US-Regierung überlegt, weitere Atomwaffen nach Europa im Rahmen der nuklearen Teilhabe zu verlegen

Eine F-35 Lighting II der norwegischen Luftstreitkräfte. Zur nuklearen Teilhabe an amerikanischen Luftwaffen hat Deutschland 35 dieser amerikanischen Flugzeuge für über 8 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen geordert. Bild: Nato/CC BY-NC-2.0

 

Die USA unter Präsident Donald Trump wollen aus ganz Europa Truppen abziehen. Deutschland steht zwar an erster Stelle (Truppenabzug aus Deutschland und keine Hyperschallraketen Dark Eagle), aber es soll ganz Europa betroffen sein. Die Rede ist davon, auch die Zahl der strategischen Bomber, Kampfflugzeuge, Drohnen, U-Boote und Kriegsschiffe, die der NATO zur Verfügung stehen, abzubauen. Bekanntlich hält Trump nichts von der Nato und hat sich darüber beklagt, dass die Nato-Länder die USA im Krieg gegen den Iran nicht unterstützt haben.

Nach Auskunft der Financial Times verfolgt das Pentagon die Idee, das Konzept der „nuklearen Teilhabe“ auszubauen. Bislang sind in sechs Ländern (Deutschland, Belgien, Italien, Niederlande und Türkei, aber auch in Großbritannien) amerikanische Atomwaffen stationiert. Sie sollen im Kriegsfall nach der Entscheidung des US-Präsidenten und mit Zustimmung der jeweiligen Regierungen mit eigenen Flugzeugen (F-35, F-15, Tornado) als Trägersystemen eingesetzt werden. Dazu müssen von den USA neuerdings F-35 Kampfflugzeuge gekauft werden, Deutschland will 35 davon für mindestens 8 Milliarden Euro erwerben und sich damit weiter in auch strategischer Abhängigkeit von den USA begeben (Bundeswehr kauft F-35-Kampfjets, die vom Pentagon lahmgelegt werden könnten).

Die Information beruht wie so oft auf anonymen Quellen, die von einer „Offenheit“ Washingtons sprechen, die nukleare Teilhabe als Kompensation zum Truppenabzug zu erweitern. Es fänden streng vertrauliche Gespräche darüber statt.

Für die USA wäre die Kostenreduzierung durch den Abzug von Truppen und konventionellen Waffensystemen enorm. Für den atomaren Schutzschirm der USA würden die entsprechenden Länder die Kosten und die Bereitstellung der Trägersysteme und des Personals übernehmen, letztere wären, wie gesagt, teure amerikanische F-35. Dafür muss der Luftwaffenstützpunkt Büchel für fast zwei Milliarden Euro umgebaut werden. Und die USA hätten dadurch weiter die Kontrolle über das europäische Militär, da die Atomwaffen nicht ohne Zustimmung des amerikanischen Präsidenten eingesetzt werden können.

Überdies wären damit auch die neuen Standorte mögliche Ziele der russischen Atomwaffen in einem Ernstfall, das Risiko für das europäische Schlachtfeld würde sich verstärken, amerikanische Truppen wären aber nicht mehr so stark betroffen. Das könnte durchaus auch eine Überlegung n Washington sein, da das Risiko für den Einsatz von Atomwaffen steigt – auch durch den Krieg gegen den Iran, der deutlich gemacht hat, dass Atomwaffen ein Schutz vor Angriffen sind.

Neben Polen, das sich schon anheischig machte, amerikanische Atomwaffen im Land zu stationieren, sind auch weitere osteuropäische Länder an einer nuklearen Aufrüstung/Abschreckung interessiert. Aber es herrscht ein Kampf über den geopolitischen und technischen Einfluss. Frankreich hat schon vorgeschlagen, seinerseits Atomwaffen in andere Länder verlegen, um einen französischen Schutzschirm aufzubauen. Unter den zu kommen, wird auch in Deutschland von Merz und Co. überlegt. Allerdings wäre die Frage, ob der relativ kleine französische Atomschirm wirklich vor einem Angriff von hochbewaffneten Ländern wie Russland oder die USA schützen könnte bzw. ob Paris die Vernichtung des Landes aufs Spiel setzen würde, wenn ein europäischer Bündnispartner angegriffen wird.

Schon jetzt ist die nukleare Teilhabe nur ein Trick, um den 1970 in Kraft getretenen Atomwaffensperrvertrag bzw. den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV bzw. NPT) zu umgehen, der Beschaffung, Lagerung und Einsatz von Atomwaffen für die Unterzeichnerstaaten verbietet. Die fünf anerkannten Atomwaffenstaaten, die einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat und ein Veto-Recht besitzen, sind verpflichtet, Verhandlungen über eine vollständige Abrüstung zu führen, was sie nicht machen.

Die nukleare Teilhabe bedeutet, dass Deutschland oder andere Länder eigentlich keine Atomwaffen besitzen, obgleich sie im Land einsatzfähig gelagert sind, weil die USA „die volle Verfügungsgewalt über ihre Atomwaffen“ haben würden, wie die Bundesregierung 2024 auf eine Anfrage der Linken antwortete, wobei allerdings unterschlagen wird, dass beim Einsatz deutsche Flugzeuge und Piloten ins Spiel kommen. Als Begründung erklärte die Bundesregierung überdies: „Als der Nukleare Nichtverbreitungsvertrag verhandelt wurde, bestand die nukleare Teilhabe bereits und wurde von den Vertragsparteien als solche akzeptiert und über Jahrzehnte nicht in Abrede gestellt, auch nicht von der UdSSR bzw. Russland bis 2015. Die nukleare Teilhabe geht damit dem NVV voraus und ist mit den Verpflichtungen des NVV vereinbar.“ Deutschland hat den NVV 1969 unterzeichnet, die nukleare Teilhabe wurde 1955 vereinbart.

Das Argument des Zeitpunkts würde aber auf europäische Länder nicht zutreffen, die in Zukunft eine nukleare Teilhabe anstreben, wenn Washington sich dafür „offen“ zeigen würde. Eine Begründung dafür wäre die Bedrohung durch Russland, das ebenfalls begründet durch Bedrohungen seitens des Westens 1922 eine nukleare Teilhabe mit Belarus vereinbart hat. Vermutlich wird in Washington überlegt, der französischen Initiative eines europäischen Atomabwehrschildes den Boden abzugraben, indem man die nukleare Teilhabe erweitert und so die strategische Kontrolle be- und Europa kleinhält.

Erst letzten Mittwoch hatte Norwegen sich entschlossen, einem französische geführten Programm zu einer europäischen Abschreckung beizutreten. Dabei sind bislang Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, die Niederlande, Polen, Schweden und Großbritannien. Das würde eine zeitweise nukleare Teilhabe, eine „fortgeschrittene Abschreckung“ (dissuasion avancée), beinhalten, Teilnehmende Länder könnten französische „strategische Luftstreitkräfte“ stationieren, die sich auch „über den europäischen Kontinent verteilen“ können, um „die Kalkulationen unserer Gegner zu erschweren“, wie dies der französische Präsident Macron ausdrückte. Auch eine solche vorübergehende Stationierung würde wohl eine Verletzung des NVV sein. Man hat allerdings den Eindruck, dass viele willens zu sein scheinen, diesen nicht weiter zu beachten, um sich atomar aufrüsten zu können. An Abrüstung denkt sowieso niemand mehr. Das Völkerrecht ist ebenso weitgehend geschreddert.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
Mehr Beiträge von Florian Rötzer →

Ähnliche Beiträge:

16 Kommentare

  1. „Allerdings wäre die Frage, ob der relativ kleine französische Atomschirm wirklich vor einem Angriff von hochbewaffneten Ländern wie Russland oder die USA schützen könnte bzw. ob Paris die Vernichtung des Landes aufs Spiel setzen würde, wenn ein europäischer Bündnispartner angegriffen wird.“

    Weder ein kleiner, noch ein grosser ‚Atomschirm‘ schützt vor irgendwas. Vielmehr ziehen im Konfliktfall seine Stationierungsorte gegnerische Angriffe geradezu magisch an. Die Lösung liegt im Verzicht auf jegliches Angriffspotential, auch desjenigen Anteils, der sich als Verteidigung tarnt. Wer keine militärische Angriffsmittel hat, wird nicht als Gefahr wahrgenommen, schon dass reduziert die Gefahr eines militärischen Angriffs massiv. Jeder Staat hat neben militärischen andersgeartete Angriffsmittel, heutige Staaten sind stark verflochten, alle sind auf gutwillige Zusammenarbeit angewiesen. Das macht Erpressungsversuche nicht unmöglich, aber erschwert sie.

    Längerfristig sollte die Abschaffung des Konzepts Nationalstaat erfolgen, die Welt kann sich ebensogut in Regionen strukturieren mit möglichst vergleichbarer Grösse und Bevölkerungszahl. In einer post-nationalstaatlichen Welt würden sich Regionen je nach Aufgabe von Fall zu Fall in unterschiedlichen Verbänden zusammenschliessen, vom Zweier-Verein bis zur weltumspannenden Organisation. Wahnvorstellungen wie Atomschirme würden als solche erkannt und belächelt.

    1. @ Zack15:

      So sehr ich Ihren abschließenden Vorschlag schätze und teile, so sehr ist er auf absehbare Zeit vergeblich.
      Weiterhin gilt: »Nukleare Teilhabe« ist das tatsächliche Äquivalent zu „Nur anschauen, nicht anfassen“.

  2. Natürlich wollen das die USA.
    Den Stellvertreterkrieg mit Russland auf die EU eskalieren inklusive Atomwaffen.

    Wir werden auch noch eine weitere
    Distanzierung sehen, vielleicht die Auflösung
    der NATO. Damit versucht man wenig
    glaubhaft, russischen Atomwaffen aus
    dem Wege zu gehen…

    Gleichzeitig rühmt sich Palantir offen, die
    komplette Infrastruktur für ukrainische
    Deepstrikes auf Moskau zu liefern.

    Na dann. Wohl bekomm’s!

  3. „ob Paris die Vernichtung des Landes aufs Spiel setzen würde, wenn ein europäischer Bündnispartner angegriffen wird“
    Aber Washington riskiert Boston für Stuttgart?
    Die sogenannte nukleare Teilhabe bedeutet das die USA bis zuletzt den Finger auf der Genehmigung halten, das „teilhabende“ Land stellt lediglich den Boten. Im Flug, selbst nach Abwurf der Bombe, haben die USA jederzeit die technische Möglichkeit die Bombe zu deaktivieren. Die ganze Idee ist politischer Schwachsinn und militärisch hochgefährlich.

  4. Der Artikel normalisiert eine sicherheitspolitische Architektur, in der die USA weiterhin als faktischer Taktgeber europäischer Nuklear- und Abschreckungspolitik auftreten. Was als „nukleare Teilhabe“ bezeichnet wird, bleibt bei genauer Betrachtung ein System, in dem europäische Staaten operative Risiken und politische Zielmarken tragen, während die entscheidenden Eskalations- und Einsatzentscheidungen außerhalb Europas getroffen werden.

    In diesem Kontext wirkt die Diskussion über eine mögliche Ausweitung weniger wie eine neutrale Anpassung, sondern eher wie eine weitere Verfestigung amerikanischer Machtprojektion in Europa. Die Kosten, die infrastrukturellen Anpassungen und vor allem die erhöhten militärischen Risiken werden dabei zunehmend auf europäische Staaten ausgelagert, während strategische Kontrolle und globale Prioritäten weiterhin in Washington definiert werden.

    Bemerkenswert ist, dass diese Struktur oft als „Sicherheitsgarantie“ beschrieben wird, obwohl sie zugleich die Gefahr einer direkten Einbindung Europas in globale Konfliktdynamiken erhöht. Eine kritische Perspektive müsste daher nicht nur die Details der Stationierung betrachten, sondern grundsätzlich fragen, warum Europas Sicherheitsordnung weiterhin so stark extern bestimmt wird und welche Alternativen systematisch nicht ernsthaft verfolgt werden.

    Unterm Strich bleibt eine unbequeme Frage: Ist dies wirklich gemeinsame Sicherheit oder die institutionalisierte Fortsetzung asymmetrischer Machtverhältnisse unter sicherheitspolitischer Rhetorik?

  5. Das Zielerfassungs-Fadenkreuz wird also noch etwas dicker ausgemalt? Na wer es unbedingt braucht…

    Wer es nicht haben will, sollte jetzt wirklich nachdenken, was zu tun wäre

  6. Im Grunde genommen ein Witz. Dieser Unglücksvogel F35 hat eine Reichweite von 2050 Kilometer, da ist er von Büchel aus gerade über Warschau und muss dann umkehren. Und selbst mit Zusatztank, soll das Ding mit einer Atombombe nach Russland fliegen? Das wäre sehr schnell zu Ende.
    Wir sollen diese völlig überteuerten F35 kaufen, für nichts und wieder nichts. Die übliche Mischung aus Bösartigkeit und Dummheit. Wie immer bei diesen Kriegsertüchtigern.

    1. Vollkommen richtig!!! Lasst uns rechnen …

      F15, Tornado oder eben auch F-35 haben ein Reichweite im Kampfeinsatz von ca. 1200 km

      Wenn der Tornado mit einer US B-61 Freifall Atombombe in Büchel, Eifel, losfliegt, dann kommt der bis Berlin oder fast bis zur Oder.. Dort lässt er dann seine B-61 Freifallbombe fallen und dreht um um nach Büchel zurückzukehren.
      Sollten Kamikaze-Piloten an Bord sein, kommt er auch bis nach Warschau, lässt B-61 fallen und fällt dann selber vom Himmel oder lässt sich im Dr. Seltsam-Stil mit grillen.

      Nukleare Teilhabe ist das Unwort des Jahrtausends.
      Es heißt nichts weiter, als dass sich Europa aktiv an seiner eigenen nuklearen Zerstörung beteiligt, nukleare Teilhabe eben.
      Die US-Amerikaner habe das ja schon zwei mal probiert. Doch ob Russland kapituliert, wenn Warschau im atomaren Armageddon untergeht, wage ich zu bezweifeln.

      Diese B-61 Freifallbomben (100 Stück sollen in Büchel liegen) müssen sofort nach USA entsorgt werden.
      Alle US Atombomben müssen aus Europa raus.
      Basta!

  7. Ich frage mich mal gerade, wo eine deutsche Regierung eine Kernwaffe eigentlich testen will?
    In Bayern gehts nicht, wegen Söder, klar, der ist immer für alles was Härte bedeutet, aber eben nicht in Bayern!
    Ostsee wäre denkbar, da die LNG-Schiffe eh schon die Umwelt kontaminieren, die Kampfgase aus WK II weiterhin am Grund der Ostsee in ihren Fässern dahin rosten, von daher wäre das dort dann nicht so schlimm, oder?
    Oder in einer Stadt mit hohem Anteil an Bürgergeldbeziehern?
    Das wäre dann das berühmte „zwei Fliegen mit einer Klappe“, aber wie gesagt, nicht in Bayern!
    Ansonsten wäre eine der Ecken mit wenig Menschen im Osten natürlich in der engeren Wahl, Fallout bei westlichen Winden könnte dann u.U. bis nach Russland gelangen, auch hier, zwei Fliegen mit einer Klappe!
    Sonst würde mir nur Helgoland in den Sinn kommen oder vielleicht die Asse?
    In der Asse ist wohl sowieso Mathaei am Letzten, nach allem, was man so hört!
    Zwar heißt es „quod licet Jovi, non licet bovi“, aber wenn Trump nach Herzenslust Verträge bricht, dann können wir doch den Atomwaffensperrvertrag auch kündigen! Ist doch nur „ein Fetzen Papier“, wie Reichskanzler Bethmann-Hollweg einst sagte, bevor die deutsche Armee entgegen den bestehenden Verträgen in Belgien einmarschierte!
    Haben wir also Erfahrung mit!
    Sein wir mal ehrlich, diese „nukleare Teilhabe“ ist doch eine wachsweiche Sache, erst bitte, bitte bei den Amis machen, bevor wir die Dinger gen Ostland expedieren können?
    Nee, nee, da sollten wir schon eigene haben!
    Bei der Gelegenheit könnten wir die BRD auch gleich flächendeckend mit neuen AKWs pflastern und uns das große Know-How Frankreichs zu Nutze machen!
    Wenn schon gegen Russland als Atommacht, dann sollten wir aber auch dagegen halten können!
    Denn man stelle sich vor:
    Da marschiert man auf, stellt Divisionen bereit, hat gerüstet, Hunderte Panzer und Artilleriesysteme, Hunderttausende Soldaten ( die brauchts schon, Russland soll ja recht groß sein, ein Beweis übrigens dafür, das weder Merz noch Kiesewetter einen Globus haben! ), alles ist vorbereitet, geplant, man kann Russland endlich besiegen und dann wirft der Russe einfach ein paar taktische Gefechtsköpfe auf die versammelten Truppen, und dann?
    Tja, das wars dann mit der stärksten Armee Europas, alles umsonst!

    Ein gewisser Sarkasmus ist beabsichtigt, anders gehts für mich nicht mehr!

  8. Es wäre sicher zynisch, wenn man einer Geisel, der eine Pistole an den Kopf gehalten wird, etwas von „polizeilicher Teilhabe“ erzählen würde, wenn sich Scharfschützen bereit machen, die Geiselnahme zu beenden, indem sie den Angreifer liquidieren (unter Inkaufnahme des Todes der schutzlosen Geisel und es gab ja schon genügend Geiseln, die bei der Gelegenheit starben).

    Völlig ohne Geiselnahme könnten die USA bei der sog. „Nuklearen Teilhabe“: „Schießt doch!“ sagen, weil sie zwar Atomwaffen Richtung Moskau schießen könnten, aber die Antwort „nur“ uns Europäer treffen würde. Das ist aber nicht zynisch, das ist „Realpolitik“. Also die Art Realpolitik, die es für „real“ hält, zu riskieren, aus ganzen Kontinenten rauchende strahlende Trümmerhaufen zu machen und zu glauben, man selbst wäre nicht betroffen und der nukleare Winter wäre nur eine Erfindung von ein paar durchgeknallten Ökos. Unrealistisch sind die Leute, die glauben, man könnte sich doch diplomatisch….nein vollkommen lächerlich. Es gab ja noch nie in der Geschichte Friedensverhandlungen zwischen Feinden. Also wo kämen wir denn da hin?

    Die USA malen also jedem, der ihre Atomwaffen auf eigenem Boden stationiert, ein großes schwarzes Fadenkreuz auf die Stirn und nennen es „nukleare Teilhabe“. Dass übrigens Polen auch noch „Hier!“ schreit, wenn die USA dabei sind, Fadenkreuze zu malen, ist mit einem normalen Werkzeugkasten im Hirn jedenfalls nicht mehr erklärbar, die sind ja nichtmal Vasallen wie wir Deutschen. Aber was die Deutschen haben, das wollen die offenbar auch, selbst wenn es sich um Fadenkreuze handelt. Wo käme man denn hin, wenn die Deutschen ein wunderbares prächtiges Fadenkreuz auf der Stirn hätten und man selber nicht? Nein, das ist undenkbar, so völlig ohne Fadenkreuz auf der Stirn herumlaufen zu müssen. So weit kommts noch!

    Ich muss bei der Gelegenheit an den großen Philosophen Marlon Brando als „Paten“ denken, der meinte, man solle sich hüten, seine Feinde zu hassen, weil das das eigene Urteilvermögen trüben könne. Tja. Man könnte z.B. sogar anfangen, anderen ihre Fadenkreuze auf der Stirn zu neiden. Gottseidank ist uns Polen ja ohnehin nicht mehr feindlich gesinnt. Also abgesehen davon, dass deren Außenminister es auf X feiert, dass unsere kritische Infrastruktur in die Luft gejagt wird und sie regelmäßig mit ruinösen Reparationsforderungen daherkommen, weil so ein Drittel des deutschen Staatsgebiets nach 1945 ja nicht ausreicht, was jeder einsieht.

    Wie auch immer. Oh, ich fühle mich ja so sicher, wenn Psychopathen im Weißen Haus auf den roten Knopf drücken können und selbst für ihr Land keine Konsequenzen zu befürchten haben. Aber selbstverständlich werden die USA ihr eigenes Land für uns Europäer riskieren, völlig klar, denn wenn wir Europäer nicht mehr sind, dann will die amerikanische Regierung auch nicht mehr leben, das weiß doch jeder.

    Sorry. Wie gehirnamputiert muss man sein, um eine solchen gequirlten Bullshit zu glauben?

  9. Bitte noch einmal prüfen:

    1. Hat der Präsident nicht die Kontrolle über die Atomwaffen alleine. Dieses Narrativ klingt zu schön gruselig für die Trump-Hasser (Kritiker haben das nicht nötig) – um wahr zu sein.

    2. Braucht es mindestens mehrere Prozesse, um eine Atomwaffe abzufeuern und zur Explosion zu bringen, bzw. ein US-Bomber überhaupt zu starten. Die Codes werden von USA aus kontrolliert.

    Der Hinweis, dass die Nukleare Teilhabe ein Trick ist, um den Atomwaffensperrvertrag etc. zu umgehen, ist sehr wichtig. Man bedenke, dass es ein Bundesminister für Atomfragen Franz-Josef Strauß gab, der damals deutsche Atomwaffen wollte. Es gab also ein extra Ministerium für die Nutzung der Atomkraft 1955/56 und weiterhin.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Atomminister

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pariser_Vertr%C3%A4ge

    https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffensperrvertrag

    Die historische Betrachtung zeigt wie schon damals deutsche Politik die Öffentlichkeit hinterging. Offiziell feiert man sich als Staat, der solchen Abkommen beitritt, geläutert vom 2. Weltkrieg sei, betreibt aber „Nukleare Teilhabe“ (nuclear sharing) und schickt „Entwicklungshilfe“ nach Israel (s. Gaby Weber), um deren Atomwaffenprogramm zu betreiben.

    Heutzutage steht allerdings klar im Vordergrund, dass die USA Deutschland überteuerte F-35 von Lockheed Martin verkaufen will, nachdem die vorige Regierung erst günstigere F-18 von Boeing bestellen wollte. Der Schlamassel kam erst auf, weil sich die zuständige Behörde in USA weigerte den Eurofighter für US-Atomwaffen zu zertifizieren und weil die Tornados als zu alt gelten. Das hätte Herr Rötzer besser darstellen müssen.

    Es geht also vornehmlich um korrupte Waffengeschäfte des militärisch-industriellen Komplexes der USA, der den größten Einfluss auf US-Außenpolitik hat. Für Korruption braucht es auch in Deutschland korrupte Politiker und Vermittler.

    Interessant ist auch die Frage wie ein Atombombenabwurf in Russland mit F-35 funktionieren soll, wenn sie dafür Tankflugzeuge brauchen und die russische Luftabwehr ausgeschaltet werden muss. Oder sind sie nur dafür gedacht, falls die russische Armee in östlichen NATO-Staaten einmarschieren würde und keine Chance besteht, sie zurück zu erobern? Welches Szenario wäre hier angebracht? Ich habe auch gelesen, dass es wieder Übungen mit Atomwaffen gibt bei der NATO. Die müssten genauer analysiert werden. Ich würde behaupten, die machen überhaupt keinen Sinn.

  10. noch eine Anmerkung:

    Der Atomwaffensperrvertrag wurde von USA, Russland und Großbritannien initiiert und 1968 unterzeichnet. Auf der Karte bei Wikipedia sieht man praktisch alle Staaten grün, auch Staaten mit Atomwaffen. NVV – Nichtverbreitung ist das Ziel, um nicht noch mehr Atommächte zu schaffen. Leider zementiert das auch die Position der derzeitigen Atommächte. Sie können mit ihren Atomwaffen andere Staaten ohne Atomwaffen erpressen.

  11. Atomwaffen in Polen oder dem Baltikum wären in ihrer Bedrohungsfähigkeit (Abstand zu russischen Zentren) vergleichbar mit der Bedrohungsfähigkeit von Atomwaffen an der ukrainisch-russischen Grenze (400 km bis Moskau). Was passiert ist, als letztere auf die Tagesordnung gehoben wurden, dürfte noch jedem in Erinnerung sein.

    Aber Polen und die baltischen Staaten sind NATO-Länder.
    Damit wäre die Eskalationsleiter eine Sprosse höher erklommen, die NATO tritt direkt in eine atomare Bedrohung Russlands ein, nicht nur durch einen Proxy namens Ukraine, und noch dazu mit noch größerer Schärfe als durch einen 2100 km von Moskau entfernten Fliegerhorst Büchel.

    Wenn jetzt nicht alle roten Lampen angehen… (Und ich meine nicht die roten Lampen in Russland, die sind wohl schon längst an)

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 5 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen