Ukraine: US-Sicherheitsberaterin Susan Rice stellte im Februar 2014 eine verhängnisvolle Weiche

Am 22. Februar 2014 haben die militanten "Selbstverteidigungskräfte" des Maidan die Rada umstellt, um eine Absetzung von Präsident Janokowitsch zu erzwingen.
Am 22. Februar 2014 haben die militanten „Selbstverteidigungskräfte“ des Maidan die Rada umstellt, um eine Absetzung von Präsident Janokowitsch zu erzwingen. Bild: Mstyslav Chernov/Unframe/CC BY-SA-3.0

Donald Trump hat die Personalie Susan Rice auf die politische Bühne gebracht, indem er Netflix aufforderte, sie nach einem Posting der rechten Laura Loomer aus dem Vorstand rauszuschmeißen. Die demokratische und gut vernetzte Politikerin war während Obamas Präsidentschaft zuerst US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen und später Nationale Sicherheitsberaterin (2013-2017). Netflix will Warner Bros. Discovery aufkaufen und konkurriert dabei mit CBS, der Sender gehört dem Trump-nahen Larry Ellison. Rice war eine entscheidende Person 2014. Sie stellte am 23. Februar eine Weiche, indem sie die von Deutschland, Frankreich und Polen mit den ukrainischen Oppositionsparteien und der Janukowitsch-Regierung mit Billigung Russlands ausgehandeltes Abkommen zu einem friedlichen Übergang zu Neuwahlen einfach in den Orkus trat.

Loomer schrieb, Netflix sei anti-amerikanisch und woke. Rice habe in einem Podcast gesagt, dass Unternehmen und Medien, die sich „Trump gebeugt“ haben, nach einem Sieg der Demokraten bei den Midterm-Wahlen und unter einer kommenden demokratischen Regierung zur Rechenschaft gezogen werden könnten. Loomer erklärte im Kriegsduktus, Rice würde damit der Hälfte der Amerikaner mit einer „weaponized“ Regierung und einem „weaponized Lawfare“ drohen. Der Merger von Netflix und Warner Bros. würde wieder „Hexenjagden“ von Obama und seiner anti-weiß-rassistischen Frau die Türe öffnen. Trump stieg darauf ein und forderte Netflix auf, die „rassistische, von Trump verstörte“ Rice zu feuern oder die Konsequenzen zu tragen: „Sie hat weder Talent noch Fähigkeiten – sie ist nur eine politische Karrieristin! IHRE MACHT IST VORBEI UND WIRD NIE WIEDER ZURÜCKKEHREN.“

Da gerade der vierte Jahrestag des russischen Kriegs gegen die Ukraine war und vor 12 Jahren die Ursache des Konflikts mit der Absetzung des Präsidenten Janukowitsch oder dem Putsch der militanten Maidan-Bewegung geschah, ist Rice eine interessante Person. Sie hat einen entscheidenden Beitrag zur Anerkennung des Umsturzes und der daraus hervorgehenden Übergangsregierung geleistet – mit der russischen Aneignung der Krim nach einem Überlaufen von großen Teilen der dort stationierten ukrainischen Streitkräfte und einem Referendum, das international aber nicht anerkennt wurde. Überdies ist die Übergangsregierung gegen die Anti-Maidan-Proteste im Donbass militärisch mit einer Antiterroroperation vorgegangen, was zu einem offenen Krieg und schließlich zur Abspaltung von Teilen der Oblaste Luhansk und Donezk führte.

Am 21. Februar hatten Janukowitsch und den Chefs der Oppositionsparteien unter Vermittlung der deutschen, polnischen und französischen Außenminister ein Abkommen zur Beendigung des zuletzt blutig gewordenen Konflikts zwischen der Maidan-Bewegung und der Regierung geschlossen. Danach sollte Janukowitsch Präsident bis zur Umsetzung einer Verfassungsreform bleiben, nach der spätestens bis zum Ende des Jahres Neuwahlen stattfinden sollten. Janukowitsch hatte 48 Stunden Zeit, die Verfassungsänderungen zu akzeptieren. Das Abkommen sah einen Rückzug der Staatskräfte, eine Entwaffnung der Maidan-Milizen, die Räumung der besetzten Häuser und den Abzug von den Plätzen und Straßen vor.

Ein mit einem Gewehr bewaffneter Maidan-Aktivist am 18. Februar 2014.  Bild: Mstyslav Chernov/Unframe/CC BY-SA-3.0

Vorangegangen waren vor allem vom 18. bis 20. Februar tödliche Schüsse auf Polizisten und Protestierern auf dem Maidan, die zum Teil weiterhin nicht aufgeklärt sind. Daran war man weder in Kiew noch in den Unterstützerstaaten interessiert, beispielsweise die deutsche Regierung. Der Tag wurde zum „Tag der Helden der Himmlischen Hundert“, wobei die Vermutung besteht, dass neben Berkut und Scharfschützen der Truppen des Innenministeriums zumindest einige Schüsse von Dächern besetzter Häuser von Mitgliedern der bewaffneten Maidan-Gruppen abgegeben wurden, um die Stimmung gegen die Regierung aufzuheizen. Es wurden aber auch russische Agenten dafür verantwortlich gemacht.

Begonnen hatte bereits der Tag mit Schüssen von Mitgliedern der bewaffneten Selbstverteidigungskräfte  unter Führung von Wolodymyr Parasjuk auf Polizisten, zwei wurden getötet und 28 verletzt. Zur Parasjuk-Gruppe gehörte Ivan Bubenchik, der 2016 zugab, auf Polizisten geschossen zu haben. Es gab eine Anklage gegen ihn, die Ermittlungen wurden aber eingestellt. Parasjuk war auch der Maidan-Führer, der am Abend Janukowitsch ein Ultimatum bis 10 Uhr am 21.2. gesetzt hat: „Kein  Janukowitsch – kein einziger – wird noch ein ganzes Jahr Präsident der Ukraine sein. Bis morgen soll er verschwinden. Ich sage es im Namen meiner Hundertschaft, zu der auch mein Vater gehört: Wenn ihr bis morgen um zehn Uhr nicht erklärt, dass Janukowitsch zurückgetreten ist, beginnen wir mit unseren Waffen den Sturm. Das schwöre ich euch!“ Daraufhin hat sich Janukowitsch abgesetzt.

Die militanten Kräfte vom Rechten Sektor unter Führung von Dmitri Jarosch und anderen sogenannten Selbstverteidigungskräften akzeptierten das Abkommen nicht, zumal sie ihre Macht und Waffen verlieren sollten, marschierten zur Rada und umzingelten sie, um Abgeordnete selektiv einzulassen oder auszusperren. Die Polizisten waren zuvor abgezogen. Abgeordnete der Janukowitsch-Partei der Regionen wurden attackiert, wie das Vitaly Grushevsky geschehen und auf einem Foto zu sehen ist. Andere Abgeordnete hatten sich in Sicherheit gebracht (ein Viertel der Abgeordneten waren nicht anwesend) oder waren eingeschüchtert zum Maidan-Lager übergelaufen oder stimmten mit diesem. So wurde unter Androhung von Gewalt mit der neuen Mehrheit von 328:0 von 450 Abgeordneten und dem neuen Parlamentspräsidenten Oleksandr Turtschynow Janukowitsch noch vor der ihm gewährten Frist abgesetzt. Das war nicht legal, weswegen man von einem Staatsstreich sprechen kann.

Ein mit einer Pistole schießender Maidan-Aktivist am 18. Februar 2014. Bild: Mstyslav Chernov/Unframe/CC BY-SA-3.0

Und jetzt kam die Stunde von Rice, nachdem die Außenminister sich nicht wirklich gegen die Missachtung des ausgehandelten Abkommens stellten – und später sich zur Übertölpelung  auch nicht äußerten – und den meist rechtsnationalistischen Militanten, die dann die Freiwilligenverbände gründeten, das Feld überließen. Am 23. Februar erklärte Susan Rice in einem NBC-Interview, die USA seien auf der Seite des „Volkes“, gemeint waren die Maidan-Demonstranten. Sie hätten sich „friedlich ausgedrückt“, nur Janukowitsch habe Gewalt gegen friedliche Proteste angewandt. Sie erklärte aber, dass das Abkommen mit Janukowitsch am 21. Februar mit den Ansichten der US-Regierung konsistent sei. Sie sagte nicht, dass er gestürzt wurde, sondern dass er sich zurückgezogen habe: „Fakt ist, dass er derzeit nicht der Präsident ist. Er verließ Kiew, packte hektisch seine Sachen, nahm sein Eigentum mit und entzog sich der Regierungsgeschäfte.“  Man habe jetzt eine Regierung der Einheit, es gebe Wahlen und eine Verfassungsreform. Das entspreche dem Willen der Ukrainer und der USA. Damit erklärte sie, dass die USA Janukowitsch nicht mehr als amtierenden Präsidenten anerkennen, dafür aber die neuen Machthaber.

Danach übernahmen europäische Länder und die EU die Position der USA, womit die neuen Machthaber aus den Oppositionsparteien, aber auch aus den Reihen der Maidan-Aktivisten legitimiert wurden. So wurde der rechtsextreme, rassistische und russophobe „Kommandant vom Maidan“ Andrij Parubij, der 2025 duch einen Anschlag getötet wurde, gleich zum mächtigen Vorsitzenden des Sicherheits- und Verteidigunsrats, der die Antiterroroperation gegen die Anti-Maidan-Aktivisten mit initiierte und für die Anerkennung und Integration der rechten Freiwilligenverbände in die Nationalgarde sorgte.  Ein Schritt, der die weiteren Konflikte, beginnend mit den Menschen im Osten, die gegen die neuen Machthaber protestierten, programmierte.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher. In diesen Tagen erschien sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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68 Kommentare

  1. äh, sorry, ich will ja jetzt nicht wie ein klugscheißender erbsenzähler erscheinen, aber man hat nicht wen „auf deN kiCker“, sondern jemanden „auf deM kiEker“.

    nix für ungut.

  2. Es gibt hinreichend Beweise dafür, dass die Schüsse aus Häusern der Maidan-Truppen kamen.
    Sie waren ein provokatives Attentat der Rechtsnationalen.
    Das ist sogar in der Ukraine klar.
    Der Westen hieß das gut und schwieg, weil er ein Interesse hatte, die Ukraine umzudrehen.
    Er schweigt bis heute, weil sonst seine Mitschuld am Desaster der Ukraine deutlich wird,

    1. Die haben es sogar selber zugegeben:

      11.4.2014:
      „Roman Koval, der Leiter der Rivne-Niederlassung des Rechten Sektors, räumte ein, dass die Methoden von Herrn Muzychko möglicherweise der russischen Propaganda in die Hände spielten, fügte jedoch hinzu, dass er die Überzeugung seines Kameraden verstehe und unterstütze, dass friedliche Proteste allein nicht immer echte Veränderungen bewirken könnten. Die „Februarrevolution“ in der Ukraine, so Herr Koval, hätte ohne den Rechten Sektor und andere militante Gruppen niemals stattgefunden.“
      https://www.nytimes.com/2014/04/12/world/europe/mystery-surrounds-death-of-fiery-ukrainian-activist.html?ref=world&_r=0

      Obwohl es jetzt genau 12 Jahre her ist, habe ich bis jetzt noch keinen einzigen Rückblick auf die „Revolution der Würde“ entdeckt.

    2. @ jjkoeln: gibt es da nicht umfangreiche Untersuchungen von einem kanadischen
      Uni – Professor und einer Ärztin, die die Schusswechsel untersucht haben ?

      1. Warum wurde mir dieser Kommentar gestern Abend nicht angezeigt? Hätte ich meinen unten stehenden ja anders aufziehen können.

        Die Maske ist momentan einfach wieder wie Autokorrekt – einfach ein ziemlicher Armschlauch. Und man sollte bestimmte Bücher des Autors Illich nicht namentlich zitieren. Dann wird der Kommentar nämlich nicht reingenommen. Ging mir zumindest vorgestern so.

    3. @ jjkoeln und Mitleser

      Es gibt hinreichend Beweise dafür, dass die Schüsse aus Häusern der Maidan-Truppen kamen.

      Ja, die gibt es in der Tat. Einige der umfänglichsten und detailliertesten Analysen dazu liefert Ivan Katchanovski. Kein pöser Linker, sondern ein Politikwissenschaftler. Ursprünglich sogar selbst aus der Westukraine stammend und für seine akribische Suche dann vom Post-Maidan-Regime unter anderem mit der Enteignung des (groß)elterlichen Hauses ausgezeichnet sowie von westlichen „Akademikern“ mit Ehrentiteln wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „abgerutscht“.

      Von Katchanovski gibt es (auf Englisch) beispielsweise den Aufsatz The Maidan Massacre Trial and Investigation Revelations: Implications for the Ukraine-Russia War and Relations hier und natürlich sein neues Buch The Russia-Ukraine War and its Origins dort. Falls jemand aus dem Rund tiefer einsteigen möchte…

      Moneyquote aus Katchanovskis Aufsatz:

      Careful analysis of publicly available evidence revealed during the Maidan mas¬sacre trials and investigations, shows beyond reasonable doubt that the four killed and several dozen wounded policemen, and nearly all of the 49 killed and 157 wounded Maidan protesters, were shot by snipers in Maidan-controlled buildings and areas. Even the Ukrainian Prosecutor General’s investigation determined that about half of Maidan protesters were wounded from locations other than the Berkut police positions and did not charge anyone with their attempted murder. The GPU investigation also initially found that the snipers in the Hotel Ukraina massacred the protesters. This hotel was controlled at the time by the far-right Svoboda party, which stated before the massacre that it took it under its control and guard.

      Ein Sager wie…

      zumindest einige Schüsse von Dächern besetzter Häuser von Mitgliedern der bewaffneten Maidan-Gruppen abgegeben wurden, um die Stimmung gegen die Regierung aufzuheizen. Es wurden aber auch russische Agenten dafür verantwortlich gemacht.

      … kann daher durchaus mit dem aus Pandemieregime-Zeiten so beliebten Ausdruck „false balance“ belegt werden oder bräuchte zumindest mehr „Kontextualisierung“ respektive eine Zurückweisung der westlichen „Verschwörungserzählung“ vom russischen Agenten. 🤷‍♂️

      1. Das Buch „The Maidan Massacre in Ukraine, The Mass Killing that Changed the World“ lässt sich in der englischsprachigen Originalversion für lau herunterladen: Hier.

        Die deutsche Übersetzung ist angekündigt und kann schon bestellt werden: Hier.

        1. Sehr wichtiger Link, danke fürs Beisteuern! 💐👍🤝

          Das ist natürlich im Grunde sein Opus magnum über die Scharfschützenmorde. Sehr interessant für die hiesige Erörterung sind die Passagen auf den Seiten 145 bis 172. Zum hier bereits erwähnten Hotel Ukraina heißt es dort unter anderem:

          Although the official investigation denied existence of snipers in these Maidan-controlled buildings and areas, the absolute majority, 52 out of 74 wounded Maidan protesters, with whose shooting on February 20 Berkut policemen, were charged and whose testimonies were revealed at the trial, testified at the trial and/or the investigation that they were shot by snipers from Maidan-controlled buildings or areas, witnessed themselves snipers there, and/or were told by other Maidan protesters during the massacre about such snipers. At least 31 wounded protesters testified at the trial and/or the investigation that they were shot from Hotel Ukraina, Bank Arkada, and Zhovtnevyi Palace, Muzeinyi Lane and Horodetsky Street buildings, and other Maidan-controlled buildings or areas. At least 35 wounded Maidan protesters testified that they witnessed snipers there and/or were told about snipers in these Maidan-controlled locations by other protesters.

          (…)

          The absolute majority of the wounded protesters testified about Hotel Ukraina snipers. At least 17 wounded Maidan activists, with whose attempted murder Berkut members were charged, stated at the trial and the investigation that they were shot from Hotel Ukraina. At least 28 wounded protesters testified that they witnessed themselves snipers in this hotel or were told by other protesters during the massacre about snipers there. Videos, the official statement by the far-right Svoboda Party, the Maidan massacre trial verdict, and interviews by hotel staff and the head of the Maidan group that guarded this hotel show Hotel Ukraina was controlled and guarded by the Maidan forces, in particular, far-right Svoboda activists, before, during, and after the massacre.

          Kurzum: Es war Putin!!1!

          1. und solange sämtliche Mainstream Medien dieses „heiße Eisen“ nicht anfassen wollen können wir sagen:

            sie lügen! es ist die Lüge durch weglassen.

            1. Wenn die lügen wie gedruckt, dann müssen wir eben drucken wie sie lügen. 😉 Oder zumindest immer wieder auf die zeigen, die analysierten gelogen wird.

      1. Ja, am 10.04.2014 um genau zu sein. In Farbe – und bunt!

        Die Propagandaschlacht in der Ukraine geht weiter. Eine der zentralen Fragen ist dabei, wer ist verantwortlich für das Blutbad, dem im Februar Dutzende Demonstranten und Polizisten zum Opfer fielen, und das schließlich zum Sturz des Präsidenten Janukowitsch führte? Wer also waren die Todesschützen auf dem Kiewer Maidan?

        Quelle: hier

        Und ansonsten natürlich einfach Ivan Katchanovski hier.

