
Über deutsche Medien mit kritischem Anspruch, Debattenkultur und die Pressefreiheit.
Erneut weiche ich von der journalistischen Regel ab, meine persönliche Betroffenheit außen vor zu lassen: Ein erheblicher Teil des im folgenden Kommentar verarbeiteten Materials entstammt persönlichen Erfahrungen. Aber versprochen: Es soll das letzte Mal gewesen sein.
Diese Tage ging mir ein YouTube-Link zu einem Interview mit Irene Kahn zu, UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, durchgeführt von Thilo Jung auf dem YouTube-Kanal „Jung&Naiv“. Die mehrtägige Recherche von Frau Kahn kam zu dem Ergebnis, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland bedroht ist. Was die Presse betrifft, ist das Problem eine immer schärfere Schere der Selbstzensur in den Köpfen.
Ein wichtiges Thema des Interviews war der Umgang deutscher Behörden, der deutschen Justiz und insbesondere deutscher Universitäten mit Protestaktionen gegen die israelischen Kriegsverbrechen während des Gaza-Krieges. Frau Khan widerlegt in diesem Interview mit argumentativer Schärfe und Gründlichkeit u.a. den Vorwurf, der Slogan „From the river to the sea, Palestina free“ wäre antisemitisch. Hierzu mein Interview mit Ibrahim Abayat, das ich zuvor vergeblich den Nachdenkseiten angeboten hatte.
Irene Khan spricht hier insbesondere von der Gesprächsverweigerung der für diese Repressionsmaßnahmen verantwortlichen Politiker, etwa des Berliner Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner. Im gleichen Kontext kam die Absage einer Diskussionsveranstaltung an der FU Berlin mit Francesca Albanese, UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage in den besetzten palästinensischen Gebieten, durch den FU-Präsidenten wegen „Sicherheitsbedenken“ zur Sprache. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: FU Berlin = Freie Universität Berlin. Ich gehöre als Privatdozent zu ihrem Lehrkörper.
Hier kommt erneut meine persönliche Betroffenheit ins Spiel: Wie einige Leser möglicherweise mitbekommen haben, schrieb ich bis letzten Sommer regelmäßig für die Zeitung „der Freitag“. Im Oktober 2023 bot ich dem „Freitag“ anlässlich des Überfalls der Hamas auf Israel und der darauffolgenden Unterdrückung pro-palästinensischer Proteste (die Beschlagnahme palästinensischer Flaggen und Halstücher in Deutschland eingeschlossen) einen Text zum Thema „Antisemitismus“ in Deutschland an. Titel: „Die spezifische Reaktion Deutschlands auf den Krieg zwischen Israel und der Hamas und der deutsche Antisemitismus“. Nach längerem Hin-und-Her wurde mir am 16.10.2023 mitgeteilt, die Redaktion Freitag online hätte die Veröffentlichung meines Beitrags abgelehnt. Dabei ist nicht ganz klar, wieweit die Ablehnung einfach der mangelnden inhaltlichen Kompetenz dieser Abteilung geschuldet ist, denn es gab schon einige Jahre zuvor eine von dort kommende Ablehnung. Wörtlich: „Prinzipiell werfen wir natürlich immer wieder gern einen Blick nach Spanien“ – also statt über den Vormarsch von Rechtspartei und Faschisten in Spanien besser über Stierkampf und Paella berichten?
Es war also die zweite Absage seitens dieser Zeitung. Daraufhin bot ich den Text den „Nachdenkseiten“ an, ein Medium, für das ich ebenfalls schon seit Jahren schrieb. Auch hier wieder nach längerem Warten eine Absage des zuständigen Redakteurs – die erste seitens dieser Zeitung: „Tut mir leid, diesmal muss ich Ihnen leider absagen. Das Thema ist ein Minenfeld und wir haben uns entschlossen, es erst einmal nicht zu behandeln.“ Über persönliche Beziehungen fand der Beitrag schließlich Eingang in den Blog „dreimallinks-chat-gruppe“. Ins Spanische übersetzt erschien der Artikel dann sehr schnell in der spanischen Digitalzeitung „Nueva Tribuna“.
Ich hatte seitdem zwar im Freitag die Ehre, in die Printausgabe aufgenommen zu werden. Das hatte aber zur Folge, dass der Umfang meiner Artikel immer von dem von der Werbung freigelassenen Platz bestimmt war, was zu regelmäßigen und nicht abgesprochenen Kürzungen und im Endeffekt zu „Verwässerungen“ meiner Artikel führte. Zeitgleich wurde vor der Online-Ausgabe ein „Paywall“ errichtet und die Kommentarfunktion sowie die Plattform der Freitag-Community beseitigt, kurz: das Ende einer Debattenkultur unter den Lesern. Als ich dann auch noch darum bat, für Änderungen und Kürzungen meiner Artikel meine Zustimmung einzuholen – gemäß dem „Code of Fairness“ für Autoren, wurde das Erscheinen meiner Artikel auf die lange Bank geschoben und dann ganz abgesagt. Die Unverträglichkeiten mit dem „Freitag“ spitzten sich zu. Auf ein letztes Textangebot mit dem Titel „Finstere Zeiten“ antwortete der „Freitag“ in einer Mail: „Herzlichen Dank für das Angebot. Wir haben für den Text und das Thema keine Verwendung.“ Der Artikel erschien dann im Overton-Magazin.
Bei den „Nachdenkseiten“ eine ähnliche Dynamik: Ein Artikel zu mehreren hochexplosiven Korruptionsskandalen, bis in die oberste Etage der spanischen Regierung, die diese zu Fall zu bringen drohte, wurde abgelehnt. Begründung: er wäre zu sehr „Boulevard“. Kurz darauf erschien auch er im Overton-Magazin. Ein weiterer Artikel, dieses Mal zur Hitze- und Brandkatastrophe in Spanien, hatte ein ähnliches Schicksal: er war nach Meinung der „Nachdenkseiten“ zu speziell und würde Leser ohne „Hintergrundwissen“ überfordern. Das verströmte dieses Mal einen gewissen Querdenker-Geruch: Bestreiten eines menschengemachten Klimawandels als Ursache der Katastrophen. Auch dieser Artikel erschien dann im Overton-Magazin. Ende der Geschichte: Auf das oben erwähnte Interview mit Ibrahim Abayat, Sprecher des „Palästinensischen Hauses in Aragón“, keine rechtzeitige Antwort. Auf Nachfrage eine Email des verantwortlichen Redakteurs: „Ich ziehe die Reißleine und bitte von weiteren Angeboten abzusehen.“
Übrigens sind die meisten der erwähnten Artikel, übersetzt, unverändert und umgehend in Spanien erschienen.
Auch wenn es so aussehen mag, sollte das alles nicht nur als persönliche Erfahrung gelesen werden, sondern in den von Frau Irene Kahn vor Ort untersuchten Kontext der bedrohten Meinungsfreiheit in Deutschland gestellt werden. Die beiden Medien – „Nachdenkseiten: Untertitel „Die kritische Website“, „der Freitag“: Slogan: „Wir wollen bloß die Welt verändern“ – eignen sich für dieses Problem, denn sie sind ja neben wenigen anderen Medien als „Flaggschiffe“ einer kritischen Meinungs- und Pressefreiheit unterwegs.
Wer immer noch meint, dass auch die „Öffentlich-Rechtlichen“ zu diesen Flaggschiffen gehören, irrt sich. Aktuelles Beispiel: Erstaunlicherweise gab es weder im Radiokanal „Deutschlandfunk“ noch im Fernsehkanal „Tagesschau 24“ irgendeine Erwähnung der von Assange im Namen von Wikileaks erstatteten Anzeige gegen das für den „Friedensnobelpreis“ zuständige Komitee, wegen des kriminellen Charakters der Preisverleihung an María Corina Machado, die den Preis dann auch noch an Donald Trump weiterreichte. Trotz mehrerer Nachfragen wegen der Unterdrückung dieser in Spanien flächendeckend verbreiteten Nachricht gibt es bis heute keine Antwort.
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Das ist so ähnlich, wie die Stimmung in der erweiterten Oberschule damals in der DDR. Nur die Meinung des Lehrkörpers, der entsprechend diktatorisch geschult war, durfte in verschiedenen Nuancen wiedergegeben werden. Andersdenkende hatten Angst und wurstelten sich, wie ich, durch, um nicht rauszufliegen. Und so ähnlich war das nach Berichten auch unter Hitler. Wie die DDR und Hitler endeten, ist bekannt. Und nun passiert es ab und zu, dass im Fernseher trotz Boykott seit der Zeitenwende etwas zu spät vor den Nachrichten um- oder abgeschaltet wird. Bereits die Schlagzeilen oder der Beginn der Nachrichten vergiften das Zimmer, wenn man die Wahrheiten kennt.
Ich habe die Schule in Thüringen und Bayern besucht. Politisch gab es da keine Unterschiede, nur andersherum, die Staatsbürgerkunde in der DDR find ich heute ehrlicher.
Bayern ist kein Maßstab.
was ist denn der Maßstab? oder anders gefragt gibt es einen Maßstab und wenn ja ist der innerhalb oder außerhalb Deutschlands?
Auf welches Vorurteil gegenüber „Bayern“ berufen SIE sich denn mit Ihrer Aussage? Frage ich als „Freie Fränkin“? Nur weil einem eine regionale Ausprägung des Vielvölkerstaats BRD nicht gefällt? Kurz nach der „Wende“ versuchten ein gewisser Herr Stoiber ( Oberbayer) und ein gewisser Herr Biedenkopf (gebürtiger Rheinländer) so eine Art schwarzes Mitteldeutschland zu konstruieren. Wäre Ihnen das lieber gewesen?
Erst gestern habe ich wieder einmal angemahnt, abzuklären was eine Nation sei. Politiker, Historiker, Sprachwissenschaftler…arbeiten da mit erfreulich unterschiedliche Einschätzungen.
Wann gilt eine Nation als „gegründet“? Welche Gründe dafür sind maßgeblich?
Wie anders käme man sonst auf die Idee in der UN-Vollversammlung Zwergstaaten – zumeist entstanden aus Gnaden des britischen Commonwealth – das gleiche Stimmrecht (entspricht Stimmgewicht) zuzugestehen wie z. B. Indien oder China. Wobei letzteres auf Grundlage des Ergebnisses von Weltkrieg II wenigstens beständig im Sicherheitsrat vertreten ist.
siehe: https://dgvn.de/un-im-ueberblick ; https://www.un.org/en/about-us/member-states .
Geboren in Nürnberg kann ich z. B. Rheinländer oder Emsländer nicht besser verstehen, als ukrainisch sprechende Menschen ihre russischsprachigen Mitbewohner im allgemein anerkannten Territorialstaat Ukraine, der angeblich von den einen besetzt wird und von den anderen bombardiert – oder doch umgekehrt?
Jedem Individuum das irgendwo auf diesem Globus wohnt, geht die verwaltungsrechtliche Zuordnung zu einem Gemeinwesen, das man z. B. Ort, Gemeinde, Landkreis, Bundesland, EU-Staat … nennt, gehörig auf den Keks. Bestenfalls kann man diese Unterteilungen als eine demokratischen Verfahren geschuldete praktische Aufteilung lesen.
Immer gut zu wissen, welche Medien von welchen Themen die Finger lassen um keinen Ärger zu bekommen oder um einfach die Vorherrschenden Verhältnisse zu stützen.
Das ausgerechnet Tilo Jung Frau Kahn interviewt ist allerdings bemerkenswert. Setzt der sich doch immer gegen seiner Meinung nach „rechten Medien“ ein ist also eher Täter und glänzt mit historischer Ahnungslosigkeit. Ich werde mir das mal ansehen, könnte lustig sein.
Thilo Jung ist der Feind schlechthin.
Allein, was er sich zu Coronazeiten hat erdreisten lassen, macht ihn zu einem Feind der Menschheit!
Kannst du ohne Feindbilder abends einschlafen?
Ich stelle mir immer Hinrichtungsszenarien vor, damit klappt das ganz gut. 😉
@motonomer: Grundgütiger…
Ich find Dich eigentlich ein bisschen irre, aber das kann ich total nachvollziehen, Prost und einen guten Schlaf !
Danke ✌
Ich fasse das mal als „Kompliment“ auf.
Ich bin ja hier der“ Klingone“ unter den Forenten… 😉
Haargenau, so jemanden sich ins Boot holen zeugt von Dummheit, damit sitzt doch der ideologische Feind direkt im Zentrum dessen, was er vernichten will. un fucking believable ! – der Type hat sich Journalist total disqualifiziert, bis heute. typische Wessi-Platzpatrone, den Leuten anti-opportunen Honig ums Maul schmieren u d wenn es ernst wird den Karrierist pullen, ERBÄRMLICH !
Ich schaue öfters in die ÖR-online Angebote rein. Reinste Realsatire, nur nicht als solche gekennzeichnet.
Hilft auch zu verstehen warum der Deutsche Mensch im allgemeinen so kanalisiert denkt und spricht.
Deutschland hat fertig, fix und fertig. Bin gespannt wann/ob das die breite Masse irgendwann merkt.
Daß das nicht nur auf Deutschland beschränkt bleibt, dafür sorgt diese EU-Kommission und deren Rat.
Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, dass Medien wie Freitag und NachDenkSeiten den Text „Die spezifische Reaktion Deutschlands auf den Krieg zwischen Israel und der Hamas und der deutsche Antisemitismus“ damals nicht publizierten – einem Thema, mit dem man sich fast ausschließlich in die Nesseln setzen kann (um Missverständnissen vorzubeugen: gut, richtig oder gar klug finde ich es deshalb trotzdem noch lange nicht). Denn das Klima (oder: der herrschende Zeitgeist) dazu hierzulande war und ist so beschaffen, dass es tatsächlich und gerade für kleinere Medien schnell gefährlich werden kann. Die Beschaffenheit dieser damit oft einhergehenden, aufwallenden „Pogromstimmung“ kann man u.a. auch im Kommentarbereich der Zeit unter diesem Artikel in Augenschein nehmen: https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-02/vereinte-nationen-sonderberichterstatterin-meinungsfreiheit-deutschland
-Aber vielleicht sind das dort ja auch alles nur Bots, Kommentierende sowohl als auch Applaudierende. „Schöne Spaltung haben Sie da in Ihrer Gesellschaft, Respekt; wie ist Ihnen das gelungen?“ (Sagt der Bischoff zum König: „Halt‘ Du sie arm, ich halt‘ sie dumm.“)…
Die meisten sogenannten alternativen Medien, den Freitag und explizit die Nachdenkseiten, zähle ich ebenfalls dazu, haben auch schon lange vor Corona immer nur mit gebremstem Schaum berichtet.
Die Welt kann man nur verändern indem man die herrschende Klasse mit ihrer Funktionselite, mit allen kapitalistischen Strukturen beseitigt.
„Die Welt kann man nur verändern indem man die herrschende Klasse mit ihrer Funktionselite, mit allen kapitalistischen Strukturen beseitigt.“
Sehe ich prinzipiell auch so. Und es auch richtig, immer wieder darauf zu verweisen. Möglicherweise dämmen solche grundsätzlichen Feststellungen nebenbei auch ganz gut gegen Rechtsextremismus.
Danke, 💪👍
@motonomer
Für jeden Getreuen gibt es noch ein Pöstchen
Lauterbach wird als neuer WHO-Chef gehandelt – Prost Karl Soest 🙂
https://www.nzz.ch/international/warum-karl-lauterbach-als-who-chef-gehandelt-wird-ld.1924697
https://www.aerztezeitung.de/Politik/Folge-der-Finanznot-WHO-kuendigt-Umzug-von-Abteilungen-nach-Berlin-an-457672.html
Möchte der WHO-Jesus den Abdanken?
Wir leben in einer Realsatire
Es kommt immer zusammen, was zusammen gehört, so lange wir es eben zulassen.
„Zeitgleich wurde vor der Online-Ausgabe ein „Paywall“ errichtet und die Kommentarfunktion sowie die Plattform der Freitag-Community beseitigt, kurz: das Ende einer Debattenkultur unter den Lesern“
Das Verschwinden dieser dort praktizierten und von oben aufoktroyierte „Debattenkultur“ in dieser „Freitags-Community“ ist nun wahrlich kein Verlust.
Seit Augsteins Übernahme vor gut 1,5 Jahrzehnten, wurde einzig und sehr erfolgreich dieses ehemalige linke Wochenblatt verändert, und nicht die Welt. Und zwar in eine bunte, „linksliberale“ und affirmative Blubberlutschpostille.
Enttäuschend die „Nachdenkseiten“, wundert mich aber nicht wirklich.
Die Regimemedien überhaupt als mögliche Kritikplattplattformen wahrzunehmen, ob früher mal oder aktuell, wundert mich allerdings doch ein wenig.
Apropos „öffentlich-rechtliche Medien“. Hier ein aktueller „Schnappschuss“ (hohoho) unseres obersten Blitzmädels auf befreiten (und rassisch gesäuberten) Territorium.
Heil Zahal:
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/kloeckner-israel-gazastreifen-100.html
Welche Postillen sind deine Empfehlung?
Mein Beitrag ist versehentlich unter deinen Kommentar gelandet und nicht unter obigen Beitrag.
Die medialen Berührungsängste, oder auch Denkverbote, betreffend offen faschistoide Komponenten in Israels Palästina-Politik, haben – weltweit – einen Nebeneffekt: Niemals in den letzten 80 Jahren – also seit dem Ende der NSDAP – gab es in „westlichen“ Ländern so viele offen antisemitische Äußerungen, wie es aktuell der Fall ist.
So lange es Israel gibt ™1974, wird die Welt im Krieg sein!
„Wir wollen bloß die Welt verändern“
Tatsächlich? Aber dazu wohl nicht Eric Hobsbawm „Wie man die Welt verändert“ gelesen. Wäre bestimmt lehrreich.
Danke für den Hinweis, wollte ich schon immer mal lesen.
War schon ein bemerkenswert kluger Kopf. Sein Ruf nach back-to-the-roots, „Das Kapital“, bes. Bd 1 Kap 1, alle ersten Absätze in Zusammenhang als gesetzt für die ganze nachfolgendeTheorie und nicht als zu vernachlässigende historische „Einführung “ zu erkennen, ist einmalig, obwohl er dabei auch nicht zur Wertdefinition von Marx zurück wollte.
Aber wer ist schon vollkommen.
Es gibt in der BRD zwei Arten von Zensur:
Die erste Art ist Journalisten mit „falscher, nicht staatstragenden Meinungen“ in Reichacht zu nehmen, Debanking etc. Zu dieser Art der Einschränkung der Meinungsfreiheit gehört auch zu zunehmende staatliche Repression gegen palästinasolidarische Menschen. Ich erinnere mich an die Sonerstaatsanwaltschaft zur Bearbeitung des sog. NAO-Delikte hier in Berlin. Gegen diese offene Zensur von Seiten des Staates hat auch die UN-Gesandte Irene Khan protestiert.
Die zweite Art der Zensur ist die Selbstzensur. Sie ist Folge der offiziellen Zensur, denn alternativ Medien haben Angst vor Repression und veröffentlichen kritische Berichte wie die des Autor nicht.
Gleichzeitigkeit reißt diese beschissene BRD groß ihre Fresse auf, wenn angeblich Menschenrechtsverletzungen in China stattfinden.
Wer wie die BRD selbst in Glashaus sitzt hat jedes Recht verwirkt auf Andere mit Steinen zu werfen!
@Naomi
Ich gehe sogar noch weiter, diese genannten der Selbstzensur unterliegenden „Journalisten der freien Presse“ überholen sich gegenseitig in deren destruktiven, verantwortungslosen und demagogischen Geschreibsel, steuern die öffentlichen Meinungen und damit auch die teilweise charakterlosen oder auch nur dummen politischen „Eliten“.
Das läuft auch europaweit auf dieser Masche. Die Abstimmungen in dieser teuren Institution in Strasbourg zeigen das immer wieder. Wer will schon seine Pfründe als Abgeordneter verlieren und dann irgendwo für ein Bruchteil wieder arbeiten ?
„… Was die Presse betrifft, ist das Problem eine immer schärfere Schere der Selbstzensur in den Köpfen…“
—-
Das erinnert mich an ein panoptisches Gefängnis.
Es bot eine Totalüberwachung
der Inhaftierten. Diese wussten zwar, dass sie von den Wärtern beobachtet wurden, konnten ihre Bewacher aber selbst nicht sehen. Sie wussten also nicht, ob überhaupt oder wann sie beobachtet wurden.
Die besondere Architektur des Gefängnisses, erlaubte es außerdem, dass jeder Insasse in jede andere Zelle blicken konnte.
Dies führte dazu, dass die Häftlinge
anfingen, sich sogar gegenseitig zu kontrollieren.
Schon damals ging es um totale Kontrolle. Man hatte nur noch nicht die technischen Mittel, wie sie heute zur Verfügung stehen. Es wird also immer schwieriger einem panoptischen Gefängnis zu entrinnen.
‚Gott sieht deine Sünden‘ ist das perfekte „panoptische“ Gefängnis und funktioniert immer noch. Allerdings für immer weniger Menschen. Da müssen andere Strategien her.
@Dan
Du bist auch ein Stratege. Ein Stratege der besonderen Art.
Du schaffst es, mich mit nur 3 Sätzen sprachlos zu machen.
Was mach ich jetzt? Für immer schweigen?
Von allem Wissensqualm entladen, will ich fortan, in deinem Tau gesund mich baden!
Sprachlos heißt nicht Denklos 😉
@Dan
Imposant fand ich es schon, wie Du mich ausgehebelt hast. 😂😂
—-
„ ‚Gott sieht deine Sünden‘ ist das perfekte „panoptische“ Gefängnis… Allerdings für immer weniger Menschen…“
—
Wenn Du nicht mehr an Gott glaubst, existiert er auch nicht mehr.
Aber das panoptische Gefängnis verschwindet nicht, nur weil Du nicht mehr daran glaubst. Die Wärter werden den Insassen schnell begreiflich machen, das es sie sehr wohl gibt.
Gott hingegen steigt nicht herab und verpasst Dir eine Kopfnuss, nur weil Du nicht an ihn glaubst.
Wenn Du ihm also den Stinkefinger zeigst, passiert Dir nichts.
Versuch das mal im panoptischen Gefängnis.
—
„ Da müssen andere Strategien her.“
—
Was Du damit meinst, ist mir immer noch ein Rätsel.
Sympathisch bist Du mir trotzdem.
1.4-20
Selbstverständlich funzt das nur bei Gläubigen. Aber die waren in der Vergangenheit die überwältigende Mehrheit.
Und: Gott straft!
Am Ende eines Lebens wird abgerechnet. Das Sündenregister wird geführt. Von ‚Gott’. Die Gnade Gottes, den Platz im Paradies, gibt es nur bei Wohlgefallen. Wohlgefallen, dass der Kirche zufällt, nicht Gott, denn der existiert ja gar nicht. Das ist ja die Heuchelei und Demagogie, aber darum geht’s grade nicht.
Gott sieht alles, Gott straft alles. Kleine Sünden sofort 😉
Das perfekte panoptische Gefängnis, was nicht nur politisch und gesellschaftlich angepasstes Verhalten nach sich zog (Gang nach Canossa ist ein schönes Beispiel dafür, dass fast alle Klassen der rk Kirche unterworfen waren), sondern auch finanziell gigantisch zu Buche schlug. Ablasshandel beispielsweise.
Gott sieht alles! Bis unter die Bettdecke. Die totale Überwachung führt zu degeneriertem Verhalten der Gläubigen durch Selbstzensur, geführt von der Kirche. Perfekter geht es nicht. Deswegen wird (nicht nur, aber vor allem) der Ungläubige, weil selbst denkende und freier Mensch (zumindest frei vom religiösen Glauben) von den Religionen bis heute schärfstens bekämpft.
Und da dieser Idealzustand für die herrschende Klasse nicht mehr die nötige Mehrheit erreicht, wird zu anderen Strategien gegriffen. Das möchte ich hier aber nicht lang und breit ausführen.
Ach ja: das Schönste ist, die totale Überwachung wird von den Gläubigen selbst gar nicht wahrgenommen. Einfach perfekt; diese guten alten Zeiten .
@Dan
Schöne Erklärung.
Stimme Dir vollkommen zu.
Nicht Du, sondern ich bin ein Stratege der besonderen Art. 😂😂
Du bist schon auch so ’n Stratege …
@scm
Du zitierst falsch.
Du beziehst Dich wahrscheinlich auf diese Stelle.
„ Diese wussten zwar, dass sie von den Wärtern beobachtet wurden, konnten ihre Bewacher aber selbst nicht sehen. Sie wussten also nicht, ob überhaupt oder wann sie beobachtet wurden.“
—-
Das klingt in der Tat ziemlich holprig. Dieses „ob überhaupt“
macht in diesem Zusammenhang keinen Sinn.
Du darfst mich also weiterhin „auch so‘n Stratege“ nennen. Ich werde es überleben.
Allerdings musst Du Dir auch den Vorwurf gefallen lassen, dass Du mit unlauteren Mitteln
gegen mich vorgehst. Du zitierst absichtlich falsch. Das hat einen Grund. Du fürchtest offensichtlich, wenn Du mich richtig zitieren würdest und im richtigen Kontext, könnte man Dir Deinen Einwand als Erbsenzählerei auslegen. Deshalb behauptest Du etwas, was ich so nie gesagt habe, um Deinem dürftigen Argument mehr Durchschlagskraft zu verleihen.
Dennoch bleibt es dabei.
Mein Kommentar an bewusster Stelle macht keinen Sinn. Ich gestehe, ich bin auch so‘n Stratege.
Und Du der Baron von Münchenhausen.
@ 1.4-20:
Du hast vollkommen recht!
Vielleicht können wir uns einigen auf die Formulierung:
„Sie konnten nie sicher sein, nicht beobachtet zu werden.“
@scm
Super. Eine sehr gute Formulierung.
Deine Haltung gefällt mir.
Bis bald.
thx!
„Um also sicher zu sein, nicht bei einem Regelverstoß beobachtet zu werden, mussten sie die Regeln jederzeit befolgen.“
Village surveillé 😉
Medienhuren, habt ihr Lügen für mich Medienhuren, führt mich hinters Licht Medienhuren, ihr seid Schreibtischtäter Medienhuren, Volksverräter
Ich schenk dir mein Vertrauen, ich schenk dir Aufmerksamkeit
spar ich’s mir, für mich selbst zu denken, ich schenk dir meine Zeit.
Für mich bist du die Wahrheit, die uns Stummen Stimme gibt
Ohne dich sind wir zu Blöde, was ein Glück, dass es Dich gibt.
Medienhure, lüg mir ins Gesicht
Medienhure, dein Chef feuert Dich
Medienhure, komm schon nimm das Geld
ein glücklicher Sklave, verkauft seine Welt
Und wenn ich mal was finde, was deiner Wahrheit widerspricht
brauchst du nur zu diffarmieren oder zerr mich vor’s Gericht.
ich brauch überhaupt nichts zu wissen, denn ich bin ein dummer Mensch
Mein ganzes Leben habt ihr mich versarscht, mir ins Gehirn geschissen.
https://t.me/OvertonMagazin/6734?comment=20816
Bild zum Thema
https://bilderupload.org/bild/20d071078-4726
das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, während in den USA längst die Realität anerkannt wurde und zwischen den Kriegsparteien DIREKT verhandelt wird, wirst du in Europa ein vogelfrei Unberührbarer unter der Reichsacht 2.0, wenn du DAS offen aus,- und damit der EU-Lüge vom ‚Krieg gg die Ukraine‘ widersprichst. –
Gerade mal wieder beim Freitag vorbeigeschaut, da sind ja mittlerweile 90% hinter Paywall. Ich kann mich noch da ans Forum erinnern, anfangs war das sehr frei, ist dann aber mit aller Gewalt ins Woke gekippt, keine Ahnung wen Augstein da angestellt hat, linksextreme Studenten oder sowas, die zensierten jedenfalls alles weg, was ihnen nicht in den Kram passte und die Artikel wurden immer blöder, verstiegener und hetzender. Aber gut, damals nannte der Freitag sich auch noch „linkes Meinungsmedium“. Ich war seit Jahren nicht mehr da, kann echt weg… aber immerhin interessant, ihr Idol Noam Chomsky hatte Epstein-Kontakt, ich glaube zwar nicht, dass der sich an Kindern vergangen hat (weiß jemand Details über die Art der Kontakte?) aber Konktaktschuld ist natürlich immer ein linkes Thema, das scheint sie zumindest sehr zu beschäftigen.
Die Ablehnung von Artikeln des HR Leiser durch Nachdenkseiten und Freitag ist eine Kränkung. Daraus sollte der Autor aber nicht schlussfolgern, dass diese beiden Medien sich überflüssig gemacht hätten.Das wäre wohl ein zu scharfer Blick durch die eigene narzisstische Brille.
Beim Freitag arbeitet der Zionismusfreund Badura, der die amtlich israelische Propaganda Schiene fährt. Das ist ärgerlich. Aber es gibt auch eine Frau Kebir, die die palästinensischen Forderungen erklärt und versteht.
Der Freitag hat lange gebraucht, das Schlachten in Gaza Völkermord zu nennen. Aber er hat sich schließlich dazu durchgerungen. Ein Beispiel dafür, warum sich diese Zeitung immer noch weit über den Mainstream Verbünden erhebt
Der Freitag und auch die Nachdenkseiten bringen etwas Sauerstoff in eine ziemlich schwach belebte geistige Szenerie Sie bleiben unverzichtbar.
Auch wenn sie auf Artikel von HR Leiser verzichten
Das Persönliche sollte nicht überinterpretiert werden.
naja, die Nachdenkseiten haben großartiges geleistet, sei dem Albrecht dieses Spezialdemokraten-überbleibsel an kognitiver Inkonsistens verziehen – der Freitag war nie was anderes als ein Feigenblatt für Emporkömmlinge: immer schön im seichten Fahrwasser der Titanic über den Wellengang meckern, aber nie weit genug weg um sich am Rettungstau zurück in den Schoß von Babylon zu begeben.