Warum ich nicht gewählt habe

Luther auf dem Reichstag in Worms (kolorierter Holzschnitt, 1556). Bild: gemeinfrei

 

Am Samstag vor der Kommunalwahl in Hessen, wir waren gerade dabei den Frühstückstisch abzuräumen, sehe ich durch das Küchenfenster eine Frau auf unser Haus zu gehen. Ich öffne die Tür; sie drückt mir einen Flyer der Partei „Volt“ in die Hand. Als ich vor 20 Jahren für kurze Zeit mal selbst politisch aktiv war, habe ich auch auf dem letzten Drücker Flugblätter verteilt. Das ist gerade in Straßen mit Reihenhäusern wie unserem kein Zuckerschlecken. Man läuft sich die Hacken ab und der Stoß Papier, den man in den Händen hält, wird nicht weniger. Große Wohnblocks sind da deutlich dankbarere Objekte.

Als die Wahlhelferin sich umdreht und gehen will, rufe ich sie zurück, gebe ihr den Flyer wieder und sage: „Seitdem ich im Herbst 1980 mit 21 Jahren zum ersten Mal wählen durfte, habe ich an jeder Wahl teilgenommen. Dieses Mal wähle ich nicht. Kennen Sie Jacques Baud? Nein? Das ist ein ehemaliger Oberst aus der Schweiz, der sich ein Leben lang für die UN in herausgehobener Position auf der ganzen Welt für den Frieden eingesetzt hat. Der ist nun von der EU sanktioniert worden, weil er zum Ukraine-Konflikt eine abweichende Meinung hat. Das heißt, er hat kein Zugriff auf sein Bankkonto, kann weder Strom noch Telefon bezahlen. Wenn er sich etwas zu essen kaufen will, braucht er eine ‚humanitäre Ausnahmegenehmigung‘.  Etliche Andersdenkende hat der Bannstrahl aus Brüssel ebenfalls getroffen. Aber kaum einen Politiker oder Journalisten interessiert es. Unfassbar!  Damit hat dieses System für mich jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Deshalb gehe ich morgen nicht wählen.“ Die junge Frau verabschiedet sich freundlich und verspricht, den Fall zu googeln.

Als Kaiser Karl vor 500 Jahren gegen Martin Luther die Reichsacht verhängte, konnte dieser sich beim Reichstag in Worms auf großer Bühne verteidigen. Heute vernichtet man die Existenz Andersdenkender per Dekret aus einem Brüsseler Hinterzimmer. Damals schützte der weise Kurfürst Friedrich von Sachsen Martin Luther vor der Verfolgung. Heute bedroht der Bundestag mit dem Segen eines anderen, nicht ganz so weisen Friedrich per Gesetz jeden mit Gefängnis, der es wagt, in irgendeiner Form in Kontakt mit den Sanktionierten, den Parias, den Unberührbaren zu treten.

Ich habe mich Ende letzten Jahres in dieser Sache an Katrin Gierhake, Professorin an der Uni Regensburg gewandt, die mir in der Corona-Zeit positiv aufgefallen war, und als von ihr keine Antwort kam, an Peter Gauweiler, dem „die Durchsetzung des Rechts in der Politik besonders am Herzen liegt“, wie er auf seiner Homepage schreibt. Ich habe ihn gefragt, ob der EU-Rat jetzt zur verfassungsfeindlichen Organisation geworden sei, gegen die man vorgehen müsse. Als Ingenieur sei das aber nicht mein Metier. Seine persönliche Antwort Anfang Februar hat mir Mut gemacht, aber seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

Im April 2026 tagt der Deutsche Richterbund unter dem Motto „Rettet den Rechtsstaat“. Da gibt es „politische Hintergrundgespräche“, da wird von „populistischen Gruppierungen“ gewarnt, die „unseren Rechtsstaat und die Rechtsordnung am liebsten abschaffen wollen“. Aber die Existenzvernichtung Andersdenkender ist dort kein Thema. Habeas Corpus scheint für den Deutschen Richterbund keine fundamentale Rechtsnorm mehr zu sein, die den Bürger vor staatlicher Willkür schützt, sondern bloß noch lästiger Hokuspokus. Irgendwann wird man dieses Versagen gründlich aufarbeiten. Und die Täter werden die Tatortreiniger sein.

Stefan Nold

Dr. Stefan Nold, Jahrgang 1959, 1x Ehemann, 3x Vater, 5x Großvater, studierte Elektrotechnik an der TH Darmstadt und promovierte dort über wissensbasierte Fehlerdiagnose. Er arbeitete zuerst einige Jahre als Entwicklungsingenieur bei KSB Pumpen in Frankenthal und gründete 1990 das Ingenieurbüro SOFT CONTROL in Darmstadt (Schwerpunkt: industrielle Bildverarbeitung), wo er bis heute tätig ist. Parallel war er Aktivist und Mitbegründer erfolgreicher lokaler Bürgerinitiativen (Bürgerinitiative BI ONO gegen die Nordostumgehung, “Mucken fürs Mühlchen” zum Erhalt eines Naturbadesees). Seit 2012 schreibt er Essays zu gesellschaftlich relevanten Themen (Humane Wirtschaft, Zeitgeschehen im Focus, overton, globalbridge, manova, u.a.)

Bücher: 2012: Beerdigung, Reifenwechsel, Hochzeit (2012) Justus von Liebig Verlag, Darmstadt. 2024: Kein Frieden – keine Zukunft. Schlagt Brücken und Versteht eure Feinde. Open Source. Download unter: https://overton-magazin.de/wp-content/uploads/2024/07/Nold-KeinFriedenKeineZukunft-24720sN.pdf
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45 Kommentare

  1. Der Artikel handelt ausschließlich von den verletzten Illusionen des Autors. Er hat geglaubt, dass Macht- und Gewaltstrukturen eine feine Sache sind, wenn sie nur die richtige Form haben. Er möchte es gerne wieder glauben können, daran arbeitet er.

    Irgendwann wird man dieses Versagen gründlich aufarbeiten.

    Es wäre so schön, wenn die Leute ihre Illusionen aufgeben würden, anstatt alles dranzusetzen, sie zu reparieren.

      1. Nein, Illusionen sind falsche (üblicherweise beschönigende) Vorstellungen über die Realität. Ideale sind was anderes.
        Was ist das für eine Welt, in der den Menschen außer schönen Lügen über sie „nichts bleibt“?

        1. Ach, werter Foehre: „Der Artikel handelt ausschließlich von den verletzten Illusionen des Autors. Er hat geglaubt, dass Macht- und Gewaltstrukturen eine feine Sache sind, wenn sie nur die richtige Form haben.“ Damit haben Sie – gefühlt – ungefähr zwei Drittel der auf Overton erscheinenden Beiträge charakterisiert. Enttäuschte Demokratie-Idealisten wollen einen hinter die Fichte führen und hören nicht auf einen aus der Familie der Kieferngewächse…

          1. @ Ein Nörgler

            Alles zu beschweigen, nur dem Rauschen des Fichtenwaldes zu lauschen – genau das ist das Bild des deutschen Michels. 😉

          2. Damit haben Sie – gefühlt – ungefähr zwei Drittel der auf Overton erscheinenden Beiträge charakterisiert.

            Ja, ich weiß. Im Forum ist die Quote noch stattlicher.

            Enttäuschte Demokratie-Idealisten wollen einen hinter die Fichte führen und hören nicht auf einen aus der Familie der Kieferngewächse…

            Na ja. Es sitzen fast alle hinter der Fichte, da muss es da doch richtig sein! Oder sollte die überwältigende Mehrheit des Gipfels der Zivilisation etwa irren?! Na sehen Sie. (Und gucken Sie sich bloß an, wie die paar Hanseln aussehen, die nicht da sitzen. Ganz zwielichtige Vögel sind das, vor denen hat Mutti einen immer gewarnt.)

    1. @ foehre

      Und nur Sie verfügen über das Wissen, wie diese Reparatur aussieht. Das ist natürlich Geheimwissen.
      Irgendwie sind Sie eine traurige Figur.

      1. Und nur Sie verfügen über das Wissen, wie diese Reparatur aussieht. Das ist natürlich Geheimwissen.

        Lesen Sie denn nie, was ich schreibe? Oder verstehen Sie es nie? Ich rate vom Reparaturwillen ab. So schwer ist der letzte Satz doch nicht zu verstehen? Einfaches Deutsch, nix schwere Sprak, nix Schachtelsatz?

