
Die gesellschaftlichen Folgen von zu viel Aufmerksamkeit für die Aufmerksamkeitsstörung.
Ich habe von der Versechsfachung der ADHS-Diagnosen in bestimmten Gruppen geschrieben und diesen Trend gesellschaftlich gedeutet. Wenn es so große Veränderungen in so kurzer Zeit gibt, sollte man kritisch nachbohren. Andere meinen, man würde jetzt Fälle diagnostizieren, die man früher übersehen habe. Aha. Es war da, schweres psychisches Leiden, doch niemand sah es?
Auch die Wissenschaftssendung „Quarks“ vom ARD verbreitet diese Ansicht, zum Beispiel auf seinem Instagram-Account: Hinter dem Anstieg „stecken den Forschenden zufolge vor allem verspätete Diagnosen: Menschen, die seit der Kindheit Symptome zeigen, aber nicht diagnostiziert wurden.“ Bei den Quellen wird ein Psychiater aus Dresden genannt, bei dem man vielleicht einmal angerufen hat. Der muss es ja wissen.
Auf der Internetseite von Quarks heißt es unter der Überschrift „Das solltest du über ADHS wissen“ zum Störungsbild: „Im Gehirn von Menschen mit ADHS stehen Dopamin und Noradrenalin dort, wo sie benötigt werden, nicht in ausreichender Menge zur Verfügung.“ Dort und auf Instagram wird das von einem Gehirnbild mit ein paar Blasen und Pfeilen begleitet. Ich habe hier auch so eine Abbildung für Sie vorbereitet:

Beispiel: Wie Autismus-Spektrum (links) oder ADHS (rechts) im Gehirn aussehen könnte – oder auch nicht. (von ElisaRiva, modifiziert / PixaBay Lizenz)
Nichts Genaues weiß man nicht
Die originale Quarks-Abbildung ist tatsächlich mit dem Hinweis „exemplarische Darstellung“ versehen. Das kennen wir eher aus der Werbung: Weil wir heute mal keine Lust aufs Kochen haben, kaufen wir uns eine Tiefkühlpizza. Und weil dieses gefrorene Etwas, das wir zu Hause aus der Verpackung schälen, doch sehr anders aussieht, steht auf der bunten Verpackung etwas wie „Serviervorschlag“ oder „Abbildung ähnlich“.
Nun reden wir bei ADHS aber nicht von Fertigmahlzeiten, sondern von Diagnosen, die Menschen bekommen – und deren Leben stark beeinflussen können. Die Journalisten ergänzen zu ihrer Quarks-Darstellung: „Was bei ADHD im Gehirn passiert, ist nicht sicher geklärt und sehr komplex.“
Aber dann sagt man doch gleich im ersten Satz: „Im Gehirn von Menschen mit ADHS stehen Dopamin und Noradrenalin … nicht in ausreichender Menge zur Verfügung.“ Wie passt das zusammen?
Die Prä-ADHS-Ära
Die ADHS-Diagnose, wie wir sie kennen, gibt es erst seit 1980. Frühere Bezeichnungen waren „minimaler Gehirnschaden“ (engl. Minimal Brain Damage, MBD). In Reaktion auf die Beschwerden von Eltern schwächte man das in den 1960ern/1970ern ab zu „minimale Gehirndysfunktion“ (engl. Minimal Brain Dysfunction, auch MBD). Ärzte, die ihre Patient*innen mit Latein beeindrucken wollten, sprachen auch von der „minimalen zerebralen Dysfunktion“. Wer hat auch nicht gelernt, dass cerebrum der lateinische Name fürs Hirn ist?
Der Name „minimaler Gehirnschaden“ entstand tatsächlich nach der schweren Pandemie (ca. 1918 bis 1920) am Ende des Ersten Weltkriegs. Viele starben damals an der sogenannten Spanischen Grippe. Manche überlebten nach einer schweren Gehirnentzündung, mitunter in einem gelähmten Zustand. Einige Kinder zeigten nach der Hirnentzündung Verhaltensauffälligkeiten.
Deshalb kam man schließlich darauf, Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten auch ohne vorherige Gehirnerkrankung die MBD-Diagnose zu geben. Frei nach dem Motto: ähnliche Probleme, ähnliche Ursache. Eine verbreitete Alternativhypothese, dass es bei ihnen während der Geburt zu einem Sauerstoffdefizit gekommen war, ließ sich nicht bestätigen.
So redet man bald 100 Jahre über MBD und, wie Quarks, ein ADHS-Gehirn. Doch man konnte nie zeigen, was im Gehirn dieser Kinder, Jugendlichen und heute auch immer mehr Erwachsenen anders sein soll. Man glaubt an das ADHS-Gehirn, doch finden kann man es nie. Wie kann das sein? Und wie kann man das „Wissenschaft“ nennen?
Symptome
Wie bei allen anderen psychologisch-psychiatrischen Störungen, hat man es auch hier Symptomlisten zu tun. Diese beziehen sich in der Regel auf innere psychologische Vorgänge und äußeres Verhalten, manchmal auch körperliche Eigenschaften, zum Beispiel Gewichtsveränderungen bei Depressionen.
Bei ADHS gibt es zwei Haupttypen, den eher unaufmerksamen und den eher hyperaktiven/impulsiven. Für beide zählt das diagnostische Handbuch DSM-5-TR von 2022 neun Symptome. Für eine Diagnose müssen mindestens sechs eines Typs vorliegen – und übrigens schon vor dem Alter von 12 Jahren, früher sieben Jahren vorgelegen haben. In einem wissenschaftlichen Aufsatz habe ich errechnet, dass es darum satte 116.220 nach DSM gültige Formen von ADHS gibt.
Trotzdem ist jeder Mensch mit ADHS-Diagnose wieder anders. Kann er am Morgen anders sein als am Abend. In den Ferien anders als während der Schulzeit. Tatsächlich bauen manche in der Ferienzeit die Medikamente ab. Das ist schon eine komische medizinische Krankheit, die sich an unsere Ferienzeiten hält!
Kein Interesse?
Quarks informiert zu den (angeblichen) ADHS-Symptomen übrigens: „Es kann schwerfallen, fokussiert bei uninteressanten Aufgaben zu bleiben.“
Das mit den „uninteressanten Aufgaben“ ist äußerst interessant: Erstens steht das nämlich nicht bei den offiziellen Diagnosekriterien. Zweitens könnte man sich auch einmal fragen, ob das nicht völlig normal ist, dass man ohne Interesse schlechter aufpassen kann.
Interessanterweise(!) gehört das von Quarks genannte Symptom zu einem anderen Störungsbild, das eine Lobby von Kinderpsychologen und -psychiatern seit einiger Zeit einführen will: Denken im Schneckentempo (engl. Sluggish Cognitive Tempo, SCT). Angeblich sollen 5 Prozent der Kinder daran leiden und dieselben Medikamente wie bei ADHS helfen.

Abbildung: Ist diese Schnecke psychisch gestört – oder einfach nur langsamer als andere? (von Nennieinszweidrei / PixaBay Lizenz)
Man merkte schließlich selbst, dass „Schneckentempodenken“ kein guter Name ist, um eine Störung ins DSM zu bekommen. Dann könnte man viele neue Fachaufsätze publizieren und die Behandlung endlich bei den Krankenkassen abrechnen. So kam man später auf den Namen „Konzentrationsdefizitstörung“ (engl. Concentration Deficit Disorder, CDD).
Worin der Unterschied zwischen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizit bestehen soll, müsste man erst einmal erklären. Ursprünglich sollte es sich dabei um eine unerkannte, dritte Hauptform von ADHS handeln – eben unter anderem mit dem Symptom, bei uninteressanten Aufgaben schlechter aufzupassen.
Doch inzwischen hat man sich auch davon wieder verabschiedet: Der Name des dritten Versuchs ist etwas schwerer zu übersetzen, vielleicht als „Syndrom kognitiver Distanzierung“ (engl. Cognitive disengagement syndrome, CDS). Und anders als SCT oder CDD soll das keine ADHS-Variante mehr sein, sondern ein eigenes Störungsbild.
Kurzschlüsse
Folgen Sie mir noch? Sind Sie vielleicht uninteressiert? Haben Sie es schon mit Psychopharmaka probiert?
Nein, bevor Sie medizinische Stimulanzien wie Amphetamin/Speed und Methylphenidat/Ritalin oder sogar Kokain nehmen – laut Professor Thomas Müller, Co-Präsident der Schweizerischen Fachgesellschaft für ADHS, kann eine positive Reaktion auf Kokain ein Hinweis auf ADHS sein –, klicken Sie lieber weiter.
SCT, CDD oder CDS sind noch nicht im DSM. Vielleicht wird sich das mit dem DSM-6 ändern. Die Entscheidung treffen führende Psychiaterinnen und Psychiater, von denen die Mehrheit übrigens Gelder von der Pharmaindustrie bekommt – die wiederum daran verdient, wenn immer mehr Störungsbilder ins diagnostische Handbuch aufgenommen und so beschrieben werden, dass man die Symptome mit ihren Psychopharmaka beeinflussen kann.
Auf der Quark(s)-Seite finden sich noch viel mehr Kurzschlüsse. Ein beliebter Fehler ist zum Beispiel eine Aussage wie: „So beeinflusst ADHS das Verhalten.“
Nein, das ist ein Denkfehler: Ihr ADHS macht sie nicht unaufmerksam, genauso wenig wie ihre Depression sie traurig macht. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Bestimmte Formen von Unaufmerksamkeit beziehungsweise bestimmte Formen von Traurigkeit nennen wir heute ADHS oder Depression.
Die allgemeinen Kriterien hierfür legen die genannten Fachleute fest. Im Einzelfall muss ein Arzt oder eine Therapeutin entscheiden, ob das individuelle Leiden oder die Probleme im Alltag groß genug sind, um eine psychologisch-psychiatrische Diagnose zu rechtfertigen. Das passiert in der subjektiven Abwägung – und ganz sicher nicht mit einem Blut-, Gen- oder Gehirntest.
Verdinglichung
Sätze wie „mein ADHS macht mich unaufmerksam“ machen aus der gerade beschriebenen sprachlichen Konvention medizinisch-psychologischer Fachleute ein Ding mit eigenen kausalen Kräften. Das grenzt an Magie! In der Wissenschaft nennen wir das „Reifikation“ (von lat. res = Ding) oder schlicht „Verdinglichung“.
Manche erklären für sich und andere ihre Denk- und Verhaltensweisen anschließend damit, dass man das Wort in der medizinischen Akte mit ihnen verknüpft hat. Das ist zwar philosophisch und wissenschaftlich gesehen Unsinn, aus menschlicher Sicht aber nachvollziehbar: Denn im Bereich der Medizin entschuldigt man jemanden in der Regel für seine oder ihre (angeblichen) Mängel. Wenn nur das Problem der Stigmatisierung nicht wäre, dass manche Diagnosen gerade soziale Distanz erzeugen.
Die Verdinglichung geht oft mit einem anderen Fehlschluss einher: Die diagnostischen Kategorien, die einen Zustand nur beschreiben, werden jetzt als dessen Erklärung herangezogen.
Sprachliche Magie
Ein frappierendes Beispiel, das ich an dieser Stelle gerne zitiere, habe ich von meinem alten Bloggerkollegen Helmut Wicht gelernt, Biologe und früher Anatomiedozent an der Universität Frankfurt:
Stellen Sie sich vor, Sie haben um die Lippen herum eine entzündete (gerötete) Haut. Deswegen gehen Sie zum Dermatologen. Dieser gibt Ihnen eine Salbe und die Diagnose „periorale Dermatitis“. Vielleicht denken Sie jetzt: „Wow, was für eine Fachkompetenz! Mein Dermatologe hat herausgefunden, dass ich eine periorale Dermatitis habe!“
Dabei heißt „periorale Dermatitis“ schlicht „Entzündung (-itis) der Haut (derma) um den Mund (oris) herum (peri)“. Sie haben also schlicht das gesagt bekommen, was Sie schon wussten: dass Sie eine Entzündung um den Mund herum haben, denn sonst wären Sie ja nicht zum Hautarzt gegangen.
Warum der Arzt oder die Ärztin sich einer, nein sogar zweier – Latein und Altgriechisch werden hier vermischt – ausgestorbener Sprachen bedienen muss, um Ihnen zu erzählen, was Sie schon wussten, könnte man sich einmal überlegen. Wahrscheinlich wird so verschleiert, dass Ärztinnen und Ärzte auch nicht alles wissen. (Ein Prof in meiner Ausbildung: „Sage nie vor Patienten, dass du etwas nicht weißt!“ Das machte ihn in meinen Augen nicht vertrauenswürdiger.)
Und wofür früher solche Fremdsprachen verwendet wurden – in der Religion hat man die gläubigen Schäfchen damit auch lange Zeit beeindruckt, wenn nicht gar eingeschüchtert –, nimmt man heute gerne Abkürzungen: eben CDS, CDD, SCT, MBD oder ADHS.
Klar, mein Kind hat SCT (alias Schneckentempodenken). Jetzt ergibt alles Sinn!
Symptome und Ursachen
An dieser Stelle brodelt es in den Betroffenen mitunter. Sie sind wütend, fühlen sich nicht ernst genommen. Die philosophisch-wissenschaftliche Argumentation bedeute, dass man ihnen das Leid abspricht. Nein, das tut sie nicht!
Ich weise nur auf den Prozess der Umdeutung hin: Ein Mensch leidet oder findet sich nicht so gut im Alltag zurecht. Oft genug verursacht Letzteres auch Ersteres: zum Beispiel, wenn andere einen für vergesslich halten und darum abwerten.
Übrigens wurden auch homosexuelle Männer stark ausgegrenzt und nannten Psychiater das bis in die 1970er-Jahre eine Geistesstörung. Schlaue Leute hatten das ins DSM geschrieben, also musste es stimmen. Dann kam ein noch schlauerer Psychiater, Robert L. Spitzer (1932-2015), und wies seine Kollegen daraufhin, dass die Schwulen vor allem wegen der Ausgrenzung litten und nicht wegen ihrer sexuellen Vorlieben; und man bemerkte, dass der „objektive“, statistische Beweis für die angebliche Krankheit der Schwulen in Gefängnissen erhoben worden war, wo es Menschen allgemein schlechter geht.
Ich bestreite auch nicht, dass die Hautsalbe vom Dermatologen oder die Stimulanzien vom Psychiater das Leiden lindern können. Mit der Wirkungsweise der Stimulanzien habe ich mich intensiv für die Gehirndoping-Debatte beschäftigt, siehe hier meine Gratis-FAQ als Ergebnis eines mehrjährigen Forschungsprojekts.
Aber um den Kreis für ADHS zu schließen: Man macht uns, Eltern und Kindern, seit gut 100 Jahren weis, verhaltensauffällige Kinder hätten eine Gehirnstörung. Gefunden hat man sie nie. Währenddessen verbreitet eine Sendung wie Quark(s) suggestive Werbebildchen darüber, während sie selbst einräumt, dass man es nicht weiß.
Warum redet man dann so, obwohl man weiß, dass es nicht stimmt?
Individualisierung
Ich gönne jedem seine Therapie und auch seine Medikamente, wenn er/sie der Meinung ist, dass das mehr hilft als schadet. Ich will nur die falsche Magie aus dieser Diskussion haben.
Denn mit dem nachweislich falschen Gen- und Gehirn-Sprech werden die Probleme ausschließlich im Individuum lokalisiert. Obwohl man es nicht in den vielen Patientinnen und Patienten nachweisen kann – die Gehirnscanner stehen doch bereit! –, soll es da an Dopamin oder Noradrenalin mangeln. Also wenn jemand etwas schüchtern ist und mit einem Glas Sekt sozialer wird, dann hatte er oder sie vorher einen Alkoholmangel?
Dass das nicht nur Theorie ist, lässt sich zeigen, wenn ich auf den Fehler von Quarks mit dem fehlenden Interesse zurückkomme. Wann fehlt uns denn das Interesse? In der Regel dann, wenn wir etwas langweilig oder eintönig finden – oder auch dann, wenn wir ermüdet sind.
Dann fällt es uns oft schwerer, uns für etwas zu motivieren. Ist es Zufall, dass stimulierende Substanzen wie Amphetamin, Methylphenidat oder Kokain die subjektive Energie, das Gefühl der Wachheit, die Motivation erhöhen? Und dass es Menschen damit leichter fällt, eintönige Aufgaben zu erledigen?
Meine Forderung ist schlicht: Nicht immer nur aufs Individuum zu schauen, sondern auch auf die Umgebung. Dann wird zum Beispiel ADHS nicht nur ein Thema der Psychiater, sondern auch von Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiten, Umweltmedizinern, der Gestaltung von Schulunterricht und Erziehung. Dann sucht man die Ursachen nicht nur im Einzelnen – und wird man nicht selten an anderen Orten fündig.
P.S. Zur ‚Gehirn-Psychiatrie‘
Ja ja, ich weiß: Ich habe die Forschung nicht verstanden, obwohl ich in drei psychiatrischen Universitätskliniken gearbeitet und mit Verfahren der bildgebenden Hirnforschung meine kognitionswissenschaftlich Doktorarbeite abgeschlossen habe. Ich schwurble.
Ich schwurble sogar so sehr, dass ich Bachelorstudierende der Psychologie im dritten Jahr mit etwas Anleitung einen der am häufigsten zitierten psychiatrischen Belege für die Behauptung, ADHS sei eine Gehirnstörung, analysieren ließ. Eine über tausendfach zitierte Publikation in Lancet Psychiatry. Über mehrere Jahre waren 100 Prozent meiner Studierenden in Gruppenarbeit dazu in der Lage, die grundlegenden Fehler dieser Behauptung herauszuarbeiten.
Ja ja, ich weiß: Wir schwurbeln alle und jetzt verstecke ich mich sogar hinter meinen Bachelorstudierenden!
Martine Hoogman von der Universitätsklinik in Nijmegen, die Erstautorin dieser Studie, wurde kürzlich für einen ausführlichen Artikel zu ADHS im New York Times Magazine befragt. Meiner Meinung nach waren ihre Gehirnfunde viel zu klein, um etwas über Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne ADHS-Diagnose aussagen zu können. Das sage ich seit bald zehn Jahren.
Interessant, dass Hoogman, die die Botschaft „ADHS ist eine Gehirnstörung“ in die Welt setzte, was massiv von den Medien verbreitet wurde, nun scheinbar ihre Meinung geändert hat:
„Als ich Hoogman kürzlich per E-Mail interviewte, war ich überrascht zu erfahren, dass sie ihre Aussage im Nachhinein bereut. ‚Damals betonten wir die von uns festgestellten Unterschiede (wenn auch geringfügige), aber man kann auch schlussfolgern, dass das subkortikale und kortikale Volumen von Menschen mit und ohne ADHS nahezu identisch ist‘, schrieb sie. Rückblickend fügte sie hinzu, es sei nicht angemessen gewesen, aus ihren Ergebnissen zu schließen, dass ADHS eine Hirnstörung sei.“ (New York Times Magazine, 2025)
Gehirnstörung oder nicht, andere Gehirne oder (nahezu) identisch – wo ist da der Unterschied? Man rühre im Quark und alles wird gleich.
Tja, wer schwurbelt hier? Wer verfolgt damit seine finanziellen, Karriere- und Aufmerksamkeitsinteressen? Und wer wagt es, die herrschende Meinung zu kritisieren, und setzt sich damit Angriffen aus?
Quark(s)
Um Missverständnisse zu vermeiden: Dass es Menschen mit – mehr oder weniger großen – Aufmerksamkeitsproblemen gibt, bestreitet niemand. Es geht darum, wie man – individuell und gesellschaftlich – damit umgehen soll.
Welche Antwort bekommt man, wenn man eine anerkannte Wissenschaftsredaktion befragt? „Warum sind Betroffene oft hibbelig und unkonzentriert? Die Veränderungen im Gehirn wirken sich auf das Verhalten aus“ (Quark). Nein, allgemeine Gehirnveränderungen wurden für ADHS nie nachgewiesen und sind auch im klinischen Einzelfall nicht belegt, weder bei der Diagnose noch in der Therapie. Dass Menschen auf psychoaktive Substanzen oder Verhaltenstherapie ansprechen, beweist nicht die Existenz eines Dings ADHS im Gehirn.
Ich trete nur dafür ein, auch die Umgebung mitzudenken. In diesem Zusammenhang ist ein Quarks-Symptom für die hyperaktive Variante von ADHS interessant: „Es kann schwerfallen, auf Belohnungen zu warten.“ Genau, zum Beispiel wenn Schulunterricht, wo sich die Symptome am häufigsten äußern, mit Social Media Apps konkurrieren, wo man permanent und endlos stimulierende Inhalte gezeigt bekommt.
Es sei noch einmal daran erinnert, dass sowohl die ADHS-Diagnosen als auch Verschreibung stimulierender Psychopharmaka seit den 1990ern stark anstieg, erst bei Kindern und Jugendlichen, dann auch zunehmend bei Erwachsenen. Ist es reiner Zufall, dass das mit der Digitalisierung der Gesellschaft einhergeht, wo die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit immer größer wird?
Der Artikel wurde zuerst auf dem Blog „Menschen-Bilder“ des Autors veröffentlicht. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Perspektiven aus der Depressions-Epidemie. Was Depressionen sind und wie man sie behandelt“.
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Wer in diesen Zeiten nicht ADHS, Depressionen, Bipolarität, Burnout, Impulskontrollstörungen.. oder andere psychische Störungen entwickelt, ist eh nicht normal.
Gibt’s da für diese gequälten Seelen nicht was von ratiopharm? 😉
@Zebraherz
Davon ausgehend, das du dich selbst als normal einstufst: Welche der aufgezählten Störungen machst du dir denn zueigen?
Es ist durchaus erhellend sich mal mit dem Gedankengut von Prof. Brock Chisholm, dem ersten Generaldirektor (sic!) der WHO und dem „Vater“ der ICD- Diagnostik zu beschäftigen.
Die „Unwissenheit“ bei zB Wikipedia bzgl seiner Vita ist schon sehr bemerkenswert – immerhin schrieb er ja sogar sehr „offenherzig“ Bücher.
Er und seine „geistigen Väter“ sind jetzt beinahe am Ziel ihrer feuchten Träume angelangt…
@ Ragnar
Ergänzung: Norbert Haering zu Herrn Chisholm
https://norberthaering.de/macht-kontrolle/who-gruender-brock-chisholm/
Danke, ist mir damals entgangen.
Aber auch Norbert Häring umschifft hier die wahre Monstrosität des zugrundeliegenden Geistes der modernen sog. Philanthropie.
Chisholm zB war zwar begeistert von der Technik der Lobotomie (dafür gab es ja auch einen Nobelpreis), hielt für „chronisch psychisch Kranke“ aber die Euthanasie für weitaus sinnvoller.
Ebenso setzte er sich für die Zwangssterilisierungen „minderwertiger Menschenrassen“ ein, usw.
Lenin, Stalin, Hitler, Mao und andere „Massenschlächter“ der Geschichte, erscheinen im Vergleich zu den transgenerational denkenden Köpfen des international organisierten Verbrechens, wie stümperhafte Lausbuben.
„Too big to fail“ qua “ too big to imagine“- zumindest für 99,999% des aktuellen Menschenbestandes.
Wusstest Du, dass in D Ende 2020/Anfang 2021 jeder, der aktenkundig an irgendeiner „chronisch psychischen Erkrankung“, Trisomie21, usw. leidet, Post von seiner Krankenkasse bekam?
Die frohe Botschaft darin war, dass man mit diesem Schrieb bei der C-Schutzimpfung priorisiert behandelt wird.
Nunja, die Latenzzeit dieser Behandlungen neigt sich wohl so langsam ihrem Ende.
Und damit dies nicht so auffällt, steht die Phalanx aus „Supergrippe“, globalen kriegerischen Eskalationen und die damit einhergehende Teuerung/Verelendung bereits in den Startlöchern.
@ Ragnar
Es ist wohl kein Zufall, dass Euthanasie und der Massenmord an Menschen mit Behinderung zusammen mit der Aufforderung zur Corona-Impfe bei Trisomie21 in einem Kommentar erwähnt werden. Besonders da mit dieser Behinderung u. a. gewisse Herzschwächen einhergehen. Ohne weitere vorsätzliche Absichten, über die Fürsorgepflicht hinaus, unterstellen zu wollen.
Eigentlich ist es ganz einfach: Der Mensch hat primär im Kapitalismus zu funktionieren oder aber wenigstens sekundär als Grundlage für Wachstum (z.B. der Pharma-Industrie) zu dienen. Ende der Story.
Mit Menschenrechts- und Demokratiegefasel ist es wie mit dem Gerede über Sex: Wer besonders viel darüber schwätzt, hat keinen und damit eigentlich auch nichts am Hut.
Ich bin Sozialpädagogin und ich vertrete seit langem die These, dass Menschen mit ADHS nicht krank sind, sondern sich einfach nicht so leicht in das Getriebe des Kapitalismus pressen lassen wie andere. Die Frage ist für mich, wer hier eigentlich krank ist: Menschen, die sich sichtlich nicht wohlfühlen, wenn sie parieren sollen (uninteressante Inhalte über sich ergehen lassen, als wären es interessante IST parieren), stundenlang stillsitzen, im Grunde ständig sich selbst verleugnen oder die, die gar nichts spüren. Das soll gesund sein? Für wen?
Es ist eigentlich absurdes 19.-Jahrhundert-Theater: Da wird der Zappelphilipp beschworen und in bester obrigkeitsstaatlicher Manier die totale Folgsamkeit (eigentlich Unterwerfung) verlangt, während Menschen, die das nicht können, für krank erklärt und medikamentös ruhiggestellt werden sollen und zwar mit handfesten Drogen (Bei ADHS wird mit Speed therapiert, man nennt es nur nicht so), für die ein Dealer in den Knast wandern würde, während Psychiater die auf Kassenrezept verschreiben. Gleichzeitig labert man über „Diversität“ und Toleranz und was weiß ich noch. Das ist so derart verlogen, dass ich am meinem freien Samstagvormittag schon wieder kotzen könnte, weil mich das wirklich aufregt.
PS: Nicht ganz das Thema, aber irgendwie halt doch: Würde Frieden mehr Profit als Krieg abwerfen, gäbe es plötzlich keine Kriege mehr, wetten?
@ Bettina-di-Monaco
*****
Danke fürs teilen Ihrer Einsichten
Ja, aber es ist nicht ausreichend den Kapitalismus mit dem Wirtschafts-, bzw dem Schuldgeldsystem gleichzusetzen.
Kapital kommt von lat „caput“, also von Kopf, Haupt- und da ist ja nach unserem modernen Verständnis der Verstand, also das „logische Denken“ beheimatet.
Frei nach Goethe:
Der Verstand ist ein hervorragender Diener, aber der gefährlichste aller Meister.
Wie recht er da doch hatte….
Für mich als stark betroffenen Menschen ist es eine interessante Erfahrung, daß hauptsächlich zwar gerne über ADHS geredet wird und mit der ganz grossen Gieskanne Aussagen gemacht werden, die in Aspekten vielleicht zutreffen, aber dem gesamten Phänomen überhaupt nicht gerecht werden.
Aber die Betroffenen werden tunlichst nicht gefragt.
Schön, das hier alle so trefflich und kühn die Gesellschaft kritisieren.
Die Verhältnisse für mich als Betroffenen (und *zwinker* lassen Sie mich Ihnen versichern, daß ich mir meine Symptome nicht bloß einbilde, weil ich nicht so ein aufrechter Widerrstandskämpfer wie Herr Schleim bin) bleiben aber dieselben, und ich bin sehr froh, daßich mit Hilfe meiner Medikation, die ich nicht leichtfertig glorifiziere, in der Lage bin, für meine Familie seit kurzem zumindest ein Minimum an materieller Sicherheit herzustellen.
Ich stimme vielen Analysen zu, die sich über die unklare Abgrenzung und Herkunft dieser Diagnose wundern, die wahrscheinlich nicht mehr darstellt, als den Versuch einer Annährung von persönlicher und gesellchaftlicher Wirklichkeit.
Auch mir ist die Frage gekommen, ob es nicht „die Gesellschaft“ ist, die Heilung eher benötigt als ADHS-Betroffene.
Als blinden Aktionismus empfinde ich es jedoch, jemandem die Krücken wegzunehmen, weil man der Ansicht ist, er solle einen Rollstuhl haben. Oder sich mal zusammenreißen und Laufen lernen. Das kommt immer von denen, die nicht betroffen sind, und es dauert nie lange, bis es die Betroffenen sind, auf die mit dem Finger gezeigt wird.
Siehe divers Kommentare hier. Z.B. von „name“:
„Als ich in den 90ern zum ersten mal ADHS hörte dachte ich zuerst, die Betroffenen würde nicht genug adequate Aufnerksamkeit empfangen („attention deficit“), zumal mir bekannt war dass das so bezeichnete Kind weitgehend vor dem Fernseher aufgewachsen war.
Dieses Missverständnis schwingt bei mir bis heute unterschwellig mit, und vielleicht ist es ja keines.“
Danke Herr Schleim. Aber das ist mir zu viel Meinungsmache, zu wenig Analyse.
„daß hauptsächlich zwar gerne über ADHS geredet wird und mit der ganz grossen Gieskanne Aussagen gemacht werden, die in Aspekten vielleicht zutreffen, aber dem gesamten Phänomen überhaupt nicht gerecht werden.“
Trifft das nicht auf die meisten Dinge zu ? Ich habe es bisher nur sehr selten erlebt, daß ‚öffentliche‘ Aussagen/Beschreibungen z.B. über meine berufliche Tätigkeit, meine Art wahrzunehmen, uvm. auch nur ansatzweise der Realität entsprechen würden. Das ist in einem ein- bzw. höchstens zweidimensionalen System nicht nur schwierig, sondern dürfte v.a. der allgemeinen Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit geschuldet sein.
Man plappert zwar gerne, aber in die Tiefe gehen oder sich gar für sein Gegenüber interessieren – bloß nicht !
„Aber die Betroffenen werden tunlichst nicht gefragt.“
Wozu auch ? Beleerungen machen doch viel mehr Spaß. Spaß beiseite, natürlich haben Sie recht. Bin ich allerdings – ohne hier irgendetwas relativieren oder kleinreden zu wollen – den größten Teil meines Lebens so gewohnt. Ist nicht schön, allerdings auch nicht neu. Nur das Ausmaß hat sich m.E. in den letzten Jahren verändert.
Insofern : ich höre jedem gerne zu, der bereit ist, aus dem Nähkästchen zu plaudern (es müssen ja nicht unbedingt die intimsten Dinge sein). Mir bringen die persönlichen Erfahrungen eines Menschen (sei es in Kommentaren, Büchern, v.a. aber im persönlichen Kontakt) immer sehr viel mehr als irgendwelche vermeintlichen ‚Erkenntnisse‘ aus der „Wissenschaft“, Studien, etc., die scheinbare ‚Objektivität‘ suggerieren.
Und : natürlich wissen Sie selbst am besten, was richtig für Sie ist. Trotzdem finde ich es wichtig, manche Dinge in einem größeren Kontext zu sehen. Und dazu gehört nunmal, die Gesellschaft, die wirtschaftlichen und die Macht-Verhältnisse, die Psychologie, das individuelle Leben genauso wie das Umfeld, in das man eingebettet ist, uvm. heranzuziehen. Ich halte wenig davon, sich z.B. auf Gen-Expressivität, Zufall, „Veränderungen in der Hirn-Chemie“ oder „Das ist nun mal so“, o.ä. als alleiniges Erklärungsmodell zu beschränken.
Übrigens, nur mal als Beispiel : ich nehme insgesamt sehr viel wahr, mit all meinen Sinnen. Zusätzlich viel Denken, viel Empfinden. Das führt zwangsläufig immer wieder zur Überreizung. Wie wird das dann gerne von einem Großteil der Gesellschaft bezeichnet ? Sie ahnen es sicherlich…
Für mich ist diese Art der Wahrnehmung normal. Und sie hat mir immer wieder vor Augen geführt, wie unnatürlich, häufig regelrecht krankmachend, das Leben in weiten Teilen dieser Gesellschaft ist. Die darüberhinaus noch alles abblockt oder ignoriert, was zu einer (gesünderen) Veränderung führen könnte. Oder überhaupt mal anfängt, sich damit auseinanderzusetzen.
Als ich in den 90ern zum ersten mal ADHS hörte dachte ich zuerst, die Betroffenen würde nicht genug adequate Aufnerksamkeit empfangen („attention deficit“), zumal mir bekannt war dass das so bezeichnete Kind weitgehend vor dem Fernseher aufgewachsen war.
Dieses Missverständnis schwingt bei mir bis heute unterschwellig mit, und vielleicht ist es ja keines.
Guter Punkt. Danke. Den merke ich mir!
Fehlendes Gefühl des Schutzes in einer Gruppe führt dazu, dass man die Umgebung genau beobachten muss um Gefahr frühzeitig zu erkennen.
Sehr geehrte Mitbürger,
haben Sie keine Angst, Wir, die forschende Pharmaindustrie, haben bereits eine passende mRNA-Impfung in Vorbereitung und diese wird in Kürze auch in Ihrem Land verfügbar sein.
Ihre forschende Pharmaindustrie
Die Zahl der Kranken nimmt zu….
Zufall? Oder Folge der Corona-Zeit, die sowohl psychisch (hier von großer Bedeutung!!) als auch physisch (Stichwort „Impfung“) schwerste Eingriffe bedeutete?
Dazu paßt das heute verbreitete Statement des Kanzlers von Blackrockistan, Merz, daß man dringend etwas gegen den hohen Krankenstand unternehmen müsse (Schnitt 14 Tage pro Jahr je „Arbeitnehmer“). Aber als Lösung fallen ihm dann doch wieder nur die üblichen Unterstellungen ein, daß es an den Kranken selber liegen müsse. Jedenfalls will er nun die telefonische Krankschreibung abschaffen (die gibts noch?) und „Anreize schaffen“, sprich, er will, daß mehr Menschen auch krank zur Arbeit kommen…
„Anreize“…. worum wollen wir wetten, daß die Unioner hier wieder die Karenztage aus der Mottenkiste holen werden? Linnemann-Statement in 3…2…1… Klar! Drei Tage keinen Lohn zu kriegen, wenn man krank ist, ist ein echter „Anreiz“ auch „mit dem Kopf unterm Arm“ an der Werkbank aufzuschlagen, damit das Geld am Ende des Monats noch für die Stromrechnung langt…
Das mit dem Hirn ist wie mit der Leber auch….
Nur Säufer erkranken an Leberkrankheiten laut Mainstream .. o(
Als ich das erste mal hörte , das Unterernährung die gleichen Folgen haben kann für die Leber wie Alkohol, dachte ich erst, 1 April .
Es ist natürlich nicht überraschend, das in einer entsolidarisierten Gesellschaft der einzelne „haftbar“ gemacht wird und die Umstände nicht berücksichtigt werden, das hat der Autor sehr schön herausgearbeitet, wie ich finde.
Wenn in unser Gesellschaft, die an der Smartphonepest schwerst erkrankt ist, die Individualisierung extrem voran getrieben wurde, muss für defizitäres Verhalten der Einzelne verantwortlich sein, denn, was eigentlich zwingend erforderlich wäre, die krankmachenden Noxen zu hinterfragen, würde die Büchse der Pandora öffnen!
Denn Spaltung und Entsolidarisierung ist ein Fundament der Oligarchie zur Herrschaftssicherung!
Vielleicht würde man dann feststellen, das das Prekariat für seine Lebenssituation gar nicht verantwortlich ist, sondern eventuell der Kapitalismus?
Das der Einzelne vielleicht nicht verantwortlich ist dafür, das er keine vernünftig bezahlte Arbeit findet, sondern die vom Kapital und der oligarchischen Politik verursachte Arbeitsmarktsituation?
Oder das von Müttern erwartet wird, eine
gute Mutter zu sein ( was immer das sein soll ), aber gleichzeitig gefordert wird, in Arbeit zu kommen und der Gesellschaft nicht auf der Tasche zu liegen.
Wer keine Wohnung findet, hat sich nicht richtig engagiert und nicht ausdauernd genug gesucht, die Wohnungspolitik der
Parteienoligarchie kann und darf dafür nicht verantwortlich sein!
Der Einzelne muss für seine Lebenssituation verantwortlich gemacht werden, man stelle sich vor, womöglich würden 100.000ende demonstrieren und einen Politikwechsel fordern!
Das wäre doch in jeder Hinsicht geschäftsschädigend!
Um in Ruhe weiter wurschteln zu können,
ist Individualisierung und Spaltung unerlässlich!
Nicht die Umstände sind Schuld, sondern stets der Einzelne.
Nicht das Bildungssystem und die Verarmung der Eltern ist verantwortlich, sondern das Kind, das einen Hirnschaden
hat!
Das von BigPharma bezahlte Psychiater sich dafür hergeben und BigPharma exorbitante Profite einfährt, ist nicht verwunderlich, sondern systemimmanent.
Sich prostituiernde Mietmäuler finden sich in allen Politik- gesellschaftlichen Bereichen, der Mainstreamjournalismus
und ÖRR ist voll von diesen Figuren!
Da malt man den Popanz Putin an die
Wand, versetzt die Menschen in Angst, führt Scheindebatten wie über die bescheuerte Genderei, gebiert Alarmismus in beinahe allen Bereichen, nur um die Herrschaft zu sichern und zu verhindern, das die Menschen ernsthaft über ihre Lebenssituation nachdenken und, Gott behüte, womöglich gar Schuldzuweisengen entwickeln, die dann den richtigen Adressaten gelten!
Vereinzeln um zu entsolidarisieren, alles andere würde die Geschäfte stören!
Da passt es ins Bild, das das einzelne Kind einen nicht auffindbaren Hirnschaden angedichtet kriegt, denn die Lebensumstände und die Umfelder können es ja nicht sein!
Dürfen es nicht sein!
Lasse das unkorrigiert stehen, musste mal wieder abkotzen, bitte um Nachsicht!
+++++
Ja, dahinter steckt das neoliberale Mantra „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Nach krank machenden Strukturen und Bedingungen soll nicht mehr gefragt werden. Das soll gänzlich aus dem Bereich des Sagbaren verschwinden. Die Menschen werden deshalb in Angst, Habachtstellung und permanent mit mehr oder weniger Belanglosem beschäftigt gehalten. Sie werden pathologisiert. Denn hätte man Zeit und würde ernsthaft darüber nachdenken, käme man unweigerlich zu Schlüssen, die eine Kursänderung erfordern würden. Diese Pathologisierung ist ein mächtiges Herrschafts- und Manipulationsinstrument, sowohl auf gesellschaftlicher, als auch auf privater Ebene, das gefügig und lenkbar macht.
@Wallenstein: Das ist fester Bestandteil der neoliberal-kapitalistischen Agenda, denn wenn es nicht das System ist, das Menschen krank macht und zerstört, lässt sich das Abwälzen allen Unglücks auf den einzelnen prima dazu verwenden, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen, die sich eigentlich gemeinsam gegen diese Zustände solidarisieren müssten: Arbeiter gegen Arbeitslose, deutsche Arbeitslose gegen nicht-deutsche Arbeitslose, Niedriglöhner gegen Bürgergeldempfänger etc.
Alles schön nach dem Motto: Divide et impera!
Sag ich ja!
@Wallenstein
„Gepflegt abkotzen gehört einfach dazu“ stand bei einem Mitschüler im Abi-Heft.
Muss wohl am Pfefferminzplätzchen zum Abschluss gelegen haben, oder ? 😉
Scherz beiseite, schön auf den Punkt gebracht
Zur Magie:
Medizin findet in einem magischen Kontext statt.
Erst durch die ärztliche Diagnose wird ein Leiden zur Krankheit. Für den Mediziner stellt die Diagnose eine Handlungsermächtigung da. Er darf dann tun, was sonst niemanden erlaubt ist. Eine „Appendizitis“ berechtigt zum chirurgischen Eingriff und eine „ADHS“ berechtigt zur Verordnung von Drogen.
Was früher einmal Schamanen waren, teilen sich heute die Professionen Priester, Richter und Mediziner. Priester ordnen das Verhältnis des Menschen zu Gott und dem Universum, Richter das Verhältnis zur Macht und Ärzte kümmern sich um das körperliche und psychosoziale Wohlergehen des Einzelnen in Bezug zur Gemeinschaft. Gemeinsam ist den Professionen, dass sie die Realität verändern.
So sehr ich Stephan Schleim in seiner Argumentation zustimmen möchte, mir fehlt ein Grundverständnis des Magischen dabei. Er übersieht den magischen Kontext in dem Medizin stattfindet. Eine Diagnose verändert die Realität für alle Beteiligten. Und für all das wofür einmal der Schamane die Geister bemühte, muss jetzt die Wissenschaft herhalten. Eine Aufgabe, der sie nicht immer gewachsen ist.
sehr guter Aspekt
@trux
da möchte ich dir vorbehaltlos zustimmen: Eine Diagnose verändert alles.
Nicht nur für den sogenannten Patienten, oder vielleicht besser „Kunden“, nein, auch für seine Familie, Freunde, sein ganzes Umfeld. Mit einer Krebsdiagnose gehörst du erstmal nicht mehr dazu. Du bist nun stigmatisiert. Dein Leben ist zu Ende. Jetzt bist du nur noch Patient/Kunde.
Diese Diagnose beginnt sich in deinem Kopf einzunisten, beherrscht dein Denken. Alles dreht sich um diese Diagnose.
Wer sein Leben trotz Krankheit behalten möchte, sollte sich, soweit es irgend geht, von Ärzten fernhalten.
Ich bin davon überzeugt, schon das Benennen eines Zustandes als Krankheit und das Belegen des Zustandes mit einem Wort( (Krebs et al.), verstärken den ungewollten Prozess.
Es sind alles „Heilungsrituale“, auch die in Deutschland beliebte „Chefarztbehandlung“ (wenn man es sich leisten kann). Aber wenn man diese Einsicht aus der medizinischen Anthropologie hier aufschreibt, verstehen viele Leserinnen und Leser das nicht, weil sie bei „Ritual“ (zu Ritus = Brauch, Gewohnheit bei feierlichen Handlungen; Duden) allenfalls an einen Gottesdienst denken.
In der Wissenschaftstheorie vertrete ich einen dynamischen Nominalismus: Zumindest bei den höheren Lebewesen kommt es zu einer Interaktion zwischen der Art und Weise, wie wir sie beschreiben, und ihrem Verhalten; was wiederum die Beschreibung beeinflusst usw. Das steckt explizit oder implizit in allen meinen Artikeln zum Thema „psychische Gesundheit“, sicher schon seit zehn Jahren. Fundierter hat das Ian Hacking (R.I.P.) untermauert, schon in den 1990ern zu den früher diagnostizierten multiplen Persönlichkeiten (damit verwandt heute: Dissoziative Identitätsstörung, DID).
Begriffe wie Magie und Okkultismus hat die Popkultur, Hollywood etc in einem Maße verdreht, dass der Massenmensch davon nur noch infantile oder völlig abwegige Vorstellungen hat.
Und auch das ist angewandte „Magick“, wie Crowley sagen würde.
Passt mal auf.
Gebt den Kindern gute Sachen zu essen, lasst die Impfungen weg und gebt ihnen ein behagliches Zuhause und hat den Fisch.
Genau, Forelle in Blau
Zuerst mal dickes Lob für Schleim. Er liefert hier nicht nur eine durch und durch schlüssige Demontage einer Pathologisierung des Alltäglichen, sondern unterhält dabei auch noch. Chapeau!
Die angesprochene Quarks-Ausgabe habe ich auch gesehen. Sie ist ein Musterbeispiel für angewandte Pseudowissenschaft bzw. Mediatisierung derselben. Ähnlich viel Unsinn hört und sieht man zurzeit nur noch, wenn es um KI geht. Die Verabreichung von Substanzen, die in anderen Zusammenhängen als Drogen verteufelt werden an Kinder ist ein Skandal, den aber weder die Quarks-Redaktion, noch diejenige anderer sogenannter Wissenschaftssendungen als solchen erkennen mögen. Hoch lebe die Pharma!
Und wenn ich schon beim Thema Quarks bin – dieses Sendegefäss wurde seit den vergleichsweise glorreichen Zeiten Yogeschwars hemmungslos ausgeleert. Es handelt sich nur noch um ein weitgehend wahlloses Sammelsurium diverser kurzer Beiträge, die behaupteterweise mit dem je behandelten Thema zu haben. Meist handelt es sich auch noch um Zweit- und Drittauswertungen. Wiederholungen sind Standard, ebenso Kannibalisierung anderer einschlägiger Sendegefässe. Besonders ärgerlich auch, dass das Hauptaugenmerk auf Lebensberatung bzw. Versuche, die Zuschauerschaft in gewünschtes Verhalten hineinzu-nudgen liegt. In diesem Sinne soll jede Ausgabe nützlich sein, abgesehen davon, dass sie möglichst preisgünstig produziert werden soll. Der Rezipient ist ein Trottel, dem man korrektes Leben erklären muss. Zufälligerweise ideologisch kompatibel mit dem, was einem in sogenannten Nachrichtensendungen zugemutet wird.
Stimmt. Das Niveau von Quarks befindet seit Yogeshwars Abgang stark im Sinkflug.
Aber auch der „Yogeshwar“ bedient die herrschenden (Corona, Impfung, Klima) medialen Narrative.
Genau, „Narrativ“ Klima, immer derselbe Scheiß von Dir.
Aber Du bist ja der Oberchecker, gähn…
Ich bin seit dem 12.4.2020 nur noch der Wahrheit verpflichtet.
Der Klimawahn bringt seit mehr als 3 Dekaden viel Leid über die Welt, ganz ähnlich wie Religionen eben auch.
Das sollten wir nicht vergessen,
Yogeshwar hat sich schon während der Fukushima-Katastrophe mit seinen Verharmlosungen lächerlich gemacht.
Danke für das freundliche Feedback.
Es wird tagtäglich leider so viel Müll produziert, dass man mit dem Aufräumen nicht mehr hinterher kommt. Und, anders als Sie, danken einem viele das auch nicht.
Ich denke, Quark(s) hat sich wegen des anhaltenden „Mental Health Hypes“ auf diese Themen eingeschossen. Kürzlich sah ich ähnlich unzutreffende Informationen über „männliche Depressionen“. Ich bestreite natürlich nicht, dass auch Männer unter depressiven Zuständen leiden. Aber wenn viele von ihnen so gut wie keine der Kriterien erfüllen, wieso nennt man es dann „Depression“?!
Der Trend wird wohl so lange weitergehen, bis wir alle eine Diagnose haben – oder besser gleich mehrere. Die eine Hälfte der Gesellschaft ist dann Coach und coacht die psychischen Probleme der anderen. Der gute Vorsatz einer Bekannten für 2026: 100.000 Menschen über psychische Gesundheit informieren! Weil wir davon ja zu wenig haben. Au weia!
Dieser Artikel spricht mir alten Mediziner aus dem Herzen. Die Einlassungen in den Medien (Quarks) als auch in medizinischen „Fachpublikationen“ wie dem Deutschen Ärzteblatt erinnern an die vielen Glaubensbekenntnisse während der Coronajahre. Manchmal habe ich den Eindruck, Zuschauer einer Theateraufführung der Insassen eines Irrenhauses zu sein. Der kollektive Wahn nimmt immer groteskere Ausmasse an.
👍
Danke für Ihre freundliche Rückmeldung. Man sollte nicht ins Gegenteil abdriften und das Kind mit dem Bade ausschütten: Natürlich gibt es auch schweres psychisches Leid. (Das haben Sie ja auch nicht getan.)
Aber der Markt für psychische Gesundheit wird inzwischen auf ein Volumen von 460 Milliarden US-Dollar geschätzt. Man darf nicht vergessen, dass viele Marktteilnehmer davon ein (immer größeres) Stück abhaben wollen.
Sehr geehrter Herr Schleim,
bestimmte Erkrankungen wurden ab Mitte der siebziger Jahre als Zivilisationskrankheiten bezeichnet. Darunter fielen Herzinfarkte, Gefäßablagerungen, Diabetes, Rheuma etc, die sich auf unsere Lebensweise zurückführen lassen und durch Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährungsweise und Genußmittelkonsum wenn nicht direkt verursacht, so doch gefördert werden.
Ähnlich dürfte es sich mit den psychischen Erkrankungen verhalten. Reizüberflutung durch exzessiven Medienkonsum vor allen Dingen bei Kindern. Angsterzeugung durch falsche Klimanarrative, Corona, Ukrainekrieg.
Und massenhafte Desinformation. ich definiere Desinformation nicht als Falschinformation, sondern als Zustand des Nachrichtenempfängers, der sich bei der Wahrnehmung widersprüchlicher nachrichten einstellt. ich höre mittlerweile oft, dass man praktisch nichts mehr glauben könne. Aktuelles Beispiel ist die Affäre um Ministerpäsident Günther, Lanz und Nius. Wo man hinsieht erkennt man überall Framing und Unehrlichkeit. Hinzu kommt eine gewisse Verflachung des Denkens bei den Journalisten. Typisch für die letzten 20 ahre ist der zunehmende Gebrauch von Suggestivfragen. So wird nicht gefragt:“Sind sie enttäuscht, herr Bundeskanzler“ sondern“Wie enttäuscht sind sie, Herr Bundeskanzler“. Die Frage unterstellt dabei schon dass der befragte enttäuscht ist und fragt nur noch nach dem Grad der Enttäuschung. Allzuoft sind diese Frage geradezu lächerlich. Man kann nicht alles auf einer visuellen oder sprachlichen Analogskala abbilden. Ich frage mich, ob das heute an den Journalistenschulen so gelehrt wird oder ob es eine Art Hanns Joachim Friedrich Effekt ist, bei dem das Vorbild nachgeahmt wird.
