Würde das Ende der Militärunterstützung der Ukraine zur „Auslösung weiterer Flüchtlingströme“ führen?

Kiew Bahnhof März 2022. Bild: Oleksandr Ratushniak, UNDP Ukraine/CC BY-ND-2.0

Es wird von denjenigen, die die Ukraine auch militärisch mit Waffen und Geld unterstützen, gerne gesagt, dass dann, wenn der Widerstand zusammenbrechen würde, mit einem erneutem Flüchtlingsstrom zu rechnen sei. Heute beispielsweise von Gustav Seibt in der SZ unter dem Titel „Das ist der Wahnsinn“ zum Antrag von AfD und BSW zur Beendigung der militärischen Unterstützung und der Sanktionen. Allein kurzfristigen Folgen eines Ausstiegs Deutschlands würden „unmittelbare deutsche Interessen massiv schädigen“. Dazu zählt Seibt vor allem „die absehbare Niederlage der Ukraine“ und „die damit einhergehende Auslösung weiterer Flüchtlingsströme“. Bei dieser typischen Argumentation von Kriegsbefürwortern  werden die in großen Teilen der Bevölkerung in EU-Staaten herrschende Angst vor und Abwehr von Migranten ausgebeutet, um eine Fortführung des Kriegs zu rechtfertigen, während man gleichzeitig damit sagt, dass die Menschen, vor allem die wehrpflichtigen Männer, vielleicht auch bald die Frauen, im Land bleiben und für die Geld- und Waffengeber kämpfen sollen.

Die EU hat kürzlich in diesem Sinn auch beschlossen, den ukrainischen Männern im Alter zwischen 23 und 60 Jahren, die nicht vom Wehrdienst freigestellt sind und die jetzt aus der Ukraine fliehen, keinen temporären Schutz mehr zu gewähren. Das wird explizit damit begründet, dem Staat im Krieg, der keine Kriegsdienstverweigerung anerkennt, und der EU damit zu dienen, genügend Menschen zum Kämpfen zu haben.

Um die Männer, die offenbar weder für die Ukraine bzw. die Selenskij-Regierung noch für Europa, die Freiheit oder die Demokratie etc. kämpfen oder töten wollen und in der Ukraine von Rekrutierungsteams, die zunehmend auch in Häuser eindringen,  auf offener Straße gejagt und oft gewaltsam verschleppt werden, um unter Zwang ihren Kopf hinzuhalten, kümmert man sich nicht weiter. Man spricht nicht davon, um weiter das Bild des heldenhaft kämpfenden Volkes aufrechtzuerhalten, das letztlich als Söldnertruppe für die EU gegen Russland, das geschwächt werden soll, kämpft. Ebenso wenig spricht man von den extrem rechten, nationalistischen Freiwilligenverbänden, die in die Nationalgarde und die Streitkräfte integriert wurden. Sie sehen sich in der Tradition der bewaffneten und faschistoiden Unabhängigkeitsbewegung, die an Massakern an Juden und Polen beteiligt und mit den Nazis kollaboriert haben.

Es wird auch nicht darüber gesprochen, dass weiter ein Exodus aus der Ukraine stattfindet (Ukraine: „Wir haben genügend Personal, um noch zehn Jahre und sogar länger weiterzukämpfen“). Der hat nicht erst mit dem Krieg eingesetzt, sondern bereits mit der Unabhängigkeit. Seit 1991 ist die Bevölkerung von ursprünglich 52 Millionen auf unter 30 Millionen, vielleicht auch auf 22-25 Millionen in den von Kiew kontrollierten Gebieten gesunken, wobei der Anteil der älteren Bevölkerung entsprechend wächst, die nicht mehr arbeiten. Um die 10 Millionen Ukrainer sollen Sozialversicherungsbeiträge zahlen. 2022 sind sehr schnell Millionen aus der Ukraine geflohen, auch hunderttausende Männer, die nach dem verhängten Kriegsrecht eigentlich nicht hätten ausreisen dürfen.

Vasyl Voskoboinyk, Leiter des Büros für Migrationspolitik, erklärte, die Lage in der Ukraine sei kritisch. Derzeit würden 3,5 mal so viele Ukrainer sterben als geboren würden. Zusammen mit der weiteren Auswanderung schätzt Voskoboinyk, dass die Bevölkerung der Ukraine in den letzten 12 Monaten um weitere 800.000 Menschen gesunken sei. Letztes Jahr hatte er prognostiziert, dass die Ukraine Millionen von Migranten für den Arbeitsmarkt bräuchte, was auf große Ablehnung stieß, schließlich ist zumindest ein Teil der verbliebenen Bevölkerung und vor allem Mitglieder der Streitkräfte nationalistisch-völkisch ausgerichtet und fürchten um die nationale und ethnische Identität.