    4. Eben! Das ist ein seltsamer Satz von Rötzer:

      „wobei die Vermutung besteht, dass neben Berkut und Scharfschützen der Truppen des Innenministeriums zumindest einige Schüsse von Dächern besetzter Häuser von Mitgliedern der bewaffneten Maidan-Gruppen abgegeben wurden, um die Stimmung gegen die Regierung aufzuheizen.

      Es gab meines Wissens weder Belege von Scharfschützen des Innenministeriums, noch solche, daß die Berkut getötet hätte. Im Gegenteil konnten Untersuchungen der so an die Macht geputschten „Übergangsregierung“ Jazenjjuk kein einziges Geschoß den eingesammelten Waffen der Berkut zuordnen. Schon vom Kaliber paßte das nicht, da die Berkut sowjetische Waffen hatte, die gefundenen Projektile aber einer westlichen Jagdwaffenmunition entsprachen, die auch in Scharfschützengewehren der NATO Verwendung findet.

      Auch sind praktisch alle diesbezüglichen Gerichtsprozesse im Sande verlaufen, da Zeugen, die damals auf der Straße waren, unisono aussagten von Gebäuden aus beschossen worden zu sein, die unter Kontrolle der „Majdankräfte“ standen, etwa aus den oberen Etagen des Hotel Ukraijna.
      Dort wurden sie auch von westlichen Journalisten gesehen, das ZDF hat sogar einen der Scharfschützentrupps gefilmt, der auf die Institutsk-Straße schoss, wo an dem Tag die meisten Menschen starben. Bäume, die anhand vorhandener Durchschusskanäle dies belegten, wurden später einfach gefällt. Auch verschwanden in den Wochen danach auffällig viele Beweisstücke einfach aus den Lagern, Schilde etwa, die belegen konnten, daß Schüsse nicht aus Richtung der Polizei kamen (also von vorn durchschlugen), sondern von hinten, wo die Demonstranten keine Gefahr vermuteten.

      Da hat das ARD-Magazin „Monitor“ ja damals korrekter berichtet als heute Herr Rötzer!
      Was ist hier los? Wird von irgendwem Druck auf OT ausgeübt?

      Ps: Übrigens trugen etliche der Putschisten, die damals die Rada umstellt hatten, um die „Abstimmungen“ drin zu steuern, Wappen der SS-Division „Galizien“ am Ärmel.
      Und noch ein interessantes Detail: Neben diversen Schnellbeschlüssen, etwa zur verfassungswidrigen Absetzung des gewählten Präsidenten, wurde in dieser Putsch-Sitzung auch noch schnell das Gesetz geändert, dessen zufolge damals Julia Timoschenko im Gefängnis saß. Erst danach wurde sie entlassen. Ein klarer Beweis dafür, daß sie zu Recht einsaß.

    1. Das ZDF hatte einen Bericht aus dem Hotel „Ukraina“ in dem nicht nur Bewaffnete zu sehen waren, sondern hat auch die Reporterin davon gesprochen, das von dort geschossen wird. Das Hotel „Ukraina“ war zu dem Zeitpunkt von den Truppen Parubijs besetzt.

        1. Es braucht gar nicht GAFA-Medien…

          The absolute majority of wounded Maidan protesters, with whose shooting Berkut policemen are charged and whose testimonies were revealed at the trial, testified at the trial and the investigation that they were shot by snipers from the Hotel Ukraina and other Maidan-controlled buildings or witnessed snipers there. Nearly 200 witnesses, including dozens of the prosecution witnesses, also testified about snipers in these Maidan-controlled locations, in particular, massacring the police and the protesters.

          — Ivan Katchanovski, The Maidan Massacre Trial and Investigation Revelations: Implications for the Ukraine-Russia War and Relations , Quelle: hier

          Feel free to share… immer schön an Freunde, Bekannte und Verwandte verteilen und weiterleiten. Steter Tropfen höhlt den Stein…

      1. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Das LG liefert extrem hohe Eigenpräzision, das ist die besondere Stärke von LG im allgemeinen. Es ist daher sehr naheliegend, das mit Zielfernrohr zu kombinieren. Es ist eine ziemlich gefährliche Waffe, die fast keinen Krach macht. In Deutschland sind nur sehr schwache Luftdruckwaffen frei zu erwerben, daher wahrscheinlich die Meinung, daß sie zu nichts taugen.

    2. wg. Luftgewehr…

      mal angenommen bei dem s.g. „Putschversuch“ in USA hätte so einer mit so einem Luftgewehr auf Polizisten gezielt, oder sogar Schüsse abgegeben…
      der wäre sofort als Terrorist abgeknallt worden. Und man hätte hinter her gesagt der „Putschversuch“ sei bewaffnet gewesen. Selbst wenn es sich hinterher herausgestellt hätte, dass es tatsächlich „nur“ ein Luftgewehr gewesen ist.

      Auch in Deutschland und eigentlich überall auf der Welt würde die Polizei bei eventuellen Anti-Regierungsprotesten sicherlich bei so einem Anblick sofort schießen und das wäre korrektes Verhalten.

      Darüber hinaus, gibt es unzählige andere Bilder und Videos bei welchen es überhaupt keinen Zweifel gibt, dass auf der Seite des Protests Schusswaffen gab und sie auch eingesetzt wurden. Von daher, selbst wenn es sich auf diesem Bild tatsächlich um ein Luftgewehr, und nicht etwa um eine kleinkalibrige Jagdwaffe handelt – macht es keinen Unterschied.

  3. Autoren, die über die Vorgänge auf dem Maidan berichten, scheinen sich davor zu fürchten, auf die entscheidende Rolle der ukrainischen Nazis hinzuweisen, welche diese beim Putsch spielten, ohne sie hätte es keinen Putsch 2014 gegeben.

    Wikipedia, Beileibe kein Putinversteher, stellte fest, dass der Krieg in der Ukraine 2014 begann. (Wobei als Beginn aber nicht der Putsch sondern die »Annexion« der Krim angegeben wurde).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-Ukrainischer_Krieg

    Ein stabiler Frieden zwischen der Ukraine und Russland ist nur möglich,
    wenn 1. in einem Friedens-Abkommen festgelegt wird, dass den Bandera-Anhängern das Handwerk gelegt wird, und wenn 2. die Mitglieder der EU-Kommission sich eingestehen, dass sie mit ihrer russophoben Politik auf das falsche Pferd
    gesetzt haben und damit gescheitert sind, (was aber von den gegenwärtigen europäischen Regierungs-Chefs nicht zu erwarten ist).

    1. Am 14.April 2014 beschloss der Sicherheitsrat der Ukraine ,unter Beisein des CIA-Chefs Brennan, die „Antiterroristische Operation“. Die Bürger der Ukraine, die mit dem Putsch nicht einverstanden waren und dagegen protestierten, wurden pauschal zu „Terroristen“ erklärt und die Armee ( entgegen der ukr.Verfassung) zusammen mit rechtsradikalen und faschistischen Milizen und den Privatarmeen der Oligarchen Kolomoisky, Pintschuk, Firtasch…. In Marsch gesetzt. Ihr Auftrag , die „Watniki“, die „Moskals“ zu vernichten.

      1. Am 14.April 2014 beschloss

        Hierzu erlaube ich mir mal ein wenig aus dem Geschichtsbuch einzustellen…

        On April 12, 2014, fifty-two armed volunteers arrived into Sloviansk, led by Strelkov. Six or seven out of them had Russian citizenship and the rest were from Ukraine, including Crimea. They walked for 15 kilometers across the border area until they were met by a local activist who hired a Ukrainian postal service delivery vehicle to transport the group to Sloviansk. Importantly, they brought with them 250 military uniforms which gave the would-be rebels an image of an organized force with a hand behind it, although this was a bluff. Strelkov’s group included Motorola whom he met in Crimea and selected from among Russian volunteers who came to support the protesters there. Motorola (real name Arsenii Pavlov), a working class lad who acquired a legendary fame as a fighter, was a Russian citizen born in Komi who served in Chechnya as a contract trooper in communications, – hence the sign Motorola, – and worked as a security guard in IKEA store and at a car wash in Rostov. He was hardly an assuming character, short and plain.

        Joined by the local activists on arrival, Strelkov’s force raided the police station and then—an SBU office. City administration offered no resistance and let the insurgents occupy it. In a few hours the city was in their hands without any casualties. In Strelkov’s account, the dash to Sloviansk was a big Russian Springimprovisation and his own initiative.

        (…)

        [Matwejewa unterlässt es darauf hinzuweisen, dass siginfikante Teile des Kremls gegen Girkins Zug waren und versuchten ihn zu unterbinden. Dies schildert dafür Zhuchkovsky in 85 Days in Slavyansk, Anm. CR]

        However, the scarcely known town of Sloviansk (in Ukrainian, Slavyanskin Russian) was not an obvious choice, although the symbolic significance of the name contributed to its selection, as well as its proximity to Christian Orthodox holy sites.

        (…)

        One plausible explanation of the advance on Sloviansk was its strategic location on the highway to Kharkiv, but it made sense only if a Russian military intervention aimed at Ukraine’s second largest city was to follow. Much to Strelkov’s regret, this did not happen, although he argued that the course of history could have been changed: “if I had been given 500 machine guns and trained people, I could have taken Kharkov when there was still an element of surprise. By the time I got something, it was too late because the Ukrainian army came to their senses and started to fight.” This sentiment is echoed by Prince: “our loss was that we did not occupy Kharkov during the chaos when administrative buildings were changing hands back and forth. This could have been done, and Ukraine would have negotiated seriously in that case.”

        Otherwise, Strelkov observes, “Slavyansk was a difficult location for our purpose, as it was a town located at the far northern end [of Donbas], easy to surround and hard to defend.” By going there, Strelkov was plunging into the unknown, because if the adventure found no local support, it would have made no sense, but:

        Slavyansk did not fail our expectations—200 people enlisted on the first day. The religiousness of the population and the Orthodox Church, which blessed our cause, played a role. Although Slavyansk isn’t an industrial town but a resort, the local support was greater there than in Kramatorsk, where it took longer to get going. At that moment, I was glad when anybody—even fancy-dressed Cossacks— turned up, because everything was needed here and now.

        When Sloviansk fell into the hands of the rebels and uprisings erupted in other cities, the next day—on April 13, 2014—the Anti-Terrorist Operation (ATO) was launched. It was announced by Rada’s speaker and acting president Oliksandr Turchynov who said that “we’re not going to allow Russia to repeat the Crimean scenario in Ukraine’s East.” Kyiv escalated the conflict by declaring the other side “terrorists,” with whom no talks could be held. The challenge to Strelkov did not take long to come, and the Ukrainian attack started immediately. First fighting casualties were sustained in Sloviansk on April 13 when Ukraine’s security service officer was killed and another five wounded. At least one pro-Russian activist –local rebel Ruben Avanesyan from Donetsk was also killed in the gunfire and two injured. Several young local rebels were killed in different episodes during April in the ATO attacks on their block posts outside Sloviansk. It is believed that one of the key combat roles in the armed action in Sloviansk was played by Romashka (call sign “Daisy,” real name Sergei Jurikov), a Ukrainian citizen born in Sevastopol who lived in Kyiv. Romashka was a church bell ringer and not a tough paratrooper as many who met him at the time thought. Romashka came with Strelkov from Crimea and was killed in the second serious bout of combat in May.33 On May 2–3, Kyiv attempted an offensive but lost in the first hours two Mi-24 helicopters which were firing at the rebel positions. One helicopter was shot down by Granddad, a 76-yer old Afghan war veteran from Russia and Strelkov’s mentor. When the ATO forces failed to take the city by storm as planned, they halted further direct infantry assaults.

        Quelle: Anna Matwejea, Through Times of Trouble, S. 106-108

        Also – der 13.04. war’s. Und ansonsten natürlich Putin. Der hat ja immer persönlich die LKWs nach Donezk und Slawjansk gefahren:

        At first, the rebel forces were small. A trickle of volunteer combatants from the Russian side was arriving in April-May, but many did not get as far as Sloviansk, and stayed in Luhanska oblast, closer to the border. Getting to the territories from the Russian side was not easy because the border was patrolled by Russian border troops and the Ukrainian side introduced checkpoints on the main roads. Prince describes his journey:

        We only managed to cross on the second attempt because we were turned back and fined by the Russian guards at the first try. Once we got through, there was no real plan. Locals explained how to get to Lugansk and get in touch with the rebels. There wasn’t much to do there, and we decided to proceed further. We took several locals with us who were not keen on simply protecting sandbags [manning the barricades] and wanted action. When we got to Donetsk city, we met the people we’d been in touch with before, and they then had advised us to go to Slavyansk. The Ukrainian side had already blocked the roads and we travelled through the green zone

        On arrival, they joined Strelkov’s forces. Strelkov’s role was more of a political leader of the uprising, in which he landed almost by default as he was prepared to face the cameras while most other rebels covered their faces with balaclavas.

        Quelle: dies.: 109 f.

  4. In dem Augenblick, wo Gewalt angewendet wird, um eine gewählte Regierung
    abzusetzen, kann man nicht von einem Staatstreich sprechen, man muss es.

    1. @ Lichtenberg

      Ist das nicht die der oun?

      So was hier liefert Shutterstock. Titel: „Ukrainische Nationalisten OUN UPA Flagge“

      Es könnten natürlich auch einfach brave Jungs vom Rechten Sektor gewesen sein. Deren Flagge sieht recht ähnlich aus. Siehe hier. Machen aber mehr in Schrift. Die schwarz-roten UNA- / OUN-B-Flaggen wehten ja gefühlt über den halben Maidan.

      Westipedia schreibt zum Thema:

      According to Serhy Yekelchyk, the image of Stepan Bandera acquired a new meaning in the course of the Revolution of Dignity as a symbol of resistance to the corrupt Russian-sponsored regime, set apart from the historical role of Bandera as a supporter of ethnonationalism— this symbolism as it relates to the red-and-black flag was further strengthened when Right Sector formed military units that fought in Eastern Ukraine. Andrii Portnov argues that this was facilitated by a rejection of Russia’s portrayal of Ukrainians as ‚fascists‘ and ‚Banderites‘ and a general lack of knowledge about the activity of the UPA.

      Tja, „völkisch“ ist ja auch ein ganz harmloses Wort, das man einfach wieder mehr benutzen sollte…

      der Banderafaschisten?

      Ich bitte Sie! Das waren sehr anständige Leute! Die haben mit Verwandten aus meiner Familie zusammengearbeitet, waren viel an der frischen Luft, haben Leute begleitet, sind rumgekommen und haben was getan für ihr Land. Man kann doch jetzt nicht einfach jeden SS-Mann einfach so als Faschisten bezeichnen! Was kämen „wir“ denn da hin?!

  5. Am 20. 2. 2014 konferierte ein deutscher Außenminister mindestens 8 Stunden lang mit den Anführern des „bewaffneten Maidan“ in der bundesdeutschen Botschaft. Am 21.2. 2014 beriet besagter Außenminister zusammen mit dem Polen Sikorski, von dem bekannt ist, das er engste Kontakte zum britischen MI-6 hat, und dem französischen Außenminister im Präsidentenpalast von Kiew mit dem demokratisch gewählten Präsidenten der Ukraine, Ein Abkommen, das die Unruhen beenden sollte, wurde vereinbart. Die drei Staaten Frankreich, Polen, BRD traten darin als Garantiemächte auf. Am folgenden Tag erfolgte die verfassungswidrige Entmachtung des Präsidenten Janukowitsch und die Einsetzung eines Herrn Turtschinow als neuer Präsident. Dieser wurde umgehend von der BRD, Polen und den USA anerkannt. Frankreich gönnte sich eine Schamfrist von einem Tag…
    Am 2.Mai 2014 erfolgte das Massaker/ der Völkermord von Odessa. Nur wenige Tage später reiste besagter deutscher Außenminister nach Odessa, um mit den Organisatoren/ Finanziers des Verbrechens zu konferieren. Pressefotos zeigen ihn, feist grinsend, Arm in Arm mit den Herren Kolomoisky, Parubij, Tjagnibok … Bis auf den Herrn Kolomoisky kannte er die anderen Herren nach vom 20.Februar in der deutschen Botschaft. Sollte es ein Nürnberg 2.0 geben, gehört der Typ unbedingt vor Gericht!
    Und wenn man die Susan Rice erwähnt, dann sollte auch der Name Victoria Nuland-Kagan nicht unerwähnt bleiben. In ihrem berüchtigten Telefonat vom Januar 2014 (sic! ) mit dem US- Botschafter in Kiew, in dem sie „Fuck the EU“ sagte und die Namen derjenigen bekannt gab, die nach dem Putsch bestimmte Funktionen übernehmen sollten. Und natürlich hat auch „Jaz ist unser Mann“ Jazenjuk das Amt des Ministerpräsidenten der Ukraine am 22.2.2014 übernommen….
    Der Putsch vom Februar 2014 in der Ukraine ist der bestdokumentierte und offensichtlichste Putsch des „Westens“ der letzten Jahrzehnte. Ob nun von den USA ausgehend mit tatkräftiger Unterstützung ihrer europäischen Laufburschen, oder ursprünglich von den Europäern geplant und nur im letzten Moment von den USA übernommen, ist nebensächlich. Schuldig haben sich sowohl der US-Präsident Obama mit seiner Regierung als auch EU- Politiker ( BRD, Polen, Frankreich) gemacht.

    1. Ob nun von den USA ausgehend (…) oder [nicht] (…) ist nebensächlich.

      Letztlich haben Sie damit natürlich Recht.
      Möchte aber trotzdem darauf hinweisen, dass die USA mit 5 Mrd USD „im Feuer standen“.

    2. @Ronald
      Huhu 😉
      Wer war denn damals Außenminister und welcher Partei gehörte der an ?. 😉
      Wer war denn damals die Genossin Bundeskanzler und wer beherrschte das Kanzleramt?😉

      1. Wer war denn damals Außenminister und welcher Partei gehörte der an ?

        Na, der werte Frankensteinmeier von der Sammelbewegung zur ProletariarDemütigung. Mitarchitekt der Agenda 2010 und ohne Fehl und Tadel in Sachen Murat Kurnaz. Dafür – wie für seine Ukraine-Episoden – bis heute nicht ergriffen – außer von sich selbst, vermutlich.

        Wer war denn damals die Genossin Bundeskanzler

        Genossin? Also „genossen“ habe ich unter dieser Frau herzlich wenig. Um genau zu sein: nichts.

        Bei ihr handelte es sich auf jeden Fall um die heilige Angela der Schlachthöfe von unser geliebten Union. Und als eine dieser in- wie ausländischen Metzelanstalten kann man den Donbass ja wohl ohne Weiteres identifzieren.

  6. @ Florian Rötzer, ich hab vorsichtshalber noch mal nachgeschaut, Landshut liegt in Bayern. Kieker ist ein echt spezieler Begriff aus dem Norddeutschen/ Plattdeutschen und in Landshut nicht unbedingt Mundart. Aber schön das die Redewendung noch Verwendung findet.
    >Weit verbreitet ist es hingegen in der Redewendung Jemanden auf dem Kieker haben. Ursprünglich bedeutet diese Redewendung, dass jemand durch ein Fernrohr oder Fernglas genau beobachtet wird. In der heutigen, übertragenen Bedeutung steckt dahinter, dass jemandem genau auf die Finger gesehen wird, in der Hoffnung, dass dieser etwas falsch macht und dann kritisiert werden kann.<
    Heute mal ganz allgemein: schön das du weiter schreibst und uns immer wieder auf Gedanken bringst…. Danke dafür

  7. Also waren da an diesem 21. Februar drei EU-Außenminister in Kiew und sie beschlossen, dass die Regierung Janukowitsch unter Auflagen weiter machen durfte. Warum sollte J. in dieser Situation einen Schießbefehl erlassen, den er drei Monate lang kategorisch abgelehnt hatte? Das ist absurd. Hingegen die Aufständischen hatten Grund zu schießen, denn ihr Versuch, die Regierung zu stürzen, war schon drei Monate lang gescheitert. Die Akzeptanz des Abkommens hätte bedeutet, dass ihnen die Felle fortschwimmen. So viel zur Motivlage.
    Aber die Westpresse, vornweg natürlich die deutsche, sparte sich solche Überlegungen. Sie fielen wie Furien über Janukowitsch her. Wer ihn verteidigt hätte, wäre sofort als Massenmörder gebrandmarkt worden. J. konnte dann nicht nach Kiew zurück, denn der Rechte Sektor hatte im Großraum Kiew die militärische Oberhand. Woher hatten die den Waffen und Ausbildung? Wurde nie gefragt.
    Wer geschossen hat, steht inzwischen sehr eindeutig fest. Der kanadische Professor Katchanowksi hat alles akribisch untersucht und festgestellt, dass das Gros der Schüsse aus dem Hotel Ukraine kamen, wo Parubij, der „Kommandant des Maidan“ und seine Banderisten residierten. Hier im Interview:
    https://www.youtube.com/watch?v=iPJcW48Vufs
    Dann haben die Nazis das Parlament umstellt und sie ließen die Abgeordneten nicht heraus, bis diese die Absetzung J.s beschlossen hatten. Was sie Monate zuvor immer abgelehnt hatten.
    Um die Ukraine zu verstehen, muss man wissen, dass diese Nazibanden nach wie vor das Gewaltmonopol inne haben. Das Land sieht aus wie eine normale bürgerliche Demokratie, aber die Rechtsorgane sind wirkungslos. Die Polizei verduftet, wenn das Azow-Regiment auftaucht. Jetzt allerdings haben sie ihren Mann an der Spitze. Kyrill Budanow ist der eigentliche Regierungschef.
    Wenn Trump nun die damaligen Ereignisse nochmal aufrollt, ist das zu begrüßen. Die Urlüge des Ukrainekonflikts wird er zwar nicht widerlegen können. Aber ein klein wenig daran kratzen. Das wäre schon viel.

    1. Die Nazi- Formationen in der Ukraine sind von den Oligarchen finanziert worden und waren Teil von deren Privatarmeen. Der Budanow „ gehört“ der CIA. Hat aber nur begrenzt Macht. Die „graue Eminenz“ ist immer noch Jermak .Obwohl formal zurückgetreten, ist sein Netzwerk noch intakt und „seine“ Leute gehorchen seinen Befehlen. Auch trifft er sich fast täglich mit dem Kokser und telefoniert mehrmals am Tag mit ihm….Jermak wird vom MI-6 gesteuert. Genauso wie der Inlandsgeheimdienst SBU. Dessen stellv. Chef ist Poklad „der Würger“ , ein psychopathischer Massenmörder, der seine Karriere als Auftragskiller für den Oligarchen Pintschuk begann. Poklad ist der faktische Chef des SBU…und in Zusammenarbeit mit dem MI-6 für den Terror gegen Russland zuständig.

      1. Hm. Wir haben nun drei weitere Jahre Krieg als Perspektive, das die Ukraine genannt hat. Nachdem Budanow da sitzt. Das dürfte nicht im Sinne Trumps sein. Eher im Sinne des Friedrich Merz.

    2. Wie bekommst Du das alles nur mit Deiner Israel-Verherrlichung unter einen Hut? Überall hast Du vernünftige Einsichten – nur bei Israel ist es zappenduster in Deinem Hirn.

      1. Das Muster sehe ich immer wieder, nicht nur bei ihm. Das ist Bodenvorbereitung: Man soll sie schon für vernünftige Leute halten, wenn sie bei Israel vorauseilend alles entschuldigen und jeden Nazi nennen, der dazu nicht klatscht.

  8. Trump hat gerade Susan Rice auf dem Kiecker,

    Weder Kicker noch Kiecker. Bitte

    Kieker

    „Icke, dette, kieke mal, Oogn, Fleesch und Beene, wenn de mir nich lieben tust, lieb ick mir alleene.“

  9. Was sollte Russland in Verhandlungen mit wem akzeptieren? Mit einer USA, welche sich als komplett „Abkommensunfähig“ geoutet haben, was klarerweise bedeutet, dass man ein Abkommen mit einem Lügner und Betrüger eingeht. Keine Chance, Russland weiß darum.

    Nun ja, es gibt Garantien. Hmm, sicherlich, das ist wie die lebenslange Dachdecker-Garantie, die anteilig ist und von Unternehmen angeboten werden, die erst seit einem Jahr im Geschäft sind.

    Abkommen mit den USA mit Garantien sind üblicherweise wie jeder Handel mit den US-Huckstern: Sofortige Befriedigung, und dann f*ck dich selbst.

  10. Geopolitik ist ein Zugriff auf Rohstoffe, jede politische Partei ist ein Lobbyist der kapitalen Vertreter.
    Geopolitik ist demnach immer eine Auseinandersetzung zwischen Kapital und Rohstoffe.
    Das ehemalige Monopol Kapital, ist mit der Ukraine und ihren Rohstoffen, gerade dabei ihr Monopol zu verlieren.
    Da kann der sich demokratische gebende Westen mit dem monopolistischen „Putinsystem“, in keinster Weise konkurrieren.

  11. tldr:

    Merke I: Wenn ein Ami oder sonstiger Westler meint, „das Volk hat sich friedlich ausgedrückt“ – gerade wenn Schüsse fallen, Abgeordnete verprügelt und Läden oder Moscheen geplündert werden – dann ist das Friedliche offenbar genau dort, wo die eigenen Verbündeten am Abzug sitzen. 🤷‍♂️

    Merke II: Wenn bewaffnete Neonazis Ultimaten stellen, nennt man das im westlichen Steingarten „Revolution“ oder „demokratische Transition“. Machen es echte Linke und / oder Unterdrückte in der Peripherie, nennt man es „Terrorismus“. Der Unterschied liegt einfach im Kaliber der Sympathie! Und die Guten sind immer die, die „wir“ ausgerüstet haben. 🤷‍♂️

    Ein paar Groschen gibt’s hier ⬇️ 🪙🪙🪙

    1. Man könnte diese Geschichte als mäßig-spannendes wie altbekanntes Beispiel für Infighting zwischen verschiedenen Vertretern rivalisierender Machtlager der herrschenden Klasse abtun. Es gibt in dem Beitrag dann aber wieder einige Sager beziehungsweise Passagen, die eine Kontrastierung notwendig machen. Aus Kapazitätsgründen nur ein kurzer Blick auf die wichtigsten. Zunächst diesen: 🪙

      Rice war eine entscheidende Person 2014. Sie stellte am 23. Februar eine Weiche, indem sie die von Deutschland, Frankreich und Polen mit den ukrainischen Oppositionsparteien und der Janukowitsch-Regierung mit Billigung Russlands ausgehandeltes Abkommen zu einem friedlichen Übergang zu Neuwahlen einfach in den Orkus trat.

      Das ist wieder das übliche: „Der Ami hat dies und jenes getan, die armen Europäer wurden ausgekontert / sind die armen Opfer.“ Das kann man dann als Steilvorlage für Antiamerikanismus benutzen, das gibt Nicken hier und Nicken da – aber der Sache näher kommt man damit meines Erachtens nun wirklich nicht.

      Es ist einfach extrem notwendig, sich vom Denken in reinen Staatsgebilden zu lösen und zur Netzwerkanalyse überzugehen. Wenn man versteht, dass die herrschende Klasse eines beliebigen Landes in verschiedene heterogene Interessenscluster zerfällt, deren Allianzen untereinander flüchtig und temporär sind, da auf konkrete Projekte begrenzt, dann kommt man dem Bild meiner Meinung nach näher. Wenn man versteht, dass Staaten keine fixen Monolithen sind, keine kohärenten, uniform agierenden respektive kontrollierten Akteure, keine „Agenten mit klaren Interessen“ – sondern Vehikel sein können, umkämpft sein können, es nicht einfach nur eine klar umrissene Gruppe („die da oben“) gibt, die auf seine Chancen und Hebel Zugriff hat, dann hat man bereits ein paar Erkenntnisse gewonnen. Wer dagegen nur mit der „Black Box“ Staat à la Mearsheimer operiert, muss zwangsläufig in den Bahnen eines „Berlin vs. Paris“ oder „Washington vs. Brüssel“ etc. verfahren. Das ist nicht hilfreich, das ist reichlich unterkomplex. Aber es bedient das nationalistische Ressentiment, ist einfach nachzuvollziehen und simpel anzuwenden. Und deshalb so verführerisch. Doch der Kreml hat verschiedene Türme, das White House verschiedene Flügel und selbst Berlaymont soll über mehrere Stockwerke verfügen.

      Der Staat wie die herrschende Klasse eines beliebigen westlichen Steingärtners besteht einfach aus unterschiedlichen Lagern. Rekrutiert sich aus diversen Bereichen – Militär, Verwaltung, Banken, Trusts, Konzernen, Kultur, Medien, Religion, Politik, Adel, Geldadel… Die Liste potentiell identifizierungswürdiger Einflusskräfte und -kanäle ist verdammt lang. Die Liste ihrer zugehörigen Lobbyisten noch viel länger und umfasst beileibe nicht nur diejenigen, die im offiziösen Lobbyregister auftauchen. Die herrschende Klasse eines Landes – das ist nicht einfach ein Pudel. Das sind mehrere Kläffer. Und wenn man den Westen in toto betrachtet, dann ist das eine ganz schön große, ganz schön hässliche Kötermeute. Da gibt es American Staffordshire, deutsche Schäferhunde, französische Schoßdackel und südeuropäische Straßenkläffer. Und diverse baltische Teppichmopeds. Und all diese Köter haben bereits auf der ach so monolithischen nationalen Ebene mitunter extrem widersprüchliche Interessen. Und bilden bereits dort – wie gesagt – nur Allianzen auf Zeit. Und im Westen gesamt gerne auch welche über die ach so heiligen nationalen Grenzen hinweg. Denken Sie nur an „heimische“ Rüstungskonzerne, die gerne untereinander spinnefeind sind und sich rivalisierend gegenüberstehen, während sie mit dem Ausland Bakschisch machen.

      Die tatsächlichen Macht- und Interessenverhältnisse gehen über das auch hier wieder evozierte wie vereinfachende „Staat X gegen Staat Y“-Denken hinaus. Weit hinaus! Wenn man ein Schema bilden will, dann wäre es eher etwas wie „DEU4 + FRZ 2 + USA 1“ vs. „GB 2 + FRZ 1 + DEU3 + DEU 1 + USA 2 + USA 3“ vs. „DEU 2 + GB 1 + FRZ 3…“. Man braucht nur auf EU- / NATO-Ebene zu schauen, um zu sehen und zu erkennen, wie Akteure aus ein- und demselben Land völlig entgegengesetzte Positionen zu ein und demselben Thema vertreten können – wobei sie ihre Verbündeten gern in den ach so „anderen“ anderen Ländern haben. Weil der Westen eben ein großer Steingarten ist. Mit unterschiedlichen – durchaus national rekrutierten, da bin ich ganz bei Michael Hartmann – Gärtnern, die ihre Steinbeete so und so zu anzulegen versuchen, je nach ihren spezifischen Partikularinteressen und je nach Projekt mit dem und dem Kollegen einen Pakt bildend.

      Rechte und sonstige Staatsfixierte werden das nie begreifen wollen. Die werden immer fragen, wieso die Regierung von Land XY gegen die „Interessen des eigenen Volkes“ agiert habe. Weil die Völker scheißegal sind, Bruda. Okay – vielleicht nicht völlig scheißegal, aber in puncto Wichtigkeit an dritter, vierter Stelle und nur dort maßgebend, wo es zur Aufstandsverhütung notwendig ist. Zuerst und allzuvorderst geht es nämlich immer um die Interessen der jeweiligen Gruppe selbst. Was die umtreibt. Und die muss mit irgendwelchen vorgeblichen „nationalen Zielen“ nicht kongruent sein. Mit denen der Allianz, in der man wirkt, dagegen schon. Das selbstgestrickte Hemd ist einem immer näher als die nationale (C)Hose.

      Und dementsprechend muss man beispielweise die Sprengung der Nord Streams oder das Geschehen auf dem Maidan keineswegs als „gegen deutsche Interesse“ oder „gegen Europa gerichtet“ erachten. Schon gar nicht als Ganzes. Sehr wohl aber waren es Akte gegen die Interessen bestimmter westlicher Akteure, darunter auch welche aus Deutschland. Begangen / unterstützt freilich durch andere westliche Akteure, darunter ebenfalls welche aus Deutschland.

      Aber selbst, wenn man dieser Ansicht nicht folgen möchte, kann man zumindest die anti-US-amerikanische Stoßrichtung des Sagers kritisieren. Es war auch damals nämlich eine genuin westliche Koproduktion. Lesen „wir“ es bei Ivan Katchanovski nach, um genauer zu sein in seinem Aufsatz „The Separatist War in Donbas – A Violent Break-up of Ukraine?“, in: European Politics and Society, 17 (4), S. 473–489:

      If Yanukovych had implemented initial plans to use force, including live ammunition and military units to suppress the ‘Euromaidan’, this would likely have resulted in a large number of casualties among the protesters, and a full-fledged uprising in the opposition stronghold in Western Ukraine, and likely civil war. But in order to preserve his power after the ‘snipers’ massacre’ had severely undermined his legitimacy among his supporters – even in his party’s strongholds in Eastern and Southern Ukraine – he agreed to a compromise deal with the opposition, negotiated with the participation of the foreign ministers of France, Germany, Poland, and a Russian government representative on 21 February 2014.

      (…)

      The US government and major EU countries de facto backed this violent overthrow of the relatively pro-Russian government by reneging on 21 February deal and immediately recognizing the new government of Ukraine. The issue of the potential involvement of the US government or governments of the EU states in the Yanukovych government overthrow requires further research. There are certain indications that the US government engaged in a ‘regime change’ during the ‘Euromaidan’, but to date many government sources concerning these events are not available to researchers.

      (…)

      President Putin used this overthrow and its backing by the governments of the US and EU countries to radically change his policy towards Ukraine.

      Quelle: hier, S. 479

      Katchanovski ist ein verfemter (siehe unten) Wissenschaftler, aber immer noch ein im Westen angesiedelter. Natürlich muss er beispielsweise etwas wie „relatively pro-Russian government [of Yanukovych]“ einbauen, obwohl man dieses „relatively“ bereits durchaus stark in Zweifel ziehen kann. Aber, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, muss man solche Schleifen einflechten, damit man seine Texte im Elfenbeinturm abgenommen bekommt beziehungsweise was als Verhandlungsmasse hat.

      Der zweite große Groschen ist dann dieser hier: 🪙🪙

      Vorangegangen waren vor allem vom 18. bis 20. Februar tödliche Schüsse auf Polizisten und Protestierern auf dem Maidan, die zum Teil weiterhin nicht aufgeklärt sind.

      Aha. Gut zu wissen.

      Wer klärt die denn eigentlich nicht auf? Schlagen wir’s in einem anderen Text Katchanovskis nach:

      There are various indications of stonewalling and cover-up of key evi-dence. It is noteworthy that the government investigation denied presence of any snipers in the Maidan-controlled buildings, in spite of its own initial findings that no fewer than 13 protesters were killed, and at least 77 wounded, from shot fired from the Maidan-controlled buildings and areas. When bul¬let trajectories, as determined by government ballistic experts and lasers in on-site-investigative experiments, showed that many Maidan protesters had been shot at from the Hotel Ukraina and other Maidan-controlled buildings, this result was covered-up and ballistic experts were no longer used. The GPU did not use ballistic experts to determine the bullet trajectories and locations of shooters even after being ordered to do so by the judge and the jury.

      Quelle: hier

      Und weiter im Text:

      Not a single person has been convicted or is currently under arrest for the Maidan massacre after more than nine years of investigation and trials, despite this being one of the best documented cases of mass murder in history, and one of the most significant human rights violations in independent Ukraine. This massacre, and the subsequent assassinations attempts against President Yanukovych, resulted in the violent overthrow of the Ukrainian government, and this ‘false-flag’ mass killing must be seen as a key part of this violent and undemocratic overthrow of the government in Ukraine.

      These findings have major implications for understanding the ‘Euromaidan’ and the origins of the violent conflict in Ukraine and the conflicts between Russia and Ukraine and between Russia and the West. This false-flag massacre led to the de facto Western-backed violent overthrow of the Ukrainian govern¬ment, which spiraled into the annexation of Crimea by Russia, the civil war, and Russian military interventions in Donbas.

      The trials and investigation revelations show that not popular “Euromaidan” protests but this staged mass killing and assassination attempts against Yanukovych were decisive in his overthrow.

      (…)

      The Maidan massacre trial verdict is unlikely to ensure jus¬tice because of the politization of this case and lack of independence of the judicial branch, especially at the time of the Ukraine-Russia war. The same concerns the failure of international organizations, such as the International Criminal Court, the Council of Europe, and the UN Security Council, to ensure justice in this crucial case.

      The far-right involvement in the Maidan massacre of the police and the protesters and the failure to investigate, prosecute, and punish the far right for this mass killing resulted in the far right attaining oversize influence in the Ukrainian politics and de facto immunity for other violence or threats of violence.

      Die Scharfschützenmorde sind das Schlüsselereignis zum Verständnis der Ukrainekrise und des seit nun fast zwölf Jahren andauernden Krieges, bezüglich dessen der Forscher korrekt von „military interventions“ schreibt. Vor dem 24. Februar 2022 gab es da nämlich bereits welche, der einzige wirklich maßgebende Unterschied war ihre räumliche Begrenztheit.

      Katchanovski hat zur Ukraine im Allgemeinen wie zu diesem Massaker eine immense Aufklärungs- und Kärrnerarbeit geleistet und sein Lohn war – ein fetter Mittelfinger. War Verleumdung und noch mehr Kärrnerarbeit seine Ergebnisse überhaupt veröffentlich zu bekommen. Und wer sich auf ihn in Universitätsseminaren bezog / bezieht, gilt gemeinhin – zumindest in westdeutschen Hallen – als irgendetwas zwischen „abgerutscht“, „Verschwörungserzähler“ und „Spinner“. (Natürlich hat er auch seine Schwächen, Punkte und Ansichten, die man nicht teilen muss – aber um wie viel mehr gilt das für andere Westler.)

      Kurzum: Es eben eine Wirklichkeit und es gibt etwas, das die westlichen Steingärtner als „Wirklichkeit“ verstanden wissen und in ihre Schulbücher aufgenommen beziehungsweise von ihren heiligen Gerichten geklärt haben wollen. Man sollte deshalb die Arbeit von Menschen wie Herrn Katchanovski wertschätzen und sie darum so oft wie möglich zitieren und weiterverbreiten. Sie ist ein wichtiges Antidot.

      Es wurden aber auch russische Agenten dafür verantwortlich gemacht.

      Wenn man – nach dieser Vorgeschichte und eingedenk von Katchanovskis Befunden – dies so nebeneinanderstellt sieht, dann kommt man – wie vorhin weiter oben bereits angemerkt – einfach nicht umhin, es mit dem neumodischen Prädikat „False balance“ zu versehen.

      Es gibt einfach jede Menge Ausarbeitungen, die zeigen, dass das Gewäsch von den „russischen Agenten“ – bloß Gewäsch ist. Demgemäß könnte man, wenn man solche westlichen „Verschwörungserzählungen“ schon erwähnt, sie eben kontextualisieren und mit den Argumenten kontrastieren, wonach sich bilanzieren ließe, dass das Gerede vom „russischen Agenten“ allenfalls etwas für Grimms Großes Märchenbuch ist.

      Dann noch zu ein paar letzten Punkten: 🪙🪙🪙

      So wurde unter Androhung von Gewalt mit der neuen Mehrheit von 328:0 von 450 Abgeordneten und dem neuen Parlamentspräsidenten Oleksandr Turtschynow Janukowitsch noch vor der ihm gewährten Frist abgesetzt.

      Das mochte eine „Mehrheit“ der Anwesenden gewesen sein, aber keine die der Verfassung respektive den sonst für Westler und westliche Demokrat*innen wie *außen so heiligen „demokratischen Standards“ des Landes genüge tat. Die 328 repräsentierten nämlich zum einen nur rund 73 Prozent der verfassungsmäßigen Mitglieder der Rada. Die erforderliche Dreiviertelmehrheit war ergo nicht erreicht. Ferner fehlten die Untersuchungskommission mit Sonderstaatsanwalt und -ermittler sowie die Prüfung durch das Verfassungsgericht vor der Endabstimmung wie sie Art. 111 der ukrainischen Verfassung zwingend vorsah. (Weswegen dann geneigte Kreise eine sogenannte Resolution über die „Selbstentfernung“ Janukowitschs gemäß Art. 108/112 konstruierten, obgleich obwohl dieser keine formelle Rücktrittserklärung abgegeben hatte). Und drittens waren die Umstände (Anwesenheit bewaffneter Kräfte in / vor dem Parlament) natürlich alles andere als eine faire und gleiche Abstimmung fördernd, besorgten aber – sprichwörtlich mit der Waffe in der Hand – die notwendigen „Koalitionswechsel“. Nachlesbar unter anderem in: Sakwa, Richard (2015): Frontline Ukraine. Crisis in the Borderlands, London: I.B. Tauris, S. 94 f. Hinweise auch hier beim WiDi des Bundestags.

      Das war nicht legal, weswegen man von einem Staatsstreich sprechen kann.

      Ach, was ist schon legal? Ansonsten – ja, dieser Putsch war in der Tat nicht verfassungsgemäß.

      Sie erklärte aber, dass das Abkommen mit Janukowitsch am 21. Februar mit den Ansichten der US-Regierung konsistent sei.

      Das war eben genauso konsistent wie es die Verhandlungen mit dem Iran im Vorfeld des 12-Tage-Kriegs beziehungsweise auch jetzt sind. 🤣

      Araghtschi gestern:

      This was the best round of negotiations so far.

      Man fragt sich, ob Janukowitsch sich das damals auch gedacht hat. 🤔

      Ich nehme auf jeden Fall noch Wetten an, wann der Rammbock wieder in Stellung gebracht wird. Mein Nachbar meinte morgen Nacht, aber der lag schon mal daneben. 🤷‍♂️

      1. Schauen Sie sich mal ab Min. 35 die ZDF Doku vom letzten Dienstag 24.02.26 an. Sind nur 3 Min. zum Thema Maidan und Scharfschützenmorde…(ich hab mir auch nur die 3 Min. nachträglich angeschaut). Die lassen dabei auch weg dass ein Team von ihnen direkt in dem fraglichen Hotel an dem tag und Uhrzeit war.
        Wieviele von den Scharfschützen wohl noch leben ?

        Zur Methode gab es mal eine Arte-Doku über Rumänien 1989, war also nicht neu. Ja, tatsächlich wurde diese Doku einmal auf arte ausgestrahlt.
        „Schachmatt – Strategie einer Revolution 2003, 60’
        Wie fabriziert oder inszeniert man eine Revolution?
        https://www.youtube.com/watch?v=jR1eRtHNqpI

  12. „die zum Teil weiterhin nicht aufgeklärt sind. Daran war man weder in Kiew noch in den Unterstützerstaaten interessiert“

    Das ist so nicht korrekt, das oberste Gericht in Kiew hat 2023 festgestellt, dass die Schüsse aus dem Hotel Ukraini kamen, in dem sich zum Tatzeitpunk nur der rechte Sektor, ARD und ZDF befande.
    Nach mehreren Anläufen konnte das Gericht teilweise Herausgabe des Filmmaterials der beiden deutschen Staatssender erreichen, allerdings ohne Ton.
    Verlöffentlicht bei Multipolar (die mit den RKI-Protokollen).

    1. Das ist so nicht korrekt, das oberste Gericht in Kiew hat 2023 festgestellt

      Nein, das ist eine durchaus korrekte Aussage, siehe die oben zitierten Ausführungen aus Ivan Katchanovskis Aufsätzen. Er legte dar wie Kiew – im Sinne des politischen und sonstigen Apparats – massiv die Aufarbeitung und die Ermittlungen zu behindern versuchte.

      Nochmals in die Wiedervorlage:

      There are various indications of stonewalling and cover-up of key evi-dence. It is noteworthy that the government investigation denied presence of any snipers in the Maidan-controlled buildings, in spite of its own initial findings that no fewer than 13 protesters were killed, and at least 77 wounded, from shot fired from the Maidan-controlled buildings and areas. When bul¬let trajectories, as determined by government ballistic experts and lasers in on-site-investigative experiments, showed that many Maidan protesters had been shot at from the Hotel Ukraina and other Maidan-controlled buildings, this result was covered-up and ballistic experts were no longer used. The GPU did not use ballistic experts to determine the bullet trajectories and locations of shooters even after being ordered to do so by the judge and the jury.

      Die zugehörige Quelle findet sich wie gesagt unter dem anderen Kommentar.

  13. Der 23.2.14 war der Tag, an dem Europa die Rolle zugewiesen wurde die es bis jetzt spielt, den Zahlemann.
    Der deutsche Außenminister wurde als Clown vorgeführt. Das wir jetzt noch Gas für die UA über die Anschluss Leitungen für NS 2 transportieren setzt dem Ganze die Krone auf.

    1. Der 23.2.14 war der Tag, an dem Europa die Rolle zugewiesen wurde die es bis jetzt spielt, den Zahlemann.
      Der deutsche Außenminister wurde als Clown vorgeführt.

      Ähem, aus welchem Paralleluniversum stammt das jetzt? Wieder die alte Mär vom armen hülflosen „Zahlmeister“ Deutschland? Muss das sein?

      Abgesehen davon ist Frankensteinmeier kein Clown, das wäre eine Beleidigung für diesen edlen Berufsstand. Allenfalls haben wir es hier mit Horrorclowns aus den finstersten Ecken des Gruselkabinetts zu tun.

  14. Derweil trafen sich in Berlin Bandera-Faschisten, um für mehr Eskalation zu werben…

    https://www6.freedert.online/meinung/271310-slawa-ukraini-und-taurus-orgie-brandenburger-tor/

    Kannste Dir nicht ausdenken… da fordert ein Sanitäter (eher Sanitöter), der das Leid der ukrainischen Opfer beklagt der Krieg müsse weitergehen. Ein Sanitäter, der will, dass der Krieg weitergeht. Toller Sanitäter. Ich glaube der hat seinen Beruf falsch verstanden. Er sollte glücklich darüber sein möglichst niemanden behandeln zu müssen anstatt möglichst viele. Ist zwar ein Paradoxon im Kapitalismus, dafür ist es aber humaner.

    Ebenfalls von einer geistigen Tiefe ist das hier geprägt:

    „Die Bundesvorsitzende der Grünen Franziska Brantner forderte emotional aufgewühlt die sofortige Taurus-Lieferung an die Ukraine, „damit die Drohnen aufhören auf Kiew und Odessa zu fliegen“.“

    Ich weiß es ja nicht, aber… ist das Satire? Bitterböse Satire wenn dann… weil…. also ich hab noch kein Feuer mit Benzin gelöscht. Ehrlich gesagt fehlt mir aber auch der „Grips“ dazu um auf so eine Idee zu kommen. Jedenfalls… Das EINZIGE, was ein Ende der „Drohnenflüge auf Kiew“ beenden würde, wäre ein Frieden, aber das kommt der ehemaligen Friedenspartei nicht über die Lippen.

    1. Ja, ein sehr wichtiger Artikel, danke für den Link!

      da fordert ein Sanitäter (eher Sanitöter), der das Leid der ukrainischen Opfer beklagt der Krieg müsse weitergehen.

      Und „Sanitöter“ ist einfach ein sehr treffendes Wort.

      Hätte der Typ auf Seiten der Volksmilizionäre Leute eingesammelt und sich dann nach Berlin begeben um Vorträge drüber zu halten, wäre er wahrscheinlich sofort vom Ostbahnhof weg eingesammelt und mindestens wegen der § 89, 129 StGB, 129a etc. angeklagt worden. 🤷‍♂️

  15. Also Herr Rötzer, ich finde es ist schon etwas vereinfacht und irreführend Alles auf die Person Susan Rice zu reduzieren.
    Der gesamte Westen unterstützte und forcierte den Putsch. Susan Rice fügte sich da nur ein, wie Alle anderen Vertreter des Westens. Sie zogen da Alle an einem Strang.

    Auf dem Maidan wimmelte es nur so von hochdekorierten westlichen Politikern und Journalisten, welche ganz klare Position bezogen hatten und sich auch einmischten und aktive Unterstützung leisteten.

    Wir erinnern uns da zum Beispiel auch an Frau Nuland, welche auf dem Maidan die Protestierenden unter Anderem mit ihrer persönlichen Anwesenheit und Verteilung von Leckerlies motivierte.

    Oder auch die amerikanischen Senatoren (McKain, Murphy etc..), welche direkt auf der Hauptprotestbühne auftretend pathetische Reden hielten und für Stimmung sorgten.
    „Keep fighting! America is with you!“ schrien sie in die Menge hinein und bekamen großen Applaus.

    Auch der Deutsche Außenminister (Westerwelle) ließ sich auf dem Maidan gerne in der Gesellschaft der Putschisten-Anführer blicken um wie er selbst sage „Ein Zeichen zu setzen und Solidarität zu demonstrieren“.

    Wohlgemerkt – ist die ganze westliche Politprominenz nicht etwa von jemanden eingeladen. Sie kamen einfach privat und ungefragt und taten was sie konnten – brüsteten sich damit sogar.

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich meine man stelle sich mal vor bei dem s.g. „Putschversuch“ in USA am Kapitol wären chinesische und russische Politiker und Medien aufgetaucht. Einfach so. Und hätten aktiv eingegriffen, hätten die Protestierenden motiviert usw… Man stelle sich vor chinesische Funktionäre hätten Glückskekse am Kapitol verteilt und hätten mit „Keep fighting!“ die Protestierenden motiviert – und der russische Außenminister hätte gerufen: „Wir sind hier um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, denn was hier passiert geht Russland sehr wohl etwas an!“ (Westerwelle).

    Von daher – man kann jetzt nicht Alles auf die Person Susan Rice reduzieren. Die hat sich einfach verhalten wie sich Alle verhalten haben.

    1. Eben, ein Gonglemerat. Woke, Nazis, Waffenindustrielle, Waffennarren, Konservative, Liberale, Gutgläubige und gut Gläubige. Industriebarone, Schwule, Rohstoffhändler, Pussy Riot(s), Agrarindustrielle, Lesben, gänzlich Uninteressierte, wie auch speziell Interessierte, Grüne, Gelbe, Schwarze, Rote, Queere, Banken, Versicherungen, Miltärs und unzählig weitere. Alle vereint durch ein gemeinsames Ziel.
      Ist das nicht schön.

  16. „… scheinen sich davor zu fürchten, auf die entscheidende Rolle der ukrainischen Nazis hinzuweisen, welche diese beim Putsch spielten, …“

    Für unsere Mainstream Medien gibt und gab es keine Nazis in der Ukraine. Bis heute nicht.
    Die Tatsache, dass es sie gibt. wird glatt geleugnet
    Ein vom Spiegel aufgebrachtes, bis heute immer noch gelegentlich gehörtes „Argument“:
    Selensky habe einen Anteil jüdisches Blut in seinen Adern. Das wäre niemals möglich, wenn dort Nazis das Sagen hätten.

    Die USA haben sich für ihre Proxi-Kriege stets die gewalttätigsten lokalen Milizen als Partner ausgesucht.
    Im Nahen Osten war dies Alkaida, teilweise auch der IS.
    In der Ukraine die militanten antirussischen Bandera Anhänger.
    Deren geistige Vorfahren hatten noch neun Jahre nach der deutschen Kapitulation 1945 immer wieder Terror-Anschläge gegen die Sowjetunion verübt, so wie das ihre Nachfolger heute auch wieder gegen Russland tun .

    Mit der Anerkennung der Putschisten 2014/15 in Kiew haben nicht nur die USA, sonden auch Deutschland und andere EU Staaten die Weichen für die Ukraine auf „Krieg“ gestellt.

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