Wonnen der Normalisierung

Bild: Times of Gaza

Je katastrophaler sich Israels Realität gestaltet und strukturiert, desto intensiver verbreitet sich das Muster der Normalisierung all dessen, was im Staat nicht mehr stimmt.

 

Aus Deutschland schrieb man mir diese Woche: “In Gaza geht die Hölle weiter… ich kann die Bilder gar nicht mehr sehen und schäme mich dabei, das zu denken.” Die Aussage berührt ein fundamentales Problem der Wahrnehmung von Entsetzlichem. Erstreckt sich nämlich das Entsetzliche über eine längere Zeitspanne (“die Hölle geht weiter”), tritt unwillkürlich eine Erschlaffung der ersten Schockreaktion ein, und man kann “die Bilder nicht mehr sehen”. Dass diese Erschlaffung reflektierten Beobachtern auf dem Gewissen lastet (man “schämt sich, so zu denken”), indiziert, dass der humane Impuls bei ihnen noch fortwirkt, ohne aber das nagende Gefühl des Nicht-mehr-Könnens zu überwinden.

Das Leben geht weiter, und man kann es nicht mit einem Dauergefühl des Horrors, des Grauens bzw. permanenten Erbarmens bewältigen. Der Alltag mit allem, was es in ihm zu verrichten gilt, fordert seinen Tribut, und das Entsetzliche wird in ihn nolens volens integriert, man veralltäglicht gleichsam das Horrende. Den üblichen Mechanismen psychischer Abwehr – allen voran jenen der Verdrängung, des Leugnens und der Rationalisierung (die unlängst an dieser Stelle erörtert wurden) – muss man, so besehen, den der Normalisierung von Horrendem hinzuzählen. Man beachte: Nicht nur gewöhnt man sich an das, was unannehmbar ist, sondern der Zustand dieser Gewöhnung wird selbst normalisiert. Es handelt sich dabei nicht nur um Normalisierung im Sinne des rationalisierenden So-ist-es-nun-einmal (“Wo gehobelt wird, fallen Späne”), sondern um die fast schon indifferente, mithin kaum noch hinterfragte Hinnahme dessen, was Gegenstand aufgewühlter Empörung zu sein hätte.

Edvard Munchs “Der Schrei” widerspiegelt die existenzielle Verfassung, die dem Einzelnen im Angesicht eines Weltzustands des Grauens adäquat wäre, wenn er sich dem Grauen stellte. Aber selbst diese (künstlerische) Präsentation des Geforderten ist ja längst schon kulturell dermaßen verdinglicht worden, dass das Symbol ein fetischisiertes Eigenleben im “Hohen” wie im “Niedrigen” führt. Das Internet wimmelt von Parodien, die das von Munch angesprochene Entsetzen zum Gegenstand sarkastischen Amüsements haben verkommen lassen. So weit ist es mit den Bildern aus Gaza noch nicht, aber es reicht schon, an die (von Israels Regierung und Medien initiierte) “Entlarvung” der Hungerkatastrophe in Gaza als Fake der Hamas-Propaganda zu denken, um zu verstehen, wie aussichtslos der Versuch ist, mit den Bildern-von-Gaza einen Bewusstseinswandel zu generieren. Bei den schrecklichen Bildern der jüdischen Geiseln in Hamas-Gefangenschaft war man in Israel schockiert, bei den horrenden Photographien palästinensischer Kinder war man schnell bei der Hand mit der Abwehr ihrer Authentizität. Indes, bei diesen wie bei jenen trat sehr bald die Normalisierung ein. Sie ermöglichte das Hinwegkommen über die Unfähigkeit, sich mit dem real Vorwaltenden auseinanderzusetzen. Die Aura des Schreckens verblasste sozusagen. Die Normalisierung bemächtigte sich seiner – das Leben geht ja weiter.

Diese Verschwisterung von Kultur und der Konfrontation historisch verursachten Horrors hat bekanntlich Adorno mehrfach beschäftigt. In seiner “Negative Dialektik” finden sich die Zeilen: “Wer für Erhaltung der radikal schuldigen und schäbigen Kultur plädiert, macht sich zum Helfershelfer, während, wer der Kultur sich verweigert, unmittelbar die Barbarei befördert, als welche die Kultur sich enthüllte. Nicht einmal Schweigen kommt aus diesem Zirkel heraus; es rationalisiert einzig die eigene subjektive Unfähigkeit mit dem Stand der objektiven Wahrheit und entwürdigt dadurch diese Wahrheit abermals zur Lüge.

Dass die Kultur als vorausgesetzter Gegensatz zur Barbarei beim Zivilisationsbruch versagt hat, stand für Adorno fest; auf sie war künftig kein Verlass, wenn es um die Verhinderung des Rückfalls in die Barbarei ging. Aber auch der Verzicht auf Kultur ist keine Option – ohne Kultur gibt man sich a priori der Barbarei hin. Man ist geneigt, dies als Zirkel der conditio humana zu deuten, bei dem sich der Rückzug aus dieser existenziellen Zwickmühle anbietet; man möchte quasi “mit dem Ganzen” nichts zu tun haben. Das geht aber nicht, denn man ist dabei, ob man’s will oder nicht. Deshalb ist schlichtes Schweigen auch nicht möglich, denn es erweist sich angesichts dessen, was es zu konfrontieren gilt, lediglich als eine Rationalisierung: Die subjektive Unfähigkeit, sich mit dem objektiv bestehenden Horrenden auseinanderzusetzen, wird als eine Art Legitimation verstanden, sich “dem Ganzen” zu entziehen. Aber gerade dies Ganze, die “objektive Wahrheit”, das Grauen menschlichen Leids, wird dabei verraten, zur Lüge entwürdigt.

