
US-Präsident Donald Trump macht bekanntlich gerne Deals zu seinen Gunsten, ob es auch die der USA sind, muss sich zeigen. Mit Zöllen will er die Einnahmen vergrößern und Interessen der USA durchsetzen. Damit ist er nun in Schwierigkeiten geraten. Wo er nicht mit Zöllen hantieren kann, greift er auf Sanktionen zurück oder auf militärischen Druck. Wie schon in seiner ersten Präsidentschaft, als er eine Armada gegen Nordkorea schickte, ließ er zuerst mit kriegerischen Androhungen eine Armada gegen Venezuela und dann gegen den Iran auffahren. Das ist auch, wenn es nicht zu einem militärischen Schlag kommt, ein teures Spielzeug.
Eine Billion US-Dollar ist Washington seine Streitkräfte wert, um weltweit dominant zu sein. Trump hätte gerne ein Militärbudget von 1,5 Billionen, wie er bekundete, freilich ohne darauf hinzuweisen, wo das Geld herkommen soll. Interessant ist aber auch, was seine militärischen Muskelspiele kosten, auch wenn das primär die US-Steuerzahler angeht. Man muss schließlich davon ausgehen, dass mehr Schiffe, Flugzeuge und Soldaten als im Normalbetrieb verlegt werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Unerwartete Konflikte sind im Pentagon-Budget nicht eingepreist. Monatelang lagen vor der Küste Venezuelas bis zu 12 Kriegsschiffe, u.a. Flugzeugträger USS Gerald R. Ford und seine Strike Group. US-Außenminister Rubio spielte zusammen mit Kriegsminister Hegseth die Kosten herunter: „Es wird uns kein Geld kosten. … Keine dieser Truppen sitzt untätig herum und wartet auf einen Einsatz. Sie sind irgendwo auf der Welt stationiert. Wenn sie nicht hier sind, sind sie woanders.“
Die Belagerung gipfelte im Überfall auf Maduro und seine Frau, die in die USA verschleppt wurden. Die Operation Absolute Resolve, durchgeführt mit Hubschraubern und 60 Delta Force Soldaten, wurde vielfach als militärische Meisterleistung gepriesen, weil es unter den US-Soldaten keine Opfer gab und nur einige kubanische Sicherheitsleute getötet wurden. Ansonsten war die Luftabwehr abwesend, es gab keinen Widerstand gegen den Angriff mit zahlreichen Drohnen und Kampfflugzeugen. Alle spricht dafür, dass die Aktion eine Inszenierung war, die mit der Regierung abgesprochen war, die Maduro opferte, um an der Macht zu bleiben und für Washington sicherzustellen, dass in Venezuela kein Chaos oder Bürgerkrieg ausbricht. Eigentlich weniger eine gelungene Militäraktion, wie sie verkauft wurde, denn ein Schmierentheater.
Venezuela-Coup hat 3 Milliarden Dollar gekostet
Das Center for Strategic and International Studies hat einmal abgeschätzt, was die Belagerung von Venezuela mit Schiffen, Flugzeugen, Drohnen und Soldaten täglich gekostet hat. Nach Stand Ende Januar kam man nach Auswertung öffentlich zugänglicher Daten auf 31 Millionen am Tag. Bis auf 2,8 Millionen sei das vom normalen Pentagon-Haushalt abgedeckt. Am teuersten kommt der Flugzeugträger mit täglich 8,2 Millionen an Kosten. Er war allerdings nur von Mitte November bis zur Verlegung zum Iran vor Ort. Jetzt sind statt 12 noch vermutlich fünf Kriegsschiffe vor Venezuela, der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford wurde mit weiteren Schiffen in den Nahen Osten verlegt. Dort befindet sich bereits USS Abraham Lincoln.
Eine genauere Analyse hat Bloomberg Mitte Februar vorgelegt und kommt auf fast 3 Milliarden US-Dollar an Kosten für die Verschleppung der Maduros, das Versenken von Schiffen mit angeblichen Drogenschmugglern und das Kapern von Öl-Tankschiffen. USS Gerald R. Ford mit einer Besatzung von 4000-5000 kommt mit Begleitschiffen wie Zerstörer, U-Booten und Kreuzer allein auf täglich 11,4 Millionen. Auch Bloomberg geht davon aus, dass mindestens ein Zehntel der Kosten nicht vom Haushalt gedeckt sind. Dazu kommt eine verstärkte Abnutzung des Materials bei längeren Einsätzen und steigende Kosten für das Personal.
Die Belagerung des Iran wird deutlich teurer für das Pentagon und damit für den amerikanischen Steuerzahler werden. Das militärische Aufgebot, auch auf den umliegenden Stützpunkten, ist deutlich höher. Allein zwei Flugzeugträger – Kosten pro Jahr eine Milliarde – sorgen für Ausgaben von 20 Millionen Dollar täglich. Dazu kommen zahlreiche andere Kriegsschiffe in der Region und Kampf- und Tankflugzeuge, Aufklärungs- und Awacs-Flugzeuge in Jordanien, Saudi-Arabien und anderen US-Stützpunkten, die weit über die Zahl derjenigen hinausgehen, die für die Operation Southern Spear eingesetzt wurden. Hunderte Transportflüge brachten und bringen Material, beispielsweise Luftabwehrsysteme, in die Golfregion.
Schätzungen gehen täglich von Kosten in Höhe von bis zu 40 Millionen aus -nur für den Aufmarsch, wenn es zu Kampfhandlungen kommen sollte, würden die Ausgaben natürlich in die Höhe schnellen. Die seit Ende Januar in die Region verlegten Verbände hätten bereits nach Schätzung der früheren Pentagon-Kontrollerin Elaine McCusker Kosten in Höhe von 350-370 Millionen Dollar verursacht.
Sollte, wie zu vermuten ist, ein Angriff auf den Iran erfolgen, steigen die Kosten selbst bei begrenzten Luftschlägen wie Operation Midnight Hammer schnell in die Milliarden. Raketen und Bomben wie die GBU-57 kosten jeweils Millionen, Tomahawk-Raketen pro Stück um die 2 Millionen, Patriot-Raketen zur Luftabwehr pro Stück etwa 4 Millionen Dollar, eine THAAD-Abwehrrakete 12-13 Millionen. Im Juni 2025 wurden mehr als 150 THAAD-Raketen zum Schutz von Israel gegen iranische Raketen abgefeuert, das entspräche schon bald 2 Milliarden Dollar allein.
Bei einem länger dauernden Angriff, der entsprechende Gegenangriffe mit sich brächte, würden sich die Ausgaben vervielfachen, erfreulich vor allem für die amerikanischen Rüstungskonzerne. Lohnen sich für Trump schon deswegen die „Investitionen“ in militärische Bedrohungsaufmärsche? Trump will in Washington den weltweit größten Triumphbogen errichten, den vielleicht die Rüstungskonzerne spenden sollen. Aber dafür müsste erst einmal ein gewonnener Krieg her. So glatt wie in Venezuela wird es im Iran nicht werden, wo die große Gefahr besteht, einen Bürgerkrieg zu entfesseln oder die Lunte an die ganze Region zu legen.
Ähnliche Beiträge:
- Venezuela: Wer profitiert, wer plant, wer zahlt?
- Libyen 2.0: Die operative Vorbereitung der Venezuela-Intervention
- Venezuela als Zankapfel der Großmächte
- Das Ende der Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran
- Venezuela: Außer Spesen nichts gewesen




Durch das Auspressen der Vasallen wird dafür schon genug Geld reinkommen, war doch bisher immer so. Schwieriger wird es wohl schon den Iran tatsächlich zu besiegen, auch wenn der Iran (noch) keine Auftragsmörder in den USA hat, wie USA/Israel sie im Iran haben. Dabei sollte ein gutes Set an Auftragsmördern in den USA für jeden Staat der Stress mit den USA hat, zum ‚must have‘ gehören.
Da die Amis gern die Führung ihrer Gegner Ermorden lassen, ist es nur nett und freundlich verschiedene Führungsfiguren in den USA auch einfach zu Ermorden. Natürlich gilt das auch und gerade für jeden Präsidenten, nicht nur für The Donald.
Und gerade der Iran sollte sich da wirklich mal Mühe geben und ein paar Militärs in den USA hiten. Merke von den USA morden lernen heißt Siegen lernen.
Wenn es „nichts kostet“ ist das ja weniger als eine Kugel Eis. Das schaffen die Amis, solange Öl und Gas in Dollar gehandelt werden. Für jede Tonne Energie die in der Luft verpufft können neue grüne Scheine gedruckt werden. Der Weltbedarf an grünen Scheinen ist quasi unbegrenzt.
Das galt bisher. Seit Saudi Arabien aber neben Dollar auch andere Währungen akzeptiert gilt das so in dem Umfang nicht mehr. Das Öl das die Saudis an China verkaufen wird nicht mehr in Dollar gehandelt sondern in der chinesischen Währung.
Die sogenannte Entdollarisierung hat begonnen. Damit einher geht das Problem für die USA, das eben nicht mehr alle vom Dollar abhängig sind.
Die Kosten für den Betrieb der Trägerkampfgruppen fallen so oder so an. Ob die vor Venezuela oder im persischen Golf herumdümpeln oder anderswo ihrem Ubüngsbetrieb nachgehen. Wenn nicht gerade Krieg ist, spielen die Krieg um in Übung zu bleiben.
@Alfred anonym
So sehe ich das auch.
Auf der Gerald Ford laufen die Scheisshäuser aus: https://t.me/Slavyangrad/155991?single
Einmal Klo reinigen kostet 400.000 US-$.
… ist ein neues Modell – als früh ausgemustertes Flagschiff wird die ‚Gerald Ford‘ eben
bald beliebte Touristenattraktion . . .
Bei so nem grossen Schiff .. wenn man da mal muss …
Touristen stehen nicht unter Befehl und Gehorsam 🙂
So ist es. Ganz schön fies. Und die 4 – 5000 Mann Besatzung ist jetzt schon 240 Tage auf See mit Wartezeiten von bis zu einer 3/4 Stunde, wenn sie mal pinkeln wollen. Viele wollen wohl nach dem Einsatz die Navy verlassen….. Bei den midterms wird Trump sich noch wundern.
https://www.zerohedge.com/military/uss-gerald-ford-carrier-hit-sewage-crisis-record-deployment-endures
Ich nehme an, daß es im Iran recht ruhig bleiben wird. Ein Krieg dort wird unüberschaubare Kosten verursachen.
Die Litauen-Brigade stößt ja auch nicht gerade auf mehr Begeisterung als 10%. Mit Plumpsklos in der Pampa lässt sich auch keine hinter dem Ofen herauslocken.
Selbstverständlich. Würden die Milliardäre dabei draufzahlen, gäbe es diese Investitionen nicht.
Wenn Raubtiere auf Beutezug gehen, haben die Nicht-Raubtiere das Nachsehen, damit das Raubtier vorübergehend satt wird. Das Raubtier selbst kann nur durch ein anderes, konkurrierendes, Raubtier außer Gefecht gesetzt werden. Ich wünsche den anderen, dass sie die entsprechenden Fähigkeiten weiterentwickeln, mit den Amis und deren Strippenziehern im Nahen Osten wird es nach 280 angezettelten Kriegen langsam ungemütlich und langweilig, etwas Neues muss her.
Stimmt nicht so ganz. Nilpferde sind keine Raubtiere, aber Krokodile haben gut Respekt vor ihnen.
Die größte Gefahr für Raubtiere auf Beutezug ist das Verletzungsrisiko, nicht andere Raubtiere.
Ich finde die Argumentation merkwürdig. Sind die Schiffe und die Soldaten gemietet, z. B. von Nordkorea, um den Schlag gegen Maduro durchzuführen? Nein, die Schiffe gehören den USA und die Soldaten werden auch bezahlt, wenn sie nur in einem amerikanischen Hafen rumsitzen und kiffen. Dasselbe gilt für Polizeieinsätze bei Demonstrationen bei uns, für die unsinnige Summen berechnet werden, als ob es sich bei der Polizei um ein Security Unternehmen handle, das mit der Bekämpfung der Demonstranten beauftragt wurde.