Wenn das Tina-Denken die Rechten stärkt

Kundgebung Stuttgart am 20. Januar 2024. Bild: Fyrtaarn/CC BY-SA-4.0

Der Fokus auf dem Kampf gegen die AfD soll die herrschende Politik stärken. Doch längst wenden sich junge Menschen von der staatstragenden Antifa ab. Sie wenden sich auch von Merz, Pistorius und Co. ab.

Dieser Tage wird es als großer Kampf für die Demokratie in Deutschland gefeiert, dass der Ministerpräsident von Thüringen Mario Voigt trotz der Aberkennung seines Doktortitels mit großer Mehrheit im Thüringischen Landtag bestätigt wurde. Auch Linke und große Teile des BSW stellten sich hinter Voigt. Die AFD hatte das Misstrauensvotum im Thüringischen Landtag eingebracht und als Alternative stand nur deren Rechtsausleger Björn Höcke auf dem Stimmzettel.  Dass diese Alternative für viele nicht in Frage kam, war nur zu verständlich. Doch warum haben nicht mehr Abgeordnete ungültige Stimmen abgegeben? Nur zwei Abgeordnete haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht und damit gezeigt, dass sie die Alternative Voigt versus Höcke ablehnen. Dabei gab es in den letzten Jahren mehrere Rücktritte von Politikern, nachdem ihnen die Doktortitel entzogen wurden. Die bekanntesten Fälle waren Anette Schwan und Karl-Theodor zu Guttenberg.

Die Oppositionsparteien im Thüringer Landtag werden jetzt erklären müssen, warum sie  sich trotzdem hinter einen konservativen Ministerpräsidenten stellen und nicht einmal den Mut aufbringen, durch eine ungültige Stimme deutlich zu machen, dass die Alternative eben nicht AfD oder Voigt ist. Es sind sie selber, die damit signalisieren, dass es für sie keine Alternative gibt. Damit setzen sie nur das Tina-Denken des Spätkapitalismus fort. There ist no Alternative war der Standardsatz von Konservativen aller Couleur bis zu den Sozialdemokraten ab den 1980er Jahren. Sie wollten damit verordnen, es gäbe keine Alternative zum Kapitalismus. Der kurze Aufschwung der globalisierungskritischen Bewegung nach 1999 war auch ein Kampf gegen das Tina-Denken.

Nicht nur gegen die AfD, sondern auch gegen Merz und Co

Dass davon auch immer mehr junge Leute, die gegen die AfD kämpfen, abgeschreckt sind, machte Jakob Springfeld in einen engagierten Kommentar in der Taz erfreulich deutlich:

„Wenn ich in diesen Wochen mit linken Jugendlichen aus Sachsen-Anhalt oder meinem Herkunftsbundesland Sachsen ins Gespräch komme, hat sich etwas verändert: Die politische Wut gilt in erster Linie nicht mehr nur den Neonazis, der AfD oder Ortsgruppen des „III. Weges“, sondern auch und vor allem der Bundesregierung und diesem System.“

Interessant ist auch, dass viele der jungen Menschen, die sich gegen Nazis organisieren, längst nicht mehr nur gegen die AfD sind:

„Als ich frage, gegen wen sich die Wut aktuell am meisten richtet, geht es sofort um die Bundesregierung und Friedrich Merz, aber auch die Grünen, die nur bruchstückhaft besser seien. Angesichts der zahlreichen Bedrohungs- und Horrorgeschichten, die ebenjene Leute erzählen können, sollte das gesamtgesellschaftlich zu denken geben.“

Das sollte auch Parteien wie der Linken zu denken geben, wenn diese überlegt, mit der CDU eine Front gegen die AfD nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schmieden.

„Sie gleichen engagierten jungen Antifas, die davon berichten, vor kurzem in Zwickau, meiner Heimatstadt, von 15 Neonazis mit Elektroschockern und Bierflaschen eingekesselt w0rden zu sein, sprechen, wenn es darum geht, was sie am meisten beschäftigt, erst einmal über die drohende Schließung des örtlichen VW-Werks, mangelnde Jugendarbeit und einen Politisierungsprozess voller Enttäuschungen.“

In den letzten Tagen protestierten junge VW-Beschäftigte unter der Parole „Zukunft sonst Widerstand“ gegen die Konzernpläne, weitere Arbeitsplätze abzubauen und auch an die Löhne der Beschäftigten heranzugehen.  Springfeld spricht davon, dass viele junge Menschen nicht auf  die Rechten wütend seien, sondern auf die „neoliberale Normalität“, die von Union bis zu den  Grünen verteidigt wird.

„Zynisch ließe sich sagen, dass die neonazistische Jugend im ländlichen Osten einen guten Job macht, um der Bundesregierung die Auseinandersetzung mit kapitalismus-, macht- und staatskritischen, aufgebrachten, linken Jugendlichen zu ersparen.“

Wo bleibt der Widerstand gegen die Bundesregierung?

Er ist nicht der einzige, der nicht mehr damit zufrieden ist, im Kampf gegen Rechts die Staffage für die herrschende Politik zu spielen. So äußerten sich auch Vertreterinnen von antirassistischen Gruppen erstaunt, dass zehntausende Menschen am ersten Juli-Wochenende im Rahmen des Bündnis Widersetzen vergeblich den AfD-Parteitag blockieren wollten, aber nur ein Bruchteil dieser Menschen gegen die Politik der Bundesregierung auf die Straße geht.

Anlässe gäbe es da genug:  Sozialkahlschlag, Angriffe auf den 8-Stunden-Tag, Machtzuwachs der Geheimdienste etc. Der Aktivist einer antirassistischen Initiative blickt auch kritisch auf die Präsenz von Vertretern der Regierungsparteien bei den Aktionen im Kampf gegen Rechts. „Es war für mich widersprüchlich, Parteien hier präsent zu sehen, die auf Bundesebene für eine politische Linie stehen, die zu meiner Abschiebung führen könnte“, sagt Mohamed Muridi im Gespräch mit der Taz.

Für waffen- und rüstungsfreie Zonen

Natürlich fällt auch auf, dass in Zeiten, in denen sich die große Volksfront gegen Rechts aktiv ist, das große deutsche Aufrüstungsprogramm nur von einem kleinen Teil kritisiert wird.

 Tatsächlich wäre es ein Fortschritt, wenn sich ein Großteil der Menschen, die sich gegen die AfD einsetzen, auch für waffen- und rüstungsfreie Zonen in Deutschland einsetzen würden. Das wäre die logische Konsequenz aus dem Fund einer angeblich mit Sprengstoff gespickten Drohne am Leipziger Flughafen vor einigen Wochen.

Noch sind viele Details des Drohnenvorfalls unklar. Doch statt in das Wiederholen der Verschwörungstheorien von verschiedenen Seiten zu verfallen, sollte die antimilitaristische Bewegung den Vorfall nutzen, um eine Kampagne für einen rüstungs- und waffenfreien Airport zu initiieren. Angesichts von neuen Mittelstreckenraketen wurde auch die Forderung nach atomwaffenfreien Zonen laut. Sie wurde zur reinen Symbolik, wenn die Wohnungstüren mit einem Aufkleber zur atomwaffenfreien Zone erklärt wurden. Jetzt wäre es aber sehr aktuell und realpolitisch, militär- und rüstungsfreien Zonen am Leipziger Flughafen, in Osnabrück und auch in Berlin-Wedding zu fordern. So wie überall da, wo Rüstungskonzerne angesiedelt werden sollen.

Wenn sich auch nur die Hälfte der Menschen, die in den letzten Monaten gegen Rechts aktiv wurden, daran beteiligten, wäre es vorbei in der Ruhe im Hinterland. Dann könnte auch ein Boris Pistorius, der die Kriegsfähigkeit wesentlich vorantreibt, nicht mehr als beliebtester Sozialdemokrat in Deutschland durchgehen.

 Nicht auf Verbotsdebatten reinfallen

 Aktuell wird Pistorius schon als Kämpfer gegen Rechts gefeiert, weil er gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Cem Özdemir kurz vor den entscheidenden Landtagswahlen in einem Beitrag für die FAZ die alte Platte des AfD-Verbots wieder auflegt. Dabei setzen sie einen besonderen Akzent, indem sie das Verbot des völkischen Flügels der AfD fordern. Dass sind dann nicht zufällig die besonders erfolgreichen Landesverbände, die womöglich sogar die Regierung übernehmen könnten, wie der in Sachsen-Anhalt. Gleichzeitig würde die AfD ohne den völkischen Flügel natürlich koalitionsfähig für die sogenannten Mitteparteien.

Eigentlich müsste sich doch der staatliche Kampf gegen Rechts selber desavouieren als Kampf verschiedener herrschender Machtblöcke. Da sind Botschaften wie die von Jakob Springfeld ein hoffnungsvolles Zeichen. Nicht alle wollen mehr die Staffage für einen staatlich begrenzten Kampf gegen Rechts in Zeiten, in denen Deutschland kriegstüchtig gemacht wird.  Sie wollen sich nicht zwischen Höcke, Siegmund, Pistorius, Özedmir und Merz entscheiden müssen. Sie wollen eine wirkliche Alternative, die aber müssen sie sich erkämpfen.

Peter Nowak

Peter Nowak ist freier Journalist für verschiedene Zeitungen und dokumentiert sie auf seiner Homepage. Mit Clemens Heni und Gerald Grüneklee gab er im Juni 2022 das Buch „Nie wieder Krieg ohne uns … Deutschland und die Ukraine“ im Critic Verlag heraus.
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30 Kommentare

  1. Dem Artikel stimme ich teilweise zu, aber die Jugend ist ja auch nicht blöde, ebensowenig wie der durchschnittliche Wähler/-in.

    Was bringt ein Kampf gegen Rechts, während man gleichzeitig ein rechtes Land (= die Ukraine unter Selenskij) mit Waffen beliefert, und revanchistisch-geschichtsfälschende Tendenzen, die sogar Polen und die Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als solche anprangern einfach ignoriert, oder als „russische Propaganda“ verkaufen will?

    Auch in anderen Ländern glänzt die derzeitige Merz-Klingbeil-Regierung ja durch Doppel- oder sogar Nichtmoral wie ich schon einmal schrieb, und, dass ist meine (berechtigte) Befürchtung genau diese Unmoral in Deutschlands Außenpolitik führt dazu, dass wir bald einen AfD Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt haben dürften.

    Ich verfolge die Kritik an der AfD auch, und lehne die nicht nur wegen den (angeblichen) neo-faschistischen Tendenzen ab, aber wie schon mehrfach erwähnt wenn ich bei YouTube – z.B. „Geld für die Welt“ von Markus Glöckner – heute verfolge und sehe wie er den Kandidaten der AfD zerlegt, während der selbe Herr Glöckner „die Russlandnähe der AfD“ anprangert, und – jetzt kommt es – sogar russischsprachigen Unterricht an Sachsen-Anhalts Schulen, mit Hinweis auf Putins völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, abschaffen will, dann bin ich echt verzweifelt ab solch ideologisch verbohrter Dummheit eines volkswirtschaftlich durchaus vortrefflichen Kommentators – er hat auch schon Klingbeil/Merz/Bas & Konsorten erfolgreich in seinem Kanal widerlegt, aber hier hat er sich -leider – als unfreiwilliger Wahlhelfer der AfD erwiesen.

    Wie gesagt der/die Wähler/-in in Sachsen-Anhalt ist auch nicht doof und sieht, wie wir alle im Bund, die Unmoralität der aktuellen Regierung im Umgang mit der Ukraine des „Diktators Selenskij“ (Zitat Donald Trump – schon vergessen? Ich bin auch kein Freund von Trump, aber das habe ich registiert damals).

    Gruß
    Bernie

    1. @Bernie: Sicher, dass Sie Markus Glöckner meinen? Den Journalisten bei den Nachdenkseiten? Der hat keinen Kanal namens „Geld für die Welt“ auf YouTube. Das ist ein Maurice Höfgen. Oder war Glöckner dort mal zu Gast? Ich kenne den Kanal nicht, kann mir aber schwer vorstellen, dass Glöckner der AfD Russlandnähe vorwirft und in SA die Abschaffung des Russisch-Unterrichts fordert.
      Grüße aus Sachsen-Anhalt

    2. > Was bringt ein Kampf gegen Rechts, während man gleichzeitig ein rechtes Land (= die Ukraine unter Selenskij) mit Waffen beliefert, und revanchistisch-geschichtsfälschende Tendenzen, die sogar Polen und die Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als solche anprangern einfach ignoriert, oder als „russische Propaganda“ verkaufen will?

      Das ist der Trick der „Mitte“-Parteien und ihren Medien. So lange man kontinuierlich andere als Linke und Rechte labelt, ist man automatisch Mitte.

      Die Anti-Oppositions-Demos unter dem Titel „Gegen rechts“ waren von den „regierungsfähigen“ Parteien organisiert und unterbanden zuverlässig, dass die Militarisierung Deutschlands als rechts kritisiert wurde.

      So lange es keine linken Intellektuellen gibt, die wieder und wieder vernehmbar die Methoden der gelenkten Demokratie etikettieren, bleibt es eben bei anekdotischen Jugendlichen, die irgendwie „regierungskritisch“ sind. Wobei ich denke, dass zu echter Kritik auch Argumente gehören, also etwas mehr als „kein Bock“ wie bei denen, die keine Lust haben, für Deutschland in den Krieg zu ziehen.

      Ich würde das eher regierungsskeptisch nennen.

  2. Was mich an diesem Spruch „Nie wieder ist jetzt“ am meisten stört, ist die Tatsache, daß er vor allem im Zusammenhang mit dem angeblichen „Antisemitismus“ gepusht wurde, der sich schlicht in der Kritik am Völkermord des faschistisch geführten Israels in Gaza äußerte. Das ist nicht nur eine Verkehrung des ursprünglichen „Nie wieder Krieg“ als Lehre aus dem 2.WK, das jetzt zur Unterstützung von Kriegen benutzt wird. Das ist einfach widerwärtig! Da werden linke Reflexe angesprochen und aktiviert, um ein rechtsradikales Regime zu unterstützen.

    Und keiner merkts?!

    1. Die neuen „linksliberalen“ sind vor allem obrigkeitshörig, etwas, was Linken in der Vergangenheit niemals eingefallen wäre.
      Damit machen sie sich automatisch zum Hanswurst der Bonzen.

      In diesen Falle halt zur Charakterisierung von Kritik am israelischen Völkermord als „Antisemitismus“.

      Es passt hier übrigens hin, dass der Generalbundesanwalt die deutschen Hilfsleistungen zum amerikanischen Angriffskrieg auf den Iran nicht verfolgen will, mit einer ähnlich hahnebüchenen Begründung wie 1999 beim Angriffskrieg gegen Jugoslawien.

      Schönen Faschismus haben wir hier. So ganz ohne blaue Regierung.

      1. Kanonier: Eben, wir haben schon einen Faschismus. Und diese Faschisten wollen
        natürlich nicht, dass sich das ändert. Wäre die AFD auch von Faschisten besiedelt,
        müßten unsere Herrscher doch keine Angst haben. Sie haben aber Angst um ihre
        Pfründe. Wenn die AFD tatsächlich regieren sollte, verlieren sehr viele Betonköpfe
        des jetzigen Regimes nicht nur ihre Jobs, sondern auch ihren Einfluss. Die Schmarotzer
        der Öffentlich Rechtlichen werden plötzlich machtlos. Sie können die Menschen, die
        ihnen noch folgen nicht mehr manipulieren und belügen. Alle die sich im Moment mit
        der Migration goldene Nasen verdienen, verlieren ihre Geschäftsgrundlage. Da geht es
        um Milliarden. Ebenso wie beim Reich werden durch den Ukrainekrieg. Die AFD will
        ihn beenden. Damit kann Rheinmetall natürlich so gar nicht glücklich werden. Die
        Schmiergelder an die Entscheidungsträger versiegen dann auch. Also werden NGO´s
        mit viel Geld ausgestattet um gegen die AFD mobil zu machen. Siehe z.B. Campact.
        Wer finanziert eigentlich die Schlägertrupps der Antifa?

  3. Ein guter Artikel. Das Problem für die „nie wieder ist jetzt“ Sichtweise ist, dass die Ablehnung der AfD und in Österreich der FPÖ so gut wie nie anhand 90% ihrer inhaltlichen Positionen erfolgt. Wie auch? Sie sind zum Verwechseln mit der ÖVP, den NEOS und sogar mit der SPÖ gleich. Und was den Rassismus betrifft, wer lässt Menschen im Mittelmeer ertrinken? Von der Leyen und Co. Also muss die Faschismus-Keule her. Je mehr die AfD dämonisiert wird, desto heller stahlt der Demokratiestern der anderen Parteien.

  4. Das NieWieder liegt schon fast 7 Jahre hinter uns. Im Winter 19/20 hat die „Mitte“ der Gesellschaft mal wieder Gesicht bzw. Maske gezeigt! Mit Grauen denke ich an die beispiellose Hass und Hetzkampagne gegen diejenigen zurück die auch nur andeutungsweise der Auffassung waren dass Verweilverbote, Quarantänen und Ausgangssperren evtl. ein wenig unangemessen gegen einen unspezifischen grippalen Infekt sind.
    Oder welchem Terror diejenigen ausgesetzt die ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit wahrgenommen und die modRNA Injektionen abgelehnt haben.
    Ich erinnere mich noch an die Banner der Fa: „Wir impfen euch alle.“
    Also für mich war‘s das seitdem. Keine Partei, keine Organisation, keine Behörde hat damals mal gesagt:“ bis hierher und nicht weiter“. Ich habe zu dieser Zeit jegliches Spenden oder Unterstützen eingestellt. Ich bin raus seitdem!

  5. Eine Linke, sie staatstreu und pharma-hörig geworden ist, als Kämpfer gegen „rechts“.
    Das ist so bizarr dass nur noch pure Ignoranz hilft.

  6. Immer und immer wieder zitiert der Autor aus der taz, deren beste Tat war, dass sie endlich aus dem Zeitschriftenhandel verschwand und dort hoffentlich nie wieder erscheinen wird. Sie war immer das Zentralorgan einer West-Linken, die sich in maßloser Arroganz gegenüber dem Osten gefiel. Wenn der Autor als -wie er schreibt- Zwickauer positiv darauf Bezug nimmt, vermute ich sowas wie das Stockholm-Syndrom. Für mich ist seit den 90ern Klar: Niemals zusammen mit der taz, niemals zusammen mit deren Autoren, niemals mit deren Lesern. Wobei das ja Gott sei Dank nur noch wenige sind.

    Die Erzählung von den sich heldenhaft verteidigenden Antifas, die von Horden Zwickauer Nazis bedrängt wurden- wie ist das eigentlich ausgegangen?- mag man glauben oder auch nicht. Hier aus der Ferne am heimischen Computer können wir das kaum beurteilen. Ich selber melde erhebliche Skepsis an. Solche Erzählungen habe ich in meiner linksradikalen Vergangenheit zu oft und zu oft von Maulhelden gehört, die nie echte Nazi auch nur gesehen haben, geschweige denn, dass sie hätten kämpfen müssen. Ich frage jetzt nicht, ob der Autor versucht hat, die Geschichte zu prüfen, bevor er sie publizierte.

    Bleibt die Kernfrage des Textes, die allerdings beantwortet werden müsste und wo ich ihm ohne Abstriche zustimme. Warum üben sich viele Tausende in einem lächerlichen Kampf gegen Rechts, der gemeinsam mit der Staatsmacht geführt wird, während diese Staatsmacht vor unser aller Augen die bürgerliche Demokratie zerlegt, während sie in hundert Jahren erkämpfte Arbeitnehmerrechte schleift, während sie einen totalitären Spitzelstaat etabliert, während sie uns absichtsvoll an den Rand eines Krieges führt, dessen Bedingungen sie nicht mehr beherrschen kann.
    Die Antwort habe ich sowenig wie der Autor. Ich weiß es nicht und ich verstehe es nicht. Ob und wie gefährlich die AFD tatsächlich ist, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass das überhaupt nicht beantwortet werden muss, angesichts der unfraglichen und unübersehbaren existenziellen Gefahr, die von denen ausgeht, die hier schon immer regieren.

    1. Zitat: ‼️ „Immer und immer wieder zitiert der Autor aus der taz, deren beste Tat war, dass sie endlich aus dem Zeitschriftenhandel verschwand und dort hoffentlich nie wieder erscheinen wird.“

      Mit Verlaub, aber diese „Argumentation“ ist dann qualitativ so hochwertig wie die Behauptung, alle AfD-Wähler wären „NaSSis“.

      Zitat: „Ob und wie gefährlich die AFD tatsächlich ist, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass das überhaupt nicht beantwortet werden muss, angesichts der unfraglichen und unübersehbaren existenziellen Gefahr, die von denen ausgeht, die hier schon immer regieren.“

      Doch, diese Frage muss man stellen und auch beantworten, wenn es darum geht, ob die 🔷 „Alternative“ für Deutschand tatsächlich eine echte Alternative für die Bürger in diesem Land ist, oder nur eine Schein-Alternative ist. Das ist die 🎯 zentrale Frage.

      Das „A“ in der Partei des großen 💩 deutschen Diktators stand für „Arbeiter“. Diese totalitäre, rassistische, militaristische, rechtsextreme, nationalistische, sozialdarwinistische und pseudo-antikapitalistische braune Partei war alles Mögliche, aber sicherlich keine Partei für die Interessen der Arbeiter und vielen Malocher. Die „NaSSi“-Partei ist 1933 nicht vom Himmel gefallen. Finanziell unterstützt wurde die braune Partei von den Superreichen und nicht von den Leuten, die kein Geld für die Bezahlung der Miete hatten, weil Vonovia die Miete schon wieder erhöht hatte.

      Vor dem Überfall der deutschen Armee auf Polen schrieb der Sozialphilosoph Max Horkheimer 1939: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“ Am Ende der Weimarer Republik wurde über Vieles geredet, über die
      • „Systemparteien“, über die
      • Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit bzw. „faule“ Arbeitslose, über die
      • „jüdische Weltverschörung“, über die
      • „Bolschewisten“ bzw. Kommunisten, über den
      • Versailler Vertrag, über die
      • „Volksgemeinschaft“, über einen
      • „starken“ Mann, der Deutschland vor dem Untergang rettet, über das
      • Wetter, über die
      • neuesten Schlager
      🎵 „Veronika, der Lenz ist da“
      🎵 „Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren“ und
      🎵 „Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder“
      aber nicht über den Kapitalismus und die ökonomischen Ursachen für den Niedergang der demokratischen Weimarer Republik. Und das ist heute 2026 nicht anders.

      1. Nein, warum die taz raus ist, steht da und daran gibt es nichts zu deuten. Redakteure und Schreiber, die einem Teil ihrer potentiellen und tatsächlichen Leser in der von mir beschriebenen Weise entgegentraten, sind raus. Was daran verstehst du nicht?
        Im übrigen haben die meisten von den dereinst mehr als 50.000 Lesern die gleiche Entscheidung getroffen. Bestimmt auch aus anderen Gründen, aber den Lesern aus meinem Umfeld, meist Ostdeutschen, war es nicht zuzumuten, für die Arroganz uns gegenüber zu bezahlen. Wir fehlen in der Bilanz des Verlages schon seit den 90ern.

        Weiter konnte ich deinen Text dann nicht lesen. Diese Spielerei mit den Icons mag ich nicht. Es ist selbstverständlich deine Sache und in den SM gängig. Aber auch deshalb habe ich da keine Konten, lese und schreibe nichts.
        Wem es gefällt, also auch dir, der mag es machen, für mich geht es nicht.

      2. @ Dirty…
        Der Unterschied ist doch, dass die neoliberale und zudem kriegstreibende Politik der Etablierten Realität ist, wohingegen das gefährliche Nazitum der AfD nur eine Behauptung eben dieser Kriegstreiber ist. Hat man aber die kriegstreiberische Politik der Herrschenden erkannt, welche Wahl bleibt mir dann, wenn ich die Kriegstreiber ablehne?

        Die West-AfD ist zwar auch transatlantisch orientiert (was sie mit den herrschenden Kriegstreibern gemein hat), die Ost-AfD ist da allerdings mehr auf nationale Souveränität und auf Ausgleich mit Russland bedacht.

    2. „Die Erzählung von den sich heldenhaft verteidigenden Antifas, die von Horden Zwickauer Nazis bedrängt wurden- wie ist das eigentlich ausgegangen?- mag man glauben oder auch nicht.“

      Es ist sicher wie bei allen Jugendbanden-Kriegen oder auch Rockerkriegen genau dasselbe: die Grüppchen schließen sich dabei immer enger zusammen, man schaukelt sich gegenseitig hoch, Abenteuer, Adrenalin, vermeintliches Heldentum. Perfekt noch mit dem zum mindestens auf einer Seite eingebildeten Attribut des politischen, angeblich für das Gemeinwohl, DIE GUTE SACHE erforderlichen Kampf. (Wäre die Artus-Sage verbreitet worden, wenn es sich statt um den heiligen Gral um den Spucknapf von Otto gedreht hätte?) Ein zusätzlicher Faktor wird die Geheimdienst-Arbeit sein – auf beiden Seiten.

      Ziel und Zweck ist es, möglichen Widerstand gegen die Herrschenden in einen lächerlichen Bandenkrieg zwischen politisch Bedeutungslosen umzulenken. Und gerade „Linke“ lassen sich dazu am allerbesten benutzen …

  7. Die AfD ist ein Ableger der Blockparteien. Und damit deren Konkurrenz. Aber den Platz an den Trögen der kapitalistischen Demokratur verteidigen die Blockparteien mit Zähnen und Klauen. Daher entdecken sie plötzlich ihr „antifaschistisches“ Herz – das bei den Khokhols ja keine Rolle spielt, ganz im Gegenteil.

    Die AfD ist zwar nicht wählbar, aber das „Nazi“-Gezeter der Blockparteien ist unapetitlich. Ausgerechnet die, die einen Kiesinger oder einen Filbinger gefeiert haben.

    Eine wirkiche Alternative ist aber keine Partei – die Versuche sind sämtich in die Hose gegangen. Was wir wieder brauchen, das ist eine aktive und starke ausserparlamentarische Opposition. Auf gehts!

    1. „Die AfD ist zwar nicht wählbar, aber das „Nazi“-Gezeter der Blockparteien ist unapetitlich.“

      Mit grundsätzlicher Kritik der politischen Agenda der AfD können die „deemokratischen“ Blockparteien die AfD gar nicht angreifen, weil das politische Programm und das gnaze System namens AfD nur eine noch extremere Form der Politik der „demokratischen“ Blockparteien seit den Nullenjahren darstellt. Der Unterschied zwischen beiden Blöcken liegt in der Quantität, nicht in der Qualität. Die Blockparteien können also nur mit Kampfbegriffen wie „Nazis“, „gesichert rechtsextrem“ operieren.

  8. Die Antifa muss unbedingt abgelehnt werden, wenn der Militäretat auf 45% des Bundeshaushalts nach den Vorgaben von Trump, Blackrock und der NATO gesteigert wird.
    Denn was bedeutet Antifa?
    — Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!
    So lautet der Schwur von Buchenwald und so steht es auch im Grundgesetz.

    Und wer hat Antifa noch viel früher abgelehnt, bereits 1990, lange bevor es die AfD gab: Antideutsche, darunter der Autor dieses Artikels.

    1. Die Antifa muss vor allem abgelehnt werden, weil sie mit Antifaschismus garantiert nichts zu tun hat. Teile Deines Beitrags finde ich aber trotzdem gut und richtig, etwa den Hinweis auf den (ehemals?) antideutschen Autor.

  9. Peter Nowak: „Interessant ist auch, dass viele der jungen Menschen, die sich gegen Nazis organisieren, längst nicht mehr nur gegen die AfD sind“

    Die sog. Linke möchte am 6.9. ein Direktmandat erringen.
    https://www.fr.de/politik/linke-kaempft-in-halle-um-einziges-direktmandat-gegen-die-afd-94442523.html

    In Halle, im Wahlkreis 37: Giebichenstein, das Paulusviertel … dort, wo sich die Möchtegern-Bildungsbürgertümelnden zu Hause fühlen möchten. Warum? In diesem Wahlkreis müssen sie sich die Stimmenden obendrein mit dem Rest der Olivgrünenden teilen?
    Warum rechnet die sog. Linke nicht in den Wahlkreisen 35, 36 oder 38 mit einem Direktmandat?
    Warum gehen sie nicht nach Neustadt oder in die Südstadt – in die sozialen Brennpunkte?

    Die Wahlkreiseinteilung:
    https://wahlen.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MI/wahlen/PDF/2026_Wahlkreiseinteilung_fuer_Landtagswahlen_in_Sachsen_Anhalt.pdf

    Die Karte:
    https://halle.de/fileadmin/Binaries/Wahlen/LTW26_Wahlkreise.pdf

    Bei Wiki ist zu lesen:
    „Bis 2023 ist der Ausländeranteil in allen Teilen von Halle-Neustadt angestiegen und liegt nun in allen Stadtvierteln über dem halleschen Durchschnitt von 13,83 %. Am 31. März 2023 hatte die Südliche Neustadt mit 41,01 % den höchsten Ausländeranteil, gefolgt von der Nördlichen Neustadt mit 25,82 % und der Westlichen Neustadt mit 22,79 %. Der Ausländeranteil hat sich in der Südlichen Neustadt somit zwischen 2015 und 2023 in nur 8 Jahren verdoppelt, in der Nördlichen Neustadt mehr als verdreifacht und in der Westlichen Neustadt sogar fast verfünffacht.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Halle-Neustadt#Entwicklung_der_Einwohnerzahl

    Das war 2023.
    Die letzte Aktualisierung ist vom 22.07.2026.
    https://halsis.halle.de:8443/halsis/app/main/_0%20%7B%3E%7D%20%7B00001%7D%20Bev%C3%B6lkerung/

    Die Tabelle dazu:
    https://halsis.halle.de:8443/halsis/app/main/_0%20%7B%3E%7D%20%7B00001%7D%20Bev%C3%B6lkerung/?open=1&result=2ED3D03323494F2282D16C032A5E6ED9

    Und der Ausländeranteil:
    Paulusviertel 5,589 %
    Giebichenstein 6,31 %
    Südliche Neustadt 46,16 %
    Nördliche Neustadt 30,51 %
    Westliche Neustadt 24,33 %

    Ich kann auch nicht verstehen, wieso man sich über die (tatsächlich) hohen Mietpreise in der Innenstadt beschwert – in Neustadt und in der Südstadt gibt es Wohnraum zu erheblich günstigeren Konditionen mit einer wirklich guten Anbindung ans Zentrum durch den ÖPNV via Straßenbahnen und Bussen. So geht Marktwirtschaft. Mit sinkender Nachfrage sinken am Ende auch die Preise.
    PLUS: Die neu zugezogenen Innenstädter könnten mit ihrem Umzug in die Peripherie unseren Gästen nicht nur die gefühlt 47 verschiedenen Geschlechter näher bringen, sondern auch den korrekten Gebrauch der deutschen Sprache und ihrer Partizipien.
    Traurig, an dieser Stelle betonen zu müssen, dass ich ganz sicher kein Freund der AfD bin.

    1. Als ich vor ca einem Jahr mit einem Freund in Berlin unterwegs war – der zog ausgerechnet aus Halle nach Berlin – um eine Wohnung zu finden, war bei uns auch in den Teilen der Stadt mit sehr hohen Anteil von Ausländern, so in Richtung Neukölln, schon nichts mehr zu machen. Zwar noch nicht so vollkommen abgedreht wie im Prenzlauer Berg und Teilen von Friedrichshain aber schmerzhaft teuer. Du hast dann in solchen Gegenden die Tendenz zu einer dramatischen Überbelegung der Wohnungen, was weitere Probleme in der Nachbarschaft schafft, selbst wenn man aufgeschlossen zu ausländischen Nachbarn steht.

      Halle übrigens, dass ich aus Zeiten der DDR gut kannte – ich hatte dort Verwandte und nämlichen Freund- ist nach der Wende in vielen Teilen der Stadt sehr ansehnlich geworden. Gefällt mir sehr gut.

    2. Aber der gute Jannik Balint wird einen Großteil seines Abgeordnetengehaltes an die armen Bürger in Halle spenden. Wurde mir jedenfalls an der Haustür von seinen Wahlhelfern versichert.
      Ich bedauere am meisten, dass die BSW-Direktkandidatin für meinen WK jetzt ausfällt.

  10. Das Problem ist: Über die Ursachen 🔍 🕵️, warum Bürger sich von den sog. „Altparteien“ abwenden und eine neoliberale und rechte Partei wie AfD wählen, wird nicht geredet und will in den Mainstream-Medien auch keiner reden. Mit Reden meine ich nicht das oberflächliche Geplauder und die verbalen 🫧 Blubberblasen in den Talk-Shows. Der „Talker“ vom ZETT-DE-EFF, Markus Lanz, weiß sicherlich, was ich damit meine.

    Symptomatisch dafür ist in diesem „demokratischen und sozialen Bundesstaat“, wie es im Artikel 20 Grundgesetz von 1949 heißt, alles als rechtsextrem zu framen, das blaue Augen hat, ein blaues Halstuch und/oder blaue Socken trägt. Diese braunen 🟫 Rechtsextremen in der blauen 🔷 AfD gibt es zweifelsohne.

    Wenn der Ex-CDU-Politiker, Mitbegründer der AfD und „Ehrenvorsitzende“ der AfD die Zeit von 1933 bis 1945 und das Dritte Reich öffentlich als „Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ bezeichnet und die promovierte Akademikerin Alice Weidel die Bürger in einem Interview mit dem reichsten Mann der Welt anlügt und behauptet, der Antisemit, Rassist, Militarist, Sozialdarwinist und rechtsextreme Nationalist Adolf Hitler wäre ein „Linker“ und „Kommunist“ gewesen, dann ist der Widerspruch dagegen in den Mainstream-Medien extrem leise und verhalten. Die wenigen Ausnahmen betätigen nur die Regel.

    Und warum ist das so? Teile/Spalte und herrsche (divide et impera) ist ein uraltes Herrschaftsprinzip. Man spaltet die Gesellschaft in links und rechts und wer profitiert davon: die „Mitte“ oder die Geringverdiener? Nein, davon profitiert die ökonomische „Elite“, davon profitiert die „gehobene/obere Mittelschicht“ mit der Ferienvilla am See und den zwei Privatflugzeugen von Friedrich Merz, davon profitieren die besserverdienenden Reichen 💰 und vor allem die Superreichen 💰💰💰 ganz oben☝️.

    Wer die AfD verhindern will, der muss die ökonomischen, sozialen und gesellschaftlichen Ursachen analysieren und dann eine sozial gerechte Wirtschafts-, Steuer-, Bildungs- und Sozialpolitik machen. Die AfD ist die politische Folge dieser asozialen Politik. Wer die AfD bekämpfen will, der muss eine andere und keine „alternative“ Politik machen, der muss eine Politik machen, die „Wohlstand für Alle“ schafft, wie das der „Rechtsextreme“ oder „Kommunist“? Ludwig Erhard in den Nachkriegsjahren nach dem Ende des Dritten Reiches einmal formulierte.

    Das wollen die „Antifa“-Parteien der bürgerlich-konservativ-neoliberalen Mitte = CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne aber nicht. Und viele sogenannte „Linke“ glauben immer noch, Gendern und Wokismus wären die wichtigsten Probleme auf der Welt.

    Der 1973 verstorbene deutsche Sozialphilosoph Max Horkheimer schrieb 1939 in der „Zeitschrift für Sozialforschung“ den schönen Satz: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“ Diesen Satz würde ich 2026 gerne auf der Titelseite von BILD, FAZ, NZZ, SZ, und WELT lesen. Man wird ja noch mal einen kleinen Scherz machen dürfen.

    Wer über den Kapitalismus nicht reden und die Vermögenskonzentration nicht sehen mag,
    sollte auch schweigen über den Faschismus und das nur am Heiligen Abend sondern jeden Tag.
    Wer Faschismus, Rechtsextremismus, Nationalismus und Militarismus erklären will,
    der muss auch die ökonomischen und kapitalistischen Ursachen sehen, die dahinter stehen.
    (Rainer Reimer, Reimstadt am Rhein, Reimland 2026)

  11. > Wenn das Tina-Denken die Rechten stärkt

    Genaugenommen handelt man bereits. Und das mindestens seit der Ampel.

    > Das sollte auch Parteien wie der Linken zu denken geben, wenn diese überlegt, mit der CDU eine Front gegen die AfD nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schmieden.

    Die Linke hat sich eingereiht mit der Zustimmung zu Merz’s Megaschuldenaufnahme. Was an der Die Linken noch Links ist und was nicht, hat Lafontaine in seinem Interview (ungescriptet) recht gut charakterisiert (gleiches für die SPD). Die Schwäche der Linken ist der Aufstieg der AfD und mit Schwäche ist die Fehlentwicklung der Linken gemeint. Stichwort Ukraine Politik. Anstatt eigener Politik legt man sich mit der SPD ins Bett, die bereits selbst den linken Weg verlassen hat. Woher kommt das, gehts da um zurück an die Tröge der Macht? Statt linker Politik versucht mans jetzt mit linkspopulistisch. Damit gewinnt man ein paar Punkte, nur dafür wurde die Linke nicht gegründet.

  12. Der Autor wundert sich darüber, dass so wenige gegen die Politik der Bundesregierung auf die Straße gehen oder ihre Wahlentscheidung treffen.
    Stimmt das denn?
    Da hat Herr Nowak nun gerade die 42% AfD-Unterstützer, die im Osten gegen die herrschende Politik stimmen wollen, vergessen. Die tun das doch!
    ***

    Dass wiederum zunehmend weniger junge Leute gegen „rechts“ zu motivieren sind, hat auch damit zu tun, dass das Pendel eben mal wieder zurückschwingt, weil man nicht maßhalten konnte.

    Es gibt gewisse Gesetzmäßigkeiten im menschlichen Leben, die ungern anerkannt werden, die aber dessen ungeachtet trotzdem immer wieder eine reale Bedeutung gewinnen.

    Eines dieser Naturgesetze (ja, so sollte man das nennen ! ) ist das vom Zurückschlagen des Pendels.
    Wird ein bestimmtes Thema allzu lange und allzu sehr in eine bestimmte einseitige Richtung getrieben, dann MUSS es sozusagen irgendwann in die entgegengesetzte Bewegung umschlagen.

    Eine interessante Frage ist nun, ob die lange Zeit in Deutschland so sehr betonte Friedfertigkeit und Kooperationswilligkeit womöglich auch wieder in das Gegenteil kippen könnten, weil das Pazifistische und Antimilitaristische so sehr betont wurde? Denkbar, dass das für mehr junge Leute als man gemeinhin glaubt (hofft !) noch anziehend werden könnte. Wer weiß, vielleicht erklärt das auch ein Stück weit den vom Autor beklagten geringen Widerstand gegen bestimmte Teile der Politik der Bundesregierung?

  13. Es ist immer das Gleiche. Änern ja, aber nicht der/die und schon gar nicht bei mir. Die „Kampf gegen Rechts“ Keule erreicht nicht mehr viele. Die Befugnisse des Gehimdienstes will eine Linke Regierung erweitern. Und die finanziellen Mittel gehen an welche NGO’s? Seit 35 Jahren waren im Bund immer die gleichen Parteien in unterschiedlichen Konstellationen an der Macht. Verantwortlich für die Misere in Deutschland macht man aber die, die gar nicht beteiligt waren. Das ist schon bizarr. Und dann dieses Narrativ „Wahlprogramm“. Was haben denn die Altparteien von ihren Programmen umgesetzt?
    Wollte man fair und Gerecht sein, dann müsste man jetzt den, in den letzten 35 Jahren nicht an der Macht beteiligten, Parteien die Möglichkeit geben, ebenfalls für 35 Jahre die Geschicke des Landeszu leiten.
    In einer Legislaturperiode ist es nicht möglich den, sich mittlerweile angesammelten, Schutt der Altparteien zu beseitigen.
    Man kann sich jetzt noch weiter echauffieren, es ändert an den Tatsachen nichts. Und Narrative verzerren nur das Bild.

  14. Mit Empfehlung an den OT-Zensor:
    Ich zitiere aus Ihrer x-maligen Mitteilung: „Ihr Kommentar wirkt wie ein Fülltext oder eine künstlich gestreckte Eingabe. Bitte formulieren Sie ihn inhaltlich aus.“ Nein, nein und nochmal nein. Dass muß er dann schon dem Foristen überlassen, was er denn so formulieren will. Oder ist der Herr oder die ‚Dame vom LMA oder gar von der RSK? Dann würde die vorgenannte Rüge allerdings mehr als passen!

    Das wird kein ‚Fülltext‘, im Gegenteil! Und wird auch keinesfallsn wie unterstellt künstlich gstreckt sein! Eine – meine Meinung nämlich – zum Thema Enzian-Partei!!! Wenn ich mich nicht irre, war das doch so ziemlich das Thema des threads, oder?

    Wer kennt sie nicht, die Mär von „Hase&Igel“ – „Ick binn ohl hier!“. Mag sie beide nicht, weder die einen noch die anderen. Man bedenke, westlich des AFS – des Antifaschistischen Schutzwalles – bis ElevenNine und danach bis zur Polengrenze waren von den 72 Jahren Kanzler-Präsenz geschätzt ca. 72,2Periode % den Christen-Unionisten vorbehalten, der Rest – na ja, seien wir ehrlich – Pseudo-Sozen. Bei ersteren, ob Konrad der Große oder König „Kurt“ Silberzunge – so als unbedingt antifa angehaucht auch nicht unbedingt zu identifizieren., unter Zuhilfenahme von Wiki schon gar nicht. Bei letzteren – den despektierlichen Roten, ebenfalls na ja, der Willy könnte ja schon sowas wie für bzw. gegen was auch immer gewesen sein – ’sein‘ Radikalenerlass spricht allerdings nicht gerade dafür. Sein direkter Nachfolger – na ja, das 3. zumal – sein Werdegang schon lange vor Blondis und Dolf’s junger Frau allzu frühem Tode schon a bisserl fragwürdig. Und Hinterher? Nun, seine Grussadressen an die HIAG angelegentlich hätten ja wirklich nicht sein müssen. Erst viel später, so ab seinem Klavierspielen konnte ihm ab&an zugehört werden. Sein schöpferischer Höhepunkt? „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!“

    Von den restlichen Schadenswendern&Nutzenmehrern – quasi Eintagsfliegen – will ich gar nicht reden. Da hat sich ja wahrlich keiner allzu sehr mit Ruhm bekleckert. Und dass heuer in Vor-Polen die Blauen so ‚en vogue‘ sind, ja ist das ein Wunder? Da dürfte wohl von den Parteiknappen des Einheitskanzlers schon lange erkannt haben, dass dessen „Ruhm&Ehre“ so langsam dem ’sunset‘ entgegen geht und für die Abhanden-zu-Gehenden‘ tunlichst alsbald ein Auffangnetz gespannt werden sollte … äh … muß! Was ja dann auch zügig bewerkstelligt werden konnte.

    Dass dann noch – nach bald achtzig Jahren – brutalstmöglichen Artilleriebeschusses contra Rot&Pink so gut wie alles, das sich nicht schwarz, gelb und heuer auch grün gab (das erste Schmetterlingsnetz für eigentlich Unbrauchbares), die SBZ zu fallen hatte (als es gar keine Soffjeds mehr gab) und dann auch die 150 Jahre plus alte Partei – per in Regierungsbeteiligung von Helmut II, Angie und Fritz runtergedimmt zu werden hatte? Isjagut, fällt ja auch keinem auf. Der Feind steht liMks, und der Feind hat sich sogar ohne Murren den Kaugumme von „Woke&GenderInnen“ auf den Hosenboden kleben lassen. Als Ersatz für Soziales oder so etwas.

    Jetzt also ist „blau“ angesagt, schließlich hat unser Heino schon früh Werbung gemacht dafür. Sowas bleibt hängen. Jeetzt heißt es „blau zu wählen“. Warum nur fällt niemand auf, weder im Ooost- noch im West-Protektorat vom demnächst zu Großdeutschland aufgeblasenen Landstrich, dass so gut wie 150% des gesamten Systemapparates derzeit (selbstredend und vor allem peer Ö- und PPR) derzeit hohlzudrehen hat mit angeblichem Madigmachen von diesem Provokations-Konstrukts. Dem ‚Volkskörper‘ per Hass&Hetze bzw. der Nutzung derselben untergejubelt wird, dass sie ‚Contra‘ aufzubieten hat. À propos ‚Hetze‘ – und dieser Vorwurf ausgerechnet noch an die Bürger draußen im Lande, die doch … Kenne das Wort eigentlich noch aus der Zeit, als es hieß „Bin nicht auf der Flucht, lasse mich nicht hetzen!“. Heutzutage bedeutet es ganz was anderes, ein schlimmer Vorwurf. Wo sie doch genau jene Geisteshaltung spiegeln, wenn sie – genau – in den Spiegeln schauen und dann den ‚Morgenstern‘ – die MVW des Mittelalters – auspacken und weit ausholen.

  15. „Zynisch ließe sich sagen, dass die neonazistische Jugend im ländlichen Osten einen guten Job macht, um der Bundesregierung die Auseinandersetzung mit kapitalismus-, macht- und staatskritischen, aufgebrachten, linken Jugendlichen zu ersparen.“

    Das ist nicht zynisch sondern gezielt fehlleitend, denn es ist ja die Aufgabe von solchem angeblich „linkem“ Personal wie auch diesem Autor hier die Aufmerksamkeit junger, verführbarer Leute von den wahren Machtverhältnissen und von den von denen für uns bereiteten Zuständen abzulenken und gegen genauos machtlsoe Mitmenschen wie sie selbst auf der Straße zu richten.

    Wir schlafwandeln seit Jahren in einen uns immer mehr selbst betreffenden Krieg – erst Geld, dann Infrastruktur, dann Soldaten und deutsche Tote – der von den Herrschenden für uns zubereitet wird – und „Linke“ und „Antifa“ hat nichts besserers zu tun als den Parteitag einer sich NICHT AN DER MACHT befindlichen Partei zu versuchen zu sabotieren.

    Die „Rechten“ sitzen ganz wo anders.

    Aber die „Linken“ und die durch diese verführte Jugend wird in Straßenkämpfe gegen ebenso aufgehetzte Dumpfbacken getrieben, was keinerlei politische Bedeutung hat außer die, dass die Herrschenden uns umso besser bedrücken können.

    Der inszenierte Kampf von angeblichem „links“ gegen irgendwie „rechts“ ist nichts weiter als die organisierte und orchestrierte, geheimdientlich gelenkte Verhinderung von Widerstand dort, wo er tatsächlich nötig wäre: bei der realen Ausbeutung und Bedrückung durch die real und aktuell HERRSCHENDEN Kräfte!

  16. Wir haben hier einen Artikel über einen Artikel, der wiederum Leuten ohne Gesicht Sachen in den Mund legt. Wie wäre es, der Autor Nowak würde selbst in die Provinz fahren und die Jugend unmittelbar befragen. Vielleicht sogar zeigen die Befragten Gesicht. Anonsten wirken diese Geschichten schnell ausgedacht, wie die von neonazistischen Jugendlichen eingekreisten jungen Antifaschisten in des taz-Autors Artikel.

    Sollte es wirklich eine nennenswerte Zahl junger Linke geben, die jenseits von wokem Nonsense wie offenen Grenzen überall hin und Abstauberei von Geldern noch andere, marihuanafreie Ideen entwickeln, so wäre das tatsächlich berichtenswert. Diese jungen „Antifaschisten“ gibt es aber nicht. Daher wirken solche Artikel auch so hilflos.

    Einstweilen ist die junge „antifaschistische“ Linke in Connewitz zu sehen, in zugekifften soziokulturellen Stadtteilzentren und beim Daten erfassen gegen „Nazis“: trotz Schule und Studium ungebildet, gewaltbereit und ohne Rückhalt bei den Menschen. Allerdings gestützt und beklatscht von den staatstragenden Linken und Grünen in Parlamenten und Amtsstuben.

  17. Ist mit „Die Linke“ die Rechtsnachfolgerin der SED gemeint? Die ehemalige Blockpartei CDU vereint mit der SED 2.0. Das ist also der Plan. Das ist das politische Konzept für die Zukunft Sachsen-Anhalts. Christ-demokratischer Einheits-Sozialismus. Gute Katholiken kommen zwischen Aschermittwoch und Ostern ohne Fleisch aus, dann werden sie mit Hilfe der woken urbanen weltoffenen linken Umerziehung auch den Rest des Jahres schaffen. Das ist sozusagen die Alternative für Deutschland – pardon- für Sachsen-Anhalt. Das muss man wollen.

  18. Ist mit „Die Linke“ die Rechtsnachfolgerin der SED gemeint? Die ehemalige Blockpartei CDU vereint mit der SED 2.0. Das ist also der Plan. Das ist das politische Konzept für die Zukunft Sachsen-Anhalts. Christ-demokratischer Einheits-Sozialismus. Gute Katholiken kommen zwischen Aschermittwoch und Ostern ohne Fleisch aus, dann werden sie mit Hilfe der woken urbanen weltoffenen linken Umerziehung auch den Rest des Jahres schaffen. Das ist sozusagen die Alternative für Deutschland – pardon- für Sachsen-Anhalt. Das muss man wollen.

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