Wer schützt eigentlich das Amt vor den Amtsträgern?

Schwachkopf, Symbolbild
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Lügenfritze, Schwachkopf, Lackaffe: Harmlose Bezeichnungen für das Spitzenpersonal deutscher Politik, die zu Unannehmlichkeiten oder gar Bestrafungen führten. Wenn das Amt Respekt verlangt, wer schützt das Amt eigentlich vor den Amtsträgern, die es lächerlich machen? Ein Kommentar.

Puh, man muss wirklich froh sein, dass der technologische Fortschritt es noch nicht vermag, menschliche Gedanken lesen und transkribieren zu können. Gäbe es ein solches Verfahren, mancher – auch der Autor dieser Zeilen – müsste sich ständig mit der politischen Justiz in diesem Lande auseinandersetzen. Denn so ein Bildgebungsverfahren menschlichen Denkleistung würde – jedenfalls bei mir – dauernd anschlagen und diverse Beleidigung niederster Art aus meinem Innersten ins Äußere transportieren und verzeichnen. Sicher gäbe es in so einem Szenario eine Datenbank, in der das alles erfasst würde, um den Behörden die Arbeit zu erleichtern. Ich habe Worte und Unflätigkeiten »in mir«, die man nicht mal schreiben könnte, ohne dabei zu erröten – glauben Sie mir, für die Verantwortlichen in Berlin hege ich so gut wie nur solche Gedanken. Darf ich das überhaupt äußern, ohne mich angreifbar zu machen?

Andererseits wäre es spannend, wie ein deutsches Gericht urteilte, weil jemand in die Welt setzte, er hege beleidigende Gedanken für diesen oder jenen aus Berlin – ohne sie allerdings in hörbare Worte oder lesbare Sätze zu verwandeln. Ich traue es deutschen Richtern allerdings durchaus zu, dass sie das, was »nur in einem Kopf« ist, zum Gegenstand eines Strafbefehls werden lassen. Was ich indes über Richter denke, Sie können es sich ausmalen – sagen oder schreiben werde ich es nicht auf die Weise, wie ich es denke. Über Gefühle und Gedanken zu sprechen ist freilich sehr in Mode geraten, das Zeitgenössische betont das immer wieder gerne. Allerdings sollte das, was dann aus einem heraussprudelt entweder belanglos oder egozentrisch sein – auf keinen Fall darf es das politische Dienstpersonal ins Visier nehmen. Kann man das Dienstverhältnis so stehenlassen oder ist auch diese Äußerung schon eine Gratwanderung?

Der unantastbare Bundeskanzler

Letzte Woche schaffte es der Lügenfritze in die Medien. Nein, nicht der Kanzler in Person – sondern die Affäre um eine Äußerung, die so lautete. Ein Mann wurde mit 30 Tagessätzen bedacht, weil er den Bundeskanzler im Herbst des letzten Jahres als einen solchen Fritz bezeichnete. Das zuständige Gericht irgendwo in den grünen Weiten Baden-Württembergs war der Ansicht, dass der Kanzler nicht irgendein Fritze sei. Da kann man nicht widersprechen. Es stimmt natürlich, denn der Merzfritz ist der Merzfritz und nicht etwa der Dürrenmattfritz oder der Ebertfritz. Gemeint war damit selbstverständlich etwas anderes: Der Bundeskanzler dürfe Respekt erwarten – immerhin hatte es keiner so schwer wie er bislang. Das ist kein Hohn, lieber Staatsanwalt, sondern gibt nur wieder, was der Bundeskanzler selbst dem Spiegel neulich erst ins Notizbuch diktierte und der Miosga aus den Stichwortkarten las. Dabei ist ein Bundeskanzler, so haben wir es irgendwann mal in grauen Vorzeiten als graue Theorie erlernt, gar kein unantastbarer Regent voll inbrünstigem Gottesgnadentum, über den man, wie einst über den Pharao des antiken Ägyptens, nicht mal sprechen dürfe.

So ein Bundeskanzler sei demnach also gewissermaßen als einer von uns zu bewerten – wie gesagt, graue Theorie. Denn die Praxis ist eine andere, auch wenn Friedrich Merz zu gerne betont hat, dass er einer von uns sei – wie wir hat er offenbar zwei Flugzeuge besessen und zählt damit ganz klar zur Mittelschicht. Aus unserer Mitte ist er also entsprungen – und damit bestätigt sich, dass der Bundeskanzler eben doch ein Fritz sein kann. In den Vereinigten Staaten hat man da weniger Beklemmungen: Bill Clinton heißt eigentlich William, unterschrieb aber – gemäß amerikanischer Konventionen – teils auch staatliche Papiere mit seinem Bill. Nicht anders jener Joseph Biden, den sie Joe nannten. Übrigens war schon mal ein Fritz Bundeskanzler – Gerhard Schröder war das, genauer: Gerhard Fritz Kurt Schröder. Der wurde seinerzeit immer mal wieder als Gerd bezeichnet, was ihn nicht sonderlich zu stören schien. Aber der hatte damals auch noch kein so feines Instrument zur Belästigung von Kritikern zur Verfügung – Paragraph 188 StGB, die im Volksmund so genannte Majestätsbeleidigung.

Dabei sollte man doch eigentlich annehmen, dass man hierzulande noch aus der PoWi-Stunde weiß, dass es in unseren Breitengraden gar keine Majestäten gibt, jedenfalls nicht in politischen Ämtern – man drückt stattdessen einigen Leuten ein Mandat in die Hand, ordnet sie ab für eine begrenzte Zeit. Wieder graue Theorie, denn es gibt allzu viele, die sitzen keinen überschaubaren Zeitraum im Bundes- oder Landtag, sondern sogar Jahrzehnte. Das System ist längst pervertiert – und ein Kanzler, Minister, ja nicht mal ein Abgeordneter ist einer von uns, sondern jemand der sich vom Volk abheben will. Krieg ist Frieden und Entrückung Bürgernähe. Auch weil dieses Volk so unglaublich stört in der Bewältigung des Arbeitspensums. Ohne Bürger ließe es sich einfacher Abgeordneter sein. Das wussten schon in der Antike die bereits erwähnten Pharaonen, später auch die persischen Großkönige und die römischen Imperatoren. Nur wer Konventionen schafft, die ihn und seinen Stand für unantastbar erklären, kann in Seelenruhe und in der Totalität der Ungestörtheit der Gesellschaft vorsitzen.

Kriegt man die Amtsträger mit Paragraph 188 dran?

Natürlich wurde das den Bürgern anders kommuniziert: der Paragraph 188 StGB sollte nicht weniger als die Demokratie retten. Denn die Demokratie, das sind die Abgeordneten, die – um es mit dem genannten Paragraphen auszudrücken – »im politischen Leben des Volkes stehenden Personen«. Sie dürften nicht schutzlos »Hass und Hetze« ausgeliefert, nicht herabgewürdigt werden, weil sich in ihrer Person offenbar die Institution der Demokratie bündle – der öffentlich beleidigte Politiker wird also gar nicht selbst angefahren, sondern das Amt, das er ausübt, wird beschmutzt. Vor jenem sollte der Staatsbürger offenbar so viel Respekt haben, dass er den Amtsträger gar nicht erst schroff kritisieren darf – wie so viel Würde und so viel eingeforderter Respekt mit diversen TikTok-Tänzchen einiger Abgeordneter oder dem Gejammer des Bundeskanzlers in Wort und Schrift zusammengeht, weiß diese Stelle des Strafgesetzbuches freilich nicht zu beantworten. Dabei wäre es eine Frage wert, ob denn ein Politiker mittels dieses Paragraphen belangt werden könnte, wenn er als Amtsträger durch unwürdige Handlungen sein Amt beschmutzt. Oder, um es nochmal mit dem Gesetzestext zu sagen: Sollte er nicht juristische Konsequenzen erfahren, wenn er in einer Art und Weise auftritt, die geeignet ist, »sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren«?

Hängt das Amt also wirklich so hoch, dass es für den normalen Bürger nicht mehr erreichbar sein soll, dass er die Amtsträger nicht mehr in aller Härte kritisieren und auch für unfähig erklären darf, so muss man die Sache konsequent zu Ende denken und auch jene ahnden, die selbst im Amt sind und die es mit ihrer seichten Persönlichkeit der Lächerlichkeit preisgeben – man fragt sich selbstverständlich auch an dieser Stelle, ob man das so formulieren darf, ohne mit einigen Tagessätzen auszukommen. Wenn das Amt so aufgeladen ist mit Bedeutung, dass ein Bundeskanzler kein Fritz sein kann, dann sollte auch nicht jeder Vollhorst, der zum Mandatar wurde, Unwürdiges in den Sozialen Netzwerken posten oder gar tanzen dürfen. Denn entweder haben solcherlei Ämter einen hehren Stellenwert und einen fast sakralen Charakter – und dann muss man sie vor Amtsträgern schützen, die sich nicht angemessen verhalten. Oder sie haben es nicht – und dann darf man Abgeordnete, Minister und den Richtlinienkompetenten auch als Fritze durchgehen lassen – zumal wenn er hier und da nicht die Wahrheit sagt, vulgo: lügt. Etwas, was bis neulich noch als ausgesprochen legitime Meinung durchging, Politiker der Lüge zu bezichtigen.

Ich finde es ja ehrlich gesagt äußerst langweilig, wenn man Zeitgenossen mit solchen Worten abkanzelt. »Lügenfritze« ist nicht innovativ. »Lackaffe« so geistlos wie altbacken. »Schwachkopf« ist bieder und zugleich viel zu zurückhaltend, wenn man es auf manchen anwendet, der da draußen im Politischen herumstochert. Freilich sollte Dünnhäutigkeit keine Regierungsverantwortung und noch nicht mal ein Mandat in der hintersten Bank haben. Aber man könnte diese Leute ja auch viel subtiler, nuancierter und meisterhafter »beleidigen« – das plumpe Raunen sollte zwar erlaubt sein, denn auch das ist eine Entäußerung des Souveräns, dem einst solche Unantastbarkeitsansprüche zustanden und nicht etwa dem politischen Dienstpersonal, das den Hintereingang benutzen musste. Dennoch muss man vielleicht aus Gemeinwesen lernen, die längst den mutigen Schritt gegangen sind, sich ihres Staatssystems nicht mehr zu schämen, sondern es offen beim Namen zu nennen: Autokratie – oder Diktatur. Dort erfährt man, wie man Amtsinhaber kritisieren kann, ohne gleich von der Amtsjustiz verfolgt zu werden. Ob man in Nordkorea mitteilen darf, dass man sich das Nötige über den Staatsführer denkt, es aber nie aussprechen würde? Ob das hierzulande noch lange geht?

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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24 Kommentare

  1. Zum „Lügenfritz“-Fall haben die einschlägigen Verlautbarungsorgane ja inzwischen berichtet, dass es eigentlich noch viel schlimmer sei, denn es fiel in dem Posting auch noch das Wort „Verbrecher“, was ja eine noch viel gröbere Beleidigung sei.

    Dabei ist die Bezeichnung eines Menschen als „Verbrecher“ eigentlich keine Meinung, sondern eine Tatsachenbehauptung.
    Nun stellt sich mir die Frage, ob das Gericht geprüft hat, ob die Bezeichnung des unprovozierten US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran als „Drecksarbeit für uns alle“ nicht den Tatbestand der Billigung einer Straftat darstellt.
    Genaueres z.B. hier: https://www.ialana.de/2025-09-18-ialana-fordert-ermittlungen-gegen-bundeskanzler-merz-wegen-oeffentlicher-billigung-von-straftaten/

    Nein, gelogen. Eigentlich stellt sich mir die Frage nicht. Weder bei der deutschen Justiz in allgemeinen noch bei baden-würtemberger Amtsgerichten im besonderen.

  2. Mir scheint es gab einmal Amtsträger anderen Formats. Nicht nur, dass sie vielleicht weniger oder weniger hart geschmäht wurden, weil sie vielleicht weniger Anlass dazu gaben, nein, selbst wenn es zu harschen Worten kam – und auch hier waren sie einst weniger zimperlich ins Austeilen – focht sie das nicht an, ja, sie nahmen es scheinbar nicht mal wahr.
    Sich neuerdings modisch als „Snowflake” zu inszenieren, vorausahnend und in Erwartung etwaiger Beleidigungen, gibt der heutige Amtsträger in ebenso modischer Selbstermächtigung sozusagen vorauseilend auch Anlass dazu.
    Eine andere und wahrscheinlich plausiblere These wäre freilich die im Wort vom „getroffenen Hund, der bellt” vom Volksmund schon aufs trefflichste zum Ausdruck gebrachte.

    1. ich glaube das Problem liegt darin dass die beleidigte Politiker sich blosgestellt sehen, und da muss mann/frau schon reagieren… vor allem diese Quoten- und Lobby Politiker/innen sind tlw. zum fremdschämen… und eine Kündigung ist leider nicht möglich…

  3. Wir sollen vor unseren Politikern Respekt zeigen, die aber selbst vor unserer Deutschlandflagge
    keinen Respekt haben. Heute morgen bin ich als Erstes über ein Video bei U-Tube gestolpert,
    in dem ein Mann der bei einer Demonstration eine Deutschlandflagge trug, vor der Polizei
    massiev bedrängt wurde, diese Flagge einzupacken. Da wurde ich gleich an „Angie“ Merkel
    erinnert, wie die auf dem Weg zum Rednerpult (leider weiß ich den Ankass nicht mehr) die
    daneben stehende Deutschlandflagge in eine Ecke warf. Diese Politiker kann man eigentlich
    gar nicht mehr beleidigen. Diese Politiker müßten angezeigt werden, weil sie Deutschland
    mit ihrem Agieren beleidigen und Deutschland in der Welt als lächerliches Irrenhaus hinstellen.
    Die Vorvereitungen auf den Angriffskrieg, den sie mit aller Gewalt gegen Russland führen wollen,
    scheinen ja als Straftat nicht mehr zu gelten.

  4. Quod licet Jovi non licet bovi. (Was dem Jupiter (Gott, Herrscher) erlaubt ist, ist dem Rind (Untertan) nicht gestattet.)
    Unsere Politiker haben vom alten Rom abgeschaut und gelernt. Ob sie auch die imperialen Gedanken der damaligen Herrscher gleich mit aufsaugen?
    Es wären dann Beleidigungen, wie Imperator, Kriegslüsterner Diktator… wohl eher angebracht. Doch sind das wirklich Beleidigungen? Bei der kriegslüsternen Politikerkaste, die allenthalben immer mehr Waffen fordern, sind Beleidigungen nur geringe Gegenmittel, um sie in ihrem Tun zu bremsen. Mir fällt da unweigerlich das Märchen von Hans Christian Andersen von des Königs neue Kleider ein, wenn ich unsere G…truppe sehe.

    1. > Doch sind das wirklich Beleidigungen?

      Es ist ja nicht so, dass die selbst nicht merken würden, dass das Allermeiste, was sie außerhalb ihrer Versagerkreise (bspw. E3) versuchen, in die Hose geht. Entsprechend beleidigt sind sie dann, wenn es jemand anspricht.

      Das war auch der Grund, dass damals die Majestätsbeleidigungsgesetze für Könige und Fürsten geschaffen wurden.

      Souveränität entstünde durch Kompetenz.

  5. Ohne Staat auch keine Bürokratie und Korruption und Kriminalität und vor allem keine Schlipsträger. 😉
    Denkt mal drüber nach
    Keine Herren, keine Sklaven

    1. @Adel verpflichtet
      Einspruch Euer Hochwohlgeboren. Es ist nicht der „Staat“. Es ist die REGIERUNG, es ist die Mehrheit der Bundes- und Landtagsabgeordneten.

      Das ist kein kleiner, das ist ein riesengroßer, ein gewaltiger Unterschied. Der Staat, das sind nämlich alle Bürgerinnen und Bürger dieser Demokratie, vom Obdachlosen bis hin zum milliardenschweren „Superreichen“. Zum Staat gehören Unterschicht, Mittelschicht und Oberschicht. Die Regierung ist nur ein Teil dieses „Staates“ und da wären wir dann beim Problem.

      Diese Regierung macht keine Politik, von der alle Bürgerinnen und Bürger profitieren. Diese Regierung macht vor allem Politik für die Reichen und Superreichen. Reiche und Superreiche brauchen keine funktionierenden öffentlichen Schulen und Hochschulen, denn sie schicken ihre Gören auf private Schulen und Hochschulen. Dort bekommen die lieben Kleinen Nachhilfeunterricht, damit auch die Dummbratzen, die nur bis drei zählen können, bis zehn zählen können.
      Reiche und Superreiche brauchen auch keine öffentlichen Kindergärten, sie brauchen keine öffentlichen Schwimmbäder und sie brauchen kein Wohngeld, weil sie keine Miete für ihre Villa mit 240 qm Wohnfläche, Doppelgarage (inklusive Maserati), beheiztem Swimmingpool und privatem Tennisplatz zahlen.
      Reiche und Superreiche brauchen auch keinen öffentlichen Personenfern- und -nahverkehr, denn sie fliegen mit dem privaten Helikopter durch die Gegend.

      Bleibt die Frage: Warum wählt die Mehrheit in diesem „demokratischen“ Land Politikerinnen und Politiker, die Politik gegen die Mehrheit machen. Weil wir auch keinen „Staatsfunk“ haben wie ARD und ZDF immer bezeichnet werden. Das ist kein „Staatsfunk“, das ist ein REGIERUNGSFUNK. Diese „Journalisten“ machen Propaganda für die Regierung und helfen der Regierung, den Sozialstaat zu schlachten. Diese „Journalisten“ haben aber kein Problem damit, wenn die Hälfte des Bundeshaushalts für Aufrüstung, Panzer, Kampfhubschrauber, Maschinengewehre, Raketen, Drohnen, Minen, Handgranaten, Sprengfallen, Bomben und Raketen ausgeben werden soll.

      Noch Fragen zum Unterschied zwischen STAAT und REGIERUNG?

      1. Ja, noch Fragen …

        „Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse“

        Die Regierenden nutzen den Staat zur Machtausübung. Der Staat sind nicht wir. Wir sind das Volk.

        Ich sehe den BRD-Staat eben genau als das an, damit Klatten, Quandt, von Siemens und Co. ihr „Recht“ bekommen, nutzen sie den Staat..

        (Vorheriger SPD-Artikel: Die Polizei klingelt bei Arbeitslosen… Warum klingelt die Polizei nicht bei den CUM-EX und CUM-CUM Verbrechern)?

    2. Zu einfach, die Lösung.
      Staat ist das Hauptinstrument der herrschenden Klasse und nicht so einfach abzuschaffen. Denn die Herrschenden sichern damit den Zugriff auf das Volk und das Bestehen der kapitalistischen Produktionsweise.
      Der Staat stirbt logisch dann ab, wenn es die PW erfordert.
      Also muss erst diese revolutioniert werden, ehe der Staat dran ist. Eine einfache politische Abschaffung des Staates, selbst wenn sie möglich wäre, aber nicht ist, würde nur Chaos hinterlassen und das Leben von Mrd Menschen gefährden.

  6. Natürlich gibt es dann immer noch die Bereiche der Ironie und des Sarkasmus als Ventile …
    So im Sinne von der „Wahrheits-xy“, der „Friedens-xy“ usw.

    Es ist immer ein Zeichen von Schwäche und Nichtsouveränität, wenn eine Regierung hier empfindlich wird.

  7. „Wenn das Amt Respekt verlangt“
    Respekt erhält man nicht durch ein Amt, Respekt erarbeitet man sich z. B. durch gute Politik die dem Gemeinwohl dient und nicht zur Verschlechterung der Lebensbedingungen.
    Leider haben wir in der Politik solche Persönlichkeiten nicht mehr.
    Politiker die ohnmächtige Bürger, die sich der einfachen Sprache bedienen weil sie kein Politikesprech beherrschen anzeigen sind keine Persönlichkeiten die Respekt einfo2rdern können. Die sind selbst gegenüber der Bevölkerung nicht nur arrogant sondern auch respektlos weil sie ihr Versagen zu Lasten der Bevölkerung genau auf diese abwälzen.

    1. @Otto0815

      Leuten wie Friedrich Merz geht es nicht um Respekt, ihnen geht es darum die Bürger in Angst zu versetzen, diese Angst fassen dann als Respekt auf.

      Vor Leuten wie Albert Einstein hatte kein Mensch Angst gehabt, tatsächlich wurden solche Leute aber respektiert, was Typen wie Merz aber nie begreifen werden.

  8. Des Kaisers neue Kleider, Ausgabe 2026.

    Der Kaiser tritt nicht mehr auf den Balkon,
    er tritt vor Kamera und Mikrofon.
    Kein Purpur glänzt, kein Tuch fällt weich,
    doch alle sprechen vom neuen Reich.

    Die Schneider sitzen nicht am Webstuhl mehr,
    sie weben Begriffe, gewichtig und schwer:
    Respekt vor dem Amt, Schutz vor der Wut,
    Würde der Ordnung, demokratisches Gut.

    Der Stoff ist unsichtbar, fein und gewählt,
    doch jeder behauptet, er habe gezählt
    die Fäden, die Muster, den würdigen Schnitt,
    und nickt bei der Schau pflichtschuldig mit.

    Wer nichts erkennt, dem fehlt wohl Verstand,
    so raunt es von Hof zu Hof durchs Land.
    Wer zweifelt, so heißt es, gefährdet den Ton,
    die Ordnung, das Amt, die Institution.

    Da steht ein Kind am Straßenrand
    und blickt auf den Kaiser, ganz unverwandt.
    Es sieht keine Seide, kein schützendes Kleid,
    nur Körper, Getöse und Eitelkeit.

    Und weil es noch nicht gelernt hat, zu schweigen,
    wo Erwachsene ehrfürchtig auf Begriffe zeigen,
    sagt es, schlicht und ohne Bedacht:
    „Der Kaiser ist nackt.“

    Da stockt der Zug. Da räuspert sich Macht.
    Da wird aus dem Satz eine ernste Betracht:
    War diese Bemerkung noch Meinung allein,
    oder kann sie schon strafwürdig sein?

    War sie geeignet, das Wirken zu stören,
    das öffentliche Ansehen sichtbar zu schmälern?
    Hat hier ein Kind, mit kindlichem Mund,
    das Amt beschädigt durch wahren Befund?

    Doch genau an der Stelle beginnt der Betrug:
    Man macht aus dem Amt einen schützenden Tuchzug.
    Man legt es dem Träger wie Kleidung an
    und nennt jeden Blick auf den Träger sodann
    einen Angriff auf Würde, Verfassung und Staat,
    als wäre der Mensch schon die Amtstat.

    Ein Amt ist kein Mantel für persönliche Blöße.
    Es lebt von Distanz, von Grenze, von Größe.
    Es bleibt nur geschützt, wenn man trennen kann:
    Hier steht das Amt, dort steht der Mann.

    Der Kaiser darf würdig im Amte stehen
    und trotzdem lächerlich nackt aussehen.
    Das Amt verliert dadurch nicht sein Gesicht,
    wenn jemand ausspricht, was sichtbar ist.

    Gefährlich wird es erst dort, wo man meint,
    dass Amt und Träger untrennbar vereint.
    Wo Spott über ihn das Amt gleich verletzt,
    wird beides gefährlich ineinandergesetzt.

    Dann schützt das Amt nicht mehr seine Form,
    nicht Recht, nicht Grenze, nicht Maß, nicht Norm.
    Dann dient es nur noch, still und sacht,
    als Stoff vor des Kaisers sichtbarer Nacht.

    Vielleicht braucht es für diesen Ton
    kein Fülli-Gold, kein Feuilleton.
    Vielleicht schreibt künftig, klar und rund,
    ein Kind — denn Kindermund tut Wahrheit kund.

    Es fragt nicht erst nach Rang und Pracht.
    Es sieht nur hin.

    Der Kaiser ist nackt.

    1. Toll, wirklich gut gemacht und auf den Punkt! Herzlichen Dank dafür.
      Besonders dieser Absatz ist so treffend, dass es schmerzt:
      „Die Schneider sitzen nicht am Webstuhl mehr,
      sie weben Begriffe, gewichtig und schwer:
      Respekt vor dem Amt, Schutz vor der Wut,
      Würde der Ordnung, demokratisches Gut.“

  9. Respekt muss man sich VERDIENEN! Nicht herbeiklagen, erkaufen oder erschwindeln …
    Aber darauf kommt in „unserer Demokratie“ niemand mehr. Die Zeiten, in denen respaktable Politiker einen mehr oder weniger guten Job machten, ist lange vorbei.

  10. „Lügenfritze, Schwachkopf, Lackaffe: Harmlose Bezeichnungen….“

    Harmlos? Ja. Trotzdem beleidigend? Ja.
    Man kann auch einfach die Fakten benennen, ohne beleidigend zu werden. Ist Merz ein Lügner ?- ja, mit absouter Sicherheit. Fast jeder seiner öffentlichen Auftritte platzt vor lauter Lügen und Falschaussagen.
    Lackaffe ist einfach nur polemisch und geht an ernstzunehmender Kritik vorbei.
    Ein Schwachkopf, nein, das ist er ganz sicher nicht. Sonst wäre er nicht dort, wo er ist und wo er und seine Kumpanen sich die Taschen mit Millionen vollstopfen können. Schwachköpfe sind jene, die ihn und seinesgleichen immer wieder wählen, jene -die immer wieder aufs neue auf die Lügen der Presse und Politik reinfallen.

    1. Ich verweise auf mein Posting ganz oben:

      Auch nicht-polemische Zuschreibungen werden von der Obrigkeit verfolgt.
      Es geht nämlich gar nicht um die Unterdrückung von Beleidigungen, es geht um die Unterdrückung von Kritik.

      Daher auch die vorprozessualen Eingriffe (z.B. Hausdurchsuchungen). Hauptzweck Einschüchterung.

  11. ‚always look at the bright side of life, when you miss a peace of shit ‚…
    Meine ausländische Erfahrung besagt, das deutsche System ist in vielen Staaten vorhanden, das besagt, das etwas universelles im Gange ist.
    Das System der Angst ist nur ein Instrument, aber wer ein aufrichtes leben führt, hat keine Angst.
    ‚Mein‘ jetziger Prediger hatte in den vergangenen Wochen, seine anbeter gewarnt,…
    Letzten Sonntag sagte ich zu seinen Warnungen, im privaten Modus, ist es nicht schrecklich, daß helle Leuchten für dunkle leuchten bezahlen dürfen… Ein verschmitzten Lacher brach hervor, ohne direkt darauf einzugehen…
    Der Ritter der Kokosnuss stand ohne Arme und Beine da und sagte immer noch, er werde siegen.

  12. Da machen diese kritisieren wollenden Leute ja auch einen Fehler:
    in manchen Weltgegenden ist es durchaus üblich Vokale wegzulassen,
    es darf z.B. der Name von G*tt nicht ausgesprochen/ geschrieben werden,
    das ist dann JHW.
    Analog würde man Frtz Mrz sagen müssen, jeder weiß wer gemeint ist.
    Sogar die Leute auf dem Dorf kapieren’s
    da ein geschenkter Schal (den ich hier schon trug) geziert wird vom Schriftzug: ‚FCK NZS‘
    (Wird leider als Provokation gewertet.)

  13. Die Verspottungen und „Beleidigungen“ politischer Amtsträger haben doch Ursachen:

    Die politische „Elite“ unseres Landes herrscht gegen den Willen und zum Schaden der hier lebenden Bevölkerung.
    Der Bürger ist machtlos. Er kann wählen, wen er will und bekommt immer die gleiche schädliche bevölkerungsfeindliche Politik.
    Wie in früheren Zeiten bleibt da den entrechteten und durch allerlei Strafandrohungen entmündigten Untertanen nur der Spott, wenn sie sich wenigstens mental ein wenig erleichtern wollen.

    „Demokratie“?
    Bei Zustimmungswerten von ca 15 % zur Regierung, kann man da noch von „Demokratie“ (Herrschaft des Volkes) reden? Eine Regierung, die Demokratie ernst nimmt, müsste sich in solcher Situation Neuwahlen stellen.
    Aber sie (die Herrschenden) wollen ihre Herrschaft (sie nennen es „ihre Demokratie“) weiter aufrecht erhalten, unabhängig von Wählerstimmen.
    Sie verweigern eine Neuauszählung der letzten Wahl, obwohl die Hochrechnung der wenigen neu ausgezählten Wahlkreise zeigt, dass die Oppositionspartei BSW bei korrekter Auszählung über 5 % gekommen wäre und damit die jetzt regierende Koalition keine Mehrheit hatte.
    Die größte Oppositionspartei AfD wollen sie gleich ganz verbieten lassen. So geht „ihre Demokratie“.

    Regierungen anderer Länder, die mit 75 bis 80% Zustimmung ihrer Bürger regieren, nennen sie „Autokratien“.
    Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man über solche Absurditäten herzhaft lachen.

    Das Schlimmste:
    Indem sie den Kauf günstiger Energie aus Russland verbieten, zerstören sie Deutschlands energieintensive Industrie.
    Durch den Bau „ukrainischer“ Langstrecken-Lenkflugkörper in Deutschland, deren Start aus der Ukraine gegen Ziele in Russland sie ausdrücklich befürworten, wobei russische Menschen getötet werden, machen sie unser Land ohne Not zum Ziel russischer Vergeltungsschläge. Auf diese Weise führen sie uns in einen direkten Krieg mit Russland – als ob die Niederlage gegen die UDSSR im 2. WK nicht ausgereicht hätte.
    Gegenüber Russland nehmen sie eine fatale Haltung aus Überheblichkeit, Verachung, Dummheit und Größenwahn ein, wie man sie aus der jüngsten deutschen Geschichte der 1930er und 1940er Jahre kennt.
    Wir alle wissen, wie das letztes Mal endete.

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