
Die ungarischen und deutschen Nationalisten verstanden sich gut und der erste Politiker, der Hitler kurz nach seiner Machtübertragung am 31. Januar 1933 einen Besuch abstattete, war der damalige Ministerpräsident Gömbes. Nach dessen Tod setzten seine nationalistischen Nachfolger nicht nur weiter auf gute Beziehungen mit NS-Deutschland. Sie eiferten ihrem deutschen Vorbild auch bei der antisemitischen Politik nach und erließen Gesetze zur Ausgrenzung der ungarischen Juden aus den öffentlichen Leben schon Ende der 1930er Jahre. Der ungarische Präsident Horthy trieb die Gleichschaltung der Außenpolitik mit NS-Deutschland voran und beteiligte sich auch an der Eroberung des Balkan und in untergeordneter Rolle gegen die Sowjetunion.
Ungarn bleibt Billiglohnland für deutsche Autoindustrie
Dieses Kapitel der deutsch-ungarischen Geschichte blieb in den letzten Jahrzehnten immer ausgeblendet. Auch bei den Auseinandersetzungen mit dem rechtskonservativen Orban-Regierungen spielte es keine Rolle. Viele Jahre war das Verhältnis von Orban vor allem mit den unionsgeführten Regierungen gut. Schließlich sorgten diese dafür, dass Ungarn zum Billiglohnland auch für die deutsche Autoindustrie wurde. Auch darüber wurde in den letzten Jahren wenig informiert. Man musste eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler Stiftung lesen, die 2017 die Machtlosigkeit der Arbeiter in den ungarischen Autofabriken kritisierte.
„Dass ein Mitarbeiter in Ungarn seinen deutschen Arbeitgeber inklusive aller Abgaben nur rund ein Viertel dessen kostet, was für einen Beschäftigten im 400 Kilometer entfernten Deutschland anfällt, ist aber nur ein Grund dafür, dass Audi, Daimler, Opel und viele hundert andere deutsche Unternehmen Produktionsstätten in Ungarn errichtet haben. ‚Das Land entwickelt sich zunehmend zum Testlabor für die deutsche Autoindustrie‘, kritisiert IG Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Lemb. Getestet werden intransparente Entgeltsysteme und belastende Arbeitszeitmodelle (z.B. 12-Stunden-Schichten), die in Deutschland sofort Betriebsräte und Gewerkschaften auf den Plan rufen würden und kaum durchsetzbar wären. In Ungarn jedoch, wo Arbeitnehmervertreter schwache Rechte haben, der Organisationsgrad gering ist und es bei vielen Zulieferern und Dienstleistern überhaupt keine Gewerkschaften und Betriebsräte gibt, nutzen die Unternehmen ihre Freiräume ungeniert.“
Schon unter Orbans dem Namen nach sozialdemokratischen Vorgängern war garantiert, dass die deutsche Autoindustrie in Ungarn große Profite machen konnte. Unter Orban wurde die gewerkschaftsfeindliche Linie noch verschärft und sein Nachfolger wird daran nichts ändern. Das gehört zum Geschäftsmodell der guten deutsch-ungarischen Beziehungen und wird gar nicht besonders erwähnt.
Fidesz und Ungarn – lange Zeit eine Parteienfamilie
Dass Orban jahrelang gute Beziehungen mit den Unionsparteien hatte, lag auch daran, dass die ungarische Fidesz und die Unionsparteien über viele Jahre Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament waren. Fidesz-Mitglieder waren über viele Jahre gerne gesehene Gäste bei Politikern der CDU und mehr noch der CSU. Sie wurden eingeladen, weil man vorführen wollte, wie die Durchsetzung konservativer Politik ohne liberale und woke Zusätze möglich ist.
Vor allem Orbans Flüchtlingspolitik traf damals in großen Teilen der Union auf große Zustimmung und Deutschland profitierte auch davon, dass die ungarische Regierung zum Torwächter der EU wurde. Viele Konservative wollten eine Wiederholung verhindern Das Verhältnis zwischen Orban und der EVP verschlechterte sich erst grundlegend, nachdem die Kräfte rechts der EVP stärker wurden. Orban hatte damit mehr Möglichkeiten und war nicht mehr auf die EVP angewiesen. Schließlich verließ Fidesz die EVP 2021, um einen Ausschluss zuvorzukommen.
Was war der Grund für das Zerwürfnis mit Orban?
Der Grund lag vor allem im Umgang mit Russland. Orban und die Fidesz widersetzen sich dem Konfrontationskurs gegen Russland, den innerhalb der EU vor allem Liberale, Grüne und auch Konservative vorantrieben. Nach dem russischen Einmarsch verschärften sich die Gegensätze enorm. Doch das war keine Frage von einer Abgrenzung nach rechts, wie es vor allen in den liberalen Medien immer wieder suggeriert wurde. Vielmehr setzte die Mehrheit in der EU auf den ukrainischen Nationalismus. Dabei wurden die offen faschistischen Kräfte, die dort inkorporiert sind, fast kritiklos akzeptiert und meistens nicht erwähnt.
Es gibt noch erfreuliche Ausnahmen. Dazu gehört der Ukraine-Korrespondent der Taz Bernhard Clasen. Er schrieb am 9.Mai 2026:
„Serhi Sternenko, Berater im ukrainischen Verteidigungsministerium, tut auf seinem Telegram-Kanal kund, dass Russen kein Recht auf Leben haben, sie Leiden und Tod verdient haben.“ Er ordnete diese Meldung auch politisch ein: „Sternenkos Drohungen sollte man ernst nehmen. Der frühere Chef des Rechten Sektors von Odessa, der immer wieder mal politische Gegner in Müllcontainer geworfen hat, ist im ukrainischen Verteidigungsministerium für Drohnen zuständig.“
Kaum eine andere Zeitung griff diese Meldung auf und sie sorgte auch für keine große Aufregung, schon gar nicht in Deutschland, dass der zum Politikberater aufgestiegene Neonazi am Tag der Niederlage des NS-Faschismus Russland das Lebensrecht abspricht. Das macht die in Deutschland so verbreitete Urban-Schelte auch so heuchlerisch und unglaubwürdig, wenn sie als Beitrag gegen Rechts verkauft wird. Wer zu Sternenkos Drohungen schweigt, kann nicht glaubwürdig die Kritik an Orban als antifaschistisch verkaufen.
Diese Kritik äußerten auch einige Anarchisten in Ungarn schon vor einigen Monaten. Sie wurde nur in wenigen Medien in Deutschland aufgegriffen. In dem Text machten die Anarchisten deutlich, dass sie Orban ganz klar ablehnen, aber dass sie sich nicht von der vermeintlich liberalen EU-Kritik instrumentalisieren lassen wollen.
Tatsächlich hatte man in den letzten Jahren oft den Eindruck, dass die besondere Orban-Schelte in vielen EU-Ländern daher rührte, dass er im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland eine ausgleichende Politik betreiben wollte. Das zeigte sich besonders, als Ungarn den Vorsitz des EU-Rats inne hatte und tatsächlich versuchte, zu Verhandlungen zwischen Russland und Ungarn zu kommen. Es wurde hier auch deutlich, dass viele der EU weiterhin bis zum letzten Ukrainer und der letzten Ukrainerin gegen Russland Krieg führen wollen und deshalb von Verhandlungen nichts halten.
Neue ungarische Regierung ordnet sich Deutsch-EU unter
Unter Orbans Nachfolger wird es da weniger Probleme geben. Der hat schon angekündigt, sich in die Linke der EU einzuordnen und nicht mehr mit Verhandlungsangeboten an Moskau dazwischen zu funken. So machte Merz nach den Gesprächen mit Magyar klar, dass binationale Probleme zwischen Ungarn und der Ukraine keineswegs die von Deutschland vorangetriebenen Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Ukraine belasten dürfen.
Kaum jemand wird kritisch fragen, wie es mit den so vielgerühmte EU-Werten bestellt ist, wenn mit der Ukraine ein Land aufgenommen werden soll, dass einen Großteil der Opposition nach 2014 verboten hat, Männer, die nicht ins Militär wollen, jagt und eine Regierung hat, deren Amtszeit schon längst abgelaufen ist. Unter Magyar werden auch aus Budapest dazu keine kritischen Fragen mehr kommen. Dafür wird er von der Regierung belohnt. Die EU-Kommission kündigte an, die 16 Milliarden an EU-Geldern freizugeben. Sie wurden von Brüssel bisher blockiert, weil Orban angeblich die EU-Werte verletzt hat. Es ging natürlich vor allem darum, die Wahlen im Sinne der EU zu beeinflussen, was ja auch geklappt hat .
Angriff auf die Gewaltenteilung jetzt EU-konform
Anders als Orban braucht Magyar auch nicht befürchten, wegen Verletzung der Gewaltenteilung kritisiert und sanktioniert zu werden, wenn er den ungarischen Präsidenten sehr brachial zum Rücktritt drängt. Gleich nach seiner Wahl hatte er ihm eine Frist gesetzt, die kürzlich ausgelaufen ist. Nun droht mit Magyar mit einer Verfassungsänderung, um den Präsidenten Sulyok aus dem Amt zu drängen.
Dieser Präsident ist sicher politisch genauso konservativ wie Orban und Magyar. Was die neue Regierung an ihm stört, ist, dass er noch vom alten Parlament ins Amt gebracht wurde und dort hatte damals die Fidesz-Partei die Zweidrittelmehrheit. Es hat aber niemand behauptet, es habe Wahlbetrug gegeben. Die Wahl des Präsidenten ist formal korrekt zustande gekommen. Es gibt also keinen Grund, sie jetzt infrage zu stellen, auch weil als EU-Wert gerne die Gewaltenteilung angeführt wird. Dann wäre es eigentlich ein Vorteil, wenn Präsident und Regierung unterschiedlichen Parteien angehören, weil so Kontrolle und das Austarieren von Macht besser gesichert wären.
Doch das gilt wohl nicht, wenn ein ungarischer Konservativer, der sich der Deutsch-EU unterwirft, einen konservativen Präsidenten weghaben will, der dieser Politik ja womöglich doch noch einige Stolpersteine in den Weg legen könnte. Da ist Polen ein negatives Beispiel für die EU. Dort wählte doch eine knappe Mehrheit der Bevölkerung tatsächlich einen nationalkonservativen Präsidenten, der der Regierung, die ganz auf Linie der Deutsch-EU liegt, tatsächlich schon ihre Grenzen aufgezeigt hat.
Nur kann die polnische Regierung den Präsidenten nicht einfach mit einer Parlamentsmehrheit abwählen. Daher soll in Ungarn gezeigt werden, wie man EU-konform die bürgerliche Demokratie angreift. Magyar hat schon angekündigt, dass der Angriff auf das Präsidentenamt nur der Anfang ist. Er will auch noch auf die Justiz Einfluss nehmen. Schließlich seien dort auch die Posten unter Orban besetzt worden. Eigentlich ist ein Eingriff einer Regierung in die Justiz nach den EU-Werten ein No-Go. Aber wenn es politisch opportun ist, kann man da schon mal darüber hinwegsehen. So bekommen wir in Ungarn gerade vorexerziert, was es mit den EU-Werten auf sich hat. Es sind Instrumente, um eine bestimmte Politik durchzusetzen.
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Wo würden wir jetzt stehen wenn man seinerzeit den Adel und Klerus in Frankreich nicht in die Guillotine geschoben hätte?
Am gleichen Ort.
Wir leben nämlich in Deutschland, wo man den Adel und Klerus mit Samthandschuhen angefasst hat.
Es wurden aber nur 1,5-3% des Adels hingerichtet und weniger als 1% des Klerus.
Nicht so der riesige Anteil.
Unter den Napoleons gab es dann neu in den Stand erhobenen Adel und viele vom alten Adel arrangierten sich mit dem neuen Chef. Der König ist tot, es lebe der Kaiser sozusagen
@ Two Moon 12 Uhr 09 : die max. 3% Blaublütigen waren zu wenig? Und die 1% Kleriker – auch zu wenige ?
@ lichtenberg
Nein, natürlich waren das nicht zu wenig. Es waren zu viele.
Ich wollte damit nur sagen, dass man nicht sagen kann, dass man seinerzeit den Adel und Klerus in Frankreich in die Guillotine geschoben hätte. Für so eine Aussage waren es dann doch zu wenige.
Zu viel – zu wenig? Ich weiß nicht, ob man den revolutionären Terror nach 1789 in solchen moralischen Kategorien richtig beschreiben kann. Der Feudaladel – und nicht nur der französische – metzelte sich durch die Geschichte. Keine Bestialität, die ihm nicht ins fiktive historische Schuldbuch zu schreiben wäre. Verglichen mit dem, was die Klasse den von ihnen unterdrückten Menschen seriell angetan hat, war der Exzess von Paris fast schon human. Erinnern wir uns daran, dass wenige Jahrzehnte vor der Revolution das Prügeln von Soldaten, oft bis zum Tod – durch die Gasse gehen – wegen kleinster Verfehlungen oder auch nur eines unbewiesenen Verdachts, üblich war. Oder daran, dass gar nicht so lange vor der Revolution ein offenkundig geistig Verwirrter wegen eines vollkommen untauglichen Attentatversuches zum Tode verurteilt und in einer öffentlichen Show zu Tode gefoltert wurde.
Ich bin wahrlich nicht der Freund des Menschenmordes, aber man muss sich des Kontextes schon bewusst sein, um den Jubel der Pariser Bevölkerung zu verstehen, wenn ein adeliger Kopf in den Korb fiel. Jetzt trifft es auch mal sie, nicht immer nur uns.
Letztendlich ist menschliche Geschichte eine einzige, nie endende Orgie der Gewalt und Grausamkeit. Ich persönlich glaube auch nicht mehr daran, dass wir uns davon jemals emanzipieren werden. Aber ich möchte die Gewalt der Großen Revolution in Frankreich einfach in den Kontext der sehr viel grausameren und längeren feudalen Gewalt stellen.
Kein Mensch ist illegal. Das gilt auch für Adlige.
Dass die einen vorher gemordet haben, macht das Morden der anderen nicht klüger. Wer im Korb landet, hört auf, Unterdrücker zu sein – aber auch, etwas zu lernen und zu begreifen. Zum Beispiel, dass die Guillotine keine Menschen bessert.
Zitat: „Ich bin wahrlich nicht der Freund des Menschenmordes, aber“
Das Wort „aber“ verrichtet hier ganze Arbeit. Es verwandelt Tote in Argumente und Rache in ein Prinzip. Danach sieht selbst der blutigste Schlachter noch aus wie ein Philosoph.
Laut ungarischer Verfassung müssen die Bürger des Landes zu bestimmten Fragen per Abstimmung ihre Meinung kund tun. Das will die EU abschaffen. Sie will direkt von Brüssel aus den Ungarn vorschreiben, wen sie in ihr Land lassen, wen sie mit Krieg überziehen…müssen. Die Änderung der entsprechenden ungarischen Gesetze geht nur mit Zustimmung des Staatspräsidenten. Der jetzige, ein ehemaliger Verfassungsrichter, würde sein Veto gegen diese Änderungen einlegen…Deshalb muss er weg, sagt Brüssel!
Es ist ja auch der Gipfel der Unverschämtheit, den Pöbel gar noch zu Wort kommen zu lassen! Hat er nicht bereits sein Unvermögen damit kund getan, indem er auf einem Fresszettel ein Kreuzchen gemacht hat.
Hoch lebe die Kaiserin von Gottes Gnaden vdL!
Von Gottes Gnaden? Wohl kaum. Von Merkels Gnaden und der Lobbyistennetzwerke Gnaden wenn überhaupt. Natürlich nicht gewählt von den EU-Bürgern. Wo kämen wir denn da hin in Unserer Demokratie™?
Ganz anders in Georgien, da wurde die Präsidentin Surabischwili abgewählt, gilt dem DLF und auch der EU aber irgendwie noch immer als amtierende Präsidenten und wird auch so interviewt. Bei Wikipedia heißt es: „Sie räumte den Amtssitz, gibt das Amt jedoch, unterstützt durch zahlreiche Proteste, nicht auf.“ Und wer die Proteste bezahlt und organisiert, weiß der politisch Interessierte auch.
So was nennt man unter Autokraten eigentlich Einmischung in die Angelegenheiten fremder Nationen.
https://www.deutschlandfunk.de/5-praesidentin-surabischwili-hofft-auf-erstarken-der-opposition-100.html
Die Gesamtsumme der von der EU wegen der Politik Orbans eingefrorenen Mittel beträgt laut unabhängigen Analysen ca. 35 Milliarden Euro. Deshalb wurde er abgewählt. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Wahlen ungültig sind, die unter einer solchen Art von Erpressung zustande gekommen sind.
Letztlich geht es den Ungarn darum die Ungarn zustehenden und von der EU blockierten 16 Milliarden € frei zu bekommen (für ein kleines Land wie Ungarn ist das sehr viel Geld). Das war mit Orban nicht mehr möglich. Die Erpressung der EU war damit erfolgreich. Wir leben schließlich in einer Welt, in der das Geld regiert bzw. als Hebel eingesetzt wird. Man schaue sich an wo sich das Geld im großen Stil konzentriert, dann weiß man wie der Hase läuft.
Orbans Politik gegenüber der EU war stets inkonsequent. Er gab seine Blockaden immer ohne finanzielle Gegenleistungen auf. Anscheinend hielt er „Druck“ nicht aus. Hier eine Liste dieses Verhaltens. (Ich habe mich oft darüber geärgert)
2020 – EU-Haushalt & Corona-Wiederaufbaufonds
Ungarn und Polen blockierten den gesamten EU-Haushalt wegen des neuen Rechtsstaatsmechanismus.
Nach Verhandlungen gaben beide nach,
2022 – Russland-Sanktionen (mehrere Pakete)
Ungarn blockierte Teile der Sanktionen, besonders das Öl-Embargo. Nach Ausnahmen für Pipeline-Öl gab Orbán nach.
2022 – 18-Mrd.-Ukraine-Hilfspaket
Ungarn blockierte das gesamte Hilfspaket. Nach massivem Druck gab Orbán nach.
2023 – EU-Sanktionspaket 11
Ungarn blockierte wegen ukrainischer Firmenliste. Nach Änderungen gab Orbán nach.
2023 – Globaler EU-Haushalt
Ungarn drohte erneut mit Blockade, gab aber nach.
2024 – 50-Mrd.-Ukraine-Fonds
Ungarn blockierte den Fonds vollständig. Nach langen Verhandlungen gab Orbán nach .
In keinem dokumentierten Fall gab Orbán eine Blockade auf, weil die EU im Gegenzug Gelder freigab. Das war offensichtlich die falsche Politik. Einem Papiertiger gibt man nichts zu fressen.
Die eingefrorenen Gelder blieben bis zu seinem Abgang blockiert.
Aber er war störend genug für die EUrokraten ihn wegzumachen. Aber stimmt schon, Orban hat eigentlich wenig erreicht außer Verzögerungen.
Na also!
Das wurde auch endlich Zeit!
Die Ungarn sind lange genug aus der Reihe getanzt!
Geht ja auch nicht, Russland wird 2029 angreifen, wie man uns versichert und
da hat dann gefälligst jeder an einem Strang zu ziehen!
Das der Strang um die Hälse der Bevölkerung gewickelt ist ?
Egal!
Hauptsache, es wird gezogen!
Ungarn und Rumänen könnten dann auch endlich mal die alten Operationspläne von
’41 sichten, wenn schon an einem Strang gezogen wird!
Stimmen eigentlich die Gerüchte, das die EU-Kommission auf den Olymp umzusiedeln gedenkt?
Die Zeus’schen Blitze gegen Missliebige zu schleudern haben sie ja schon drauf!
Und nun dürfen sie endlich mit ihrer göttergleich weisen Politik die Ungarn vollends beglücken!
Ohne Sarkasmus gehts bei mir nicht mehr.
Danke für den Hinweis . . .
. . . auf Ungarn und Rumänien.
Beide begeisterte, willige Helfer beim Angriff auf die Sowjetunion.
Dem folgten die Männerheim- Finnen
im angeblichen „Fortsetzungskrieg“
gegen die Sowjetunion.
Der Klerikal-Faschist Tiso aus der Slowakei ließ ebenfalls ein „Schnelles Korps“ in die Ukraine nachrücken.
Spanische Falangisten und Antikommunisten trieb es bis Leningrad.
Bulgarien verbündete sich mit Hitler-Deutschland, weigerte sich aber am Krieg gegen die Sowjetunion teilzunehmen. Dafür durften sie sich in Jugoslawien und Griechenland austoben.
Der Duce schickte, gleich den Ungarn und Rumänen, die 8.ital.Armee
an die Front.
Franzosen, Belgier, Niederländer, Schweden, Dänen und vor allem Balten
fochten und mordeten für den Führer mit.
Und last but not least die Faschistische
Bandera und Melnyk – UPA- Soldateska.
Schaut man sich die heutigen Teilnehmer der Geplanten Vernichtung Russlands an, sind es dieselben, die unter Hitler unterwegs waren.
Plus die Initiatoren USA und Großbritannien !
Nachtigall ich hör dir trapsen . . . !
@ Brain 12 Uhr 16 : wie man sieht : eine wahrhaft europäische Armee ! Von der hat ja der Braunste Nazi Feldherr aller Zeiten selbst gesprochen !
Kleine Vorgeschichte zu dem Artikel erwähnten Sternenko:
https://www.ukrinform.de/rubric-polytics/3195901-odessa-aktivist-sternenko-zu-7-jahre-haft-verurteilt.html
und kurz darauf:
https://www.unian.info/society/reviewed-verdict-activist-sternenko-found-guilty-on-two-counts-sentenced-to-one-year-probation-11438473.html
Zitat 1: „Da wird nicht einmal mehr die Zeit zwischen 1933 und 1945 auch nur erwähnt.“
Zitat 2: „Dieses Kapitel der deutsch-ungarischen Geschichte blieb in den letzten Jahrzehnten immer ausgeblendet.“
Warum denkt der Autor bei geschichtlichen Ereignissen immer nur an die 1930er und 40er Jahre? Andere deutsch-ungarische „Sternstunden“ wie die Waffenbrüderschaft im Ersten Weltkrieg (und die zugehörigen Verbrechen!) bleiben leider unerwähnt!
Auch in den 1920er Jahren gab es politische Kooperationen zwischen deutschen und ungarischen Nationalisten – lange vor Hitler. Viele ungarische Politiker suchten damals internationale Partner für die Revision der Nachkriegsordnung. Deutschland wurde dafür zum wichtigsten außenpolitischen Partner. Gömbös‘ Besuch war also eher eine Vertiefung bereits bestehender Entwicklungen als ein völliger Neubeginn!
Es ließen sich auch noch jede Menge andere Ereignisse finden, etwa die aggressive Rolle der BRD beim „Volksaufstand“ 1956. In der Propaganda wurde Hoffnung auf westliche Unterstützung genährt. Die Regierung Adenauer unterstützte das Projekt rhetorisch wie sonstig stark. Als die Rote Armee dann einrückte, war die großangekündigte Unterstützung sehr beschränkt.
Ungarische Exilanten wurden in der damaligen Bundesrepublik politisch und gesellschaftlich sehr positiv aufgenommen – obwohl die Integrationskapazitäten der BRD zehn Jahre nach Kriegsende alles andere als unbegrenzt waren! Die Ungarn galten aber als „Freiheitskämpfer“ und „politische Flüchtlinge“. Anderen Migrantengruppen schlug davor wie danach heftigste Ablehnung entgegen. Die Ungarn waren aber antikommunistisch, weiß, europäisch, christlich und ökonomisch und für die BRD-Selbstdarstellung nützlich. Deshalb wurde ihre Aufnahme politisch wie medial so breit unterstützt. Die Ungarn gehörten zu „uns“! Das erinnert nicht von ungefähr an den heutigen Umgang mit den Ukrainern. Deren Vorzugsbehandlung wird vielen anderen Menschen nicht zuteil. Aber auch sie sind antikommunistisch, weiß, europäisch, christlich – und gelten als nützlich für „uns“.
Zitat 3: „und in untergeordneter Rolle gegen die Sowjetunion.“
Jetzt wird es gruselig!
Ungarn war keineswegs nur ein passiver Mitläufer („untergeordnete Rolle“), sondern ein formeller Verbündeter des Deutschen Reiches! Es beteiligte sich militärisch erheblich an den Kriegen gegen die Sowjetunion und Jugoslawien. Ungarn profitierte zudem von den Wiener Schiedssprüchen 1938 und 1940 massiv; diese vertieften die enge politische und militärische Bindung an das Deutsche Reich weiter. 1941 besetzten ungarische Truppen Teile der Woiwodina. Die 2. Ungarische Armee war mit 200.000 Mann eine der größten nichtdeutschen Streitkräfte im Krieg gegen die Sowjetunion. Und und und…
Die Bezeichnung „untergeordnet“ ist also nur relativ zu den deutschen Streitkräften korrekt; sie sollte nicht so verstanden werden, als sei die ungarische Beteiligung in irgendeiner Form randständig oder unbedeutend gewesen.
Zitat 4: „Unter Orbans Nachfolger wird es da weniger Probleme geben. Der hat schon angekündigt, sich in die Linke der EU einzuordnen und nicht mehr mit Verhandlungsangeboten an Moskau dazwischen zu funken.“
Da sollte wohl „Linie“ stehen, nicht „Linke“.
Die oberflächliche parteipolitische Kolorierung eines Staatschefs im deutschen Hinterhof sagt ohnehin nichts aus. Es geht nicht darum, ob er Christdemokrat oder Sozialdemokrat ist. Es kommt darauf an, wie er zu Berlins Projekten steht. Der User schrieb oben, Herr Orbans Politik sei stets inkonsequent gewesen. Fakt ist: Herr Orban und Herr Fico haben auch die Russlandsanktionen nie blockiert! Sie haben nur nicht zu allen Projekten des deutschen Kapitals Ja und Amen gesagt. Ebenso Herr Vucic in Serbien und AUR in Rumänien.
Seit der Wende wurden große Teile Osteuropas und des Balkans in die von der BRD gesetzte Wirtschaftsordnung gedrängt. Die Region dient als verlängerte Werkbank der deutschen Industrie, als Reservoir billiger Arbeitskräfte und als Absatzmarkt für westliches Kapital. Davon profitierten vor allem deutsche Konzerne, Banken und Teile der lokalen Eliten. Die betroffenen Länder sind längst in ökonomischer und politischer Abhängigkeit gefangen! Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen, um ihre Arbeitskraft zu verkaufen – nicht selten in Richtung BRD oder Österreich. Gleichzeitig setzte das Vordringen ausländischen Kapitals Teile des einheimischen Kleinbürgertums und auch der Arbeiterklasse unter Druck. Aus diesem Milieu speist sich die Unterstützung für sogenannte „nationale“ Parteien, die sich als Verteidiger „nationaler Souveränität“ gegen „Brüssel“, „Fremdkapital“ und „globale Eliten“ präsentieren. Der politische Konflikt verläuft so zunehmend in nationalen statt in sozialen Bahnen. Die eigentlichen Ursachen hat keiner auf dem Schirm!
Die BRD und EU unterstützen ihrerseits bevorzugt jene Kräfte, die eine enge Einbindung in die bestehende Ordnung befürworten. Ob in Ungarn, Rumänien, Serbien oder der Slowakei – wer sich den politischen und wirtschaftlichen Vorgaben aus Berlin und Brüssel widersetzt, wird schnell zum Problemfall erklärt. Gewogene Akteure können auf wohlwollende mediale und politische Unterstützung zählen. In Ungarn wurde deshalb die Partei „Tisza“ unterstützt und mitaufgebaut. Das Wirken deutscher Stiftungen und Medien war ähnlich wie damals in der Ukraine. Böse Zungen raunen gar, Magyar sollte eigentlich „Nemet“ heißen, denn er sei ein deutscher Kader. Stellt euch vor, es hätte auf ihn einen Anschlag gegeben wie auf Herrn Fico – was dann los gewesen wäre!
@ Sepp Gladiola 15 Uhr 34 : vielen Dank für Ihre Richtigstellungen und Ergänzun -gen, vielen Dank, danke schön.
Endlich wieder mal ein wirklich brauchbarer Text von Nowak. Geht doch! Bitte mehr harte Fakten über Brüsseler Umtriebe und weniger lockerflockiges von…
Noch eine kleine Korrektur: Das erste antijüdisch Gesetz in Ungarn war von 1920. Es war die Einführung des Numerus Clausus zur Begrenzung der Anzahl jüdischer Studenten an den Universitäten.
jetzt hat ja Magyar die Blockade gegen den EU-Beitritt der Ukraine beendet.
Somit kann der Untergang der Eu vorgangetrieben werden.
Das wird sie zerreissen, nicht nur finanziell und wirtschaftflich, sondern auch politisch und gesellschaftlich.
und wenn ich so an Selenskys Verhalten gegenüber Orban denke, dann könnte es künftig laufen: wenn ihr die Mrd nicht rüberwachsen lasst, dann ….