
Hinter der Brandmauer schwelen und brennen die gefährlichen Probleme unseres Landes, die in mehr als dreißig Jahren nicht gelöst worden sind. Diese Fehler der Politik werden aber zu Recht von einer wachsenden Wählerschaft, besonders im Osten, als brennende Probleme empfunden.
Die Gefahr von rechts
Die größte Gefahr von rechts in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland war Franz Josef Strauß. Er war ganz offenbar ein verhinderter Diktator. Strauß wollte für sich Macht, viel Geld und die Atombewaffnung. In der Spiegel-Affäre hat er gegen den Rechtsstaat agiert und ließ Journalisten verhaften. Strauß war auch ein Privat-Flieger wie Friedrich Merz und fühlte sich allen anderen an Geist und Kraft überlegen.
Doch Strauß ist gescheitert an Helmut Kohl, der ihn gezielt ins Messer laufen ließ. Das ist das einzig große Verdienst von Helmut Kohl für die deutsche Demokratie: Er hat die Kanzlerschaft von Strauß durch einen Trick verhindert.
Als CDU-Chef gab Kohl Strauß den Vortritt als Kanzlerkandidat der Union gegen Helmut Schmidt und Strauß verlor die Wahl, was er in seiner Hybris nicht erwartet hatte, Kohl aber wohl. Später hat Kohl dann den beliebten Kanzler Schmidt gestürzt, nicht in einem Wahlgang, sondern durch eine verräterische Koalition mit der FDP.
Der Beitritt der neuen Länder
Danach kamen die sechzehn Jahre der Regierungszeit von Helmut Kohl mit ihren Männerfreundschaften und Geldzuwendungen an die CDU und materiellem Überfluss für die Wählenden. Leider kennt das deutsche Grundgesetz keine Begrenzung der Amtszeit.
So ist dem Dauerkanzler Kohl die Wiedervereinigung in den Schoß gefallen, die er gründlich vermasselt hat. Aus der über Jahrzehnte herbeigesehnten Wiedervereinigung hat man den „Beitritt neuer Länder“ gemacht, um das Gebot der Präambel des Grundgesetzes zu umgehen, in der stand, dass im Fall der Wiedervereinigung eine neue, vom Volk legitimierte Verfassung das provisorische Grundgesetz ersetzen sollte.
Große Chancen, einfach vermasselt
Folgende Verfassungsfehler hätte man beseitigen müssen:
Mangelnde Vorschriften für die innere Demokratie der Parteien.
Ein Verbot, den Fraktionszwang auszuüben.
Die Erhebung der Koalitionsverträge zu Gesetzen der Politik zu unterbinden, weil sie nicht demokratisch zustande kommen, sondern in geheimen Absprachen.
Das Verfahren abzustellen, nach dem Abgeordnete ihre eigenen Diäten und Vergünstigungen selber beschließen.
Die Weisungsbefugnis der Landesregierungen über die Staatsanwaltschaften abzuschaffen; denn das widerspricht der Gewaltenteilung.
Auch eine Neueinteilung der Bundesländer wäre möglich gewesen
und die Befreiung der Rundfunkanstalten von ihrer strengen Hierarchie
und vielleicht auch die Einrichtung demokratischer Medien, oder wenigstens öffentliche Diskussionsforen im Internet, unter demokratischer Kontrolle.
Plumpes Gepolter und Verachtung
Stattdessen hat die Regierung von Helmut Kohl, der von der Volkswirtschaft nichts verstand, durch den viel zu günstigen Umtausch der Mark der DDR in die D-Mark die revolutionäre Bewegung im Osten durch einen Konsumrausch erstickt und die vorhandenen wirtschaftlichen Kapazitäten durch Abwicklung des Volkseigentums fast völlig zerstört.
