
Drei Parteien, die sich links verorten, haben gemeinsam erklärt, die Online-Plattform X von Elon Musk zu verlassen. Dort gäbe es nun zu viel „Chaos“ und statt dem politischen Austausch werde von X „Desinformation“ gefördert. In einer sehr deutschen Aktion geben die drei Parteien viel Reichweite und Diskursmacht auf. Kritiker meinen, dass die Ultrarechte noch gestärkt wird.
Nachdem der Milliardär Elon Musk im Januar 2025 sogar als Minister für Regierungseffizienz, in die Regierung von US-Präsident Donald Trump aufgenommen wurde, gibt es eine Absetzbewegung von der Online-Plattform, die einst Twitter hieß. Lange hielten die beiden Egomanen es aber ohnehin nicht miteinander aus. Sie verabschiedeten sich Streit, Musk wollte Trump sogar mit einer eigenen Partei sogar Konkurrenz machen.
Internationale Medien wie der britische Guardian oder die katalanische La Vanguardia haben X sogar schon vor der Regierungsbildung verlassen, da die Plattform mit der Übernahme von Musk „toxisch“ geworden sei. Das habe der US-Präsidentschaftswahlkampf nur noch unterstrichen: „X ist eine toxische Medienplattform und ihr Eigentümer, Elon Musk, hat ihren Einfluss genutzt, um den politischen Diskurs zu beeinflussen“, begründet der Guardian die Entscheidung. Die französische Le Monde erklärte, dass das Bündnis Trumps „mit den Chefs sozialer Netzwerke wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg weltweit eine Bedrohung für den freien Zugang zu verlässlichen Informationen darstellt“. In einem Editorial machte die renommierte Zeitung klar, dass es darum geht, auf „Faktenebene“ zu kämpfen.
Es wurde für die Amtseinführung von Trump am 20. Januar 2025 in Frankreich sogar zu einem Tag aufgerufen, X zu verlassen. Der Initiative „HelloQuitteX” schlossen sich zahlreiche Organisationen wie die bedeutsame Menschenrechtsliga, Gewerkschaften und Forschungszentren an und hatten aufgefordert, statt X in Zukunft Bluesky oder Mastodon zu benutzen. Es handele sich „um ein grundlegendes Engagement für die Demokratie“. Das erfordere die „Solidarität aller Akteure der Zivilgesellschaft und der Politik“. Es sollten „digitale Räume“ gefördert werden, „die den Pluralismus, eine respektvolle Debatte und die Vernunft achten und schützen.“ In Deutschland hatten sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Bewegung angeschlossen.
15 Monate später ist die Kritik auch zu den Parteien Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und den Sozialdemokraten (SPD) durchgesickert. Dabei hätten sie sich vor gut einem Jahr einer gemeinsamen Kampagne anschließen und diese verstärken können, doch da stand wohl der Wahlkampf im Weg. Deshalb haben sie das nicht getan und wollen nun nachziehen. Sie simulieren mit einer sehr lapidaren gemeinsamen und gleichlautenden Erklärung nun Aktion und verlassen X mit einer untereinander abgestimmten Aktion unter dem Hashtag #WirVerlassenX.
„X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken“, kann man nun ganz oben auf den Account der drei Parteien lesen, die sich irgendwie links verorten. „Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht & informiert“, heißt es dort, „X hingegen fördert zunehmend Desinformation.“ Die Konsequenz: „Deswegen bespielen wir diesen Account nicht mehr.“ Man bleibe „weiterhin auf verschiedenen Plattformen präsent“ und „dort im Austausch“ mit den Menschen.
Rückzug von der Blase ins Bläschen
Inhaltsleerer und weniger sinnstiftend geht das kaum noch. Doch sogar dabei kann man noch Differenzierungen feststellen. Die Sozialdemokraten setzen dem Vorgang damit die Krone auf, da sie schon im Dezember faktisch aus X ausgestiegen sind. Der letzte Tweet der SPD stammt vom 17. Dezember und ist ein Loblied auf die EU-Kommission. Dass die SPD die Plattform praktisch verlassen hat, ist den mehr als 200.000 Followern offensichtlich nicht aufgefallen. Die Post des Parteivorstands waren ohnehin schon geschützt und durften nur von „bestätigten“ Followern gelesen werden.
Schon hier versuchte man die Auslese und es war der Versuch, nur in der Wohlfühl-Blase zu kommunizieren. Dem Vorstand folgen sogar noch fast 400.000 Menschen und diese Reichweite wurde nun für nicht einmal 15.000 Follower bei Bluesky aufgegeben. Das ist also der Rückzug von der Blase ins Bläschen. Dort postet die SPD-Bundestagsfraktion allerdings nun das Bild von Musk, wo er den Arm zum Hitlergruß erhebt. Dazu fordert man: „Demokratische Kräfte sollten eine Plattform, die gezielt rechtsextreme Inhalte stärkt, nicht durch ihre Präsenz aufwerten.“
Bei der Linken sieht das nicht viel anders aus. Statt 340.000 Menschen auf X folgen der Partei auf Bluesky gerade 23.000 und auf Mastodon sogar nur 20.000. Die SPD ist auf dem basisorientierten und dezentralen Netzwerk sogar unauffindbar. Statt über ein Netzwerk ohne Besitzer verlautbart die Partei lieber über die Netzwerke von anderen Tech-Milliardären wie Instagram oder Facebook. Dabei ist es kein Geheimnis, dass auch Mark Zuckerberg mit Musk der bombastischen Amtseinführung Trumps beiwohnte. Zuckerberg spendete sogar eine Million für die Show. Als Geste an Trump schaffte dessen Meta-Konzern in den USA sogar den sogenannten Fakten-Check ab und änderte auch die Moderationskriterien.
Auch die Grünen sucht man auf Mastodon (fast) vergeblich. Gut, der Hochtaunuskreis ist zum Beispiel mit 67 Followern vertreten. Auf X hat die Partei mehr als eine halbe Million Follower, auf Bluesky wird man zum Bundesvorsitzenden Felix Banaszak umgeleitet, der doch tatsächlich fast 5.000 Sympathisanten aufweist. Das ist also sogar ein Verlust im Faktor 100, der hier an Reichweite aufgegeben wurde. Das gemeinsame Vorgehen macht aber auch klar, dass man die Kanäle real nicht für den Austausch nutzt, sondern allein als Mitteilungskanäle. Deshalb werden die Accounts auch nicht gelöscht, sondern vorerst einfach nicht mehr „bespielt“. Schon die Wortwahl lässt aufhorchen. Will man sie zu gegebener Zeit für den Wahlkampf dann doch wieder reaktivieren?
Genau weil die Parteien die Kanäle vor allem zur Verlautbarung benutzen, ist es völlig hirnrissig die erreichte Reichweite einfach aufzugeben und den Raum den Rechten zu überlassen, die man doch angeblich bekämpfen will. Anders als in Frankreich wurde nicht einmal versucht, eine breite Kampagne zu einem großangelegten Umzug zu initiieren, um Wirkung zu erzielen. Die Debatten wurden sogar in den Parteien nur in kleinen Kreisen geführt, wie enttäuschte Parteigänger mitteilen, die der Aufforderung (oder ist es eine Anweisung?) nicht folgen wollen, X auch zu verlassen.
„Spätestens seit Einzug der AfD könnten sich SPD, Grüne und Linke mit dieser Begründung auch aus dem Bundestag zurückziehen“
Über den kampflosen Rückzug in den Wohlfühlraum, in dem man keine praktische Wirkung hat, schütteln nicht nur Follower die Köpfe. Das ehemalige Bundestagsmitglied der Linken Niema Movassat hält den Rückzug „für einen Fehler“. Er teilt zwar die Kritik an X, aber es sei die einzige Plattform „mit internationaler Reichweite“ und „die fehlt oft im deutschen Diskurs.“
Auch Bundestagsmitglied Sören Pellman meint, man dürfe die Plattform nicht den Rechten überlassen. „Wenn jetzt alle Links-progressiv Denkenden gehen, überlassen wir diese Plattform kampflos den Lautesten, den Hassenden und den Rechtsaußen.“ Demokratische Stimmen, solidarische Perspektiven und klare Haltung gegen Rechts „sind hier notwendiger denn je“. Er resümiert: „Der Rückzug stärkt nur diejenigen, die spalten, hetzen und Fakten verdrehen.“ Er bestätigte auf Nachfrage, dass das Vorhaben „ausführlich in der Fraktion diskutiert“ worden sei.
Andere, wie ausgewiesene Linke in der Partei, sagen zu dem absurden Vorgang öffentlich nichts. Sie machen aber, wie das Mitglied des Parteivorstands Ulrike Eifler schlicht bei X weiter. Sie selbst wird in der eigenen Partei oft angefeindet, weil sie die Kriegsverbrechen und den Genozid Israels in Palästina anprangert. Ohnehin wurden auch Linke gerne ausfällig. Die Parteichefin Ines Schwerdtner erklärte zum Beispiel einem Palästinenser, der die Positionen der Partei zu Palästina kritisierte, in einem „Austausch“, an dem auch der Autor dieser Zeilen beteiligt war: „Habt ihr keine anderen Sorgen.“ Diesen respektlosen Tweet hat sie schnell gelöscht, er ist aber hier dokumentiert.
Kritik hört man aber auch bei den Grünen. Das Parteimitglied Carsten Brennecke spricht von einem „Armutszeugnis für deren Debattenfähigkeit und Debattenkultur“. Der Rechtsanwalt spricht vom „Rückzug in die eigene widerspruchsfreie Blase“, die „die Spaltung unserer Gesellschaft“ verstärke. „Wer den Diskussionsraum verlässt, zeigt, dass er entweder keine Argumente hat oder unfähig bzw. unwillig ist, Gegenargumente zur Kenntnis zu nehmen und sich mit ihnen auseinander zu setzen.“ Das sei aber die „Kernkompetenz guter Politiker“. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, vor allem angesichts der Tatsache, dass der Rückzug kaum begründet wurde und nicht einmal ein Versuch unternommen wurde, ihn in die Breite zu tragen, um effektiv zu sein.
Auch in der SPD hagelt es Kritik. Der junge Dario Schramm war einst Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz und ist heute Sprecher für das Junge Wirtschaftsforum. Er spricht von einer „falschen Entscheidung. Wir können diesen großen Raum nicht nur den Schreihälsen überlassen“, erklärt der junge Mann, dessen Post allerdings auch nur geprüfte Follower lesen dürfen. Andere SPD-Mitglieder sprechen schon vom „Rohrkrepierer“. Es gäbe „nichts schöneres in den Diskurs zu gehen mit anderen Meinungen und in den Austausch zu kommen, statt in dem gleichen Dunstkreis sich selbst zu beweihräuchern…. So gewinnt man keine Wahlen, im Gegenteil!“, meint Ali Kaan Sevinc.
Der Corpsgeist scheint in der SPD ausgeprägt zu sein. Auf oberen Ebenen herrscht weitgehend Schweigen. Der Bundesabgeordnete und frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte aber, allerdings nicht auf X, sondern auf Anfrage des ZDF: „Die komplette politische Übernahme dieses Forums durch Rechte und Populisten kann kein Vorteil sein.“ Die Plattform bleibe ein wichtiges Nachrichten- und Politikmedium mit großer internationaler Bedeutung. „Ein gleichwertiger Ersatz ist noch nicht erkennbar.“
Auf X antwortete er nur der grünen Bundestagsabgeordneten Ricarda Lang. „Du bist nicht allein😘“ schrieb er als Antwort. So richtig kritisiert hatte aber auch Lang die Entscheidung auf X nicht. Die selbsternannte „Humorbeauftragte“ der Partei hatte nur versteckt als Antwort auf eine Nachfrage gepostet: „So schnell werdet ihr mich nicht los 😘“. Interessant sind Fragen an die Parteien, ob sie sich demnächst auch aus Zügen oder Kneipen zurückziehen. Die Gewerkschafterin und Linken-Mitglied Susanne Ferschl hatte genervt erklärt: „Und dann machte sich meine Partei gemeinsam mit SPD & Grünen vom Acker….“ Sie fügte dann die Frage an: „Und wenn die Rechten weitere Räume einnehmen, ziehen wir uns weiter zurück oder was?!“
So meint der Autor Ulrich Schneider richtig: „Spätestens seit Einzug der AfD oder der Lügendebatte um das Bürgergeld könnten sich SPD, Grüne und Linke mit dieser Begründung auch aus dem Bundestag zurückziehen.“ Er hat auch einen lesenswerten Beitrag verfasst, in dem er auch deutlich macht, dass mit der Aufgabe des Diskussionsraums die Rechte nur gestärkt anstatt geschwächt wird. „Ohne wirkliche Not geben die drei Parteien im Bund ein nach wie vor wirkungsmächtiges Kommunikationsmittel aus der Hand“, kritisiert er. „Statt ihre Gefolgschaft zu unterstützen, überlassen sie X allein der politischen Konkurrenz.“ Er fügt an: „Das muss man sich erst einmal leisten können.“
„Wer Meinungsmacht aufbauen will, muss Andersdenkenden dort begegnen, wo sie sind“
Einige auf X fordern auch Entschuldigungen, da man sich als X-Nutzer in den Topf mit Ultras geworfen fühlt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte weist auf die Tatsache hin: „Gäbe es kein X, so hätten wir kaum über die brutalen Massaker im Iran erfahren.“ In die Kerbe schlägt auch Martin Sonneborn. Für den Satiriker und Parteichef von Die Partei ist „X ist in dieser irren Zeit – bei aller ber.(echtigten) Kritik – die wichtigste Informationsquelle überhaupt.“ Er fügt an: „Wer sich hier informiert, kann praktisch nicht mehr CDUSPDGRÜNE wählen – kein Wunder also, dass SPD, Grüne & Linke uns hier nicht weiter ‚bespielen‘ wollen… Smiley!“ Andere, wie Nurder Koch geben der Linkspartei den Rat, sich „nicht nur von CDU und AfD“ zu distanzieren, „sondern auch von der SPD und den Grünen“, um das eigene Profil zu schärfen. „Stattdessen macht man gemeinsame PR-Stunts“, fügt er kopfschüttelnd an.
Wie weit die Ablehnungsfront reicht, zeigt sich in der „alternativen“ Taz. Die Zeitung, die den Grünen sehr nahesteht, titelt im Kommentar: „Der Rückzug in die Bubble ist ein strategischer Fehler.“ Man hält die gemeinsame Erklärung „nicht nur wenig überzeugend – auch strategisch tun sich Rot, Rot und Grün mit dieser Entscheidung keinen Gefallen“, wird ausgeführt. Die Taz fragt, welche Alternativen es denn gäbe. „Auf Bluesky tummeln sich ohnehin größtenteils User*innen, die eine der drei Parteien wählen. Und bei den Meta-Plattformen Instagram, Threads und Facebook versinkt man qua Algorithmus im Sumpf des eigenen Meinungsumfeldes.“ Weiter wird erklärt: „Wer Meinungsmacht aufbauen will – und das haben Linke dringend nötig, wenn sie etwas bewirken wollen –, muss Andersdenkenden dort begegnen, wo sie sind. Muss wissen, wie sie argumentieren, ihnen Paroli bieten und sie von der eigenen Sache überzeugen.“ Bis reale Alternativen vorhanden seien, „bleibt Linken nichts anderes übrig, als mit den Plattformen zu arbeiten, die da sind. Auch wenn es nervt.“
Dem wäre eigentlich nur anzufügen, dass die Taz wohl hier eigene Wunden leckt. So absurd widersprüchlich wie die SPD darf man seit gut einem Jahr die Beiträge nämlich nur lesen, wenn man als Follower in der eigenen Wohlfühl-Blase, in der Kritik nicht gewünscht ist, auch zugelassen ist. Im Februar 2025 hatte man in der Zeitung aus Berlin verkündet: „Inzwischen posten viele taz-Accounts und taz-Kolleg_innen nicht mehr auf X. Denn der Nutzen ist – im Vergleich zum Aufwand, diese Accounts zu pflegen – bescheiden.“
Für den Hauptaccount habe man sich „zunächst“ für eine dritte Option entschieden: „Der Account ist nun privat gestellt“, wird damals verlautbart. „Das heißt, wer noch auf X aktiv ist und dort linke Inhalte sehen will, bekommt von uns weiter Stoff. Nazis und Trolle blocken wir. Sie können nicht mehr auf unsere Inhalte zugreifen. So haben wir zwar weniger Reichweite, vor allem aber auch weniger toxische Reichweite.” Ist der neue Kommentar nun also auch so etwas wie Selbstkritik? Denn schon damals wurden alle X-Nutzer unter Generalverdacht gestellt und man zog sich in die Blase zurück, was man nun bei anderen kritisiert? Dass die Taz 15 Monate später auf Bluesky ganze 60.000 Follower hat, aber auf X trotz Vorauswahl noch immer mehr als 600.000 spricht eigentlich Bände.
In dem Land, in dem der Autor dieser Zeilen arbeitet, sind solche Debatten ohnehin bestenfalls marginal. Sowohl der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez wie auch alle Parteien von ganz links bis ganz rechts nutzen X ausgiebig. Werden die Sozialdemokraten hier vielleicht aus deshalb noch gewählt und stellen sogar die Regierung, weil man sich nicht den Debatten verweigert und/oder auch, wie im Fall von illegalen Kriegen oder von Völkermord klarer Stellung bezieht?
Es ist hier sogar genau umgekehrt. Statt sich zurückzuziehen, wird X genutzt, wie Overton immer wieder berichtet hat, um rechtsradikalen Kampagnen erfolgreich zu begegnen. Dabei tut sich zum Beispiel der Journalist Roman Cuesta besonders hervor, um Ultra-Hetzer zu demaskieren. Er ist mit anderen zum Angriff übergegangen, nachdem er und seine Familie bedroht worden sind. Er enttarnt ständig rechte Hass-Accounts. Das führt nicht selten dazu, dass die ihre Accounts löschen und sich aus X zurückziehen. Er selbst wurde schon Ziel von einem direkten Angriff von rechten Ultras, die er aus der Anonymität gezerrt hat.
Hier wird von Leuten wie Cuesta auch von links kritisiert, wenn die Sozialdemokraten mit zweifelhaften Eingriffen in die Meinungsfreiheit kommen, anstatt ihnen mehr oder weniger offen beizupflichten. So hatte auch der Ministerpräsident schon von sozialen Netzwerken als „Waffen zur Demontage der Demokratie“ gesprochen und bekam Widerspruch. Wie Cuesta setzte sich zum Beispiel auch der Chef der Konsumentenorganisation Facua im Overton-Gespräch dafür ein, die Anonymität im Internet zu garantieren, obwohl auch Rubén Sánchez selbst oft Angriffsziel in sozialen Medien ist.
Er verwies darauf, wie rechten Kampagnen, die rassistische Aufstände anfachen wollen, erfolgreich begegnet werden konnte. und er zweifelt auch an Strafrechtsverschärfungen und Eingriffen in die Meinungsfreiheit. Interessanter dagegen ist der Vorstoß der Regierung, Tech-Milliardäre wie Musk für die Anstachelung zu Hass oder für Fake auch persönlich strafrechtlich zur Verantwortung ziehen zu wollen. Die Frage ist, ob daraus beim Ankündigungsweltmeister Sánchez real etwas wird, der gerne links blinkt, um dann doch rechts zu überholen.
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Herr Streck begeht einen leider heutzutage sehr üblichen Kategorienfehler. Er verwechselt bzw. setzt natürliche mit juristischen Personen gleich. 1.Parteien sind juristische Personen. 2. Parteien sind hierarchisch aufgebaut. Da bedeutet, dass in besagten Fällen nicht etwa die gesamte Partei, sondern ein Gremium oder ausgewählte Delegierte diese Entscheidung getroffen haben. Auf jeden Fall waren es nur eine kleine Gruppen. Zum Letzten ist zu sagen, dass Leute die wie der Autor selbst, seit Jahren in ihrer Internetblase sitzen, nicht verstehen, dass nichts von dem was im Netz „geschieht“ einen Einfluß auf die reale Politik hat.
Angesichts der Tatsache, dass die Wahl und Wiederwahl Trumps nur möglich war durch gezieltes Ansprechen von durch Algorithmen kategorisierten Wählergruppen mit entsprechend zugeschnittener Werbung, die in sozialen Medien geschaltet wurde, ist dein letzter Satz geradezu grotesk.
Grotesk ist anzunehmen, dass die Machthaber nicht auch uneingeschränkte Macht über das Netz hätten. Trump kam doch nicht wegen „zugeschnittener Werbung in den sozialen Medien “ an die Macht.
Doch.
https://www.deutschlandfunk.de/social-bots-wahlkampf-der-algorithmen-100.html
Das wurde damals eine Weile diskutiert, aber dann aus dem Diskurs entfernt, wohl weil man nicht weiß, wie man verhindern soll, dass das als Delegitimierung von demokratischen Wahlen empfunden wird.
…oder weil man all diese Mechanismen mittlerweile (oder „damals“ schon) selber höchst aktiv nutzt. Plus die „Qualitätsmedien“, all die „unabhängigen Faktenchecker“, von der Regierung mit Millionen finanzierte „N“GOs, die unter dem Tarnnamen „die Zivilgesellschaft“ auftreten, etc. pp.
Wenn man nix mehr zu sagen hat, braucht man auch kein Megaphon mehr.
Davon ab ist der Raum der sozialen Medien schon etwas breiter als X, Mastodon, Bluesky und Facebook. Zur Wählergewinnung braucht man die nicht, TikTok, Youtube, Insta, Snapchat – schon mal gehört?
Und als Debattenraum sind diese Plattformen ohnehin ungeeignet. Kann jemand mal ein gegenteiliges Beispiel beibringen? Danke.
Ab davon wollen die Verlassenden keine Debatten führen, sondern Wahrheiten verkünden. Ihre einzig wahren Wahrheiten. Neben meiner Wahrheit sollst Du keine andere haben.
Ich nutze nur Youtube und das Web, weswegen ich gerade auch hier lese, bei Zeitungen etc.
Facebook, Twitter, Instagram, Tiktok usw. nutze ich nicht, habe ich nie genutzt und werde ich auch nie. Soviel Zeit habe ich nicht.
Bzgl. Twitter und Nutzung durch Parteien denke ich, dass die das maximal zur Verlinkung auf Inhalte ihrer Websites nutzen sollten. Dann können die dort nen Diskussionsforum drunterhängen und gut is. Private kommerzielle Platttformen sind für Diskussionen und freie Meinungsäußerung quasi per Definition ungeeignet. Da findet auch mittlerweile so ne Art Wettbewerb bzgl. Reichweite statt…wofür?
Naja, man will ja mit seiner Politik was erreichen, also muss man Leute erreichen. Dafür ist Reichweite schon wichtig. Klar ist aber, dass diese Truppe, peinlicher als diese unsägliche gemeinsame Erklärung, geht kaum, das gar nicht wollen. Sie wollen gut bezahlte Posten.
Die drei, von den zwei ja so gar nichts mehr mit links am Hut haben und die dritte fast nichts mehr, simulieren nur noch Politik. Sie werden immer irrelevanter. Sie beweisen mit dem Schritt gerade, wie unfähig sie sind. Interessante Betrachtung jedenfalls. Danke.
und landen bei bluesky: wieder so ne zentralisierte Einrichtung
naja… auf Mastodon mute ich die meistens… schon lachhaft, wie auf Mastodon einzelne Grüne sich noch als Befürworter sozialer Belange hinstellen…
Die Olivgrünen sind tatsächlich nur noch peinlich. Da machen sie bei Zuckerberg rum und reden hier gegen die Tech-Milliardäre aber bei Mastodon sind sie nicht.
X werden sie dann wohl demnächst €U-Weit verbieten, anders kann ich mir den kollektiven Schuss ins Bein der Neoliberalen Einheitsbreis nicht erklären, deren Dummheit alleine reicht mir da nicht, denn gerade Offline sind die heftigst dabei: eine bekloppte PR-Aktion nach der anderen, immer im Zeichen von: (nur) Wir, Demokratie, alle miteinander reden, aber hauptsache nicht mit der AfD — warum sollten sie da so leichtfertig eine so populäre Platform wie X synchron verlassen ?
Ich bin fest davon überzeugt, dass X in sehr naher Zukunft die „Bespielung von Europa“ verboten wird. Entsprechende Pläne der EU-Kommission sind vielleicht schon nach unten durchgesickert, an die richtigen Stellen, woraufhin man sich an den neuen Orten jetzt schonmal platziert, die wichtigsten Blocklisten einpflegt usw. Wenn sich nicht schnell politisch was ändert, wonach es nicht aussieht, werden wir alle zwangsbegrünt.
Da muss ich der Übrschrift zustimmen. Genau so ist das. Ich sehe da argumentative Unfähhigkeit, die im Schatten dieser unseligen Brandmauer gewachsen ist.
Beispiel: neulich gab es eine Werbekampagne der Atomindustrie auf X. Viele Beiträge gleichzeitig, die Bezahltheit der Aktion war offensichtlich. Die aber haben richtig Contra bekommen, wobei ich mittat. Und? Wir haben die Atomfritzen in die Flucht geschlagen, die kommen nimmer. Ein Beispiel, wie man da durch gute Argumentation gewinnen kann. Da nun hätten sich diese Parteien beteiligen und Profil gewinnen können. Aber von denen war niemand dabei. Da, wo die Musik spielt, auf X. Herr Streck hat die Zahlen ja erwähnt, auf Bluesky ist kein Blumentopf zu gewinnen.
Das kann sehr wohl sein, dass wir ohne X nichts von dem Massaker im Iran erfahren hätten. Alles, was irgendwie „Islamophobie“ erzeugen könnte, wird bei uns ausgefiltert. Das ist Elon Musks Versprechen, dass es dort keine Filter gibt. Wofür ich ihn in diesem einen Punkt sogar unterstützen will. Da kommt eben das, was wir hier nie erfahren. Der massive Steuer- und Wahlbetrug in Minnesota im Zusammenhang mit den Somaliern. Das muss stimmen, denn es werden jetzt Verfahren eröffnet. Bei uns darüber kein Wort.
Man darf auf X nicht hatespeechen, das muss gesagt werden. Da sagt die KI dann, man soll sich mäßigen. Inhaltlich aber gibt es keine Beschränkungen. Diese Candace Owens, die eine Zeitlang eine riesige Fangemeinde hatte, ließ sich offenbar alle Ausgaben des „Stürmer“ kommen und schrieb das in ihre Beiträge. Dafür ist sie aber furchtbar und kompetent verdroschen worden. War das nun verkehrt? Nein, es war insgesamt lehrreich. Im Sinne George Washingtons. Wo etwas Falsches gesagt wird, müssen andere kommen und das richtigstellen. Das ist passiert.
Ach ja, lange Zeit waren die Israel-kritischen in der Überzahl. Das Blatt hat sich gewendet, jetzt dominieren die Zionisten. Das wird Vielen auf Overton nicht gefallen. Ihr solltet dort aushelfen.
Naja, aber das Shadowbannig ist schon heftig, dass da betrieben wird. Bisweilen werden Autoren (auch Streck hatte sich darüber schon mal beschwert) auch mit fadenscheinigen Begründungen einfach gesperrt. In dem Fall war es wohl dessen Berichterstattung zu Katalonien, wo die Spanier halt interveniert hatten.
Es sind nicht die Rechten, die unsere Demokratie zu Grabe tragen. Es sind die (viel zu) etablierten Parteien, mit ihren internen Strukturen, die geistlose Opportunisten bis ganz nach oben durchreichen. Und jetzt haben wir eben Spitzenpersonal, das sich nicht einmal rechten Populisten vom Format eines Bernd Höcke gewachsen fühlt.
Ja, ja das Peter-Prinzip. Tatsächlich hat SchMerz mit seinem Amt die höchste Inkompetenz erreicht. Höcke und Co allerdings auch, die sind ja auch nicht besser.
Da sage ich: „So what! Bravo!!“ Mögen alle ziehen hin, wo es sie hin zieht.
Jeder darf sich das Umfeld suchen, das seinen Ansprüchen in jeder und allerbester Weise genügt und gerecht wird!
Anders gewendet: Sie gleichen dem Geist, den sie begriefen, sonst nichts.
Aus X auszusteigen macht schon Sinn. Das ist keine Kommunikationsplattform, sondern eine Datenextraktions- und Verwertungsmaschine mit integriertem Propagandaalgorithmus, die für Musk Einkünfte generiert. Wer da ein Konto unterhält, unterstützt diesen Widerling finanziell indem er ihm Einnahmen aus der Datensammlung ermöglicht. Wo die Daten ausserdem landen ist bei einem offen rechtsradikalen Unternehmer, der auch redaktionell eingreift, darüberhinaus auch nicht ganz unwesentlich. Eine schwarze Liste, zusammengestellt aus ausgespähten Informationen von X Benutzerprofilen, die zur Unterdrückung von Abweichlerrn benutzt werden wird halte ich nicht für all zu weit hergeholt.. Vielleicht machen die Pseudolinken ja mal ausnahmsweise aus den falschen Gründe das Richtige?
Da gäbe ich dir Recht. Nur muss man eine vernünftige Alternative haben und den Abgang als Herde halt auch vernünftig organisieren, So ist das völlig hirnrissig.
Das hatten wir alles schon. Da sass der Propagandafritze vom BBC vor dem bösen Musk und klagte über zunehmenden Hass und Hetze, konnte aber kein Beispiel für seine Diagnose geben.
Ich werde X nicht verlassen, einfach weil ich gar nicht drin bin. Aber solange mir irgendwelche Wahrheits- und Faktenerfinder irgendwas über X erzählen, ohne mir Fakten zu nennen, glaub ich gar nichts. Fakten sind übrigens konkret und keine Allgemeinplätze wie sie hier von Grünen/Linken/SPD wieder gegeben werden.
Was für ein lächerliches Mimimi. Auch Twitter war voll von Schreihälsen, deren Debattenbeitrag oft nur darin bestand, andere niederzumachen – nur, dass sie eben aus der woken Blase kamen. Jetzt sind es halt irgendwelche MAGA-Deppen und andere Rechte, die das gleiche betreiben.
Passt aber zu der Tatsache, dass Debattenkultur ohnehin nicht mehr vorhanden ist und gerade die Parteien, die sich als ‚links‘ betrachten (welch ein Witz!), den Rechten nichts entgegenzusetzen haben bzw. ihnen nichts entgegensetzen wollen, denn das hieße ja, wirkliche und anstrengende politische Arbeit zu leisten. Da hofft man lieber auf lukrative Versorgungsposten und die Pensionen, während man ausschließlich Klientelpolitik betreibt, während der Rest fröhlich den Bach runtergeht.
So ist das bei diesen „Linken“, da wird eifrig daran gearbeitet, den gut bezahlten Sessel in der Blase zu verteidigen.
Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andere an! Oder auch „Hannemann, geh du voran, du hast die größren Stiefel an!“ Viel mehr fällt mir zu diesem Beitrag des Herrn Streck wahrlich nicht ein. Okayyyyy, seine Verlautbarungen und Mutmaßungen sind ja durchaus meist treffend und sogar löblich. Und sich darüber zu echauffieren, dass das fast (das BSW ziert sich wohl noch) gesamte – angeblich – sich noch als rest-links wähnendes Spektrum glaubt, sich nicht nur von der gefühlt letzten Bühne zu verabschieden bzw. davonstehlen zu müssen, ist so falsch ja auch nicht. Dass man&frau sich stattdessen nach ‚Bluesky‘ bspw. flüchtet, ist von Blauäugigen was anderes zu erwarten. Klar, der Artikel21 GG – von wg. ‚Parteien wirken aktiv an der politischen Willensbildung des Volkes mit‘ und so. gibt ja die Richtung vor. Bei den wenigen Nasen dort kann viel besser Einfluss genommen werden als dort, wo sich womöglich der große Rest herumzutreiben vermag. Passt ja auch viel besser zur Zielgruppe der Limbotänzer, die ‚down under five per cent‘ anzustreben gedenken.
Der Pferdeflüsterer ist nicht mehr, die Parteienflüsterer wiederum gedeihen anscheinend prächtig. Wer wohl wird den drei Fähnleins eingeflüstert haben, sich tunlichst von dort abzusetzen, wo der ‚plebs‘ konditioniert wird. Wer wohl wird das sein? Na? Genau! Hat doch selbst jüngst wieder wunderbar geklappt, Wummse, Zeitenwende, Sondervermögen, Kriegs(t/s)üchtigeit, NATO-Ukruine und v.a.m. Nur beim ‚Sozialstaat und damit wohl auch Wohlstand können wir uns nicht mehr leisten‘ zickt man noch rum. Gewiß doch, darum rum kommen wird man wohl kaum. Da begibt man sich doch besser jeglicher Möglichkeit, das Volk zu ‚instruieren‘ was gerade so abgeht! Ist ja auch nicht – das X von Elon M. – die einzige Schiene, die edelmütig wem auch immer überlassen wird. Die eine, die mit Linksverkehr ist ja längst stillgelegt und auf den Restbuchwert abgeschrieben. Auf der noch Verbliebenen aus ÖRR, PTV, die Premiums- und Qualitätsmedien bis hin zur Rentner-Bravo und Bäckerblume, da herrscht nur noch Rechtsverkehr. Auf einer eingleisigen, das Volk vernimmt es gelangweilt, ist Rechts- auch Linksverkehr. Und wenn es knallt, ist wer von Links kommt immer schuld
In diesem Zusammenhang sei eine Zwischenfrage dann doch noch erlaubt. Hat denn die mit geshanghaiten Ex-BSW-Abgeordneten aufgeblasene neue Rot-Schwarz-Regierung (Überraschung!) als erste Amtshandlung nach Machtübernahme denn dem – vermeintlich oder nicht – Oberschurken Elon Musk die Betriebsgenehmigung für sein Tesla-Werk entzogen und wenigstens den Bürgern Brandenburgs strikt untersagt – verbottten also – fürderhin noch solch invasive E-Karossen zu fahren? Wenn schon, denn schon! Das wäre doch mal konsequent gewesen, oder? Aber mitnichten! Auch nicht Mitneffen!
Wenigstens noch kurz erklären, warum ich eingangs den ‚Florian‘ erwähnt haben könnte, will ich dann doch noch. Nicht nur der Artikel 21 GG – bei dem ging es ja um die Willensbildung, des Volkes zumal – auch und gerade der Artikel 5 steht im Fadenkreuz. Nur zur Erinnerung: „Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit sowie die Rundfunk- und Filmfreiheit“. Es heißt dann des Weiteren irgendwo „ Diese Rechte können jedoch durch allgemeine Gesetze, den Jugendschutz und das Recht der persönlichen Ehre eingeschränkt werden.“ Grundgesetz? Fehlt da nicht im Namen das „wenn nicht …“. Da wird doch schon allein der erste Absatz – bis hin zum letzten Sätzchen – obsolet.
Grundgesetzlich verbürgte freie Meinungsäußerung, wo bitte ist sie denn heuer überhaupt noch möglich? Ein bedauernswertes Zicklein am Pflock, nächtens auf vollmondbeschienerner, weit abgelegener Lichtung mitten in dunklem Tann. Sein abgesetztes, klägliches. ‚Mäh‘ – besser wohl wenn es klingt, wie … aber das lasse ich jetzt mal lieber. Nein, nein! So viel Platz und Gelegenheit, freier Meinungsäußerung zu fröhnen, gibt es wahrlich heuer nicht (mehr). Hier auf Overton durften wir schließlich auch gerade erleben, was es heißt, wenn eine soiche besser ‚strukturiert‘ werden mußte. Auf welche Veranlassung hin auch immer. Erinnere mich noch gut an vor ca. 10 Jahren, als auf dem Forum des ‚Freitags‘ (dem von Klein-Walser) ähnliche wenn nicht identische ‚Konditionierung‘ eingeführt wurde. Und? Hört man noch Allzuviel vom DFC, nee, nech?
Nach einem freiwillig in Anspruch genommenen Sabbatical als Overton-Kommentator habe ich die letzte Woche (oder waren es zwei) den ein oder anderen Beitrag (zu meiner eigenen Entlastung) geliefert. Erst einmal, um dem werten ‚Moderator bzw. Zensor‘ mit Arbeit zu versorgen. Entweder blieb der Eintrag dann für’s Erste mal so stehen oder aber er verglühte schlussendlich in der Umlaufbahn der neuen ‚Direktiven‘. Erst am Tag darauf durfte ich meine Lazarus-Kommentare dann doch noch einmal wiederentdecken. Ob da vielleicht …? Man weiß es nicht. Ein gewisser Schwund allseits ist aber trotzdem festzustellen. Die Korrekturmöglichkeit ist ersatzlos gestrichen, was zu bedauern ist. Und übrigens, schlauer sind wir auch! Overton kann nämlich zählen, bis 3 sogar. Und diese Brandmauer pro Artikel wird auch erreicht, wenn der ein oder andere Kommentar (wenn nicht alle) gar nicht erscheinen durfte. Toll! Man muß also gar nicht selber aufpassen, am erfährt es schon frühzeitig, wenn man auf der Preller gefahren ist.
Eine letzte Frage … und zwar an die Blitzeschleuderer von SPD, Bündnis90/Grüne und Linke! Wenn sie schon X – Ex-Twitter – für ‚bäh‘ erklären und sie es keinesfalls mehr für sich zur Willensbildung des Volkes beiziehen wollen (bzw. dürfen) – nur weil ein gewisser Musk, Elon aus overseas sich mit seinen Peanuts in den Besitz desselben gebracht hat, ja dann sollten sie auch bitterscheen so konsequent sein, sich auch fürderhin fern zu halten von allem, was von anderen ähnlich pöhsen Menschen wie auch immer in Besitz genommen wurde. Namen brauche ich wohl hier nicht anzuführen. Die üblichen Verdächtigen eben!
Wer versteht eigentlich angesichts sooooo viel Geschreibe, was eigentlich die Kritik an Streck sein soll? Ich jedenfalls nicht.
@ Egal:
Habe die Kommetarregeln gerade noch einmal befragt, dort steht nichts davon, dass die Autoren kritisiert werden müssen.
@ Mischa:
mir scheint, ein »Lazarus-Kommentar« entsteht dann, wenn „Omlexa“ an die eigenen Interpretationsgrenzen gelangt und einen Artikel zur Nachprüfung in die human Review schiebt: »… wartet auf Moderation.« Und wenn der/die/das ModeratorIn (sind wohl nur ein oder zwei) gerade anderweitig involviert oder sonstwie unpässlich ist, dann kann das auch schon mal einige Stunden oder bis zum nächsten Tag dauern, bevor ein Beitrag (ab)gesegnet wird. (Kommentare erscheinen dann schubweise.)
@ eXodus:
Vom Zustand der hiesigen Demokratie („Bitte nicht schlagen, bitte nicht wieder ins Gesicht…“; also sog. UnsereDemokratie) mal abgesehen, sollte sich Wähler/Bürger/Insasse doch aktiv sein eigenes Bild machen, mit einer politische Minimalperformance partizipieren und nicht darauf warten, dass er/sie von X gefüttert oder abgeholt wird.
In meiner Kindheit gab es eine Nachbarin, die nach einem Unfall eine Metallplatte im Schädel hatte. Nette Frau, freundlich, hilfsbereit, siewissenschon. Wenn sich ein Wetterwechsel anbahnte, wurde sie immer etwas merkwürdig und ist auch schon einmal nackt die Straße herunter gelaufen.
Exemplarisches Gedankenprotokoll:
Ich: Mama, draußen steht ein Krankenwagen?
Mutter (in den Himmel schauend): Die Nachbarin wird wieder abgeholt, es kommt wohl ein Gewitter.
Seitdem lasse ich mich ungern abholen.
„Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andere an! Oder auch „Hannemann, geh du voran, du hast die größren Stiefel an!“ Viel mehr fällt mir zu diesem Beitrag des Herrn Streck wahrlich nicht ein.“
Da wird doch viel Kritik am Anfang angedeutet, die man im Beitrag wahrlich nicht finden kann. Ich verstehe da auch nichts.
Aber insgesamt ist es derzeit kaum möglich, hier noch was zu debattieren. Overton enttäuscht.
Wer keine Argumente hat, flieht eben vor der Diskussion. Von diesen Partei-Resten ist nicht ernsthaft Anderes zu erwarten?
Ich finde, dass soziales Netzwerke nicht das Recht haben, sich in Politik einzumischen wie Twitter e 2020 getan hat. Deshalb begrüsse ich, dass Musk Twitter aufgekauft hat, obwohl ich kein Fan von Musk bin.
Diese Parteien haben in jedem Falle für mich immer zu viel Reichweite…..sobald ich einen von denen höre, drehe ich den Saft ab!
Jedenfalls gehört die SPD auf den Kehrichthaufen der Geschichte, wohin sie sich ja zielstrebig hinzubewegen scheint, die Grünen leben in und von ihrer 10-13%-Blase, die in Regierungsverantwortung nur so strotzten vor Inkompetenz, Selbstgefälligkeit und tiefster Ahnungslosigkeit, die Linken, sich längst von ihren wirklich linken Positionen verabschiedend, machen auf „rote Grüne“ um sich Koalitionstechnisch anzudienen.
Das würde als „Wende“ verkauft, wie?
Eine Koalition dieser drei Parteien, „endlich“ eine „linke“ Regierung, AfD verhindert, CDU raus, alles takko!
Ein weiterer politischer Albtraum, der meine Nachtruhe stört.
Man sehe sich das doch an:
Das System ist derart verrottet, das die Unterschiede verwischen, ALLE eine, die Länderkammer eingeschlossen, große Koalition bilden, demnächst unter Einschluß der AfD, die die Gleiche asoziale, kapitalistische Politik macht und stützt.
Die haben uns verkauft, werden uns weiter verkaufen, uns soviel nehmen wie sie können, womöglich alles.
Natürlich sukzessive, Salamitaktik, jahrzehntelanges Berieseln und Indoktrination durch Qualitätsmedien und ÖRR haben den Boden bereitet, das der Deutsche seine eigene Schlachtung nicht nur akzeptiert und hin nimmt, sondern im Gegenteil in großen Teilen noch befürwortet!
Den gewählt werden die immer noch!
Aber was haben diese Parteien denn in den letzten Jahrzehnten getan, damit es den Menschen besser geht?
Ist der Lebensstandard etwa nicht gesunken?
Wurde etwa nicht das Volksvermögen in riesigem Ausmaß von unten nach oben transferiert?
Ist etwa kein Volksvermögen privatisiert und den Massen entzogen worden?
Sind die Menschen durch Corona etwa nicht belogen und betrogen worden?
War die Wirtschaftspolitik in irgendeiner Weise auch nur halbwegs erfolgreich?
Gelangen Mieten, Strom, Heizung und Lebensmittelpreise etwa nicht in Bereiche, die für viele immer unerschwinglicher werden ?
Liste unvollständig……von Außen- und Rüstungspolitik fange ich gar nicht erst an!
Diese Parteien bilden eine Oligarchie, die sich den Staat zur Beute gemacht und sich als Erfüllungsgehilfen des Kapitals gerieren. So sieht es aus!
Wenn besagte Parteien also weniger Reichweite erzielen und sich in ihre Blasen und Bläschen zurück ziehen, umso besser.
Was Gescheites habe ich von diesen Vereinen schon Jahrzehnte nicht mehr gehört!
„Drei Parteien, die sich links verorten, haben gemeinsam erklärt, die Online-Plattform X von Elon Musk zu verlassen. Dort gäbe es nun zu viel „Chaos“ und statt dem politischen Austausch werde von X „Desinformation“ gefördert.“
Ja, das war zu Zeiten von Twitter noch gaaaanz anders, gell? Da wurden Accounts auf Betreiben des FBI gesperrt. Etwa jene, die es partout nicht lassen konnten, von diesem vermaledeiten Laptop mit brisanten Inhalten zu Joe Bidens weltweiten Geschäften zu schreiben, den das FBI zum Zeitpunkt des Wahlkampfes Biden/Trump besaß, die Plattformen aber anwies, dessen Existenz nicht nur zu leugnen, sondern als „Verschwörungstheorie“ und „Desinformation“ zu diffamieren.
Also WER hat da „desinformiert“?
Musk hat mit dieser einseitigen, staatlich angewiesenen Zensur bei Twitter/X Schluß gemacht. Damit ist dieses Medium nun natürlich keine Wohlfühloase jener selbsterklärten „Linken“ mehr, die gern die Realität ausblenden (oder zwangsweise ausblenden lassen), wenn sie ihnen nicht in den Kram paßt.
Da gehts jetzt rund! Ist das das Ende oder womöglich der Anfang von echter Demokratie?
Und ich halte persönlich absolut nichts von Musk! Ich finde aber auch Typen zum fremdschämen peinlich, die sich jetzt in einer Tour zu „distanzieren“ versuchen. Etwa indem sie demonstrativ X kündigen oder auf ihre Teslas Aufkleber heften „I BOUGHT THIS BEFORE ELON WENT CRAZY“
Ja, Musk war mal der Held der „Wokisten“ und „Grünen“! Und er war übrigens ein echter „Coronaleugner“! und das auch schon „bevor er verrückt wurde“…. Aber das nur nebenbei…
„Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte weist auf die Tatsache hin: ‚Gäbe es kein X, so hätten wir kaum über die brutalen Massaker im Iran erfahren.‘ “
Welche Massaker genau? Etwa die 45’000 von denen Tronald schwafelt? Ich bitte Herrn Streck, seine kritische Einstellung nicht auf Deutschland und die iberische Halbinsel zu beschränken. Darüber hinaus – die SPD und die Grünen als Linke durchgehen zu lassen ist 2026 denn doch prekär. Wo diese Parteien kommunizieren und wo nicht, spielt eine untergeordnete Rolle, entscheidend ist der Inhalt und der ist in beiden Fällen militaristisch und nachgerade, jedenfalls für mich, nicht erträglicher, als der Schwachsinn, den AFD-Mitglieder z. B. zum Thema Klima absondern. Und nein, X ist nicht eine ausserordentliche Nachrichtenquelle. Das Netz ist grösser.
Du willst also in Zweifel ziehen, dass da im Iran massig Leut von den Mullahs abgemetzelt werden? Streck lässt die drei Parteien nicht als „links“ durchgehen, sondern schreibt doch gleich zu Beginn, dass die sich selber „links verorten“?
„Statt 340.000 Menschen auf X folgen der Partei auf Bluesky gerade 23.000 und auf Mastodon sogar nur 20.000. “
Wieviele davon sind doppelte Folgende, weil die Nutzer sowohl auf Mastodon als auch Bluesky sind? Die reale Zahl Personen durfte merklich geringer sein. Also ein nich kleineres Grüppchen, daß sich gegenseitig im Kreise herum bestätigt.
Verstehe ich nicht. Wenn auf Bluesky 20.000 sind und bei 300.000 dann ist da viel gedoppelt und die reale Zahl ist viel geringer? Und daraus wird dann ein „kleines Grüppchen, dass sich gegenseitig im Kreise herum bestätigt?
Fragen über Fragen
– – – – – Was ich von X mitbekomme:
Die Schichten der Bessergestellten verschwenden dort sehr viel Zeit.
– – – – – Was ich von X mitbekomme:
Die Schichten der Bessergestellten verschwenden dort sehr viel Zeit,
um sich gegenseitig ihre Vorurteile zu bestätigen.
SPD, Grüne und Linke ziehen sich von X zurück und tun so, als wäre das ein mutiger Schritt für Demokratie und Anstand. Tatsächlich zeigt es nur, wie weit sich diese Parteien inzwischen von offenen Debatten entfernt haben. Solange applaudiert wird, reden sie gerne von Vielfalt und Diskurs, aber sobald Gegenmeinungen, Kritik oder unbequeme Fragen auftauchen, wird der Raum einfach verlassen.