Adorno wusste sehr wohl, was es da mit der Normalisierung als sich bietender Ausweg aus dem Zirkel auf sich hatte. Er hatte ja die deutsche Rückkehr zur konsumseligen Normalität im bundesrepublikanischen Wirtschaftswunder in den 1960er Jahren deutlich vor Augen. Die von den US-Amerikanern in Gang gesetzte Entnazifizierung einer Gesellschaft, die von nazistischen Rückständen noch völlig durchseucht war, ging zwangsläufig mit der “Normalisierung” einher. Und als sich dann Ende der 1960er Jahre die junge Generation der Studentenschaft (bzw. Teile von ihr) gegen diese allzu glatt gelaufene Normalisierung erhob, konnte man die Widerstände großer Teile der damaligen Restgesellschaft gewahren. Was zur Parole der “Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit” gerinnen sollte, musste erst den großen Drang zur Normalisierung überwinden, und das erwies sich als äußerst schwer. Genau das sahen Alexander und Margarete Mitscherlich als die Gefahr der Unfähigkeit der Deutschen zu trauern an. Normalisiert man, ohne vorher die Residuen des Nazismus in sich zu überwinden, gerät Normalisierung unweigerlich in den psychischen Dunstkreis der Abwehr und den politischen Frevel der Ideologie.

In Israel geht es gegenwärtig in dieser Hinsicht noch bedenklicher zu: Die Normalisierung findet inmitten der Katastrophe (und nicht erst nach ihrem Ablauf) statt. Es gibt kaum noch etwas ethisch, politisch, sozial oder kulturell Verwerfliches, das nicht flugs normalisiert wird und zur akzeptierten Selbstverständlichkeit gerinnt. Was zunächst noch schockieren mag, wird bald “geschluckt” und avanciert zur Norm: Normalisiert wird ein nachgerade passives Verhältnis zum Zerfall des Staates, seiner Institutionen und der Korruption seiner führenden Amtsträger; normalisiert wird die Fortsetzung des längst zweck- und sinnentleerten Krieges in Gaza; normalisiert wird die horrende Praxis sich immens häufender Kriegsverbrechen, allen voran die massenweise Tötung von Unbeteiligten im Gazastreifen (einschließlich Kinder, Frauen und alter Menschen); normalisiert werden auch die wöchentlich an Palästinensern verübten Pogrome jüdischer Siedler im Westjordanland (die Okkupation und das Apartheidregime sind schon seit langem normalisiert); normalisiert ist auch die schiere Tatsache, dass kahanistische Faschisten, messianische Extremisten und exponierte Rassisten an den Schalthebeln der israelischen Politik sitzen (ganz zu schweigen von der eklatanten Verlogenheit der gesamten politischen Klasse des Landes); normalisiert wird selbst der unter fremdbestimmten Vorwänden verlängerte Verbleib der gemarterten israelischen Geiseln in Hamas-Gefangenschaft, ja deren dezidierte Opferung.

Man hört jeden Tag die Nachrichten, liest die Zeitungen und wundert sich über nichts mehr; alles nimmt sich “normal” aus. Und selbst dort, wo man Verwerflichkeiten in Demonstrationen anprangert, werden die Protestaktionen routinierter Ritualisierung unterworfen (was ja bei symbolischen Handlungen kaum anders sein kann) und als Bestandteil der übergreifenden Normalisierung verbucht. Die verzweifelten Demonstranten machen sich kaum noch Hoffnung, von den Regierenden erhört zu werden, geschweige denn, diese zur Änderung ihrer Beschlüsse zu bewegen. Die Regierenden bedienen sich skrupellos der gefestigten Normalisierungspraxis, harren unbekümmert in ihren Ämtern aus und nehmen die Bestrebung der Bevölkerung zum “Normalen” als politischen Beleg dafür, dass sie sich nicht wirklich um ihre Macht zu sorgen brauchen: Sie verlängern den Krieg beliebig, verfolgen unter Ausbeutung des Staatsbudgets ihre persönlichen und sektorialen Interessen, fassen skandalöse Gesetzesbeschlüsse und lassen den Gedanken an eine vom Staat eingesetzte Untersuchungskommission im Hinblick auf die Verantwortung für das Fiasko des 7. Oktober und den desaströsen Krieg erst gar nicht aufkommen.

Das brauchen sie auch gar nicht – man hat sich offenbar damit abgefunden, dass Israel auf dem Weg ist, sich in einen autokratischen Staat oder gar in eine Netanjahu-Diktatur zu verwandeln. Die Wonnen der Normalisierung kommen dabei nicht nur den Regierenden zugute, die Regierten selbst, die den Weg aus dem Zirkel des machtlosen Betrogenwerdens nicht finden, richten sich in dieser Normalität apathisch ein. Nichts deutet darauf, dass man sich in absehbarer Zukunft ernsthaft darum bemühen wird, sich gegen diesen “normalen” Zustand zu empören und die Ideologie des So-ist-es-nun-einmal zu durchbrechen. Viele wissen zwar, dass nichts mehr in diesem Staat stimmt, wollen aber bzw. vermögen nicht, dies zur Grundlage ihres emphatischen Strebens nach Veränderung zu machen. In lichten Momenten schämt man sich ein wenig, dass dem so ist.

Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert.
Mehr Beiträge von Moshe Zuckermann →

Ähnliche Beiträge:

38 Kommentare

  1. Mit der altbekannten Salamitaktik Stück für Stück auf dem Weg in den Totalitarismus und die Barbarei. Die Zionisten sind hier dem Rest des „Wertewestens“ einfach nur einen Schritt voraus. Ich hoffe inständig, dass dieser Wertezerfall größtenteils dem Niedergang des westlichen Finanzkapitalismus geschuldet ist, und andernorts auf dieser Welt noch Reste von Anstand und Normalität aufrechterhalten werden können.
    Seit Corona habe ich nur noch wenig Hoffnung in die Resilienz unserer Gesellschaft. Obwohl der Vergleich hinkt, aber ich denke, dass ein erheblicher Teil der Mütter, die ihr Kind nicht vor der Maske geschützt haben, es auch nicht vor dem Kriegsdienst bewahrt.

  2. Tja, ohne Revolution geht es eben nirgendwo.
    Erst, wenn alle Strukturen des Kapitalismus samt ihren Adlaten und der Funktionselite beseitigt sind, kann es überhaupt aufwärts gehen!

      1. Nein, das sicher nicht, dafür haben wir uns zuviel reproduziert und die Welt ist zu nachhaltig durch den Kapitalismus vergiftet worden.
        Wir können nur noch Schadensbegrenzung betreíben, vorausgesetzt, dass wir sehr bald wirklich nachhaltig im einklang mit der Natur wirtschaften.

        1. Ich bin schon lange einfach aus Lebenserfahrung der Meinung, dass die Natur des durchschnittlichen Menschen eine Änderung einfach nicht zulässt. Wirkliche Weltverbesserer, Parteien mit gutem Programm sind in der Geschichte regelmäßig gescheitert oder führen ein Schattendasein am Rande des Mainstream ohne großen Einfluss auf die Entwicklung. Es gab nur ganz wenige kurze Augenblicke in der Geschichte wo Vernunft mal massenwirksam wurde, aber meist blieben als Langzeitwirkung nur Reste, die zwar gut sind, vieles verbessert haben, aber zu klein sind um einen wirklichen Richtungswechsel zu einer Gesellschaft mit echter Zukunftsperspektive zu bewirken.
          Ich besitze ein Buch „Nach dem Atomschlag“ in dem sich Fachleute verschiedener Gebiete zu den Folgen eines umfassenden Atomkrieges äußern. Im Kapitel Psychologie wird die Meinung vertreten, dass eventuell nicht mal solch eine alles veränderndes Ereignis bei einer Mehrheit der Überlebenden zu einer nachhaltigen Bewusstseinsänderung, einem Umdenken führen würde.

  3. Zu den Verbrechen der Nazis, zu dem Bruch der Zivilisation, der damit verbunden war und an dem Millionen von Deutschen direkt oder indirekt beteiligt waren, kam die „Unfähigkeit zu trauern“. Die wohl auch ein Produkt der Verdrängung war.
    Nun, wir haben den Nationalsozialismus immer noch nicht überwunden, wie schon die ideologischen Wiedergänger und die Renaissance des Autoritarismus ebenso belegen, wie die sich abzeichnende Allianz der Konservativen mit dem Rechten, inkl. ihres faschistischen Kerns. Denn der Abbau des Sozialstaates wird mit autoritären Mitteln durchgesetzt werden müssen; von Demokratie wird allenfalls das periodische Kreuzchenmachen übrig bleiben. Vermute ich.
    MAGA machts vor.
    Deshalb wird es den Deutschen leichtfallen, Frieden mit dem gleichfalls zivilistionsbrechenden Israel zu machen. Wir gewöhnen uns eben an den Zivilisationsbruch. Und an die Dehumanisierung von Politik und Gesellschaft.

  4. Trotz der Greuel, die niemand mehr aushalten kann, schart sich die Mehrheit der israelischen Bevölkerung um ihre Regierung, ihren Führer Netanjahu.
    Das erinnert mich an die deutsche Bevölkerung kurz vor Kriegsende. Obwohl jeder in Deutschland wußte, der Krieg ist verloren, Deutschland ist zum Paria der Menschheit geworden, scharten sich zuviele Deutsche um ihren Führer.

    Obwohl viele Israelis wissen, ihre Schlächtereinen sind militärisch sinnlos, Israel ist der Paria der Menschheit, bleiben sie still und apathisch. 70% stehen sogar noch hinter den Terror ihrer Regierung, wie wahrscheinlich 1945 die Deutschen.

    Wir hier müssen uns fragen, was kann jede/jeder Einzelne von uns tun um den zionistischen Terror zu stoppen. Wer zuschaut macht sich mitschuldig!

    1. Von wegen um die Führung scharen … : genau deswegen konnte Deutschland nicht befreit werden sondern musste besiegt werden!
      Israel war immer nur eine Kolonie und kein Staat, und als theokratische Kolonie konnte es niemals eine Demokratie sein, weshalb schon historisch nur die Schaffung der Einstaatenlösung als die Befreiung sein wird!

    2. Stellen Sie sich die Frage tatsächlich jetzt erst? Ein bißchen spät, aber noch nicht zu spät. Kaufen Sie keine Produkte mehr, die aus diesem Land stammen. Sprechen Sie mit Familie, Freunden ubd Bekannten, mit Ihrer Gewerkschaft, Sportverein, Kirche ( die meisten davon sind feige oder – noch- auf Seitender israelischen Regierung). Fordern Sie von unserer Regierung ein komplettes Waffenexportverbot und machen Sie ihren Wahlkreisabgeordneten Druck. die sind für Burgeranliegen oft zugänglich, sie wollen ja gewählt werden. Jeder kann handeln, auch Sie. Es ist ganz einfach. aber es reicht nicht, das nur mit Oblinepetitionen zu machen. Jetzt braucht es die Präsenz auf der Straße

      Sie fordern damit nur etwas was das internationale Recht verlängt:

      Beim Verdacht auf Völkermord ist jeder Staat VERPFLICHTET, die Mörder mit ALLEN. Mitteln zu stoppen, gerade auch mit militärischen Eingreifen. Das nennt sich Schutzverantwortung, Responsibility to Protect, damit der Völkermord verhindert wird. Wenn die Regierung ihrer Aufgabe nicht nachkommt, müssen die Bürger und Bürgerinnen das tun.

  5. Moshe muss jetzt voll aufdrehen. Vollgas. Denn die IDF ist dabei, die ganze Lügenfabrik dichtzumachen. Die, die ihm immer diese hohen Auflagen garantiert hat.
    Er entblödet sich nich, Adorno zu instrumentalisieren. Der wäre auf Seiten der Belegschaft von Auschwitz gewesen, die das Massaker vom 7. Oktober begangen hat? Die in ihrer Satzung die Nazi-Verfassung fast komplett abgeschrieben hat? Eine maßlose Frechheit.

    1. Irgendwer hat den Hasbara- Söldner als Schekel-Nutte bezeichnet. Ich glaube, der Typ macht das freiwillig. Ist so ein „Antideutscher“ ,der sich von den israelischen Diensten ficken lässt…

      1. Antideutscher, ähnlich Jörg Mathias Grunewald (aus dem Gedächtnis🧐), alias Feliks, der bei „Neues aus Wikihausen“ enttarnt wurde. Der diffamiert bei Wikipedia Israel-Kritiker als Antisemiten. Arthur C. hat seine Job hier bei Overton, Telepolis ist/war er doch auch. Und als Flachdenker hatte er seinerzeit bei Telepolis den Corona-Hoax immer schön verteidigt.😂

    2. Sie verwechseln da etwas, die IDF IST die Lügenfabrik, das wurde mehrfach bestätigt. Ich wünsche Ihnen und ihren Scheinjuden wie Netanjahu von ganzen Herzen das Schicksal palästinensischer Kinder und bedauere zutiefst, dass sie solange ungeschoren davonkamen.

    3. Das Kind
      oder
      zwei Fotos von einem Palästinensermädchen

      Das erste Foto, August 2023

      Das Kind hat so feurige schwarze Augen.
      Ein Feuerwerk.ist sein Lachen.
      Frei und laut und silbern
      klirrt es in die Straße.
      Alle hören es und lachen mit.
      Die dunklen Haare glänzen in der Luft.
      Seine weiche Honighaut
      erblüht in den Stunden des Lichts.
      Es hat einen Namen:
      Amál heißt dieses wunderbare Mädchen.
      Amál, die Hoffnung.
      So hat ihre Mutter sie genannt.
      Amál, das ist ein Gebet,
      eine Klage, ein Freudenlied.
      Und Amál ist voller Hoffnung.
      Sie will lernen, Ärztin werden.
      Sie will in Frieden leben.
      Alles erscheint ihr möglich

      Das zweite Foto, August 2025:

      Vor mir liegt dieses Foto.
      Als Erstes sehe ich:
      Dieses Grau.

      Es liegt wie Staub im Raum um sie herum
      Es verfärbt die Zelthaut
      Es filtert das Sonnenlicht.
      Wo ist Amál!
      Auf ihrem langen schlotternden Hals
      schlackert ihr kraftloser Kopf.
      Übergroß über den eingesunkenen Wangen
      Übergroß über dem welken Feld ihrer Haut
      Das Grau rieselt aus ihren Augen
      Das grundstürzende Entsetzen
      ist hineingeschnitten
      in ihre weitaufgerissenen Augen
      Das tote Grau quält sich ein in ihre Haut.
      Es verschlingt alles Licht,
      Es zerdrückt alle Hoffnung.
      Es erstickt die Liebe.
      Amál lacht nicht mehr.
      Ihre Hoffnung ist der Tod.

      Menschen haben ihr das angetan.
      Menschen voller Angst.
      Holocaustmenschen.
      Sie glauben nicht mehr an Menschlichkeit.
      Sie üben Rache an den Kindern der Unschuldigen.
      Von Amál wollen sie nichts wissen
      Sie ist weniger als ein Stück Fleisch
      Sie ist nur ein Schatten.
      Eine dunkle Narbe
      unter einer schwarzen Sonne.
      Nun haben sie entdeckt, dass man Kinder verhungern lassen darf.
      Die Deutschen, die tief verwickelt sind,
      sie schweigen dazu.
      Sie schweigen gerne.
      Sind ganz in Eins mit sich.
      Oder sie haben Verständnis und Erklärungen,
      dafür, dass. die Holocaustmenschen so handeln
      Sie sind froh, dass beim Verhungern kein Blut fließt.
      Alles bleibt sauber.
      Amál, das ist nur ein kleines Mädchen.
      Amál, das ist nur ein palästinensisches Mädchen
      Amál, das ist nur ein überflüssiges Geschöpf.
      Bedeutungslos,
      weniger als ein flüchtiger Gedanke.

      Gott, wo bist du?
      Ich verfluche dich.

  6. Statt hier über moralische Fragen zu diskutieren, die sicher wichtig sind, sollten wir nach vorne blicken und überlegen was wir tun können um den zionistischen Terror zu stoppen, den Hungernden zu helfen.