All diese plumpen Versäumnisse entsprechen der Denkweise des übergewichtigen körperlichen Riesen Kohl, der mit seinem Egoismus alle anderen Geister, auch in der CDU, auf primitive Art niedergerungen hat. Es entspricht auch der traditionellen Feindseligkeit der CDU/CSU gegenüber jeder Form von Sozialismus und gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik, die auch ihre Errungenschaften hatte.
Auferstanden aus Ruinen…
In der DDR gab es mehr Gleichberechtigung der Frauen, mehr soziale Sicherheit, große Literaturpflege, Breitensport und nicht zuletzt eine eigene Flagge und eine sinnvolle Nationalhymne: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“, anstatt des Deutschlandliedes „Deutschland Deutschland über alles“, von dem man nur die dritte Strophe noch singen kann.
Nach den heutigen Maßstäben müsste jeder, der die erste Strophe des Deutschlandliedes singt, als Nazi gebrandmarkt und vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft werden. Die dritte Strophe des Liedes ist jetzt die Nationalhymne, sagt aber nichts über unser Nachkriegsland. „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland.“ Das ist nur Gesäusel. Deshalb habe ich selber, der ich an der Westgrenze aufgewachsen bin, diese Nationalhymne noch nie gesungen und werde sie auch nie singen. Das Deutschlandlied ist mir zu peinlich und unangenehm.
Jetzt, eine Generation später, ist der Unmut der Bevölkerung im Osten über all die Versäumnisse und Ungerechtigkeiten langsam hochgekocht und sichtbar angebrannt. Das treibt die Alternative für Deutschland voran, nachdem die aus der sozialistischen Einheitspartei hervorgegangene Linke es nicht geschafft hat, ein Machtfaktor im Beitrittsland zu werden.
Die Gefahr der Macht von oben
Heute ist der gefährlichste Politiker für die deutsche Demokratie nicht Björn Höcke, sondern Friedrich Merz. Er hat bei Weitem nicht die Intelligenz und Kraft von Franz Josef Strauß, aber er ist genauso rücksichtslos gegenüber den Interessen des Staates, der Industrie, der Bevölkerung und der Zukunft des Landes. Und das ganz besonders Gefährliche an Merz ist, er hat die Macht, er ist Bundeskanzler, was Strauß nie geworden ist.
Merz macht die größten Schulden, die je eine deutsche Regierung gemacht hat, an erster Stelle, um die Ukraine zu stützen, weil sie gegen Russland kämpft, und um Deutschland militärisch aufzurüsten, damit wir bald auch gegen Russland kämpfen sollen. Das ist dumm und brandgefährlich und es ist nur möglich, weil wir keine kritische Presse mehr haben, wie es, zur Zeit von Strauß, der Spiegel unter Rudolf Augstein war.
Brand und Glut vor und hinter der Brandmauer
Zur Ablenkung dient quer durch alle Parteien, durch Politik und Bevölkerung eine Einheitsfront, genannt die Brandmauer, gegen die stärkste Opposition, die Alternative für Deutschland, welche angetreten ist, das Parteienkartell zu durchbrechen und dies mit einer radikal-demokratischen Opposition von rechts versucht. Weiter rechts als die CSU unter Franz Josef Strauß, ist die AfD nicht. Ihr besonders umstrittener Politiker ist Björn Höcke, ein intelligenter Redner, der aber eine völkische Idee im Kopf hat, die zum Glück nicht mehrheitsfähig ist, vermutlich nicht einmal in der AfD.
Während Friedrich Merz in seinem Russenhass und Revanchismus alte Naziparolen fast wörtlich wiederholt und Russland auf allen Ebenen, die ihm als Kanzler zur Verfügung stehen, angreift und provoziert, blicken alle wie gebannt auf die AfD, die als Opposition für nichts verantwortlich ist, was die Menschen in Deutschland jetzt bedrängt: Geldmangel, Militarismus, Hochrüstung, Sozialabbau, Finanzdiktatur, Energiemangel, also eine völlig verstellte Zukunft mit brennenden Problemen.
Diese Verdrängung der Realität aus dem öffentlichen Bewusstsein ist ein Phänomen der Massenpsychologie, wie die Corona-Psychose es war, und es ist nur möglich, weil die großen Medien ihre Funktion nicht erfüllen: Sagen, was ist, schreiben, was richtig und was falsch ist, konkrete Vorschläge machen, was besser sein könnte, und Gespräche mit allen organisieren, die etwas Ernsthaftes zu sagen haben.
Gegen diese doppelte Übermacht der Regierung und der konformen Medien haben es freie Meinung und das materielle Interesse der vernachlässigten Mehrheit äußerst schwer. Die Brandmauer in den verschiedensten Köpfen, auch von Grünen und Linken, richtet sich nicht nur gegen eine bestimmte Partei, sondern im Grunde gegen jede vernünftige Opposition, welche die Fehler aus vielen Jahren falscher Politik beseitigen will.
Und lassen wir nicht zu, dass wir von der CDU/CSU/SPD-Regierung auch noch in den von ihr finanzierten Krieg getrieben werden, um den völligen Bankrott ihrer Politik durch Schlachtgetöse zu übertönen und zu kompensieren. Das ist eine gängige Taktik von diktatorischen Regierungen, die weit rechts vom Willen der Mehrheit für den eigenen Machterhalt kämpfen.
Die Zusammenhänge zwischen Finanzmacht und Kriegstreiberei sind in dem Buch von Rob Kenius ausführlich dargestellt: Unbegrenzt und Expansiv !!! Finanzmacht treibt uns in den Krieg.
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Ja,da hat Herr Kenius Recht ,wer Krieg gegen Russland verhindern will,der muss AFD wählen.
Wobei natürlich ein großes Fragezeichen gemacht werden muss,wie sich die AFD verhält,wenn sie an der Macht ist.
Denke ,das Imperium hat auch die AFD bestimmt zum Teil schon „gekauft“.
Und dann sehen wir auch,wie ernst es der AFD mit direkter Demokratie ist.
Gilt doch auch noch Tucholsky: Wenn Wahlen etwas ändern würden,dann wären sie verboten.
„….,wer Krieg gegen Russland verhindern will,der muss AFD wählen.“
Warum die AfD keine Friedenspartei ist
https://www.imi-online.de/2024/04/24/warum-die-afd-keine-friedenspartei-ist/
( Broschüre der Informationsstelle Militarisierung )
Alles was der Autor über Kohl schreibt, wird stimmen. Und trotzdem, und ich glaube es selber kaum, wünsche ich ihn mir zurück. Oder einen Politiker wie ihn, ihn selbst werden wir nicht auferstehen lassen können.
Kohl wusste was Krieg bedeutet. Ihm wurde, wie berichtet worden ist, im Rahmen von Natomanövern auch sehr deutlich gemacht, was ein neuer Krieg für Deutschland bedeuten wird: die atomare Auslöschung.
Vielleicht ist es unfair, ihn mit Merz zu vergleichen. Verglichen mit dem, sieht mittlerweile jede Alternative gut aus. Der bekommt es fertig aus persönlicher Gekränktheit, und er ist andauernd gekränkt, in den Krieg zu ziehen.
Es geht nicht mehr um das kleinere Übel in der Regierung. Ich bin nunmehr bereit, jede Regierung zu akzeptieren, die so viel Verstand aufzubringen vermag, und das ist wirklich nicht viel, dass ein Krieg um jeden Preis verhindert werden muss. Jeder Krieg, selbst ein „gewonnener“ wird Deutschland für lange, wenn nicht für immer, unbewohnbar machen. Und für Deutschland sterben? Was für ein nicht mehr zu überbietender Schwachsinn. Meine Söhne für die „Freiheit“ Deutschlands opfern? Wer das ernsthaft erwartet, gehört in die Psychiatrie und wer persönlich für seine Familie etwas andres entscheiden würde, sollte in der Geschlossenen unterkommen.