Die ganze Aufregung während der sogenannten Coronajahre ist ist meinen Augen eine Massenhysterie, die unvermindert anhält. Nur der Focus ist nicht mehr auf ein vermeintlich gefährliches Virus gerichtet, sondern auf die Erderwärmung, den Ukrainekrieg und neuerdings wieder auf Trump. Dass ein unausgereiftes Hirn mit all diesem Wahnsinn überfordert ist, liegt auf der Hand. Anstatt diesen Umständen auf den Grund zu gehen, plappern unsere Pädagogen den geistigen Müll von Weltverbesserern wie Bill Gates nach und fordern mehr Digitalisierung und Anwendung von soghenannter künstlicher Intelligenz.
Wenn ich sehe, wie meine Enkel aufwachsen, wird mir Angst und Bange.
Kurz: ADHS ist keine Krankheit, sondern ein Komplex verschiedener Symptome. das ist übrigens die Definition eines Syndroms.
Mein Kind nach „Blackout“ beim Schul-Test infolge instensivem Medienkonsum und wenig Schlaf wollte auch gleich in psychologische Behandlung. Ich habe (wie schon früher so oft) geraten, es solle mehr schlafen, weniger im Internet quasseln und mehr lernen. Nachdem ich einen Artikel gezeigt habe, wonach das Gehirn wie eine Art Waschmaschine gereinigt wird und deshalb bei zu wenig Schlaf kurzzeitig ausfallen kann hat das Kind mir geglaubt.
Danke für das Beispiel. Das könnte man dann vielleicht Neuro-Pädagogik nennen. 😉
Mal an die Mobilfunk und Handystrahlung gedacht…oder zu lange in einer Elektrokarre gesessen… hm…???
Es geht nur um ein Geschäftsmodell der Pharmaindustrie… und das seit über 100 Jahren…nichts weiter.
Kapitalismus halt… da kann man nichts machen…
Sehr schöner Artikel, aber
Bachelor kann man nicht studieren.
Psychiatrische diagnose sind fast alle symptombasiert. Es geht um eine reihe von Ausdrücken und Konditionen, die Korrelation aufweisen. Ivh bekam diese Diagnosen, aber der Standardtest war irreführend. Alleine weil ich unter hoher Intelligenz leide, hatte ich Konzentrationsstörungen aber auch Hyperfokus, wo ich in einem Tag zwei Bücher lewen und obsessiv darüber reflektieren konnte. Das Problem lag in der Fähigkeit, einfache Aufgaben zu erledigen und diese Gegensätze zu kalibrieren. Das ist natürlich anders als unterdurchschnittliche Kinder, die hyperaktiv sind und nicht still sitzen können. Und weniger ausgeprägt als bei anderen, die nur etwas erhöhte Tendenzen innerhalb natürlichen Variationen aufzeigen.
Ich brauche Stimulanzien, amphetamin. Bei mir sind sie nicht psychoaktiv im Sinne von Euphorie. Sie verursachen deswegen keine psychische Abhängigkeit, und sowieso keine ühysische da das Dopaminsystem sich rekalibrieren kann im kontrast zum Opioiden System, wo der Körper langfristig Endorphin, oder natürliches Morphin, unterdrückt. Aber bei anderen wirken sie euphorisch und eher eine störkere Version von Kaffee ohne die Nebeneffekte. Sie werden effektiver, können durch die Nacht lernen, aber durch mehr Energie, nicht adhs symptomlinderung.
Diese Konfusion verursachen übertriebene Diagnose und überverwendung von Stimulanten. Sdris wie buprion kann Dopaminniveau leicht erhöhen und in Kombination mit Therapie und Struktur ausreichend sein. Es stimmt, dass wir unterdiagnostisiert hat, und hätte ich nicht starke intellektuelle Fähigkeiten gehabt wäre ein studium schwierig gewesen. Aber wenn in den usa ein drittel der jungen stimulanzien bekommen, ist etwas falsch. Denn es kann auch sein, dass in den fällen wo nicht induziert der entzug wirklich zu adhd Indikation führt. Ich lebe damit, aber ich möchte nicht, dass die, die sie nicht brauchen, es auch machen. Es sind letzendlich starke Drogen, obwohl nicht so gefährlich wie wir denken und unter dem Niveau, das starke Euphorie und Missbrauch zu einem Risiko der anhängigkeit führt bei mir. Aber bei anderen könnte es durchaus sein.
Ich „gönne“ auch allen die psychoaktiven Substanzen, mit denen sie ihr Leben besser leben können.
Aber es gibt natürlich in Konkurrenzsituationen auch schon Fälle, wo man an (Gehirn-) Doping denken sollte und an die Auswirkungen, die es auf andere haben kann, wenn die Mitbewerber alle Stimulanzien nehmen. Über das Thema Gehirndoping kam ich ja, vor inzwischen über 20 Jahren, überhaupt erst auf diese Forschungsschiene.
„Ich brauche Stimulanzien, amphetamin. Bei mir sind sie nicht psychoaktiv im Sinne von Euphorie.“
Und ich dachte immer, das sei in erster Linie von der Dosis abhängig.
Aber danke für die Einsichten aus Ihrem interessanten Kommentar.
Im Artikel wird mehrfach darauf hingewiesen, dass „allgemeine Gehirnveränderungen .. für ADHS nie nachgewiesen“ wurden.
Dies trifft auf die Mehrzahl von psychiatrischen Leiden zu und bedeutet keineswegs, dass diese Krankheiten nicht existieren. Die Hauptursache für psychiatrische Erkrankungen liegen in der aus dem Gleichgewicht geratenen Hirnchemie begründet und sind mitnichten durch bildgebende Verfahren zu verifizieren.
„… bedeutet keineswegs, dass diese Krankheiten nicht existieren.“
Das bestreitet hier auch niemand. Menschen haben und hatten schon immer bestimmte psychische Herausforderungen und Schwierigkeiten. In der heutigen Zeit klassifiziert man einige davon als psychische Störungen. Dass das unterm Strich nicht die ideale Lösung ist, sieht man ja an der immer weiter steigenden Krankheitslast im Zusammenhang mit den Störungsbildern.
„Die Hauptursache für psychiatrische Erkrankungen liegen in der aus dem Gleichgewicht geratenen Hirnchemie begründet und sind mitnichten durch bildgebende Verfahren zu verifizieren.“
Falsch: Was Sie erst sagen, war nie mehr als eine Hypothese.
Und z.B. mit der Positronenemissionstomografie (PET) kann man sehr wohl die Synapsen für bestimmte Neurotransmitter und deren Aktivität untersuchen. Meiner Erinnerung nach ist das bis auf Weiteres nur beim Serotonin besonders schwierig und muss man das da indirekt messen.