
Mit der Administration „Trump“ hat ein Begriff gesellschaftlich Konjunktur, der das Bild einer persönlich abgeschlossenen geschäftlichen Einigung evoziert: der des „Deals“. Kaum ein Tag vergeht, an dem in den Massenmedien nicht von geplanten, abgeschlossenen oder gescheiterten Deals Trumps die Rede ist. Wir legen im Folgenden dar, dass dieser Begriff keineswegs lediglich in Trumps eigentümlicher Verwendung zu verstehen ist, sondern eine inadäquate gesellschaftliche Selbstbeschreibung symbolisiert, die gleichwohl an Dominanz gewinnt.
Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive wird mit dem Begriff „Deal“ auf die Form der „Interaktionssysteme“ angespielt, die in feudalistisch strukturierten Gesellschaftsformen – mit damals zumindest an Höfen noch dominanter mündlicher Kommunikation – die Regel gewesen sein dürfte, in der etablierten, sich vorrangig mittels schriftlicher Kommunikation reproduzierenden modernen Gesellschaft aber eine Ausnahme darstellt. Personen erzielen demnach persönlich und körperlich anwesend, „face-to-face“ und gewissermaßen „per Handschlag“ eine Einigung.
In der modernen Gesellschaft dominieren jedoch andere Systeme als die der persönlichen Interaktion. Es sind Organisationen und Funktionssysteme wie das an Wahrheit orientierte Wissenschaftssystem, das an der Allokation von Waren und Dienstleistungen ausgerichtete Wirtschaftssystem, das mittels Macht allgemeinverbindliche Regelungen durchsetzende System der Politik, die an neuen Informationen interessierten Massenmedien oder die prioritär an Rechtmäßigkeit ausgerichtete Justiz.
Zölle, Dekrete, Drohungen – und ihre unerwünschten Folgen
Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist es daher kaum verwunderlich, dass Trumps persönlich ausgehandelte Deals – vorsichtig formuliert – auf gesellschaftlicher Ebene unerwünschte Nebenfolgen zeitigen. Abkommen dieser Art haben je nach unterschiedlicher funktionaler oder organisatorischer Eigenlogik unterschiedliche Konsequenzen. So können politische, aufgrund von Deals in Kraft gesetzte Dekrete juristisch als unrechtmäßig bewertet werden.
In wirtschaftlicher Hinsicht haben Trumps Zolldeals, durch die die Importzollrate der USA auf einen Rekordwert seit 80 Jahren angestiegen ist, entgegen der politischen Absichten das Handelsdefizit der USA sogar noch vergrößert. Lediglich aufgrund eines wachsenden, Zölle nicht betreffenden Dienstleistungsüberschusses konnte im Jahr 2025 ein Gesamtdefizit von über 900 Milliarden Dollar marginal um etwa 2 Milliarden (0,2 %) verringert werden.
Mit derartigen Effekten war zu rechnen, da es dem Weltwirtschaftssystem nicht spezifisch darum geht, das US-amerikanische Handelsdefizit zu verringern. Zölle stellen in der Perspektive globaler ökonomischer Eigenlogik – genauso wie Steuern oder sonstige nationalstaatliche Regulierungen – lediglich (nicht zuletzt aus juristischen Gründen) zu beachtende Hemmnisse dar, mit denen auf kreative Weise umgegangen werden muss, um dennoch möglichst hohe Profite zu erzielen.
Ebenso mögen einzelne Personen zwar Repräsentanten von (staatlichen) Organisationen sein, wie im aktuellen Krieg der USA gegen den Iran zu beobachten ist. Sie sind jedoch nicht mit diesen gleichzusetzen. Die Vernichtung individueller Personen kann demnach im Regelfall nicht mit der Vernichtung der spezifischen Form der Organisation gleichgesetzt werden. Vielmehr sind die Konsequenzen, die aktuell im Iran zu beobachten sind, die Folge. Der Iran als staatliche Organisation verwendet alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel, wie Militär, den staatlichen Repressionsapparat, Kommunikationskontrolle, die Nutzung geografischer Besonderheiten, Drohkulissen, Verhandlungen und Verbindungen zu „befreundeten” Staaten wie China, um sich selbst angesichts der US-amerikanischen Angriffe als Organisation in ihrem Bestand aufrechtzuerhalten.
Die Stammtisch-Regierung
Aus der Perspektive der Sozialwissenschaften ist es jedoch nicht ausreichend, an dieser Stelle schlicht zu konstatieren, dass die Administration Trump mit ihrer Perspektive auf gesellschaftliche Verhältnisse, die mit schlichten Kausalitäten rechnet, schlicht falsch liegt. Sie verfügt – wohlwollend formuliert – angesichts ihres staatstragenden Charakters über ein erstaunlich unterkomplexes und damit enttäuschungsträchtiges Verständnis gesellschaftlicher Verhältnisse. Dies kommt etwa zum Ausdruck, wenn Trump beim Umgang mit (staatlichen) Organisationen diese mit Verhältnissen persönlicher Interaktion verwechselt. Beispielsweise in seinem „Kissing my Ass“-Statement zu Ländern, mit denen er Zollverhandlungen führt, oder in seiner Beschimpfung des Iran.
Der Grund dafür liegt darin, dass sich die Weltgesellschaft offenkundig nicht als Gebilde verstehen lässt, in dem Wahrheiten sich gesamtgesellschaftlich durchsetzen. Allenfalls in gesellschaftlichen Binnenbereichen wie dem Funktionssystem der Wissenschaft kann es primär um Wahrheiten gehen. Aber schon anhand des Funktionssystems der Politik lässt sich beobachten, dass sich Macht zur Durchsetzung von Interessen, die hoffentlich am Allgemeinwohl orientiert sind, auch mittels Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Irreführungen, Täuschungen, Desinformationen und Propaganda durchsetzen und aufrechterhalten lässt.
In den Naturwissenschaften lassen sich unwahre und irrige Perspektiven, wie das geozentrische Weltbild der ptolemäischen Kosmologie, schlicht ad acta legen und sind infolgedessen allenfalls noch von wissenschaftshistorischem Interesse. In den Sozialwissenschaften hingegen lassen sich irrige und unwahre Auffassungen von Gesellschaft, unsinnige Weltsichten, wie sie gegenwärtig im politischen Gebaren der US-Regierung zum Ausdruck kommen, nicht ignorieren, da sie gesellschaftlich dominant auftreten und sogar ein gesellschaftsveränderndes Potenzial besitzen können.
Dies gilt umso mehr, da Trumps Stammtischperspektive, die für komplexere gesellschaftliche Strukturen wie Organisationen und Funktionssysteme jenseits persönlicher Interaktion blind ist, nicht lediglich idiosynkratisch zu verstehen ist, sondern, wie seine immer noch breite Anhängerschaft zeigt, eine hohe gesellschaftliche Resonanz aufweist – nicht nur in den USA. Es entspricht gesellschaftlichem Common Sense, die Gesellschaft letztlich als Summe ihrer einzelnen Mitglieder zu verstehen ist und persönliche Interaktion die Form ist, die im Kern Gesellschaft ausmacht.
In diesem Zusammenhang ist eine berühmte Behauptung Margaret Thatchers aufschlussreich, die nicht nur das gesellschaftliche Verständnis von Trump, sondern auch die vorherrschende, wenngleich inadäquate gesellschaftliche Selbstbeschreibung veranschaulicht: „So etwas wie die Gesellschaft gibt es nicht. Es gibt nur einzelne Männer und Frauen, und es gibt Familien. Keine Regierung kann existieren, ohne dass die Menschen zunächst für sich selbst sorgen.“ Die Form von „Deals“ (Interaktionssysteme) zwischen den einzelnen Menschen ist gemäß dieser Weltsicht das, was „der Gesellschaft“ wesentlich und möglich ist.
Entsprechend ist es nicht schwierig, aktuelle Geschehnisse genau dieser simplen und inadäquaten Sicht auf die Gesellschaft im Sinne ihrer dominanten Selbstbeschreibungen zuzuordnen. Elon Musks Möglichkeiten im Rahmen des speziell für ihn von Trump eingerichteten „Department of Government Efficiency“ (DOGE), endlich für Effizienz „in Washington“ zu sorgen – etwa im Sinne eines Bürokratieabbaus, der Senkung von Staatsausgaben oder der Steigerung der Effizienz der Verwaltung – gleichen den realisierten Wunschträumen eines Stammtisches: „Einmal, nur einmal müsste ich für ein paar Wochen das Sagen haben, dann würde ich es denen ‚da oben‘ schon zeigen, ruckzuck würde ich den Sumpf trockenlegen, dann würden die Dinge richtig laufen.“
Es ist wenig erstaunlich, dass das benutzte Instrumentarium, das die Ziele des DOGE erreichen bzw. umsetzen sollte, blind war für die spezifischen, allenfalls effektiv und notwendig zu modifizierenden organisatorischen Strukturen und Funktionalitäten – geschweige denn für die nicht unmittelbar zu beobachtenden Konsequenzen für gesellschaftliche Funktionssysteme wie Erziehung, Familie, Wissenschaft oder Wirtschaft –, sondern in erster Linie auf Personen (und damit Interaktionssysteme) abzielte.
Mit anderen Worten: Der methodische Goldstandard von DOGE waren Massenentlassungen, die Kündigung von Verträgen und die Streichung von Fördermitteln, ohne Rücksicht auf die organisatorischen Konsequenzen. Wenn auf Organisation Bezug genommen wurde, dann lediglich im Sinne von Zerschlagungen. In der Bilanz lässt sich festhalten, dass DOGE nichts oder das Gegenteil des politisch Beabsichtigten erreichte. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass gesellschaftliche Verhältnisse doch etwas komplexer sind, als mit „rocket science“, also maßgeblich technisch und damit an Kausalitäten orientiert, erfassbar ist.
Gaza: Wie man eine Organisation unsterblich macht
Ein weiteres Beispiel für diese extrem simple Weltsicht auf gesellschaftliche Verhältnisse, wie sie geradezu paradigmatisch in der Administration Trump zum Ausdruck kommt, sind die jahrelangen wechselseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hamas in Gaza bzw. der Hisbollah im Libanon. Auch in diesen Angriffen findet eine simplifizierende Verwechslung zwischen der Bekämpfung von Personen und Organisationen statt. Die gezielte Tötung einzelner (führender) Mitglieder der Hamas im Zuge des zuletzt fast eineinhalb Jahre andauernden Bombardements des Gazastreifens durch Israel hatte zur Folge, dass etwa 75.000 Palästinenser direkt und etwa 66.000 bis 85.000 Menschen indirekt getötet wurden, beispielsweise durch Hunger, verseuchtes Wasser oder fehlende Medikamente.
Weitere, nur zynisch als „Kollateralschäden“ zu bezeichnende Konsequenzen sind, dass praktisch alle Kinder Symptome schwerer Traumatisierung zeigen und viele die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung erfüllen. Sowohl das Gesundheits- als auch das Wirtschaftssystem – praktisch alle Menschen in Gaza leben unterhalb der Armutsgrenze – sind zusammengebrochen. Mehr als 85 % der Menschen in Gaza – 1,9 Millionen – litten und leiden unter Vertreibungen und der weitestgehenden Zerstörung ihres Wohnraums.
Da auch der israelischen Seite klar sein muss, dass diese Bombardements und seine Folgen offenkundig nicht dem Ausmerzen einer Organisation wie der Hamas und somit ihrer Sicherheit dienlich sind, sondern in ihrer Methodik und ihren Konsequenzen vielmehr einem gewaltigen Rekrutierungsprogramm für Mitglieder einer (zukünftigen) Befreiungs- bzw. Terrororganisation gleichkommen, drängt sich der Verdacht auf, dass andere als die vorgegebenen Ziele verfolgt werden.
Es sind renommierte Institutionen wie der Internationale Gerichtshof, Amnesty International, Human Rights Watch, das University Network for Human Rights, das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte oder die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem, die untersuchen bzw. belegen, dass, wenn ein Genozid zwar nicht explizit und aktiv beabsichtigt wird (entsprechend etwa den erklärten Zielen der Wannseekonferenz in Bezug auf jüdisches Leben), aber passiv und praktisch in den (absichtlich) nicht entschärften Kriegsfolgen hingenommen wird, so doch die Vertreibung (“religious cleansing”) nicht-jüdischer Personen im beanspruchten, derart zionistischen Staatsgebiet Israels angezielt wird.
Was irrige Gesellschaftsbilder anrichten
Die Wahrheit/Unwahrheit bzw. der Realismus von Perspektiven zeigt sich letztlich im Maß der Enttäuschung der damit verbundenen Erwartungen. Dabei sind wahre bzw. unwahre Perspektiven der Naturwissenschaften von geringer aktueller gesellschaftlicher Brisanz, da der Erfolg von Erwartungen, die beispielsweise mit Theorien der Physik verbunden sind, nicht nur in deren Erfüllung in der Gegenwart, sondern auch maßgeblich in der Zukunft liegt. Dieser Erfolg ist gegenwärtig selbstredend nicht zu beobachten. Nur in der Rückschau lässt sich feststellen, dass z.B. technische Entwicklungen wie der Laser und das Global Positioning System (GPS), die in der damaligen Gegenwart nicht vermisst werden konnten, nur durch die Überwindung des newtonschen Paradigmas möglich wurden.
Anders sieht es bei Perspektiven und Theorien in Bezug auf gesellschaftliche Verhältnisse aus. Die Unwahrheit bzw. der Mangel an Realismus dieser Perspektiven, die Form, in der sich enttäuschte Erwartungen offenbaren, zeigt sich schon gegenwärtig und unmittelbar in dem durch sie verursachten Leid in Form von Armut, Vertreibung, Krieg und Tod. In den Gesellschaftswissenschaften sind solche unrealistischen, realitätsfernen Perspektiven auf die Gesellschaft selbst als Formen der gesellschaftlichen Realität zu verstehen, die mit deformierenden, leidvollen Auswirkungen auf die Gesellschaft verbunden sind.
Für valide Gesellschaftstheorien, die als gesellschaftliche Selbstbeschreibungen selbst als Formen der Gesellschaft in der Gesellschaft zu verstehen sind, bedeutet dies, dass sie abstrakt genug sein und gewissermaßen in ihrem Design genügend Distanz zu ihrem Forschungsgegenstand haben müssen. Nur so können sie durch gesellschaftliche Formveränderung nicht selbst in ihrer Form verändert werden. Andernfalls würden Gesellschaftstheorien ihr Beobachtungspotenzial verlieren und gesellschaftlichen Wandel nicht beobachten, sondern vielmehr durch diesen korrumpiert werden können.
So muss etwa möglich sein, dass eine Gesellschaftstheorie den Übergang von feudalen, hierarchisch differenzierten Gesellschaftsformen zur modernen Form der funktionalen gesellschaftlichen Differenzierung beobachten kann, ohne durch diese gesellschaftlichen Formveränderungen selbst wesentlich in ihrer eigentümlichen Form als gesellschaftliche Selbstbeschreibung verändert zu werden. Dies leisten aktuell soziologische Systemtheorien (vgl. hierzu wesentlich: Luhmann, Niklas (1984)). Soziale Systeme. Suhrkamp, ders. (1998). Die Gesellschaft der Gesellschaft. Suhrkamp).
Wir beobachten, dass sich eine Perspektive, die die Gesellschaft letztlich als Ansammlung individueller Menschen versteht, die allenfalls in Interaktion treten können, etwa mittels sogenannter „Deals“, tatsächlich als inadäquat erweist. Sie ignoriert abstrakte gesellschaftliche Strukturen wie Organisationen und Funktionssysteme wie Wirtschaft, Recht, Wissenschaft und Religion. Tatsächlich zeigt das Wirken der Administration Trump, dass diese Gesellschaftsperspektive mit Leid verbunden ist, da sie eine Zunahme von Armut (in den USA und weltweit), Vertreibung, Krieg und Tod zur Folge hat.
Dabei drängt sich die Frage auf, warum eine Stammtisch-Auffassung von Gesellschaft – eine Auffassung, die seit jeher gesellschaftlicher Common Sense ist, also als übliche, alltägliche Perspektive von Personen abseits der abstrakten Auffassungen in den Gesellschaftswissenschaften gelten muss – gerade jetzt an Dominanz gewinnt. Dies geschieht nicht zuletzt durch politische Etablierung – nicht allein in der Konkretisierung durch die Administration Trump –, die dieser Gesellschaftsauffassung das Potenzial verleiht, die Form der gegenwärtigen Gesellschaft zu verändern.
Das globale Dorf, in dem der Stammtisch regiert
Wir gehen davon aus, dass die Form des Internets und die dadurch ermöglichten sozialen Medien die Auffassung einer Gesellschaft als eines gewaltigen Pools von Individuen, die potenziell miteinander in Interaktion („Deals“) treten, gesellschaftsweit konkretisieren und plausibilisieren. Es wird geschätzt, dass mittlerweile 5,6 Milliarden Menschen – zwei Drittel der Weltbevölkerung – über (mehrere) Nutzerprofile verfügen. Diese ermöglichen es ihnen grundsätzlich, direkt miteinander in Interaktion zu treten. Jedem Follower, der beispielsweise Donald Trump oder Elon Musk folgt, ist es mittlerweile grundsätzlich möglich, mit diesen in direkte oder indirekte Interaktion zu treten – abseits von realistischen Erfolgschancen. Wenn in diesem Sinne von einem „globalen Dorf“ die Rede ist, dann ist es eines, in dem der Stammtisch regiert.
Auf diese Weise wird gesellschaftlich die Vorstellung einer Form der Gesellschaft im Sinne Margaret Thatchers (siehe oben) genährt. Die gegenwärtige Administration unter Trump kann demnach nicht lediglich als Unfall oder als zukünftig nicht weiter zu beachtende, vorübergehende Variation gegenwärtig zu beobachtender gesellschaftlicher Evolution gelten. Vielmehr stellt sie eine politische (sozialstrukturelle) Konkretisierung gesellschaftlicher Semantiken dar, die in der Kommunikation mittels sozialer Medien immer dominanter wird (vgl. zur gesellschaftlichen Evolution in diesem Sinne detaillierter: Räwel, Jörg (2022). Die nächste Gesellschaft. Soziale Evolution durch Digitalisierung. Velbrück).
Zu erwarten ist, dass die Durchsetzung irriger und simpler Vorstellungen von Gesellschaft, wie sie aktuell zu beobachten ist – bezogen auf eine Form der Gesellschaft, die gegenwärtig noch in ihren faktischen Strukturen weitaus komplexer ausdifferenziert ist als vom gesellschaftlichen Common Sense angenommen –, mit einem hohen Maß an Leiden verbunden ist.


„In den Naturwissenschaften lassen sich unwahre und irrige Perspektiven, wie das geozentrische Weltbild der ptolemäischen Kosmologie, schlicht ad acta legen“ leider ist diese Vorgehenseweise in den Naturwissenschaften inzwischen auch nicht mehr so üblich wie es mal war. Aber zum Glück sind Naturgesetze am Ende stärker als das menschliche Denken uva. völlig unabhängig davon.
Ist der Deal „Budapester Memorandum“ davon auch betroffen?
Oder ist das was ganz anderes?
Was sagt die Bubble?
Das Budapester Memorandum war eine „unverbindliche Absichtserklärung“.
Jedenfalls waren das die Worte, die die US-Botschaft in Minsk auf Anfrage der weißrussischen Regierung wählte, warum die USA sich nicht an das Abkommen halten würden, das die Einmischung in die inneren Angelegenheiten Weißrusslands untersagte.
Das konnte man viele Jahre auf deren Website nachlesen. Erst, als man dieses Abkommen als Propagandainstrument gegen Russland entdeckte, verschwand die Seite auf magische Weise….
Ein Geschäft wird verhandelt, dieses neu postmoderne Geschäft besitzt eine Lebensdauer von einer Legislative, also politisch und nicht real geschäftlich.
Genau hier liegt der demokratische Fehler, da dieser nur kurzfristig daran gebunden sieht.
Im Gegensatz zu ‚Diktaturen, langzeit regierenden, oder sonst irgendeinem System, das nach Nachhaltigkeit bestrebt ist, besitzt das Geschäft eine andauernde Beziehung zwischen Partner.
Wie wir seit einigen Jahren erleben, ist die angesagte Nachhaltigkeit, eher eine kurzfristige Entscheidung unterlegen.
Jetzt sollten sich selbst deklarierte Demokraten fragen, was ist das bessere Geschäftsmodell
@PRO1 : „Jetzt sollten sich selbst deklarierte Demokraten fragen, was ist das bessere Geschäftsmodell“
Es geht nicht um das bessere Geschäfts- sondern Politikmach-Modell.
Wie wäre es mit geloster Demokratie, siehe David Van Reybrouck: „Gegen Wahlen…..“ und https://losdemokratie.info/
Du hast aus deiner Perspektive vielleicht recht.
Was ich versuchte zu betonen ist, das Politik und Geschäft nicht voneinander zu trennen ist, da die heutigen Strukturen es niemals zulassen werden, effektive gerechte Systeme zu installieren.
Ob diese Systeme menschlich oder technisch ausgelegt werden ist egal, da der ‚Satan‘ überall über Korruption seine Macht installierte. Die Korruption ist immanent.
Wenn eine inadäquate gesellschaftliche Selbstbeschreibung an Relevanz gewinnt, dann wäre es die Aufgabe der Soziologie die Gründe dafür zu analysieren.
Aber auch in den Journalistischen Medien können wir beobachten, dass die Kritik an Trump auf seine Person beschränkt bleibt ohne dass die Interessen die mit seiner Politik einhergehen auch nur annähernd ausreichend analysiert werden.
Der Artikel kommt zwar recht klug daher, bleibt aber ähnlich wie die die er kritisieren möchte, in seiner Substanz unter-komplex.
Die werden uns alles nehmen…ist doch ganz einfach, weil das der Plan der UN/WHO, WEF der herrschenden Klasse ist.
„In den Naturwissenschaften lassen sich unwahre und irrige Perspektiven, wie das geozentrische Weltbild der ptolemäischen Kosmologie, schlicht ad acta legen und sind infolgedessen allenfalls noch von wissenschaftshistorischem Interesse.“
Diese Aussage ist eindeutig falsch. Der Autor hat ein unterkomplexes Wissenschaftsverständnis. Das geozentrische Weltbild ist keineswegs falsch, es ist einfach nur unpraktisch. ( Stephen Hawking )
Und wie das Wort „Weltbild“ auch schon sagt, ändert sich mit einem veränderten Weltbild nicht die Welt, sondern nur das Bild das wir uns von dieser Welt machen.
Es geht wie im weiteren Artikel nicht um richtig oder falsch, sondern lediglich um die Einnahme einer passenden Perspektive und die Art wie darüber miteinander kommuniziert wird.
Und genau an dieser Stelle versagt der Autor.
So lange die herrschende Klasse am Ruder ist, wird sich nix ändern, hatte ich glaube ich auch schon mal irgendwo erwähnt… „Kapitalismus“ heißt das spiel, für die, die es noch nicht wußten… 😉
Die gegenwärtigen kapitalistischen Produktionsverhältnisse zu benennen hilft leider überhaupt nichts, wenn es darum geht, sie zu transformieren. Dazu ist eine Überwindung der Lohnarbeit notwendig. Daran arbeiten die Kapitalisten mit sich zunehmend steigernder Intensität seit langem. Künstliche Intelligenz und Robotik könnten hier im Laufe der kommenden Jahrzehnte einen Durchbruch erzielen, der in letzter Konsequenz das ökonomische Basismodell der Tauschwirtschaft, und damit Geld überhaupt, obsolet macht und Kapital wertlos wird, da sich damit kein Mehrwert mehr generieren lassen wird. Das wird dann zu einem totalen Kollaps der globalen Ökonomie führen, ausser die Gesellschaft ist stark genug, der ehemaligen Kapitalistenklasse die Kontrolle über die Produktion abzunehmen und diese in ein Werkzeug zu verwandeln, dass der Allgemeinheit dient, und nicht umgekehrt. Es gibt hier und da vereinzelte gesellschaftliche Ansätze, sich auf dieses Szenario vorzubereiten so gut es geht, allerdings sind die realen Möglichkeiten dazu sehr beschränkt und zerfallen immer wieder am Gegensatz zur spätkapitalistischen Realität. Die Produktionsverhältnisse der Zukunft lassen sich nicht in der gesellschaftlichen Praxis der Produktionsverhältnisse von heute antizipieren, deshalb muss eine Aktionsstrategie immer ausden jeweils gegenwärtigen Verhältnissen entwickelt und korrigiert werden. Das ist, soweit ich das bislang verstanden habe, der eigentliche Grund für die Marx’sche Abneigung gegen Ideologien und die ganze schwer verdauliche Dialektik.
Mafia Bosse machen Deals, ordentliche Staaten schließen Verträge weil s. g. Deals keinen rechtmäßigen Bestand haben.
Na ja… Was „ordentliche Verträge“ wert sind, wenn sie dem „Wertewesten“ zuwiderlaufen, sehen wir ja immer wieder. So bei den Sanktionen gegen den Iran trotz gültigen und seitens Teherans eingehaltenen Atomabkommens.
„Ebenso mögen einzelne Personen zwar Repräsentanten von (staatlichen) Organisationen sein, wie im aktuellen Krieg der USA gegen den Iran zu beobachten ist. Sie sind jedoch nicht mit diesen gleichzusetzen.“
Der Artikel spricht hauptsächlich über Trump. Die Personifizierung der Außenpolitik ist aber ein allgemeines Phänomen im Westen. Putin ist hierfür ein Paradebeispiel. Trump ist keineswegs eine verrückte Ausnahme. Bei ihm treten solche Erscheinungen nur stärker zum Vorschein (wenn überhaupt). Es ist bemerkenswert, daß Soziologen sich an solchen Figuren wie Trump abarbeiten, ihre Kritik aber nicht auf die westliche Politik im Allgemeinen ausdehnen. Was bleibt ist wiederum eine Personifizierung, diesmal die von Trump. Trump ist auch ein leichteres Ziel, da sich fast alle Poliker in Europa und Medienorganisationen gegen Trump wenden, man also mit einer Trumpkritik nicht gegen den Strom schwimmt.
Erlaubt der Zensor die Verwendung des englischen Wortes „ludicrous“? Ich teste das mal ….
Im ersten Absatz behauptet Jörg Räwel, „Deals“ seien gekennzeichnet durch:
Die Behauptung ist nachweislich reine Willkür, namentlich in der Abgrenzung von „modern“ zu (implizit) „altertümlich“, „obsolet“. Die Vertragsform ist als mehr oder minder obligatorische Gestalt im Abendland in allen herrschaftlichen Gesellschaften seit den Sumerern überliefert, die Römer schrieben ein ganzes Gesetzbuch dazu, das durch das Mittelalter hindurch via Kirchenrecht immerhin beschränkte Gültigkeit behielt und vom Bürgertum praktisch komplett übernommen worden ist. Aus tribalen Gesellschaften sind ebenfalls jede Menge Verträge überliefert, deren Aufkommen gedeckelter territorialer Konkurrenz entstammte, oder Verkehrsschranken, wie im Verkehr pazifischer Inselgesellschaften.
Räwels Willkür soll einen Gegensatz aufmachen, den er im zweiten Absatz wie folgt zu umschreiben beginnt:
Das ist an der Stelle erstens eine falsche und irreführende Abstraktion, denn Gegenstand Räwels Erwägungen ist im Auftakt der internationale Verkehr, und da dominiert sowohl auf politischer wie ökonomischer Ebene der persönliche Verkehr von Diplomaten und Gesandten und deren Entsendern. Das ist so trivial, das mag ich nicht „belegen“.
Aber Jörg Räwel will seinen Gegenstand, den internationalen Verkehr, einfach fallen lassen:
Ich hab keine Ahnung, was Räwel mit dem im Zitat ausgelassenen Verweis auf
hat sagen wollen, aber jedenfalls ändert der nichts daran, daß er willkürlich und dabei auch noch gleichsam „fremd gehend“ („Wissenschaftssystem“) auf die Ebene nationaler Rechtsordnungen, also die innenpolitische Gewaltebene wechselt, die im internationalen Verkehr halt nicht mittels Verträgen, sondern entweder mittels Mord, Totschlag, Flächenbombardements, Brandschatzung und ultimat Eroberung bzw. Installation von Gouverneuren hergestellt wird, oder auf der Ebene eines ostentativen diplomatischen Verzichtes auf solche Mittel, der dann eine Vertragsform erhält, die auf nichts anderem beruht, als wechselseitig konzedierten Interessen der Beteiligten, deren Geltung und Reichweite beständig Anpassungen bis hin zu Neudefinitionen bedürfen.
Der Modus solcher Anpassungen und Neudefinitionen: der Deal – auf der Grundlage wechselseitiger Nötigung und Erpressung mit eben jenen Interessen PLUS der notorischen Drohung mit Gewaltmaßnahmen gegen den internationalen Verkehr zwecks deren Wahrung, falls sie keine oder nach dem Urteil eines Beteiligten an der Dealerei zu wenig Berücksichtigung finden.
Soziologie, um das kurz zu schließen, weil ich ja nicht weiß, ob ich das für’s Nirvana schreibe, erhebt einen ideellen Polizeistandpunkt zur „Wissenschaft“, haben wir von der MG / Roten Zellen vor 50 Jahren in unserer „Kritik bürgerlicher Wissenschaft“ zum Begriff dieser Fakultät gesagt, und Jörg Räwel bringt diesen Begriff auf eine Weise zur Anschauung, die ich nur „ludicrous“ nennen kann. Man könnte auch „schambefreit“ sagen …
„Man könnte auch „schambefreit“ sagen…“
So sind alle Soziologen, Sozialarbeiter,
Sozialpädagogen und ähnliches die mir bisher begegnet sind.
Natürlich labt sich dieses Metier gerne und am liebsten am Sozialstaat.
Der “Polizeistandpunkt“ hindert diese jedoch kein bisschen daran des öfteren in Drogenhandel und sexuellen Missbrauch verwickelt zu sein.
Die insbesonders grüne aber man kann auch ganz allgemein einfach „die BRD“ sagen machts möglich und rechtssicher.
Das die Angst vor kapitalistischen Deals diesen Leuten quasi naturgegeben im Nacken sitzt und sie daraufhin das Böse an die Wand malen-
nun da ist dieser Artikel quasi ein Offenbarungseid.
Danke dafür.
Das Weltgeschehen außer Rand und Band auf das von Trump beliebte Wort Deal zurückzuführen ist mit ludicrous
absolut treffend und ausreichend umschrieben.
Der russische Präsident Wladimir Putin soll Trump angeblich einen „Deal“ angeboten haben. Trump solle auf die logistischen Unterstützung sowie die Geheimdiensttätigkeiten in der Ukraine einststellen dafür würde Putin die Unterstützung des Irans einstellen.
Ob diese Meldung tatsächlich stimmt kann ich noch nicht definitiv sagen, zumindest kursiert sie aber im Internet.
Warum mit einem Dealmaker keine Diplomatie zu machen ist.
Trump hat nicht nur keine Ahnung, was eine Gesellschaft ist, wie sie entsteht und wie man sie zusammenhält, er hat auch nicht das geringste Rollenverständnis als Präsident der USA („Was interessieren mich Recht und Gesetz, für mich gilt nur meine eigene Moral“.) und damit natürlich auch nicht für Diplomatie. Wofür in anderen Ländern (wenn auch nicht unbedingt in unserem) langjährige Ausbildung und Erfahrung erforderlich ist, um das eigene Land auf internationaler Bühne vertreten zu dürfen, bevorzugt er dafür Friends and Family – und so sehen die Ergebnisse dann eben auch aus. Tritt er als Oberdiplomatkann in Erscheinung, so darf die ganze Welt teilhaben an seinen notorischen Lügen, Betrügereien, Drohungen bis hin zur totalen Vernichtung einer Zivilisation und als Höhepunkt Bombenangriffe auf Staatschefs und Schulen noch während laufender Verhandlungen.
Gelogen, betrogen („not one inch…..) gedroht und erpreßt wurde zwar schon immer von God’s own country, aber immerhin gab doch mal so etwas wie soft power und man bemühte sich gelegentlich, so etwas wie den benevolent hegemon vorzuzeigen.
Damit ist nun ein für alle Mal (und für alle Welt) Schluß. Das wichtigste im diplomatischen Geschäft ist Vertrauen und das hat nicht nur diese Administration, sondern mit ihr dieses Land ein für alle Mal verspielt. Wer soll denen denn noch
trauen, wenn die Privatmoral des Herrn T. als handlungsleitend für das scheinbar mächtigste Land der Welt angesehen werden muß?
Dass der darwinistische Wirtschaftsprimitivling aus Yankee-Land nur den „Deal“, kennt – geschenkt. Dass aber unsere Medien ihn schon seit seiner ersten Amtszeit übernommen und seit seiner zweiten zum Terminus technicus gemacht haben, ist eine sprachkulturelle Bankrotterklärung. Der Begriff „Dealer“ – nur zur Erinnerung – ist in unserem Sprachraum negativ besetzt mit einem kriminellen Kontext (Drogen, Hehlerei).
Die feine Differenzierung und Gewichtung (semantisch. politisch, juristisch, philosophisch etc.) unserer Sprache zwischen Begriffen wie „Vereinbarung“, „“Übereinkommen“, „Absprache“, „Abkommen“, „Kompromiss“, „Pakt“, „Vertrag“ usw. wird von unseren bildungsbeauftragten (!) Medienvertretern zu Gunsten eines simplen materialistischen „4-letter-word“ in die Tonne getreten. Das ist einfach zum 🤮
Einen „Deal“ gab es schon oft mit der Mafia. Der hier kannte sich damit aus:
https://terminegegenmerkel.wordpress.com/2026/04/26/tgm-deutschlandtrend-april-2026/
Zwischen 2000–2016 wurden von den USA die folgenden ordentlich abgeschlossenen Verträge verletzt.
Wiener Konsularkonvention:Nicht-Information von Festgenommenen
UN-Charta:Beitragszahlungen)
Anti-Folter-Konvention: Folter, Geheimgefängnisse, Überstellungen
ICCPR. Menschenrechtsverletzungen
Flüchtlingskonvention. Non-Refoulement-Verstöße
Chemiewaffenkonvention : Fristverletzungen
Biowaffenkonvention: Umstrittene Programme
PMDA: Einseitige Vertragsänderung
Fazit: Verträge, die nicht auf Deals beruhen, werden auch verletzt.
Das Wirtschaftswachstum betrug in den USA 2024 2,79 % und 2025: 2,12 %. In der BRD betrug es 2024 0,0 % und 2025 0,2 %, obwohl die BRD keine Zollpolitik betreibt.
Aber mit Mercosur wird die Landwirtschaft in der BRD von Agrarkonzernen übernommen.
Die Zollpolitik der USA ist keine Marotte von Trump, und sie wird sich auszahlen, wenn die Konsumenten und Firmen auf inländische Produkten umsteigen. Ich denke, das wird schon 2027 sichtbar werden.
Dieser Artikel ist Globogeschwafel und hat keine Basis.
Seltsam:
Durkheim, Weber, Simmel,Bourdieu, Goffman, Luhmann und Foucault vertraten laut MG den (ideellen) Polizeistandpunkt, wie oben der wieder auferstandene @Qana behauptet. Marx lassen wir Mal eben außen vor….
Seltsam, seltsam, wie schon die Magd in einem bekannten Witz sagte…