Wirtschaftswachstum in den USA verdankt sich fast ausschließlich dem Ausbau der Künstlichen Intelligenz

Bild: Marco Verch/ccnull.de/CC BY-2.0

Vor allem dank wachsender Verschuldung gibt es in Deutschland mit vermuteten 1,3% ein höheres Wirtschaftswachstum als erwartet. Für die USA liegt es trotz der Eskapaden der US-Regierung unter Trump und einer enormen Staatsverschuldung mit 2,3% höher. Die Energiepreise sind deutlich niedriger, auch wenn sie durch den Krieg gegen den Iran in den USA in die Höhe gingen, vornehmlich sind es die Investitionen in Rechenzentren und KI, die das BIP ansteigen lassen.

Schaut man sich die Situation näher an, wird die Unwucht in den USA allerdings deutlich. Sie zeigt das Risiko des vornehmlich durch Investitionen in KI getriebenen Wachstums, das Präsident Trump mit allen Kräften fördert. Nach Daten von Ökonomen der Harvard Kennedy School ist besonders auffällig, wie Derek Thompson herausgearbeitet hat, wie stark der Bau von Rechenzentren angestiegen ist, der in den USA allerdings auch zu einer Protestwelle geführt hat (Maschinensturm gegen KI- Rechenzentren).

Sieht man sich die von ihm veröffentlichte Grafik an, wird die einseitige Entwicklung überdeutlich. Der Bausektor ist für das gesamte Wirtschaftswachstum ein wichtiger Faktor. 2026 sind die Ausgaben für den Bau von Rechtenzentren bis August um mehr als 60 Prozent gewachsen. Nur noch die Ausgaben für Energie, die auch mit Rechenzentren verbunden sind, liegen mit 4% im positiven Bereich. In allen anderen Sektoren wie dem Neubau von Mehrfamilienhäusern, von Gebäuden im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich oder für den Einzelhandel oder Büros brachen die Ausgaben ein. In der Industrie, die Trump besonders fördern wollte, schrumpften die Ausgaben für Neubauten mit fast 24 Prozent am stärksten. Eine Folge der explodierenden Bauprojekte für KI ist, dass Arbeitskräfte kurzfristig von anderen Branchen abgezogen werden.

Bild: Jason Furman

Erwartet wird, dass in den USA 2026 800 Milliarden US-Dollar in KI investiert werden. Ab 2027 sollen es mehr als eine Billion werden. Die Hälfte der Ausgaben fließt in Herstellung und Kauf von Chips, 20% in die Energieversorgung, 15% in Netzwerkkomponenten, 7,5 in die Kühlung und ebenso viel in den Bau.  Die daran beteiligten Branchen sind die Gewinner des Booms. Die Frage ist allerdings, ob das Rekordwachstum anhält oder ob die Ausgaben der Industrie schnell wieder zurückgehen werden. Bei den größten Unternehmen scheinen die Ausgaben pro Angestellten wieder zu sinken, bei den übrigen wachsen sie noch. Allerdings sinken die Einnahmen der KI-Unternehmen oder haben ein Plateau erreicht, während die Nutzung steigt. Das wäre ein Verlustgeschäft. Tatsächlich fallen die Preise, was auch mit der harten Konkurrenz zu tun hat.

Der KI-Boom frisst viel Kapital und macht wenige Menschen reich, aber er teilt eine Eigenschaft allgemein mit der Digitalisierung: Das Wachstum schafft nicht mehr Arbeitsplätze. Die NZZ stellt dies am Chip-Entwickler Nvidia dar. Der Konzern gehört, siehe oben, zur Branche, in die am meisten Geld fließt. Erwartet wird, dass Nvidia 2026 einen Gewinn von mehr als 350 Milliarden US-Dollar einfahren wird, das ist doppelt so viel wie alle Schweizer Unternehmer. Aber Nvidia beschäftigt lediglich 40.000 Menschen.

Es werden, was auch für Google, Apple, Microsoft und Co. gilt, enorme Gewinne gemacht, aber keine Arbeitsplätze geschaffen (jobless growth). Die Tendenz ist, dass viele Arbeitsplätze verschwinden und von der KI übernommen werden. Jetzt schon lässt sich sehen, dass zwar diejenigen, die bereits Erfahrung haben, auch in Branchen, die als KI-gefährdet gelten, ihre Jobs nicht verlieren, aber Berufsanfänger Schwierigkeiten haben, eine Stelle zu finden.

Das lässt in den USA auch die sowieso schon große Ungleichheit weiterwachsen: „Während die Profite unablässig steigen, schrumpft andererseits der Anteil der Löhne am volkswirtschaftlichen Kuchen. Die Lohnquote gemessen am BIP ist auf einen neuen Tiefstand von 52,9 Prozent gesunken. Bis in die frühen 2000er Jahre lag dieser Wert konstant über 60 Prozent.“

Zudem könnte KI das Leben teurer machen, die Inflation erhöhen und die Preise allgemein steigen lassen. So warnte Austan Goolsbee, der  Präsident der Fed von Chicago: „Die Preise steigen in Bereichen, die nicht nur Komponenten in Rechenzentren und den direkt damit verbundenen Branchen betreffen. Ich werde zunehmend nervös, dass es sich dabei einfach um eine klassische, altmodische Überhitzung der Nachfrage handelt.“ Die Federal Reserve führt die Erhöhung der Preise zunehmend auf den Ausbau der KI zurück. Im Septemberbericht der Fed heißt es: „Die meisten Direktoren stellten einen Druck auf die Inputkosten aus vielen Quellen fest, darunter Öl- und Kraftstoffpreise, Zölle, steigende Gesundheitskosten sowie der Wettbewerb um Ressourcen und Lieferungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der KI.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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40 Kommentare

  1. Das wird schon ziemlich beeindruckende Zahlen. Was passiert, wenn die Prognosen zutreffen, dass durch KI Arbeitsplätze in Größenordnungen ersetzt werden? Ich las mal, dass jeder, der bei seiner Arbeit vor einem Monitor sitzt, schon mal darüber nachdenken soll, was ihn persönlich unersetzbar macht. Ich habe in den letzten Wochen einige Beispiele dafür gesehen, was mit den kostenpflichtigen Modellen tatsächlich gemacht werden kann und war schon beeindruckt. Ich glaube, wir sollten aus den manchmal absurden und albernen Ergebnissen, die wir beim Spielen mit uns zugänglichen Modellen erzielten, keine falschen Schlüsse ziehen.
    Wie funktioniert Kapitalismus, dessen einziges Ziel die abstrakte Geldvermehrung ist, wenn all die Büroangestellten, Servicemitarbeiter, die Sachbearbeiter in Verwaltungen oder Banken, die Code schreibenden Programmierer in den Softwareschmieden usw. nicht mehr gebraucht werden? Hätte ich meine Söhne Maurer oder Klemperer lernen lassen sollen? Und hätte das was genutzt, wenn keiner sie beauftragen und bezahlen kann ?
    Womit machen Firmen, die die Leistungen der KI verwenden sollen, die Gewinne um sie zu bezahlen. Kriegen arbeitslose Programmierer Kredite, um sich Autos, Häuser oder auch nur Lebensmittel zu kaufen.

    Manchmal denke ich, dass die war pigs, die mit manischer Besessenheit auf einen neuen Waffengang drängen, sich diese Fragen auch schon stellten und dabei beunruhigende Antworten fanden, die sie so handeln lassen, als gäbe es kein Morgen.

    1. Bringen wir es auf den Punkt, letztlich stellst du die Sinnfrage. Wozu das alles? Ist das nicht der Gipfel eines völlig falschen Weges, den die Menschheit eingeschlagen hat? Beim Lesen deines Posts ist mir diese uralte Programmierer-(Spaß)-Frage in den Sinn gekommen: Wozu brauchen wir Computer? Antwort: Damit wir die Probleme gelöst kriegen, die wir ohne Computer nicht gehabt hätten. War wohl noch nie so viel dran wie heute.

      1. > Wozu brauchen wir Computer? Antwort: Damit wir die Probleme gelöst kriegen, die wir ohne Computer nicht gehabt hätten.

        Allerdings lässt sich das auf jede zivilisatorische Errungenschaft anwenden. Auch der Faustkeil musste beschafft, behauen, mitgetragen und aufbewahrt werden.
        Die Sinnhaftigkeit ist dadurch belegt, dass die Frühmenschen den Aufwand wert fanden und heute letztlich alle Technik außer Yoga auf ihn zurückgeht.

        Auch etliche Firmen der DotCom-Zeit haben überlebt und sind heute die Haupttreiber und Finanziers der neuen Techniken. Hätte China massiv die Entwicklung von E-Autos vorangetrieben, wenn es Tesla nicht gegeben hätte?

        Ja. Denn in den Großstädten, vor allem in jenen, die den Staub der Wüste abkriegen, war Luftverbesserung ein wichtiges Ziel und mächtige Autokonzerne, die die Legislative nach ihren Wünschen tanzen lassen, gibt es dort nicht.

        Anders als beim Faustkeil entstehen die neuen Techniken heute nicht mehr durch allgegenwärtiges Tradieren und Rumprobieren an jedem Lagerfeuer, sondern Satelliten werden von Staaten oder im Auftrag von Staaten in die Umlaufbahn geschossen, Gen-Scheren werden von hochspezialisierten Laboren entwickelt und Belichtungsmaschinen für Computerchips erzeugen 8-Nanometern-Strukturen auf hochreinen Siliziumwafern. Ein Silizium-Atom ist etwa 0,24 Nanometer groß.

        Wenn davon noch etwas in EUropa stattfindet, dann aus Zufall, weil keine Großkonzern schon vor Jahrzehnten die Politik nach ihren Wünschen dirigiert haben, um ihre Profite zu schützen (Abgasnormen, Hartz IV, Bauvorschriften) und darüber faul, träge und ideenlos geworden sind.

        Wenn die menschliche Zivilisation einen für die Bevölkerung verträglichen Weg entlang der wachsenden KI-Kompetenz finden wird, wird das sicher nicht im Westen sein. Denn außer bedingungslosem Grundeinkommen und Zusammenstreichen aller sonstigen staatlichen Leistungen ist den Think Tanks der Multimilliardäre dazu noch nichts eingefallen.

        Das würde dann auch sicher nicht in Richtung Eloi funktionieren, die, bis sie von den Morlocks einkassiert werden, ein ziemlich stressfreies Leben haben.
        Die Tendenz ist, dass Ärmere durch Gentrifizierung aus den attraktiven Zentren vertrieben werden. Also eher eine Entwicklung Richtung Massenverarmung in entfernten Slums und eine viel kleiner werdende bessere Gesellschaft, die sich zunehmend durch Überwachung, Absicherung und immer fortschrittlichere Automatisierung und Roboterisierung abschotten wird.

  2. Die USA hat fertig.
    BIP kann man nicht essen und ein KI Boom ohne Industrieproduktion und Konsum als Basis, ist eine recht hohle Angelegenheit, die niemand braucht.

    Das wird nicht mehr lange weiter gehen können und die KI Blase platzt. Zurück bleibt eine ruinierte USA.

    1. Dass man Industrieproduktion braucht, hat schon Biden verstanden und den Green Deal gestartet. Vor ihm hat Trump schon Deals mit bspw. Mexiko geschlossen, damit das Lohndumping gebremst wird und Jobs in den USA bleiben.

      Nur die EU denkt, es wäre eine tolle Idee, sich selber ins Knie zu schießen, um der Welt zu demonstrieren, wie sehr man die Russen hasst.

      Den USA geht es darum, seine Milliardäre glücklich zu machen. Die haben verstanden, dass sie in China zwar Geld verdienen können, aber nicht die Macht erreichen können, wie sie sie im Westen genießen. Darum haben alle Politiker, die fürs Geldverdienen in den USA sind, von ihnen allen Rückhalt. Egal ob Demokraten oder Republikaner.

      In KI wird Geld investiert. Wenn es ein Land auf dieser Erde gibt, das beliebig viel Geld zur Verfügung hat, dann ist es die USA. Auch die DotCom-Blase hat nicht die USA geschädigt, sondern die Investoren. In den USA gibt es für diese Art Investition den speziellen Namen Risikokapitalgeber. Das sind Leute, die sinnlos viel Geld haben und es mit der Aussicht, noch sinnloser reicher zu werden, in riskante Geschäftsideen stecken.

  3. Der KI-Bereich ist in den USA praktisch der einzige schnell verfügbare Wachstumspfad. Es ist also gar nicht mal unbedingt eine bewusste strategische Wahl, eher eine zwingende Entscheidung. Ob sich das langfristig trägt, und was passieren würde, wenn das nicht der Fall ist, kann man wohl kaum Abschätzen. Das Risiko ist jedenfalls real und erheblich, aber zurück kann man nicht, weil man keine bessere Alternative sieht. Ziemlich unbequeme Lage.

  4. Durchaus richtig. „Wir“ schaffen eine Technologie, eine durchaus faszinierende, die, wenn sie wie erwartet funktioniert, menschliche Arbeit in großem Umfang ersetzen wird und es ist absehbar, dass das unter den Bedingungen, nach denen unsere Gesellschaft funktioniert, eine Katastrophe sein kann. Dabei könnte es doch ein Segen sein, wenn Maschinen unsere Arbeit machen und wir gehen mit unseren Kindern spielen.
    Ja, es stimmt, ich bin nicht in der Lage einen -nach menschlichen Maßstäben – Sinn zu erkennen. Das einzige Ziel, das jedem sofort ersichtlich ist, ist dass abstrakt Geld vermehrt werden soll. Einfach irgendwelche Zahlen, frei von jedem sinnlichen Zweck. Irgendwelche Fantastilliarden sollen verdoppelt, verdreifacht potenziert werden. Egal welche Folgen es für den Planeten und die meisten auf ihm lebenden Menschen hat. Nicht mal um selbst ein besseres Leben zu haben. Im Gegenteil – viele von den Herren der Welt gehen davon aus, dass es zum Crash kommen muss und bauen für sich selbst Bunker, kaufen Inseln und träumen von der Besiedelung des Mars. Die Idee, ihre Energie, ihre großartige Technik, eben ihr Potential einzusetzen, um ein Leben für alle auf dem Planeten möglich zu machen. Nee, es geht weiter wie immer. Mehr Geld, Börsengang, Rechenzentren, kauft Token….
    Wenn dahinter ein höherer Sinn liegt, so bleibt er mir verborgen.

    1. Sie haben es erkannt: KI macht die Gesellschaft reif für den Kommunismus, macht die Menschen frei von stupider Arbeit. Kunst und Wissenschaft werden aufblühen.
      Allerdings wird in den USA dazu wohl mehr nötig sein als ein Sturm auf die Bastille.

  5. Letzte Woche kam die Meldung von OpenAI, dass die KI 722 Papiere veröffentlicht habe, die sich mit ungelösten wissenschaftlichen Fragen beschäftigen, die bislang nicht gelöst wurden. Hauptsächlich aus der Mathematik und dort die wirklichen Schwergewichte wie die Riemann’sche Vermutung. Genaueres unten.
    Bereits 42 Prozent davon wurden schon maschinell verifiziert. Nun ist die Mathematik ja so etwas wie das Denken im engeren Sinne. Wenn uns die Maschinen in diesem Punkt überlegen sind, dann auch in allen verwandten Wissenschaften, dem Maschinenbau, der Physik, der Wirtschaftswissenschaft und der Statistik. So richtig Arbeitsplätze wird das nicht schaffen.
    Gleichzeitig wandert die KI auf die Roboter und auch dagegen ist kein Beruf wirklich sicher. Einen Maurer können sie derzeit noch nicht ersetzen, aber ein Exemplar, das mir das Bad putzt, ohne in die Kloschüssel zu fallen, ist schon in Reichweite.
    Ich selbst bin ja Informatiker und ich kann da nur mit den Ohren schlackern. KI, das war doch 50 Jahre lang der Versuch, es intelligent aussehen zu lassen, was es nicht war. Aber seit drei Jahren ist die Welt eine andere.

    Hier nun meine etwas unbeholfene Frage an Grok und seine Antwort:

    Man hat ChatGPT doch 722 ungelöste mathemstische Aufgaben vorgelegt. Er hat alle beantwortet. Weiß man schon, wieviele richtig waren?

    **Nein, eine vollständige Zahl „wie viele richtig waren“ gibt es noch nicht.** Die Überprüfung läuft, und der Stand ist deutlich differenzierter als die vereinfachte Formulierung „ChatGPT hat 722 ungelöste Aufgaben alle beantwortet“.[]()

    ### Was genau passiert ist
    Am 6. Oktober 2026 hat OpenAI auf GitHub (Repository `openai/math`) 722 mathematische Manuskripte veröffentlicht, die von einem **unveröffentlichten internen Modell** erzeugt wurden (nicht dem öffentlichen ChatGPT). Diese sind in 372 „Result Families“ (Gruppen verwandter Ergebnisse) zusammengefasst und stammen aus der Bearbeitung von ungefähr **4.000 offenen Forschungsproblemen**. Pro veröffentlichtem Ergebnis wurden im Schnitt etwa drei Stunden „ChatGPT Pro thinking“-Compute benötigt. OpenAI hat die Ausgaben gefiltert und nur als ausreichend bedeutsam erachtete Ergebnisse aufgenommen.[]()

    ### Aktueller Verifikationsstand
    – Das Repository listet aktuell **719 Manuskripte** (drei wurden am 7. Oktober zurückgezogen).[]()
    – Etwa **42 % der Top-Ergebnisse** (rund 300 von 719) haben eine **Lean-Formalisierung** – also einen maschinell geprüften Beweis. Das ist ein starkes Indiz für Korrektheit der formalisierten Aussagen (vorausgesetzt, die Formalisierung entspricht der behaupteten Aussage).[]()
    – OpenAI selbst schreibt im README, dass die Ergebnisse in unterschiedlichen Verifikationsstadien sind, nicht alle Lean-Formalisierungen haben und **einige nicht formalisierte Ergebnisse Fehler enthalten könnten**. Sie wollen Fehler schnell korrigieren und weitere Formalisierungen nachliefern.[]()

    ### Bereits gefundene Fehler
    Innerhalb von 24 Stunden nach der Veröffentlichung wurden drei Manuskripte wegen eines Vorzeichenfehlers zurückgezogen (der eine Stabilisierungs-Trace-Argumentation und die Konstruktion zweier abhängiger Arbeiten ungültig machte; betroffen waren u. a. Aspekte im Umfeld der Hodge-Vermutung). 14 weitere Manuskripte wurden überarbeitet (Beweisreparaturen, korrigierte Aussagen etc.), und weitere Zitierungen angepasst.[]()

    ### Fazit
    Es gibt **keine endgültige Zahl korrekt gelöster Probleme**, weil:
    – Die 722/719 Manuskripte keine 1:1-Abbildung auf „alle beantworteten Aufgaben“ sind (es waren ca. 4.000 Versuche, davon ausgewählte signifikante Ergebnisse).
    – Nur ein Teil (ca. 42 %) maschinell in Lean geprüft ist.
    – Der Rest menschlicher Prüfung und Peer Review unterliegt; Mathematiker:innen prüfen die Claims derzeit intensiv. Einige Ergebnisse sind spektakulär (z. B. Quasi-Riemann, Unique Games Conjecture u. a.), andere könnten sich als fehlerhaft oder weniger weitreichend herausstellen.

    Die Situation entwickelt sich weiter – OpenAI aktualisiert das Repository, und die Fachcommunity arbeitet die Ergebnisse durch. Eine belastbare Gesamtsumme „X von 722 richtig“ gibt es deshalb (noch) nicht.

    1. Warten wir es ab. Mit der Todd-Funktion könnte man übrigens die Riemannsche Vermutung sehr schnell beweisen 😉 (und wurde mutmaßlich dann auch mehr als 50 Jahre nach Veröffentlichung der Todd-Funktion durch einen Herrn Atiyah getan bzw. öffentlich gemacht), nur leider war die Todd-Funktion dann doch nicht „wohldefiniert“, d.h. der Beweis war inkorrekt. Es ist also auch die Frage, welche anderen Resultate in den Beweisen jeweils genutzt wurden und ob für die genutzten Resultate auch jeweils ein Beweis beigelegt war (also z.B. auch eine „Lean Formalisierung“) oder nicht…

      Und auch wenn nun einige mathematische Probleme wirklich unter Mithilfe von „KI“ gelöst wurden, so wären dann immer noch Zweifel vorhanden, in wie weit nun das „Modell“ ein LLM war (zweifelhaft) und in wie weit, dann doch auch ein Datenabfluss von Anfragen an LLM-Modelle durch Mathematiker, dabei behilflich waren.

      ps. Mutmaßlicher Beweis durch „Maschinen“ (da etwas mittels „Lean formalisiert“ wurde) ist eines, was anderes ist, wenn der Beweis dann auch nachvollziehbar und durch Mathematiker verifiziert wurde. (Zur abc-Vermutung gibt es übrigens schon seit über 15 Jahren ein Beweis, nur eben keine „Lean formalisierung“ und es ist damit immer noch offen, ob damit der Beweis der abc-Vermutung korrekt ist oder nicht).

      pps. Gibt es denn einen Beweis (in der Mathematik bzw. der theoretischen Informatik), dass alles was eine „Lean Formalisierung“ besitzt auch korrekt ist ;-)…

      ppps. Es gibt auch Leute, die der Meinung sind und waren, dass AlphaZero so was ähnliches wie ein LLM (oder ChatGPT) war…

      1. „Vorzeichenfehler“ sagt eigentlich schon alles.
        Der kann zwar Menschen jederzeit auch passieren, aber einer klassischen Mathematiksoftware eben nicht,
        sonst hat sie einen grundlegenden Bug und ist für die Tonne .
        Man sieht daran dass LLM auch hier eben genau nicht symbolisch und mathematisch vorgeht, sondern schwafelt,
        bis das Ergebnis irgendwie strukturelle und semantische Ähnlichkeit mit anderen Beweisen hat.

        1. „Man sieht daran dass LLM auch hier eben genau nicht symbolisch und mathematisch vorgeht, sondern schwafelt, bis das Ergebnis irgendwie strukturelle und semantische Ähnlichkeit mit anderen Beweisen hat.“

          Genau das. Die eigentliche Frage ist doch, ob da ein Beweis (im mathematischen Sinne) überhaupt möglich ist. Sehr wahrscheinlich nicht, denn die Primzahlen sind Untermenge der natürlichen Zahlen, deren Menge ist unendlich. So ist auch die Anzahl der Primzahlen unendlich. Eine unendliche Reihe ist aber ziemlich lange, besonders zum Ende hin. An diesem Mathematikerscherz ist was wahres dran, denn egal wieviele Zahlen ich betrachte, es bleiben immer unendlich viele, die nicht einbezogen wurden. Wenn ich mit diesem Wissen eine Grenzwertbetrachtung mache, geht die Wahrscheinlichkeit für einen Beweis gegen Null.

        2. „„Vorzeichenfehler“ sagt eigentlich schon alles.
          Der kann zwar Menschen jederzeit auch passieren, aber einer klassischen Mathematiksoftware eben nicht,
          sonst hat sie einen grundlegenden Bug und ist für die Tonne .“

          Ja und Nein. Bei reiner symbolischen Berechnung kann dieses eigentlich nicht passieren. Sofern bei einem Teil eines Beweises nun numerische Mathematik verwendet wurde, so ist dieses eben auch bei „klassischer Mathematiksoftware“ möglich (Stichworte: Maschinengenauigkeit, Rundungsfehler etc.). (Und auch bei symbolischer Berechnung kommt etwas numerische Mathematik zur Anwendung, was zu Problemen beim Kürzen von Symbolen/Termen führen kann – allerdings sollte die normale Maschinengenauigkeit da meistens ausreichend sein, damit eben keine Vorzeichenfehler in der Rechnung passieren können, deshalb die Wortwahl „eigentlich nicht“).
          Ansonsten könnte auch die Software fehlerfrei sein (und kein Fehler aufgrund unzureichender Maschinengenauigkeit oder aufgrund von Rundung aufgetreten sein), aber ein Hardwarefehler z.B. für ein „Bit-flip“ verantwortlich gewesen sein (zusammen mit unzureichender Fehlerkorrektur gegenüber solchen Fehlern).

      2. Okay, das alles muss noch gesichtet und bewertet werden. Ob es dann einen umfassenden Bericht gibt, ist fraglich. Drum habe ich es beim jetzigen Stand erwähnt.

    2. „Nun ist die Mathematik ja so etwas wie das Denken im engeren Sinne.“

      Das paraphrasiert die wohl irreführenste Legende der Geistesgeschichte, behaupte ich.
      Nun kann ich zwar vergleichsweise rasch zeigen, daß die Behauptung stimmt, aber gewißlich nicht auf eine Weise, welche die Zeitgenossen als einen Beweis akzeptieren wollten. Deshalb nehme ich zunächst einen abstrakten Umweg.

      Philipp Fess hat mich gestern an eine simple Bestimmung des Begriffs „Information“ von Gregory Bateson erinnert, die ich jetzt in einer allgemeinen Form repräsentiere:
      Eine Information bestimmt den Empfänger
      Wenn das Resultat eines Informationsgeschehens ein anderes, neues Geschehen ist, bestimmt der Empfänger sich selbst.
      Exakt nachvollziehen könnt ihr diese Sätze anhand der Proteinsynthese mittels der verschiedenen Formen und Funktionen von RNA.

      Behaltet das im Hinterkopf, während ich zu meinem Beweis springe.
      Den muß ich nicht selbst geben, Bertrand Russell hat ihn 1901 mit der Antinomie der „Mengen aller Mengen, die sich nicht selbst als Element enthalten“ gegeben.
      Wie kommt es zu dieser Antinomie?
      Dazu gehe ich zurück auf die Zermelo-Menge der natürlichen Zahlen.
      Gibt es irgend ein Argument, warum die Menge der natürlichen Zahlen sich nicht selbst enthalten sollte?
      Nein, gibt es nicht, „n+1“ ist eine natürliche Zahl, die n enthält. Daß die Menge (IN) sich nicht selbst enthalte, ist ein Axiom, eine Voraussetzung.
      Warum muß diese Voraussetzung gemacht werden?
      Weil jede natürliche Zahl ein Konzept ist, im Unterschied zu einem Gegenstande bzw. Objekt. Wenn Mensch Ipfel mit Bärnen velwachselt, macht Mensch einen Denkfehler. Während die Zahl 1 ein Konzept ist, das Gegenstände aufnimmt, ist (IN) ein Konzept, das die Konzepte aufnimmt, die eine jede natürliche Zahl repräsentiert. Der Löwe ist ein anderer Gegenstand, als zwei Löwen. (1) Das eine ist eine Klasse von Gegenständen der Wahrnehmung und Bearbeitung, das andere eine Klasse von Klassen eines Denkprozesses. Das andere steht zum einen im Verhältnis eines Metakonzeptes zu Konzepten, Russells Antinomie zelebriert diesen Unterschied.
      Warum „zelebrieren“?
      Weil Klassen und Metaklassen in einem Denkprozess Dasselbe sein müssen – anders, als in einer Argumentation, die das Resultat eines Denkprozesses in seine Elemente aufschlüsselt. Ein Säugling, der lernt, zwischen „Ich“ und „Nicht-Ich“ zu scheiden – und dabei den „Satz vom ausgeschlossenen Dritten“ internalisiert – scheidet keine Gegenstände, er erschafft bipolare Wahrnehmungskonzepte, seine leibliche Gegenständlicheit bindet dabei seinen Intellekt an diese Bipolarität – womit ich zurück bei Bateson bin. Die Unterscheidung zwischen „Konzepten“ und „Metakonzepten“ folgt demselben Schema von „Ich“ und „Nicht-Ich“, wie die Unterscheidung zwischen Äpfeln und Birnen oder zwischen einem Apfel, den Kind nehmen will und dem Apfel daneben, den es nicht zu nehmen gedenkt.

      Weil das so geht, ist Klassenlogik in der Semiologie natürlicher Sprachen Resultat, nicht Ausgangspunkt. Eine Aussage, eine Behauptung, etabliert eine Logik, d.h. erschafft sie, aber wozu diese Logik gemessen an ihren Voraussetzungen, Bestandteilen und möglichen Folgerungen gegenständlich taugt oder nicht taugt, findet nur heraus, wer sie in ihre Bestandteile zerlegt, und zu solch einer Arbeit taugen mathematische Schemata, die konzeptionelle Verschachtelungen und Verästelungen des einen, o.zit. Schemas von „Ich“ und „Nicht-Ich“ aufnehmen, soweit und sofern ein Denkprozess sie in Gestalt von Axiomen und „Definitionen“ darin ein- und aufgebaut hat.

      Ca y est, soweit ich das jetzt überblicke, denn ich habe das jetzt für mich erstmals argumentativ zusammen gefasst.

      (1) Die Russell’sche Antinomie drückt mathematisch aus, was Marx als Paradoxie des Verhältnisses von Ware und Geld in der ersten Auflage des „Kapital“ so ausgedrückt hat:

      „Es ist, als ob neben und außer Löwen, Tigern, Hasen und allen andern wirklichen Thieren, die gruppirt die verschiednen Geschlechter, Arten, Unterarten, Familien u.s.w. des Thierreichs bilden, auch noch das Thier existirte, die individuelle Incarnation des ganzen Thierreichs.“

      1. Also ich wollte jetzt nicht geistesgeschichtlich argumentieren. Mathematik ist eben der Grundbaustoff aller Fortschritte und auch Fächer wie die Soziologie sind nun komplett mathematisiert. Wenn uns die Maschine da überlegen ist, dann wird sie da auch verwendet werden.

      2. Da hat anscheinend jemand das Russelsche Paradoxon nicht verstanden (und was daran ein Problem ist und was nicht).

        Im Detail: Nennen wir eine Menge X normal, falls die Menge X sich nicht selbst als Element enthält. Soweit kein Problem. Dann definiert man die Menge X als die Menge aller normalen Mengen. Falls X nun selbst normal ist, dann müßte X selbst Element der Menge sein, damit wäre dann aber die Menge X nicht mehr normal. Dieses ergibt einen logischen Widerspruch.

        Um dieses Problem (paradoxe Mengenkonstruktion) zu vermeiden, darf eine (implizit definierte) Menge also nicht so allgemein wie oben (ohne weitere Einschränkung) definiert werden, so dass die Mengentheorie von Zermelo-Fraenkel entstanden ist (wo diese allgemeine Mengenkonstruktion nicht möglich/erlaubt ist). Die Definition von normalen Mengen ist selbst nicht das Problem.

        Ihr Argumentation löst sich damit aus einer gewissen Sicht in wohlgefallen auf.

        1. Tja, für meiner einen ist „verstehen“ halt was anderes als, eine Vorschrift vernünftig einsehen und zur Anwendung bringen, und denen, die Vernunft und Verstand für dasselbe ausgeben, habe ich schlicht nix zu sagen, hoast mi.

  6. Habe ich den Herren Flassbeck nicht verstanden, wenn er die beinahe Vollbeschäftigung in den USA bewunderte , aber die Höhe der Löhne außen vorließ ?

    Gegen KI-Rechenzentren soll die Versenkung von Altfahrzeugen, Schrott und gelben Säcken in den Ansaugkanälen von Kühlwasser helfen, habe ich irgendwo gelesen. Ob das stimmt, weiß ich nicht.

    Gefährlicher seien die dezentral verbunkerten Kleinrechenzentren autoritärer Staatsgebilde, las ich woanders.

    Jeff Bezos schrieb letztes Jahr, dass der
    KI-Hype ohnehin nur der Marktbereinigung
    und Monopolbildung diene und deshalb viele Milliarden und Kleinanleger über die
    Kante gingen.

    Irgendwo in der Mitte liegt wohl die angstfreie Gesellschaft, die ihre Bedürfnisse selbst organisiert.

  7. @Artur_C:
    “ … Hauptsächlich aus der Mathematik und dort die wirklichen Schwergewichte wie die Riemann’sche Vermutung. …

    Die Riemann’sche Vermutung ist also eine schwergewichtige mathematische Frage. Beschreiben wir diese doch mal kurz. Es geht darum, wie die Primzahlen innerhalb der natürlichen Zahlen verteilt sind. Gut möglich, dass diese Verteilung zufällig ist, bewiesen ist das allerdings noch nicht, darum geht es. Das ist schon alles.

    Da stellt sich mir die Frage, ob die Beantwortung solcher Fragen tatsächlich so wichtig ist, dass dafür Unsummen ausgegeben werden, dass in Zeiten des Klimawandels Unmengen von Energie verschleudert werden. Die drängenden Probleme der Zeit sind bekannt und längst durchgerechnet, dafür brauchen wir keine KI. Im Gegenteil, deren enormer Resourcenverbrauch ist kontraproduktiv. Man fragt sich, ob die Vorteile, die uns die Computertechnik gebracht hat, sich nicht langsam ins Gegenteil verkehren.

    Man verstehe mich nicht falsch, ich gönne den Mathematikern das Vergnügen. Als Dipl.- Ing. benötige ich die Mathematik selbst, beschäftige mich noch heute gerne und regelmäßig damit. Aber der Aufwand für KI, die verursachten Kosten nicht nur monetärer Art, stehen in keiner Relation mehr zum erzielten Mehrwert.

  8. Die KI wird dafür sorgen das die herrschende Klasse uns vernichtet so wie ich es seit 1974 bekunde, nur mit einer exorbitanten Beschleunigung.
    Einfach, weil bald so viele Menschen nicht mehr gebraucht werden, werden die dafür sorgen uns zu versklaven, respektive einen Großteil los zu werden.
    Corona war nur ein Test, jetzt werden sie uns alles nehmen.

    1. Wenn die herrschende Klasse die beherrschten vernichtet, dann ist sie keine herrschende Klasse mehr, weil es niemanden mehr gibt, den sie beherrscht.

    2. Nein, das schaffen die nicht. Meinen Opel Record lasse ich mir nicht nehmen, da werde ich zum Michael Kohlhaas. Ich gehe notfalls in den Untergrund und nehme meinen Opel mit.

  9. Zwei Dinge komme einem in den Sinn.

    Erstens: Die allgemeine Zufriedenheit wächst de facto nicht. Im Gegenteil.
    Die Verteilungskämpfe/-kriege sind real und bestimmen mittlerweile unseren
    Alltag, geopolitisch und auch gesellschaftlich. Wenn ich _alleine_ meinen Sektor
    Medizin sehe: Unfassbare Grabenkämpfe bis in die Arzt-Patientenbeziehung hinein,
    Durchökonomisierung, kein Personal, schlechterer Service für die Patienten,
    schlechtere Arbeitsbedingungen, immer weniger Gehalt vor für Leistungsträger.
    Aus nahezu allen anderen Bereichen höre ich Ähnliches. KI löst das genau _null_

    Von der unfassbar schlechten geopolitischen Situation will ich gar nicht anfangen.
    Ressourcen erwähne ich noch nicht einmal.

    Zweitens: Es gibt hinreichende Vermutungen, dass die KI Geschichte eine
    um sich selbst kreisende Investitionsblase ist, die BIP vorgaukelt,
    dass keinerlei messbares Wachstum darstellt.

    1. Erstens:
      Die Profitorientierung des Kapitalismus bedingt den Zwang zu permanenter Kostensenkung, um ggü. der Konkurrenz nicht zurückzufallen, insbesondere, wenn man mangels eigener Innovationen keine Monopolgewinne realisieren kann.
      Im dt. Gesundheitswesen kumulieren sich da die Konkurrenzzwänge zwischen den Leistungserbringern mit der von aussen aufoktroyierten Hatz nach Senkung der „Lohnnebenkosten“ (die kommt von den „Unternehmern“ über den Transmissionsriemen der Regierung, ich kenne keine Regierung seit Kohl, die das Spiel nicht gespielt hätte, man nennt das euphemistisch „Reform“ **Lach**).
      Dass die Sparerei in vielen Bereichen bereits aus der Substanz bestritten wird, ist bekannt und nicht nur im Gesundheitswesen so, schau dir den Zustand der Infrastruktur an.

      Zweitens:
      Das BIP misst Umsätze.
      Wenn ich dir und du mir zu je 20 € die Schuhe putzen, ist das BIP um 40 € gewachsen. Machen wir das jeweils selber, dann nicht. Da sich die Kapitalistische Ökonomie ausschließlich um Geld dreht, ist das für deren Proponenten (also so zielmich alle, die hier irgend was zu Sagen haben) ein ausreichend guter Indikator.
      Dass das BIP insbesondere keine Aussagen darüber macht, ob irgend welche anderen Kriterien erfüllt werden, ist selbstredend.
      Wenn die KI jetzt erstens das Versprechen gibt, das BIP zu erhöhen (weil man erstmal gigantisch in Hard- und Software investieren muss) und im Nachgang die Kosten der restlichen Wirtschaft zu senken (das ist ja die Idee: wir rationalisieren die Arbeitskräfte weg), dann ist das für alle Kapitalisten da draussen ein Versprechen, dem sie nicht widerstehen können.

      Ceterum censeo intellegentiam artificialem vestram in cloacam demergendam esse.

  10. KI ist eine komplizierte Sache und in Amerika könnte daraus eine große Blase erwachsen.

    Dieser Artikel : https://forumgeopolitica.com/de/artikel/die-ki-blase-die-schlimmste-blase-aller-zeiten
    beschäftigt sich ausschließlich mit den ökonomischen Problemen

    – die geplante Größe der KI-Investitionen in den nächsten acht Jahren beträgt 3,6% vom BIP
    – etwa 75% sind fremdfinanziert, wobei miteinander verbundene Unternehmen – Hersteller von Chips, Betreiber von Rechenzentren oder finanzierende Banken – sich Kredite in undurchsichtigen Konstruktionen gewähren oder garantieren
    – Abschreibungszeiten übersteigen die prognostizierte Einsatzdauer der Chips
    – die chinesische Konkurrenz erschafft KI-Strukturen, die mit 25% Rechenleistung vergleichbare Ergebnisse erzielen
    – geostrategische Kriege lassen die Energiepreise steigen und zwingen Zentralbanken hohe Zinssätze festzulegen

    Die gesamte Situation deutet auf eine sehr große und sehr wackelige Angelegenheit. Die KI ist eine Wette auf die Zukunft, die eintreten könnte, aber mit der großen Gefahr, dass sie einen Scherbenhaufen hinterlassen wird.

  11. Der kluge und urteilssichere US-amerikanische Manager Eric Janszen schrieb im Februar 2008 – gerade war in den USA eine gigantische Immobilienblase geplatzt, die seit etwa zehn Jahren beständig aufgepumpt worden war – den bemerkenswerten, weil die damaligen Zeitumstände überdauernden Satz: „Given the current state of our economy, the only thing worse than a new bubble would be its absence.“ (link: https://harpers.org/archive/2008/02/the-next-bubble/ )

  12. — Ob die KI-Variante der Informationstechnologie (IT) den technischen und wirtschaftlichen Fortschritt vorantreibt?
    — Oder handelt es sich eher das „letzte Aufgebot des Westens“ (*), wie ja auch dieser Artikel von Florian Rötzer nahelegen könnte?

    Kriterium des Fortschritts in der Industriegesellschaft ist seit Adam Smith die Tiefe der Arbeitsteilung. Je weiter sich Berufe und Funktionen durch die Arbeitsteilung „ausdifferenzieren“, desto höher der Fortschritt und die industrielle Zivilisation – so die gängige These seit Beginn der „großen Industrie“. (Wer es bei Marx nachlesen möchte: https://marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_a/arbeitsteilung.html )

    Treibt IT diese Arbeitsteilung voran? Oder vermindert sie sie nicht vielmehr?! – Das will ich am Fall der Textverarbeitung bei Einführung der PC-Rechner in den 1980er Jahren deutlich machen:
    Die Profis der Textverarbeitung waren 2 Berufsgruppen:
    – Sekretärinnen – mit elektrischen Schreibmaschinen
    – Setzer der Zeitungen, Zeitschriften und Buchproduktionen – mit Composern

    Mit dem weitgehenden Verschwinden dieser Berufe geht auch Arbeitsteilung – als Triebkraft der modernen Industriegesellschaft – wieder zurück! Heute schreibt auch kaum noch wer mit 10 Fingern, geschweige denn fehlerfrei, ohne auf die Tastatur zu schauen, mit 500-600 Anschlägen die Minute, wie bei berufserfahrenen Sekretärinnen bis in die 1990er Jahre üblich. Das heißt, durch den Computer hat die Textverarbeitung an Professionalität verloren.

    Wir wurden postmodern und postindustriell. Jeder Abteilungsleiter tippelt nun seine Texte selber. Oder nutzt gar diese – ergonomisch lächerliche – Handy-Tastatur, ein Spielzeug, das jeden Standard einer Industrieanwendung verhöhnt: Als ob nur noch Einarmige in auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
    Auch die Texte wurden länglicher, weil sie selbst gewerkelt sind und der Druckraum sehr billig geworden ist. Der Zwang zur Kürze und zur Pointe verschwand aus denselben technischen und wirtschaftlichen Gründen, die die Einführung des PC verursachten.

    (*) Das letzte Aufgebot:
    https://www.deutschlandfunk.de/volkssturm-im-zweiten-weltkrieg-hitlers-letztes-aufgebot-100.html

  13. Fortsetzung:

    Die KI und ihr Mustervergleich (mattern patching): Wer sieht wem ähnlich? = Der Entwicklungsstand eines 1 1/2-jahrigen Kleinkinds. – Diese Banalisierung und Infantilisierung macht den industriellen Fortschritt und „Durchbruch“ der KI aus: haha!

    Fortschritt durch Rückentwicklung. Denn verdienen tun die US-Oligarchen vor allem an der Energie und den Immobilien.

    Rechnete ein Rechner noch mit wenigen Bit in Integer-Datenfeldern 1 + 1 = 2, so durchforstet die KI 100.000 Datensätze, um auszugeben, dass sich die Antwort ‚2‘ in den meisten Fällen bewährt habe. Energieaufwand und Platzbedarf beträgt ein Milliardenfaches, wie von den US-Oligarchen gewünscht, indessen sie die industrielle Entwicklung schon vor zwei Generationen nach China verlagert haben, „um Lohnkosten zu sparen“.

    Das Verlagern der Industrie ist die Arbeitsverweigerung der Kapitalisten (West), und durch ihre letzten Aufgebote können sie ihr Ende nur noch herauszögern.

  14. Fortsetzung:

    Die KI und ihr Mustervergleich (mattern patching): Wer sieht wem ähnlich? = Der Entwicklungsstand eines 1 1/2-jahrigen Kleinkinds. – Diese Banalisierung und Infantilisierung macht den industriellen Fortschritt und „Durchbruch“ der KI aus: haha!

    Fortschritt durch Rückentwicklung. Denn verdienen tun die US-Oligarchen vor allem an der Energie und den Immobilien.

    Rechnete ein Rechner noch mit wenigen Bit in Integer-Datenfeldern 1 + 1 = 2, so durchforstet die KI 100.000 Datensätze, um auszugeben, dass sich die Antwort ‚2‘ in den meisten Fällen bewährt habe. Energieaufwand und Platzbedarf beträgt ein Milliardenfaches, wie von den US-Oligarchen gewünscht, indessen sie die industrielle Entwicklung schon vor zwei Generationen nach China verlagert haben, „um Lohnkosten zu sparen“.

    Das Verlagern der Industrie ist die Arbeitsverweigerung der Kapitalisten (West), und durch ihre letzten Aufgebote können sie ihr Ende nur noch herauszögern.

    1. Ganz interessanter Gedanke, wenn Sie auch zuviel Intention hinter der KI Entwicklung sehen drnke ich.
      Dass der KI Entwicklung so extremst viel Geld hinterhergeschmissen wird liegt ausschliesslich daran dass es seit Jahrzehnten viel zu zuviel Geld gibt, das investiert werden will, nicht an irgend welchen Plänen irgendwelcher (in der Regel vollkommen phantasieloser und wenig gebildeter) Oligarchen.
      Viel zuviel „unbeschäftigtes“ Geld gab es schon in den 90ern, was damals die nach heutigen Massstäben nur als Bläschen zu bezeichnende „Dotcom“ Blase erzeugte, die immerhin die gesamte Wirtschaft ins Strudeln brachte und der wir die heutige IT Abhängigkeit verdanken.

      1. Über die Intention schrieb ich nicht. Vielmehr meine ich, dass der technische Fortschritt nicht durch „Erfindungen“ genialer Nerds, sondern durch die Weiterentwicklung der Produktivkräfte – nicht bewusst geplant, nicht-intendiert, sondern „hinter dem Rücken der Beteiligten“ – geschieht.

        Mir bekannt ist die Intention, unbedingt Massendatenspeicherung und entsprechende Rechenzentren verkaufen zu wollen. Dafür trommelte eine Lobby in allen Computerzeitschriften seit ungefähr dem Jahr 2000. Sie hetzte gegen den Datenschutz, wie es dumme IT Nerds üblicherweise taten. In Wirklichkeit geht es um den massenhaften und organisierten Diebstahl von Urheberrechten („Content“), sozusagen die „ursprüngliche Akkumulation“ (Marx, Das Kapital, Band 1) der KI.
        Aber die Durchsetzung dieser Intention geschieht wildwuchsig – (im Unterschied zur Funfjahresplanung Chinas, die einige wenige Ziele allgemein vorgibt).

        Daher findet die Rückentwicklung des Kapitalismus und seiner Produktivkräfte durch die KI ungeplant, NICHT-intendiert statt!

        Die Blase der massenhaften Durchsetzung des Internet (Dotcom-Blase) war vielleicht mit der KI-Blase vergleichbar (Sie kennen vermutlich den kürzlichen Beitrag auf Forum Geopolitica zu diesem Thema der KI-Blase?!). Die Blasen sind vergleichbar, aber nicht die technischen Innovationen (Internet, KI), die jeweils den Vorwand für eine Blase abgibt. Denn das Internet sehe ich nicht als eine solche technische und intellektuelle Rückwartsentwicklung, wie sie die KI darstellt.

  15. Also halten wir fest: das Wirtschaftswachstum der USA beruht einzig und alleine auf irrealen Spinnereien (und dem Börsenwert von solchen Hypes). Damit ist doch alles klar.

    Das unnütze Finanzkapital setzt immer mehr auf Unnützes und Rüstung als auf gemeinnützige Infrastruktur und eine vernünftige Lebensbasis der Mehrheit.

    Wenn nicht endlich eine Mehrheit (im „Westen“) erkennt, dass Kapitalismus immer mehr und mehr zerstören muss, je mehr Geld nach Anlagemöglichkeiten sucht, was inzwischen weit über das vernünftige und nutzbringende hinausgeht, werden wir daran krepieren im wahrsten Sinne des Wortes. Das Geld (bzw. dessen Erzeuger und Meister) sucht als letzte Möglichkeit den Krieg und die Zerstörung, um Profite zu bringen.

  16. Über die Intention schrieb ich nicht. Vielmehr meine ich, dass der technische Fortschritt nicht durch „Erfindungen“ genialer Nerds, sondern durch die Weiterentwicklung der Produktivkräfte – nicht bewusst geplant, nicht-intendiert, sondern „hinter dem Rücken der Beteiligten“ – geschieht.

    Mir bekannt ist die Intention, unbedingt Massendatenspeicherung und entsprechende Rechenzentren verkaufen zu wollen. Dafür trommelte eine Lobby in allen Computerzeitschriften seit ungefähr dem Jahr 2000. Sie hetzte gegen den Datenschutz, wie es dumme IT Nerds üblicherweise taten. In Wirklichkeit geht es um den massenhaften und organisierten Diebstahl von Urheberrechten („Content“), sozusagen die „ursprüngliche Akkumulation“ (Marx, Das Kapital, Band 1) der KI.
    Aber die Durchsetzung dieser Intention geschieht wildwuchsig – (im Unterschied zur Funfjahresplanung Chinas, die einige wenige Ziele allgemein vorgibt).

    Daher findet die Rückentwicklung des Kapitalismus und seiner Produktivkräfte durch die KI ungeplant, NICHT-intendiert statt!

    Die Blase der massenhaften Durchsetzung des Internet (Dotcom-Blase) war vielleicht mit der KI-Blase vergleichbar (Sie kennen vermutlich den kürzlichen Beitrag auf Forum Geopolitica zu diesem Thema der KI-Blase?!). Die Blasen sind vergleichbar, aber nicht die technischen Innovationen (Internet, KI), die jeweils den Vorwand für eine Blase abgibt. Denn das Internet sehe ich nicht als eine solche technische und intellektuelle Rückwartsentwicklung, wie sie die KI darstellt.

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