    In wenigen Tagen startet die Global Sumud Flotte um Hilfslieferungen nach Gaza zu bringen

    https://globalsumudflotilla.org/

    Die Flotte besteht aus Freiwilligen zahlreicher Länder, Europa, Asien usw. Auch Greta Thunberg ist damit, in Skandinavien ist die Solidarität mit Palästina groß. Es sind soviele Schiffe, das die Israelis Schwierigkeiten haben werden die Flottilie zu stoppen und alle Aktivististen zu verhaften. Das ist dann der Augenblick wo die Flotte die Marinen der Anrainerstaaten, Griechenland, Algerien, usw um Hilfe bitten kann. Es wäre dann ein Damm gebrochen und die Welt würde sehen:

    Nur eine humanitäre militärische Intervention kann den Hungernden helfen, Israel stoppen.
    Aus Deutschland ist wenig zu erwarten, weil die unverarbeitete deutsche Schuld noch zuviele Deutsche an Israel bindet. Das ist im Ausland, bei den Siegernationen des 2. Weltkrieges, ganz anders.

    Mit Israel wird auch Deutschland zum Paria der Weltgemeinschaft verkommen!

    1. @ Naomi
      Punkt 1. Algerien ist in der „Arabischen Liga“ und wird ohne die gar nix tun und die Liga tut nix, ausser Protestnoten zu verfassen. Ist zu verurteilen aber das ist die Realitaet!
      Punkt 2. Algerien ist kein Anrainerstaat von Israel, viel zu weit weg.
      Punkt 3. Algerien liegt mit Marokko ueber Kreuz, wegen der Westsahara, falls das keiner mehr weiss, die Sahrauis sind die Ureinwohner der Westsahara und die „warten“ seit ueber 40 Jahren auf das von der UNO versprochene Referendum ueber ihre Unabhaengigkeit. (Marokko widersetzt sich erfolgreich, unterstuetzt von USA und Staaten der EU!)
      Griechenland wird sich als „abhaengiger EU-Staat“ hueten, was gegen die Bruesseler Mischpoke zu machen.
      Alle Staaten gucken zu aber militaerisch gegen Israel vorgehen das wagt keiner, die USA wuerden das nicht zulassen!
      Beenden koennen das nur Aegypten und Jordanien, in dem sie die Palaestinenser aufnehmen und dabei die eigene Staatlichkeit aufs Spiel setzen. Bilden sich dann palaestinesische Widerstandsnester in den Aufnahmestaaten, die wiederholt Israel beschiessen, wird Israel Aegypten und Jordanien angreifen, ich male mir jetzt aber nicht aus, was das fuer die Bevoelkerungen der beiden Staaten und fuer die Palaestinenser im Endeffekt heisst.
      Es gibt noch eine Moeglichkeit das zu beenden, ein Stopp aller Waffenlieferungen an Israel!! (Nadeloehr/Elefant!)

  7. Immerhin, ein bißchen Widerstand gegen Netanjahus Gaza-Clearing-Plan regt sich doch:

    In Gaza: https://www.youtube.com/watch?v=JAAQIcwR3V0
    Christian Churches Defy Israeli Army, Refuse To Vacate Buildings Amid IDF’s ‚Occupy Gaza City‘ Plan
    Aug 26, 2025 #GreekOrthodox #MiddleEastConflict #USIsraelRelations Hindustan Times
    Christian clergy in Gaza have vowed to defy Israeli evacuation orders as the Israel Defense Forces prepare a major offensive under the „Occupy Gaza City“ plan. According to reports on August 26, priests and nuns from the Greek Orthodox and Latin Patriarchates of Jerusalem announced they will remain inside Gaza’s churches to provide care for civilians unable to flee, including the elderly, women, children, and the disabled. The compounds of St. Porphyrius Greek Orthodox Church and the Catholic Holy Family Church have served as refuges for Gazans since October 7, 2023. Both patriarchates issued a joint statement condemning the “senseless and destructive war” while urging the release of hostages. Past Israeli strikes on church sites, including a deadly July 17 attack on the Holy Family compound, have drawn international outrage.

    Ob Ernst gemeint, muss sich erst noch herausstellen:

    https://www.youtube.com/watch?v=wM8LS84PWn8
    Aug 29, 2025 BREAKING: Turkey’s Hakan Fidan Shuts Ports, Netanyahu Defiant Amid Gaza

    Turkey escalates its stance against Israel as Foreign Minister Hakan Fidan announces the closure of ports and airspace to Israeli ships and aircraft. The embargo, praised by Hamas and condemned by Jerusalem, comes amid relentless Gaza bombings and Netanyahu’s defiant tone. This move deepens regional fault lines, straining alliances, fueling controversy, and highlighting the devastating human cost of the Gaza war.

    Nicht zum ersten Mal eine solche Meldung:
    https://www.youtube.com/watch?v=y5bg-7wbM7E
    IDF Troops Refuse To Enter Gaza Hours Before Operation As 20000 Hamas Men Gear Up For Final Battle?
    Hindustan Times Aug 29, 2025 #Israel #IDF #Netanyahu
    Israel’s war plans in Gaza face a bombshell setback as IDF reservists desert their units in unprecedented numbers. A New York Times report reveals nearly half of reservists failed to report for duty, with some calling the war “no longer just.” Units once 100-strong are now shrinking to 60 men, while others face penalties for refusing service. Meanwhile, Hamas still fields around 20,000 fighters despite nearly two years of conflict. As Netanyahu pushes to occupy Gaza City, Israel’s manpower crisis could derail the entire operation.

    Mehr zur Reservistenkrise der IDF: https://www.youtube.com/results?search_query=IDF+reservist+refuse+to+fight&sp=CAI%253D

    Ob das alles Anlass zur Hoffnung ist, ich weiß es nicht, bin da sehr skeptisch.

    1. Stellen Sie sich die Frage tatsächlich jetzt erst? Ein bißchen spät, aber noch nicht zu spät. Kaufen Sie keine Produkte mehr, die aus diesem Land stammen. Sprechen Sie mit Familie, Freunden ubd Bekannten, mit Ihrer Gewerkschaft, Sportverein, Kirche ( die meisten davon sind feige oder – noch- auf Seitender israelischen Regierung). Fordern Sie von unserer Regierung ein komplettes Waffenexportverbot und machen Sie ihren Wahlkreisabgeordneten Druck. die sind für Burgeranliegen oft zugänglich, sie wollen ja gewählt werden. Jeder kann handeln, auch Sie. Es ist ganz einfach. aber es reicht nicht, das nur mit Oblinepetitionen zu machen. Jetzt braucht es die Präsenz auf der Straße

      Sie fordern damit nur etwas was das internationale Recht verlängt:

      Beim Verdacht auf Völkermord ist jeder Staat VERPFLICHTET, die Mörder mit ALLEN. Mitteln zu stoppen, gerade auch mit militärischen Eingreifen. Das nennt sich Schutzverantwortung, Responsibility to Protect, damit der Völkermord verhindert wird. Wenn die Regierung ihrer Aufgabe nicht nachkommt, müssen die Bürger und Bürgerinnen das tun.I. ch würde mich freuen, wenn möglichst viele normale Bürger das erkennen und tätig werden.

    2. Liebe Dagmar Brandt, die Zahlen über die Stärke der Hamas glaube ich nicht. Das sind Schätzungen der Israelis, es kann sein, dass die IDF damit unterstreichen will, dass sie mehr junge Rekruten braucht als bisher angenommen, und die Hamas will damit zeigen, dass sie unbesiegbar ist. Also wahrscheinlich alles nur Propaganda.

      Türkei: Eine Forentin hat weiter oben Argumente für die Zurückhaltung der arabischen Staaten bei einer militärischen humanitären Intervention angeführt, die durchaus stichhaltig sind. Aber dennoch stehen grade diese Staaten unter Druck, nicht moralisch, sondern politisch und wirtschaftlich. Sie haben grade mit eigenen Augen und Ohren in den Medien sehen und hören können, dass Israel jetzt allen Ernstes von ihnen das ganze Land erobern will (Libanon) oder zumindest ein gutes Stück (Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien). Sie sehen jetzt Israel als eine Bedrohung nicht nur der Palästinenser, sondern ihrer eigenen Existenz an, und das rüttelt sie anscheinend endlich wach. In deutschen Leitmedien wird nur leider nicht mehr viel über die inneren Entwicklungen des Nahen Ostens berichtet, in französischen und englischen Medien ist das schon noch anders, die Interessen Frankreichs und Englands sind durchaus auf diese REgion ausgerichtet. Auch Al Jazeera (englischer Dienst) kann da hilfreich sein. Die Arabische Liga sucht nach nicht-militärischen Wegen, um die Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen verhindern, und ebenso die Organisation islamischer Staaten. Ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidung der Türkei, den Hafen und den Luftraum für israelische Schiffe und Flugzeuge zu sperren, in diesem Rahmen erfolgt ist, obwohl die Türkei nach wie vor Handel mit Israel betreibt und auch mit Hilfslieferungen über israelisches Territorium in Gaza ist. Dazu kommt eine Konfrontation zwischen Türkei und Israel – jeder will sein Großreich haben – in der Großregion, es dürfte also der Türkei gut passen, wenn durch Boykotte und Sperrung von Handelswegen die israelische Wirtschaft und damit indirekt auch das Militär geschwächt würde. Schwächung der Wirtschaft würde bedeuten: viele Israelis, vor allem die gut ausgebildeten Europäischstämmigen, suchen ihr Heil wieder in Europa oder den USA, also ein Aderlass von Menschen und Kenntnissen.
      Aber: haben Sie einmal etwas über die ägyptischen Pläne zum Wiederaufbau Gazas gehört, oder davon, wie die VEreinten Arabischen Emirate hinter dem Rücken der anderen Staaten versucht haben, bei den USA die ägyptischen Pläne zu hintertreiben? ch habe das nur aus englischsprachigen Medien erfahren.

      Auch an moralische Bedenken der Reservisten glaube ich nicht. Es wird wohl eher die – verständliche und legitime- Angst vor dem eigenen Tod oder Verletzung, sowie Aussicht auf einen wirklich dreckigen Kräfteverschleiß sein, an dessen Ende noch nicht einmal ein glorreicher Sieg stehen wird, sondern nur das Ende eines Vernichtungskrieges, bei der die eigene Seite und man selbst auch der Mörder ist.
      Wäre ein schneller und müheloser Sieg zu erwarten, wären sie alle mit Hurra dabei.

      Es war sicher nicht nur die Erschöpfung der armen Soldaten, sondern auch die Erfahrung, dass sie im Ausland nicht als Helden, sondern als gewöhnliche und gefährliche Kriminelle angesehen werden, die keinen schönen Strandurlaub mehr geniessen können, sondern die Hilfe ihrer Botschaft in Anspruch nehmen müssen, um sich juristischer Ermittlung und Verfolgung zu entziehen, indem die Botschaft sie ins Ausland schleust. Eigentlich auch ein krimineller Akt.. Es gab da einen Präzedenzfall in BRasilien. Ausgerechnet in den Ländern, in die Israelis so gerne gereist sind, da sind sie jetzt gar nicht mehr willkommen. Das tut weh und kratzt am schönen Selbstbild der verfolgten Unschuld. Die juristische Verfolgung durch die Hind Rajab Foundation hat da einen Gutteil zu beigetragen. Das spricht sich auch in Israel herum und wirft jetzt endlich in den sozialen Medien Fragen auf. Ich beobachte auf X seit einem Jahr innerisraelische Debatten,. Erst ging es nur gegen die REgierung, nicht mal um Gaza oder die WestBank, aber um die Geiseln. Jetzt aber seit zwei Wochen gibt es Beiträge, die entsetzt schreiben: Wie sieht die Welt uns? Hilfe! Wir sind ja Parias geworden! Wenn wir so weitermachen, verlieren wir alle Freunde!

  8. …..während Deutschland als alter erfahrener Völkermörder sich weigert europäische Sanktionen gegen den Völkermörderkollegen Israel mitzutragen.
    Schande über Deutschland!

  9. Die UNITED4GAZA-Demo heute in Frankfurt war ein voller Erfolg!

    Das oberste hessische Gericht hatte das undemokratische Demo-Verbot aufgehoben. Das Verbot hatte mobilisierend gewirkt, es kamen mehr als doppelt so viele Menschen wie erwartet. Polizei und Tagesschau sprechen von 12.000 Teilnehmern. Obwohl die Demo sehr friedlich war, provozierte die Polizei, lies zuerst die Demo nicht starten und verhaftete 50 Teilnehmer

    https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-verwaltungsgericht-pro-palaestinensische-demo-in-frankfurt-darf-stattfinden-100.html

    Auch Iris Hefets, die bekannte antizionistische Jüdin aus Berlin, ehemalige IDF-Soldatin, war auf der Demo zu sehen.
    Gleichzeitig fanden auch in anderen deutschen Städten wie Bremen Palästinasolidarische Demos statt.

    Ich gehe davon aus,das Overton ausführlich berichten wird, denn das Magazin hat ja seinen Sitz in Frankfurt. freuen wir uns über eine solidarische Berichterstattung.

    1. Sie nerven, offen gesagt, ziemlich. Die Overton-Redaktion besteht wohl aus 2 Leuten und verfügt über recht begrenzte Geldmittel.
      Und Ihre Dauerpräsentation immer gleicher Beiträge trägt nullkommanichts zu einer Lösung dieser Barbarei bei, auch wenn Sie das offenbar meinen. Wir sind durchaus in der Lage uns auch andernorts zu informieren.
      Das Gleiche gilt übrigens für Monotoner(!).

      Hasbara-Arthur bietet immerhin einen Raum für Empörungs-Abfuhr mit seinem rassistischen Mist.
      Und jetzt muss ich meine Krähe füttern, die an mein Fenster klopft.

      1. Wenn man wie die beiden Redakteure in Frankfurt wohnt, dann ist es kein Problem an der Demo teilzunehmen und darüber zu berichten. Das kostet auch kein Geld, sondern ist eine Frage des guten Willens!

  10. Bei einer propalästinensischen Demo in Berlin wurde einen Teilnehmer aus Irland so brutal ins Gesicht geschlagen, das er blutete. Medizinische Hilfe wurde ihn verweigert und er wurde festgenommen. Jetzt hat sich auch die irische Botschafterin eingeschaltet und an die deutschen Behörden gewannt. Der Vorfall ist mit Videos gut dokumentiert. Auch SPON sah sich gemäßigt zu berichten

    https://www.spiegel.de/panorama/berlin-polizist-soll-person-auf-demo-ins-gesicht-geschlagen-haben-a-829870b9-e679-44d1-bdd9-717fd4ae8107?dicbo=v2-FZrPGeF#ref=recom-outbrain

    Solche Polizeigewalt gibt es in Berlin bei jeder Palästina-Solidemo und niemand, auch die sog. Alternative Presse, berichtet darüber. So ein Bericht kostet kein Geld und kann im Netzt leicht recherchiert werden, wie andere Artikel,auch

    Es ist eine Frage des guten Willens!

  11. Mal was ganz grundsätzliches, auch wenn das ein paar Leute nervt:

    Die weltweite Solidaritätsbewegung für Palästina ist wohl die größte Antikriegsbewegung weltweit, seit der Antikriegsbewegung gegen den Vietnamkrieg. Diese Bewegung hat die Jugend der Welt und alle Länder erfaßt. In den USA gibt es an den Unis Proteste, fast täglich findet irgentwo auf der Welt eine Palästina-Solidemo statt. In den nordischen Ländern, aber auch in den Niederlanden oder Spanien gehen zahlreiche Menschen auf die Straße. Unlängst verhinderten in Heraklion palästinasolidarische Menschen, das Israelis aus einen Kreuzfahrtschiff ausborden konnten. Große Demos gibt es auch in Australien. Jetzt startet die Sumud-Flotte mit Teilnehmern aus 44 Ländern um die Hungernden in Gaza zu versorgen. UN-Mitarbeiter fordern eine humanitäre militärische Intervention zum Schutz dieser Flotte.

    In Deutschland ist die Palästinasolidarität verglichen mit den Rest der Welt noch relativ schwach, wird aber stärker. Wie die Veranstalter berichten, drückten gestern in Frankfurt 40.000 Menschen ihre Solidarität mit Gaza aus.

    Die deutsche Polizei, die Staatsmacht, geht brutal mit willkürlichen Verhaftungen und Polizeieinsätzen gegen diese Bewegung vor. Man will sie im Keim verstecken, was aber international gesehen und kritisiert wird, wie der Polizeiangriff auf einen irischen Staatsbürger in Berlin.

    Es ist für mich deshalb eine Selbstverständlichkeit, daß die alternative Presse darüber berichtet. Das tut sie aber nur sehr unzureichend, sowohl Overton, aber auch die Nachdenkseiten, die nur gelegentlich über Palästina berichten. Telepolis steht bekanntlich in dieser Angelegenheit auf der falschen Seite.

