
Anmerkungen zu den deutsch-israelischen Beziehungen.
In der “Frankfurter Rundschau” wurde am 11. November 2025 berichtet: “Es ist ein beispielloser Eklat und ein neuer Tiefpunkt in der Diskussion über Israel und Antisemitismus in Deutschland: Der Faschismus-Theoretiker Jason Stanley hat am 9. November eine Rede in der Westend-Synagoge in Frankfurt gehalten. Seine Aussagen über Israel und Gaza sowie zum Diskursklima in Deutschland passten offenbar Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Frankfurt nicht, weshalb man ihn während seiner Rede aus der Synagoge hinauswarf.”
Nun, beispiellos war der Eklat wahrhaft nicht. Auch dass es sich diesmal um das Verhalten von Mitgliedern der (Frankfurter) jüdischen Gemeinde handelte, ist ganz und gar nicht neu. Auch nicht, dass die jüdischen Gemeinden Deutschlands sich in der Grundhaltung der hegemonialen nichtjüdischen deutschen Öffentlichkeit im Hinblick auf die Konstellation von Judentum-Zionismus-Israel bzw. Antisemitismus-Antizionismus-Israelkritik durchaus “geborgen” fühlen dürfen, ist alles andere als neu. Um diesen defiziellen Gesamtzusammenhang tiefer zu beleuchten, sei hier ein bereits 2009 veröffentlichter Aufsatz erneut zur Lektüre angeboten. Hervorzuheben ist dabei, dass dieser Text lange vor dem letzten Gaza-Krieg geschrieben wurde, mithin noch nicht auf das Bezug nehmen konnte, worum es Jason Stanley in seiner Synagogen-Rede im Jahre 2025 aktuell gehen musste.
* * *
Das von Deutschen an Juden im 20. Jahrhundert Verbrochene hat die Beziehungen zwischen beiden Kollektivitäten seit 1945 nachhaltig geprägt. Die Feststellung ist trivial: Zu erdrückend das Grauen des „Zivilisationsbruches“, zu unfassbar „das schwarze Loch Auschwitz“, als dass es anders hätte sein können. Die Ohnmacht der Begriffslosigkeit fürs präzedenzlose Ereignis griff indes so sehr um sich, dass die Monstrosität des jüngst Geschehenen zunächst von beiden Kollektivitäten weitgehend beschwiegen wurde. Ob dies Beschweigen seine Notwendigkeit darin hatte, dass es für Überlebende wie Täter möglicherweise zu früh war, sich dem Unfassbaren zu stellen, muss hier unerörtert bleiben.
Psychisch – auch kollektivpsychisch – ist durchaus nachvollziehbar, dass der „Neubeginn“ für Täter und Opfer, das Aufschlagen einer „neuen Seite“ im je eigenen Leben als Individuen oder als Gesellschaft, mit einer zumindest temporären Geschichtsvergessenheit einherging. Das muss man nicht goutieren, um es dennoch begreifen zu können. Über diese elementare Einsicht hinaus ist allerdings bis heute unreflektiert geblieben, dass die Beziehungen zwischen Juden und Deutschen seit 1945 einem spezifischen Tabu unterworfen wurden, namentlich dem eines für moralisch ausgegebenen Paradigmas. Das mag sich zunächst selbstverständlich ausnehmen: Wo die historische Rollenverteilung von Tätern und Opfern so eindeutig in Erscheinung getreten war, wo die von Menschen an Menschen begangenen Gewaltverbrechen so unerhört gewesen waren, zwingt sich die Sinnwelt von Schuld, Schuldzuweisung und Schuldbekenntnis nachgerade von selbst auf. Und doch darf in Zweifel gezogen werden, dass Moral der Auseinandersetzung mit der Unsäglichkeit von Auschwitz“ je adäquat war.
Nicht von ungefähr hat gerade Adorno, der den neuen kategorischen Imperativ für die Menschen „nach Auschwitz“ formulierte – „ihr Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“ –, die diskursive Begründung dieses Postulats infrage gestellt, indem er aufs Geistferne, den „unerträglichen physischen Schmerz“, verwies, und Moral, wenn überhaupt, nur im Abscheu vor diesem, also im schieren Materiellen, zulassen wollte: „Nur im ungeschminkt materialistischen Motiv überlebt Moral.“ Das hatte viel mit der Forderung einer Einrichtung von Gesellschaft, in der die sozialen Strukturen von Herrschaft und Gewalt historisch überwunden wären, zu tun; was aber konnte dies für die konkrete Beziehung zwischen Deutschen und Juden „nach Auschwitz“ bedeuten? Welche andere Maßgabe durfte man ihr entnehmen als die triviale, dass Juden von deutscher Hand kein Leid mehr widerfahren dürfe? Und weil die Banalität dieser Konsequenz zum Himmel schrie, der Beginn der „Aufarbeitung der Vergangenheit“ zudem noch in weiter Ferne lag, tabuisierte man das Moralische, indem man es im Dunstbereich des Unberührbaren, mithin Unreflektierbaren beließ, „die Juden“, die ja aus Deutschland verschwunden waren, abstrahierte, und die Beziehung zu ihnen auf eine Ebene lenkte, die sich im Wortsinne auszahlte.
Die 1948 erfolgte Errichtung Israels als Judenstaat spielte in diesem Zusammenhang eine gravierende Rolle. Dass die BRD diese nationale Neugründung als Partner zur Aushandlung eines Tauschwerts für das zu „bewältigende“ historische Grauen auserkor, galt von Anbeginn als unhinterfragbar. Der bedenkenswerte Umstand, dass es sich bei Israel um einen Staat handelte, der zur Zeit des Menschheitsverbrechens noch gar nicht existiert hatte, fern von den Orten der Verbrechens errichtet wurde und nachmals nur einen Teil der überlebenden Opfer zu seinen Bürgern zählen sollte, wurde von der geschichtsträchtigen zionistischen Deutung des Gründungsaktes als Erschaffung einer nationalen Zufluchtsstätte für das verfolgte jüdische Volk, dessen historische Leiderfahrung in Auschwitz zur Kulmination gelangt war, ideologisch verschlungen. Die Shoah hatte sozusagen den empirischen „Beweis“ für die Berechtigung des zionistischen Postulats einer Aufhebung allen jüdischen Lebens in der Diaspora erbracht, mithin die Ausrufung eines Judenstaates zur geschichtlichen Notwendigkeit werden lassen.
Ob der Zionismus im Nachhinein seiner historischen Mission gerecht geworden ist, soll hier nicht erörtert werden; 60 Jahre israelischen Bestehens lassen im Hinblick darauf zunehmend Bedenken aufkommen. Als klar dürfte hingegen gelten, dass die 1952 abgeschlossenen Abkommen zwischen dem westdeutschen Staat und Israel zunächst und vor allem auf eine Materialisierung der Sühne hinausliefen. Dass sich das Nachkriegsdeutschland dabei im moralischen Schein vermeintlicher „Wiedergutmachung“ sonnen durfte, ist die eine Sache; dass der Judenstaat sich darauf einließ, die andere. Bedenkt man zudem, dass das selbst noch vielerorts in Ruinen liegende Deutschland gar nicht so sehr erpicht darauf war, „das viele Geld“ zu zahlen, und dass die Annahme des pekuniären Handels auch im öffentlichen Diskurs der jungen israelischen Gesellschaft mitnichten glatt verlief (Ben-Gurion sah sich gar genötigt, seinen Verhandlungspartner als ein „anderes Deutschland“ zu preisen), erhebt sich doch die Frage, wie es dazu kam, dass das Land der Täter, welches Auschwitz verbrochen hatte, und das Land der Opfer, das sich als Zufluchtsstätte aller verfolgten Juden der Welt verstand, ganze sieben Jahre nach der Befreiung von Auschwitz zu einem solchen Tauschvertrag gelangten.
Mit Moral hatte dies nur in einem zynischen ideologischen Sinne etwas zu tun. Denn was auf der Tagesordnung stand, war die im Rahmen des ausgebrochenen Kalten Krieges zu befestigende Neuordnung der Welt und die mit dieser neuen Weltteilung einhergehende Ortsbestimmung Deutschlands, welches es freilich alsbald zweifach geben sollte. Einzig aus diesem geopolitischen Zusammenhang ist zu erklären, dass nicht Henry Morgenthaus Vision, Deutschland zum Agrarland degenerieren zu lassen, sondern George C. Marshalls Plan, dem westlich besetzten Deutschland wirtschaftlich wieder zum Aufschwung zu verhelfen, Gehör und Aufnahme fand. Die westdeutsche Republik sollte als Bastion des Westens gegen den expandierenden Kommunismus errichtet und gestärkt werden.
Mit dieser Funktionalisierung Deutschlands im Kontext der Konsolidierung des globalen Blocksystems ging allerdings einher, dass das jüngst erst als Naziregime zusammengebrochene Deutschland wieder als geläutertes in die „Völkergemeinschaft“ aufgenommen werden musste, was – abgesehen von diversen „Entnazifizierungs“maßnahmen und anderen äußeren Purifizierungspraktiken – nicht zuletzt auch mit dem staatsoffiziellen Willen zur „Wiedergutmachung“ des an den Juden Verbrochenen demonstriert werden sollte. Der gerade zu jenem Zeitpunkt gegründete Judenstaat bot sich dafür wie von selbst an. Abgesehen von den privaten „Entschädigungen“ konnte an ihm das Verlorene abbezahlt werden.
Und Israel? Wie reagierte das Land, das aus der Shoah entstanden war? Nun, Israel konnte das Geld nur zu gut gebrauchen. Eine bald schon einsetzende Masseneinwanderung (vor allem aus den orientalischen Ländern), die Notwendigkeit, schnellstmöglich eine Infrastruktur für das zivile Leben zu schaffen, nicht minder aber auch der Bedrohung durch die feindlichen arabischen Nachbarländer mit der Bildung einer schlagkräftigen Armee zu begegnen, steigerten Israels objektiv vorgegebene Abhängigkeit von massivem Kapitalimport zur akuten Krise, die ihre katastrophale Wirkung auch auf die schiere Existenzfähigkeit des Landes haben mochte. Es ist, so besehen, nachvollziehbar, dass Ben-Gurion pure Zweckrationalität walten ließ und sich weder von den emphatischen Demonstrationen gegen die Abkommen aufseiten der rechten Revisionisten der israelischen Politlandschaft, Begins Cherut-Partei, noch von den lautstarken Protesten der sozialistischen Zionisten und antizionistischen Kommunisten beirren ließ. Die Finanzierung des zionistischen Staatsprojekts musste für ihn, Gründer und führenden Staatsmann Israels jener Jahre und pragmatischen Führer einer aktivistischen politischen Tradition, den absoluten Vorrang vor jedweder moralischen Erwägung wahren.
Nur verständlich also, dass man sich beidseitig auf den Handel einließ: Deutschland zahlte, und Israel ließ sich bezahlen. In der spezifischen Konstellation jener Tage war besagte Instrumentalisierung von Vergangenem für ein Gegenwärtiges, das sich dem jüngst Geschehenen zu entschlagen suchte, vielleicht sogar unumgehbare Notwendigkeit. Zu verurteilen war dies nur sehr bedingt. Nur muss man sich dabei stets klar vor Augen halten, dass das, was als Basis der Beziehung beider Staaten gelegt worden war, mutatis mutandis auch das Grundmuster für die folgenden Jahrzehnte geschaffen und verfestigt hat. Beziehungen, die auf zweckrationalen Tausch basieren und objektiv vorherrschende Ressentiments, Misstrauen und Hass bewusst in Klammern setzen, dürfen nicht als etwas apostrophiert sein, was sie nicht sind und vielleicht über viele weitere Jahrzehnte nicht sein werden: Sie haben nichts mit Moral zu tun, sondern nur mit ihrer Ideologisierung und der Verdinglichung von Schuld, Schande und Scham durchs Tauschprinzip, das tendenziell alles austauschbar werden lässt.
Wenn also die deutsche Kanzlerin im Jahre 2008 vor der israelischen Knesset proklamiert, die historische Verantwortung, mithin Israels Sicherheit, sei Teil der Staatsräson ihres Landes, dann stimmt das insofern, als dieses Ideologem in der Tat die Politrhetorik (West)Deutschlands in den letzten 60 Jahren bestimmte, ist aber im übrigen hohles Gerede: Deutschland hat die Möglichkeit, seine historische Verantwortung (Juden gegenüber) zu bezeugen, sechsmillionenfach verwirkt; es kann (an Juden) nichts „wiedergutmachen“, schon gar nicht, wenn es meint, „Juden“ mit „Israel“ gleichsetzen bzw. umtauschen zu dürfen. Was Deutschland kann, ist funktionale bilaterale Beziehungen zu Israel unterhalten, wobei noch zu erörtern wäre, was für ein „Israel“ in diesem Zusammenhang gemeint ist: das reale Israel, das unter anderem seit fünfzig Jahren ein brutales Okkupationsregime betreibt, mithin von großen Widersprüchen und Zerrissenheiten durchsetzt ist, oder das „Israel“, das sich abstrakt aus der „historischen Verantwortung“ (den „Juden“ gegenüber) ableitet, daher auch als Abstraktes zur Projektionsfläche für genuin deutsche Befindlichkeiten, die mitunter noch immer nicht wissen, wo sie mit der „Dauerpräsentation unserer Schande“ (Martin Walser) hin sollen gerät.
Das will mitnichten besagen, dass es keine alternative, kleininstitutionelle, private und individuelle Auseinandersetzungen mit der verbrecherischen deutschen Vergangenheit und den aus ihr bezogenen Moralkategorien gegeben habe. Die nicht zuletzt lebensweltlich bedeutende historische Leistung von „Aktion Sühnezeichen“ soll nicht in Abrede gestellt werden. Ja, man kann durchaus auch die zentrale Ausrichtung der massenbewegten studentischen Revolten im Deutschland der 1960er Jahre dazu zählen (zumindest die Fragen, die man diesbezüglich an die wirtschaftswunderlich „normalisierte“ Generation der Eltern zu stellen wagte). Aber selbst die ehrlich Bemühten und Wohlmeinenden kamen nicht aus dem Zirkel des in den Anfangsjahren Israels und Westdeutschlands richtungsweisend etablierten Musters von zweckrationalem Tausch, befindlichkeitsgesteuerter Projektion und zu starrer Ideologie verkommener Moral heraus.
Und wenn heute sogenannte „Antideutsche“ glauben, ihre nationalen Identitätsprobleme als in Deutschland lebende Deutsche durch eine überspannte „Israelsolidarität“, abstruses Schwenken von Israelfahnen und sonstiges ideologisches Getue, das durch ein falsch verstandenes Nie-wieder-Deutschland über „Israel“ an den „Juden“ etwas historisch „wiedergutzumachen“ vermeint, überwinden zu können, dann sind das im besten Fall gutwillige Ignoranten, im großen Ganzen aber doch eher Gesinnungsschmarotzer, die ihr unreflektiertes Identitäts- und Befindlichkeitsdefizit in eine moralisch sich wähnende, letztlich regressive politische Reaktion kanalisieren, ohne sich dessen bewusst zu werden, dass sie durch die Ersetzung des Antisemitismus durch Islamophobie gerade das Andenken jener missbrauchen und kontaminieren, in deren Namen sie meinen, sprechen zu dürfen, und deren sie sich projektiv bedienen, um sich selbst zu setzen.
Aber in Deutschland tobt doch wieder der Antisemitismus! – hört man die Empörung aus ihren Reihen schallen, wobei man freilich bei ihrer Verwendung des Begriffs „Antisemitismus“ unwillkürlich an Charlie Chaplin gemahnt wird, der in „Der große Diktator“, Hitlers rhetorisches Gehabe karikierend, beim Wort „die Juden“, welches er gerade selbst ausgesprochen und sich vorgegeben hat, in einen überschäumenden Tobsuchtsanfall gerät. Um es vorweg klarzustellen: Antisemitismus hat es in der alten Bundesrepublik wie im nunmehr vereinten Deutschland immer gegeben. Er tobt nicht wieder, vor allem aber tobt er nicht, sondern hält sich eben in den Grenzen jener offenbar unausrottbaren Dimension, die es ihm ermöglicht, fortzuwesen, ohne aber einem einzigen in Deutschland lebenden Juden in den Sinn kommen zu lassen, Deutschland seinetwegen verlassen zu wollen. Ganz im Gegenteil hat sich die Anzahl der Juden in Deutschland seit Zusammenbruch des Sowjetkommunismus in den letzten 25 Jahren vermehrfacht.
Antisemitismus in diversen Formen gibt es in Deutschland, aber er ist ein gezügelter, weil tabuisierter Antisemitismus. Will man sich mit einem realen sozialen, freilich nicht nur Deutschland betreffenden Problem auseinandersetzen, so wären die gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Zusammenhänge der in Deutschland grassierenden Fremdenfeindschaft (samt der ihr inhärierenden rassistischen Tönungen) zu konfrontieren. Wenn nun aber der Bundestag meint, einen besonderen Antisemitismus-Beauftragten einsetzen zu sollen, dann scheint dies mit vielerlei zu tun zu haben, nur nicht mit einer vom real herrschenden Antisemitismus ausgehenden Bedrohung, geschweige denn, mit einer ernstzunehmenden Absicht, diese zu bekämpfen. Denn der Antisemitismus lässt sich weder in Deutschland noch sonst wo in der Welt administrativ, mithin durch einen offiziell vollzogenen Verwaltungsakt angehen. So wie sich das Stammtischgedröhn stets einen feuchten Kehricht um anti-antisemitische Gutmenschlichkeit deutscher Bürger geschert hat, so wird der latente oder auch manifeste Antisemitismus seine miese Fratze zu wahren wissen, ohne sich mit seinem bürokratisch-legalen Verbot anzulegen.
Indes, selbst die im Jahre 2008 beabsichtigte Antisemitismus-Resolution des deutschen Bundestags förderte zutage, wes Geistes Kind hier am Walten war und welche fremdbestimmten Motive die vermeintlich resolute politische Tathandlung antrieben: Bedrohung der Juden schon, Antisemitismusbekämpfung auch, aber doch nicht so sehr, dass man sich überwinden könnte, die Beteiligung der Linksfraktion an einer parteiübergreifenden Initiative zuzulassen. Antisemitische Kräfte gebe es in der Linkspartei, tönte es aus den Reihen der CDU.
Gysi zeigte sich enttäuscht über das Verhalten von SPD, FDP und den Grünen. Und er hatte allen Grund dazu: Hatten nicht gerade er und andere führende Personen seiner Fraktion in den Monaten zuvor den linken kritischen Kurs in der Nahost- bzw. Israelfrage zu moderieren, wenn nicht gar gänzlich zu entsorgen gesucht? Hatte nicht gerade er die Einsicht bezeugt, dass man keinen Einzug in den gesamtdeutschen Konsens erhoffen darf, wenn man nicht die Hürde dezidierter Israelsolidarität wortstark und gesinnungsgestählt proklamiert? Beim Antrag ging es zwar um die Antisemitismusbekämpfung in Deutschland, aber ausdrücklich wurde in ihm zugleich – wie selbstverständlich – die Solidarität mit Israel als „unaufgebbaren Teil der deutschen Staatsräson“ hervorgehoben. „Wer an Demonstrationen teilnimmt, bei denen Israelfahnen verbrannt und antisemitische Parolen gerufen werden, ist kein Partner im Kampf gegen den Antisemitismus. Die Solidarisierung mit terroristischen und antisemitischen Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah sprengt den Rahmen zulässiger Kritik an der israelischen Politik.“
Verabschiedet sollte der Antrag bekanntlich vor dem 9. November, dem 70. Jahrestag der Pogromnacht, werden, und so wurde – deutschbefindlich wie eh und je – alles mit allem vermengt, ersetzt und ausgetauscht. Denn wenn der Antisemitismus so virulent ist, bedarf seine Konfrontation keines staatstragenden geschichtlichen Datums. Geht es aber um die Symbolhandlung geschichtlichen Gedenkens, dann hat die krämerische parteipolitische Rangelei zu verstummen.
Aber es ging eben weder ums eine noch ums andere, weder um die Bekämpfung des Antisemitismus noch um die Erinnerung mörderischer Gewalt und historischer Leiderfahrung – um alte Aufrechnungen der Rechtkonservativen mit „den Linken“ ging es auf der einen Seite, und um die Eroberung eines legitimen Platzes am nationalen Stammesfeuer Deutschlands auf der anderen. Und was eignete sich dafür besser, als „Antisemitismus“ und „Israel“, unabhängig davon, was diese Begriffe mittlerweile bezeichnen und beinhalten, zum bestgeprüften Kriterium deutscher Staaträson avancieren zu lassen. Es gab Zeiten, in denen es Altkommunisten noch zur Ehre gereicht hätte, von der raunenden CDU ausgegrenzt zu werden. Die Zeiten sind vorbei. Die CDU setzte sich selbst, indem sie die Linkspartei ausgrenzte, und die Linkspartei gab sich offizieller Gekränktheit darüber, dass sie konsensuell ungeliebt blieb – ein abgekartetes Spiel, bei dem die Rollenverteilung von vornherein festgelegt und bekannt war.
Was aber hat die Pogromnacht von 1938 (in Israel ein eher unterbelichtet gebliebenes Geschichtsereignis) mit dem heutigen Antisemitismus zu tun? Wollte man allen Ernstes behaupten, es bestehe eine von der „Reichskristallnacht“ über Auschwitz bis zum Antisemitismus heutiger Couleur führende lineare Verbindung? Wollte man wirklich suggerieren, die Verbrennung israelischer Fahnen durch Hamas- und Hisbollah-Anhänger ließe sich auch nur entfernt mit den Gewaltexzessen von November 1938 vergleichen? Wusste man in Deutschland wirklich nicht, dass der Rassenantisemitismus der Nationalsozialisten, der in Deutschland fortwesende Antisemitismus im Jahre 2008 und der (eventuell auch antisemitisch durchsetzte) Antizionismus der Hamas und der Hisbollah aus grundverschiedenen historischen Konstellationen und Kontexten erwachsen sind? War man mit der Banalisierung von Auschwitz (und selbst noch des organisierten Pogroms von 1938) inzwischen schon so weit, dass der aktionistische Politfurz einer Verbrennung der (israelischen) Nationalfahne zum Kriterium gedenkender Geschichtserinnerung, welches sogar in eine staatsoffizielle Resolution gegen den Antisemitismus Eingang finden soll, erhoben wurde?
Wer noch immer nicht den Unterschied zwischen Judentum, Zionismus und Israel, mithin zwischen Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik begriffen hat, wird zwangsläufig miteinander vermengen, was auseinandergehalten gehört. Israel führt einen erbitterten Kampf gegen Hamas und Hisbollah; dieser hat seinen historischen Ursprung sowie seine aktuelle Begründung in der nahöstlichen Geopolitik und im israelisch-palästinensischen Konflikt, nicht im Antisemitismus als solchen, schon gar nicht in einem dem abendländischen vergleichbaren Antisemitismus.
Traditionell war der Antisemitismus primär Erbteil rechter politischer und sozialer Gesinnung; es gab ihn zwar auch in der Linken, aber in keinem mit dem, was er im Nationalsozialismus an Verbrechen gezeitigt hat, annährend vergleichbaren Ausmaß; die CDU, unter deren Regime während der restaurativen Adenauer-Ära der 1950er Jahre beträchtliche Teile der wirtschaftlichen, politischen und akademischen Eliten des Nationalsozialismus gleitend in die „Normalität“ der alten BRD übergehen durften, war die letzte Partei, die es sich leisten konnte, linke Institutionen von der Unterzeichnung einer, wie immer gearteten, Resolution zur Bekämpfung des Antisemitismus auszugrenzen – eine solche Resolution war kein geeignetes Forum für das ideologische Nachspiel einer anachronistischen Spätaufarbeitung der Teilung Deutschlands.
Vor allem aber sollten sich Deutsche davor hüten, ihre befindlichkeitsbeseelte Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus über ein fetischisiertes „Israel“-Bild und eine interessengeleitete Abstraktion von Juden und Zionismus zu betreiben. Allzu leicht könnten sie sich (wieder) in jenem sich seit vielen Jahrzehnten reproduzierenden ideologische Muster verfangen, welches weder zum Besten der Juden noch zu dem des realen existierenden Israel gereicht.



https://etosmedia.de/politik/nie-wieder-fuer-alle-studie-offenbart-staatsraeson-und-bedingungslose-solidaritaet-wird-nur-von-minderheit-unterstuetzt/
„Kaum ein Ergebnis der Studie dürfte politisch so stark von der politischen Debatte in Deutschland abweichen wie die Ergebnisse zur sogenannten Staatsräson. Seit Jahren wird die Formel „Die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson“ als unausweichlicher Grundsatz deutscher Außenpolitik genannt. Doch die Realität: Nur zehn Prozent halten diese Aussage für (völlig) richtig. Der Großteil lehnt sie ab oder weiß nicht einmal, was damit gemeint sein soll. Die Bevölkerung orientiert sich stattdessen an einem anderen Prinzip: 69 Prozent wollen eine Außenpolitik, die sich nicht von „Staatsräson“ leiten lässt, sondern von Völkerrecht und Menschenrechten, egal, wer sie verletzt. Und viele nehmen sehr wohl wahr, wenn die Bundesregierung doppelte Standards setzt: Eine klare Mehrheit hält es für widersprüchlich, in Deutschland vor Rechtsextremismus zu warnen, aber gleichzeitig eine israelische Regierung zu unterstützen, die selbst rechtsextreme Kräfte in ihren Reihen hat.“
Das ist der linke Antisemitismus.
https://etosmedia.de/politik/die-deutsche-heuchelei-shelly-steinberg-ueber-staatsraeson-und-den-missbrauch-juedischer-identitaet/
Anti-Rechts gegen linke Jüdinnen?
Am 27. Oktober wurde die jüdische Aktivistin Shelly Steinberg zusammen mit der jüdischen Künstlerin Suzanna Treumann am Einlass des Fat Cat in München bei einer Anti-Rechts-Veranstaltung von „München ist bunt“ abgewiesen. Sind die zwei linken Jüdinnen in Wahrheit rechtsradikale Antisemitinnen?
Man kann Verbrechen nicht mit dem Fördern von Verbrechen wieder gut machen. Dann bleibt nur noch Verbrechen übrig. Zudem muss immer wieder hinterfragt werden. wieso ein rassistisch operiender Staat überhaupt unterstützt wird. Selbstverständlich hat jede Religion eine Daseinsberechtigung. Wenn sich aber Teile einer Religionsgemeinschaft das Recht herausnehmen, andere Weltanschaungen zu diffamieren, deren Anhänger als minderwertig zu betrachten und zu vernichten, dann kann man das nicht mit vergangenen Verbrechen an dieser Religionsgemeinschaft reinwaschen. Und wenn Israel schon der Meinung ist, dass es keine anderen Weltanschauungen respektieren braucht, dann soll Israel gefälligst auch auf Angehörige anderer Weltanschauungen verzichten und diese nicht auf sein Territorium einladen und dann massenweise einsperren oder deren Religionsstätten vernichten (was wohl auch Christen betraf). Dann sollen die Zionisten bitte sämtliche anfallenden Arbeiten selbst erledigen. Was der ganzen zionistischen Politik noch die Krone aufsetzt, ist das Umsich-Schlagen über Jahrzehnte. Ich kann als Bürger einer Stadt auch nicht alle in meiner Umgebung umbringen, nur weil einer davon mir Böses will, und vor allem kann ich nicht mit der gezielten Tötung von tausenden Kindern dafür sorgen wollen, dass eine Ethnie ausstirbt. Israel operiert verbrecherisch, genau wie Hitler und mit ähnlichen Begründungen. Dabei hat sich im Zuge des Gaza-Krieges gezeigt, dass Israel eben nicht die Gesamtheit der Juden und der Holocaustopfer repräsentiert, sondern nur eine verblendete und aggressive Minderheit. In Deutschland ist das noch nicht so richtig angekommen, aber die neuerliche Begriffsstutzigkeit erkennt man ja aktuell auch an anderen Dingen,
So lange es Religionen gibt wird es auch keinen Frieden geben.
Religionen sind dazu gegründet worden Exkludierend zu sein und das ist auch ihr einzige Zweck, nämlich der ideologisch Wasserträger der herrschenden Klasse zu sein.
Religionen müssen mit allen Mitteln bekämpft werden!
Ein großartiger Beitrag, der allerdings noch sehr verhalten mit der deutschen Rolle in der Geschichte nicht abrechnet, sondern einige sehr wichtige Aspekte aufzeigt. Besonders aus der (meiner) Sicht eines 1951 in der DDR geborenen und dort aufgewachsenen Deutschen bringt Zuckermann wichtige Ansätze für die Aufklärung der Rolle Deutschlands in dieser Geschichte, eine Aufklärung, die ohnehin erst mit der Herausarbeitung der sozialökonomischen Wurzeln von Antisemitismus und Faschismus gelingen kann. Weiter würde dazu auch eine entideologisierte Befassung mit der Nachkriegszeit und dem Verhältnis zu den Juden in dem anderen, mittlerweile nicht mehr existierenden Deutschland gehören. Zu bezweifeln ist allerdings, daß derartiges gewollt ist, der Eindruck überwiegt, daß es ganz praktisch ist, mit der Antisemitismuskeile auf den politischen Gegner einzuschlagen.
Diese Propagandaschleuder Staatsfunk liefert: https://www.arte.tv/de/videos/115065-000-A/israel-extremisten-an-der-macht/
Hat eigentlich niemand das tolle Bild eingangs zur Kenntnis genommen? Die Kanzlerin kurz vor oder nach der Verkü digung ihrer eigens und selbstzusamengehirnten ‚Staatsräson‘ höchst zerknirscht geradezu, wie es scheint kurz vor einem der ganz wenigen ihrer Zitteranfälle. Wäre es da nicht mal Zeit gewesen für ein. probates „Man rufe den Exorzisten?“
Israel ist zum Paria der Weltgemeinschaft geworden!
Lange, zu lange, hat die Weltgemeinschaft Verständniss für den Zionismus gezeigt, Mitleid mit den von den Nazis verfolgten jüdischen Volk gehabt.
Damit ist es nach Gaza Schluß!
Gaza hat vielen, einigen Deutschen nicht, die Augen geöffnet.
Gaza hat die ganze Bestialität des zionistischen Apartheidsregimes gezeigt.
Intellektuelle, die einst proisraelisch eingestellt waren, wie Pankaj Mishra, wenden sich von Israel ab
https://www.fischerverlage.de/buch/pankaj-mishra-die-welt-nach-gaza-9783103977042
Gaza hat nicht nur Israel demaskiert, es hat der ganzen Welt die Arroganz, die Gewalt, die Selbstherrlichkeit der westlichen Zivilisation vor Augen geführt.
Einst genoss Deutschland ein gewisses Ansehen in der Welt. Heute lacht man über dieses heruntergekommene Land, das in seinen Niedergang jedes Maß verloren hat und die Kriege in der Ukraine und in Gaza unterstützt. Aber der Krieg in Gaza ist kein Krieg, es ist ein Völkermord mit dem Ziel der Auslöschung des palästinensischen Volkes. Wieder mischen deutsche Waffen bei einen Völkermord mit. Die Welt wird dies Deutschland niemals verzeihen.
Deshalb
Dieses Deutschland muß sterben, damit wir leben können!
Ich nicht, schon als kleiner Junge als Zeitzeuge, keine 50 Meter neben genau diese Synagoge aufgewachsen kann nur negatives über die dort ansässigen Juden, oder soll ich sagen Zionisten berichten.
Ich durfte weder dort spielen noch durfte ich mich den andere jüdischen Kindern nähern.
Tja, und dann wurden meine Eltern durch die jüdischen Spekulanten im speziellen Ignatz Bubi, Yitzhak Rosen entmietet.
Dann kam der Häuserkampf und genau deswegen bin ich der, der ich heute bin.
Wenn wir schon gerade bei Synagogen sind ….
Es begab sich einst – noch zu Lebzeiten meiner längst verstorbenen Frau – dass mit der von ihr betreuten Abschlussklasse der pflichtige Besuch der Synagoge – von wegen …. und so – anzustehen hatte! Wohl wissend, dass mindestens 50% ihrer Lieblinge nicht der Tora sondern wohl eher dem Kabaa-Würfel zu Mekka huldigen müssten, gab es von mir als unbeteiligtem Dritten ein gequältes „Muß das sein?“. Sie war früh zuhause an dem Tag des ‚Besuches‘, ihre ersten Worte: Was soll ich nur tun?
Was war geschehen? Gar Schlimmes, arg Schlimmes! Während der ‚Besichtigung‘ hätten sich zwei Schlingel abgesetzt. Sie seien ihr alsbald – draußen vor der Tür – in die Finger geraten, mit „vollem Doppel-Strahl die Außenwand begießend“, Was abzusehen war, einer davon eben so wie oben befürchtet. Hat mich zwar einige Mühe gekostet, aber meiner Empfehlung, auf jegliche Reaktion und Sanktion zu verzichten bei den Halunken ist sie dann doch gefolgt. Auch wenn sie so auf einen Auftritt in ARD&ZDF wohl hat verzichten müssen. Zu der Zeit stand gerade schon des Längeren ein anderes Verbrechen im Fokus, jenes nämlich wie zwei Minderjährige – der eine mit, der andere ohne Kippa – sich auf offener Straße ‚bekriegten‘, der eine – erscchütternderweise – mit seinem Hosengürtel bewaffnet. Nicht auszudenken, was da wohl los gegangen wäre, wenn da auch noch andernsorts besagte ‚Entehrung‘ dazu gekommen wäre …
„Dieses Deutschland muß sterben, damit wir leben können!“
Slime ist auch alt geworden: https://www.youtube.com/watch?v=jcE3c4x3YmU
Warum sich denn nur auf Deutschland beziehen?
@Trog
Ein Lied geht um die Welt und begeistert die antiimperialistische Jugend der Welt, die die Mehrheit stellt
https://www.youtube.com/watch?v=qZkAzeNvHbw&list=RDqZkAzeNvHbw&start_radio=1
Das ist der linke Antisemitismus.
https://etosmedia.de/politik/die-deutsche-heuchelei-shelly-steinberg-ueber-staatsraeson-und-den-missbrauch-juedischer-identitaet/
Anti-Rechts gegen linke Jüdinnen?
Am 27. Oktober wurde die jüdische Aktivistin Shelly Steinberg zusammen mit der jüdischen Künstlerin Suzanna Treumann am Einlass des Fat Cat in München bei einer Anti-Rechts-Veranstaltung von „München ist bunt“ abgewiesen. Sind die zwei linken Jüdinnen in Wahrheit rechtsradikale Antisemitinnen?Im Gespräch berichtet Shelly Steinberg von der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe über den grotesken Vorfall und schildert die für Palästina-solidarische Jüd*innen zunehmend bedrohliche Lage in München. Wir zoomen raus und schauen uns die düstere Lage in der BRD allgemein an – Stichwort: Staatsräson – und sprechen darüber, was Antisemitismus ist – und was nicht – und warum in Deutschland jüdische Identitäten missbraucht werden, um Krieg, Besatzung, staatliche Gewalt und den Angriff auf grundlegendste Freiheiten zu legitimieren.
Es gab in Berlin doch im Juni die große Solidemo für Palästina, der sich die Führung der Linkspartei versuchte anzubiedern. Ich war auch auf dieser Demo. Es war eine solidarische, kämpferische Demo und die für ihre Brutalität bekannte Berliner Polizei hielt sich anfangs auch zurück, später nicht mehr.
Am Rand der Demo stand eine Gruppe „Omas gegen rechts“, die israelische Fahnen schwenkten und die Demonstranten beschimpften. Teilweise wurden diese Omas auch gewalttätig und palästinensische Ordner mußten beide Seite beruhigen.
Mitdemonstrrende antizionistische Gruppen wie die „jüdische Stimme“ wurden von diesen „Antifaschisten“ beschimpft.
Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.’“, sagte Ignazio Silone, ein italienischer Schriftsteller.
Irgendwie scheint die Frontstellung nicht klar zu sein. Die „Pro-Palästinensischen“ wettern gegen eine angebliche Staatsräson, welche bewirkt, dass Deutschland dort gesehenes Unrecht übersieht. Diese Staasräson nun gründet sich hauptsächlich auf eine Aussage Merkels vor Jahren. Tatsächlich wurde die nie festgelegt. Das nun soll laut Antisemitismusbeauftragtem jetzt tatsächlich festgeschrieben werden. Damit der Gegenseite Munition liefernd. Also manchmal hat man den Eindruck, diese Beauftragten seien Hamas-Agenten.
Eine Petition „Nie wieder Staatsräson“ wurde gestartet. Das ist die Stoßrichtung. Welche letzte Woche noch bemüht war, 30.000 Unterschriften zusammen zu bekommen. Was ja blamabel wenig ist. Inzwischen ist sie irgendwie verschwunden. Sich schämend?
Weit her mit der Staatsräson war es ohnehin noch nie. Als im Yom-Kippur-Krieg 1973 der IDF die Munition ausging, hat Deutschland keine einzige Patrone geliefert. Man wollte es mit den arabischen Staaten nicht verderben.
Eine Frontstellung, die sich inzwischen erledigt hat. Die arabischen Staaten haben einer Entwaffnung der Hamas zugestimmt und damit indirekt einer Weiterführung der israelischen Militäroperation. Denn dass die Hamas freiwillig ihre Waffen abgibt, ist ja wohl eine Illusion. Das war ja eigentlich Teil des Waffenstillstands. Aber bislang liegt keine Patrone auf dem Tisch.
Der Kriegstreiber ist Iran, der überall seine Terroristen hinsetzt, die sich mit Waffengewalt an der Macht halten. Riesenaufregung über ein angeblich geplantes „Groß-Israel“. Den Groß-Iran gibt es längst und der wäre weit mehr Anlass zur Besorgnis.
…und im Westjordanland sind nur Freidenstauben unterwegs und reißen Häuser nieder, zerstören Plantagen und besetzen Land, was ihnen nicht gehört. Hören Sie doch endlich auf, alles auf die Hamas und den Iran zu schieben, wer hat denn wen angegriffen und wer mordet mit pagers in Libanon? Es ist keine Selbstverteidigung und weltweit sehen das auch Juden so. Sie mögen in Deutschland noch Gehör finden, außerhalb wird es eng, hören Sie auf, ihren Mist zu verbreiten.
Danke für den Hinweis, ich habe unterschrieben, obgleich mir der Petent in anderer Hinsicht eher fern ist.
Seine Forderung und Begründung sind dennoch richtig.
Ich sage halt nicht, der Himmel sei grün, wenn ein mir nicht Genehmer ihn als blau bezeichnet.
Ich kann nämlich selbst denken.
https://www.openpetition.de/petition/online/nie-wieder-staatsraeson-fuer-eine-revision-der-deutschen-nahostpolitik/unterschreiben
Och schau mal, sind doch 77.000 geworden. Halt immer noch sehr mager, Sahra Wagenknecht hat 937.000 für ihre Friedenspetioin bekommen.
Mit dem Emittenten bist Du nicht einverstanden? Will ich auch hoffen, denn da steht:
„Dies ist ein Hinweis der openPetition-Redaktion:
Der Petent war Teil des inzwischen aufgelösten Netzwerks „Realität Islam“ (RI), welches sich fortführend aus der Organisation „Hizb ut-Tahrir“ gebildet hatte. “
Die Kalifatsterroristen machen Petition und die Michels meinen, sie müssten da mitmachen.-
So lange es Israel gibt, wird kein Frieden auf der Welt möglich sein!
Der Sinn eines Waffenstillstandes ist ja, daß die Waffen schweigen. Aber der Faschistenstaat Israel hat ja schon ab Tag 1 des „Waffenstillstandes“ wieder gezielt Palästinenser ermordet. Warum sollte dann die Hamas ihre Waffen abgeben? Und zur „Staatsräson“: Die Regierung Merz hat umgehend die nie unterbrochenen Waffenlieferungen an die zionistischen Mörder der IDF auch offiziell wieder aufgenommen.
Deutsche Waffen, deutsches Geld….
Steck dir deine Lügenpropaganda dahin, wo selbst der Mossad nicht hin kommt… Obwohl… wenn ich an die Zustände in israelischen Geheimgefängnissen denke…. Stichwort „Anlage 1391″… Dunkle Zellen ohne Fenster, mit Fäkalien beschmierte Wände, regelmäßige Vergewaltigungen Gefangener durch die Wärter – direkt oder mit Stöcken… Das Paradies auf Erden, nicht?
Als ob es auch nur die geringste Möglixhkeit gegeben hätte, dass diese Gefangenen nicht behaupten, gefoltert worden zu sein.
Die Folterspuren haben sie sich bestimmt selber beigebracht, um die armen Israelis in den Dreck zu ziehen – die sind besser als andere Menschen und haben noch nie irgendwem ein Haar gekrümmt. Du musst es wissen, du warst immer überall dabei.
@ Artur
„Der Kriegstreiber ist Iran, der überall seine Terroristen hinsetzt, die sich mit Waffengewalt an der Macht halten.“
ueberall Terroristen einsetzen……? Lassen Sie mal die Kirche im Dorf.
Ich bin der Meinung, dass der Mossad mit seinen Morden rund um den Globus ganz andere Massstaebe gesetzt hat. Da wird auch mal ein „Terrorist“ verwechselt und ein Unschuldiger erschossen, die Menschen aus dem Nahen Osten kann selbst der Mossad nicht immer auseinander halten, nicht wahr.
Und ein Gross-Israel haben nicht die Iraner ins Spiel gebracht, NEIN, dafuer haben die Zionisten schon selbst gesorgt!
Hamas, Hisbollah und Huthis sind blutige Diktaturen. Wovon man nichts weiß, weil dort nie Presse hinkommt.
Und das willst Du nun mit den wenigen Mossad-Opfern aufwiegen? Völliger Verlust aller Maßstäbe.
Wieviele Opfer gab es durch arabische Terroristen und durch durch die Zionisten? Sie sind sicher in der Lage, zu googeln oder eine KI zu benutzen (die jeweils auch nur auf wertewestliche Informationen zurückgreifen)?
Gerne dürfen Sie noch bei den Todesopfern zwischen Soldaten u.ä. sowie Kinder unterscheiden. Da Sie ständig die israelischen Mord- und Folterorgien verteidigen, sind Sie selbst ein Täter.
Es ist nicht zu fassen, denn die Geschichte scheut die Vernunft: was heute im West-Asien („Naher Osten“) geschieht, ist eine tiefe und entgrenzt-unkontrollierte (Traumareaktive) blutige Reaktion. Das letzte Glied einer Trauma-kompensatorischen „psychopathischen Kette“, die sich tief in kollektive Psyche eingraben hat- und der Unterschied zwischen Opfer und Henker völlig verschwinden lässt. Denn ein kollektives Trauma wie der SHOA kann jahrhundertelang nachhallen, latent schlummern und plötzlich wieder auftauchen und uns reaktiv in einem affektiven Zustand erstarren lassen, in der alles um uns herum nur noch eine Vernichtungsbedrohung darstellt. Die einzige Reaktion ist dann bedingungslose und blindwütige Gewalteskalation – die wahnsinnige Vorstellung/Glaube, berechtig/bemächtigt zu sein gar die ganze Welt zu vernichten, um es unschädlich zu machen.
Und in dieser blinden Gewalt-Monstrosität-Spirale gibt es keine Zukunft – sobald der Opferhenker beginnt, überall Bedrohungen zu sehen, ist sie nicht mehr zu stoppen. Überlebenstrieb , reaktiv bis zum Äußersten gewuchert (Pulverfass), führt unweigerlich zur explosivsten Form der Triebvermischung als exponentielle Potenzierung der innerseelischen Trieb-Dynamik und damit auch tatsächlich zum wirklichen, d.h. finalen Aussterben (Selbst und Weltvernichtung).
Es ist nämlich eine historische Tatsache, dass Zionismus als Ideologie einer kolonialen Projekt im West-Asien, enorme und im Konsequenz furchtbare Probleme für die Juden weltweit geschaffen hat; insbesondere für diejenigen unter ihnen, die gegen das verhängnisvolle zionistische Kolonialprojekt, d. h. gegen die Zwangsbesiedlung- und damit einhergehende gewaltsame Vertreibung von einheimischen Bevölkerung sowie die Staatsgründung Israel – waren/sind.
Ein von Anfang an mit brachialer militärischer Gewalt kolonisierte Un-Ort, an dem es (Ironie der Geschichte!) den Nachkrieg-US/Euro-Teutonen tatsächlich gelang, die Überlebenden Juden unmittelbar nach ihrer millionenfachen Vernichtung (SHOA) abermals – und diesmal in einer noch perfideren Form zusammengepfercht – gefangen zu halten-, damit sie „Gott behüte!“ – nie mehr auf die Idee kommen, wieder in ihren alten europäischen Herkunftsländern zurück zu siedeln. Ein Un-Ort (ein Sonder-Freiluftgefängnis), im Gestalt eines atomar bestückten US-Militärstützpunkts, weit davon entfernt, überhaupt ein wirkliches Ort, geschweige denn ein sicherer Ort für SHOA-Übererlebende und deren Nachkommen zu sein; sondern wiedermal eine vollumfänglich von Beton-Mauern und Stacheldraht umzäunte und Querdurch militarisiert Festung, die real gesehen für die Juden mit Abstand der gefährlichste Ort der Welt darstellt. Es war und blieb eine Falle voller Fallstricke: eine Fortführung jener Todesmärsche und Todesmaschinerie, die einstmals NAZIS für die Juden Europas errichtet haben, deren Fortsetzung für und durch Nachkommenschaft der SHOA-Überlebenden heute mit unübertreffbarem Zynismus als „deutsche Staatsräson Israel“ kodiert wird. Die Tatsache aber, dass der Kern dieser „deutschen Staatsräson Israel“ sich u. a. aus der wahnsinnige Angst des Monsterkollektivs vor der Rückkehr der Nachkommenschaft von SHOA-überlebenden Juden (urdeutschem Albtraum) in die unmittelbare Nachbarschaft – samt damit einhergehenden historischen, politischen, sozio-ökonomischen und psycho-sozialen Implikationen – ausspeist, ist und bleibt ja unserer allen „offenen Geheimnis“.
Die Einflussnahme der Zionisten muss gebrochen werden.
Durch entfernen des Israelischen Staates, würde mit Sicherheit der Schaden den die Zionisten in aller Welt anrichten empfindlich gebrochen werden.
Ich habe die Zahl nicht genau im Kopf: 11.000 Strafverfahren wegen Protesten gegen den Genozid in Schland.
Das wäre eigentlich ein Buch wert oder eine Dokumentation. Da kommt auch was und hoffentlich nicht nur ein Projekt. Vielleicht auch was für Herrn Zuckermann?
Natürlich alles Antisemiten, auch wenn sie selbst Juden sind. Gehört bei Shir Hever, auch ein ganz furchtbarer Antisemit und natürlich Nazi nach Artur_C wie auch Norman Finkelstein oder Max Blumenthal. Zum Glück ist ja Artur_C KEIN Nazi oder sonst irgendwie rassistisch drauf. Ist Moshe Zuckermann auch ein Nazi, Artur_C?
Wir werden in Zukunft sehen, ob sich da noch was machen lässt in Sachen Militarisierung und Staatsräson Israel, juristisch. Ich schrieb schon letztes Mal: Habe ich Hoffnungen, irgendwelche Erwartungen? Braucht man nur auf den Aktienkurs von Rheinmetall schauen oder anderen noch obskureren Waffenschmieden aus Deutschland.
Das jüdische Sein, wird allzuoft überbewertet, so auch gewisse nationale Erscheinungen mit ihren Interessen…
Der Handel der Welt wurde über Nomaden getätigt, bis wir heute die Nomaden ausgerottet haben und den ‚Handel‘ vollständig unter ‚Kontrolle’hatten. Welch ein Pech kann man besitzen, wenn man alles unter Kontrolle hatte?
Die Antwort ist einfach, man folgt der dunklen Nacht oder,.den helligen Tag .
Wen wollt ihr folgen, den Tag oder die Nacht?
Deutschland ist bemüht das Vorgehen der israelischen Regierung gegenüber seinen Nachbarn als legitim zu bezeichnen, um sich damit von der Schuld des Dritten Reichs an den Juden reinzuwaschen.
Glaubwürdiger, und vor allem ehrlicher wäre es, wenn Deutschland aufhören würde die Rassisten der israelischen Regierung in Schutz zu nehmen und stattdessen die offensichtliche Teilnahme ukrainischer Nazis in der ukrainischen Regierung und die Feiern von Bandera und anderen mörderischen Kollaborateuren der Nazis während des Zweiten Weltkriegs zur Kenntnis nehmen und klar und deutlich verurteilen würde.
@Garry
Es gibt in Berlin eine Sonderstaatsanwaltschaft, die die Aufgabe hat sich nur mit propalästinensischen Protesten zu beschäftigen. Berliner Gerichte haben mehrfach die Losung „From the River the the sea….“ NICHT für rechtswidrig erklärt. Das kümmert die Stadt Berlin nicht und sie setzt ihre politische Verfolgung fort. Bekannt wurde der Fall einer Aktivistin aus Irland, die die Berliner Polizei so sehr verletzte, das sogar die irische Botschaft sich offiziell beschwerte. Es sollen an die 2000 Staatsanwälte, jung mit wenig Erfahrungen, nur bei diesen politischen Straftaten eingesetzt werden.
Bei wirklichen Straftaten, der hohen Kriminalität in Berlin, fehlen juristischen Ressourcen. Man sieht in Neuköln Polizeipanzer und Polizisten, die in U-Bahnhöfen Leute Palästinensertuch verfolgen und brutal, wie Schwerverbrecher, festnehmen.
Die alles zeigt mir, die Demokratie ist tot. Wir leben in einer Demokratiesimuliation, die eine Vorstufe zum Faschismus darstellt. Diese Entwicklung ist in Israel noch viel weiter fortgeschritten.
Schlimm ist, das es wenig Widerstand gegen diese Entwicklung gibt. „Demokratische“ Bewegungen gegen rechts wie die „Omas gegen rechts“ sind eine bewußt vom Staat gesteuerte staatstragende Bewegung um wirkliche Proteste gegen zu kanalisieren. Diese „Omas gegen rechts“ demonstrieren in Berlin für Israel, beschimpfen propalästinensische Demonstraten, teilweise unter Gewaltanwendung und gehen natürlich völlig straffrei aus.
Schlimm ist auch, das selbst alternative Medien nicht über diese Verfolgungen berichten, nicht Overton, nicht die NDS.
Die Führung der Linkspartei stellt sich hinter Israel und wäscht damit ihre Hände im Blut palästinensischer Kinder. Eines Tages müssen wir diese Leute zur Rechenschaft ziehen, aber so demokratisch, wie es China mit seinen letzten Kaiser getan hat, der seine Verbrechen bereute und als Gärtner ein nützliches Mitglied der chinesischen Gesellschaft wurde….
„Um diesen defiziellen Gesamtzusammenhang tiefer zu beleuchten, sei hier ein bereits 2009 veröffentlichter Aufsatz erneut zur Lektüre angeboten. Hervorzuheben ist dabei, dass dieser Text lange vor dem letzten Gaza-Krieg geschrieben wurde, mithin noch nicht auf das Bezug nehmen konnte, worum es Jason Stanley in seiner Synagogen-Rede im Jahre 2025 aktuell gehen musste.“
Wenn Moshe Z. das kann , dürfte meine Wenigkeit den von mir Tage nach TenSeven an die NDS abgesandten Leserbrief doch hoffentlich auch können. Ob er jemals cora publico erscheinen durfte, ich weiß es nicht, eher wohl nicht. Und wohlgemerkt: kurz nach TenSeven – der Mutter aller Massaker, kurz vor der Mutter aller Selbstverteidungsmaßnahmen …. ääh … oder war es doch dann Massen- wenn nicht Völkermord, weswegen ja sogar der IStGh schon mal diverse Haftbefehle glaubte ausstellen zu müssen.
***
Offen gestanden, es fällt mir allmählich schwer, solcherlei Traktate wie das vom Völkerrechtsexperten Richter Vonnahme zu lesen. Nicht, dass ich sie nicht begrüßen würde, Passende Einschätzungen auf Basis des Völkerrechts sind derzeit ja nicht so wohl gelitten. Klar, da wagt doch tatsächlich einer den Versuch, die ein oder andere Propagandalegende – kognitiver wertewestlicher Kriegsführung entronnen – vom Kopf auf die Füße zu stellen. Gut untergemengt allerdings zwischen probaten Kratzfüssen und Bücklingen vor dem Gessler-Hut auf der Stange des einzig zulässigen Narrativs. Und ich kann sie einfach nicht mehr ertragen, die pflichtigen Disclaimer à la „und Gott erschuf Himmel und Erde“. Wer hat es immer noch nicht begriffen, die Annektion der Krim seit Februar 2014, der Angriffskrieg des Russen seit Februar 2022, das und vieles andere mehr gebetsmühlenhaft immer und immer wieder. Und jetzt also der Terrorangriff der Hamas. Und alles, aber ja doch, war keinesfalls abzusehen, erwartbar. Und immer mit dem wohlbekannten Entsetzensschrei „das geht gar nicht“.
Frage: Wäre denn dereinst dem Fritzl, Josef – der, der 24 Jahre lang seine Tochter Elisabeth im Keller wegsperren und dabei auch noch sieben Mal schwängern konnte – ein Selbstverteidigungsrecht zugesprochen worden? Wenn Klein-Sissi – anstatt zu kuschen – Renitenz entwickelt, auch mal einen Ausbruchsversuch gewagt hätte, gar versucht hätte ihrem Paps bei nächster Gelegenheit den Schädel einzuschlagen? Und der arme Mann, bei Inanspruchnahme dieses dann ihm dankenswerterweise zugestandenen „Rechts“ mit der Begründung der Erfordernis putativer Notwehr, nicht nur das Töchterchen sondern gleich noch alle anderen potentiellen Vater-Mörderinnen in der Nachbarschaft aus dem Verkehr gezogen hätte – auf brutalstmögliche Art und Weise, versteht sich?
Ich weiß, solcherlei Zynismus ziemt sich nicht. Wirklich nicht? Hätten sich die sich „unrechtmäßig und nicht adäquat behandelt Fühlenden“ aus dem kuscheligen Freiluftpark Gaza-Strip nicht friedlicherer Methoden bedienen können, wenn ihnen was nicht passt? Schon mal was vom „schwarzen Montag“ gehört, noch nicht lange her, gerade mal fünf Jahre. Man schrieb den 14. Mai 2018. Wie? Was soll da schon gewesen sein? Na ja, eigentlich … vielleicht gibt schon dieser link (https://www.eurotopics.net/de/199394/was-fuehrte-zur-eskalation-in-gaza#) Gelegenheit zum Nachdenken, darüber wer „gut“, wer „böse“ und wer „sehr böse“ Absichten pflegt(e) z.B.. Vorsicht: ein regelrechtes déja-vu zum aktuellen „Urknall von TenSeven“ dürfte nicht zu verhindern sein. Dabei war doch alles so friedlich „angedacht“. Ein unbewaffneter Marsch zum Grenzzaun sollte es werden, die Rückkehr in ungesiebte Luft einfordernd. Irgendwas müssen unsere Freunde von der IDF hinter dem Zaun dann wohl mißverstanden haben. Vermutlich durften sie sich am Vorabend zum wiederholten Male die gesammelten Streifen von Jurassic-Park reinziehen. Die renitenten Dinos-des-Grauens dort, die grässlichen Raptoren u.v.a.m. und wie diese selbstgezüchtete Brut ruhig gestellt werden kann, so was bleibt natürlich haften. Auch der aktuelle „Verteidigungsminister“ neben etlichen anderen soll ja auch neulich wiederholt von solchen „Tieren“ entrüstet gefaselt haben, die des eigenen Selbstschutzes wegen jetzt tunlichst und schleunigst zu verklappen sind. Zusatzfrage: wie hätten denn die sich selbstverteidigenden Scharfschützen reagiert, wenn die frechen Parkbesetzer in Großformation zum Zaun gezogen wären und den Gefangenenchor aus Nabuccho intoniert hätten?
Dass das ganze Schlamassel nicht erst mit dem 7. Oktober begonnen hat, so wie es der UN-Botschafter Israels mit Schaum vor dem Munde einforderte und den sofortigen Rücktritt UN-Generalsekretärs gleich mit (wegen dessen unverschämter Feststellung, das es nicht im luftleeren Raum geschehen sei), dürfte sich allmählich herumgesprochen haben. Wes Geistes Kind die herrschende, bibelfeste Riege des doch so friedliebenden Volkes, mit einem ausschließlichen, einseitigen Selbstverteidigungsrecht vom Weltenherrscher und seinen Vasallen ausgestattet, so durch die Bank so ist und was sie alles damit glaubt, so anrichten zu können – allein aus einem einzigen Wikieintrag, dem zu ihrem Landsmann Uri Avnery, lässt sich schließen: es wird kein gutes Ende nehmen. Es ist wie bei kleinen Kindern, wenn die Eltern denen alles durchgehen lassen, womöglich noch mit einem „gut gemacht“ oder „ist der nicht süß“ hinten drauf, sollte auch nichts anderes erwartet werden können. Hass wird Hass auslösen, völlig unwichtig wer das Huhn und wer das Ei.
Wollte ich nicht? Gewiß doch, habe vier Texte von Uri A. aus dem Sommer 2018 ausgewählt, übersetzen lassen und hier angefügt, ohne Kommentar meinerseits, eines solchen brauchen sie nicht. Wer Uris Wiki-Eintrag gelesen hat, kommt womöglich ins Grübeln, wenn er hört, dass Uri A. am 20. August 2018 verstorben ist. An einem Schlaganfall, so wie auch ein Robert Fisk zwei Jahre später. Alles nur Zufall!
Wie findet Uri Avnery auf den Nachdenkseiten statt?
Ein Zitat aus den NDS-Hinweisen vom 26.9.2006
Unter dem Titel „Vorsicht, Frieden!“ ein Beitrag von Uri Avnery aus der TAZ (https://taz.de/!373836/) Die palästinensische Einheitsregierung und die Arabische Liga setzen Israel unter Druck: Nahost-Verhandlungen rücken wieder näher. Genau davor fürchtet man sich in Israel. Ein Beitrag von Uri
Avnerys Schlusssatz: „Frieden ohne die besetzten Gebiete – oder die besetzten Gebiete ohne Frieden. Nach sechs großen und mehreren kleineren Kriegen sollten wir eigentlich erkennen, dass der Preis der Besetzung zu hoch ist“. Dazu dann noch der NDS-Kommentar: „Nicht alle NDS-Freunde teilen diese regierungskritische Haltung des Israeli Avneri.“ (War schon damals ein Gessler-Hut-Disclaimer nötig?)
Übrigens, zu Uri Avnery (dieses Mal richtig geschrieben): Er findet sich doch tatsächlich auch 13 mal im zwanzigjährigen Nachdenkseiten-Archiv. Ein Findling davon in den Hinweisen vom 11. April 2019 – die Erinnerung an Amos OZ und Uri Avnery mit einem Link zu einem Beitrag von Deutschlandfunk Kultur (https://www.deutschlandfunkkultur.de/erinnerung-an-amos-oz-und-uri-avnery-wie-sich-israel-100.html.) Zitat Uri A.: „Es gibt Leute, die behaupten, ich wäre der Vater der Zwei-Staaten-Lösung. Ich habe es nie bestritten.“
Und dann noch das: aus einem der Leserbriefe vom 13.10.2023 zu einem Beitrag von Florian Warweg (https://www.nachdenkseiten.de/?p=105132)
„Das erinnert mich an ein Radiointerview mit dem aus Deutschland stammenden israelischen Politiker und Friedensaktivisten Uri Avneri (1923-2018) vor einigen Jahren. Eine deutsche Mainstream-Journalistin fragte ihn abschließend Beifall heischend, wie er die konsequente pro-jüdische Politik in Deutschland beurteile. Er antwortete zu ihrer Überraschung ziemlich trocken, ihm seien die deutschen Philosemiten genauso unheimlich wie die deutschen Antisemiten.“
Und zum Abschluss noch das hier, weil es gerade so schön passt:
Der Tagesspiegel von dieser Woche (7.10.2023) vermeldet, dass die Altkanzlerin Angela M. heute aus Anlass des 85. Jahrestages der NS-Novemberpogrome zu Wachsamkeit und Zivilcourage eine Erklärung abgeheben habe, die u.a. lautet: „Wer den legitimen Wunsch nach einem palästinensischen Staat, wer legitime Kritik am politischen Handeln unseres Landes und dem des Staates Israel auf propalästinensischen Demonstrationen nur als Deckmantel benutzt, um seinen Hass auf den Staat Israel und auf Juden auszuleben, der missbraucht unsere wertvollen Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Das muss mit allen Mitteln unseres Rechtsstaats geahndet und unterbunden werden.“ Da haben wir den Salat. Wohlbekannt aus (ihren) dunkelsten Corona-Zeiten mal auf die Schnelle und aus dem amtlichen Off ihr alternativloses Diktat, Artikel 5 des Grundgesetzes zu schleifen, schlimmer noch, die Inanspruchnahme dieser Rechte muss – ich wiederhole – mit allen Mitteln geahndet und unterbunden werden.
Nichts für ungut, war nicht so gemeint
Und hier die vier Avnery-Texte (allerdings besser nicht übersetzt)
– The Day of shame – der Tag der Schande – 21.Mai 2018
URL zum Artikel: https://www.counterpunch.org/2018/05/21/the-day-of-shame/
Oh, Gaza, stark wie der Tod – 4. Juni 2018
URL zum Artikel: https://www.counterpunch.org/2018/06/04/oh-gaza-strong-as-death/
– Wurden Sie einer Gehirnwäsche über Gaza unterzogen? – 11. Juni 2018
URL zum Artikel: https://www.counterpunch.org/2018/06/11/have-you-been-brainwashed- about-gaza/
– Eyeless in Gaza – Augenlos in Gaza – 16. April 2018
URL zum Artikel: https://www.counterpunch.org/2018/04/16/eyeless-in-gaza-4/
***
Was wohl ein Uri A. verlautbart hätte zum aktuellen Zustand von Gaza und den tollen Chancen, die demnächst realisiert werden sollen? Empfehlung an den Moderator: besser mal vorher den Wiki-Eintrag lesen von Uri A., nicht dass er auf dumme Gedanken kommen sollte.
Ach übrigens, der link von oben bzgl. eurotopics. Da heißt es nun heuer – über zwei Jahre später – staunenswerterweise wie folgt:
„…Sie haben keine Zugriffsberechtigung für diese Seite. …“
Nun gut, dann nur soviel. – war ziemlich deftig, was es da zu berichten gab. Hatte – und nicht wenig – irgendwie mit ‚Moorhuhnschiessen im Endstadium‘ zu tun.
Ausgerechnet ‚eurotopics‘, wo doch ausweislich ein Projekt von ‚bpb – der Bundeszentrale für politische Bildung. Bildung von wem denn? Und wenn wir schon dabei sind, wer auch mal kurz auf Wiki nachgeschaut hat zu Uri A. und gar die Auflistung der Preise und sonstiger Lobeshymnen gefl. zur Kenntnis genommen hat, der wird doch hoffentlich gestutzt haben ob seiner doch etwas arg armen Wertschätzung von gerade mal 13, heuer ein paar zerquetschte mehr möglicherweise, ‚NDS-Archiv-Fundstellen‘. Seine vier Findlinge (bzgl. Gaza 14.5.2018) vom Ende meines Kommentars mußte ich übrigens aus über fast sechshundert Beiträgen im Counterpunch-Archiv herausfischen. Warum genau dieser ganze ‚Datenbestand‘ – rein zufällig – seit weniger als zwei Jahren nicht mehr im Zugriff steht oder stehen darf? Neulich hieß es – vom Herausgeber – irgendwann, das ‚Autoren-Archiv‘ sei exzessiven Hacker-Attacken ausgesetzt gewesen. Desdewegen also?
Der fatale Hang der Täterkinder zur Absolution durch „ein fetischisiertes „Israel“-Bild und eine interessengeleitete Abstraktion von Juden und Zionismus“ zu erhalten. Gewissermaßen ein „Schrei nach Liebe“. Wir sind ja nicht böse.
Tja, doch, aber eben anders böse.
Am besten war aber der Absatz zu den Anitdeutschen. Einfach klasse.