        Irgendwie sind Sie eine traurige Figur.

        Ja, das bin ich. Sie übrigens auch. Aber nicht aus den Gründen, die Sie sich einbilden.

        1. „Lesen Sie denn nie, was ich schreibe?“

          Es ist ermüdend weil so nihilistisch. Künftig daher – nein.

          Was ich mir einbilde, liegt ganz gewiss jenseits Ihrer Vorstellung.

  2. Ich nehme mal zugunsten des Zensors an, Anlaß, meinen Kommentar zu löschen, war nicht, daß ich den Autoren einen „Nerd“ geschimpft habe, sondern die Sanktionsopfer als „Diversanten“ und „Feindagenten“ bezeichnet.
    Ja, Mensch, dies hoheitlich geschaffene Faktum, solch souvereign facts zur Kenntnis zu nehmen, statt unter Berufung auf Ideale und Werte, deren Fiktionalität die Betroffenen erleiden, für verwerflich zu erklären, macht den ganzen Unterschied zwischen Meinen und Urteilen, zwischen „Heteronomie“ und „Autonomie“ von Aussagen!
    Wenn ihr eine solche Stellungnahme nicht mehr dulden wollt, macht ihr euch, um den zugehörigen Sponti-Spruch zu bemühen, zum Teil des Problems, dessen Lösung zu betreiben ihr verbal beansprucht.

  3. herzlichen Glückwunsch zur Nichtwahl.
    die folgenden Jahre kannst du Abstand gewinnen. du hast deine Stimme nicht wegegeben. du hättest sie noch, wenn sie dir nicht vom Parteiensystem geraubt würde. aber an den Entscheidungen bist du ab jetzt nicht mehr Schuld. der Raub deines Stimmrechts entlastet dich.

  4. Naja, die Flyer-Verteilerin kann ja nichts dafür, was in der EU passiert.

    Wäre sie schlagfertig gewesen, hätte sie vielleicht sagen können, dass Volt sich auf kommunaler Ebene für die Rehabilitierung des Geächteten eingesetzt hätte, auch wenn das natürlich auf allen Ebenen unglaubwürdig gewesen wäre.

  5. „Da gibt es „politische Hintergrundgespräche“, da wird von „populistischen Gruppierungen“ gewarnt, die „unseren Rechtsstaat und die Rechtsordnung am liebsten abschaffen wollen“.“

    Die „populistischen Gruppierungen“ können „unseren Rechtsstaat und die Rechtsordnung“ erst dann abschaffen, wenn sie an der Macht sind. Aus Angst, sie könnten an die Macht kommen, wird er aber bereits vorher von den „wehrhaften Demokraten“ abgeschafft. So sieht es aus und die angeblichen Demokratieverteidiger merken gar nicht, was sie machen.

  6. > Damit hat dieses System für mich jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Deshalb gehe ich morgen nicht wählen.“ Die junge Frau verabschiedet sich freundlich und verspricht, den Fall zu googeln.

    Krass, politisch aktiv aber noch nie davon gehört.
    Da haben anscheinend die Qualitätsmedien ganze Arbeit geleistet. „Hey wieso kritisiert ihr uns immer“.
    Wenn man mal googelt und dann auf News klickt sieht mans auch selbst.
    Vor Jahren gabs mal eine Rubrik mit einem passenden Namen „Der fehlende Part“, da wars noch erlaubt das zu sehen.
    Heutzutage gibts Frau Kosubek auf YT.

    1. Krass, politisch aktiv aber noch nie davon gehört.

      „Politisch aktiv“ und „keine Ahnung von der Welt, nur wohlklingende, ansonsten hohle Phrasen im Kopf“ korreliert meinen Erfahrungen nach sehr hoch.

  7. Nichtwähler sind dumm. Da können sie noch so viel schwafeln und rationalisieren. Gerade die letzten Wahlen haben es gezeigt.

    Ich habe zum Beispiel jahrelang die Linke gewählt. Nicht wirklich aus Überzeugung sondern als das kleinstmögliche Übel. Keine Stimme für den etablierten Einheitsbrei. Immerhin. (Jetzt wähle ich sie natürlich nicht mehr).

    Wenn bei den letzten Wahlen die „Abtrünnigen“ und die Nichtwähler ihre Stimmen dem BSW gegeben hätten (und sei es auch nur als kleinstmögliches Übel) wäre der „Wahlbetrug“ nicht mehr so einfach gewesen – und Merz wäre nicht Kanzler. Das kommt nämlich dabei heraus.

      1. Das wäre doch gut weil deutlich mehr zerstrittener und sie würden kaum noch etwas auf die Reihe bekommen. Im transatlantischen Regime kann das für das Volk nur positiv sein.

    1. Sie statten irgendwen, den Sie nicht kennen, den Sie als Übel bezeichnen (wenn auch „das kleinste“) und der Ihnen gegenüber keinerlei Verpflichtung hat, mit Macht über Sie aus, die er gebrauchen kann, wie es ihm passt.
      Darüber schwafeln und rationalisieren Sie, dass es nur so kracht. Und Sie merken nichts, weil Sie damit beschäftigt sind, andere dumm zu finden.
      Mir fehlen die Worte.

      1. Ich finde es auch dumm zu meinen mit Verweigern irgendetwas zu erreichen. Die minimalen Möglichkeiten der politischen Gestaltung, die das transatlantische Regime gestattet, die sollte man auch nutzen.

        1. Ich finde es auch dumm zu meinen mit Verweigern irgendetwas zu erreichen.

          Daran erinnere ich Sie, wenn Sie beim nächsten Kackemampf-Wettbewerb nicht mitmachen wollen.
          (Übrigens meine ich gar nicht, mit Nichtwählen etwas zu erreichen, das ist Ihre Fantasie.)

          Die minimalen Möglichkeiten der politischen Gestaltung, die das transatlantische Regime gestattet, die sollte man auch nutzen.

          Die Möglichkeiten sind null. Nicht null Komma irgendwas, sondern null.
          Sie können den Machtanwärtern keine Aufträge geben (damit würden Sie den Stimmzettel sogar ungültig machen), sondern nur das Kreuz. Ihre Legitimation, Ihre Ermächtigung, Ihren Blankoscheck. Damit macht der Gewählte dann, was er will. Dass das in Ihrem Sinne sei, ist nichts als Ihre Hoffnung. Hoffnung ist Ausdruck vollständiger Ohnmacht, nicht von „Gestaltung“.
          Die Illusion (das ist wieder eine, wir hatten es oben ja schon davon) von „minimalen Möglichkeiten der politischen Gestaltung“ für den, ahem, „obersten Souverän“ dient dazu, ihn bei der Stange zu halten. Klappt ja auch, das muss man neidlos anerkennen.

      2. Es ist doch viel einfacher. Jede nicht abgegebene Stimme ist eine Stimme für den „Feind“.(Nenne ich jetzt mal so weil ein Nichtwähler ja praktisch nur Leute sieht, die er ablehnt).

        Ich merke nichts, weil ich damit beschäftigt bin andere dumm zu finden. Hallo? Woher wollen Sie wissen, womit ich beschäftigt bin? Da hätten Ihnen aber mal bessser die Worte gefehlt. Niveaulos.

        1. Jede nicht abgegebene Stimme ist eine Stimme für den „Feind“

          Können Sie mir sagen, wer das sein soll? Oder haben Sie das einfach irgendwo aufgeschnappt?

          Nenne ich jetzt mal so weil ein Nichtwähler ja praktisch nur Leute sieht, die er ablehnt

          Absolut erstaunlich, was Sie alles über Nichtwähler wissen.

          Ich merke nichts, weil ich damit beschäftigt bin andere dumm zu finden

          Sie wissen doch so viel über die Dummheit und die Motive und das Panorama von anderen. Und das, ohne sich damit zu beschäftigen? Kann natürlich sein, letztlich weiß ich nicht, warum Sie nichts merken – da haben Sie recht.

          Da hätten Ihnen aber mal bessser die Worte gefehlt. Niveaulos.

          Ist es nicht drollig, dass die Leute, die andere schon im ersten Satz beleidigen, so schnell beleidigt sind?

      3. @foehre: Sie kennen den Tagebuch-Nutt-Los-Kanal ? Ihre, mir einleuchtenden, Kommentare weisen in die Denkrichtung des Philosophen Ardalan Ibrahim, der fast täglich (in seiner sehr eigenen Art) seinen Kanal
        mit aufschlussreichen gesellschaftspolitischen Reflexionen füllt. 💡🙂

        1. Nein, kenne ich nicht. Werde mich mal umschauen, vielleicht gefällt er mir ja. Danke für den Tipp.
          Ansonsten staune ich, dass Sie an meinen Kommentaren irgendwas einleuchtend finden, das passiert sonst nie (die normale Reaktion ist: sich bemühen, sie nicht zu verstehen oder widrigenfalls wenigstens Unverständnis zu mimen. Edit: Tolles Beispiel dafür, noch ofenwarm, von Häretiker oben: https://overton-magazin.de/top-story/warum-ich-nicht-gewaehlt-habe/#comment-369808).

    2. @ Jinpa
      Dann bin ich in ihren vom Mainstream vernebelten Augen halt dumm. Wie blöde muss man sein um dieses verkommene System dadurch zu legitimieren, dass man diese Scheiße nicht nur mitmacht sondern auch noch glaubt Leute die diese Volksverblödung durchschaut haben dumm an labern zu müssen.

      1. „Dann bin ich in ihren vom Mainstream vernebelten Augen halt dumm.“

        Mit seinem „Nichtwähler sind dumm“ -Angriff möchte er offensichtlich die 20-25% der Nichtwähler bei den BTWs mobilisieren. Der zentrale Anklagepunkt wurde klar gemacht: nicht die 75-80% sind -wertneutral- für die Zustände in Deutschland verantwortlich, sondern die noch fehlenden 20-25%. Ähnliches haben wir auch in 2020-21 beobachtet: da waren nicht die 85% als Täter und Helfer für die allg. Misere verantwortlich, sondern die noch fehlenden 15% als Täter und Helfer. Wenn schon Untergang, dann aber bitteschön zu 100% im Kollektiv. Abgesehen davon: wie kommt der Forist auf den Gedanken, dass wenn die totale Wählermobilisierung gelingen sollte, diese 20-25% der Nichtwähler ihre Kreuze -automatisch- bei Bedeutungslos-Wagenknecht und nicht auch bei der CDU und ihrer Schwesterpartei AfD machen würden…?

        1. Der zentrale Anklagepunkt wurde klar gemacht: nicht die 75-80% sind -wertneutral- für die Zustände in Deutschland verantwortlich, sondern die noch fehlenden 20-25%.

          Ohnehin zum Brüllen, ausgerechnet die Leute verantwortlich machen zu wollen, die außer praktizierter Fremdermächtigung nix zu melden haben. (Und nicht mal auf diese Ermächtigung kommt es wirklich an: Wenn keiner wählen würde bis auf Jinpa, garno und Miss Piggy, dann würden die drei eben ausreichen, um „eine Regierung zu legitimieren“, jede Wette.)

    3. Naja, verstehen tue ich Ihre Ansicht schon! Dennoch: Ich weigere mich einfach generell ein Übel zu wählen, sei es ein Großes, sei es ein Kleines oder das Kleinste, ein Übel bleibt ein Übel!
      Außerdem vermag ich an Wahlen nicht zu glauben, bei denen man die schon gewählten wählt.
      Karl Jaspers hat in seinem Buch „Wohin geht die Bundesrepublik“ schon 1969 unsere Wahlen als Akklamationsveranstaltungen der Parteienoligarchie bezeichnet, ich brauchte lange, bis ich das begriffen habe.
      Aber Tatsache ist doch, das wir seit Jahrzehnten von einem Konglomerat aus CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE und nun auch noch Die Linke und bald wohl AfD regiert worden sind und regiert werden, die sich immer wieder aufs Neue mixen und in wechselnden Koalitionen dieses Land regieren. Diese ganzen Parteien müssen sich die Frage gefallen lassen, was sie in den zurückliegenden 35 Jahren taten, um das Leben der Menschen zu verbessern ?
      Wo und wie stehen die Menschen denn heute da?
      Wenn ich wähle, erkläre ich gleichzeitig meine Akzeptanz des Systems und der Parteienoligarchie, ich würde mich dann als Mittäter fühlen!
      Und das kann keiner von mir verlangen!

  8. Ein Tipp für Herrn Nold:
    Ich mache mir seit vielen Jahren den Spass, da brav hinzugehen und mein Kreuz bei Sonneborns „PARTEI“ zu machen. Wird die Mächtigen nicht interssieren, dass ich ihnen so den Mittelfinger zu zeigen versuche, aber ist immer noch besser als zu Hause zu bleiben. Denn wer schweigt, stimmt zu.

  9. wähler sind dumm. da können sie noch so viel schwafeln. das system hat keine fehler. es ist der fehler. wer wählen darf in europa, sollte eigentlich genug erfahrungen gesammelt haben um zu wissen, dass das wahlvolk, es heißt ja auch so schön, stimmvieh, betrogen wird. wie vieh geboren, wie vieh gehalten, wie vieh aussortiert. aber es wachsen immer wieder neue blöde nach, die den betrug mit ihrer wahl auch noch legitimieren. das beste argument gegen das wählen, sind die wähler. hört sich richtig an.

  10. Die System-Glaubwürdigkeit strebte schon immer gegen Null, nicht erst seit Baud in Acht und Bann getan worden ist. Wenn wenigstens solche Sites mit kritischem Anspruch wie Overton glaubwürdig blieben und nicht immer wieder mit Querschlägeriaden verunstaltet würden. Aber gell, Lechts und Rinks verwechsl‘ ich nicht.

  11. Willkommen im Club!
    „Was auch immer geschieht, nie darfst du so tief sinken, von dem Kakao, durch den man dich zieht, auch noch zu trinken.“
    Erich Kästner

  12. Und die Täter werden die Tatortreiniger sein?
    Na, das hoffe ich doch nicht. Ich glaube immer noch daran, dass sie dieweil beschäftigt sein werden, ihre Zelle zu reinigen!

  13. Hallo Stefan Nold,
    u.a. Beiträge könnten Sie als aktueller Nichtwähler interessieren:

    „Habe Mut, Deine Stimme bei Wahlen nicht abzugeben!“ – Wählen als moralische Frage“
    https://www.youtube.com/watch?v=WXpQFt_e8m0

    Ich bin seit einigen Jahren Nichtwählerin.
    „Repräsentative Demokratie“ – Wollt Ihr uns verarschen!? 🤨 😡“
    https://www.youtube.com/watch?v=0sWUpVfttHo

    Sollte ich nochmal wählen gehen, dann wähle ich die Partei, die das Parteisystem als überflüssig erachtet:
    „Politik- Die Bürger sind der Boss“
    https://www.youtube.com/watch?v=UdMbksk1R58

    „Werde Losdemokrat, dann kannst Du ruhigen Blicks in alle gesellschaftlichen Abgründe blicken!“ 😉
    https://www.youtube.com/watch?v=NSllVB3vouQ

    Unter den Videos sind lesenswerte Texte verlinkt.

  14. Ähnlich den Coronisten, sind eingefleischte Nichtwähler offensichtlich und der Erfahrung nach keinen rationalen Argumenten zugänglich, zumindest jene, die nicht einfach nur eine Mir-doch-egal-Einstellung ihr Eigen nennen.

    1. Das zumindest, was du da schreibst, @Zebraherz, ist auch kein Argument.

      Und was genau sind eigentlich „rationale Argumente“?
      Und was unterscheidet sie von anderen Argumenten?
      Solche, die DU rational nachvollziehen kannst?

      Die Argumente anderer einfach als irrational abzutun, ist leicht gesagt. Man kann damit einfach wegwischen, was einem unliebsam ist. Ziemlich bequem.

  15. In der Parteienfinanzierung aus öffentlichen Mitteln sollte die Wahlkampfkostenerstattung ausschließlich nach WAHLBETEILIGUNG gestaffelt erfolgen und nicht nach Anteilen an abgegebenen Stimmen. Dies würde Nichtwählern ein mächtiges finanzielles Instrument gegen die Parteien an die Hand geben. Vielleicht, bin mir in dem Punkt aber nicht sicher, wären die Parteien dann gezwungen, ihrer Parteibasis bei der Formulierung von Parteiprogrammen und den Abgeordneten im Parlament bei der Formulierung von Gesetzesentwürfen mehr Gestaltungsmacht zuzugestehen. Wie gesagt: vielleicht.

  16. Auch hier wieder,
    Ihr habt auf zustimmen geklickt, und übrigens die Wahlbeteiligung in Deutschland steigt kontinuierlich oder bleibt auf einem hohen Niveau.

  17. Ich kann die Enttäuschung des Autors durchaus nachvollziehen, aber Nichtwählen sehe ich als falsche Reaktion, weil unser Wahlrecht sehr trickreich ist und das Nichtwählen den Parteien nicht schadet, sondern sogar hilft, indem sie mit weniger Stimmen mehr Mandate bekommen.
    Unser Wahlrecht berücksichtigt die Nichtwähler ja überhaupt nicht. Der Stimmenanteil Nichtwähler führt eben nicht zu unbesetzten Mandaten. Helfen täte aktuell nur, wenn andere Parteien tatsächlich in die Parlamente kommen.
    Aber davor schützt dann ja die 5% Hürde.

    Ich fordere deshalb eine tiefgehende Reform des Wahlrechts!
    In jedem Fall muss man die Hürde von 5% abschaffen oder auf maximal 1% senken. Bei 60,5 Mio Wahlberechtigten entspreche eine 1% Hürde 605.000 Stimmen.
    Größer darf eine solche pauschale Hürde einfach nicht sein. Meines Erachtens sollte eine Partei bereits wenn sie mindestens 500.000 Wähler vertritt, dann auch mit einem Abgeordneten im Parlament vertreten zu sein.
    Was aber absolut gar nicht sein darf, ist dass selbst Parteien mit Stimmenergebnissen über 1 Millionen oder wie aktuell sogar über 2 Millionen Wählerstimmen (BSW wie FDP) nicht ins Parlament kommen. Man kann doch nicht Millionen gültiger Wählerstimmen einfach missachten! Genau das passiert aber hierzulande. über 5 Millionen gültige Wählerstimmen werden nicht im abgegebenem Sinne ausgewertet, sondern anderen Parteien (die mit mehr als 5%-Anteil) zugerechnet. Je nachdem welche Partei man wählt, wird die Stimme wie abgegeben berücksichtigt oder nicht – von wegen alle Stimmen sind gleich. Und das Wahlvolk nimmt das einfach hin.
    Das Wahlrecht / Auszählungssystem müsste also wesentlich geändert werden!

    Ein sehr viel besseres und „sauberes“ Auszählungsverfahren wäre, wenn man gar nicht so trickreich mit den Prozenten arbeiten würde, sondern einfach sauber für eine bestimmte Stimmenanzahl jeweils ein Mandat vergibt.
    Beispiel Bundestag: Bei aktuell 60,5 Millionen Wahlberechtigten und ein Parlament mit angedachten maximal 630 Sitzen wäre z.B. eine gute, ehrliche Zählweise, wenn es pro jeweils volle 100.000 Stimmen ein Mandat gibt.
    Zählt man so, dann hätten bei der Bundestagswahl am 23.02.2025 die Parteien entsprechend der erhaltenen Wählerstimmen diese Mandate erzielt, was dann auch den tatsächlichen Prozentanteilen im Wahlervotum entspricht:
    CDU: 111 Mandate 22,4%
    CSU: 29 Mandate 5,9%
    AfD: 103 Mandate 20,8%
    SPD: 81 Mandate 16,4%
    Grüne: 57 Mandate 11,5%
    Linke: 43 Mandate 8,7%
    BSW: 24 Mandate 4,9%
    FDP: 21 Mandate 4,2%
    Freie Wähler: 7 Mandate 1,4%
    Tierschutzpartei: 4 Mandate 0,8%
    VOLT: 3 Mandate 0,6%
    Die Partei: 2 Mandate 0,4%
    SSW (Ausnahmeregel) 1 Mandat 0,2%
    Summe Mandate: 486 Sitze
    Diese Mandateverteilung ist ohne jede %Hürde, für jeweils volle 100.000 Wählerstimmen gibt es ein Mandat.
    Aber der Clou: Hier haben ungültige Stimmen und der Nichtwähleranteil einen Effekt! Diese Mandatezuteilung strikt anhand der erhaltenen Stimmen führt dazu, dass das Parlament somit auch nur entsprechend der Wahlbeteiligung gefüllt wird. Wenn also nur 80% der Wahlberechtigten wählen, dann werden auch nur 80% der Mandate verteilt (im obigen Beispiel somit dann 486 von max. 605 Sitzen. Das hat somit zusätzlich den doch angenehmen und gewünschten Effekt eines kleinen, effektiven Parlaments. Und der Anteil der tatsächlich besetzten Mandate entspricht dem Anteil gültiger Wählerstimmen.
    Es ist ja eben dieser große Makel unseres Wahlrechts, dass die Wahlbeteiligung überhaupt keinen Effekt auf die Anzahl der Abgeordneten hat. Das wäre hiermit abgeschafft. Erst hier hat Nichtwählen einen konstruktiven Effekt!

    Und der ganz große undemokratische Makel unseres jetzigen Wahlrechts, nämlich dass die großen Parteien die Stimmanteile der unter 5% gebliebenen zugeteilt bekommen, fällt hier weg. Die Wahrheit ist doch:
    Die Union und SPD haben zusammen nur 45% Stimmenanteile bekommen, also keine absolute Mehrheit. Im neuen Bundestag haben sie aber nun 52% der Mandate erhalten, also eine vom Wähler gar nicht gewollte Mehrheit. Dies wird erreicht, weil die Prozentanteile der “kleinen Parteien“ diesen gestohlen und dann den großen Parteien zugerechnet werden. Das ist de facto eine grobe Manipulation des Wählervotums und hat in der Tat etwas von „Bananenrepublik“.
    Wir, also das Wahlvolk, respektive das Stimmvieh, sollten mit viel Nachdruck ein Ende des jetzigen, den Wählerwillen manipulierenden Wahlrechts fordern und ein sauberes und eindeutiges Wahlrecht, z.B. wie oben beschrieben, fordern.

  18. Mal eine Frage. Welcher Personenkreis hat nach der Wahl Zugriff auf die Listen der Wahlbezirke, aus denen hervorgeht, wer sich an der Wahl beteiligt hatte und wer ihr fern geblieben war.

  19. Ich habe das was ich jetzt sage, weiter oben schon einem Forenten geantwortet.
    Ich wähle selbstverständlich nicht!
    Und ich möchte das begründen!
    Karl Jaspers hat in seinem Buch „Wohin geht die Bundesrepublik“ schon 1969 Wahlen als Akklamationsveranstaltungen der Parteienoligarchie bezeichnet, man wählt die schon Gewählten.
    Ich brauchte lange, bis ich dies verstand.
    Wir werden hier von einem Konglomerat von Parteien regiert, die sich immer aufs neue mixen und in wechselnden Koalitionen den politischen Kurs des Landes bestimmen.
    CDU-CSU-SPD-FDP-GRÜNE, nun auch die Linke und wohl bald auch noch die AfD regierten und regieren uns!
    Diese Parteien müssen sich die Frage gefallen lassen, was alle diese Parteien in den letzten 35-45 Jahren getan haben, das es den Menschen besser geht?
    Die Infrastruktur ist ruiniert, das Bildungssystem geschreddert, kaputte Schulen, Privatisierung von hoheitlichen Aufgaben, exorbitante Mieten, die Rente an die Wand gefahren, immer schnellere Umverteilung von unten nach oben, den Sozialstaat trotz Sozialstaatsgebot des GG immer weiter ausgehöhlt, jetzt auch noch Politik gegen das Friedensgebot des GG bei immer weitergehender Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Wirtschaft ruiniert und uns in Kriegsgefahr gebracht, Corona lasse ich jetzt mal aussen vor.
    Das ist die Bilanz dieser Parteien!
    Es spielt auch keine Rolle, ob man das kleinere Übel sucht, ob Großes, Kleines oder kleinstes Übel, ein Übel bleibt ein Übel!
    Wenn ich wähle nehme ich doch nicht an Entscheidungsprozessen teil, ein verbreiterter Irrtum, denn die Gewählten betrachten ihr Mandat als Freifahrtschein,
    anschließend zu tun was immer sie wollen, ohne Berücksichtung eines Mehrheitswillen der Bevölkerung!
    Wenn ich wähle, erkläre ich durch meine Stimme mein Einverständnis mit einem System, das die Gesellschaft spaltet und die überwiegende Masse der Menschen krank macht und verarmen lässt!
    Durch meine Stimmabgabe goutiere ich dies System und gebe der Parteienoligarchie die Handhabe, bei ihrer destruktiven Politik auf vermeintlichen Wählerwillen hinzuweisen.
    Durch meine Stimmabgabe würde ich mich daher zum Mittäter machen!
    Und das kann niemand von mir verlangen!

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