Ich habe wirklich versucht, mit Deutschland meinen Frieden zu machen und das ging so lange halbwegs gut, wie es mich in Ruhe gelassen hat. Aber es geht auf die Dauer einfach nicht.
Kohl hätte einfach nur den Kapitalismus abschaffen müssen und alles wäre gut gewesen.
Deswegen müssen wir es jetzt tun.
@Adel verpflichtet 👏 Der Gag ist gut! Das muss ich sagen.
Nur so am Rande: Der CDU-Kanzler der „geistig-moralischen Wende“ (das ist die Wende vor der Wende 1989 =Fall der innerdeutschen Mauer), wurde bekanntlich 1983 von vielen West-Deutschen gewählt, weil vielen West-Deutschen die Politik von Helmut Schmidt (SPD) und Willy Brandt (SPD) zu sozial, zu demokratisch und nicht kapitalistisch 💰💰 genug war.
Seit 1983 wird in West-Deutschland und im Wertewesten (Thatcher, Reagan) eine neoliberale Politik gemacht und seit ein paar Jahren wird aus der neoliberalen Politik eine (neo-)feudale Politik mit dem Krieg als Krönung der Marktwirtschaft ⚔️👑.
Die freie Marktwirtschaft und den feudalen Kapitalismus in seinem Lauf
hält nur der nächste große Weltkrieg oder die finale A-Bombe auf.
Zerstörung, Tod, Leichen und Kriegsversehrte pflastern den Weg,
bis der Wiederaufbau den Kreislauf der Marktwirtschaft bewegt.
Dann dreht sich wieder alles bis der nächste Krieg sich regt,
aber nur dann, wenn nach dem nuklearen Holocaust noch etwas lebt.
(Rainer Reimer, Reimstadt am Rhein, Reimland 2026)
Die Brandmauer ist am Zusammenbrechen. Und der Brand breitet sich dann über die ganze Fläche aus.
Das heißt, der jetzige Status Quo hat keine Zukunftsperspektive. Was dann kommt, wenn der Brand erloschen ist…keine Ahnung. Mal sehen, was dann noch übrig ist…
Hinter der Brandmauer ist es ruhig.
Aber vor der Brandmauer, da brennt es lichterloh. Nur eben nicht auf der Seite der AfD.
—
Der sehr negativen Bewertung von Strauß und Kohl durch Herrn Kenius muss ich aber energisch widersprechen.
Weder wollte Strauß „Diktator“ werden, noch fiel Kohl die Wiedervereinigung einfach nur so in den Schoß. Strauß wollte schlichtweg nur keine linken Traumtänzer. Und ohne Kohls geradezu bewunderungswürdiges politisches Geschick im Herbst/Winter 1989/90 sowie seine kluge Verhandlungsführung mit Bush, sen. und Gorbatschow hätte es nicht geklappt. Einem anderen als ihm, insbesondere wohl jedem damaligen SPD-Politiker (außer Brandt) wäre es nicht gelungen.
In Frankreich möchte „Rassemblement National“ das eigene Geld lieber für die Renten ausgeben, in Deutschland frieren die „Omas gegen Rechts“ im Winter, lieber auf der richtigen Seite der Brandmauer!
Unwahrscheinlich, dass das »plumpen Versäumnisse« waren, da ist die Wahrscheinlichkeit einer Absicht schon zu erkennen.
Genau betrachtet, steht da nix von „Einigkeit und Recht und Freiheit für die Deutschen im Vaterland“; sowie für alle anderen auch nicht. Und nur Spezialdenker wie Merz und Höcke betrachten sich selbst als das deutsche Vaterland, und sonst niemand, auch wenn „wir“ eines der Lieblingswörter solcher Leutschaften ist.
Was das alles jetzt mit der »Brandmauer« aus der Headline zu tun hat, erschließt sich nicht ganz. So kommen diese Zeilen als Stimmungs-Artikel daher, ein wenig wie, „das wollte ich mal wieder gesagt haben“.