Er rechnet auch damit, dass nach dem Krieg nur wenige in die Ukraine zurückkehren werden. Vermutlich werden noch mehr Männer ihren Frauen nachziehen, wenn dies möglich ist. Unabhängig vom Ausgang des Krieges wird dieser nicht die Migration stoppen, sondern könnte sie diese aus wirtschaftlichen Gründen befördern: „Wir gehen davon aus“, sagte Voskoboinyk, „dass nach Kriegsende eine neue Welle der Arbeitsmigration einsetzen könnte. Verschiedenen Schätzungen zufolge könnten weitere anderthalb bis zwei Millionen Ukrainer ins Ausland gehen.“

Will man in der EU eine weitere Auswanderungswelle verhindern, müsste eigentlich dafür der Krieg verlängert werden und dürfte die Ukraine nicht schnell in die EU aufgenommen werden. Vor allem in Polen und Deutschland, wo am meisten geflüchtete Ukrainer leben, wächst die Ablehnung, vor allem was die Milliarden an Hilfen für diese angeht. Das könnte auch ein Grund sein, warum die EU – mit Ausnahme von Ungarn – Männern keinen Schutzstatus mehr gewähren will.

Der Leiter des Meinungsforschungsinstituts „Rating“, Alexey Antipovich, meinte im April, dass jeder sechste Ukrainer so schnell wie möglich das Land verlassen wolle, vor allem Männer und junge Menschen: „Insgesamt antworteten je nach Kategorie und Methode zwischen 14 % und 18 % der Befragten in verschiedenen Umfragen sinngemäß auf die Frage: Würden Sie, wenn Sie in naher Zukunft die Möglichkeit hätten, die Ukraine zu verlassen, dauerhaft ins Ausland ziehen? 14 % der 18- bis 35-Jährigen und etwa 20 % der 18- bis 29-Jährigen antworteten mit ‚Ja‘. Insgesamt ist die ältere Generation etwas weniger bereit dazu – sie ist weniger mobil und weniger auswanderungsbereit.

Ende August lebten nach Eurostat über 4,4 Millionen Ukrainer, denen der temporäre Schutz gewährt wurde, in EU-Mitgliedsländern. Ein Viertel Männer zwischen 18 und 64 Jahren. Fast 1,3 Millionen in Deutschland, 940.000 in Polen. Pro Kopf leben in Polen, in der Tschechischen Republik, in der Slowakei oder in Zypern allerdings mehr als in Deutschland.

Die Zahl der Ukrainer unter temporären Schutz wächst weiterhin an, nur in Polen, Finnland und Frankreich nahm sie im Zeitraum Ende Juli bis Ende August ab. Am stärksten nahm sie in Deutschland in dem einen Monat um 4 330 (+0.3%) zu, gefolgt von Rumänien (+3 440; +1.6%) und der Tschechischen Republik (+3 135; +0.8%). Im August wurden nach Eurostat 42.355 neue Entscheidungen zum Schutzstatus bewilligt, 2800 weniger als im Juli. Insgesamt geht die Zahl seit 2022 zurück, aber 2025 wurden noch immer 680.000 Ukrainer aufgenommen, in Deutschland 174.000. Im zweiten Halbjahr waren es für die EU fast 150.000, in Deutschland 51.000.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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51 Kommentare

  1. Wenn alle Nazis beseitigt sind und die Russen stabile Verhältnisse, so wie in ihrem eigenen Land geschaffen haben, werden sicher fast alle Ukrainer gerne wieder nach Hause zurückkehren.

    1. Ja. Länder wie Russland oder China sind ethnische Schmelztiegel. Die Nach-Putsch-Ukraine funktioniert da eher so wie die neuen Bundesländer, je weniger Nicht-Kartoffeldeutsche umso aggressiver gegen Multikulti. Selenski hat nach seiner Wahl Ukrainisch gelernt, um dem Rassismus der Rechtsradikalen keine Angriffsfläche zu bieten und sich ihnen anzugleichen. Er wurde vom Friedens- zum Kriegsbefürworter.

      1. Was findet eigentlich AFD und BSW an ethnische Schmelztiegeln, was nichts anderes als Multi-Kulti ist, so geil?
        Wissen eigentlich AFD und BSW das in Russland 20-25 Millionen kulturfremde Muslime leben?

        1. Was heißt kulturfremd? Der Islam ist ein Teil der russischen Kultur. War es schon immer gewesen. Muslime sind uns in Russland nicht „kulturfremd“.

          Vladimir Putin sagte bei der Eröffnung der Moskauer Kathedralmoschee

          Russland war schon immer ein multiethnisches und multikonfessionelles Land – so wurde es von Anfang an gestaltet. In der gegenseitigen Bereicherung der Kulturen, Traditionen und Religionen lag und liegt bis heute sowohl die Einzigartigkeit als auch die Stärke unserer gemeinsamen Heimat – Russlands. So hat sich beispielsweise die muslimische Gemeinschaft in Moskau bereits im Mittelalter herausgebildet, wovon die tatarischen Wurzeln vieler Straßennamen unserer Hauptstadt zeugen.

          Im Laufe der Jahrhunderte haben sich in unserem Land die Traditionen eines aufgeklärten Islam entwickelt. Dass in Russland verschiedene Völker und Religionen friedlich zusammenleben, ist zweifellos ein großer Verdienst der muslimischen Umma. Sie hat einen bedeutenden Beitrag zur Sicherung des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft geleistet und stets danach gestrebt, inner- und interreligiöse Beziehungen sowie den Austausch auf der Grundlage der Religionsverträglichkeit aufzubauen.

          Heute ist der traditionelle Islam ein untrennbarer Bestandteil des geistigen Lebens unseres Landes. Seine humanistischen Werte lehren die Menschen – ebenso wie die Werte unserer anderen traditionellen Religionen – Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Fürsorge für die Nächsten. All dies schätzen wir sehr.

          http://www.kremlin.ru/events/president/transcripts/speeches/50351

          1. Also genau das was AFD und BSW zutiefst verabscheuen.
            Was finden die also an Putin welcher die Multi-Kulti Ideologie dermassen hochhält?

            1. Bitte den Nachweis bringen, dass das BSW Multikulti „verabscheut“. Nur weil Sie evtl. das BSW verabscheuen, heisst das nicht dass das BSW irgend etwas verabscheut.

        2. »Kulturfremde Muslime«?
          Worin unterscheidet sich der Islam als Herrschaftsform substanziell von anderen, außer in der fehlenden Säkularisation?

          Und weiß @UvdM eigentlich, dass Arier genau so real sind wie Elben aus »Herr der Ringe«?
          Sie existieren nur als inneres Korsett und diese Verkleidung soll wohl auch »geil« machen.

        3. In Russland ist sogar Schamanismus eine anerkannte Religion.
          Generell versuchen die religiöse Eskapaden immer frühzeitig einzugrenzen und das auszubalancieren.
          Da viele Russen Tataren sind und die sich besser als die eigentlichen Russen vermehren wird der Anteil der Muslime in Russland signifikant zunehmen.
          Deshalb reagieren die auch so empfindlich auf alles was Unfrieden zwischen den Religionen stiftet.
          Das war auch der Grund warum die Pussy Band damals so einen Ärger bekam. Die hatten eine russisch orthodoxe Kirche bei ihrem Dreh entweicht.

          1. »Pussy Riot« war nun wirklich aus jeder Richtung ein dämliches Mash-Up: Fehlgeleitete Promotion und Selbstdarstellung, offensichtlich fremdgesteuerte Propaganda und ein juristischer Präzedenzfall, dessen Tendenziösität über alles erträgliche hinausging.

  2. Das Ende der Militärunterstützung würde sehr schnell zu Frieden führen und sicher gehen dann viele Ukrainer auch wieder zurück in die Ukraine. Aber Merz will lieber weiter Krieg führen und diesen Winter werden dann wohl viele Ukrainer vor der Kälte fliehen müssen.

      1. Das sind Staatsbetriebe die stricken auch Wollpullis wenn es gewünscht wird. Ob Putin schnipsen wird, weiß ich nicht, aber die Umstellung auf Zivilwirtschaft ist in Russland kein großes Problem.

    1. Das Ende der Militärunterstützung würde sehr schnell zu Frieden führen

      Das ist zwar wünschenswert, halte ich aber für eine Illusion, denn die militant-nationalistischen Kräfte sind ja immer noch da, und die würden keine Ruhe geben. Sie würden auch weiter vom Westen finanziell unterstützt werden. Es würde zu einer Art „Dolchstoß-Legende“ führen weil die Ukraine auf ehemaliges Staatsgebiet verzichten müsste. Einen wirklichen Frieden in der Ukraine kann ich mir nur vorstellen im Rahmen einer Gesamt-europäischen Friedensordnung, die mit Russland ausgehandelt werden muss.

  3. Der Autor zitiert :
    „ Allein kurzfristigen Folgen eines Ausstiegs Deutschlands würden „unmittelbare deutsche Interessen massiv schädigen“. “

    Es ist zum Verzweifeln : Die mediale und politische Obrigkeit ist hüfttief in NS-Denke versumpft, und merkt es zum Verrecken nicht : sie opfern ein slawisches Volk für deutsche Interessen, ohne mit der Wimper zu zucken ! Friedensverhandlungen müssen her, damit die Ukraine überlebt !: Aus einem völlig zerstörten Land werden die Menschen erst recht fliehen !

    1. @B.Hohl
      Momentan wird ein slawisches Volk geopfert. Der Krieg ist noch nicht aus. Wer noch geopfert wird ist noch nicht ausgemacht.
      Das Menschen sterben oder fliehen, juckt die Kapitalseite überhaupt nicht. Es gibt genügend Leute auf der Welt, die gerne die Ukraine bevölkern würden.
      Die Ukraine wird neues Gesellschaftssystem bekommen. BlackRock baut die verbliebenen Teile der Ukraine wieder auf. Der allmächtige Präsident wird vom Mehrheitseigner gestellt. Das Parlament wird durch einen Aussichtsrat ersetzt. Die verbliebenen Nationalisten werden in die Herrschaftsstrukturen integriert (als hervorgehobene Büttel oder so ) und oder „ruhig gestellt“, Der Rest der alten und neuen Bevölkerung hat sich dem Mehrheitseigner unterzuordnen. Dafür bekommt ein Teil der Bevölkerung dann, je nach dem, ein auskömmliches Dasein.😉🤣
      Fazit: der Staat wird ohne größeren Firlefanz wie ein Konzern geführt. Wer nicht spurt wird entlassen. 😉🤣🤣

      1. Wölfchen schreibt :
        „Das Menschen sterben oder fliehen, juckt die Kapitalseite überhaupt nicht.“

        Ganz meine Meinung : Merz und die Seinen hoffen darauf, die zerstörte Ukraine wieder aufzubauen und damit Milliardenprofite zu scheffeln, ergo : je mehr Ukraine zerstört wird, umso besser für die deutsche Wirtschaft : die deutschen und US-Kapitalisten stehen bereit, um aus einem Berg von Leichen Gewinne auszupressen !

  4. Täglich wird alles von SZ, taz, FAZ und Co so hingebogen wie es gerade gebraucht wird. Jeden Tag werden neue Gründe geliefert warum der Krieg nicht enden darf. Die Wahrheit lautet einfach: weil die Familie Selenski mehr Geld auf ihren Schwarzgeldkonten will und weil auch hier die Zitrone für gewisse Grüppchen noch nicht ganz ausgepresst ist.
    Die Ukrainer werden einfach nur benutzt. Sie hätten das wissen können. Erinnert sich noch irgendjemand an Afghanistan?
    Die deutsche Sicherheit wurde ja auch mal am Hindukusch verteidigt. Bis die Amis einen ungeordneten Rückzug hingelegt haben ohne alle anderen Beteiligten auch nur zu informieren. Die dortigen Helfer wurden einfach zurückgelassen!
    So wird es auch der Ukraine ergehen. Sofortiger Stop jeglicher Militärhilfe nur noch humanitäre Hilfe. Alles ist besser als Krieg.

  5. “ Die Wahrheit lautet einfach: weil die Familie Selenski mehr Geld auf ihren Schwarzgeldkonten will….“

    Selenski braucht den Krieg, wie Netanjahu
    auch, für das nackte Überleben.
    Unterschreibt Selenski einen Friedensvertrag mit Gebietsabtretungen,
    ohne die es die Russen nicht machen,
    wird er von ukrainischen Nationalisten erschossen. Setzt er Neuwahlen an und sein Nachfolger unterschreibt Gebietsabtretungen und dieser streicht die angestrebte NATO-Mitgliedschaft aus der Verfassung, um der russischen Forderung nach ukrainischer Neutralität nachzukommen, werden beide von Nationalisten erschossen.

    Wie gut, dass es in der Ukraine keine
    Ukro-Faschisten gibt.
    Man verkauft Selenskis Not deshalb als
    „Durchhaltewillen“ in Deutschland.

    1. Vielleicht sollte Selenskij Asyl in Russland beantragen? Das wäre irgendwie konsequent. Aber wahrscheinlich würde er dann auf dem Weg dorthin erschossen.

      1. “ Klitsch nicht !“, sagte die Frau Nuland am Telefon. Der hätte schon vor Jahren das Handtuch sportlich in den Ring geworfen.

        Die Brennholzpreise haben sich bereits im Sommer verdoppelt. Die 4Mio.-Stadt Kiew ist ohne Strom, Heizöl und Fernwärme. Nur ein kleines AKW läuft noch, bis dessen
        Leitungen auch gekappt werden.
        In anderen Groß-, und Kleinstädten sieht es nicht besser aus.

        Die Russen kontrollieren fast vollständig den Im-, und Export. Frachter mit Raketen unter Kartons mit Frachtgut brennen außerhalb der 12 Meilenzone vor Rumänien und Bulgarien, wie von Geisterhand entzündet. Vor Odessa rudert
        niemand mehr zum Angeln raus.

        Mal gucken, wie und wo Selenski hingeht. Den Anlass zum Artikel verstehe, wer will.

  6. Kein Argument scheint mehr schäbig genug zu sein. Die zynische Schlussfolgerung wäre, den Krieg so lange zu befeuern bis nichts mehr übrig ist, was als Welle an Jungmännern zu uns herüberschwappen könnte.
    Eine Rechnung allerdings, ohne den Wirt. Der hat nämlich just ein Tempolimit von 100 mp/h für ukrainische Drohnen eingeführt. Immer noch zu viel, denn wie man weiß, 55 saves lives.

  7. Schwer zu sagen .Ich denke die aus der Ukraine Geflüchteten können gar nicht zurück .Ich kann mir nicht vorstellen das diejenigen ,welche man dort gewaltsam rekrutiert hat und die durch die Hölle gingen es erdulden können ,die Anderen zu sehen,geschweige denn als Nachbarn zu akzeptieren.

    1. Wenn es nicht gelingt, die ultranationalistischen und faschistischen Kräfte zu entmachten, und ich habe keine Vorstellung wie das gemacht werden könnte, wird es für heimkehrenden „Vaterlandsverräter“ kaum möglich sein, ein ziviles Leben zu führen.
      Dazu kommt, dass Russland damit begonnen hat, die Energieinfrastruktur, Produktionsstätten usw systematisch zum Ziel zu machen. Das haben sie wohl die ersten drei Jahre des Krieges nicht gemacht. Dass man das innerhalb akzeptabler Zeiten und mit westlicher Unterstützung wiederherstellen kann, hat Deutschland nach dem Krieg bewiesen. Ob die Mehrheit der Flüchtlinge, die nicht zur herrschenden korrupten Klasse von vollkommen gewissenlosen Dieben gehört , die das Land seit der Unabhängigkeit ausgenommen haben, dahin zurückwill, ist zumindest fraglich. Ich sehe das auch noch nicht.
      Aber bevor dieser Scheißkrieg nicht zu Ende ist, braucht man darüber nicht nachzudenken. Das Sterben geht weiter.

      1. Präsident Putin hat in Tschetschenien bewiesen, dass Terroristen (ich drücke es mal vorsichtig aus) „eingehegt“ werden können und ein Zusammenleben auch nach einem sehr brutalen Krieg wieder möglich wird. Voraussetzung ist, dass Europa bis dahin pleite und die Ukraine entmilitarisiert ist. Beides wird in absehbarer Zeit geschehen, denke ich.
        Was mit den vielen psychisch angeknacksten sonstigen Kämpfern geschieht, ist ein anderes Kapitel, möglicherweise ziehen die als Söldnertruppen in den nächsten Krieg – irgendwo wird der doch anzuzetteln sein.

  8. Die Ukrainer werden sicherlich total gerne unter der Herrschaft leben wollen die sie gerade versucht in die Steinzeit zu bomben.

    1. UvdM: Wo liegt ihr Problem? Wir Deutschen leben seit 81 Jahren unter der Herrschaft
      von denen, die uns erst einmal in sie Steinzeit gebombt haben. Diese Art von Krieg haben
      die Ukrainer noch gar nicht kennen gelernt. Die Engländer und die USA haben gezielt
      Wohngebiete in Deutschland erst mit Sprengbomben, dann mit Phosphorbomben belegt.

    2. Soweit ich mich erinnere, war das mit der steinzeit ein US-General (oder Politiker?) im vietnamkrieg. Irgendwann gab es damals auch mal die Aussage, das weiteres bombardieren sinnlos sei, weil es keine Ziele mehr gäbe.

  9. Endlich verstehe ich die Politik der Regierung und deren Vorgänger!
    Man will die AfD verhindern, indem die Migration in unser Land gestoppt!
    Daher die Deindustrialisierung und der soziale Kahlschlag!
    Man will Deutschland verelenden, damit das Land so unattraktiv für Ausländer wird, das keiner mehr kommen will.
    Problem gelöst AfD verhindert!
    Die ungeheure Weitsicht der politischen Planung ist mir durch den Artikel endlich klar geworden!

    1. Sie haben Recht, wir haben Glück, unter so einer hellsichtigen und zukunftsorientierten Herrschaft zu dienen. Ich muss jetzt in den Wald, Fallholz, Eicheln und Zapfen sammeln, Weihnachten soll ja gemütlich werden und der Zehnte prächtig. Und dazu noch ein paar Spezialpilze geschnitten, die mir bestimmt weitere profunde Erkenntnisse über unsere Demokratie verschaffen.

  10. Wie viele Ukrainer sind nach Russland gegangen?

    Ich kann mit vorstellen, dass manche Ukrainer froh sind, hier in D oder der EU zu sein, das wäre vor dem Krieg nicht gegangen. Ukraine war nicht EU oder Schengen-Raum, in die EU durften nur die LKW-Fahrer für 400 Euro pro Monat (wenn sie überhaupt bezahlt wurden) 3 Monate auf Autobahnparkplätzen schlafen ohne nach Hause zu dürfen.

    1. Es sind eine Menge Ukrainer, die vorher schon in Russland gelebt haben, die nach dem Krieg nach Russland gegangen sind und diejenigen die im „russischen Donbass“ leben. Wo sind die Hälfte der Bevölkerung hingegangen?

    2. Wie viele Ukrainer sind nach Russland gegangen?

      Wir haben in Russand ca 8 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. Die Meisten sind inzwischen eingebürgert. Haben russische Pässe, dürfen wählen usw… und sie wollen nicht wieder zurück.

      1. @Hacker

        Danke, für die Antwort.
        Ich wollte noch andere Sachverhalte aufschreiben, die ich hier in D von den Ukrainern aufschnappe, da geht es um ihre Positionierung zu Putin, aber das tue ich aus bestimmten Gründen nicht. Nichts ist mehr wie es scheint!

    3. Ich war vor dem Maidan in der Ukraine. Im Westen, wo damals schon die Nazis die Hegemonie hatten. Damals fand man in allen Orten Büros, die Arbeit in Russland vermittelten. Dazu an Laternenmasten, Tafeln usw. Flyer, die das als Dienstleistung anboten. Was diesbezüglich im Internet abging und wieviele Ukrainer, da sie alle Russisch können, solche Dienstleistungen nicht brauchten, weiß ich nicht.
      Ich hatte mich mal mit einem Bauarbeiter /Baumaschinisten unterhalten, der mir erzählte, dass er jeweils ein halbes Jahr in Russland arbeitet und dass es für den Rest des Jahres zu Hause in der Ukraine reicht.
      Ob das verallgemeinert werden kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber die Flucht aus dem Land, damals vor allem nach Polen und Russland, hatte, wie die der Autor es zutreffend benennt, schon vor dem Krieg begonnen.
      Danach musste man aber noch nicht vor dem „süßen Tod für das Vaterland“ fliehen.

  11. Es reicht! Deutschland braucht einen grundlegenden politischen Neuanfang.

    Ich habe die Nase voll von den sogenannten Altparteien und einer politischen Führung, die aus meiner Sicht viel zu oft große Reden schwingt, aber die Probleme unseres Landes nicht in den Griff bekommt. Unsere Wirtschaft schwächelt, die Industrie steht unter Druck, die Infrastruktur verfällt vielerorts, und gleichzeitig werden immer neue Milliarden für internationale Verpflichtungen ausgegeben. Die Bürger sollen bezahlen und den Gürtel enger schnallen, während die Verantwortlichen im politischen Betrieb weitermachen wie bisher.

    Was mich besonders wütend macht, ist diese Diskrepanz zwischen großen Worten und tatsächlicher Verantwortung. Wer andere Menschen zum Durchhalten in einem Krieg auffordert, muss erklären, welches konkrete Ziel damit verfolgt wird. Wer Milliarden an Steuergeld ausgibt, muss nachweisen, wofür es verwendet wird. Und wer politische Entscheidungen trifft, die unserem Land langfristig schaden, darf sich nicht einfach hinter Phrasen verstecken und so tun, als gäbe es keine Alternative.

    Ich will keine selbstgefälligen Berufspolitiker, die sich im politischen Betrieb eingerichtet haben und offenbar vergessen, wem sie ihre Ämter und ihre Finanzierung verdanken. Wer von Steuergeld lebt, trägt eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen, die dieses Geld erarbeiten. Wer dieser Verantwortung nicht gerecht wird, muss mit Konsequenzen rechnen.

    Für mich sind viele dieser Politiker zu weich, zu bequem und zu wenig bereit, sich den unangenehmen Fragen zu stellen. Statt klare Entscheidungen zu treffen, Probleme ehrlich zu benennen und Fehler einzugestehen, erleben wir immer wieder dieselben Ausflüchte und Durchhalteparolen. Das ist keine Führung, wie ich sie mir für Deutschland vorstelle.

    Deshalb fordere ich einen politischen Neuanfang. Die etablierten Parteien dürfen nicht länger davon ausgehen, dass sie unabhängig von ihren Ergebnissen einfach weitermachen können. Wir brauchen Politiker, die wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, deutsche Interessen vertreten, internationale Konflikte nicht endlos verschärfen und vor allem Verantwortung für die Folgen ihres Handelns übernehmen.

    Und dieser Neuanfang muss demokratisch erfolgen: durch Wahlen, öffentliche Kontrolle, Transparenz und eine Bevölkerung, die ihre politischen Vertreter konsequent zur Rechenschaft zieht.

    Politische Ämter sind kein Selbstbedienungsladen und kein lebenslanger Anspruch auf Versorgung. Sie sind ein Auftrag auf Zeit. Wer ihn nicht erfüllt, muss Platz machen. Deutschland braucht keine weiteren Ausreden, sondern einen klaren Kurswechsel, wirtschaftliche Vernunft und eine Politik, die den Menschen dient – und nicht umgekehrt.

    1. „Wer andere Menschen zum Durchhalten in einem Krieg auffordert, muss erklären, welches konkrete Ziel damit verfolgt wird“:
      Durch logisches Denken kommt man selber drauf: Ziel ist Russland zu vernichten. Wer zu faul zum Nachdenken ist, kramt einfach mal im Gedächtnis nach den Worten der weisen Bärbock: Das wird Russland ruinieren, frohlockte diese öffentlich.
      Es wird wirklich Zeit, dass diesen ganzen verwahrlosten Westeliten und deren Fans mal aufgezeigt wird, dass Krieg und überhaupt die Welt kein Spiel ist, bei dem man nach belieben Zocken kann ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen oder irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen.
      Nach Aussagen russischer Politiker dürfte diese Lehrvorführung relativ kurz werden.

  12. Der Artikel bringt viel Aspekte zusammen, die so nicht an einem Ort zu finden sind. Danke!

    Schaut man sich den Verlauf der Frontlinie an, steht dies im starken Widerspruch zur Mainstream Berichterstattung. Aus deren Berichten mag man vermuten, dass der Krieg im ganzen Land tobt. Tatsächlich begrenzt er sich auf einige Provinzen im Osten mit einer Fläche von geschätzten 20% des Landes. Das Land hat zumindest nach Fläche bemessen genug Platz, die eigenen Flüchtlinge zu beherbergen. Im übrigen Land scheint es auch gar nicht so unsicher zu sein, wie man uns weiß machen will. Aus dem direkten Umfeld fahren Ukrainer immer wieder „nach Hause“, um nach ihrem Hab und Gut zu schauen und zurück gebliebene Angehörige zu besuchen.

    Im Krieg stirbt die Wahrheit bekanntlich zuerst. Wenn man belogen werden will, frage nur Einen und ignoriere den Anderen. Es scheinen gerade im Westen einige sehr, sehr viel Geld an diesem Krieg zu „verdienen“. Andernfalls wäre längst eine UN-Resolution beschlossen und das Land unter internationaler Kontrolle – oder so ähnlich. Oder es wird so viel Kriegsgerät in das Land gepumpt, dass niemand mehr übrig bleibt.

  13. Natürlich werden nach einem Frieden viele nach Westen gehen, das sind dann aber keine Flüchtlingsströme mehr sondern normale Migration.

    Die „europäische Integration“ ist der Köder, mit dem die USA in Ex-Sowjetstaaten einen grossen Teil der Bevölkerung fängt, um dann das ganze Land in ihren Einflussbereich zu ziehen. Vor allem junge Menschen hoffen so auf einen Arbeitsplatz und bessere Zukunft in Westeuropa (kann ich nachvollziehen). So wurde auch der „Euromaidan“ von Studenten in Kiev lanciert (weil die Regierungspartei aus der Ostukraine bei der „europäischen Integration“ auf die Bremse trat), dann aber promp vom us-amerikanischen „Saalschutz“ (den Nationalisten) an den Rand gedrängt: Typen ala Parubji übernahmen das Kommando und statt den Studenten stellten Kollaborateure ala Jazeniuk oder Klitschko Forderungen.

    In Georgien haben sie es auch probiert letzthin, es fehlte aber ein „überzeugender“ Saalschutz der die Regierung mit Gewalt stürzen konnte. Im arabischen Raum fand dasselbe statt, einfach mit „Demokratie“ als Köder: Keiner der Aufstände richtete sich gegen einen mit der USA verbandelten Monarchen/Autokraten.

    Die USA (und ihre willigen Gehilfen aus den EU-Staaten) haben die Ukraine zerrissen. Das haben viele schon damals 2014 gesagt (siehe zb Krone-Schmalz). Nach dem Krieg wird aus dem Rest dieses zerrissenen Landes ein verwitwetes, verkrüppeltes und vergreistes Armenhaus (Ukraine ist de facto Bankrott), das absehbar wie eine heisse Kartoffel fallen gelassen wird. Also mich würde es auch gen Westen oder Osten ziehen.

  14. Gute Frage: Was passiert mit der Ukraine wenn die westliche Waffenhilfe endet? Wahrscheinlich würde in kurzer Zeit die Front zusammenbrechen und die Russen den restlichen umkämpften Donbas einnehmen. Als Folge würde das Regime Zelensky vom Militär gestürzt, das sich auch anschickt die Macht zu übernehmen. Finanzielle Unterstützung vom Westen fließt ja weiter. Um diese Finanzen werden sich die verschiedenen Militärfraktionen und Geheimdienste streiten, was schnell zu einem Bürgerkrieg führen wird. Westliche Geheimdienste sind auch weiterhin aktiv um ihre jeweiligen politischen Ziele zu verfolgen.

    Kurz: eine unübersichtliche Gemengelage in einem Land voller Waffen und kriegserfahrenen Menschen. Eine Situation wie im heutigen Sudan wäre denkbar. Die Folge wären gewaltige Flüchtlingsströme.

    Alles in allem das übliche Resultat westlicher „Demokratie“-Förderung.

  15. Übrigens mehren sich hier neben wöchentlichen Schusswaffengebrauch und gelegentlichem Handgranaten(!)einsatz auf offener Strasse auch „Asow was here“ Graffitti .
    Muss einer jener Zufälle sein.

  16. Ich schätze auch wenn weiter Waffen etc. geliefert werden dürfen wir ein große Flüchtlingswelle erwarten, vermutlich so um die 2 Millionen. Sie werden vorwiegend nach Deutschland kommen da sich die anderen EU-Staaten weigern sie aufzunehmen. Sofern es sich um Zivilisten handelt habe ich nichts dagegen, wer in Not ist dem muss geholfen werden!
    Daran wird auch die rechtsextreme AFD nichts ändern können.

  17. Nun, die Ukraine hatte einst 55 Millionen Einwohner und jetzt eher 17. Woher also die zusätzlichen „Flüchtlingsströme“ kommen sollen, wenn der Krieg mit der Beendigung der EU-Beteiligung an selbigem endet, ist nicht ersichtlich.

  18. Warum formiert sich unter den Hunderttausenden Exil-Ukrainern anstelle von Vidsche keine Widerstandsbewegung gegen das Kiewer Regime? Ich verstehe es nicht….

  19. Die Frage des Autors, so berechtigt sie ist, geht meines Erachtens am Kern des Problems vorbei. Denn ob ein Leben in der Restukraine weiterhin möglich ist, hängt weniger davon ab ob das Zelenskyy-Regime zusammenbricht oder nicht, sondern mehr davon ob den Menschen jetzt in der kalten Jahreszeit noch Energie zur Verfügung steht.

    Wir sind von einer Restukraine monatelang ohne Strom und mit sehr begrenztem Zugang zu anderen Energieformen meines Erachtens nicht mehr allzuweit entfernt und dann wird im Westblock entschieden werden müssen, wie wir die betroffenen 10 bis 15 Millionen Menschen unterstützen, versorgen oder evakuieren können. Oder ob wir sie aus Kosten- und/oder Kapazitätsgründen besser einfach ihrem Schicksal überlassen…

  20. Pussy Riot als Vehikel eine politische Sammlungsbewegung gegen verbreitete Leitbilder russischer Identität und das dortige Führungspersonal einzuschießen – hat was.

  21. Wie man „Flüchtlingsströme“ beendet, hat Trump doch gezeigt. Man bewacht seine Grenzen und schmeisst Illegale raus. „Ich hab nichts gegen Fremde, aber dieser Fremde, der ist nicht von hier.“ (Methusalix)

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