Anstatt sich argumentativ auseinanderzusetzen, flüchtet man lieber in kleinere Filterblasen, in denen man sich gegenseitig bestätigt. Genau diese Arroganz und Realitätsferne haben viele Menschen längst satt. Diese Parteien wirken nicht mehr wie Vertreter der Bevölkerung, sondern wie abgeschottete politische Milieus, die nur noch mit Gleichgesinnten reden wollen. Ich hoffe wirklich, dass das das letzte große Kapitel dieser Parteien war. Viele Menschen können mit ihnen längst nichts mehr anfangen.
SPD, Grüne und Linke ziehen sich von X zurück und tun so, als wäre das ein mutiger Schritt für Demokratie und Anstand. Tatsächlich zeigt es nur, wie weit sich diese Parteien inzwischen von offenen Debatten entfernt haben. Solange applaudiert wird, reden sie gerne von Vielfalt und Diskurs, aber sobald Gegenmeinungen, Kritik oder unbequeme Fragen auftauchen, wird der Raum einfach verlassen.
Anstatt sich argumentativ auseinanderzusetzen, flüchtet man lieber in kleinere Filterblasen, in denen man sich gegenseitig bestätigt. Genau diese Arroganz und Realitätsferne haben viele Menschen längst satt. Diese Parteien wirken nicht mehr wie Vertreter der Bevölkerung, sondern wie abgeschottete politische Milieus, die nur noch mit Gleichgesinnten reden wollen. Ich hoffe wirklich, dass das das letzte große Kapitel dieser Parteien war. Viele Menschen können mit ihnen längst nichts mehr anfangen.
„SPD, Grüne und Linke ziehen sich von X zurück und tun so, als wäre das ein mutiger Schritt für Demokratie und Anstand. Tatsächlich zeigt es nur, wie weit sich diese Parteien inzwischen von offenen Debatten entfernt haben. Solange applaudiert wird, reden sie gerne von Vielfalt und Diskurs, aber sobald Gegenmeinungen, Kritik oder unbequeme Fragen auftauchen, wird der Raum einfach verlassen.“
Nicht ganz! Zuerst wird nämlich verlangt (oder mit den ihnen leider zur Verfügung stehenden Mitteln dafür gesorgt), daß die mit den Gegenmeinungen, der Kritik und den unbequemen Fragen den (öffentlichen!!) Raum zu verlassen haben. Zusätzlich werden deren berechtigte Äußerungen als „schwurbelei, rechts, rechtsradikal und wirr“ geframet.
Der Debattenraum wird thematisch so weit eingeengt, daß nur noch „richtige Argumente“ diskutiert werden dürfen. Also keine Debatte mehr stattfindet. Und erst wenn das alles nichts hilft, im Falle Twitters, weil Elon Musk es aufkaufte, und diese Zustände dort beendete, wird trotzig mit dem Fuß aufgestampft und sich beleidigt abgewendet. Nicht ohne noch einmal darauf hinzuweisen, daß nicht sie selbst, sondern „die anderen“ die Bösen seien, die sich jeder Diskussion verweigerten.
„SPD, Grüne und Linke ziehen sich von X zurück und tun so, als wäre das ein mutiger Schritt für Demokratie und Anstand. Tatsächlich zeigt es nur, wie weit sich diese Parteien inzwischen von offenen Debatten entfernt haben. Solange applaudiert wird, reden sie gerne von Vielfalt und Diskurs, aber sobald Gegenmeinungen, Kritik oder unbequeme Fragen auftauchen, wird der Raum einfach verlassen.“
Nicht ganz! Zuerst wird nämlich verlangt (oder mit den ihnen leider zur Verfügung stehenden Mitteln dafür gesorgt), daß die mit den Gegenmeinungen, der Kritik und den unbequemen Fragen den (öffentlichen!!) Raum zu verlassen haben. Zusätzlich werden deren berechtigte Äußerungen als „schwurbelei, rechts, rechtsradikal und wirr“ geframet.
Der Debattenraum wird thematisch so weit eingeengt, daß nur noch „richtige Argumente“ diskutiert werden dürfen. Also keine Debatte mehr stattfindet. Und erst wenn das alles nichts hilft, im Falle Twitters, weil Elon Musk es aufkaufte, und diese Zustände dort beendete, wird trotzig mit dem Fuß aufgestampft und sich beleidigt abgewendet. Nicht ohne noch einmal darauf hinzuweisen, daß nicht sie selbst, sondern „die anderen“ die Bösen seien, die sich jeder Diskussion verweigerten.
@ 1211, Routard & Qana
Damit das hier nicht sofort einen Offtopic-Brand bekommt, noch 1, 2 nachgereichte Gedanken zu diesem alten Artikel. (@ 1211: Wobei alt bei einem vor 3 Tagen erschienen Artikel völlig fehl am Platze ist, jedenfalls ist das Papier, auf dem er bei mir ausgedruckt wurde, noch nicht ansatzweise vergilbt. 😂)
Wie sollte man diese drei Ex-X Parteien jetzt eigentlich nennen? Eine ochsenhafte Troika, die erst einen fremden Karren zog (also die Plattform X selbst), um sich jetzt vor einem anderen Karren am Ring durch die Arena ziehen zu lassen, wobei der Ring die 0 (null) symbolisiert, die sie für ein „X“ halten? Oder ist es die Dreieinigkeit von „blöd“, welche meint, etwas wie Relevanz zu simulieren? Wobei es letztendlich eine Drei(ein)faltigkeit war, zu meinen, ein von mumienhafter Eleganz geprägter Parteiauftritt bei X würde ihnen Stimmen erschwindeln. X oder ähnliches mag für einzelne Politiker funktionieren, die sich wirklich mit der Resonanz des Publikums (nicht Wähler!) einzeln auseinandersetzen, denn Social Media ist Teil der Unterhaltungskultur und nicht der Willensbildung*. Letztendlich sind die drei Fragezeichen wohl nur eine schamlose Triade oder (damit China mir verzeiht) Tirade und die harte Kante, die sie versuchen darstellen, hat die Schärfe eines Geodreiecks nach 10 Jahren Pflichtschule.
Übrigens ist das obige KI-Bild genauso übertrieben und mies, wie der lächerliche Move.
Folgendes ist bezogen auf den sich überraschend entwickelnden ThreadAustria – Zero Points:
@1211: Nun bin ich sicher nicht davon ausgegangen, dass sie ein »Preußenfan« sind, schon wegen früherer Posts nicht. Ihr Plädoyer für das vergangene Berlin deckt sich mit meiner Sichtweise, doch leider hat sich Berlin in den vergangenen Jahren ziemlich verändert. Vielleicht kann Berlin das nicht: Hauptstadt und rot. Oder vielleicht darf das in D auch nicht sein, eine rote Hauptstadt. (An die lieben Ex-Insassen der DDR: Bitte nicht ins Gesicht!) Abgesehen davon ging es mir um Militarismus und nicht um Preußen, die „preußischen Tugenden“ waren ein Scherz und der Nazismus ist nunmal aus vielen Ecken Europas gekrochen gekommen.
Was die Sozialdemokratie angeht, als jemand, der in einem SPD nahen Umfeld aufwuchs, habe ich diese immer als eine Übergangsform betrachtet (nicht unbedingt zum Sozialismus ff.), als etwas, das trotz seiner historischen Aussetzer einen Übergang begleitet und gestaltet. Dieser Tage völliger Pustekuchen, die sog. Sozialdemokratie gestaltet gar nichts, wechselt nur bei Gelegenheit das Trikot der Selbstgefälligkeit, in der Illusion des „ohne uns geht’s nicht“ als Ergebnis einer Überdosierung zu langer und (für die sozial bedürftigen) erfolgsfreier Regierungsbeteiligung.
@ Routard: Sehr wichtiger Satz von Ihnen, der zu selten gesagt und verdeutlicht wird:
Wobei »Volksgenossen« als ausweglose Insassen zu betrachten sind, so wird es universell. Der »Militarismus« wurde meinerseits genannt, weil er ein ewiger Hort der Hierarchie ist, die Befehlskette ist da nur die offensichtlichste Eigenschaft und sie verlangt widerspruchslose Unterwerfung. Weiter ist das Militär der originäre Ort der Verschleierung, der Täuschung, der Lüge zum eigenen Vorteil, und das nicht nur gegenüber einem willkürlichen Gegner, sondern auch nach innen, was die Begründung der Notwendigkeit seiner Existenz angeht: Wehrhaftigkeit ist die erste Behauptung, sie leugnet Einsichtsfähigkeit eines Gegenübers, sie erfindet das Gerechte des eigenen Willens und täuscht über zukünftige Offensivabsichten. Die Geschichte der Bundeswehr bis heute (und in die nahe Zukunft?) ist da der deutlichste Beweis. Es kann kein dauerhaft friedfertiges Auskommen der Menschen in einer Zivilisation geben, so lange es Militär gibt. Einer der größten Erfolge des Militärs ist die Angst beim Gedanken an seine Abwesenheit, statt der realistischen Angst vor seiner Entfesselung bei seinem Fortbestehen.
»Was hat das mit dem ESC zu tun?« Um Ihnen auszuhelfen, einerseits natürlich im weitesten Sinne mit Nationalgedöns, andererseits ist es das „C“, der Contest, der Wettbewerb, der auch in seiner plüschigen Regenbogen-Diversität doch nichts anderes sagt, als dass es immer Bessere gibt, denen sich zu fügen ist.
@ Qana: Ich musste heute doch etwas überrascht grinsen, als ich von Dir »US-amerikanische „Wehrkultur“« las. Habe den gestrigen Tag mit Bing-watching einer US Serie verbracht und mir im Nachgang Gedanken über den 2. Verfassungszusatz (Verbot, das Recht auf Waffen einzuschränken) gemacht. Abgesehen davon, dass Nordamerika zu der Zeit, als die Verfassung formuliert wurde, ein Spielball bzw. Wunschbeute europäischer Kolonialinteressen war und demnach jederzeit irgendeine plündernde Armee vorbei kommen konnte, ist mit diesem Zusatz weitreichender festgelegt, dass jeglicher Andere immer eine Gefahr sein kann oder sogar Gegner sein muss und das auch darf, solange er das kann. Damit ist der robuste Konflikt selbst, als immanenter Teil der Existenz, in die Verfassung geschrieben und es kann einen nicht weiter wundern, dass die US nur wenige Jahre seit ihrem bestehen ohne Krieg waren. Der Wettbewerb, der Konflikt, der Krieg (der Militarismus) und die Heldenverehrung inkl. Blutzoll ist damit sowohl nach innen wie nach außen unabdingbar oder – wie so unschön biologistisch gesagt wird – in die DNS des Staatswesens hinein tätowiert.
Btw. denke ich nicht, dass @1211 Deinen Kommentar meinte, sondern allgemein nicht als Preußen-Versteher verwechselt werden will. Zu recht, wer will das schon..?
* Anm.:
An dieser Stelle vielen Dank an @Gracchus Babeuf für seinen Buchtipp »Wir amüsieren uns zu Tode« von Neil Postman. Natürlich kann man nicht mit allem d’accord gehen, aber im ganzen ein sehr gelungenes Buch und in einer sehr angenehm heiteren Sprache/Übersetzung verfasst. Hat mich stilistisch an »Nichts, was man fürchten müsste« von Julian Barnes erinnert (ist aber ein ganz anderes Thema), den ich auch schon allein wegen der Lesefreude empfehlen kann.
Wenn man in einer Welt lebt, in der die Krieg für alle rund herum eine Option ist, um die eigen Macht zu erweitern, wird man auch als friedliebender Mensch nicht um Militär herumkommen. Ich klammere einmal die Lösung „Atombombe“ als Prima Ratio aus (d.h.: Greift mich jemand an, zünde ich die Bombe, auf die Gefahr der Selbstvernichtung, sofort).
In der Schweiz hätte es eine Miliz sein sollen, also Volksbewaffnung.
Nun zu dem anderen Thema:
Ich halte deshalb an der Isolierung der Befehlsstruktur fest, weil sie zur Analyse sozialer Systeme taugt, versteht man die Befehlsstruktur, wird einem vieles klarer.
Aus psychologische Sicht geht jede Unterordnung unter einen Stärkeren, ein Polizeisystem, ein hierarchisches System, was auch immer, mit einer inneren Aversion gegen den Zwang einher (Elias Canetti hat aus diesem Sachverhalt die oft beobachtbare Entfesselung bei Massenansammlungen erklärt: die angestaute Wut, Aggression wird herausgelassen).
Aus dieser angestauten Aggression geht auch der projektive Hass auf alle, die sich dieser Befehlsstruktur nicht unterwerfen hervor – und seien sie nur Mitglieder einer anderen Religion (Papsttreue versus Protestanten, Christen gegen Juden, Pseudogläubige gegen sog. „Sekten“).
Diesen Zusammenhang einmal verstanden, kommt man zu einer recht einfachen psychologischen Herleitung des Antisemitismus, den viele für so unerklärbar (das Holocaust-Mysterium) finden.
Leider wieder etliche Fehler im Text, mangels Korrekturfunktion für mich unkorrigierbar – ich habe auch keine Lust, jeden Text zweifach einzustellen. Der erste Absatz ist eine Art Selbstreflexion: ich in meiner Stellung kann ja keinen Krieg beginnen, nicht einmal mit meinen Nachbarn,
Die beabsichtigte (?) Entlastung oder „Entlastung“ des Volksbürgers ist fast buchstäblich eine Tretmine. Die Psychologisierung mystifiziert geradewegs das Phänomen, daß sich Volk und Führung gegen einen willkürlich und irrational herbei konstruierten „Inneren Feind“, dessen hervor stechenstes Merkmal die Personalisierung einer Abstraktion ist, nämlich der des „Volksfeindes“, „einig werden“.
Statt von Mystifizierung zu sprechen, könnte man auch strenger (nicht polemisch!) sagen, du deklarierst deine lieben Mitmenschen potential wie real zu etwas, das durchknallenden Kettenhunden analog gestrickt ist und agiert – und also nichts dringender benötige, als die Herrschaft, aus der „psychologisch“ zu „erklären“ sei, was da abgehe.
Wie oft, versuche ich im Namen der anderen Podiumsteilnehmer, die hier evtl. mitlesen, Ihren Beitrag zu übersetzen:
Sie behaupten, wenn man wie ich das Kriterium der Befehlsstruktur zur Analyse eines sozialen Systems tauglich findet, entlaste man, etwa wenn das System totalitär ist, die in ihm wirkenden Volksgenossen (Def.: ein totalitäres System ist eines, das den Einzelnen einer Befehlsstruktur unterwirft, die bedingungslosen Gehorsam fordert).
Warum sollte das Resultat und meine Folgerung eine Entlastung eben dieser Volksgenossen sein? Meine Folgerung ist, dass der sich so Unterwerfende bei passender Gelegenheit seinen Frust gegen jene mörderisch ablässt, die sich der Befehlsstruktur seines Systems nicht bedingungslos unterwerfen (der Mechanismus ist psychologisch etwas komplizierter, es geht, kurz gesagt, um die Unterdrückung der Wünsche, die projektiv in den Opfern bekämpft werden). Und diejenigen, die die Befehle erteilen wissen oft genug, zumindest instinktiv, um diesen Sachverhalt, darum befeuern sie die Projektion der Volksgenossen und weisen ihnen Opfer an. Was bekanntlich nach Auschwitz führte.
Wenn sich diese Volksgenossen nun wie „durchknallende Kettenhunde“ verhalten bedeutet das Ihrer Meinung nach – wenn ich Sie recht verstehe – deren Handlungen als unschuldig/nicht verantwortlich zu bewerten.
War Eichmann nicht verantwortlich, so wie er selbst vor dem israelischen Gericht meinte, weil er „nur“ auf Befehl handelte?
Oder anders: Ist der Volksgenosse, Teil des Mordkommandos, verantwortlich dafür, dass er Erich Mühsam im KZ Oranienburg „erledigte“?
Sind unsere Politikdarsteller verantwortlich für ihre Entscheidungen, auch wenn sie im Auftrag und auf Befehl des Megakapitals als Vasallen handeln?
Fragen über Fragen, aber die Antworten sind gewiss nicht dazu da, ausgerechnet den Kettenhunden „psychologisch erklären [zu wollen], was da abgeht“ – noch nicht einmal die Fragen richten sich an sie – und auch nicht an ihre Hundeführer.
El-G, übernehmen Sie! – falls Dir dazu was einfällt, was gesagt werden sollte.
Den Schrödingerkatzenfaden werde ich noch zu Ende führen, aber erst ab morgen, wenn ich vielleicht keinen halben oder ganzen Tag zu warten habe, wie der Inquisitor über mein Posting befindet.
@ Routard
Die innere Logik dieses Ansatzes ist schwer zu ignorieren. Die Vergeblichkeit auch nicht.
Im Anstarren einer abhanden geglaubten Sicherheit denkt der gegenwärtige Mensch repetitiv, Gewaltbereitschaft (in Form des Militärs) sei ein Mittel, diese Sicherheit zurück zu erlangen. Aber tatsächlich gab es nie völlige Sicherheit und es gibt sicher keine Sicherheit in der Bereitschaft oder im Vorhalten der Möglichkeit zur Gewalt, denn diese wird sich entfalten, immer, irgendwann. Man sieht sich zu recht umzingelt von Krieg und Gewalt und übersieht, dass von unserer Gesellschaft, in dem sie funktioniert wie sie funktioniert, durch Ausbeutung, Zwang und maßlosem Nehmen, permanent Gewalt ausgeht.
Dabei geht Gewalt primär vom Stärkeren aus, weil er weiß, dass er damit durchkommt (dabei wird der empfangene Impuls leider nicht reflektiert oder retourniert, sondern abgeleitet an andere weiter gegeben – der „tickle-down der Gewalt“ und nicht des Wohlstandes, was bekanntlich widerlegt wurde). Wenn dieser Automatismus beendet werden soll, beginnt das mit dem Verzicht des Stärkeren, er muss den ersten Schritt machen. Das ist keine Unterwerfung vor dem anderen, das ist die Überwindung der Konsequenzen, die folgen, wenn darauf beharrt wird, dort zu bleiben, wo man schon zu lange ist, während das Leben selbst lange weitergezogen ist.
Was der einzelne Mensch und vor allem der Stärkere angeblich intuitiv ignoriert, ist, dass Stärke, Überlegenheit und Macht immer temporär sind. Wenn es gut läuft, gibt es für jeden Menschen zwei Phasen, in denen er schwach und machtlos sowie auf das Wohlwollen und die Zugewandtheit anderer Menschen existenziell angewiesen ist: Nach der Geburt, also während der Kindheit und im hohen Alter. Das Leben ist eingerahmt von Schwäche, mit ihr kommen wir, mit ihr vergehen wir. Sie wird in der Kindheit begleitet vom Unverständnis aus Unwissenheit sowie im Alter von der Einsicht in die letztendliche Vergeblichkeit dessen, was Mensch mittels „Ich als Ur-Sache“, als entgrenzte und berechtigte Selbstbestimmung erfindet.