    Diese zurückhaltende Berichterstattung verstört zunehmend die Leser alternativer Medien. Es scheint so, in Sachen Palästina ist der Unterschied zwischen den Mainstream und der alternativen Presse gering

    Warum?
    Wäre es nicht dringend notwendig, dies zu ändern?

  12. Guten Tag,

    mein Kommentar ist offenbar verrutscht und in der falschen Sparte gelandet. ER galt dem Herrn, der sich jetzt erst fragt, was man denn gegen die Barbarei tun könnte.

    Zweitens:@liebe Naomi, lesen Sie einfach mal die Junge Welt. Die Junge Welt ist kein Alternativmedium, sondern ein ganz traditionelles linkes Blatt und erscheint tatsächlich noch an gut sortierten Kiosken und im Printabo. Man kann sie dort kaufen, anfassen, halten und im Bus lesen. Das muss man dann aber bezahlen. Dort wird IMMER über die Demos und die Polizeigewalt berichtet. Diese Klagen „es schreibt niemand darüber,“ das bin ich sooooo leid. Die Palästinenser klagen genau so, die Israelis klagen genauso. Einfach genauer hingucken und die richtigen Blätter kaufen und lesen. Onlinemagazine müssen eine Vielzahl von Leserinteressen bedienen, sonst gehen die Leser weg.
    Im übrigen ist die Berliner Polizei nicht erst bei den Palästinademos so brutal. Seitdem1. Mai-Krawallen ist das so. Es gab in Berlin nie eine Deeskalationsstrategie, wie unsere Polizei sie in Bonn entwickelt und umgesetzt hat. Als die Regierung noch in Bonn war,gab es hier Demos, die 10 Mal größer waren als die meisten Demos in Berlin. Es gab nie Randale, dafür haben die Demoorganisatoren und die Polizei gemeinsam gesorgt. In Berlin ist man offenbar unfähig oder unwillig, so etwas zu versuchen.

    Und nein, auch wenn zwei Redakteure in der Stadt wohnen, in der die große Demo stattfand, heißt es noch lange nicht, dass sie an diesem Tag auch dasein müssen. Die beiden werden sich wahrscheinlich jetzt vor Wut in den Hintern beißen, aber vielleicht hatten sie fürs Wochenende mal andere Pläne.. Niemand ahnte, dass die Demo so groß würde. Ich habe gelesen, dass die Veranstalter im Vorfeld mit 10.000 bis 15.000 gerechnet hätten.

    1. Mein Abo bei der jungen Welt habe ich schon lange gekündigt. Manchmal kaufe ich mir mal die Wochenendausgabe, wegen des guten Kulturteils und mancher historischer Betrachtungen. Die Website klicke ich manchmal an, kann natürlich die kostenpflichtigen Artikel nicht mehr lesen. Ich glaube nach der Wende war ich 15 Jahre Abonnentin und in der DDR war natürlich die jW ein wichtiges Blatt.
      Was Palästina betrifft, was die Polizeirepression in Berlin betrifft, darüber berichtet die jW auch sehr spärlich. Wenn sich die jW bessert, kaufe ich wieder öfters, abonnieren werde ich nie mehr. Der Service hat auch den Charm des alten Ostens.

      Ich habe gelernt, vielen Linken ist Palästina nicht so wichtig, Gysi, Ramelow und Co sind Linkszionisten, aber viele junge Leute mit palästinasolidarischen Einstellungen mischen jetzt zum Ärger von Gysi und Co in der Linkspartei mit. Overton hat starke Rechtstendenzen, hat rechte Autoren verlegt und das ist der eigentliche Grund warum die beiden Redakteure nicht auf der Demo waren.
      Ansonsten schreibe ich hier solange man mich noch läßt!
      Und mit der Querfront von Dehm und Co. ist es doch nichts geworden.
      Ich messe die Leute, alternative Blätter an ihren Taten! Dasselbe gilt natürlich für die Politik und da fällt mein Urteil vernichtend aus und deshalb wähle ich nicht mehr.

      1. Overton rechts?
        Irgendwie blicke ich bei dem ganzen Gedöns rechts, links nicht mehr durch.
        Ist mir auch egal aber die Herren Rötzer und de Lapuente sind in meinen Augen
        Journalisten, die das noch schreiben was der Mainstream weglässt. Und da beide auch mal eine abweichende Meinung zulassen, warum nicht, das Forum läuft dann zur Hochform auf. 😁
        Ich meine mal gelesen zu haben, dass Herr Rötzer in München lebt, warum soll man, wenn man 70+ ist noch auf Demos gehen und sich einen Faustschlag wie in Berlin einhandeln?
        Im Übrigen finde ich das, wenn Sie schreiben Linken ist Gaza nicht so wichtig, eine Unterstellung, ich habe mich immer links verortet aber scheinbar muss man heute linksradikal sein.

        1. „ Ich habe mich immer links verortet und werde jetzt, mit bald 80 Jahren, garantiert nicht mehr linksradikal.“
          Sie müssen nicht linksradikal werden um für die Menschenrechte, für das Existenzrecht des palästinensischen Volkes einzutreten

          1. Sie muessen mich nicht belehren, ich trete schon mein ganzes Leben lang fuer diese Rechte ein!
            Nur genuetzt hat es scheinbar nix, wie man aktuell sieht, sonst waere die Welt friedlicher.
            Das was uns Senioren heute bleibt, ist die Moeglichkeit, sich via Internet auf alternativen Plattformen zu informieren, vieles zu hinterfragen und nicht alles zu glauben, was einem vorgesetzt wird!
            Leider sind nicht alle Senioren in der Lage, PC oder Smartphon zu bedienen und sich mit anderen Nutzern in Verbindung zu setzen. Das ist sehr schade!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert