsische Motivation – das selbstbestimmte Interesse – muss im Mittelpunkt jeder Utopie stehen.“
https://web.archive.org/web/20230502220956/https://www.telepolis.de/features/Wie-der-Mensch-korrumpiert-wird-4639977.html?seite=all
Ganz böser Artikel, darum mußte der auch wegzensiert werden.
Yuri Slezkine „ Das jüdische Jahrhundert“ …. mehr muss man nicht wissen.
Was für ein Dilemma.
Kommunismus als Staatsprogramm funktioniert(e) nicht, weil er kein Kapitalismus ist.
Und Kapitalismus als Staatsprogamm funktioniert, weil er kein Kommunismus ist.
Die lebensfeindlichen Gemeinsamkeiten beider Staatsprogramme sind allerdings unübersehbar: neben zig Millionen zählenden Leichenbergen weltweit, eine mehrheitlich mit Arbeit und Armut zugeschissene Sklavenexistenz für fast jedermann.
Ein Dilemma allerdings nur für diejenigen, die begriffslos rechten wollen, welches dieser (selbst)mörderischen Staatsprogramme nun das gerechtere, bessere und effizientere war oder ist.
Kein Dilemma für diejenigen, die diesen Scheißdreck aus der Welt haben wollen.
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Also bleibt nur die Anarchie.
Über 50% der bisher hergestellten Produkte und 2/3 der Job’s dienen nicht zum Wohl der Menschheit.
Vor allem, wenn man endlich den Staat abschafft, was ja eigentlich die Grundvoraussetzung für ein ernsthaftes und wirklich freies gesellschaftliches Leben darstellt.
Kommunismus ist dann, wenn jegliche gesellschaftlichen Bereiche und Mittel, zwecks gemeinschaftlicher Gebrauchsgüterproduktion, sich unmittelbar in den Händen der horizontal organisierten Produzenten des gemeinschaftlichen Reichtums befinden.
Nenn es Anarchie, Rätedemokratie, Libertären Kommunismus oder halt Kommunismus.
Du hast den Unterschied zwischen Kommunismus und Anarchie, wie so viele hier, eben auch nicht verstanden.
Und der wäre?
„Anarchie“ ist generell ohne Staat.
Keine Herren, keine Sklaven. 😉
Das heißt nicht, das es vielleicht kommunistische oder soziale Elemente geben könnte, aber Anarchie ist generell von dieser Art Hierarchie befreit.
..es könnte in so einer schönen Anarchie auch massiv faustrechtliche Elemente geben …
Die horizontale (Selbst) Organisation ist das Gegenteil von Hierarchie. Wie schnell das allerdings flöten gehen kann, wenn man nicht aufpasst und das nicht immer ausschließlich aufgrund konterrevolutionärer Bestrebungen passiert, kann man am raschen Zerfall anarchistischer Strukturen in Katolonien/Aragon, nach dem vorläufigen Sieg über die Franco-Faschisten, studieren.
Mal von der Frage abgesehen, wie sich Verbaldiarrhoe mit den Kommentarregeln von Overton verträgt: mit welchen alternativen Visionen können Sie aufwarten?
Wenn es etwas Dümmeres gibt als rechtes Spiessbürgertum, dann ist es das besserwisserische linke Spiessbürgertum.
„Fehlt es an Bewusstsein für die institutionellen und strukturellen Umrisse einer gesellschaftlichen Alternative, so beeinträchtigt das diejenigen, die mehr bzw. anderes wollen als das, was sich im Kräftemessen von Interessengruppen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft mit kapitalistischer Ökonomie durchsetzen lässt. “
Es fehlt nicht am Bewusstsein, es fehlt an einem Beleg dafür, dass ein nicht-kapitalistisches ökonomisches System im einer Welt voller habgieriger Menschen überhaupt möglich ist, du Clown! Schau Dir doch mal die Jahrzehnte an, in denen nach jeder angeblichen Abkehr vom Kapitalismus durch eine Revolution, oder Ähnlichem, der Weg AUSNAHMSLOS wieder zum alten System der Habgier zurückkehrte.
Deine vorgetragenen Ideen sind nichts als Hirn-Wichserei und haben keinerlei Bezug zur tatsächlich existierenden Welt. Immer derselbe Mist mit dem Leute manipuliert und verdummt werden sollen…
Was glauben Sie eigentlich, warum es überhaupt so etwas wie eine Rentenversicherung oder eine für Arbeitslosigkeit gibt? Oder eine allgemeine Krankenversicherung, wie immer deformiert und abgewichst diese im einzelnen sind.
Im übrigen gibt es ausreichend Belege dafür, dass ‚ein nicht-kapitalistisches ökonomisches System in einer Welt voller habgieriger Menschen möglich ist‘. Selbst wenn Sie ’nicht-kapitalistisch‘ durch ‚klassenlos‘ ersetzen.
„Schau Dir doch mal die Jahrzehnte an, in denen nach jeder angeblichen Abkehr vom Kapitalismus durch eine Revolution, oder Ähnlichem, der Weg AUSNAHMSLOS wieder zum alten System der Habgier zurückkehrte.“
Oh Mann sie sind aber auch ein Clown. Erst fordern sie einen Beleg, dass eine nicht-kapitalistische Ökonomie möglich ist und einen Satz später liefern sie den Beleg selbst. Na wenn die vom kapitalistischen Glauben abgefallenen Jahrzehnte gebraucht haben um wieder zu good old Kapitalismus zurückzukehren, dann ist das doch der Beleg, dass es möglich ist.
Zudem sind sie ein Biologist. Die „Habgier“ der Menschen ist durch den Kapitalismus produziert. Sie machen bloß aus der kapitalistischen Notwendigkeit der Geldbeschaffung, um überhaupt existieren zu können eine Charakterfrage oder eine Wesensfrage der Spezies Mensch. Das ist der sogenannte „stumme Zwang der Verhältnisse“. Nicht die Habgier produziert den Kapitalismus, sondern der Kapitalismus produziert das, was ihnen als Habgier erscheint. Typisch notwendig falsches Bewusstsein ihrerseits.
Die Welt in der wir leben:
Drei kurze Videos zum geniessen:
https://www.instagram.com/p/DGLfuu-Iksk/?locale=bet888%2Bcasino%E0%B9%80%E0%B8%A7%E0%B9%87%E0%B8%9A%E0%B9%83%E0%B8%AB%E0%B8%A1%E0%B9%88%E3%80%9055line.com%E3%80%91.nxya&hl=de
https://www.instagram.com/p/DGQswVVIEzx/?locale=bet888%2Bcasino%E0%B9%80%E0%B8%A7%E0%B9%87%E0%B8%9A%E0%B9%83%E0%B8%AB%E0%B8%A1%E0%B9%88%E3%80%9055line.com%E3%80%91.nxya&hl=de
https://www.youtube.com/watch?v=FPsU1TovH9I&t=2s
Chapeau! Overton hat mich wieder. Natürlich noch Utopie, aber eine die hoffen lässt und auf das Konto positiver Informationen aus dem Medienjungle einahlt. Packen wirs an. Jede und jeder auf ihrem und seinem Posten!
Gut, dass jemand genau durch buchstabiert, wie nicht-kapitalistisches Zusammenleben und -wirtschaften funktionieren könnte ohne totalitär zu werden.
Das ist „Schwarzbrot“ ja, aber von schwärmerischen und vielversprechenden „Törtchen“ hören wir oft genug.
Die Frage ist, in welcher Größenordnung funktioniert das noch ? Gruppe, Sippe , Stamm, Volk ?
Menschen sind evolutionär an das Leben in Gruppen von ca. 20-40 Mitgliedern angepasst. Größere Mengen zerfallen in Sub-Gruppen. Die können noch durch einen gemeinsamen Leitgedanken zusammengehalten werden, im Normalfall ein gemeinsamer Feind, aber sonst versuchen sie sich gegenseitig zu übervorteilen. Meist gibt es dann in Völkern, Staaten eine dieser Gruppen, die die Macht hat ihre Interessen gegen alle anderen durchzusetzen. Das ist die Kaste aus Superreichen, Oligarchen, deren Helfer im Staatsapparat.
Das diskutierte Beispiel Kibbuz zeigt schön, wie sehr Menschen im Freund/Feind denken verhaftet sind.
So schön es wäre, ich bin skeptisch, dass sich wesentliche Elemente eine nichtkapitalistischen Ordnung auf Strukturebenen jenseits kleiner Gemeinschaften, Genossenschaften durchsetzen lassen werden.
„Die Gesellschaft der Guten Lebens“: Great Reset meets Platons Kallipolis. Auf den ersten Blick die niedliche Beschreibung für den uneingeschränkten Verfügungsanspruch zur Durchsetzung eines Wertesystems. Das nennt man übrigens Totalitarismus. Die beschriebene Gesellschaft des Guten Lebens ist die Anleitung zur Installation der Hölle auf Erden für die Beherrschten. Der Wege zur schrankenlosen Gewalt- und Willkürherrschaft ist dann nicht mehr weit.
„Die Gesellschaft der Guten Lebens“ funktioniert nur „OHNE“ einen Staat.
Das ist eine Grundvoraussetzung, damit nicht das wieder passiert.
Das klingt für mich alles unheimlich nach „Du wirst nichts besitzen und glücklich sein“. Und genau das ist es auch. Aus dem Text quillt die Steuerung und Kontrolle jedes einzelnen privaten Lebensdetails geradezu heraus. Aber wer steuert, wer kontrolliert? Genau an dieser Stelle werden die Ausbeuter und Bedrücker angreifen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche (früher war).
Diese „Gesellschaft des guten Lebens“ ist eine Dystopie der totalen Kontrolle und Überwachung, mit buntem Anstrich. Sonst nichts. Stammt wohl direkt aus den Denkfabriken des WEF.
Wer das will, hat Freiheit und Selbstbestimmheit aufgegeben – oder will zu den Funktionären, Steuermännern und Kontrolleuren gehören, die über dem ganzen stehen. Nun, das wird der Autor wohl gewiss nicht erreichen – wenn er nicht wenigstens ein paar Milliarden auf seinem Konto hat. Aber als willfähriger Büttel wird er allem gebraucht und gerne gesehen.
„Der Stellenwert des Privateigentums lässt sich verringern durch die Ausweitung der öffentlichen Daseinsvorsorge.“
Das Privateigentum ist konstituierend für den Kapitalismus. Das Privateigentum einzugrenzen oder dem Stellenwert des Privateigentum auch nur verringern zu wollen, heisst den Kapitalismus zu überwinden. Wer das sehen will, der muss nach China schauen. Alles andere sind spinnerte Traumtäbzereien.
„Im Kapitalismus bemisst sich der Reichtum an der Verwertung des Kapitals. “
Reichtum kommt nicht irgendwoher, er wird auch im Kapitalismus geschaffen. Es ist die Arbeit, die den Reichtum schafft, ausschließlich.
Erst durch die private Aneignung der Ergebnisse der Arbeit anderer, gelangt der Einzelne zu seinem Reichtum. Genau diese Aneignung realisiert er durch sein privates Eigentum am Kapital, seinen Kapitalbesitz. Den Rahmen dafür bildet der sogenannte Rechtsstaat, der regelt, wer sich wieviel vom Kuchen der geleisteten Arbeit abschneiden darf. Eine Arbeit die nur in gesellschaftlicher Arbeitsteilung organisiert werden kann. Die Effizienz dieser Aneignung durch den Einsatz seines Kapitals beschreibt der Profit. Es sind die Bedingungen der Konkurrenz, die den Kapitaleigentümer zwingen, nach maximalem Profit zu streben, bei Strafe des Verlustes seines Kapitalbesitzes.
Wer über eine andere Wirtschaft reden will, der muss zuerst über die Rolle der Arbeit, deren Organisation, deren Aneignung reden und darüber, ob sie Bedürfnisse befriedigen soll oder ob sie nur der Warenproduktion, also dem profitorientertem Einsatz privaten Kapitals frönt.
Es gibt sehr wenige Dinge, die man als persönliches Eigentum braucht. Z.B. wären 2 Waschlappen pro Person aus Gründen der Hygiene sinnvoll. Auch ein persönlicher Hocker, den man als Vielzweckgegenstand nutzen kann, gehört dazu. Es sind nämlich nicht alle Beine gleich lang und auch nicht alle Arme. Auf einem Hocker, weiterentwickelt zum Stuhl mit Lehne, kann man auch stehen. Dann braucht man als eher kleinwüchsiger Mensch nicht für jeden Apfel auf den unteren Ästen eine Leiter… . In dieser Debatte wird nicht nur hier ständig darauf verzichtet, zwischen diesen beiden Aspekten zu unterscheiden – gerade von Mitmenschen, die zu einem gewissen Stolz neigen wegen ihres großen sprachlichen Differenzierungsvermögens.
Ist ein gekaufter Waschlappen angeeignete Arbeit? Muss man ihn selber stricken? Wen enteignet der Käufer des Baumwollfadens?
„Wer über eine andere Wirtschaft reden will, der muss zuerst über die Rolle der Arbeit, deren Organisation, deren Aneignung reden und darüber, ob sie Bedürfnisse befriedigen soll oder ob sie nur der Warenproduktion, also dem profitorientertem Einsatz privaten Kapitals frönt.“
Sich auf einer konkreten Grundlage mit der Klärung zu beschäftigen, statt auf einer ideologischen, wäre schon mal ein brauchbarer erster Schritt. Frigga Haugs Ansatz der „Vier-in einem-Perspektive“ [https://www.inkrit.de/frigga/documents/DA291_fh.pdf] halte ich für einen guten und konkret inhaltlich füllbaren Ansatz, der den Versuch macht ALLE Rechte ALLER Menschen zu beschreiben. Es liegt nämlich nicht im Interesse jeden Mannes, so viel Zeit in abhängiger Arbeit zu verbringen, wie zur Ernährung „seiner“ Familie nötig ist. Genau aus diesem Grund wird Frigga Haugs Ansatz weder von sich feministisch nennenden Kreisen zur Kenntnis genommen noch von Männern, die Macht für das wichtigste Geschlechtsmerkmal halten.
Schade, dass mein kurzer Text offenbar zu soviel Missverständnissen und Unverständnis geführt hat.
Eines davon will ich versuchen aufzulösen: Wenn Du Dir den Waschlappen kaufst, dann kaufst Du eine Ware. In dem steckt natürlich menschliche Arbeit, genauer abstrakte Arbeit. Du kaufst eine Ware auch dann, wenn Du sie für Dich wegen des privaten Gebrauchswertes kaufst.
Mit der Aneignung von Arbeit ist genauer die Aneignung von Arbeitskraft gemeint. Der Arbeiter verfügt nicht über den von ihm (mit) hergestellten/veredelten Gegenstand, also den Waschlappen. Den besitzt der Kapitaleigentümer, der ihn irgendwann zu Ware macht und sich darüber die Arbeit(sleistung) des Arbeiters aneignet. Der Arbeiter hat keinerlei Eigentumsrechte an der von ihm geschaffenen Ware.
Der Arbeiter wird lediglich entlohnt, entsprechend des vereinbartes Wertes für seine Arbeitskraft. Alle Werte, die der Arbeiter über den vereinbarten Tauschwert seiner Arbeitskraft hinaus schafft, die eignet sich der Kapitalbesitzer an. Und damit eignet er sich die Arbeit des Arbeiters an.
Oder wie es Georg Lukacs prägnant zusammenfasste: „Klassenkampf ist die Einsicht des Arbeiters, dass er eine Ware ist“
Was Frigga Haug sagt, wird von dem oben genannten wenig bis gar nicht berührt. Allerdings beziehe ich beim Denken auch die Bewegungsgesetzes des (wirtschaftlichen) Handelns mit ein und abstrahiere nicht von Ihnen (bzw. vernachlässige diese). Schließlich soll es auch funktionieren. Dialektisch nannte man ein solches Vorgehen früher…, ideologisch heute.
Wir reden, glaube ich, aus einem leider sehr häufigen Grund, aneinander vorbei: Die wenigsten Menschen, die sich auf Marx berufen sind Materialisten. Der Materialismus als solcher hat eine mittlerweile Jahrtausende alte Tradition. Wer materialistisch denkt, fängt nicht bei der theoretischen Grundlegung an, sondern bei den materiellen Bedingungen, die für die Individuen einer Art gegeben sein müssen, damit sie sich leidlich wohlfühlen. Hier und anderswo wird politisch fast ausschließlich moralisch argumentiert. Hat auch die DDR in weiten Teilen so gemacht. Mit ganz wenigen Ausnahmen, denen man trotz Distanz zur SED-Politik das Leben oft nicht allzu schwer gemacht hat. Was in einer Iedeologie im wesentlichen versteckt ist, ist eine Idee. Sonst wäre es keine, sondern in Vorschlag zur Verbesserung der Zustände. Warum wird so krampfhaft die Annahme vermieden, für mittlerweile 8, 3 Mrd. sei vielleicht einfach nicht genug Futter zu beschaffen? Als Menschenfutter tauglich und überlebensnotwendig sind halt nur bestimmte Stoffe. Dass ein begrenzter Raum dafür unendliche Vorräte dauerhaft bereitstellt, noch dazu unter umfassend klimatisch optimalen Bedingungen – so etwas kann man als Materialist doch nur als Scherz betrachten. Das Paradies hat Grenzen! Für ALLE Arten. Mir hängt diese von fast ALLEN Menschen angenommene theoretische Exzeptionalität des Menschen zum Hals heraus.
Arten, die unter ungünstigen Bedingungen leben – und das kann auf der Erde sehr leicht passieren – werden weniger. Punkt. Manhcmal sterben sie auch aus.
In der Sache eine Stimme aus meiner Verwandtschaft: Was kann mensch an einem Tier essen, sprich nahrungstechnisch verwerten? ALLES, mit Ausnahme der Knochen. Er macht es aber nicht. Zur Abhilfe muss man keine Eiweißauszüge aus Sojabohnen mit Wasser mischen.
In aller Kürze: Konkrete Fragen brauchen konkrete Antworten.
Privateigentum ist konstituierend für Freiheit und ist ein Naturrecht.
Man muss total Marxquark-verblödet sein, um das nicht mehr erkennen zu können.
Privateigentum ist nie das Problem gewesen und ist es auch heute nicht – erst wenn eine Gesellschaft es zulässt, dass Reiche _unverdient_ immer reicher und reicher werden können (indem sie „ihr Geld arbeiten lassen“), wird es krank und pervers und abartig.
Wer Privateigentum ablehnt und abschaffen will und dabei verschweigt, dass dann die Verfügungsgewalt ÜBER ALLES einfach bei anderen liegt, seien das nun undurchsichtige Bürokratien, Funktionäre oder korrumpierbare Organisationen, der betreibt allgemeine Verarschung.
Man kann nicht einfach so tun als ob es ohne Privateigentum kein Eigentum (Verfügungsgewalt, Ausschlussgewalt, Verteilungsgewalt) mehr gäbe (bzw. man kann so tun, aber beweist damit seine Blödheit). Ohne Privateigentum GEHÖRT ALLES den ganz Wenigen mit viel Macht, die schon heute viel zu viel haben.
Bürgerliche Intellektuelle müssen schon aus Sozialisierungsgründen an einer nachkapitalistischen Perspektive scheitern. Wie hoch muss man da die Leistungen von Marx und Engels einschätzen, die die geistigen Grenzen ihrer Klasse überwinden konnten.
und weil das hier anscheinend viel, nicht nur ein klaudie, so bekloppt sehen bzw. sich haben entsprechen verblenden lassen, nochmal:
!!! Privateigentum ist konstituierend für Freiheit und ist ein Naturrecht !!!
Man muss total Marxquark-verblödet sein, um das nicht mehr erkennen zu können.
Privateigentum ist nie das Problem gewesen und ist es auch heute nicht – erst wenn eine Gesellschaft es zulässt, dass Reiche _unverdient_ immer reicher und reicher werden können (indem sie „ihr Geld arbeiten lassen“), wird es krank und pervers und abartig.
Wer Privateigentum ablehnt und abschaffen will und dabei verschweigt, dass dann die Verfügungsgewalt ÜBER ALLES einfach bei anderen liegt, seien das nun undurchsichtige Bürokratien, Funktionäre oder korrumpierbare Organisationen, der betreibt allgemeine Verarschung.
Man kann nicht einfach so tun als ob es ohne Privateigentum kein Eigentum (Verfügungsgewalt, Ausschlussgewalt, Verteilungsgewalt) mehr gäbe (bzw. man kann so tun, aber beweist damit seine Blödheit). Ohne Privateigentum GEHÖRT ALLES den ganz Wenigen mit viel Macht, die schon heute viel zu viel haben.
Danke für den klaren Hinweis auf die Realität. ( Fast) jeder Mensch ist in der Lage zu lernen für sich zu sorgen, wozu die Erlangung von Nahrungsmitteln und Materialien zum Schutz vor Kälte und Nässe mit Hilfe vonWerkzeugen gehört. Die Darstellung von David Graeber, was unter Menschen bedeutet, etwas schuldig zu sein, ist dabei sehr hilfreich. Und da geht es nicht um Sesterzen, Bitcoins oder Altersrücklagen, sondern um mitmenschliche Unterstützung, die sich nicht in Mitfühlen erschöpft, sondern das letzte Brot nicht hortet, sondern teilt. Das ist die entscheidende Überlebenbedingung der Art.
Die gezielte, geplante, gewollte Verdummung fängt schon damit an, dass man mit Wörtern wie „Privateigentum“ alles meinen kann, aber nichts sagt.
Es beginnt mit Privateigentum an Überlebensnotwendigem und Elementarem: Kleidung, Schuhe, Wohnraum, Dach über dem Kopf, Heiz- und Kochmöglichkeit, Essen, Vorrat, …
Dann kommt Privateigentum an Schmuck, Luxusgütern, Mitteln der Bequemlichkeit, Prestigeobjekte, …
Dann kommt Privateigentum an Werkzeug, Maschinen, Geräten, Transportern, …
Dann kommt Privateigentum an Vermögenswerten, Geld, Zertifikate, Schuldscheine, Aktien, ….
Über, oder besser gesagt unter all dem steht Privateigentum an Grund und Boden, und dann darüber hinaus an im Boden vorhandenen Bodenschätzen und Ressourcen.
Wer das alles einfach mit dem Begriff „Privateigentum“ alles auf einmal erschlägt, betreibt schon mal Verdummung.
Und dann muss der Begriff „Eigentum“ überhaupt erst einmal geklärt werden. „eine Sache zu eigen haben“ bedeutet mW erst einmal Verfügungs- und Ausschlussrechte: man kann jemandem die Nutzung erlauben und anderen verbieten. So weit ich weiß wird juristisch der Besitz einer Sache unterschieden: Besitz bedeutet, eine Sache zur Verfügung zu haben und nutzen zu können. Und damit erhellt sich auch so langsam, was „Eigentum“, ebenso wie „Besitz“, sind: juristische Kategorien, also gedankliche Konstruktionen.
Die Verrechtlichung aller Lebensaspekte eröffnet überhaupt erst die Möglichkeit darüber zu phantasieren, Privatbesitz zu erlauben oder zu verbieten. Wenn man die Fortschreitende Verrechtlichung aller Lebensbereiche beobachtet, bis hin heute des Weltraums, des Mondes, längst schon von Wasser, bald auch von Luft (CO2 hat man schon), irgendwann auch noch das Sonnenlicht, und wenn man versteht, was das bedeutet: nämlich immer weitere und weitergehende Zugriffe anderer auf alles und jedes von jedem, und wenn man das fortdenkt wo das hinführt, so muss einem das Grauen kommen: die völlige Unfreiheit und Kontrolle nicht nur jeder Äußerung, jeden Gedankens, jeder Tätigkeit, jeder Nutzung von irgendwas bis hin zu Fortbewegung (auf fremdem Grund), Essen (fremder Nahrungsgüter), Trinken (von Wasser das einem nicht gehört), Atmen, …
Wer nicht kapiert, dass wenn man etwas nicht eigen hat, es jemand anderes zu eigen hat, ein anderer der Eigentümer ist. Nämlich der, der hinter der Verrechtlichung steht, der das ganze Organisiert, verwaltet, der, DER DIE MACHT HAT!
Wer gegen das Privateigentum schreibt, schreibt für eine Welt in der die ganz Wenigen nicht nur viel zu viel, sondern ALLES haben – und alle anderen Null und Nichts.
„Ihr werdet nichts haben und glücklich sein“ sagte der Vampir grinsend bevor er anfing, das Blut auszusaugen.
Und um es immer wieder zu betonen: den Grundstein für diese angestrebte totale Niederwerfung der Vielen unter die ganz Wenigen hat unter anderem Karl Marx gelegt. Wie überall wird auch bei Marx die ganz große Lüge unter ganz vielen kleinen, unwesentlichen Wahrheiten versteckt. Und die ganzen Marx-Anbeter heute betreiben das miese Geschäft der Ausbeuter und Bedrücker, die Marx dafür das Geld und den Auftrag gegeben haben (neben dem Kapitalisten Engels sicher auch Leute aus der „Fabian Society“ und ähnlichen Einflussorganisationen). Wer sich wundert, warum die „Linken“ niemals und nirgendwo irgend etwas erreicht und sich stattdessen ständig gegenseitig zerfleischt und damit den Ausbeuter und Bedrückern in die Hände spielt: weil Marxismus, Kommunismus etc. als alternativloser utopischer Gegenentwurf zum Kapitalismus aufgebauscht wird, der damit den Blick darauf verstellen soll, dass es gänzlich andere Ansätze und Modell gibt.
Das „links-rechts“-Gedöns dient einzig und allein den Reichen und Mächtigen – und zwar dazu, den herrschenden Denkkorridor auf genau diese zwei „Alternativen“ zu begrenzen. Und da Marxismus/Leninismus/Sozialismus/Kommunismus inzwischen historisch widerlegt sind kann keiner mehr eine sinnvolle, bewegende Alternative zum explodierenden Raubtierkapitalismus formulieren. Und genau das war und ist das Ziel. Die Utopien sind abgebrannt (worden) und neue (oder auch alte, vergessene) Utopien aufzubringen wird damit verhindert, dass man das Denken in jede andere Richtung verstellt.
Der ganze _herrschende_ öffentliche Diskurs ist gezielt auf „links“ versus „rechts“ beschränkt worden – aus dem ganz einfachen Grund: weil die Herrschenden sich beides dienstbar gemacht haben, weil die sich Beidem genau gleichgut bedienen können um ihre Herrschaft offen oder auch verdeckt, aufrecht zu erhalten.