Es gibt Ungleichheit, die einen sind stärker, klüger, älter, jünger, geschickter, kommunikativer usw. Daraus sollten sich Aufgaben innerhalb einer und für eine Gemeinschaft ergeben, doch wir sind so konditioniert, persönliche und akkumulierende Vorteile aus der Ungleichheit zu ziehen und die gehen dann vornehmlich auf Kosten der anderen: „Alles, was du hast, hast du von irgendwo oder irgendwem genommen.“
Sie sind hier, wenn ich das mal so lax sagen darf, in zwei Fallen getappt: Die erste ist die verbreitete Annahme, dass es generell ok ist, Macht über andere zu besitzen und zu erweitern. Die zweite Falle ist die Ansicht, dass das »Militär« die einzige Möglichkeit sei, einer projizierten Machterweiterung entgegen zu treten. Diese Ansicht entsteht durch Selbstähnlichkeit. Umgeben von Gewalt, die sich vom Großen ins Kleine findet, die vom Globalen ins Persönliche und wieder zurück, einem Echo ähnlich, weitergegeben wird, wird sie wegen ihrer Omnipräsenz für etwas natürliches gehalten.
Die Natur scheint mittels Gewalt zu selektieren, wohingegen der Mensch mittels Gewalt konditioniert. Doch die Natur selbst selektiert nicht (sie hat keinen Willen und keine Absicht und so ist die Natur wie Gott eine gelegentlich hilfreiche Erfindung), es sind die aus der Selbstähnlichkeit hervortretenden Variationen, die scheitern oder bestehen. Da Mensch Absichten hat, ist Scheitern die letzte Option und er wird dieses Scheitern zu verhindern suchen, mit den Variationen der Mittel, die er kennt, also auch mit selbstähnlicher Gewalt. Doch das ist eine Entscheidung des Menschen und kein Naturgesetz; diese Sichtweise bzw. Behauptung wurde und wird konditioniert.
Ich nehme an, Sie meinen mit »Isolierung der Befehlsstruktur« die isolierte Betrachtung dieser. (Und weil Sie es erwähnen, möchte ich kurz hervorheben, dass laut Systemtheorie „ein etabliertes System alles machen wird, um sich selbst zu erhalten“, deswegen ist es seit jeher schwierig den »Militarismus« loszuwerden, weil er auch mit Täuschung arbeitet (siehe Vorpost).)
Der von Ihnen genannte Canetti zeigt in »Masse und Macht« eindrücklich, dass der Befehl sehr differenziert betrachtet werden muss. Seine primäre Herleitung ist der »Fluchtbefehl«, der allen Lebewesen eigen ist, die Fressfeinde haben. Dann spricht Canetti über die »Domestikation des Befehls« durch den Menschen (auch) als Mittel zu Massen-Manipulation, also als verdeckte Machtausübung.
Gegen „Befehle“ ist ggf. nichts einzuwenden, wenn vorher definiert wird, unter welchen Bedingungen diese widerspruchslos erteilt werden können und welchen Rahmen bzw. welche Reichweite sie haben, welche Voraussetzungen für eine situative Notwendigkeit vorhanden sein müssen – man stelle sich einen Feuerwehrzug bei einem Brand vor, bei dem die Feuerwehrleute jeden Schritt ausdiskutieren wollten. Das ist bei der Feuerwehr völlig d’accord, weil es vorher eine Übereinkunft im Vertrauen hinsichtlich der eigenen Unversehrtheit gibt. Bei einem militärischen Befehl kann nur darauf vertraut werden, dass es ein Vorteil für den Befehlenden ist, eventuell desjenigen, dessen Agency der Befehlende ist.
Aktuell finden wir eine Situation vor, in der die Regierenden und ihre angeschlossenen Lautsprecher ununterbrochen vor diffusen Gefahren warnen, welche ihnen das Recht geben, nicht nachvollziehbare Befehle zu geben („Zeitenwende, Resilienz, Wehrhaftigkeit, Militarisierung auch des zivilen Raums usw.“), denen nicht widersprochen werden darf: „Nicht ich, sondern die Gefahr befiehlt es.“ Das meinte Qana mit »Abstraktion«.
Davon abgesehen, wie die langfristigen Strategien der großen Player aussehen (oder man meint, sie zu interpretieren), befindet sich in dieser Dekade die German EU in dem, was Naomi Klein als »Schock Strategie« beschrieben hat. Der soziale Spielraum wird zugunsten des Kapitals verengt, ebenso die demokratischen Möglichkeit sowie ein kollektiver Wille, dem entgegen zu wirken. Und das geschieht durch den Befehl, „zu tun, was getan werden muss“; u.a. durch sozialen Druck (persönlicher Abstieg), sozialer Angst (der Fremde nimmt mir die Heimat) sowie die äußere Bedrohung vorzugsweise von Osten. Doch die Militarisierung selbst hat die verborgene Hauptaufgabe, Möglichkeiten des residenten Widerstands zu neutralisieren, indem sie ein Surrogat der Sicherheit konstruiert, denn ein konventioneller Krieg zwischen D-EU und Russland ist deswegen nicht denkbar, weil weder RU noch Europa schwach genug sind und absehbar nicht sein werden.
Was mich etwas betrübt, ist Ihre insistierende Hernahme des Antisemitismus, der eine Variation der Selbstähnlichkeit von Gewalt ist. Die unhinterfragte Annahme eines Befehls im Militarismus und die damit akzeptierte immanente Hierarchie ist der Schuldfall. Eichmann war schuldig in dem Augenblick, als er sich als Adressat eines jeglichen Befehls unterwarf, indem er den Eid auf den Führer abgelegt hat. Alle, die diesen Eid abgelegt haben, sind genau so schuldig wie Eichmann, sie hatten einfach Glück (ich weiß, wie pervers sich das anhört), dass sie nicht an Eichmanns Stelle waren, doch sie hätten auch ohne die Taten entsprechend gerichtet werden müssen, wenn es um Gerechtigkeit gegangen wäre.
So lange es den Befehl gibt, der von einer a priori Hierarchie erteilt werden kann, wird sich Genozid wiederholen – und das ist nach 1945 passiert, wie wir wissen, und wird es weiterhin.
Abschluss:
Nach mehrmaligem lesen dieser Zeilen werde ich mehr und mehr unzufrieden: Zuviel habe ich weg gelassen, zu viel ist nicht präzise genug. Es gibt jedenfalls genug, um mir den Kopf zu waschen. Von daher hoffe ich einfach, dass diese paar Gedanken Ihnen vielleicht Anlass geben, den Militarismus oder das Militär und deren Berechtigung für die Zukunft neu zu betrachten. Übrigens habe ich Canetti so verstanden, dass er auffordert, niemals selbst Masse zu werden, und das es einen gewaltigen Unterschied macht, nach Macht über andere zu streben oder Macht über sich zu haben. Jedenfalls hat er mich darin bestätigt, dass ich das Filmzitat von Sgt. Elias, »ich bewege mich schneller allein«, übernommen habe.
Könnte das daran liegen, daß Du Epizyklen baust?
Wie kommst Du auf die Idee, den Gegenstand zu wechseln, von „Gewalt“, „Gewalttätigkeit“ etc.pp zu „mein Kopf“?
Ich hab dazu schon mal fast alles gesagt, was ich zu sagen weiß, nämlich im ersten Faden unseres Kontaktes, in dem es global um Moral und Moralismus ging, u.a. mit der Geschichte von Qanah und Weckeah. Von der Seite noch mal angesprochen in der Geschichte von P. und mir.
Vom bis zur Identität reichenden Zusammenhang zwischen Wehrhaftigkeit und einem wohlverstandenen Eigentumsbegriff, „das, worin, wovon und wodurch ein Mensch sein Dasein bestreitet„.
Zur Erinnerung.
Zur Bebilderung noch der Abschluss, was P. und mich betrifft.
P. hatte entschieden, kein Wort mehr mit mir zu wechseln, mich nicht einmal mehr anzusehen, aber sie hatte immer mal Gelegenheit, nach mir zu sehen. Umständehalber eine „vernünftige“ Entscheidung, gegen die ich nicht rebelliert hab.
Bei der letzten dieser Gelegenheiten – geschaffen oder wahr genommen – she went showing off. Mit dem, was mich vom ersten Moment an ihr fasziniert hatte: Ihrer Gebärdensprache, in der sie alle Elemente „weiblicher“ und „männlicher“ Körpersprache freizügig und kreativ zu kombinieren pflegte. Eine ostentative Kaskade davon führte sie im Gespräch mit ihren Tischgenossen aus vergleichsweise nichtigem Anlass vor
Ich saß bei meinem Wein zwei Tische weiter, nickte mir selbst zu und sagte mir und ihr:
„Ja, du bist immer noch meine Schwester, obgleich nicht die Stammesschwester, die ich ersehnt und benötigt habe.“
Hören brauchte sie mich nicht, sie hat mich auf der Ebene in und auswendig gekannt. Schließlich gehörte ich ihr nicht weniger an, als sie mir, nur anders.
Was ist das für eine Frage? Selbstverständlich, dass weißt Du doch. Ich bin Tänzer und nicht Sprinter, die gerade Linie ist mir ein Horror.
Ja, diese schöne Zerstörung der eigenen Begrenzung, vom Begehren zum Wollen zum Besitzen zum angehörig Sein verläuft auch nicht auf einem konstant geraden Weg. Und sie ist eine gute Antwort auf meinen (geklauten) Dialog eingangs.
Dann schließe ich das jetzt nicht mit »meinem Kopf«, auch nicht mit »Gewalt«, sondern mit einer anderen Sicherheit. Ein Auszug, der tatsächlich von mir ist, und den Du kennst: