
Die Ukraine ist plötzlich in den Hintergrund getreten, nachdem US-Präsident Trump seine Gelüste auf Grönland anmeldete und man im Weißen Haus auch eine militärische Intervention zur Annektierung der Insel nicht ausschloss. Darum wird es auch auf dem Weltwirtschaftsforum gehen, der ukrainische Präsident hat schon die Konsequenz gezogen und nimmt nicht Teil, weil er dort kaum Beachtung finden wird, auch wenn die Europäer weiter von einer unerschütterlichen Unterstützung der Ukraine sprechen. Trump meinte denn auch, Europa solle sich doch besser um die Ukraine als um Grönland kümmern.
Zudem will Trump mit dem Friedensrat eine globale Institution unter amerikanischer Führung schaffen, um die Vereinten Nationen zu demontieren. Dazu hat er neben der Ukraine auch Russland und Belarus eingeladen. Lukaschenko ist gleich freudig aufgesprungen. Auf Ablehnung reagiert Trump, der die Welt durch Stärke und seine Person befrieden will, mimosenhaft, wie der das gegenüber Norwegen, weil er den Friedensnobelpreis nicht erhalten hat, und Frankreich, das für die Ablehnung ein hoher Zoll für Champagner angedroht wird, demonstriert hat.
Nachdem der Ukraine spätestens im Frühjahr das Geld ausgegangen wäre, hatte die EU als letzten Schritt einen durch Schuldenaufnahme finanzierten Kredit von 90 Milliarden Euro vor allem für das Militär bewilligt, das Europäische Parlament hat zugestimmt. Der Kredit wird zwar nie zurückgezahlt werden, reicht aber auch nicht wirklich, um den Staat aufrechtzuerhalten und das Militär zu stärken. Die EU hat demonstriert, dass sie will, dass die Ukraine den Krfieg weiterführt, weil, so die mittlerweile eingeführte Sprachregelung, Russland bei einem Frieden sofort die EU-Staaten angreifen würde, die sich so schnell nicht aufrüsten können und deswegen Zeit und die Ukraine als antirussisches Bollwerk brauchen.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov verkündete heute, es sei das strategische Ziel der Ukraine, die russischen Verluste monatlich auf 50.000 Soldaten zu erhöhen, im Dezember seien 35.000 getötet worden. Ganz im Sinne der Europäer sagte er: „Der Präsident hat eine klare Aufgabe gestellt: ein System aufzubauen, das in der Lage ist, den Feind in der Luft und seine Vorstöße am Boden zu stoppen und asymmetrische und Cyber-Angriffe gegen den Feind und seine Wirtschaft zu verstärken. Das Ziel ist es, Russland Kosten aufzuerlegen, die es nicht tragen kann. Auf diese Weise soll durch Stärke Frieden erzwungen werden.“
Selenskij will sich wohlweislich nicht nur auf die Europäer stützen und zumindest Trump nicht vergrätzen. Überlegt war ja schon, ob die Ukraine, als künftiges EU-Mitgliedsland und von der EU unterstützt, der EU-Beistandsklausel verpflichtet wäre und Dänemark bei einem amerikanischen Angriff auf Grönland zur Hilfe eilen müsste. Selenskij hat in einem Interview klargestellt, dass die Ukraine keine Truppen nach Dänemark, das die Ukraine massiv unterstützt hat, im Falle eines amerikanischen Angriffs schicken wird. Interessant sind die Gründe: „Was unsere Truppen angeht, wissen Sie, dass wir uns im Krieg befinden und alle unsere Soldaten an der Front sind. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Mette [Frederiksen]. Sie hat mich in dieser Angelegenheit nicht angesprochen. Ich denke, das liegt daran, dass alle verstehen: Die Ukraine ist nicht in der NATO, wir werden nicht in die NATO aufgenommen, all das ist klar.“
Es geht allerdings nicht um die NATO, sondern um die EU, die vom NATO-Land USA angegriffen würde. Und was wäre, wenn Frederiksen den Beistand einfordern würde? Auch sonst windet sich der ukrainische Präsident nachvollziehbar: „Ich persönlich habe großen Respekt vor Dänemark und seiner Souveränität und territorialen Integrität. Ich wünsche mir sehr, dass Amerika Europa zuhört, insbesondere durch Diplomatie.“ Auf das Völkerrecht, das gegen Russland eingefordert wird, nimmt er lieber nicht Bezug. Er will auch keine Parallele ziehen: „Ich bin besorgt über jegliche Ablenkung während eines umfassenden Krieges. Aber ich glaube nicht, dass man beides gleichsetzen kann. Wir befinden uns in einem umfassenden Krieg. Wir haben einen konkreten Aggressor. Und wir haben konkrete Opfer. Und hier sind die einzigen Optionen Druck auf Russland und die Stärkung der Ukraine. Es gibt keine anderen Mittel, um den Krieg zu beenden.“

Die Unterstützer der Ukraine, die auf die Fortführung des Kriegs und die Schwächung Russlands setzen, aber gerne von der Wertegemeinschaft und der Freiheit schwärmen, verlieren ebenso wie die ukrainische Regierung kein Wort über die brutalen und alltäglichen Vorgänge im öffentlichen Raum, wo vor allem junge, aber auch ältere Männer auf offener Straßen, aber auch aus Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln eingefangen, malträtiert und verschleppt werden (Busifizierung), um sie mit Gewalt zuerst in Rekrutierungsgefängnisse zur Ausbildung und dann an die Front zu schicken. Da gleichen sich mitunter die Bilder aus der Ukraine und den Vereinigten Staaten, wo ICE-Agenten auf die Jagd gehen. Der Krieg wird verklärt als heldenhafter Widerstand, die Wahrheit sieht ganz anders aus, seitdem es kaum mehr Freiwillige gibt und diejenigen, die sich nicht freikaufen oder ins Ausland flüchten konnten, zwangsrekrutiert werden, um perverserweise die Freiheit des sie jagenden Staates mit ihrem Leben zu verteidigen.

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Irgendeiner muss dem ukrainischen Machthaber und seinem propagandistischem – letztlich belanglosem – Geschwafel ja Gehör verschaffen.
Obs das jetzt bringt, die feuchten Träume des ukrainischen Kriegsministers zu zitieren? Warum nicht lieber über die extreme Kriegshetze dem Iran gegenüber schreiben, die aktuell die Mainstream-Medien füllt?
Soll doch Tronald die nato sprengen, das wäre immerhin eine positive Tat. Man sollte ihn nicht dabei stören.
Du schaust Dir also immer das Programm der Mainstream-Medien an. Dann bist Du scheinbar auch bestens versorgt. Bleib doch dabei.
Stünde Dir besser zu Gesicht.
Deine Einlassung regt dazu an, das Geschehen in der Ukraine Vergessen zu machen, weil es Deiner Ansicht nach wichtigere Themen gibt. Ganz im Stile der Mainstream-Medien.
Mir fällt dazu der Film ’Night on Earth’ von Jim Jarmusch ein. In einer Episode wird genau diese Denkweise auf einfache wie ebenso geniale Weise dargestellt.
Eine Straftat durch eine andere zu entschuldigen ist nicht der richtige Weg. Wir müssen unser Augenmerk auf beide richten.
Die EU kauft die Waffen in den USA, bezieht große Teile ihrer Energie aus den USA, kauft ihre Computer-Hardware für das Internet in den USA, selbst staatliche Stellen lagern Daten in US-Clouds, hätten ohne die USA nicht mal Social Media.
Grönland oder Ukraine? Weder noch! Und schon jetzt betet die EU Kommission jede Nacht zum Himmel, das es bei diesen Forderungen bleiben wird, wird es aber nicht, wer erstmal bewiesen hat, wie leicht erpressbar man ist, wird ausgepresst wie eine Zitrone.
Was ist in der Ukraine schon noch zu holen? Die meisten wichtigen Bodenschätze liegen im russischen Teil. Die gibt Putin nicht mehr her. Aber in der Arktis! Da steppt in den nächsten Jahrzehnten der Bär! Und die Claims sind klar abgesteckt! Alle Anrainerstaaten haben ihr Teil – von den Außengrenzen zum Nordpol!
Und jetzt kommts: die längste Küstenlinie zur Arktis hat – trommlwybl: Russland!
Und dann kommen schon Kanada und Grönland… Den USA gehört über Alaska derzeit nur ein kleines Stück. Mit der Einvernahme von Grönland und Kanada würde sich hier viel ändern.
Ich habe es eben schon geschrieben – Grönland kriegen die Amis nicht. Unsere Bundeswehr hat mit ihrem mutigen Kurzeinsatz demonstriert, was ihnen blüht, wenn die unser Europa herausfordern. und im Ernstfall belassen wir es nicht bei 12 Soldaten für eine Woche. Wir schicken dann mindestens 24 für zwei Wochen.
Ich denke, Trump hat die Botschaft verstanden und wird die Füße stillhalten. Nochmal warnen wir ihn nicht!
Nun, nachdem es der deutschen Politik gelang, Russland zu isolieren und an den Rand der baldigen Niederlage zu bringen, nachdem sie mit dem entschlossenen und schnellen Einsatz der Bundeswehr in Grönland den Amis die Grenzen aufgezeigt haben, beweist unser Kanzler, in dem er solche versöhnlichen Töne anschlägt, dass er keineswegs eine unflexibele und eindimensionale Politik betreibt. Und das, wie es die unseren mehrfach verkündeten, aus einer Politik der Stärke heraus, von der wir wissen, dass dies die einzige Sprache ist, die die Russen verstehen.
Wenn es ein Signal in Richtung Osten sein sollte, oder was auch immer, dann frage ich mich nur, ob da noch jemand auf Empfang ist und wenn ja, warum?
Gibt es eigentlich sowas wie ein politischen Tourette-Syndrom?
Eben gelesen: der dänische Verteidigungsminister und die grönländische Außenministerin haben sich mit Nato-Generalsekretär Rutte getroffen und eine Nato-Mission auf Grönland vorgeschlagen. Rutte hat sich nicht geäußert.
Diese Minister wissen offenbar nicht, dass der Typ lediglich ’ne Art Pressesprecher ist und ziemlich genau gar nix zu bestimmen hat.
Echt peinlich und nur noch zum Fremdschämen.
off-topic:
Offenbar hat Trump die syrischen Kurden (SDF) in Rojava zum Abschuss freigegeben, so dass al-Sharaas Kopfabschneider (ehemals al-Nusra, vorher al-Qaida) im Verbund mit türkischen Bombern ohne Kennung den nächsten Massenmord beginnt, der von der Weltöffentlichkeit gepflegt ignoriert werden wird.
Ach ja,
und bei der Gelegenheit werden auch gleich Tausende IS-Kämpfer befreit, die dort einsitzen und bislang von den SDF bewacht wurden.