
Als abhängig Beschäftigter muss man sehen, wie man mit seinem Lohn zu Rande kommt. Bemerkenswert aber, was dieser unsicheren Einkommensquelle sonst noch alles zugemutet wird.
Glaubt man den deutschen Wirtschaftsvertretern, dann sind die Arbeitskosten in Deutschland zu hoch, weshalb die Wirtschaft nicht in Schwung kommt. Das Weihnachtsgeschäft verlief 2025 für den Einzelhandel unbefriedigend, weil es eine zu große Kaufzurückhaltung gab, sprich die Bürger von ihrem Lohn oder Gehalt nicht genügend ausgaben. Da die Kosten im Gesundheitswesen steigen, müssen die Beiträge für die gesetzlichen Krankenversicherungen, wie die Kassenchefs zum Jahresende melden, erhöht werden; das heißt, auf Löhne und Gehälter wird auch hier stärker zugegriffen. Die Sicherung der Renten erfordert ebenfalls höhere Beiträge, wie man zeitgleich hört.
Vom Lohneinkommen der Bürger hängt offenbar mehr ab, als dass der Einzelne damit bloß das eigene Auskommen auf die Reihe kriegt.
Die Kosten der Arbeit
Wenn der Präsident des Arbeitgeberverbandes die Höhe der Arbeitskosten beklagt oder der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert, dass mehr und länger gearbeitet wird (Bild am Sonntag, 4.1.26), dann reden beide auf ihre Art von einem Sachverhalt, der im Klartext „Ausbeutung“ heißt. Senkung der Kosten für Arbeit bedeutet ja nicht, dass dann auch weniger geleistet werden soll, sondern dass bei niedrigerem Lohn die gleiche oder größere Leistung erbracht werden muss und sich so der Überschuss über die Lohnkosten erhöht, der Gewinn des Unternehmens also steigt. Wenn Söder mehr oder längere Arbeit fordert, dann soll diese auch nicht höher entlohnt werden, vielmehr die gleiche Bezahlung mehr an Leistung und damit an Rendite fürs Unternehmen erbringen.
Von Ausbeutung und Lohnarbeit will heute aber keiner mehr reden, drückt sich darin doch ein eindeutiges Abhängigkeitsverhältnis aus. Aus Arbeitern sind stattdessen Arbeitnehmer oder Mitarbeiter geworden, Entgeltempfänger oder Arbeitsplatzbesitzer – und wie die schönen Umschreibungen alle lauten. In der Sache hat sich allerdings seit Bestehen des Kapitalismus nichts geändert. Die Mehrzahl der Menschen verfügt über nichts weiter als ihre Arbeitskraft und muss daher jemanden finden, der diese Arbeitskraft zum eigenen Nutzen bezahlen will. Arbeiten gehen zu müssen gilt als Normalität, ein Sachzwang der als solcher gar nicht mehr wahrgenommen wird. Ein Arbeitsplatz gilt als selbstverständliches Mittel, um zu einem eigenen Einkommen zu gelangen. Dabei ist dieser ominöse Platz gar nicht das Mittel des „Arbeitnehmers“, sondern des „Arbeitgebers“, der großzügiger Weise etwas gibt, damit andere es sich nehmen können – so die kindische Vorstellung. In Wirklichkeit werden Arbeitsplätze nur dann zur Verfügung gestellt, wenn es sich für diejenigen lohnt, die die Verfügungsmacht über die objektiven Produktionsbedingungen besitzen. Sei es, dass der Staat durch die Bezahlung von Arbeitskräften nützliche Dienstleistungen für sich erbringen lässt, oder im anderen Fall, dass sich durch die Entlohnung von Arbeitskräften der Reichtum der besitzenden Klasse vermehren lässt. Beidesmal stellt die Lohnzahlung einen Kostenfaktor dar, der beim Staat den Haushalt belastet, im Unternehmen durch seine Höhe den Gewinn schmälert.
Dass das Geld für den Lebensunterhalt der Beschäftigten beim Staat wie bei den Unternehmen als Belastung erscheint, macht schlagend deutlich, dass die hochgelobte Marktwirtschaft samt ihrer politischen Betreuung nicht zum Wohlergehen der abhängig Beschäftigten eingerichtet ist. Die Kosten für deren Lebensunterhalt verringern beim Staat seine Möglichkeiten, die Wirtschaft zu fördern, von der alles im Lande abhängig gemacht ist, eben auch die Verfügung über Staatsreichtum. Der wird benötigt, um den Staat mit Machtmitteln für die Konkurrenz mit anderen Staaten auszustatten. Auch die Produktion von Gütern dient hierzulande nicht dazu, die Menschen mit Lebensmitteln, Kleidung, Wohnungen usw. zu versorgen. Vielmehr ist alles Mittel des Geschäfts, was nichts anderes bedeutet, als dass es der Vermehrung von Reichtum bei denjenigen dient, die über Reichtum verfügen. Die also, wie es so schön heißt, ihr Geld arbeiten lassen.
Wenn die Konsumzurückhaltung beklagt wird, dann ist eigentlich die Armut der Lohn- und Gehaltsempfänger Thema, die sich wegen der gestiegenen Preise weniger von ihrem Einkommen leisten können. Damit wird aber auch eine weitere Funktion der Löhne und Gehälter angesprochen: Die Güter, die Unternehmen herstellen, um einen Gewinn zu erzielen, müssen wieder zu Geld gemacht, also verkauft werden. Als Käufer kommen im großen Umfang diejenigen in Frage, die zu den Lohn- und Gehaltsempfängern gehören. Das macht einen Widerspruch am Lohn deutlich: Als Kost kann er gar nicht niedrig genug sein, zur Realisierung der Gewinne als Kaufkraft gar nicht hoch genug. Ein Umstand, an den Gewerkschafter gerne erinnern, wenn es um Lohnverhandlungen geht.
Das hilft aber nicht, es bleibt ein schwaches Argument: Der Lohn geht bei der Zahlung in die Rechnung des eigenen Unternehmens ein, beim Verkauf strebt das Unternehmen den Zugriff auf das Geld aller Bürger an. Es ist ja nicht die eigene Belegschaft, die das Produkt der Firma kaufen soll. Mit der Lohnzahlung bekommen die Beschäftigten keineswegs das Äquivalent ihrer Leistung erstattet – wäre das so, gäbe es keinen Gewinn mehr fürs Unternehmen. Mit der Bezahlung erhält das Unternehmen vielmehr die Verfügungsmacht über die Arbeitskraft, damit diese in der bezahlten Zeit ein Mehr an Leistung vollbringt, als sie Kosten verursacht hat. Von daher sind die eigenen Beschäftigten gar nicht in der Lage, das von ihnen hergestellte Produkt zu kaufen. So stellt die notwendigerweise beschränkte Zahlungsfähigkeit der lohnabhängig Beschäftigten – eine Verrücktheit, die zum System gehört – eine entscheidende Schranke für die Realisierung des produzierten Reichtums dar. Unternehmen machen sich davon unabhängig, indem sie mit Unterstützung des eigenen Staates auf die Märkte anderer Länder und die dortige Kaufkraft zugreifen. Eine tolle „Lösung“, die schon einiges davon verrät, warum es im modernen Staatenverkehr so ungemütlich zugeht.
Sozialstaat zu teuer
Die Klage über die zu hohen Sozialkosten oder die Unbezahlbarkeit des Sozialstaats thematisiert im Prinzip die Unsicherheit der Lohnarbeiterexistenz mit ihren berühmten Wechselfällen: Arbeitslosigkeit, Krankheit und Einkommenslosigkeit im Alter. Die Abhängigkeit des Lohneinkommens vom Gang des Geschäfts macht das Leben von Lohnarbeit zu einer per se unsicheren Angelegenheit. Arbeitskräfte gibt es ja immer im Überfluss, notfalls oder vorausschauend werden Migranten angeworben. Der Zwang, arbeiten zu müssen, schließt gerade nicht ein, dass jedem die Gelegenheit dazu geboten wird. Zeiten von Arbeitslosigkeit gehören zum Arbeitsleben selbstverständlich dazu und das bedeutet Einkommenslosigkeit. Die absolute Verarmung der Arbeitskräfte würde allerdings das Funktionieren der Gesellschaft gefährden, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Arme versuchen sich irgendwie über Wasser zu halten und das auch unter Missachtung von Gesetzen. Verelendete Massen bilden zudem eine Seuchenquelle, Mangelernährung und Ähnliches beeinträchtigen den Volkskörper. Zudem sind nicht alle bereit, diese Gefährdung ihres Lebens hinzunehmen, und bilden so schnell eine Unruhequelle.
Dies alles hat den Sozialstaat hervorgebracht, um damit auch – wie seinerzeit unter Bismarck deutlich gemacht – Aufstandsbestrebungen zu begegnen. Die Leistung des Sozialstaates besteht im Einsatz seiner Gewalt, mit der er die Lohnabhängigen dazu zwingt, für die Notlagen des Lohnarbeiterdaseins Vorsorge zu treffen, und zwar in Form von Zwangsversicherungen gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und Arbeitsunfähigkeit im Alter. Eine seltsame Fürsorglichkeit ist das, denn um eigenständig eine solche Vorsorge zu treffen, müsste der Lohn enorm steigen. Dann könnte zwar der Einzelne Rücklagen für die Wechselfälle des Lohnarbeiterlebens schaffen, das würde aber das Wachstum der Wirtschaft behindern. Deshalb nimmt der Staat die Gesamtheit der Lohnarbeiter für die „Sozialversicherungen“ in die Pflicht.
Da die Beiträge dafür aus den Löhnen bezahlt werden – für die Unternehmer stellen sie einen Aufschlag auf die mit den Gewerkschaften vereinbarten Löhne dar, für die Arbeiter einen Abzug vom gezahlten Lohn –, ist die Finanzierung der Versicherungen immer eine prekäre Sache. Das Resultat sieht entsprechend aus: Mit der Arbeitslosenversicherung wird keinesfalls der Lebensunterhalt gesichert, sondern für einen begrenzten Zeitraum bis zu zwei Jahren erhalten die vom Kapital überflüssig Gemachten in etwa zwei Drittel ihres früheren Einkommens, damit sie sich auch weiterhin als Reservearmee für das Kapital tauglich halten. Wer länger als die vom Staat festgelegte Frist arbeitslos ist, gilt als Sozialfall, dem nicht einmal das Existenzminimum aus Steuermitteln zugebilligt wir, wie die Schlangen bei den Tafeln beweisen. Was nicht heißt, dass sie aus dem Zwang entlassen sind, sich weiterhin dem Kapital zur Verfügung zu stellen, auch wenn der angebotene Lohn für den Lebensunterhalt nicht reicht – wie die aktuelle Diskussion um das Bürgergeld und seine Abschaffung deutlich gemacht hat.
Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung finanziert sich ebenfalls überwiegend aus den Löhnen. So sind nicht nur die Lohnabhängigen durch ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert, damit sie im Krankheitsfall medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können, sondern auch ihre Ehepartner, sofern sie nicht selbst berufstätig sind, sowie ihre Kinder. Das Gesundheitswesen steht der gesamten Bevölkerung zur Verfügung, auch denjenigen, die nicht arbeiten können. Damit stellt sich für die politische Aufsicht die Frage, wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen an der Finanzierung zu beteiligen sind. Die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher können sich privat gegen die Kosten im Krankheitsfall versichern. Bei Arbeitslosen, Menschen, die wegen Krankheit oder Behinderung nicht arbeiten können und daher über kein Einkommen verfügen, stellt sich die Beteiligung an der Finanzierung des Gesundheitswesens über die Krankenkassen anders dar. Es werden auch Mittel aus der Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung an die Krankenkassen als Beiträge überwiesen und der Staat zahlt zudem über die Grundsicherung Beiträge an die Krankenkassen zur Gesunderhaltung seiner Gesellschaft.
Damit sind die Kassen und die ganze Finanzierung des Gesundheitswesens abhängig vom Gang der Geschäfte und der darauf bezogenen Politik. Ist der Beschäftigungsstand hoch, weil das Geschäft floriert, fließen viele Beiträge den Krankenkassen zu und können entsprechend den gesetzlichen Verpflichtungen Ärzte und Krankenhäuser bezahlen. Stockt das Geschäft, gibt es weniger Beiträge und somit gleich die Frage, in welchem Umfang aus der Arbeitslosen- und Rentenversicherung sowie dem Staatshaushalt den Krankenkassen Mittel zukommen können. Da das Arbeitslosengeld geringer ist als das frühere Einkommen, sind auch die Beiträge zur Krankenversicherung niedriger. Das Gleiche gilt für die Rentenversicherung. Die schlechte Konjunktur macht aber die Arbeitslosen und Rentner nicht gesünder und verringert nicht den Bedarf nach medizinischen Leistungen. Auch zahlt der Staat für die verschiedenen Sozialfälle niedrigere Beiträge, weswegen die Kassen darüber klagen, dass sie unentgeltlich Leistungen für die Bürgergeld-, jetzt Grundsicherungsgeld-Bezieher erbringen müssen. Die so entstehenden finanziellen Löcher werden dann über die Zusatzbeiträge der Lohnempfänger ausgeglichen, die keinen Aufschlag auf die Lohnkosten, aber einen weiteren Abzug vom Lebensunterhalt darstellen.
Die Rentenversicherung wird ebenfalls über die Löhne finanziert. Die aktuell Beschäftigten kommen für den Lebensunterhalt der Rentner auf. Und damit hat man ein ganz anderes Verhältnis vor sich, als die Leitmedien mit größter Beharrlichkeit der Öffentlichkeit weis machen wollen: Es hängt eben nicht vom quantitativen Verhältnis der Alten zu den Jungen ab, wie das Bild vom demographischen Wandel immer wieder vorstellig machen will. Bestimmt ist das Verhältnis durch die Zahl derer, die das Kapital entsprechend seinem Geschäftsgang beschäftigen will, und die Anzahl derjenigen, die sich in Rente befinden. Beide Seiten werden maßgeblich durch die Kapitalseite bestimmt – einerseits durch den Umfang der Beschäftigten und die Höhe ihrer Löhne, andererseits durch die Zahl derjenigen, die im Rahmen von Sozialplänen unter Mitwirkung der Gewerkschaften frühzeitig in den Ruhestand geschickt werden. Zudem benutzt der Staat auch die Rentenversicherung für seine Zwecke, ohne dieser Kasse entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. Weil dennoch die Löcher in den Kassen immer größer werden, schlägt sich dies in steigenden Zuschüssen aus dem Staatshaushalt nieder.
Alles in Allem zeigen die Sozialversicherungen, dass die Unsicherheit des Lohnarbeiterdaseins auch durch sie nicht behoben wird. Sie mildern die Folgen ab, weisen aber die gleichen Unsicherheiten auf. Läuft das Geschäft zu Zeiten des Booms, sind die Kassen einigermaßen gefüllt, schwächt es sich ab, wird der Ruf nach Reformen laut – und dann gelten die Sozialleistungen als nicht mehr bezahlbar, wie Merz, Söder und Co. derzeit verlauten lassen. Das heißt natürlich zugleich, dass bei vielen Leistungskürzungen dennoch verstärkt auf die Löhne zugegriffen wird.
Steuern rauf und runter
Zu Beginn eines jeden Jahres wird den Bürgern vorgerechnet, was sich für sie im neuen Jahr alles verändert. Die Regierung hat für Lohn- und Gehaltsempfänger auf der einen Seite die Steuern in geringen Dosen reduziert und schlägt mit der gestiegenen CO2-Steuer bei Heizung, Benzin und Energie auf der anderen Seite zu, so dass von den angeblichen Wohltaten nichts bleibt. Wer auf seine Lohn- oder Gehaltsabrechnung schaut, muss stets feststellen, dass schon fast die Hälfte seines Einkommens vom Staat beschlagnahmt ist, bevor er überhaupt seine Miete und sonstigen festen Kosten bezahlt hat; so schrumpft das, was zu seiner freien Verfügung steht, auf einen geringen Anteil.
Neben den Sozialabgaben wird der Lohn- und Gehaltsempfänger auch als Steuerzahler zur Kasse gebeten und damit zum Ausstatter der staatlichen Haushalte gemacht, aus denen die verschiedenen Staatsabteilungen wie Bund, Länder und Gemeinden ihre hoheitlichen Aufgaben finanzieren – vom Kindergarten über Wirtschaftsförderung bis zur Armee. Der Staat ist allerdings keine finanzielle Umverteilungsstelle, die den Bürgern Geld abnimmt, um es ihnen dann wieder in Form von Dienstleistungen wie Schule und Straßen zukommen zu lassen. Ein nicht unerheblicher Teil – der, wie die gegenwärtige Aufrüstung zeigt, nicht verhandelbar ist – dient der Ausstattung des Staates mit Gewaltmitteln und der Einflussnahme auf andere Staaten.
Auch wenn der Anteil der Lohn- und Einkommenssteuer lediglich ca. 35 Prozent des staatlichen Gesamtsteueraufkommens ausmacht, ist das nicht die ganze Wahrheit. Die Lohn- und Gehaltsempfänger werden ja auch als Verbraucher zur Kasse gebeten, etwa in Form der Mehrwertsteuer. Während Unternehmen diese als Vorsteuer steuermindernd geltend machen können, bleibt sie beim Endverbraucher hängen, also bei denjenigen, die von Lohnarbeit leben müssen. Hinzu kommen dann noch Energiesteuer, Versicherungssteuer, Tabaksteuer, Kraftfahrzeugsteuer usw., so dass Lohn- und Gehaltsempfänger im Endeffekt zu den bevorzugten Ausstattern staatlicher Haushalte gehören.
Während Unternehmen immer wieder über ihre enorme Steuerbelastung klagen und dafür Gehör bei der Politik finden, nimmt die überwiegende Zahl der Bürger, die als Lohn- und Gehaltsempfänger, Verbraucher und Beitragszahler umfangreich zur Kasse gebeten werden, dieses Schröpfen im Prinzip als notwendig hin. Allenfalls werden gewisse Ungerechtigkeiten oder die Verschwendung der Mittel durch die Politik beklagt, als ob von solchen Verstößen die Höhe der Belastungen abhängen würde und nicht von den staatlichen Vorhaben wie z.B. jetzt im Fall der BRD, die führende europäische Militärmacht werden will.
Die doppelte Abhängigkeit
Lohnarbeiter sind sowohl von der Beschäftigung durch einen „Arbeitgeber“ und damit von den Konjunkturen des Geschäfts abhängig als auch von den verschiedenen Leistungen des Sozialstaates. Umgekehrt ist aber auch der ganze Reichtum im Lande – sowohl der Wirtschaft wie auch des Staates – davon abhängig, dass Lohnabhängige brav Tag für Tag ihre Leistung vollbringen. Diese Form der Abhängigkeit ist heutzutage kein Thema mehr, während sie früher einmal in die Losung der Arbeiterbewegung mündete: „Alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will“.
Stark sind Arbeiter alleine nicht, sondern da macht sich die ganze Macht der Konkurrenz gegen sie geltend. Schließlich gibt es mehr Menschen, die auf die Bezahlung ihrer Arbeit angewiesen sind, als vom Kapital effektiv nachgefragt werden. Das können Unternehmer wie Staat für sich bei der Lohngestaltung nutzen, sowohl im Hinblick auf die Höhe als auch auf die Leistung, die dafür zu erbringen ist. Stark sind Arbeiter und Angestellte nur, wenn sie sich zusammenschließen und die Konkurrenz untereinander aufheben. Doch nicht jeder Zusammenschluss führt auch zum Erfolg. So treten etwa die Mitgliedsverbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes für „Gute Arbeit“ ein. Da stellt sich gleich die Frage, wie diese aussehen soll. Nach den Ausführungen der Gewerkschaftsvertreter sind die Voraussetzungen dafür ein tariflich geregelter Lohn, gewerkschaftliche Mitbestimmung durch Betriebsräte und sichere Arbeitsplätze.
Eine seltsame Kombination ist das. Denn erstens sagt ein tariflich geregelter Lohn noch nichts über die Höhe der Bezahlung aus – in den letzten Jahren ist ja diese Bedingung darauf hinausgelaufen, dass mit den Tarifabschlüssen die Reallöhne gesunken sind. Betriebsräte sorgen sich zweitens um den Erfolg ihres Betriebs in Konkurrenz mit anderen, also um erfolgreiche Gewinnerwirtschaftung, die die Kosten nicht aus dem Ruder laufen lässt; und der Erfolg soll dann die Arbeitsplätze sicher machen. Aber drittens gibt es sichere Arbeitsplätze im Kapitalismus überhaupt nicht; sicher sind sie nur solange und in dem Umfang, wie sie sich fürs Kapital lohnen und Gewinne abwerfen. Um das zu gewährleisten, gibt es ständig Rationalisierungen und Entlassungen.
Mit ihren Forderungen tritt die Gewerkschaft für lohnende Arbeitsplätze ein, handelt per Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung Bezahlungen aus, die dem Unternehmen Gewinne sichern, und erhält Arbeitsplätze in dem Umfang, wie ihn das Unternehmen für seine Geschäftsstrategie einplant; der Rest der Belegschaft wird mit Abfindungen und Sozialplänen entlassen. Solche Gewerkschaften sind also alles andere als die Organisation eines „starken Arms“. Die DGB-Mitgliedsverbände haben sich einseitig in diesem Abhängigkeitsverhältnis eingerichtet und wollen die Abhängigkeit des Kapitals vom Mitmachen der Beschäftigten gar nicht geltend machen.
Das Hauptargument dieser Sorte Arbeitervertreter besteht im Verweis darauf, dass die Unternehmen auch Zugriff auf die Arbeitskräfte im Ausland haben und Arbeitsplätze im Inland abbauen können. Deshalb treten sie für den Erfolg des Kapitalstandorts Deutschland ein. Dabei hat die deutsche Politik einiges dafür getan, damit deutsches Kapital in aller Welt sich sowohl der Menschen wie der Märkte bedienen kann. Der Verweis auf die Internationalität des Kapitals ist damit eigentlich ein Hinweis darauf, dass auch Arbeiter sich nicht national, sondern international organisieren müssen, wollen sie der Macht des Kapitals erfolgreich etwas entgegensetzen. Mit einem DGB, der schon das Bekenntnis zur Nation im Namen führt, ist das nicht zu machen.



„[…]Von Ausbeutung und Lohnarbeit will heute aber keiner mehr reden, drückt sich darin doch ein eindeutiges Abhängigkeitsverhältnis aus[…]“
Kann das sein?
Ich erfuhr kürzlich, dass die historische Evolution bzw. Entwicklung der Lohnarbeitsverhältnisse, nicht nur nach Karl Marx, aus der Sklaverei/Leibeigenschaft hervorgegangen ist 😉
Das würde einiges an der „Frechheit“ der „Arbeitgeber“ = „Sklaventreiber/Sklavenbesitzer“ in 2026 erklären 😉
Zynische Grüße
Bernie
Ganz ehrlich?
Als Selbstständiger kann ich das Ausgeführte
nur bedingt teilen.
Der Lebensstandard meiner Angestellten ist
kaum niedriger als meiner, was toll ist,
allerdings bei einem Bruchteil der Verantwortung und Arbeitslast, mit einem
Bruchteil der Qualifikation.
Bezahlter Urlaub, bezahlte Krankheitstage,
Lohnfortzahlung bei Schwangerschaft,
kaum Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt,
absolut paradiesische Zustände.
Ich mag es für mich nicht anders haben,
mein selbst gewähltes Schicksal.
Mitleid halte ich aber ebenso wenig für
angebracht….
Du bist ganz sicher kein „Selbständiger“!
Du bist ein absolut Unselbständiger, denn du lebst von der Arbeit der von dir ausgebeuteten Beschäftigen.
Also geh zu deinen Leuten bei der „Initiative Soziale Marktwirtschaft“, der FDP etc. und heul dich da aus!
Und die Ärzte leben prächtig davon, daß Sie hier den Bürgerkrieg jeder gegen jeden verbreiten.
„Gessundheit“ (die es nicht gibt) als das biggest business – Sie dabei einfach nur ein Werkstück, unselbstständig sich mit anderen Gekränkten zu verbinden. Stattdessen Salonrevolution – cui bono?
kleine Bemerkung dazu @so&nichanders:
„Allerdings kann er selbst, gleich seinem Arbeiter, unmittelbar Hand im Produktionsprozesse anlegen, aber ist dann auch nur ein Mittelding zwischen Kapitalist und Arbeiter, ein „kleiner Meister“. Ein gewisser Höhegrad der kapitalistischen Produktion bedingt, daß der Kapitalist die ganze Zeit, während deren er als Kapitalist, d. h. als personifiziertes Kapital funktioniert, zur Aneignung und daher Kontrolle fremder Arbeit und zum Verkauf der Produkte dieser Arbeit verwenden könne. Die Verwandlung des Handwerksmeisters in den Kapitalisten suchte das Zunftwesen des Mittelalters dadurch gewaltsam zu verhindern, daß es die Arbeiteranzahl, die ein einzelner Meister beschäftigen durfte, auf ein sehr geringes Maximum beschränkte. Der Geld- oder Warenbesitzer verwandelt sich erst wirklich in einen Kapitalisten, wo die für die Produktion vorgeschoßne Minimalsumme weit über dem mittelaltrigen Maximum steht. Hier, wie in der Naturwissenschaft, bewährt sich die Richtigkeit des von Hegel in seiner „Logik“ entdeckten Gesetzes, daß bloß quantitative Veränderungen auf einem gewissen Punkt in qualitative Unterschiede umschlagen.“
MEW Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 326–327
Und in der sozialistischen DDR waren Kleinbetriebe erlaubt, durften aber nur Familienangehörige beschäftigen. Dann blieb die Ausbeutung immerhin in der Familie.
Gleichzeitig bot man ihnen aber stets Alternativen an, in großen Reparaturwerkstätten oder Bäckereien in VEB. Und diese hatte den Vorteil einer geregelten Arbeitszeit, sicheres Einkommen und weniger Stress.
Simon
Das ist falsch.
Ich kenne mehrere kleine Handwerksbetriebe, die vor der Wende Gesellen und Verkäuferinnen beschäftigten, die keine Familienangehörigen waren.
Haha. Du bist lustig.
Ich heul ja gar nicht, wie gesagt.
Mir geht es super.. 🙂
Meine jungen Kollegen verlassen nur in Scharen das Land D. Zu viel Bürokratie,
kein Personal, schlechte Moral.
Heulen, das machen die anderen, wenn
sie die Ergebnisse dieser Missstände
serviert bekommen.
Gerne weiter so. Dann bleibt für
mich mehr übrig :-))
@ So und nicht anders: YGL hat mit seinem Mut, Wissen und seinem Kapital
mehreren Menschen die Möglichkeit gegeben, in einem Job Geld zu verdienen,
dass sie und ihrer Familien ermöglicht ein Dach über dem Kopf zu bezahlen,
sich zu ernähren und das sie Krankenversichert und Rentenversichert sind.
Er trägt die volle verantwortung für die Firma vermutlich alleine. Seine Mitarbeiter
haben sich für einen Job bei ihm entschieden und wahrscheinlich das Risiko
gescheut sich selbstständig zu machen. Wieso beutet YGL seine Mitarbeiter aus,
wenn er ihnen hilft zu überleben? Sie sind freiwillig in seine Firma gekommen
und können jederzeit auch wieder gehen. Keiner muß arbeiten. Es gibt in Deutschland
keinen Arbeitszwang. Wenn Leute wie YGL bald ihre Firmen dicht machen müssen,
weil unsere Schwachköpfe in der Regierung ihnen die Bedingungen noch schlechter
gestalten, dann können Sie mit ihrer Antifa noch so viel randalieren und gegen rechts
wettern, aber trotzdem haben die Menschen balt nicht mehr zu essen.
Mir ist auch schon aufgefallen, dass ein ziemlich großer Teil des Prekariats heutzutage unter der stolzen Flagge des freien Unternehmertums segelt und allerlei interessante Experimente in Sachen Selbstausbeutung anstellt. Später dürfen sich diese libertären Helden dann freuen, dass ihnen die Grundsicherung im Alter ein karges Überleben vielleicht ermöglicht. Die Politik blickt derzeit allerdings bereits mit Unmut auf dieses die Staatskasse belastende Segment – da bahnen sich wohl weitere ‚Reformen‘ an, wo die Nation noch ganz, ganz große Sachen sich vorgenommen hat…
YGL
Ich tippe auf Putzfirma.
@ YGL
Das es einzelne Nischen gibt, wo ein Kleinbetrieb die Möglichkeit hat, faire Löhne zu zahlen und damit einen guten Lebensstandart im bestehenden ausbeuterischen Kapitalismus zu ermöglichen ist ja noch durchaus nachvollziehbar.
Ich habe selbst über 35 Jahre eine kleine Autowerkstatt, zusammen mit einem Partner mit 2 Angestellten geleitet.
Aber das sind wie ober schon erwähnt „Nischen“.
Die absolute Mehrzahl der Arbeiter gerade in meinem Bereich sind schon seit Ende der 90er und erst recht seit der Einführung des Euro nicht mehr in der Lage ihren Lebensstandart zu halten, geschweige denn, mehrfach im Jahr in den Urlaub zu fahren.
Hier einen zu erzählen, vor allem, ohne zu sagen, welches Gewerbe er denn Ausfüllt, noch sich über die genaue Größe und Höhe der Bezahlung seiner Mitarbeiter zu äußern, ein Loblied auf die Lohnarbeit zu singen, halte ich doch für mehr als unangebracht.
Irgendwann ist halt Daddeldu im Gut und Gerne,
wenn vom Brutto nicht viel Netto übrigbleibt. Und wer über 50% Mietkosten hat da bleibt nicht’s im Leben.
Bis dahin ist noch gaaanz viel Luft.
Die einzigen, die es seit Jahren konsequent
eng haben, sind kinderreiche Familien,
die dem Staat nicht auf der Tasche
liegen. Das ist aber eine aussterbende Spezies.
Da muss jeder Pfennig rumgedreht werden.
Den allgegenwärtigen Paaren mit Doppel-
Verdienst und max. 0-1 Kind geht es subba.
2 Autos, min. jedes Jahr Urlaub mit Flug,
alles an Abos, was geht. Das ist auch der Grund,
warum sich in diesem Land kein Widerstand
regt: Man/frau ist satt bis an die Halskrause…
So wird es hier sein,
du hast Recht die Menschen haben es Satt.
Da ist dem Autor eine schöne und sehr umfassende Beschreibung gelungen.
Keiner braucht hier zu meinen es wird schon mal wieder besser im Kapitalismus. Es geht nur eine Richtung, denn Kapitalismus ist Krieg und solange es genug Naive gibt die weiter kapitalistische Parteien wählen oder nicht wählen wird sich daran nix ändern.
Dabei gibts eine Alternative:
Ein Staat, in dem 40 Jahre lang Mangel herrschte
https://sascha313.wordpress.com/2019/05/05/kay-strathus-ein-staat-in-dem-40-jahre-lang-mangel-herrschte/
Es gab in der DDR
keine Ausbeutung
keine Arbeitslosigkeit
keinen Mietwucher
keine Obdachlosigkeit
keine Kinderarmut
keine Altersarmut
keine Geschäfte mit der Angst
keine Abzocker und Kredithaie
keine Schuldenfallen und Schuldeneintreiber
keine Diskriminierung der Frau
keine Amokläufe in Schulen
keine Naziparteien
keine Revanchistenverbände
keine Wehrmachtstraditionsvereine
keine „Pressefreiheit“, denn es gab
keinen Sensations-, Gossen- und Hysterie-Journalismus
keine Klatsch-und-Tratsch-Presse
keine Kriegspropaganda
keine Waffenlobbyisten
keine Kriegsbeteiligung
keine Rassenhetze
keine Monopolkapitalisten.
…und es war sooo super, dass den Leuten
an der Mauer in den Rücken geschossen wurde.
Echt jetzt?
Bist du wirklich so naiv oder tust du nur so?
Wer hatte denn die meisten „Mauer“opfer?
https://www.youtube.com/watch?v=8UYx0XMdKdk
Na klar. Ich bin naiv. 🙂
*rofl*
YGL
Das darf nicht vergessen werden, aber an der deutsch-niederländischen Grenze wurde nach dem WK II Kaffeeschmugglern „in den Rücken geschossen“. Wie steht es geschrieben: „Es kam zu Todesfällen“.
@ Simon: Wenn es in der DDR alles so super war, warum gibt es sie nicht mehr?
Es gibt Menschen, die möchten nicht 8-12 Jahre auf ein Auto warten, was dann
auch noch eher wie ein provisorischer Rasenmäher fährt. Andere möchten nicht alle
paar Tage die Lichtschalter reparieren. Ich habe einige Nachbarn aus der ehemaligen
DDR, da ich nur 400m vom früheren Grenzfluss Elbe entfernt wohne. Viele trauern
den Dingen nach die Sie aufgezählt haben, sagen dann aber, dass das auf Dauer
gar nicht bezahlbar war. Woher bekommt der Staat das Geld, ohne Firmen die Steuern
zahlen?
„Woher bekommt der Staat das Geld, ohne Firmen die Steuern
zahlen?“
->Hä?
Woher bekommt der Alkoholiker den Alkohol, ohne ihn zu trinken?
Woher bekommen Krankenhäuser ihre Kosten bezahlt, ohne Leute, die krank sind?
Woher bekommen Bienen ihren Honig, ohne Imker, die sie züchten?
Du bist ja ein gar lustiger Genosse, hat die Margot mit den stahlblauen Haaren dir den Kopf verdreht, warst du in sie verliebt ? Oder hast du mit Harry Tisch zusammen “ Hütchen hüpf“ gespielt ? Oder hat Erich Mielke deine Lebensversicherung bezahlt ? Na komm, erzähl mal, brauchst keine Angst haben, sind alle im sozialistischem Himmelreich.
Da gibts sogar Bananas…
Ich frage mich ja nicht wirklich, was so aufgeplusterte Prolos wie sie dazu verleitet, sich für witzig oder gar geistreich zu halten. Aber gut, vllt ist ja grindr gerade down und sie brauchen eine Ersatzbefriedigung.
Schöner wäre es, wenn in deiner Liste
– keine Staatssicherheit (Stasi)
vermerkt wäre.
Wer nicht kriegstüchtig ist oder diese ganzen Pazifisten sollten wöchentlich 5 unbezahlte Überstunden leisten.
Die Analyse des Autors ist sicher bemerkenswert, den Elefanten im Raum, den Kapitalimus, umschifft er allerdings weitgehend elegant, aber so wirkt auch seine Abhilfe, Kontrolle des Kapitals durch einen internationalen Gewerkschaftsverbund, ziemlich schwach und eher hilflos. Die Rahmenbedingungen für das Kapital werden durch die nationale Politik gesetzt und diese wird zunehmend durch das internationale Kapital beherrscht, ein besseres Symbol dafür als unser „BlackRock – Kanzler“ ist kaum noch vorstellbar. Da hilft auch ein internationaler Gewerkschaftsbund kaum weiter.
Schon Walter Eucken. keineswegs Sozialist sondern Ordoliberaler, hat dazu dies gesagt „Die Macht des Kapitals kann nicht kontrolliert werden, sie muss verhindert werden.“ Als Quelle der Macht des Kapitals gilt seit Marx das Eigentum an den Produktionsmitteln.
Nun hat sich aber auch der „real existierende Sozialismus“ nicht gerade als das gelbe vom Ei erwiesen, da waren die Produktionsmittel verstaatlicht. Dieser wird oft als einzige – und negative – Alternativ zum Kapitalismus dargestellt. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Eine beschreibt Sahra Wagenknecht in ihren Büchern „Freiheit statt Kapitalismus“ und Reichtum ohne Gier“. Hier gehörten die Produktionsmittel niemandem bzw. quasi sich selbst und werden letztlich von den Mitarbeitern verwaltet. Vorbild- und Beispielhaft sei die Carl-Zeiss-Stiftung erwähnt, auch der Begriff „Verantwortungseigentum“ zeigt in die dargestellte Richtung.
@Juergen
Aufbauend auf Wagenknechts Buch beschreibt Norbert Häring in seinem Buch „Endspiel des Kapitalismus“ ein sehr ähnliches Bündel an Unternehmenstypen, ersetzt aber die „Öffentliche Gesellschaft“ durch die „Genossenschaft“.
Ihr müßt halt mehr arbeiten, dann gehört ihr auch bald dazu.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/oxfam-superreiche-100.html
Dazu fällt mir mal wieder der hier ein:
https://www.politico.com/magazine/story/2014/06/the-pitchforks-are-coming-for-us-plutocrats-108014/
Die Zeit drängt!