
Geschichte und Gegenwart.
„Wenn aber der Krieg ein Greul, und der Friede unmöglich ist, wo gibt es da noch einen Ausweg?“- Raymond Aron1
1. „Amerika, du hast es (nicht) besser“
Napoleon Bonaparte wird der Spruch zugeschrieben: „Ich fühle mich von einem Schicksal zu einem Ziel getrieben, das ich nicht kenne. Sobald ich es erreicht habe, sobald ich überflüssig geworden bin, wird ein Atom genügen, um mich zu zerschmettern.“
Das könnte auch Donald Trump von sich sagen, der „von einem Schicksal“ zum Irankrieg getrieben wurde, dessen Ziel er mittlerweile endgültig aus den Augen verloren hat und jetzt fieberhaft versucht, mit seiner verzweifelten, orientierungs- und aussichtslosen Umtriebigkeit den Krieg so schnell wie möglich zu beenden und seine geopolitische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen, um sich und die von ihm angeführte „unverzichtbare Nation“ (indispensable nation) auf der Machtarena der Welt bloß nicht überflüssig zu machen und um nicht auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen zu werden.
Hat er überhaupt noch eine Chance sich davon ohne Gesichtsverlust freizuschwimmen und Amerikas Image einer „unbesiegbaren Nation“ wiederherzustellen? Oder wird Trumps Amerika womöglich vom Fatum dazu verdammt, ein blindes Werkzeug in der Hand einer unsichtbaren Macht zu sein, die die Geschicke lenkt und bestimmt, damit er – der Getriebene – Dinge verrichtet, die er nicht hätte verrichten wollen, hätte er nur gewusst, worauf er sich da einlässt?
Und ist vielleicht die Zeit reif, ja überreif für einen Führer der „freien Welt“, Donald John Trump, das zu verrichten, was sowieso unvermeidbar gewesen wäre, auch wenn er sich, vom Schicksal getrieben, mit Händen und Füßen dagegen sträubt?
Warum sollte der US-Hegemonie nicht das gleiche Schicksal, wie das der Sowjetunion vor fünfunddreißig Jahren, widerfahren? Stimmt Goethes Spruch überhaupt noch: „Amerika, du hast es besser“?
„Die Maulwürfe der Geschichte graben blind“,2 indem sie blind, aber beharrlich etwas verrichten, wozu das Schicksal sie prädestiniert hat, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Deswegen sind sie auch so gefährlich mit ihrem blinden, aber unverwüstlichen Beharrungsvermögen, sobald und wenn sie unüberlegt und übermütig werden und danach handeln. Denn die Enttäuschung folgt in einem solchen Falle meistens auf dem Fuß und macht sie aggressiv und unberechenbar.
Nichts ist so gefährlich wie die enttäuschten Erwartungen. Und so erleben wir heute genau das, woran wir nie zu denken wagten und nie zu denken träumten: einen strauchelten US-Hegemonen zu erleben.
Hätten wir aber das Geschichtsverständnis der Antike, so hätten wir uns über das Geschehene gar nicht wundern müssen, sondern ganz im Gegenteil nur müde gelächelt und erwartungsgemäß „die ewige Wiederkehr des Gleichen“ bestätigt gesehen.
Die Antike hat nämlich ein ganz anderes Geschichtsverständnis, dessen Gesetz „nicht der Fortschritt, sondern … die Entfaltung aus dem Ursprung und der Rückkehr in den Ursprung“3 ist.
Folgt man einem solchen Geschichtsverständnis, so kommt die Geschichte immer und immer wieder zum Ausgangspunkt ihrer Bewegung. Und wer sagt denn, dass die US-Hegemonie ewig bestehen und nicht wie die Sowjetunion oder das Russische Reich und das Deutsche Kaiserreich untergehen kann?
Der Irankrieg holt uns auf den Boden der geopolitischen Realität zurück und wir bekommen große Zweifel am Ewigkeitscharakter der US-Hegemonie. Ist nicht Trumps Iran-Abenteuer jener berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und der US-Hegemonie endgültig den Todesstoß versetzt? Hat es nicht den Abwicklungsprozess der US-Hegemonie nur noch beschleunigt?
Ja, das Fatum! Es macht, was es will, und verrichtet oft zur Überraschung aller die unverrichteten Dinge. Und wir können in diesen unruhigen und unsicheren Zeiten sagen, wir sind dabei gewesen!
2. Die Winkelzüge der europäischen Politik
Die Geschichte wiederholt sich entgegen anderslautender Behauptungen immer und immer wieder. Man denkt an die Alte Welt, in der Aufstieg und Fall der Imperien stets vonstattengingen und eine neue Ordnung die alte ablöste, begleitet von der „Zirkulation der Eliten“ im ewigen Kreislauf von Aufstieg, Blüte, Verfall und Niedergang der etablierten und scheinbar in Stein gemeißelten Ordnungen. „Die Geschichte ist ein Friedhof der Eliten“ (Vilfredo Pareto) ebenso wie ein Friedhof der Imperien.
Trumps Amerika vollzieht letztlich nur das nach, was Russland schon hinter sich und in den vergangenen 120 Jahren sogar zwei Mal durchgemacht hat. Dabei standen die russisch-deutschen Beziehungen in etwa seit Bismarck, der von April 1859 bis zum Frühjahr 1862 preußischer Gesandter in Sankt Petersburg war, im Zentrum dieser Irrungen und Wirrungen.
„Bismarck“ – schreibt der Staatsminister Freiherr Lucius von Ballhausen in seinen „Bismarck-Erinnerungen“ (1920) – deutete wiederholt an, dass die Unterhaltung mit dem germanophilen russischen Diplomaten und Botschafter in Großbritannien, Graf Peter A. Schuwalow (1827-1889), „sehr ergebnisreich gewesen sei. Sein ganzes Bemühen ginge dahin, den russischen Elefanten so zu leiten, dass er kein Unheil bei seinen täppischen Bewegungen anrichte“4.
Und ein deutscher Diplomat, Oskar Paul Trautmann (1877-1950), schreibt zwei Jahrzehnte später 1940 am Vorabend des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion: „Unsere Zeit, die ein gewaltiges kriegerisches Vorspiel für die Neuordnung der politischen und sozialen Verhältnisse Europas ist, stellt auch von neuem wieder das alte Problem der politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland dar. … Von der Zeit Bismarcks bis zum Weltkrieg hat das deutsch-russische Verhältnis im Mittelpunkt der russischen auswärtigen Politik gestanden.“5
Und er macht auf „ein großes historisches Vermächtnis zwischen den beiden Völkern“ vom Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) aufmerksam, „das intakt zu erhalten eine Schicksalsfrage der beiden Nationen war. Die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen seit dieser Zeit zeigt, dass die Söhne und Enkel jenes Vermächtnis vergessen hatten“, beklagt sich Trautmann und macht für diesen beklagenswerten Zustand der deutsch-russischen Beziehungen zuallererst Russland und England verantwortlich: „Die alte verhängnisvolle Auffassung der Gleichgewichtspolitik in Europa, die von der englischen Politik stets rücksichtslos für die Herbeiführung der Uneinigkeit in Europa im englischen Interesse ausgenutzt worden ist, die Erstarkung des Panslawismus und Nationalismus in Russland, das Liebäugeln mit den demokratischen Ideen des Westens hat Russland von seinen eigenen weggeführt und seine Politik schließlich zu einem ideenlosen Werkzeug Frankreichs und Englands gegen Deutschland gemacht. Schließlich musste das russische `graue Tierchen‘ sein Blut für die englischen und französischen Kriegsziele auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges vergießen.“6
Russland ist ein „ideenloses Werkzeug“ in der Hand der Engländer und Franzosen, ein „graues Tierchen“, das „sein Blut für die englischen und französischen Kriegsziele“ vergießt, und liebäugelt „mit den demokratischen Ideen des Westens“ und hat seine eigenen Ideen verraten, entrüstet sich Trautmann im Jahr 1940.
(Was hätte er heute über die Ukraine gesagt, wenn er gesehen hätte, wie diese ihr Blut für die englischen, französischen und deutschen Kriegsziele auf den Schlachtfeldern des innerostslawischen Krieges vergießen? Wäre er auch entrüstet?).
Wie dem auch sei, man spürt in der langzitierten Passage den ganzen Frust eines deutschen Diplomaten alter Schule, der, noch im vorangegangenen 19. Jahrhundert sozialisiert, den freundschaftlichen deutsch-russischen Beziehungen nachtrauernd und „ein gewaltiges kriegerisches Vorspiel“ des nationalsozialistischen Deutschlands vor Augen, Russland und England für die verschlechternden russisch-deutschen Beziehungen verantwortlich macht.
Er beschuldigt Russland und will im Erscheinungsjahr seines Werkes 1940 nicht wahrhaben, dass die deutschen Kriegsvorbereitungen im vollen Gange sind und der Krieg vor seiner Tür steht und jederzeit ausbrechen kann.
Die vergangenen Zeiten im Blick und die heraufziehenden Gewitter des Krieges vor Augen nimmt er trotzdem die Warnzeichen der Gegenwart nicht wahr und beschuldigt deswegen die Falschen, die Russen, hat aber dabei ein ungutes Gefühl, eine Vorahnung über das, was noch kommen kann.
„Die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug“, schreibt Hegel in der Vorrede seiner „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ (1820) und will uns damit sagen: Man kann erst dann Erkenntnisse über eine Epoche gewinnen, wenn diese bereits vergangen ist.
Nichtsdestotrotz spürt man einen erfahrenen Diplomaten, der über die Winkelzüge der auswärtigen Politik bestens Bescheid weiß, auch wenn er die Außenpolitik der konkurrierenden europäischen Großmächte in jenen finsteren Zeiten zu sehr aus deutscher Sicht tendenziös und einseitig wahrnimmt.
Wie finster diese Zeiten waren, kann man am besten kurz und knapp am von Bertolt Brecht 1939 verfassten Gedicht „An die Nachgeborenen“ ablesen:
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist.
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! …
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!7
3. Im Widerstreit der Machtinteressen
Dass die europäische Gleichgewichtspolitik „verhängnisvoll“ sein sollte, verwundert, hat sie doch hundert Jahre Frieden in Europa gesichert. Zutreffend ist indes Trautmanns Feststellung, dass vom British Empire die Gleichgewichtspolitik „stets rücksichtslos für die Herbeiführung der Uneinigkeit in Europa im englischen Interesse ausgenutzt worden ist“.
Lässt man die vergangenen vier Kriegsjahre in der Ukraine Revue passieren, so setzt sich die herkömmliche britische Europapolitik diesmal beim fehlenden Machtgleichgewicht8 erst recht unvermindert fort, ohne dass die Kontinentaleuropäer es so richtig begriffen haben.
Am wenigsten begreift es die deutsche Bundesregierung unter einem außenpolitisch unerfahrenen Kanzler Merz, der vor lauter Selbstüberschätzung die Winkelzüge der britischen Europapolitik, die alles tut, um die Kontinentaleuropäer direkt in einen Krieg gegen Russland hineinzuziehen, verkennt.
Mangels fehlender außenpolitischer Erfahrung und dazu noch infolge einer unzeitgemäßen Westorientierung, die als westdeutsche raison d’État zu Zeiten des „Kalten Krieges“ berechtigt sein mag, heute aber anachronistisch geworden ist, begreifen Merz und sein Außenminister Wadephul nicht, dass nicht nur Trumps Amerika, sondern auch die Biden-Administration und insbesondere Little Britain unter Johnson, Starmer und anderen britischen Premiers zuallererst Konkurrenten und keine Freunde sind, die ihre eigenen geopolitischen und geoökonomischen Interessen verfolg(t)en.
Der vermeintlich „unprovozierte“ Kriegsausbruch in der Ukraine wurde von der Biden-Administration sehr wohl provoziert9 und die im März/April 2022 stattfindenden Friedensverhandlungen wurden vom britischen Ex-Premier Boris Johnson erfolgreich torpediert10. Die Angelsachsen tun bis heute alles, um den Ukrainekrieg in die Länge zu ziehen, ungeachtet von Trumps Friedensrhetorik, die seine wahren Absichten nur verschleiert.
Im Gegensatz zu Biden hat Trump freilich eingesehen, dass die US-Kriegspolitik, Russland eine „strategische Niederlage“ militärisch zuzufügen, nicht zu erreichen ist. Darum versucht er bis dato erfolglos mit „friedlichen“, nämlich ökonomischen, monetären und rhetorischen Mitteln dasselbe zu erreichen. Keine einzige, von der Biden-Administration und der EU erlassene Sanktion gegen Russland hat Trump fallen gelassen. Sie sind alle in Kraft.
Der Biden-Administration ist es immerhin erfolgreich gelungen, nicht nur einen Keil zwischen Europa und Russland zu treiben, nicht nur ein geeintes und vereintes Bollwerk der USA und der EU gegen die vermeintliche „russische Gefahr“11 wie zu Zeiten des „Kalten Krieges“ wiederherzustellen, sondern die EU-Europäer auch von russischen Energiequellen abzuschneiden und in ökonomische Kalamitäten zu stürzen.
Zum ersten Mal seit dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan 1979 witterte die Biden-Administration die Chance ihres Lebens, Russland in den Sumpf des Krieges hineinzuziehen und eine vergleichbare „strategische Niederlage“ zuzufügen, die letztendlich wie im Falle des Sowjetstaates zum Zerfall der Russischen Föderation führen sollte.
Als willkommener Nebeneffekt sollte auch die EU in Mitleidenschaft gezogen werden. Nicht nur die Russen, sondern auch die EU-Europäer wurden hier von der Biden-Administration vorgeführt, ohne dass die letzteren das überhaupt verstanden haben. Europas Sicherheits- und Wirtschaftsinteresse einerseits und die US-Geopolitik andererseits prallten hier hart aufeinander.
Es war nicht zuletzt wegen fehlendem strategischem Denken ein großes Missverständnis der deutschen und EU-Machteliten geglaubt zu haben und immer noch zu glauben, dass die strategische Unterstützung der Ukraine im Interesse Europas liegt.
Der deutsche und EU-europäische politische, mediale und gesellschaftliche Mainstream setzt instinktiv und antifaktisch das gegenwärtige Russland mit der Sowjetunion gleich und lebt nach wie vor die Mythen des „Kalten Krieges“ von einer expansiven Natur Russlands nach. Diese Geisteshaltung war schon zu Zeiten des „Kalten Krieges“ irrig und sie ist heute erst recht untragbar.
Wie der „prinzipiell keiner geographischen Beschränkung“ unterliegende sowjetische Expansionismus „zu den zentralen Mythen des Kalten Krieges“12 gehörte, so sieht die deutsche und EU-europäische Russlandpolitik auch heute unter jedem Kieselstein die „russische Gefahr“ und wittert hinter jeder Sibirischen Fichte eine „potentielle Bedrohung“ Deutschlands und Europas. Das ist keine Russlandpolitik, sondern Obsession.
„Die westliche Dämonisierung Putins ist keine Politik, sondern eine Rechtfertigung für seine Abwesenheit“, schrieb Kissinger bereits 2014 in der Washington Post.
Der Ost-West-Konflikt gehört längst der Vergangenheit an und der sog. „Kalte Krieg“ ist vor 35 Jahren zu Ende gegangen. Die Russländische Föderation ist heute weder die Sowjetunion noch das Sowjetimperium; sie besitzt weder eine Staatsideologie noch eine mit der Sowjetunion vergleichbare ökonomische und militärische Potenz.
Das ewige Angstschüren vor der vermeintlichen „russischen Gefahr“ ist darum nicht nur deplatziert, sondern bezeugt auch die strategische Phantasielosigkeit der EU-Europäer und insbesondere der hiesigen Bundesregierung unter Kanzler Merz, die Beziehungen zu Russland pragmatisch und nicht allein ideologisch und/oder denunziatorisch zu gestalten.
Ausgerechnet in der Zeit, in der wir die Zerrissenheit der Welt und das Straucheln der US-Hegemonie auch infolge des Irankrieges erleben, brauchen wir eine realpolitisch orientierte deutsche Außenpolitik, die zielgerichtete und realitätsnahe Entscheidungen anbietet, statt stets Schimpftiraden, indoktrinierte und nichtssagende Floskel zur Schau zu stellen und sich damit in Augen der ganzen Welt lächerlich zu machen.
„In Deutschland“ schrieb Trautmann 1940/41, fehlt „die Lebensklugheit, … um entweder den ‚Schwindel‘ einigermaßen elegant mitzumachen oder, wenn die Idee etwas Gutes in sich barg, sich ihr nicht hemmend in den Weg zu stellen.“13
Diese fünfundachtzig Jahre alte Erkenntnis ist immer noch aktueller denn je. Die fehlende diplomatische Eleganz und mangelnde außenpolitische Flexibilität zeigen sich an der ideologisch verbrämten und darum realitätsverdrängenden und realitätsfeindlichen Russlandpolitik der Bundesregierung unter Kanzler Merz.
In der deutschen und europäischen Russlandpolitik bleibt es ungeachtet der verworrenen und unsicheren weltpolitischen Lage bis auf weiteres alles beim Alten. Und man würde heute schon froh sein, mit Raymond Aron wie zu Zeiten des „Kalten Krieges“ sagen zu können: „Paix impossible, guerre improbable“ (Friede unmöglich, Krieg unwahrscheinlich)!
Anmerkungen
- Aron, R., Der permanente Krieg. Frankfurt 1953, 221.
- Silnizki, M., „Die Maulwürfe der Geschichte graben blind“, in: des., Vom „Kalten Krieg“ zur „heißen“ Konfrontation? Die letzten Zuckungen der US-Hegemonie. 27. Juli 2024, www.ontopraxiologie.de
- Friedrich, H., Abendländischer Humanismus, in: Europa als Idee und Wirklichkeit. Freiburg 1955, 33-47 (46).
- Ballhausen, L. v., Bismarck-Erinnerungen. Stuttgart u. Berlin 1920, 364 f.
- Trautmann, O. P., Die Sängerbrücke. Gedanken zur russischen Außenpolitik von 1870-1914. Stuttgart 21941, 9.
- Trautmann (wie Anm. 5), 9.
- Zitiert nach Silnizki, M., Zeitgeist und Krieg. Vom Ungeist unserer Zeit. 24. November 2025, www.ontopraxiologie.de.
- Silnizki, M., Machtungleichgewicht als Ordnungsprinzip? Zur Sicherheitskonstellation von heute und morgen. 11. Mai 2022, www.ontopraxiologie.de.
- Siehe Silnizki, M., Im Spiegel der Geschichte. Von der Vergangenheit eingeholt. 19. Oktober 2025
- Silnizki, M., Wer ist schuld an der Fortsetzung des Krieges? Über die Friedensverhandlungen im März/April 2022. 29. August 2023, www.ontopraxiologie.de.
- Silnizki, M., „Die russische Gefahr“. Im Schatten des Ukrainekrieges. 20. April 2022, www.ontopraxiologie.de.
- Loth, W., Die Teilung der Welt. Geschichte des Kalten Krieges 1941-1955. München 1980, 63 FN 16.
- Trautmann (wie Anm. 5), 128.


Der erste Versuch – der von gestern – schmählichst gescheitert, war ja auch nichts Anderes zu erwarten. Neuer Versuch, vielleicht sind die strengen Algorythmen heute etwas freundlicher gestimmt. Es steht zu erwarten an, wohl kaum! Aber mehr will ich ja auch nicht wissen bzw. belegt bekommen. ‚Management by Champignons ist angesagt, alles immer schön im Dunkeln lassen und wenn einer sein Köpfchen glaubt heben zu müssen, abschneiden! Und zwar umgehend!
Gestern bei der Lektüre des Traktats von Maxim Korsun erinnerte ich mich doch gleich – weiß auch nicht mehr warum an einen Reisebericht vom 6.10.2023 (!, Mi.) des us-amerikanischen Autoren MATTHEW STEVENSON. Der Titel lautete: Return to Bosnia-He rzegovina: In the Low-Tech Killing Fields of Jasenovac. Hatte noch nie etwas von diesem ‚Jaseno…wie weiter‘ gehört seinerzeit. Im Zuge der allfälligen Diskussionen zu den Ereignissen zum Tag danach, sah ich mich am 13. Oktober auch veranlasst, einen Leserbrief an Müllers NDS zu schreiben nebst Verweis auf eben diesen Sachverhalt, den der Autor zum Thema aufgegriffen hatte.
Der Einstieg
I only had fifteen minutes in Zagreb to change trains from the Zurich sleeper to a local train that ran toward Jasenovac, a Croatian village and now a memorial for the Jews, gypsies, Serbs, and Croats killed there in a Ustashi concentration camp during World War II.
Dann das …
Most of the 100,000 victims in the camp (the precise figure is disputed) were Serbs, Jews (many from Sarajevo), and Roma, but dissident Croats and Bosnians were also exterminated there.
Perhaps most gruesome of all, the victims were killed by hand—stabbed, shot, hit on the head with shovels, hanged on lampposts, drowned in the nearby river, or left to die in the cold. Jasenovac was a low-tech killing field.
Und das …
Icannot say I liked what I saw in the display cabinets—lots of pictures of camp prisoners being sentenced to death and others showing a cheerful Hitler greeting his Croatian acolyte Ante Pavelić—but I appreciated making sense of what happened at Jasenovac
Wikipedia hat in einem eigenen Eintrag zu vermelden
Das Konzentrationslager Jasenovac (serbokroatisch Концентрациони Логор Јасеновац Koncentracioni logor Jasenovac; jiddisch יאסענאוואץ; hebräisch מחנה יסנובץ) war das größte Sammel-, Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager im sogenannten Unabhängigen Staat Kroatien und zugleich nach Gefangenenzahlen eines der größten in ganz Europa.[1] Es war das einzige Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg in Europa, in dem ohne deutsche Beteiligung planmäßig gemordet wurde.[2] Im Lagerkomplex von Jasenovac starben überwiegend Serben sowie Juden, Roma und Regimegegner, darunter Kroaten und bosnische Muslime. Die Angaben über die Opferzahlen weichen aufgrund ihrer teilweisen Verwendung im Rahmen propagandistischer Zwecke stark voneinander ab.
Andere Baustelle gefällig?
Wie hieß es – rein zufällig auch kurz nach TenSeven am 7. Oktober 2023 in der Bundespressekonferenz in Sachen des anscheinend oder scheinbaren um sich greifenden Antisemitismus ‚Bundesregierung „ausdrücklich“ dagegen, die ukrainische OUN-B und Bandera als „antisemitisch“ zu bezeichnen‘ – Florian Warwegs BPK-Abenteuer waren damals ein neues Erlebnis … „in diesem Beitrag vertritt er die These, nach der in der Bundesregierung ein „haarsträubender Geschichtsrevisionismus“ um sich greife. Das Auswärtige Amt hatte in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion zum Thema „Rechtsextreme Ausprägungen der ukrainischen Geschichtspolitik“ erklärt, man mache sich die Bewertung ´bestimmter historischer Gruppierungen´ wie die der mit den Nazis kollaborierenden OUN-B unter Stepan Bandera als rechtsextrem oder antisemitisch ´ausdrücklich nicht zu eigen.´“
Nun, bevor man so die Backen aufbläst, hätte man durchaus und wenigstens mal ja auch einen Moment googeln können, oder? Oder ist man im BAM nicht des Digitalen mächtig? Egal! Was aber, soll denn dieses ‚Jaseno…wie noch‘ mit der OUN von Bandera und der OUN von Melnyk überhaupt zu tun haben? Man kann ja Google’s KI durchaus für ausgewachsene Desinformation abtun, aber genau dort gibt es folgende Aussage, befragt zu dieser ‚Bindung von der ‚Organisation ukrainischer Nationalisten‘ und der kroatischen Ustascha.
Da wird verlautbart und nicht gemutmaßt: „Terroristische Netzwerke: Die Ustascha und die OUN arbeiteten eng zusammen und halfen sich gegenseitig bei der Planung und Durchführung politischer Attentate. Ein bekanntes Beispiel ist die Verstrickung in die Ermordung des jugoslawischen Königs Alexander I. im Jahr 1934 in Marseille.“
Wenn also die Vertreter des Bundesaußenministeriums heutzutage glauben, sich dumm stellen zu können – eher wohl müssen, was ihnen ja nie besonders schwergefallen sein dürfte, dann ist das vielleicht lobenswert loyal ihrem obersten Vorturner gegenüber (der hat ja schließlich ähnliches von sich gegeben). Aber muß das wirklich sein, dass selbst Overton Kommentare stante pede zu entsorgen hat, die diesen ganzen Schmutz ausnahmsweise mal aufzudecken versuchen. Selbst ein Adalbert von Chamisso, der mit seiner Ballade ‚Die Sonne bringt es an den Tag‘ – gut abgekupfert bei den Gebrüder Grimm – nicht mehr vom ‚Wahrheitsministerium mit Wohlwollen bedacht. Ei der Daus! So weit sind wir schon?
Jetzt habe ich doch glatt fast das Wichtigste vergessen, beim Management by C. Dort hat es nämlich nach dem „…im Dunkeln lassen …! noch gleich zu heißen „… und immer schön. Mist zu streuen …“. Sorry, wie nur konnte mir das passieren!
Wenn wir nicht die Geschichte so weit von oben betrachten wie Michael Silnizki , sehen wir konkret, was jetzt hier in Deutschland falsch Läuft. Da sind die falschen Politiker an der Regierung: Unions-Kanzler Friedrich Merz und sein SPD-Gefolgsmann Boris Pistorius. Unser direktes Problem ist nicht die Politik von GB, sondern die jetzige Regierung unter Führung der CDU/CSU. Die müssen wir so schnell wie möglich los werden.
Das Feindbild Russland ist in der CDU tief verankert, seit sie besteht, teilweise bis hin zum Revanchismus. Die Union, gegründet 1945, konnte 1949 die erste Bundestagswahl nur gewinnen, weil nicht allein Christen, sondern auch Millionen Nazi-Anhänger sie gewählt haben. Adenauer wusste das.
Friedrich Merz verkörpert in persona genau diese Richtung und ist auch familiär darin verstrickt. Sein Großvater war Bürgermeister in Brilon, der Geburtsstadt von Merz, und in dessen Zeit als Bürgermeister sind dort Straßen nach Adolf Hitler und Hermann Göring benannt worden. Was Merz so von sich gibt, kommt offenbar aus diesem Kanal.
Rob Kenius, https://kritlit.de
„Da sind die falschen Politiker an der Regierung“
Warum wählen die Deutschen die falschen Politiker in die Regierung und nicht die richtigen?
Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie verboten.
Oder den Seehofer: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“
Die Politik wird zunehmend im EU-Parlament gesteuert.Gesetze die dort verabschiedet werden, dienen wohl kaum den EU-Bürgern, sondern der US Finanzindustrie.Jährliches Treffen in Davos, Vorsitzender Larry Fink, Ex-Boss von Merz, der ein Versprechen gehalten hat.Die Ukraine zu unterstützen, „What ever it takes“.
Zuckerbrot und Peitsche?.(UN-Präsi, Berkeley-Prof, WHO Job….oder plötzlich in den Epstein Files)
Weil wir die angelsächsische Meinungsindustrie aufgehalst bekommen haben, zusammen mit den Transatlantikern als Aufsehern, die darauf achten, dass immer die „richtige Wahrheit“ zum Zuge kommt. Und nach dieser „richtigen Wahrheit“ sind die „falschen Politiker“ halt die richtigen. Alles klar?
Na, na, nicht so ganz. Auch die Regierung davor und die davor und die davor und …
Wir sind sie ja alle immer losgeworden, nur kam nie eine bessere Regierung nach sondern die nächste war immer schlimmer als die Vorgängerregierung. Seit Willy „Mehr Demokratie wagen“ – Brandt geht das bereits so.
Das folgt einer Kontinuität, der neoliberalen Demontage von bürgerlicher Demokratie und Sozialstaat. Oder anders gesagt, „Es herrscht Klassenkampf, und meine Klasse gewinnt“.
„Seit Willy „Mehr Demokratie wagen“ – Brandt geht das bereits so.“
Mit Brandts „Radikalenerlass“ von 1972. sollte genau dieses „Mehr Demokratie wagen“ verhindert werden.
@ Rob Kenius: Immer noch fest verankert im Glauben an die „richtigen Personen im falschen System?!?
Wieso lassen Sie die Systemfrage aussen vor?
Schon Goethe wußte zu postulieren: „Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren“.
Schauen Sie doch mal hier drauf: https://losdemokratie.info/
Wadephul soll Russland mit Angriff gedroht haben.
Litauen hat mit der Vernichtung von Kaliningrad gedrohz.
Pistorius bringt weitere 4 Milliarden Euro in die Ukraine.
Ukraine griff das Atomkraftwerk Saporischia mit einer kabelfebundenen Drohne an. Das Maschinengebäude soll getroffen worden sein.
Liest man all diese Meldungen dann kann der große Knall nicht mehr weit entfernt sein.
Es könnte jeden Moment losgehen und die Irren stecken die Welt in Brand.
Welt in unsicheren Zeiten
30. Mai 2026
Michael Silnizki
„Ist nicht Trumps Iran-Abenteuer jener berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und der US-Hegemonie endgültig den Todesstoß versetzt?“ Nein, der US-Hegemon schwankt nicht, und Trump weiß sehr wohl, was er tut,
Die arabischen Staaten haben Trump vor dem Krieg gebeten, das nicht zu tun, weil sie wussten, dass sie die Leidtragenden sind. Nach jedem Schlag gegen den Iran wurden sie bombardiert. Durch die zusätzliche Sperrung der Straße von Hormus hat USA die Vorherrschaft auf dem Energiemarkt gewonnen. Um was es sonst noch ging, kann man in dem Artikel lesen „Hormuz, Helium und Halbleiter 27. Mai 2026 Boris Bayer“
Der zweite Leidtragende ist Israel. Sein Abwehrschirm wurde durchlöchert. Netanjahu wurde von Trump reingelegt. Er dachte die USA würde weiter Krieg führen, bis der Iran absolut fertig ist. Aber weil die USA rechtzeitig aus dem Krieg aussteigen, bleibt die Bedrohung für Israel. Ich glaube, dass ein geschwächtes Israel amerikanischen Forderungen nach Frieden mit den Palästinensern viel aufgeschlossener ist.
In Kommentaren wurde hier immer betont, dass Iran die USA niederkämpfen würde und nie zu Kreuze kriechen und mit USA verhandeln würde. Warum die Verhandlungen endlos dauern s.o.
Was mich erstaunt, dass in dem Artikel von Gesichtsverlust die Rede ist. Den hat Trump aber nur bei seinen Gegnern und bei Leuten, die die Vorgänge nicht verstehen.
Was im Iran noch passiert, werden wir noch sehen. Ich glaube, der Regime Change ist im Gange, und dass die Theokratie bröckelt.
Ganz überflüssig finde ich die historischen Vergleiche mit Imperien, die zusammengebrochen sind. Wenn man es genau nimmt, bestand das römische Kaiserreich bis 1453. Auch das HRR bestand an die 1000 Jahre, und in seinen schwächsten Zeiten ermöglichte es Preußen und Österreich Polen mit den Russen zu teilen, und Österreich konnte den Balkan erobern.
Kurzum, die USA bestehen erst seit 250 Jahren, und sie sind mächtig genug, ihre Schulden nicht zu bezahlen und die Gläubiger mit einem Schuldenschnitt abzufinden. Und solange man mit dem Dollar viel kaufen kann, wird er nicht wertlos.
Die USA betreiben auch keine falsche Wirtschaftpolitik, indem sie die eigene Industrie einer zollfreien Konkurrenz mit Niedriglohnländern aussetzen, und deshalb die Löhne senken. Denn egal, wie sehr die Einkommen gedrückt werden, die Niedriglohnländer sind immer eine Nasenlänge voraus. Deshalb muss die Industrie abwandern. Arbeitslosigkeit und reduzierte Binnennachfrage sind die Folge. Amerika ist aus dieser Globalisierung ausgestiegen, die nur den Konzernen Vorteile verschafft.
Wirklich am A… ist nur Europa mit seinen sinnlosen und wahnsinnig kostspieligen Projekten wie Unterstützung des Ukrainekriegs, finanziell und sozial nicht zu verkraftender Massenmigration, übereilter Energiewende mit völlig sinnloser Zerstörung noch funktionierender konventioneller Kraftwerke usw..
Der US Präsident, augenblicklich Donald Trump, versucht fieberhaft, einen Ausweg aus dem Krieg gegen den IRAN zu finden und diesen zu beenden – das erklären so
ziemlich alle Kommentatoren, beruflichen Schwätzer.
Was aber, wenn diese Annahme einfach nicht zutrifft ? Weil sein Land von diesem Schwebezustand sehr profitiert ? Außer –
dem „läuft“ der Krieg an der Libanonfront
ja brutalst weiter.
Weil sein Land von diesem Schwebezustand sehr profitiert ?
Da du offensichtlich über den Tellerrand schaust empfehle ich dir den Geo-Analysten Brian Berletic, ehemaliger US-Marine, lebt heute in Asien. Findest du unter Anderem auf YouTube, der Mann präsentiert dir die Beweise für deine Vermutung.
@!lichtenberg @BerndH60
https://m.youtube.com/watch?v=5nMhGk-4Rqg&pp=ygUWYnJpYW4gYmVybGV0aWMgZGV1dHNjaA%3D%3D
@ BerndH60 um 21 Uhr 32 : jo, jo. Nicht nur die zwei, auch andere haben
das erklärt erklärt erklärt er…..
Auf dem Bild mit Trump und Putin steht geschrieben: „pursuing peace“ = Frieden verfolgen.
Konkret bedeutet es aber Jagd auf Jemanden eröffnen: Auf Präsident Putin und sein Land mit all seinen Reichtümern, aber auch die VR China und den Iran, die sich von der US-Militärmacht nicht so sehr beindrucken lassen, sondern mit wissenschaftlichen, technischen und industriellen Erfolgen gegen die US-Allmachtsfantasien erfolgreich anstinken können.
Abwehrversuch der US-Militärmacht: Sie alle vom Energiegeschäft abschneiden, es selbst zum eigenen Monopolgeschäft zu machen!
Die revanchistischen Staatsführer in der EU helfen ihnen dabei und ruinieren damit ihre Industrie und Bevölkerung. Das nenne ich „Landesverrat“. Offenbar ist der nicht mehr justiziabel. All die Geschädigten bleiben ergäben. Was kann man sich als Staatsherrscher noch mehr wünschen bei der Kriegsertüchtigung des Volkes?
A DISASTROUS CYCLE‘: Germans Rage In Streets Against US-EU Arms Race | Protest Times Now World
https://m.youtube.com/watch?v=_aqGEounZbE&pp=ygU_VGltZXMgbm93IHdvcmxkIGZlcm1hbnMgcmFnZSBpbiBzdHJlZXRzIGFnYWluc3QgdXMtZXUgYXJtcyByYWNl
Schon der Titel lässt Fragen zu: „Welt in unsicheren Zeiten“! Wann waren die Zeiten denn sicher? Und sind es wirklich „die Zeiten“, die unsicher sind? Und worin besteht die Unsicherheit? Abstrakter – im schlechten Sinn des Worts, also inhaltsloser – geht es nicht mehr. Der Artikel wird dem dann vollkommen gerecht: lauter nicht sonderlich neue geschichtsphilosophische Sinnsprüche über den Lauf der Welt, unter die man alles, was man will, subsumieren kann – und mit denen daher nichts erklärt ist.
Leider findet auch die Diskussion im Forum zu weiten Teilen auf dieser Ebene statt: man geht halt daran, alles Mögliche aus der derzeitigen Weltpolitik unter diese Schemata zu subsumieren und meint etwas erklärt zu haben (die geheimen Beweggründe Trumps z.B.), ohne zu merken, dass man auf die gleiche Weise auch jeweils das gerade Gegenteil erklären könnte.
Danke für diesen SEHR lohnenden Artikel!
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Mein Kompliment für die Begriffsbildung über die „Maulwürfe der Geschichte“!
Eine geniale Formulierung und ein bisher regelrecht fehlender Begriff.
Hegel hätte vielleicht von den „nützlichen Idioten des Weltgeistes“ gesprochen.
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In gewisser Weise entspricht der Ukrainekrieg tatsächlich jener alten britischen Politik der Balance of Powers:
Die zwei mächtigsten politischen Gebilde auf dem Kontinent gegeneinander aufbringen (also die EU und Russland) – am besten so, dass sie es nicht merken – auf dass sie sich gegenseitig so schwächen, dass man selbst der lachende Dritte ist.
Andere Vorteile (z.B. Verschuldung der Ukraine, Zugriff auf deren Böden) kommen insbesondere für die USA noch hinzu, und zwar egal welche Seite gewinnt.
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Da geopolitische Konstellationen sich angesichts der doch recht langsamen Kontinentalverschiebung nicht zu ändern pflegen, wäre es äußerst naiv zu glauben, dass ein Konzept, das schon vor 250 oder 150 Jahren praktiziert wurde, heute nur deshalb nicht mehr praktiziert würde, weil wir heute elektrischen Strom und die Deklaration der Menschenrechte haben … !
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Man kann ergänzen, dass das mittlere 19. Jahrhundert – als angesichts des diplomatischen Genies von Fürst Metternich und dem (guten) Bündnis der „Heiligen Allianz“ (Russland – Preußen – Österreich/Ungarn) die britische Diplomatie ausgehebelt worden war – für Europa eine vergleichsweise lange Friedensepoche ohne störende britische Einmischung zur Folge hatte. Das betraf die Zeit von 1815 bis zum Krimkrieg (ab 1853), mit dem Angelsachsen (und Franzosen) erfolgreich einen Keil zwischen Russland einerseits und Österreich/Ungarn und Preußen trieben.
Letztlich war es übrigens die kurzsichtige russische Politik, die auf Expansion gegenüber dem Osmanischen Reich setzte, die eine für Russland bis dahin keineswegs ungünstige Konstellation beschädigte. Vermutlich hatte man in St. Petersburg auf stärkere Unterstützung aus Berlin und Wien gesetzt, worauf fest zu setzen zu setzen, aber sehr waghalsig war.
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Von dem Diplomaten Trautmann wusste ich bisher noch nicht. Dessen geopolitische Erfahrung steht in einem auffälligen Gegensatz zu der von heutigen Diplomaten. Aber Herr Silnizki hat das selbst schon so gut skizziert, dass man es nicht wiederholen muss.
Ich vermute mal, dass die Schriften Traumanns heute nicht in den Literaturlisten der Diplomatenausbildung zu finden sind.