
In den vergangenen 47 Jahren hat die Islamische Republik zahlreiche Krisen erlebt, die das Herrschaftssystem mehrfach an den Rand des Zusammenbruchs geführt haben. Krieg, Sanktionen, Straßenproteste, Korruption und gesellschaftliche Spaltungen haben in all diesen Jahren enormen Druck auf das Regime ausgeübt. In den letzten Jahren haben sich sogar Teile der traditionellen Anhängerschaft von der Regierung distanziert, wodurch sich die Kluft zwischen Staat und Gesellschaft weiter vertieft hat.
Dennoch konnte die Herrschaft aus all diesen Krisen Vorteile ziehen. Das System ist nicht nur nicht zusammengebrochen, sondern hat sich von einem ideologischen System zu einem vollständig sicherheitsorientierten Staat entwickelt. Eine Struktur, in der nicht mehr die schiitische Geistlichkeit die tragende Säule bildet, sondern die Revolutionsgarden.
Die andauernden Spannungen mit dem Westen und den Staaten der Region haben diesen Prozess zusätzlich beschleunigt. Das Regime wechselte von einer Phase politischer Verteidigung in einen sicherheits- und krisenorientierten Ausnahmezustand, wodurch der permanente Druck auf die Gesellschaft leichter gerechtfertigt werden konnte.
Viele sind der Ansicht, dass zentrale Entscheidungen in der Islamischen Republik längst nicht mehr ausschließlich in offiziellen Institutionen wie dem Büro des Obersten Führers getroffen werden. In den vergangenen Jahren haben Sicherheits-, Geheimdienst- und Wirtschaftskreise zunehmend an Einfluss gewonnen und spielen heute eine wesentlich größere Rolle bei strategischen Entscheidungen des Landes. Eine Entwicklung, von der das Überleben des Systems offenbar stärker denn je abhängt. Der Tod von Ayatollah Ali Khamenei machte die tatsächliche Rolle dieser Sicherheitsnetzwerke und Machtzirkel im Hintergrund deutlicher sichtbar als je zuvor.
In den ersten Jahren nach der Revolution von 1979 war die schiitische Geistlichkeit die wichtigste Säule der Macht, während die Revolutionsgarden vor allem eine ideologische und militärische Funktion hatten. Doch der Iran-Irak-Krieg veränderte alles.
Der achtjährige Krieg, der in der offiziellen politischen Sprache Irans als „Heilige Verteidigung“ bezeichnet wird, verwandelte die Revolutionsgarden schrittweise von einer rein revolutionären Kraft in eine Institution, die später tiefen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Sicherheitsstrukturen des Landes gewann.
Kommandeure, die während des Krieges bekannt wurden, übernahmen später zentrale Positionen in Wirtschaft, Politik, Medien und Sicherheitsapparaten.
Mit der Gründung des Khatam-al-Anbiya-Hauptquartiers sowie dem Einfluss auf Öl- und Gasindustrie, Häfen, Telekommunikation, Banken und große Infrastrukturprojekte entwickelten sich die Revolutionsgarden zum größten inoffiziellen Machtfaktor der iranischen Wirtschaft.
Verschiedene in- und ausländische Schätzungen sowie inoffizielle Statistiken der vergangenen Jahre gehen davon aus, dass etwa 40 Prozent der iranischen Wirtschaft direkt oder indirekt von Institutionen kontrolliert werden, die den Revolutionsgarden nahestehen. Aufgrund fehlender wirtschaftlicher Transparenz lässt sich die genaue Zahl jedoch nicht bestimmen.
Das Khatam-al-Anbiya-Hauptquartier kontrolliert mittlerweile einen großen Teil der Infrastruktur-, Energie- und Bauprojekte des Landes und gilt als einer der wichtigsten wirtschaftlichen Arme der Revolutionsgarden.
Der entscheidende Wendepunkt in der Konfrontation zwischen Staat und Gesellschaft waren jedoch die landesweiten Proteste von 2009.
Fokus des Regimes liegt auf der Aufrechterhaltung der Kontrolle
Nach den Protesten von 2009 veränderte sich der Blick der Regierung auf die iranische Gesellschaft grundlegend. Das Regime kam zu der Einschätzung, dass die größte Gefahr nicht mehr ausschließlich von äußerem Druck ausgehe, sondern vor allem von möglichen inneren Krisen. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Geheimdienste der Revolutionsgarden und parallele Sicherheitsorgane massiv ausgebaut.
Die Islamische Republik trat faktisch in eine Phase ein, in der „sicherheitspolitisches Überleben“ die „politische Legitimität“ ersetzte.
Obwohl das offizielle Regierungssystem weiterhin formal um die Rolle des Obersten Führers aufgebaut ist, gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass die tatsächliche Macht in den vergangenen Jahren zunehmend auf Sicherheitszirkel und ehemalige Kommandeure der Revolutionsgarden übergegangen ist.
Die neue Generation der Sicherheitskommandeure scheint – anders als in den ersten Jahren der Revolution – kaum noch darum bemüht zu sein, breite gesellschaftliche Unterstützung zu gewinnen. Ihr Fokus liegt vielmehr auf der Aufrechterhaltung der Kontrolle.
Auch das Regime versucht heute nicht mehr wie früher, sich als Vertreter der Mehrheit der Bevölkerung darzustellen. Viele Beobachter sind der Meinung, dass im gegenwärtigen Machtgefüge die Aufrechterhaltung sicherheitspolitischer Kontrolle wichtiger geworden ist als die Wiederherstellung gesellschaftlichen Vertrauens.
In den vergangenen Jahren agierte die Islamische Republik zunehmend mit sicherheitspolitischen und repressiven Mitteln: vom Druck auf soziale Medien und der Verhaftung von Aktivisten bis hin zur umfassenden Überwachung und dem Einsatz staatlicher Medien zur Kontrolle der öffentlichen Meinung.
Während der Proteste im November 2019 berichtete Reuters unter Berufung auf regierungsnahe Quellen von etwa 1.500 Todesopfern – eine Zahl, die von der Islamischen Republik niemals offiziell bestätigt, aber auch nie transparent widerlegt wurde. Die nahezu vollständige Abschaltung des Internets für mehrere Tage zeigte zudem, dass die Kontrolle von Informationen in Krisenzeiten als Teil der Überlebensstrategie des Systems betrachtet wird.
Auch bei den landesweiten Protesten der vergangenen Jahre wurden zahlreiche Berichte über getötete Demonstranten, Massenverhaftungen und das Verschwinden einiger Inhaftierter veröffentlicht. Dies verdeutlichte erneut, dass das Regime bereit ist, zur Sicherung seiner Macht sämtliche sicherheits- und justizpolitischen Mittel einzusetzen.
Viele Beobachter glauben inzwischen, dass die Islamische Republik nicht einmal mehr ernsthaft versucht, die Zufriedenheit großer Teile ihrer traditionellen Anhänger zu sichern, sondern sich stärker denn je auf Krisenmanagement und sicherheitspolitische Kontrolle stützt.
Nachfolgekrise in der Islamischen Republik
In den vergangenen Jahren fiel der Name Mojtaba Khamenei immer wieder im Zusammenhang mit der Nachfolgefrage. Aufgrund seiner begrenzten öffentlichen Präsenz und des Schweigens offizieller Stellen über seine tatsächliche Rolle entstanden jedoch zahlreiche Spekulationen.
Einige glauben, dass er seit Jahren als Verbindung zwischen dem Büro des Obersten Führers und den Sicherheitsstrukturen fungiert. Gleichzeitig kursieren Gerüchte über seinen Gesundheitszustand und seine Bereitschaft für eine öffentliche Führungsrolle, ohne dass jemals etwas offiziell bestätigt wurde.
Gerade diese Unklarheit ist inzwischen selbst Teil der Nachfolgekrise in der Islamischen Republik. Ein System, das sich jahrzehntelang auf die Figur eines starken Führers stützte, liefert heute nicht einmal ein klares Bild über dessen Nachfolger.
Die Kombination aus Wirtschaftskrise, Sanktionen, Korruption, sozialer Unzufriedenheit und Generationskonflikten reicht in vielen Ländern aus, um ein politisches System zum Einsturz zu bringen. Doch die Islamische Republik besteht weiterhin.
Die Proteste von Dezember 2017, November 2019 und die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ hätten jeweils zu entscheidenden Krisen werden können. In einigen Städten verloren die Sicherheitskräfte zeitweise sogar die Kontrolle über die Straßen. Dennoch gelang es dem Sicherheitsapparat jedes Mal, die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.
Laut Berichten von Menschenrechtsorganisationen wurden nach der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ tausende Menschen verhaftet, während einige Demonstranten mit schweren Urteilen oder sogar Hinrichtungen konfrontiert wurden. Das Regime zeigte, dass es bereit ist, einen hohen Preis für sein Überleben zu zahlen – selbst wenn dadurch die gesellschaftliche Spaltung weiter vertieft wird.
Die Revolutionsgarden bleiben dabei weiterhin die wichtigste Stütze des Systems der Islamischen Republik.
Schwäche der Opposition
Ein weiterer Faktor für das Überleben des Regimes war die Schwäche und Zersplitterung der Opposition. In vielen entscheidenden Momenten gelang es den Gegnern der Regierung nicht, über mediale Präsenz und soziale Netzwerke hinaus eine organisierte politische Bewegung aufzubauen.
Das deutlichste Beispiel hierfür ist Reza Pahlavi – eine Persönlichkeit, die trotz großer Medienpräsenz und der Unterstützung eines Teils der Opposition im Ausland bislang keine geschlossene und breit aufgestellte politische Struktur etablieren konnte.
Seine Kritiker werfen ihm vor, dass sein politisches Projekt seit Jahren in Slogans, medialer Inszenierung und internen Konflikten der Opposition stecken geblieben sei.
Während die Islamische Republik ihre Sicherheitsstrukturen, finanziellen Ressourcen und Befehlsketten bewahrte, beschäftigte sich ein großer Teil der Opposition vor allem mit internen Auseinandersetzungen und medialen Konflikten.
Man kann sagen, dass die bittere Realität hinter dem Fortbestehen der Islamischen Republik trotz weit verbreiteter gesellschaftlicher Unzufriedenheit das Fehlen einer ernsthaften und organisierten Alternative ist.
Krieg stützt das Regime
Ein weiterer wichtiger Faktor für das Überleben des Systems war die permanente Kriegs- und Krisensituation in der Region.
Die Erfahrung vieler Länder zeigt, dass Regierungen mit Legitimationskrisen in Kriegszeiten leichter die innere Sicherheitskontrolle verschärfen können.
Die militärischen Spannungen der vergangenen Jahre ermöglichten es dem Regime erneut, den innenpolitischen Raum unter dem Vorwand der „nationalen Sicherheit“ stärker zu kontrollieren und den Druck auf Oppositionelle zu erhöhen.
Einige Analysten glauben, dass äußerer Druck und militärische Drohungen kurzfristig – entgegen aller Erwartungen – sogar zur stärkeren Geschlossenheit der Sicherheitsstrukturen der Islamischen Republik beigetragen haben.
Mit Hilfe repressiver Kontrolle gelang es dem Regime, die Gefahren von Spannungen und Kriegsatmosphäre in eine Gelegenheit zur sicherheitspolitischen Konsolidierung und maximalen Druckausübung umzuwandeln.
Es ist kein Geheimnis, dass die Beziehungen der Islamischen Republik zu Russland und China eher auf politischen und wirtschaftlichen Interessen beruhen als auf einer echten ideologischen Allianz.
In Phasen möglicher innerer Instabilität verhielten sich auch Moskau und Peking vorsichtiger gegenüber Teheran. Immer dann jedoch, wenn die Islamische Republik die Kontrolle über die Lage behalten konnte, wurden wirtschaftliche und militärische Kooperationen erneut ausgebaut.
Langfristige Abkommen mit China sowie militärische Kooperationen mit Russland halfen der Islamischen Republik dabei, einen Teil der internationalen Isolation auszugleichen. Beide Staaten haben jedoch deutlich gemacht, dass ihre Beziehungen zu Teheran in erster Linie geopolitischen Interessen dienen.
Es scheint, dass sich die Islamische Republik in den vergangenen Jahren weniger auf die Bewahrung ihres ideologischen Images konzentriert hat als vielmehr auf den Erhalt ihrer Machtstrukturen und ihres Überlebens.
In der neuen Machtstruktur spielen die Revolutionsgarden und Sicherheitsorgane eine zentrale Rolle. Sicherheitsfragen sind wichtiger geworden als je zuvor, und politische Entscheidungen werden zunehmend durch sicherheitspolitisches Denken bestimmt.
Die zentrale Frage für die Zukunft der Islamischen Republik ist heute nicht mehr nur, ob Khameneis Sohn seinem Vater nachfolgen wird. Entscheidend ist vielmehr, in welchem Ausmaß das politische System nach ihm noch sicherheitsorientierter und militarisierter werden könnte.
Die Islamische Republik stützt ihr Überleben heute weniger auf gesellschaftliche Zustimmung als auf Krisenkontrolle und die Aufrechterhaltung ihres Sicherheitsapparates.
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Ganz offensichtlich ist der Artikelschreiber ein glühender Anhänger des Feudalismus. Reza Pahlavi ist der einzige Oppositionsvertreter der ihm einfällt. Dass die Iraner bestimmt keine Lust darauf haben, zum Folterregime der Pahlavi Dynastie zurückzukehren, auf die Idee kommt er nicht.
Außerdem dürften die Iraner kaum Lust dazu verspüren, wie der Libanon, Syrien, Irak oder Libyen da zu stehen. Da ist es mehr als verständlich, dass die große Mehrheit sich hinter ihrer Regierung und den Revolutionsgarden stellt.
Wie lesen Sie denn aus dem Text heraus, er wäre ein „glühender Anhänger des Feudalismus“? Das würde mich schon mal interessieren, da dies auch aus seinen früheren Artikeln auch mit größter Mühe nicht abzuleiten ist.
Das schließe ich aus der Tatsache da der Artikelschreiber eine von der Mehrheit der Iraner gewählte Regierung als Regime klassifiziert, während er einen im Exil lebenden Monarchen und Nachfahre einer Folterdynastie als legitime Opposition betrachtet.
Hätte ich statt „glühender Anhänger des Feudalismus“ besser „Feind des demokratisch verfassten Staates Iran“ schreiben sollen?
„Warum ist die Islamische Republik nicht zusammengebrochen?“
Ja, weshalb soll sie dann auch zusammenbrechen? Wer will das dann? Sind das auch die Interessen der Iraner, dass der eigene Staat zusammenbricht?
Sind das nicht viel eher die Interessen, die von außen mittels Morden an der gewählten Regierung und Bombardierungen der Zivilbevölkerung herangetragen werden? Für wen argumentiert hier der Artikelschreiber? Für die Iran und die Iraner offenbar nicht.
Eine von der Mehrheit der Iraner gewählte Regierung. Wow.
Haben Sie sich mal erkundigt wie eine Wahl im Iran aussieht?
Das REGIME hält sich an der Macht, weil es die Waffen und den Sicherheitsapparat kontrolliert.
Nicht weil die Mehrheit von einer religiösen Diktatur beherrscht werden will.
Nach der Revolution haben die Mullahs alle anderen Oppositionsgruppen verfolgt und mundtot gemacht. Wer gewählt werden darf, bestimmt das REGIME.
Erkundigen Sie sich erst einmal bevor Sie hier jemand des Feudalismus bezichtigen.
@ Ottono. 21 Uhr 46 Erkundi -gen Sie sich mal ! zB. bei Prof.
Ringgenberg von der Universi-
tat Lousanne !
Auch in unserer „demokratischen“ EU bestimmt das Regime, wer z.B. als Kommissionspräsident gewählt werden darf. Da würde ich den Ball doch eher flach halten, auch wenn ich beides nicht gut finde.
Es ist aber auch so, dass im Iran alle staatlichen Institutionen direkt oder indirekt vom Volk gewählt werden. Das ist keine klassische liberale Demokratie im westlichen Sinne, aber unter den Staaten in der Region wohl noch einer der demokratischsten. So kann z.B. der Revolutionsführer durch den vom Volk gewählten Expertenrat auch seines Amtes enthoben werden.
Mir persönlich wäre das System dort mir meiner sehr säkularen Einstellung auch zu restriktiv und religionfixiert, aber ich finde jedes Land hat das Recht, seinen eigenen Weg zu finden. Daher erachte ich es als Aufgabe der Iraner, an dem System etwas zu ändern und finde dass es uns nicht zusteht, uns dort einzumischen. Zumal das ohnehin nur als Vorwand dient, dort eine hörige Marionettenregierung zu installieren (Shah lässt grüßen).
Einmal mehr „Reporter ohne Grenzen“, so unabhängig wie es Medien halt sind, die sich von NED und EU aushalten lassen. In der Tat greift man sich an den Kopf, wenn der Schahsohn ernsthaft als Oppositionsführer genannt wird.
Die Iraner haben sich durch eine Revolution von diesem US-gepäppelten Diktator befreit und ein für unsere Augen vielleicht unschönes, aber stabiles Systemes System eingerichtet, das sogar den andauernden Bombenterror des Wertwestens übersteht. Das spricht deutlich gegen einen Umsturzwillen im Volk. Um zu erheben, was die Mehrheit dort will, hilft es nicht, die Neocons zu fragen oder Einzelmeinungen aufzubauschen. Das wäre echte Rechechearbeit. Das da oben genügt dem nicht einmal im Ansatz.
Beispielsatz: „Mit Hilfe repressiver Kontrolle gelang es dem Regime, die Gefahren von Spannungen und Kriegsatmosphäre in eine Gelegenheit zur sicherheitspolitischen Konsolidierung und maximalen Druckausübung umzuwandeln.“
Woraus ergibt sich das? Wäre eine deutliche Mehrheit gegen das Regime und für einen Clown wie Pahlavi, hätte sie wohl die Gelegenheit zum Aufstand genutzt. „Maximale Druckausübung“ trüge nur dazu bei. Wie „journalistisch“ inzwischen üblich, bleibt das hier auch ohne jeden Beleg.
Man könnte den ganzen Artikel durchkauen, das Niveau ist grottig. Ein Beispiel noch, dann ist es genug: „Einige Analysten glauben… “ – keine Quelle, keine Fakten, das ist ja nicht einmal eine Behauptung. Was soll mir das agen?
Ersetze Islamisches Regime mit Merz-Regierung.
Und Großbritannien?
Trotz massiver Absetzbewegungen innerhalb seiner Regierung ist ein Absetzungsverfahren gegen Premierminister Starmer immer noch nicht eingeleitet.
Im Iran hat sich also eine Diktatur der Revolutionsgarden entwickelt. Es gibt aber auch noch die Artesh, die reguläre staatliche Armee des Iran. „Schon vor dem Krieg hatten einige Analysten die These aufgestellt, dass die Artesh aufgrund ihres konventionelleren Charakters den USA und Israel als Vehikel dienen könnte, Veränderungen innerhalb der Islamischen Republik anzustoßen.“ (Frankfurter Rundschau 04.05.2026) Es scheint aktuell so, dass nur ein Bürgerkrieg zwischen der Artesh und den Revolutionsgarden den Iran wieder in eine Demokratie verwandeln und seine Isolation beenden könnte. Außerdem ist der Versuch der Revolutionsgarden, die Straße von Hormus zu kontrollieren, ein Affront gegen Europa und China und wird möglicherweise militärische Aktionen dieser Mächte zusammen mit den USA provozieren.
1. Die USA und Israel haben verloren! Das bedingt den Rückzug der USA aus Westasien.
2. China hat kein Problem damit, das der Iran die Straße von Hormuz kontrolliert. Beide Staaten sind strategische Partner! China hat 400Mrd$ im Iran investiert.
3. Die „Europäer“ … die werden gar nichts tun. Die sind pleite. Die haben 2017, als Trump das Atomabkommen mit den Iran zerstörte, jegliche ihrer Verpflichtungen “ vergessen“.
Womit sollten die den Iran bedrohen?
Wer kann denn belegen, dass China kein Interesse an einem Regime Change im Iran hat, wo ständig Oppositionelle aufgehängt werden, wozu auch Kommunisten gehören. Trump und Xi werden das in ein paar Tagen besprechen !
Der Artikelschreiber soll 1980 in Teheran geboren sein. Und wann hat er das Land verlassen? Welche Befähigungen hat er, über die Situation im Iran zu schreiben? Eine Aneinanderreihung von Propagandafloskeln aus westlichen Medien ersetzt keine seriöse Analyse.
Der Iran hat sich seit 47 Jahren auf diesen Krieg vorbereitet. Den wesentlichen Eliten des Landes war klar, das mit dem Zionistischen Regime und dessen Lakaien in den USA kein friedlicher Ausgleich möglich ist
Zwar gab es immer wieder Versuche westlich orientierter Kreise des Iran, mit dem „Westen“ eine Verständigung zu erreichen. Aber diese scheiterten immer an der unversöhnlichen Haltung zionistischer Kreise.
Der jüngste Versuch Israels, die Golfstaaten gegen den Iran zu hetzen, um beide Seiten sich gegenseitig zerstören zu lassen, ist gescheitert.
Damit muss „Eretz Israel“ noch warten…
Der erwähnte Schahsohn ist eine Marionette der Israelis und hat keinerlei Rückhalt im Iran!
„Einige Analysten glauben, dass äußerer Druck und militärische Drohungen kurzfristig – entgegen aller Erwartungen – sogar zur stärkeren Geschlossenheit der Sicherheitsstrukturen der Islamischen Republik beigetragen haben.“
Diese Erwartungen von „einigen Analysten“ hat noch nie funktioniert. Ich weiß nicht, welchen Wert es haben soll, diese „Analysten“ für irgend eine Frage zu bemühen. Ein repressives System lässt sich so nicht auflösen, man muss es anders machen. Egon Bahr und Willy Brandt haben den Weg gewiesen – Wandel durch Annäherung. Das dauert, aber es geht – allerdings nicht mit Amerikanern oder Israelis.
Also wird das iranische Regierungssystem weiter bestehen bleiben.
Wenn die zitierte Aussage stimmen würde, warum geben die NATO-Länder ihren Wirtschaftskrieg gegen den Iran nicht auf und treiben normalen Handel mit diesem Land? – um diese ungeliebte Regierung zu stürzen.
In dem Aufsatz fehlt ein Vergleich der Alphabetisierung der Bevölkerung zu Königszeit und aktuell. Gab es damals 70% Analphabeten im Land? Wie viele sind es heute noch?
Frauenknechtung: 60% der Hochschulstudenten sind Frauen. Für eine Islamische Republik finde ich das ziemlich aufklärerisch.
Ein Artikel über die gesellschaftlichen Unruhen im Iran, der nicht ein einziges Mal den Mossad oder die Waffenlieferungen Trumps erwähnt, ist reine Propaganda. Wenn dann auch noch der Prügelpersersohn Palevi Junior als demokratische Opposition auftaucht, bleib ich eigentlich fassungslos zurück.
Ich finde den Artikel in seiner Kernaussage sehr gut. In der Überschrift steht die Frage, „warum ist die islamische Republik nicht zusammengebrochen:“ und dies wurde auch z.T. schlüssig beantwortet. Im Gegensatz zu der in den MSM verbreiteten Meinung, hat der Iran hat eine gebildete Bevölkerung, die sehen kann, was nach einem Bürgerkrieg aus den Ländern in der Umgebung übrig geblieben ist. Für die Mehrzahl ist deshalb ein Widerstand gegen einen äußeren Feind alternativlos.
Wenigstens das wurde richtig beschrieben, dass das Regime keinerlei Unterstützung in der Bevölkerung mehr hat. Die Proteste brachen los, weil wirklich blanke Not herrschte. Nach dem Junikrieg floss jeder Rial in Waffen und Unterstützung der Terroristen im Ausland, sodass für die Iraner nichts mehr übrig war. Inzwischen hungern sie tatsächlich,
denn eine Wirtschaft ohne Internet ist nicht am Laufen zu halten. All das ist der Westpresse egal, man amüsiert sich, dass der Trump gescheitert ist. Nur da, in der Westpresse, hat das Regime noch Freunde. Alle Nachbarländer haben ihm den Krieg erklärt und der Iran wurde von 135 Staaten der UNO verurteilt. Aber der Fritze Merz ist standhaft. Seine Bemerkung, der Iran habe die USA gedemütigt, ist natürlich Wasser auf die Mühlen des Iran. Deutschland stabil an der Seite der Terroristen. In der Ukraine und im Iran. Und an erster Stelle.
Während dem Atomabkommen JCPOA waren Inspektionen vorgesehen. Im zivilen Bereich, die die Mullahs zuließen. Aber die im militärischen Bereich haben sie stets unter großem Geschrei abgelehnt. Halt die in diesem Zusammenhang interessanten. Damit ist Trump jetzt nicht mehr zufrieden. Er will da Inspektionen. Abgelehnt. Womit ja nun endgülig bewiesen ist, dass sie an der Bombe arbeiten. Aber die Mullahfans haben immer behauptet, das könne nicht sein. Wegen der Fatwah! Und die haben das geglaubt.
Richtig gesehen, dass China und Russland so einen Staat wohl nicht mehr in den BRICS sehen wollen. Erstens wegen dem wirtschaftlichen Niedergang und natürlich wegen dem Ansehensverlust der Gemeinschaft. Auch das Bündnis mit Katar ist Geschichte.
Bleibt die Hoffnung auf Allah und Friedrich Merz. Trotz der dunklen Wolken über dessen Haupt.
Zersplitterte iranische [ Exilanten] Oppo-
sition? zB. Reza Pahlavi, eine Persönlich-keit (!???) die trotz großer Medienpräsenz und der teilweise Unterstützung durch die Exiliraner [ und mit viel Geld aus USA
und israel ] keine politische Struktur (?)
etablieren konnte . Was will uns der Au-
tor damit sagen ?