Was von der Lohnarbeit alles abhängt

Bundesarchiv Bild 183-50473-0006/CC BY-SA-3.0

Als abhängig Beschäftigter muss man sehen, wie man mit seinem Lohn zu Rande kommt. Bemerkenswert aber, was dieser unsicheren Einkommensquelle sonst noch alles zugemutet wird.

Glaubt man den deutschen Wirtschaftsvertretern, dann sind die Arbeitskosten in Deutschland zu hoch, weshalb die Wirtschaft nicht in Schwung kommt. Das Weihnachtsgeschäft verlief 2025 für den Einzelhandel unbefriedigend, weil es eine zu große Kaufzurückhaltung gab, sprich die Bürger von ihrem Lohn oder Gehalt nicht genügend ausgaben. Da die Kosten im Gesundheitswesen steigen, müssen die Beiträge für die gesetzlichen Krankenversicherungen, wie die Kassenchefs zum Jahresende melden, erhöht werden; das heißt, auf Löhne und Gehälter wird auch hier stärker zugegriffen. Die Sicherung der Renten erfordert ebenfalls höhere Beiträge, wie man zeitgleich hört.

Vom Lohneinkommen der Bürger hängt offenbar mehr ab, als dass der Einzelne damit bloß das eigene Auskommen auf die Reihe kriegt.

Die Kosten der Arbeit

Wenn der Präsident des Arbeitgeberverbandes die Höhe der Arbeitskosten beklagt oder der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert, dass mehr und länger gearbeitet wird (Bild am Sonntag, 4.1.26), dann reden beide auf ihre Art von einem Sachverhalt, der im Klartext „Ausbeutung“ heißt. Senkung der Kosten für Arbeit bedeutet ja nicht, dass dann auch weniger geleistet werden soll, sondern dass bei niedrigerem Lohn die gleiche oder größere Leistung erbracht werden muss und sich so der Überschuss über die Lohnkosten erhöht, der Gewinn des Unternehmens also steigt. Wenn Söder mehr oder längere Arbeit fordert, dann soll diese auch nicht höher entlohnt werden, vielmehr die gleiche Bezahlung mehr an Leistung und damit an Rendite fürs Unternehmen erbringen.

Von Ausbeutung und Lohnarbeit will heute aber keiner mehr reden, drückt sich darin doch ein eindeutiges Abhängigkeitsverhältnis aus. Aus Arbeitern sind stattdessen Arbeitnehmer oder Mitarbeiter geworden, Entgeltempfänger oder Arbeitsplatzbesitzer – und wie die schönen Umschreibungen alle lauten. In der Sache hat sich allerdings seit Bestehen des Kapitalismus nichts geändert. Die Mehrzahl der Menschen verfügt über nichts weiter als ihre Arbeitskraft und muss daher jemanden finden, der diese Arbeitskraft zum eigenen Nutzen bezahlen will. Arbeiten gehen zu müssen gilt als Normalität, ein Sachzwang der als solcher gar nicht mehr wahrgenommen wird. Ein Arbeitsplatz gilt als selbstverständliches Mittel, um zu einem eigenen Einkommen zu gelangen. Dabei ist dieser ominöse Platz gar nicht das Mittel des „Arbeitnehmers“, sondern des „Arbeitgebers“, der großzügiger Weise etwas gibt, damit andere es sich nehmen können – so die kindische Vorstellung. In Wirklichkeit werden Arbeitsplätze nur dann zur Verfügung gestellt, wenn es sich für diejenigen lohnt, die die Verfügungsmacht über die objektiven Produktionsbedingungen besitzen. Sei es, dass der Staat durch die Bezahlung von Arbeitskräften nützliche Dienstleistungen für sich erbringen lässt, oder im anderen Fall, dass sich durch die Entlohnung von Arbeitskräften der Reichtum der besitzenden Klasse vermehren lässt. Beidesmal stellt die Lohnzahlung einen Kostenfaktor dar, der beim Staat den Haushalt belastet, im Unternehmen durch seine Höhe den Gewinn schmälert.

Dass das Geld für den Lebensunterhalt der Beschäftigten beim Staat wie bei den Unternehmen als Belastung erscheint, macht schlagend deutlich, dass die hochgelobte Marktwirtschaft samt ihrer politischen Betreuung nicht zum Wohlergehen der abhängig Beschäftigten eingerichtet ist. Die Kosten für deren Lebensunterhalt verringern beim Staat seine Möglichkeiten, die Wirtschaft zu fördern, von der alles im Lande abhängig gemacht ist, eben auch die Verfügung über Staatsreichtum. Der wird benötigt, um den Staat mit Machtmitteln für die Konkurrenz mit anderen Staaten auszustatten. Auch die Produktion von Gütern dient hierzulande nicht dazu, die Menschen mit Lebensmitteln, Kleidung, Wohnungen usw. zu versorgen. Vielmehr ist alles Mittel des Geschäfts, was nichts anderes bedeutet, als dass es der Vermehrung von Reichtum bei denjenigen dient, die über Reichtum verfügen. Die also, wie es so schön heißt, ihr Geld arbeiten lassen.

Wenn die Konsumzurückhaltung beklagt wird, dann ist eigentlich die Armut der Lohn- und Gehaltsempfänger Thema, die sich wegen der gestiegenen Preise weniger von ihrem Einkommen leisten können. Damit wird aber auch eine weitere Funktion der Löhne und Gehälter angesprochen: Die Güter, die Unternehmen herstellen, um einen Gewinn zu erzielen, müssen wieder zu Geld gemacht, also verkauft werden. Als Käufer kommen im großen Umfang diejenigen in Frage, die zu den Lohn- und Gehaltsempfängern gehören. Das macht einen Widerspruch am Lohn deutlich: Als Kost kann er gar nicht niedrig genug sein, zur Realisierung der Gewinne als Kaufkraft gar nicht hoch genug. Ein Umstand, an den Gewerkschafter gerne erinnern, wenn es um Lohnverhandlungen geht.

Das hilft aber nicht, es bleibt ein schwaches Argument: Der Lohn geht bei der Zahlung in die Rechnung des eigenen Unternehmens ein, beim Verkauf strebt das Unternehmen den Zugriff auf das Geld aller Bürger an. Es ist ja nicht die eigene Belegschaft, die das Produkt der Firma kaufen soll. Mit der Lohnzahlung bekommen die Beschäftigten keineswegs das Äquivalent ihrer Leistung erstattet – wäre das so, gäbe es keinen Gewinn mehr fürs Unternehmen. Mit der Bezahlung erhält das Unternehmen vielmehr die Verfügungsmacht über die Arbeitskraft, damit diese in der bezahlten Zeit ein Mehr an Leistung vollbringt, als sie Kosten verursacht hat. Von daher sind die eigenen Beschäftigten gar nicht in der Lage, das von ihnen hergestellte Produkt zu kaufen. So stellt die notwendigerweise beschränkte Zahlungsfähigkeit der lohnabhängig Beschäftigten – eine Verrücktheit, die zum System gehört – eine entscheidende Schranke für die Realisierung des produzierten Reichtums dar. Unternehmen machen sich davon unabhängig, indem sie mit Unterstützung des eigenen Staates auf die Märkte anderer Länder und die dortige Kaufkraft zugreifen. Eine tolle „Lösung“, die schon einiges davon verrät, warum es im modernen Staatenverkehr so ungemütlich zugeht.

Sozialstaat zu teuer

Die Klage über die zu hohen Sozialkosten oder die Unbezahlbarkeit des Sozialstaats thematisiert im Prinzip die Unsicherheit der Lohnarbeiterexistenz mit ihren berühmten Wechselfällen: Arbeitslosigkeit, Krankheit und Einkommenslosigkeit im Alter. Die Abhängigkeit des Lohneinkommens vom Gang des Geschäfts macht das Leben von Lohnarbeit zu einer per se unsicheren Angelegenheit. Arbeitskräfte gibt es ja immer im Überfluss, notfalls oder vorausschauend werden Migranten angeworben. Der Zwang, arbeiten zu müssen, schließt gerade nicht ein, dass jedem die Gelegenheit dazu geboten wird. Zeiten von Arbeitslosigkeit gehören zum Arbeitsleben selbstverständlich dazu und das bedeutet Einkommenslosigkeit. Die absolute Verarmung der Arbeitskräfte würde allerdings das Funktionieren der Gesellschaft gefährden, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Arme versuchen sich irgendwie über Wasser zu halten und das auch unter Missachtung von Gesetzen. Verelendete Massen bilden zudem eine Seuchenquelle, Mangelernährung und Ähnliches beeinträchtigen den Volkskörper. Zudem sind nicht alle bereit, diese Gefährdung ihres Lebens hinzunehmen, und bilden so schnell eine Unruhequelle.

Dies alles hat den Sozialstaat hervorgebracht, um damit auch – wie seinerzeit unter Bismarck deutlich gemacht – Aufstandsbestrebungen zu begegnen. Die Leistung des Sozialstaates besteht im Einsatz seiner Gewalt, mit der er die Lohnabhängigen dazu zwingt, für die Notlagen des Lohnarbeiterdaseins Vorsorge zu treffen, und zwar in Form von Zwangsversicherungen gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und Arbeitsunfähigkeit im Alter. Eine seltsame Fürsorglichkeit ist das, denn um eigenständig eine solche Vorsorge zu treffen, müsste der Lohn enorm steigen. Dann könnte zwar der Einzelne Rücklagen für die Wechselfälle des Lohnarbeiterlebens schaffen, das würde aber das Wachstum der Wirtschaft behindern. Deshalb nimmt der Staat die Gesamtheit der Lohnarbeiter für die „Sozialversicherungen“ in die Pflicht.

Da die Beiträge dafür aus den Löhnen bezahlt werden – für die Unternehmer stellen sie einen Aufschlag auf die mit den Gewerkschaften vereinbarten Löhne dar, für die Arbeiter einen Abzug vom gezahlten Lohn –, ist die Finanzierung der Versicherungen immer eine prekäre Sache. Das Resultat sieht entsprechend aus: Mit der Arbeitslosenversicherung wird keinesfalls der Lebensunterhalt gesichert, sondern für einen begrenzten Zeitraum bis zu zwei Jahren erhalten die vom Kapital überflüssig Gemachten in etwa zwei Drittel ihres früheren Einkommens, damit sie sich auch weiterhin als Reservearmee für das Kapital tauglich halten. Wer länger als die vom Staat festgelegte Frist arbeitslos ist, gilt als Sozialfall, dem nicht einmal das Existenzminimum aus Steuermitteln zugebilligt wir, wie die Schlangen bei den Tafeln beweisen. Was nicht heißt, dass sie aus dem Zwang entlassen sind, sich weiterhin dem Kapital zur Verfügung zu stellen, auch wenn der angebotene Lohn für den Lebensunterhalt nicht reicht – wie die aktuelle Diskussion um das Bürgergeld und seine Abschaffung deutlich gemacht hat.

Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung finanziert sich ebenfalls überwiegend aus den Löhnen. So sind nicht nur die Lohnabhängigen durch ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert, damit sie im Krankheitsfall medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können, sondern auch ihre Ehepartner, sofern sie nicht selbst berufstätig sind, sowie ihre Kinder. Das Gesundheitswesen steht der gesamten Bevölkerung zur Verfügung, auch denjenigen, die nicht arbeiten können. Damit stellt sich für die politische Aufsicht die Frage, wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen an der Finanzierung zu beteiligen sind. Die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher können sich privat gegen die Kosten im Krankheitsfall versichern. Bei Arbeitslosen, Menschen, die wegen Krankheit oder Behinderung nicht arbeiten können und daher über kein Einkommen verfügen, stellt sich die Beteiligung an der Finanzierung des Gesundheitswesens über die Krankenkassen anders dar. Es werden auch Mittel aus der Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung an die Krankenkassen als Beiträge überwiesen und der Staat zahlt zudem über die Grundsicherung Beiträge an die Krankenkassen zur Gesunderhaltung seiner Gesellschaft.

Damit sind die Kassen und die ganze Finanzierung des Gesundheitswesens abhängig vom Gang der Geschäfte und der darauf bezogenen Politik. Ist der Beschäftigungsstand hoch, weil das Geschäft floriert, fließen viele Beiträge den Krankenkassen zu und können entsprechend den gesetzlichen Verpflichtungen Ärzte und Krankenhäuser bezahlen. Stockt das Geschäft, gibt es weniger Beiträge und somit gleich die Frage, in welchem Umfang aus der Arbeitslosen- und Rentenversicherung sowie dem Staatshaushalt den Krankenkassen Mittel zukommen können. Da das Arbeitslosengeld geringer ist als das frühere Einkommen, sind auch die Beiträge zur Krankenversicherung niedriger. Das Gleiche gilt für die Rentenversicherung. Die schlechte Konjunktur macht aber die Arbeitslosen und Rentner nicht gesünder und verringert nicht den Bedarf nach medizinischen Leistungen. Auch zahlt der Staat für die verschiedenen Sozialfälle niedrigere Beiträge, weswegen die Kassen darüber klagen, dass sie unentgeltlich Leistungen für die Bürgergeld-, jetzt Grundsicherungsgeld-Bezieher erbringen müssen. Die so entstehenden finanziellen Löcher werden dann über die Zusatzbeiträge der Lohnempfänger ausgeglichen, die keinen Aufschlag auf die Lohnkosten, aber einen weiteren Abzug vom Lebensunterhalt darstellen.

Die Rentenversicherung wird ebenfalls über die Löhne finanziert. Die aktuell Beschäftigten kommen für den Lebensunterhalt der Rentner auf. Und damit hat man ein ganz anderes Verhältnis vor sich, als die Leitmedien mit größter Beharrlichkeit der Öffentlichkeit weis machen wollen: Es hängt eben nicht vom quantitativen Verhältnis der Alten zu den Jungen ab, wie das Bild vom demographischen Wandel immer wieder vorstellig machen will. Bestimmt ist das Verhältnis durch die Zahl derer, die das Kapital entsprechend seinem Geschäftsgang beschäftigen will, und die Anzahl derjenigen, die sich in Rente befinden. Beide Seiten werden maßgeblich durch die Kapitalseite bestimmt – einerseits durch den Umfang der Beschäftigten und die Höhe ihrer Löhne, andererseits durch die Zahl derjenigen, die im Rahmen von Sozialplänen unter Mitwirkung der Gewerkschaften frühzeitig in den Ruhestand geschickt werden. Zudem benutzt der Staat auch die Rentenversicherung für seine Zwecke, ohne dieser Kasse entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. Weil dennoch die Löcher in den Kassen immer größer werden, schlägt sich dies in steigenden Zuschüssen aus dem Staatshaushalt nieder.

Alles in Allem zeigen die Sozialversicherungen, dass die Unsicherheit des Lohnarbeiterdaseins auch durch sie nicht behoben wird. Sie mildern die Folgen ab, weisen aber die gleichen Unsicherheiten auf. Läuft das Geschäft zu Zeiten des Booms, sind die Kassen einigermaßen gefüllt, schwächt es sich ab, wird der Ruf nach Reformen laut – und dann gelten die Sozialleistungen als nicht mehr bezahlbar, wie Merz, Söder und Co. derzeit verlauten lassen. Das heißt natürlich zugleich, dass bei vielen Leistungskürzungen dennoch verstärkt auf die Löhne zugegriffen wird.

Steuern rauf und runter

Zu Beginn eines jeden Jahres wird den Bürgern vorgerechnet, was sich für sie im neuen Jahr alles verändert. Die Regierung hat für Lohn- und Gehaltsempfänger auf der einen Seite die Steuern in geringen Dosen reduziert und schlägt mit der gestiegenen CO2-Steuer bei Heizung, Benzin und Energie auf der anderen Seite zu, so dass von den angeblichen Wohltaten nichts bleibt. Wer auf seine Lohn- oder Gehaltsabrechnung schaut, muss stets feststellen, dass schon fast die Hälfte seines Einkommens vom Staat beschlagnahmt ist, bevor er überhaupt seine Miete und sonstigen festen Kosten bezahlt hat; so schrumpft das, was zu seiner freien Verfügung steht, auf einen geringen Anteil.

Neben den Sozialabgaben wird der Lohn- und Gehaltsempfänger auch als Steuerzahler zur Kasse gebeten und damit zum Ausstatter der staatlichen Haushalte gemacht, aus denen die verschiedenen Staatsabteilungen wie Bund, Länder und Gemeinden ihre hoheitlichen Aufgaben finanzieren – vom Kindergarten über Wirtschaftsförderung bis zur Armee. Der Staat ist allerdings keine finanzielle Umverteilungsstelle, die den Bürgern Geld abnimmt, um es ihnen dann wieder in Form von Dienstleistungen wie Schule und Straßen zukommen zu lassen. Ein nicht unerheblicher Teil – der, wie die gegenwärtige Aufrüstung zeigt, nicht verhandelbar ist – dient der Ausstattung des Staates mit Gewaltmitteln und der Einflussnahme auf andere Staaten.

Auch wenn der Anteil der Lohn- und Einkommenssteuer lediglich ca. 35 Prozent des staatlichen Gesamtsteueraufkommens ausmacht, ist das nicht die ganze Wahrheit. Die Lohn- und Gehaltsempfänger werden ja auch als Verbraucher zur Kasse gebeten, etwa in Form der Mehrwertsteuer. Während Unternehmen diese als Vorsteuer steuermindernd geltend machen können, bleibt sie beim Endverbraucher hängen, also bei denjenigen, die von Lohnarbeit leben müssen. Hinzu kommen dann noch Energiesteuer, Versicherungssteuer, Tabaksteuer, Kraftfahrzeugsteuer usw., so dass Lohn- und Gehaltsempfänger im Endeffekt zu den bevorzugten Ausstattern staatlicher Haushalte gehören.

Während Unternehmen immer wieder über ihre enorme Steuerbelastung klagen und dafür Gehör bei der Politik finden, nimmt die überwiegende Zahl der Bürger, die als Lohn- und Gehaltsempfänger, Verbraucher und Beitragszahler umfangreich zur Kasse gebeten werden, dieses Schröpfen im Prinzip als notwendig hin. Allenfalls werden gewisse Ungerechtigkeiten oder die Verschwendung der Mittel durch die Politik beklagt, als ob von solchen Verstößen die Höhe der Belastungen abhängen würde und nicht von den staatlichen Vorhaben wie z.B. jetzt im Fall der BRD, die führende europäische Militärmacht werden will.

Die doppelte Abhängigkeit

Lohnarbeiter sind sowohl von der Beschäftigung durch einen „Arbeitgeber“ und damit von den Konjunkturen des Geschäfts abhängig als auch von den verschiedenen Leistungen des Sozialstaates. Umgekehrt ist aber auch der ganze Reichtum im Lande – sowohl der Wirtschaft wie auch des Staates – davon abhängig, dass Lohnabhängige brav Tag für Tag ihre Leistung vollbringen. Diese Form der Abhängigkeit ist heutzutage kein Thema mehr, während sie früher einmal in die Losung der Arbeiterbewegung mündete: „Alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will“.

Stark sind Arbeiter alleine nicht, sondern da macht sich die ganze Macht der Konkurrenz gegen sie geltend. Schließlich gibt es mehr Menschen, die auf die Bezahlung ihrer Arbeit angewiesen sind, als vom Kapital effektiv nachgefragt werden. Das können Unternehmer wie Staat für sich bei der Lohngestaltung nutzen, sowohl im Hinblick auf die Höhe als auch auf die Leistung, die dafür zu erbringen ist. Stark sind Arbeiter und Angestellte nur, wenn sie sich zusammenschließen und die Konkurrenz untereinander aufheben. Doch nicht jeder Zusammenschluss führt auch zum Erfolg. So treten etwa die Mitgliedsverbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes für „Gute Arbeit“ ein. Da stellt sich gleich die Frage, wie diese aussehen soll. Nach den Ausführungen der Gewerkschaftsvertreter sind die Voraussetzungen dafür ein tariflich geregelter Lohn, gewerkschaftliche Mitbestimmung durch Betriebsräte und sichere Arbeitsplätze.

Eine seltsame Kombination ist das. Denn erstens sagt ein tariflich geregelter Lohn noch nichts über die Höhe der Bezahlung aus – in den letzten Jahren ist ja diese Bedingung darauf hinausgelaufen, dass mit den Tarifabschlüssen die Reallöhne gesunken sind. Betriebsräte sorgen sich zweitens um den Erfolg ihres Betriebs in Konkurrenz mit anderen, also um erfolgreiche Gewinnerwirtschaftung, die die Kosten nicht aus dem Ruder laufen lässt; und der Erfolg soll dann die Arbeitsplätze sicher machen. Aber drittens gibt es sichere Arbeitsplätze im Kapitalismus überhaupt nicht; sicher sind sie nur solange und in dem Umfang, wie sie sich fürs Kapital lohnen und Gewinne abwerfen. Um das zu gewährleisten, gibt es ständig Rationalisierungen und Entlassungen.

Mit ihren Forderungen tritt die Gewerkschaft für lohnende Arbeitsplätze ein, handelt per Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung Bezahlungen aus, die dem Unternehmen Gewinne sichern, und erhält Arbeitsplätze in dem Umfang, wie ihn das Unternehmen für seine Geschäftsstrategie einplant; der Rest der Belegschaft wird mit Abfindungen und Sozialplänen entlassen. Solche Gewerkschaften sind also alles andere als die Organisation eines „starken Arms“. Die DGB-Mitgliedsverbände haben sich einseitig in diesem Abhängigkeitsverhältnis eingerichtet und wollen die Abhängigkeit des Kapitals vom Mitmachen der Beschäftigten gar nicht geltend machen.

Das Hauptargument dieser Sorte Arbeitervertreter besteht im Verweis darauf, dass die Unternehmen auch Zugriff auf die Arbeitskräfte im Ausland haben und Arbeitsplätze im Inland abbauen können. Deshalb treten sie für den Erfolg des Kapitalstandorts Deutschland ein. Dabei hat die deutsche Politik einiges dafür getan, damit deutsches Kapital in aller Welt sich sowohl der Menschen wie der Märkte bedienen kann. Der Verweis auf die Internationalität des Kapitals ist damit eigentlich ein Hinweis darauf, dass auch Arbeiter sich nicht national, sondern international organisieren müssen, wollen sie der Macht des Kapitals erfolgreich etwas entgegensetzen. Mit einem DGB, der schon das Bekenntnis zur Nation im Namen führt, ist das nicht zu machen.

Suitbert Cechura

Suitbert Cechura ist Hochschullehrer für Sozialmedizin im Ruhestand. Buchveröffentlichungen u.a.: „Kognitive Hirnforschung – Mythos einer naturwissenschaftlichen Theorie menschlichen Verhaltens“ (2008), „Inklusion – das Recht auf Teilhabe an der Konkurrenz“ (2015), „Unsere Gesellschaft macht krank – Die Leiden der Zivilisation und das Geschäft mit der Gesundheit“ (2018)
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79 Kommentare

  1. „[…]Von Ausbeutung und Lohnarbeit will heute aber keiner mehr reden, drückt sich darin doch ein eindeutiges Abhängigkeitsverhältnis aus[…]“

    Kann das sein?

    Ich erfuhr kürzlich, dass die historische Evolution bzw. Entwicklung der Lohnarbeitsverhältnisse, nicht nur nach Karl Marx, aus der Sklaverei/Leibeigenschaft hervorgegangen ist 😉

    Das würde einiges an der „Frechheit“ der „Arbeitgeber“ = „Sklaventreiber/Sklavenbesitzer“ in 2026 erklären 😉

    Zynische Grüße
    Bernie

  2. Ganz ehrlich?

    Als Selbstständiger kann ich das Ausgeführte
    nur bedingt teilen.

    Der Lebensstandard meiner Angestellten ist
    kaum niedriger als meiner, was toll ist,
    allerdings bei einem Bruchteil der Verantwortung und Arbeitslast, mit einem
    Bruchteil der Qualifikation.

    Bezahlter Urlaub, bezahlte Krankheitstage,
    Lohnfortzahlung bei Schwangerschaft,
    kaum Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt,
    absolut paradiesische Zustände.

    Ich mag es für mich nicht anders haben,
    mein selbst gewähltes Schicksal.
    Mitleid halte ich aber ebenso wenig für
    angebracht….

    1. Du bist ganz sicher kein „Selbständiger“!
      Du bist ein absolut Unselbständiger, denn du lebst von der Arbeit der von dir ausgebeuteten Beschäftigen.
      Also geh zu deinen Leuten bei der „Initiative Soziale Marktwirtschaft“, der FDP etc. und heul dich da aus!

      1. Und die Ärzte leben prächtig davon, daß Sie hier den Bürgerkrieg jeder gegen jeden verbreiten.
        „Gessundheit“ (die es nicht gibt) als das biggest business – Sie dabei einfach nur ein Werkstück, unselbstständig sich mit anderen Gekränkten zu verbinden. Stattdessen Salonrevolution – cui bono?

      2. kleine Bemerkung dazu @so&nichanders:
        „Allerdings kann er selbst, gleich seinem Arbeiter, unmittelbar Hand im Produktionsprozesse anlegen, aber ist dann auch nur ein Mittelding zwischen Kapitalist und Arbeiter, ein „kleiner Meister“. Ein gewisser Höhegrad der kapitalistischen Produktion bedingt, daß der Kapitalist die ganze Zeit, während deren er als Kapitalist, d. h. als personifiziertes Kapital funktioniert, zur Aneignung und daher Kontrolle fremder Arbeit und zum Verkauf der Produkte dieser Arbeit verwenden könne. Die Verwandlung des Handwerksmeisters in den Kapitalisten suchte das Zunftwesen des Mittelalters dadurch gewaltsam zu verhindern, daß es die Arbeiteranzahl, die ein einzelner Meister beschäftigen durfte, auf ein sehr geringes Maximum beschränkte. Der Geld- oder Warenbesitzer verwandelt sich erst wirklich in einen Kapitalisten, wo die für die Produktion vorgeschoßne Minimalsumme weit über dem mittelaltrigen Maximum steht. Hier, wie in der Naturwissenschaft, bewährt sich die Richtigkeit des von Hegel in seiner „Logik“ entdeckten Gesetzes, daß bloß quantitative Veränderungen auf einem gewissen Punkt in qualitative Unterschiede umschlagen.“

        MEW Band 23. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 326–327

        1. Und in der sozialistischen DDR waren Kleinbetriebe erlaubt, durften aber nur Familienangehörige beschäftigen. Dann blieb die Ausbeutung immerhin in der Familie.
          Gleichzeitig bot man ihnen aber stets Alternativen an, in großen Reparaturwerkstätten oder Bäckereien in VEB. Und diese hatte den Vorteil einer geregelten Arbeitszeit, sicheres Einkommen und weniger Stress.

          1. Simon

            Und in der sozialistischen DDR waren Kleinbetriebe erlaubt, durften aber nur Familienangehörige beschäftigen.

            Das ist falsch.

            Ich kenne mehrere kleine Handwerksbetriebe, die vor der Wende Gesellen und Verkäuferinnen beschäftigten, die keine Familienangehörigen waren.

      3. Haha. Du bist lustig.
        Ich heul ja gar nicht, wie gesagt.
        Mir geht es super.. 🙂

        Meine jungen Kollegen verlassen nur in Scharen das Land D. Zu viel Bürokratie,
        kein Personal, schlechte Moral.
        Heulen, das machen die anderen, wenn
        sie die Ergebnisse dieser Missstände
        serviert bekommen.

        Gerne weiter so. Dann bleibt für
        mich mehr übrig :-))

      4. @ So und nicht anders: YGL hat mit seinem Mut, Wissen und seinem Kapital
        mehreren Menschen die Möglichkeit gegeben, in einem Job Geld zu verdienen,
        dass sie und ihrer Familien ermöglicht ein Dach über dem Kopf zu bezahlen,
        sich zu ernähren und das sie Krankenversichert und Rentenversichert sind.
        Er trägt die volle verantwortung für die Firma vermutlich alleine. Seine Mitarbeiter
        haben sich für einen Job bei ihm entschieden und wahrscheinlich das Risiko
        gescheut sich selbstständig zu machen. Wieso beutet YGL seine Mitarbeiter aus,
        wenn er ihnen hilft zu überleben? Sie sind freiwillig in seine Firma gekommen
        und können jederzeit auch wieder gehen. Keiner muß arbeiten. Es gibt in Deutschland
        keinen Arbeitszwang. Wenn Leute wie YGL bald ihre Firmen dicht machen müssen,
        weil unsere Schwachköpfe in der Regierung ihnen die Bedingungen noch schlechter
        gestalten, dann können Sie mit ihrer Antifa noch so viel randalieren und gegen rechts
        wettern, aber trotzdem haben die Menschen balt nicht mehr zu essen.

        1. Hier mal wieder so ein Kommentar aus der liberalen Ecke, der auch nur die bestehenden Verhältnisse weiter zementiert, ohne die Eckpunkte des Betriebs von „YGL“ überhaupt auch nur im Ansatz zu kennen.

          1. Was auch immer YGL macht, ich wette ein Jahresgehalt, dass der in einem Jahr für die Gesellschaft und andere Menschen mehr tut, als du im ganzen Leben getan hast!

            1. Du hast keine Ahnung, wie vielen Menschen ich überhaupt ermöglicht habe, mal Urlaub zu machen oder gar mobil zu werden oder zu bleiben.
              Und gleichzeitig noch für ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen, derer ich nun mal verpflichtet bin.

      5. @So und nicht anders
        Auch, wieder ein wenig zielführender Kommentar, ihm das einfach so vorzuwerfen, ohne überhaupt eine relevante Information seinen Betrieb zu haben.
        Hättest mal nach seinen Bedingungen fragen sollen. anstatt ihn gleich zu verurteilen….

    2. Mir ist auch schon aufgefallen, dass ein ziemlich großer Teil des Prekariats heutzutage unter der stolzen Flagge des freien Unternehmertums segelt und allerlei interessante Experimente in Sachen Selbstausbeutung anstellt. Später dürfen sich diese libertären Helden dann freuen, dass ihnen die Grundsicherung im Alter ein karges Überleben vielleicht ermöglicht. Die Politik blickt derzeit allerdings bereits mit Unmut auf dieses die Staatskasse belastende Segment – da bahnen sich wohl weitere ‚Reformen‘ an, wo die Nation noch ganz, ganz große Sachen sich vorgenommen hat…

    3. YGL

      Der Lebensstandard meiner Angestellten ist
      kaum niedriger als meiner, was toll ist,
      allerdings bei einem Bruchteil der Verantwortung und Arbeitslast, mit einem
      Bruchteil der Qualifikation.

      Bezahlter Urlaub, bezahlte Krankheitstage,
      Lohnfortzahlung bei Schwangerschaft,
      kaum Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt,
      absolut paradiesische Zustände.

      Ich tippe auf Putzfirma.

    4. @ YGL
      Das es einzelne Nischen gibt, wo ein Kleinbetrieb die Möglichkeit hat, faire Löhne zu zahlen und damit einen guten Lebensstandart im bestehenden ausbeuterischen Kapitalismus zu ermöglichen ist ja noch durchaus nachvollziehbar.
      Ich habe selbst über 35 Jahre eine kleine Autowerkstatt, zusammen mit einem Partner mit 2 Angestellten geleitet.
      Aber das sind respektive waren, wie ober schon erwähnt „Nischen“.
      Die absolute Mehrzahl der Arbeiter gerade in meinem Bereich sind schon seit Ende der 90er und erst recht seit der Einführung des Euro nicht mehr in der Lage ihren Lebensstandart zu halten, geschweige denn, mehrfach im Jahr in den Urlaub zu fahren.

      Hier einen zu erzählen, vor allem, ohne zu sagen, welches Gewerbe er denn Ausfüllt, noch sich über die genaue Größe und Höhe der Bezahlung seiner Mitarbeiter zu äußern, ein Loblied auf die Lohnarbeit zu singen, halte ich doch für mehr als unangebracht.

      1. Sind Sie es wirklich ?
        Hätte nicht gedacht, daß Sie auch differenziert können…😉
        Ja, sehe ich ähnlich.
        “ mehrfach im Jahr in den Urlaub zu fahren.“
        Das konnte ich den größten Teil meines Lebens nicht. Auch nicht als Selbständiger.
        Und bei dem obigen Schönreden/Hoch auf das Unternehmertum könnte man glatt meinen, Fritze Schmerz und Konsorten zuzuhören.
        „Bezahlter Urlaub, bezahlte Krankheitstage,
        Lohnfortzahlung bei Schwangerschaft,
        kaum Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt,
        absolut paradiesische Zustände.“
        Klar, bei den genannten Dingen handelt es sich ja auch nur um einen unverdienten Luxus. Eigentlich trägt ja der ‚Unternehmer‘ die ganze Last/Verantwortung und den ‚Arbeitnehmern‘ geht es noch viel zu gut.
        Daß das Lichtjahre von der Realität eines sehr großen Teils der Bevölkerung entfernt ist, wen schert’s ?
        Hauptsache, man kann weiter spalten, auf die bösen Faulenzer und ‚Heulsusen‘ schimpfen und das Hohelied des „Wer sich anstrengt, kann alles erreichen“ und „Ist alles nur eine Frage des Arsch-Hochkriegens“ (wie sich ein offenbar geistig verwirrter Barde eines westdeutschen Dialekts immer wieder äußerte) singen.
        Es ist so unglaublich langweilig. Es sind immer wieder die gleichen, banalen und jegliche Kreativität vermissen lassenden Pseudo-Provokationen, die hier aufgetischt werden. Aber gut, was will man von einem ‚Young Global Leader‘ auch anderes erwarten…

  3. Irgendwann ist halt Daddeldu im Gut und Gerne,
    wenn vom Brutto nicht viel Netto übrigbleibt. Und wer über 50% Mietkosten hat da bleibt nicht’s im Leben.

    1. Bis dahin ist noch gaaanz viel Luft.

      Die einzigen, die es seit Jahren konsequent
      eng haben, sind kinderreiche Familien,
      die dem Staat nicht auf der Tasche
      liegen. Das ist aber eine aussterbende Spezies.
      Da muss jeder Pfennig rumgedreht werden.

      Den allgegenwärtigen Paaren mit Doppel-
      Verdienst und max. 0-1 Kind geht es subba.
      2 Autos, min. jedes Jahr Urlaub mit Flug,
      alles an Abos, was geht. Das ist auch der Grund,
      warum sich in diesem Land kein Widerstand
      regt: Man/frau ist satt bis an die Halskrause…

      1. Von wem redest du eigentlich…du scheinst mit deinen Ausführungen echt in einer Blase zu leben.
        Ich frag mich, was du hier eigentlich suchst, wenn doch alles so toll ist?

  4. Keiner braucht hier zu meinen es wird schon mal wieder besser im Kapitalismus. Es geht nur eine Richtung, denn Kapitalismus ist Krieg und solange es genug Naive gibt die weiter kapitalistische Parteien wählen oder nicht wählen wird sich daran nix ändern.
    Dabei gibts eine Alternative:
    Ein Staat, in dem 40 Jahre lang Mangel herrschte
    https://sascha313.wordpress.com/2019/05/05/kay-strathus-ein-staat-in-dem-40-jahre-lang-mangel-herrschte/
    Es gab in der DDR
    keine Ausbeutung
    keine Arbeitslosigkeit
    keinen Mietwucher
    keine Obdachlosigkeit
    keine Kinderarmut
    keine Altersarmut
    keine Geschäfte mit der Angst
    keine Abzocker und Kredithaie
    keine Schuldenfallen und Schuldeneintreiber
    keine Diskriminierung der Frau
    keine Amokläufe in Schulen
    keine Naziparteien
    keine Revanchistenverbände
    keine Wehrmachtstraditionsvereine
    keine „Pressefreiheit“, denn es gab
    keinen Sensations-, Gossen- und Hysterie-Journalismus
    keine Klatsch-und-Tratsch-Presse
    keine Kriegspropaganda
    keine Waffenlobbyisten
    keine Kriegsbeteiligung
    keine Rassenhetze
    keine Monopolkapitalisten.

      1. YGL

        …und es war sooo super, dass den Leuten
        an der Mauer in den Rücken geschossen wurde.

        Das darf nicht vergessen werden, aber an der deutsch-niederländischen Grenze wurde nach dem WK II Kaffeeschmugglern „in den Rücken geschossen“. Wie steht es geschrieben: „Es kam zu Todesfällen“.

        1. Das waren 40-45 Tote und die dt. nl Grenze war schließlich keine Grenze zwischen verfeindeten Systemen wie Natopakt und Warschauer Vertragsstaaten. Also umso schlimmer.

      2. Sie haben schon diesbezüglich Recht, aber beide Systeme sind halt für´n Arsch so lange es eine Hierarchie gibt.
        Keine Herren, keine Sklaven!

        1. Unsinn. Da sind wir wieder beim Beispiel der Rancher und seinen Revolverschützen. Ohne Obrigkeit gehts nicht, dein Heiliger Geist wird nicht für Ordnung und Recht sorgen.

          1. Sie haben mich gerufen? Wer denn sonst, wenn nicht der heilige Geist der uns alle verbindenden Sittlichkeit, unseren Ansichten über das Gute und das Böse? Soll die Obrigkeit etwa egoistisch machen was sie will, ganz ohne Gesetz? Das wäre ja wohl nicht im Sinne des Herrn. Darum haben wir die Checks and Balances, nicht nur damit keiner ein Feuerchen gegen soziale Kälte entfacht und darauf ein paar Hexen verbrennt (und den neusten Forderungen nach auch gleich noch als Mahlzeit serviert), sondern damit die Obrigkeit nicht einfach durchdreht wie die Azteken und SINNlos Opfer bringt, völlig ohne nationale Interessen. Wenn der Herr nun schon auf Erden ist, als alleine Recht setzende Gewalt uns alle ins Unrecht setzt, dann ist die notwendige Konsequenz, dass wir uns alle selbst ins Gefängnis sperren und die Vergebung unserer Sünden abwarten. In dieser Hinsicht macht meine Sache weiterhin ausgezeichnete Fortschritte, nur schon in den letzten 100 Jahren um ca. 30%. Wenn wir das zusammen noch weiter steigern können, dann kennt man die Welt nicht bloss über 6 Verwandte, sondern auch über Mithäftlinge. Der Fortschritt der Gerechtigkeit ist in dieser Hinsicht nicht zu leugnen, gelobet sei der Herr.

    1. @ Simon: Wenn es in der DDR alles so super war, warum gibt es sie nicht mehr?
      Es gibt Menschen, die möchten nicht 8-12 Jahre auf ein Auto warten, was dann
      auch noch eher wie ein provisorischer Rasenmäher fährt. Andere möchten nicht alle
      paar Tage die Lichtschalter reparieren. Ich habe einige Nachbarn aus der ehemaligen
      DDR, da ich nur 400m vom früheren Grenzfluss Elbe entfernt wohne. Viele trauern
      den Dingen nach die Sie aufgezählt haben, sagen dann aber, dass das auf Dauer
      gar nicht bezahlbar war. Woher bekommt der Staat das Geld, ohne Firmen die Steuern
      zahlen?

      1. „Woher bekommt der Staat das Geld, ohne Firmen die Steuern
        zahlen?“
        ->Hä?
        Woher bekommt der Alkoholiker den Alkohol, ohne ihn zu trinken?
        Woher bekommen Krankenhäuser ihre Kosten bezahlt, ohne Leute, die krank sind?
        Woher bekommen Bienen ihren Honig, ohne Imker, die sie züchten?

          1. @ Monotonomer: Sie müssen mir nun auch nix andichten. Das wir die Reichen
            brauchen, habe ich noch nie gesagt. Wir brauchen aber Unternehmer und deren
            Innovationen. Ohne das China die Privatisierung geöffnet hat, wäre das Land
            in den letzten 20 Jahren nie so weit gekommen. Innovationen wurden in der
            DDR im Keim erstickt. Melkus hätte wirklich Autos bauen können, die denen
            im Westen ebebürtig gewesen wären. Der erste Fluorkohlenwasserstoff freie
            Kühlschrank wurde in der DDR gebaut. Aber er wurde nur in geringen Stückzahlen
            produziert, weil die „Herrschenden“ ihn nicht in den 4 Jahresplan einbauen
            konnten. Die Reichen die Sie meinen, tragen nichts zum Wohle der Menschen
            bei. Die vermehren ihr Vermögen durch Korruption mit den Politikern und
            mit Spekulationen auf Güter, die wir zum Leben brauchen und die so teuer
            werden. Der Kapitalismus muß nicht abgeschafft werden, ihm müssen nur
            wirklich die Zügel angelegt werden. Als Erstes müssen die Lobbyisten auf den Parlamenten verbannt werden. Ebenso die Farmareferenten aus den Arztpraxen.
            Nebentätigkeiten in der Wirtschaft wie Aufsichtsratsposten, müssen den Politikern
            und anderen Staatsangehörigen verboten werden. Das alles wir nie geschehen,
            aber träumen darf man ja in Deutschland noch……..noch.

            1. Das ist Unsinn. Im Sozialismus der Sowjetunion ab dem ersten 5Jahresplan waren die Fortschritte weit höher als das in China bis heute war.
              Nebentätigkeiten.. wirst du im Kapitalismus nie verhindern, egal wie man die bezeichnet. Die Räte des DDR-Parlaments machten das unbezahlt und nebenberuflich.

        1. Naja, die Firmen und vor allem die Konzerne zahlen nicht viel Steuern. Das sind hauptsächlich die Werktätigen. Wir leben schließlich im Kapitalismus mit seinen Steuerparadiesen.

      2. Warum es die DDR nicht mehr gibt? DAS fragst du dich noch immer 36 Jahre danach? Vom Sozialdemokratien Gorbatschow hast du offensichtlich noch nie gehört.

    2. Du bist ja ein gar lustiger Genosse, hat die Margot mit den stahlblauen Haaren dir den Kopf verdreht, warst du in sie verliebt ? Oder hast du mit Harry Tisch zusammen “ Hütchen hüpf“ gespielt ? Oder hat Erich Mielke deine Lebensversicherung bezahlt ? Na komm, erzähl mal, brauchst keine Angst haben, sind alle im sozialistischem Himmelreich.
      Da gibts sogar Bananas…

      1. Ich frage mich ja nicht wirklich, was so aufgeplusterte Prolos wie sie dazu verleitet, sich für witzig oder gar geistreich zu halten. Aber gut, vllt ist ja grindr gerade down und sie brauchen eine Ersatzbefriedigung.

      2. Klar, lieber in Freiheit unter der Brücke arbeitslos verhungern und krepieren aber dafür das Recht gehabt zu haben von goldenen Tellern zu essen.

      1. Nein, im Gegenteil. Wer hätte denn Terroristen wie den KgU sonst bekämpfen und finden sollen?
        Dein Problem sind die frei erfundenen Brd-Spielfilme dazu. Wer der Brd-Propaganda gläubig ist sollte sich aber auch impfen lassen und vorm Klima paniken.

        1. Simon

          Dein Problem sind die frei erfundenen Brd-Spielfilme dazu. Wer der Brd-Propaganda gläubig ist sollte sich aber auch impfen lassen und vorm Klima paniken.

          Gibt es einen sachlichen Grund für deine intellektuellen Ausfälle? Nein?

          Welchem Zweck sollten diese dann dienen?

          Ich sag’s mal so: Deine Überzeugungen kannst du damit retten, – dein Gesicht wirst du dabei verlieren.

    3. @Simon
      Stimmt, denn das Monopol hatte der Staat der in Saus und Braus sich mit mit den Devisen im Westen ein gutes Leben machen konnte.
      Sozialismus ohne Staat wäre die Anarchie und hat den Fisch.

      1. @ motonomer

        „Sozialismus ohne Staat wäre die Anarchie … “

        Und das ist das Dilemma. Jeder Staat selbst wendet Mittel an, die das freie Gesellschaftsmitglied bedrängt. Gier und Habsucht kann der Sozialismus nicht abschaffen. Und die Apologeten des Sozialismus sind ebenso wenig frei davon.

        1. Wirklich? Wie hoch war also das Einkommen und Vermögen Honeckers, des reichsten Mannes in der DDR? Beides ist doch bekannt, dir etwa nicht?!

      2. Ach, wo waren denn die 100m Privatjachten, die Fuhrparks mit Rolls, Ferrari, Lambo, Villen und Landsitzen weltweit verteilt, dem Eigentum an Konzernen… der Saus-und Braus Obrigkeit deiner DDR-Fiktion?

        Kann es sein daß du einfach naiv Kapitalismus mit Sozialismus verwechselst?

    4. @ Simon

      Dabei gibts eine Alternative:
      Ein Staat, in dem 40 Jahre lang Mangel herrschte

      Na ja, wenn das so eine Alternative gewesen wäre, dann wäre die historisch größte PR-Aktion „BRD“ – und das meine ich jetzt nicht ironisch – krachend gescheitert.

    5. keine Ausbeutung

      Also wenn du mich fragst, bevorzuge ich es, „ausgebeutet“ zu werden, wenn das weniger Arbeit und mehr Wohlstand für mich bedeutet. Kein überzeugendes Argument.

      keine Arbeitslosigkeit

      Die müsste es hier auch nicht geben, wenn wir Politiker hätten, die die Zusammenhänge von Geldschöpfung und Wirtschaft verstehen würden. Davon abgesehen gab es m.W. aber auch kein Arbeitslosengeld, in der DDR hatte man tatsächlich zu arbeiten (oder es zumindest glaubhaft vorzutäuschen), auch Akkordarbeit am Band, mit Leistungsvorgaben gab es.

      keinen Mietwucher

      Würde es hier auch nicht geben, wenn wir endlich mal die Massenzuwanderung beenden würden. Die DDR war da übrigens sehr viel restriktiver, auch weil bis zum Ende Wohnungsknappheit herrschte…

      keine Obdachlosigkeit

      Zumindest keine offene, aber auch das müsste es nicht geben, m.W. gibt es für Migranten eine Unterbringungspflicht, ist halt Pech, wenn man ein privilegierter „alter weißer Mann“ ist.

      keine Kinderarmut

      Stimmt, waren alle einigermaßen gleich arm. Der Unterschied bestand im Buntfernsehen, Telefonanschluß und dem Zugriff auf ein besseres Auto (als einen Trabant)… und vielleicht noch in der Bewilligung eines FDGB-Urlaubsplatzes oder sowas.

      keine Altersarmut

      Wie man es nimmt… Kreuzfahrten konnte man ja nicht vermissen.

      keine Geschäfte mit der Angst

      Stimmt, die wurde schon für den Staatserhalt instrumentalisiert.

      keine Abzocker und Kredithaie
      keine Schuldenfallen und Schuldeneintreiber

      Vermutlich nicht, wenn man eh nichts Größeres zu kaufen bekommt, gibt es dafür natürlich keinen Bedarf.

      keine Diskriminierung der Frau

      Ja, gibt ja Frauen, die das als großes Privileg sehen, zur Vollzeitarbeit genötigt zu werden.

      keine Amokläufe in Schulen

      Und wenn, dann hättest du nichts davon erfahren 😉

      keine Naziparteien

      Wozu auch, wählen machte Dank Einheitspartei ja ohnehin keinen Sinn.

      keine Revanchistenverbände

      Das war auch nicht nötig, die DDR war in der Nachfolge von Helden wie Ernst Thälmann, die Ostdeutschen waren die guten Deutschen, nur die Westdeutschen beerbten die bösen Nazis!

      keine Wehrmachtstraditionsvereine

      Hätte jetzt auch nicht mitbekommen, dass es da im Westen viele gegeben hätte. Aber schon recht, im Osten gedachte man lieber der heldenhaften Befreiung durch die rote Armee (und verschwieg die Sauereien die diese dabei anrichtete). Aber was solls, so läuft das halt.

      keine „Pressefreiheit“, denn es gab
      keinen Sensations-, Gossen- und Hysterie-Journalismus
      keine Klatsch-und-Tratsch-Presse

      Und keine alternativen Darstellungen, Meinungsfreiheit wird halt auch vollkommen überschätzt, wo wir doch alle wissen:
      https://www.youtube.com/watch?v=iWJb_Y35O5A

      keine Kriegspropaganda

      Wozu auch, man hatte zu gehorchen, es gab ja auch keinen Zivildienst.

      keine Waffenlobbyisten

      Ja, keine Form von Werbung, weil halt alles knapp war.

      keine Kriegsbeteiligung

      Wie war das im Westen? Ich meine das setzte auch erst nach der Wende ein, oder?

      keine Rassenhetze

      Welche Beispiele für „Rassenhetze“ findest du in der BRD? Die DDR war ziemlich restriktiv, was die Zuwanderung anderer Ethnien betraf, es gab Bildungsprogramme, die aber immer wieder zu Unfrieden führten, auch deshalb, weil viele sozialistische „Bruderländer“ vor allem junge Männer schickten (die dann natürlich um die deutschen Frauen buhlten, eine Garantie für Verstimmungen).

      keine Monopolkapitalisten

      Ja, lauter Monopole, ganz ohne Kapitalisten, war auch irgendwie schei**e…

  5. Die Analyse des Autors ist sicher bemerkenswert, den Elefanten im Raum, den Kapitalimus, umschifft er allerdings weitgehend elegant, aber so wirkt auch seine Abhilfe, Kontrolle des Kapitals durch einen internationalen Gewerkschaftsverbund, ziemlich schwach und eher hilflos. Die Rahmenbedingungen für das Kapital werden durch die nationale Politik gesetzt und diese wird zunehmend durch das internationale Kapital beherrscht, ein besseres Symbol dafür als unser „BlackRock – Kanzler“ ist kaum noch vorstellbar. Da hilft auch ein internationaler Gewerkschaftsbund kaum weiter.

    Schon Walter Eucken. keineswegs Sozialist sondern Ordoliberaler, hat dazu dies gesagt „Die Macht des Kapitals kann nicht kontrolliert werden, sie muss verhindert werden.“ Als Quelle der Macht des Kapitals gilt seit Marx das Eigentum an den Produktionsmitteln.

    Nun hat sich aber auch der „real existierende Sozialismus“ nicht gerade als das gelbe vom Ei erwiesen, da waren die Produktionsmittel verstaatlicht. Dieser wird oft als einzige – und negative – Alternativ zum Kapitalismus dargestellt. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Eine beschreibt Sahra Wagenknecht in ihren Büchern „Freiheit statt Kapitalismus“ und Reichtum ohne Gier“. Hier gehörten die Produktionsmittel niemandem bzw. quasi sich selbst und werden letztlich von den Mitarbeitern verwaltet. Vorbild- und Beispielhaft sei die Carl-Zeiss-Stiftung erwähnt, auch der Begriff „Verantwortungseigentum“ zeigt in die dargestellte Richtung.

    1. @Juergen
      Aufbauend auf Wagenknechts Buch beschreibt Norbert Häring in seinem Buch „Endspiel des Kapitalismus“ ein sehr ähnliches Bündel an Unternehmenstypen, ersetzt aber die „Öffentliche Gesellschaft“ durch die „Genossenschaft“.

    2. Nochmal für @ alle
      Kapitalismus ist nicht zu zähmen oder gar zu reformieren, weil er immer zyklisch für Inflation und/oder Krieg führt,

  6. Lohnarbeit ist so was von Gestern! Ein Anachronismus, wie er im Buche steht! Ein geistesgeschichtliches Fossil! … Wir leben im 21.Jh. n. Chr. und denken in weiten Teilen immer noch in Kategorien des 21.Jh. v. Chr. (und wahrscheinlich sogar noch früher)! … Die Frage der Lohnarbeit und damit zusammenhängende Fehlentwicklungen wurden schon im Alten Testament thematisiert!!! …
    Die Implikationen der L. wurde und wird nach allen Regeln der Kunst debattiert und analysiert etc., aber sie wird immer noch nicht grundsätzlich in Frage gestellt. IRRE! …
    Mein Vorschlag: Umsonst leben und arbeiten, voneinander lernen. …

    1. Umsonst leben und arbeiten, voneinander lernen.

      Einverstanden, ich hätte Bedarf an jemanden, der mein Haus dämmt, wann hast du Zeit? (und kannst du bitte die Dämmung mitbringen, soll ja umsonst sein)…

        1. Er wird sich für gar niemanden abrackern, sondern einfach verhungern, das kindliche Gemüt. Machmal hilft es, die Konsequenzen bestimmter Forderungen ein bisschen zu veranschaulichen, um die graue Masse in Schwung zu bringen…

          1. Ja klar. Weil ja nur isst, wer Lohnarbeit verrichtet. Lassen sich die Schmerzen eigentlich aushalten? So langsam ist es wohl an der Zeit, sich Sorgen zu machen.

      1. Sooo funktioniert das natürlich nicht! 😉

        Denn, wenn nur ein Einzelner träumt, bleibt es ein Traum, wenn aber immer mehr Menschen anfangen mitzuträumen (und auch erste Schritte darauf zugehen) dann ist dies der Anfang einer neuen Wirklichkeit. …

  7. Darf ich zum guten Schluss dieser Debatte daran erinnern, dass mit der Umsatzsteuer als Abschöpfung der Wertzuwächse am Ende der Produktions- und Handelskette die Lage hergestellt wurde, dass ALLE Verbraucher ganz zum Schluss der Handelskette bezahlen. Vor Einführung dieser Art der Steuerberechnung zahlte in der alten BRD jedes Glied der Produktionskette 4 % auf die aus der Wertschöpfung des eigenen Betriebs stammenden Überschüsse.
    Steuern werden nicht dadurch gerechter, dass jeder der ein Wirtschaftsgut als Endverbraucher zum eigenen Nutzen erwirbt, den gleichen Steuersatz zu zahlen hat. Der letzte in der Kette löhnt alles!!! Und das ist der Verbraucher! Darunter leiden vor allem die Endverbraucher mit den niedrigsten Einkommen. Denen nützt es gar nichts, wenn ihre Löhne unterhalb der Schwelle für die Einkommensteuerpflicht liegen. Und die Sozialdemokratie in der BRD hat dabei mitgespielt. Ungleiches gleich zu behandeln hat mit Gleichheit nichts zu tun.
    Die Umstellung auf die „VAT“ Steuererhebung führte zur Steigerung von Gewinnen und Marktmacht großer Unternehmen im Vergleich zu kleineren und mittleren Handels- und Handwerksbetrieben. Das war so gewollt! Wer immer bloß auf Lohnzuwächse starrt, ist am Ende der Dumme.
    .

  8. Die Finanzaristokratie saugt sowohl den Unternehmer wie den abhängig Beschäftigten aus. Damit das so bleibt wird von den marxistischen „Linken“ eine künstliche Feindschaft zwischen Unternehmern und Arbeitern geschürt. Natürlich gibt es immer einen Streit über den richtigen Interessenausgleich zwischen Arbeitsplatzschaffenden und Arbeitenden.

    Aber die Blutsauger sitzen völlig ungerührt und unspektakulär am Rand der Arena und geniesen das von Marxisten aufgezogene Spiel der Leistungsträger der Gesellschaft gegeneinander.

    1. Kann mit dem Begriff `Finanzaristokratie´ nichts abfangen. Was, wer ist gemeint? Welche Handlungsweisen können nachverfolgt werden?
      Könnte es damit zusammenhängen, das die Einheitsklasse Unternehmer nicht mehr gibt und eine einheitliche Arbeiterklasse auch nicht mehr.
      Was sollen für eine Gesellschaft im Umbruch solche Wort-Debatten. Nicht jedes Wort ist ein Begriff. Die beiden muss man erst einmal zusammenbringen. Es st ein Element des Umbruchs, dass es immer öfter nicht mehr gelingt. Umbrüche führen zu nicht kalkulierbaren gesellschaftlichen Veränderungen. Da helfen weder Kaffeesatz-Leserei noch statistisch umrahmte Spekulationen. Menschen auf der Straße statt in Foren, könnten vielleicht bestimmte Richtungen erzwingen, aber doch nicht das Gelaber in digitalen Medien.

      1. andere Sprechen von „Finanzoligarchie“ (zB Pepe Escobar) wenn ihm das lieber ist. Ich sage lieber Finanzaristokratie weil diese Schicht direkt aus der historischen Aristokratie erwachsen ist – und oft genug heute auch noch sich mit Titeln und Würden brüstet.

        Wer das ist? Alle die, die Geldströme lenken, riesige Vermögen verwalten, das Finanzsystem und dessen Organe betreiben, an der Börse spekulieren lassen, Politik steuern um Geld immer effektiver von untern nach oben umzuverteilen, …

        1. Nehmen wir einfach mal den Schuldendienst der USA:

          das sind jährlich 250 Milliarden Dollar an Zinsen, die die Kreditgeber praktisch risikofrei und sicher und ohne jede Anstrengung einkassieren. Da sind sicher auch ein paar kleine dabei, aber die Großen, die den Löwenanteil einstreichen sind auch die, die in einem denkbaren Kreditausfall bevorzugt aus der Konkursmasse bedient werden. Schon alleine weil die es als erste wissen und reagieren können, wenn die KLeinanleger sich noch im sanften Schlaf wiegen.

          Ein Viertel, 25% des Staatshaushaltes der USA gehen n den Schuldendienst. Und das ist praktisch nur Zins, keine Tilgung. Denn es wird nicht getilgt sondern immer weiter Schulden aufgenommen. Bei uns sieht es nicht viel anders aus. Ein Viertel, 25% UNSERER STEUERzahlungen!

          Wir sind die Opfer der Internationalen Finanzoligarchie. (Und nicht die Opfer von Unternehmern, wie uns die Marxquarker verlogen weiß machen wollen.)

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