
US-Präsident Trump ist böse. Bundeskanzler Merz hatte seine Kriegsführung im Iran nicht gefeiert, sondern erklärt, es gebe kein Ziel und die Amerikaner würden gedemütigt. Nun will Trump nach Auskunft von Pentagon-Mitarbeitern in Medien zur Strafe 5000 Soldaten aus Deutschland abziehen – und droht auch Spanien und Italien damit.
Donald Trump fasste noch nach: Man werde „weit mehr als 5000“ abziehen, meinte er schließlich am Samstag. Das Pentagon versucht, den Abzug nicht als spontane Entscheidung des Präsidenten darzustellen: „Die Entscheidung zum Abzug der Truppen in Deutschland ist das Ergebnis eines umfassenden, vielschichtigen Prozesses, in den die Standpunkte wichtiger Führungskräfte im EUCOM und entlang der gesamten Befehlskette eingeflossen sind“, erklärte Pressesprecher des Pentagon, Joel Valdez.
Muss man sich aufregen? Nein, noch immer wären 32.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert, das mit den US-Stützpunkten, allen voran Ramstein, ähnlich wie Südkorea und Japan eine militärische Drehscheibe der US-Streitkräfte ist. Das zeigt sich etwa an der Luftbrücke von amerikanischen Militärmaschinen von den USA über Deutschland in die Golfregion. Zöge sich das US-Militär ganz aus Deutschland zurück, würde es geopolitisch wichtige Stützpunkte aufgeben, die für militärische Operationen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika und in Osteuropa unverzichtbar sind.

Auf die Schnelle gibt es dazu für das Pentagon keine Alternative, um militärische Macht zu projizieren, weniger um Deutschland zu sichern. Bekanntlich wollten die USA mit der Nato und auch mit ihrer starken Truppenpräsenz mitten in Europa, Russland draußen, die USA drin und Deutschland drunten zu halten. Jetzt zerfällt die Nato und Deutschland will wieder die stärkste konventionelle Militärmacht Europas werden und die Führungen übernehmen.
Der Schritt zeigt allerdings nur, dass Trump weniger als Biden interessiert ist an einem Konflikt mit Russland durch Unterstützung der Ukraine. Biden hatte die Truppen 2022 in Deutschland verstärkt, jetzt fallen sie auf den Stand vor der Erhöhung wegen des Kriegs in der Ukraine wieder zurück. Während seiner ersten Präsidentschaft hätte Trump bereits gerne 12.000 Soldaten aus Deutschland abgezogen, damals weil Deutschland den USA zu wenige für den angeblichen Schutz zahle.
An der „nuklearen Teilhabe“ rüttelt Trump bislang nicht. In Deutschland sind auf dem Luftwaffen-Fliegerhorst in Büchel wahrscheinlich 20 taktische Atombomben des Typs B61 gelagert, für deren Einsatz deutsche Tornados bereitstehen. 2022 beschloss die Bundesregierung unter Scholz, diese durch den Kauf von 35 F-35-Kampfflugzeugen für mehr als 8 Milliarden Euro zu ersetzen, aber damit in Abhängigkeit von der USA zu bleiben. Angeblich können die amerikanischen Atomwaffen der „nuklearen Teilhabe“ nur eingesetzt werden, wenn der US-Präsident dies anordnet und die Bundesregierung zustimmt.
Interessant an dem Abzugsplan, der symbolisch ist und erst einmal keine Auswirkungen haben wird, sollte nicht die nukleare Teilhabe gestrichen werden, ist allerdings, dass angeblich auch die zwischen Biden und Scholz im Juli 2024 ausgehandelte Stationierung von „weitreichenden Waffensystemen“ angeblich zur Abschreckung gestrichen wird. Das sollte eine Reaktion auf die russischen Oreschnik-Raketen sein. Ein Pentagon-Informant hatte gesagt, dass eine bereits stationierte Brigade abgezogen und ein Bataillon für weitreichende Waffen, das Ende des Jahres nach Deutschland verlegt werden sollte, von der Entscheidung betroffen sein würde.
Vorgesehen waren landgestützte Marschflugkörper des Typs Tomahawk mit einer Reichweite von 2000 km und SM-6-Raketen mit einer Reichweite über 360 km mit der Abschussvorrichtung MK-41. Sie können natürlich ebenso wie die vorgesehenen Hyperschallraketen Dark Eagle (Deep-Strike-Raketen bzw. Long-Range Hypersonic Weapon – LRHW) zum Angriff dienen (Mittelstreckenraketen werden nach Deutschland verlegt). Die Dark Eagle haben eine Reichweite von 2500 km oder mehr, mit ihnen ließe sich von Deutschland aus auch Moskau erreichen. Stationiert sollten sie von der Multi-Domain Task Force (MDTF) des 56th Artillery Command in Mainz-Kastel (Wettrüsten bei Hyperschallraketen und deren Abwehr).
Grund dürfte sein, dass im Laufe des Kriegs gegen den Iran dem Pentagon die Raketen ausgehen. Zudem sollen die iranischen Streitkräfte Raketenrampen außer Reichweite der in der Golfregion vorhandenen Precision Strike Missiles (500 km) verlegt haben. Dark Eagle-Raketen könnten nun nach Forderung des CentCom für den Kriegseinsatz getestet werden, wie Bloomberg berichtet, obwohl das Waffensystem noch nicht wirklich einsatzbereit ist und in Tests immer wieder Probleme aufgetaucht sind. Bislang soll es auch nur acht Raketen geben, Kosten pro Rakete angeblich 15 Millionen US-Dollar. Eine Batterie soll 2,7 Milliarden Dollar kosten.
Sehr wahrscheinlich ist, dass Dark Eagle nicht nach Deutschland verlegt werden. Allerdings rüstet Deutschland auch unabhängig davon mit Deep Precision Strike-Raketen auf. Sie kommen wie die bereits beorderten Marschflugkörper JASSM ER (Joint Air-to-Surface Standoff Missile, Extended Range) oder Tomahawk auch wieder aus den USA, vermindern also keineswegs die Abhängigkeit und können auch Angriffen dienen. Das drückt gewunden auch die Bundeswehr so aus: „Hauptaufgabe der Bundeswehr ist die Landes- und Bündnisverteidigung. Doch schon vor einem Konflikt muss der Verteidiger dem Aggressor glaubwürdig androhen können, dass dieser bei einem Angriff unverhältnismäßig hohe Verluste erleiden würde. Gelingt dies, sieht der Gegner von einem Angriff ab und ein Krieg kann verhindert werden, so die Logik der Abschreckung. Hierzu soll künftig die Fähigkeit der Bundeswehr zum Deep Precision Strike einen wichtigen Beitrag leisten.“
Überdies sollen Taurus-Raketen mit größerer Reichweite bestellt werden. Mit Norwegen sollen Tyrfing-Seezielflugkörper mit großer Reichweite entwickelt werden, die auch Ziele an Land angreifen können. Mit dem Projekt ELSA (European Longe-Range Strike Approach) wird ein europäischer Hyperschallflugkörper entwickelt.
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Mich stört es absolut gar nicht, wenn die US Amerikaner aus Deutschland verschwinden würden.
Dann müßten wir wenigstens die Sozialleistungen weniger Plündern, von denen die Leistungen
wie z.B. die Krankenversorgung der US Soldaten, gezahlt werden. Jeder US Soldat der abgezogen
wird, bedeutet, dass die Ringe der Zielscheiben, die diese Stützpunkte in einem Krieg mit Russland
bilden, immer mehr Lücken bekommen. Aber im Moment gibt es in Deutschland Schlimmeres: Der
Wal Timmi ist verschwunden! Ich warte auf ein Statement vom Bundeskanzler: Der Russe war´s!!!
Wen interessiert Einsatzbereitschaft von nicht real funktionierenden Systeme ?
Solange der Westen sich selbst mit seinen Fiatgeld enteignet, ist das gut für den Rest der Welt.
Solange eine u.v.d.l. über ihr Handtelefon Handel über ungeteste Medikamente vollbringen konnte, ohne persönlichen Schaden zu erhalten.
Solange werden die europäischen Bürger, sogar der gesamten Welt, diese Politik bezahlen müssen.
Truppenabzug ja, Atomarisierung ja, denn diese ganzen US Abfallprodukte werden in Europa entsorgt.
Genauso wie Monsanto sein Problem bei der Bayer abgelegt hat. Beide besitzen B&R als Investor und beide verdienen Volk das für alle Schäden haftet, genau dasselbe mit dem MIK Abenteuern.
Sie die Teufel wollen nicht einmal gewinnen,SIE wollen das Geld was noch zur Verfügung steht., bevor der wahre Reset beginnt.
Macht doch einfach Ramstein dicht und schmeisst die Amis raus. Erhöht auch die Überlebenschancen des Umlands in 150km Umkreis.
MAD funktioniert übrigens nicht mehr (oder ein bisschen zu gut) wenn die Vorwarnzeit bei ein paar Minuten liegt und Entscheidungen über einen Vergeltungsschlag innerhalb von Sekunden getroffen werden müssen. Das sollte eigentlich jeder Idiot unmittelbar begreifen, aber „militärische Intelligenz“ ist halt ein Oxymoron.
Ansonsten wär ich dafür, Eurasien komplett zu demilitarisieren (soweit machbar), sowohl Russland als auch die Ukraine, UK und die Türkei in eine reformierte EU zu holen und mit dem Schwachsinn aufzuhören. Sollten eigentlich alle Eurasier von profitieren können.