Ukraine-Krieg: von wegen Heldentum

 

Kamikaze-Bodenroboter bereitet den Angriff der Kamikaze-Drohne vor.

Soldat an der Front möchte man weder auf der Seite der Ukraine noch auf der Russlands sein. Im Krieg der weitreichenden Artillerie und der Drohnen, die jederzeit und überall lauern können, sind Soldaten Tag und Nacht auf der Abschussliste, gleich ob sie in Panzern oder gepanzerten Fahrzeugen sitzen, offen marschieren oder sich in Schützengräben oder befestigten Unterständen befinden. Drohnen haben das effektive Konzept des Selbstmordattentats übernommen, der Attentäter wird zum Maschinenfernling, der noch von einem Menschen gesteuert, bald aber autonom auf Jad gehen wird.

Neu ist auch, dass nicht nur Menschen gezielt getötet werden, sondern dass dies mit Drohnen gefilmt und als Kriegs-Pornographie auf vielen Kanälen veröffentlicht wird – meist werden von russischen Quellen nur ukrainische Opfer gezeigt und umgekehrt, um den Krieg als Blutbad auf beiden Seiten nicht zu diskreditieren und weil das Leiden des meist entmenschlichten Feindes die eigene Überlegenheit bestätigt. Wenn eine Kamikaze-Drohne ein Ziel angreift, lässt sich der Weg bis zum Aufprall nachverfolgen, zudem kreist oft eine Drohne über der Szene, um den Vernichtungserfolg dokumentieren. Die Videos sind meist von harter und lauter Musik begleitet, die irgendwie wahrscheinlich für Adrenalin-Erregung beim erlaubten Töten und Vernichten sorgen soll.

Der Zuschauer ist embedded und sitzt in der ersten Reihe. Das war vor 20 Jahren noch im Irak-Krieg für die zugelassenen Journalisten als Schmankerl angeboten worden, um die Bilder zu kontrollieren, was aber während der Besatzung nicht mehr gelang, als die islamistischen Aufständischen ihre Gewaltpornos von Morden und Anschlägen über das Internet verbreiteten und auch die Bilder aus Abu Ghraib an die Öffentlichkeit kamen, während WikiLeaks das Video Collateral Murder verbreitete, das u.a. auch zeigte, dass das Militär Einsätze dokumentierte, aber Kriegsverbrechen nicht verfolgte.

Die Soldaten erscheinen wie gejagte Tiere, die dem Beschuss und den Drohnen, die sich auf sie stürzen oder Granaten abwerfen, ausgeliefert sind und permanent in Angst leben, zum Opfer eines Angriffs auf dem transparenten Schlechtfeld zu werden. Das zeigt ein CNN-Video über eine ukrainische Drohneneinheit, die Nachts mit Granaten bestückte Drohnen in russisches Territorium schickt, um dort Infrastruktur zu zerstören. In großer Hast und Heimlichkeit werden die Drohnen im Unterstand an der Front startklar gemacht, dabei müssen sich die Soldaten immer wieder wegen russischer Drohnen, die mit Kameras und Mikrofonen bestückt sind, verstecken und jedes Geräusch vermeiden. Das Video zeigt auch, dass Drohnen natürlich nicht nur gegen militärische Ziele, sondern auch gegen Infrastruktur in Russland eingesetzt werden.

Screenshot aus dem CNN-Video

Die Soldaten werden weiterhin als Heroen dargestellt, aber im modernen Krieg, der aus der Ferne geführt wird, sind die Soldaten an der Front nur Glückliche, wenn sie zufällig überleben. In gewisser Weise war das immer schon so, sieht man einmal ab von asymmetrischen Kriegen, wie sie im Rahmen des Kriegs gegen den Terror mit militärisch weit überlegenen Streitkräften gegen Aufständische geführt wurden. Zwischenstaatliche Kriege sind geprägt von Massen, die an den Fronten aufeinanderstoßen, und von massenhaften Opfern. Doch jetzt werden die Soldaten nicht mehr einfach mehr oder weniger zufällig von den Gegnern niedergemäht, mit den Präzisionsraketen, der Präzisionsartillerie über große Entfernungen und den FPV-Drohnen werden in Erweiterung der Scharfschützen massenhaft kleine Gruppen oder Einzelne zum Ziel.

Nach einem Drohnenangriff.

Der Krieg wandelt sich zur massenhaften gezielten Tötung oder in einen Mordanschlag, wobei sich die Gegner nicht mehr räumlich gegenüberstehen und sich womöglich ins Auge blicken. Jetzt sieht das Opfer in das kalte Kameraauge und der in sicherer Entfernung befindliche Jäger/Mörder über die Kamera der Drohne in das Entsetzen und die Angst des von einer Maschine Gejagten und dokumentiert sein Sterben (Beispiele Video1Video2 Vorsicht, die Kommentare zeugen von einer Verrohung). Dazu siehe auch: Ästhetisierung des kriegerischen Mordens.

https://t.me/voenacher/66186

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat, wie üblich hinterlegt mit dramatischer Geräuschkulisse, ein Video veröffentlicht, das in die nahe Zukunft des Kriegs weist, in dem Roboter gegeneinander, aber natürlich auch weiterhin gegen Menschen kämpfen. Aus dem Feldherrenblick von oben, den die beobachtende Kamera einer Drohne gewährt, sieht man eine Bodendrohne auf Rädern, die sich einem Unterstand russischer Soldaten nähert und explodiert, wodurch ein Loch geöffnet wird. Dann ist eine kleine Drohnen zu sehen, die in die Öffnung gesteuert wird und in ihr explodiert, wodurch vermutlich russische Soldaten getötet oder verletzt werden. Eine unheimliche, mörderische Szene.

 

https://x.com/DefenceU/status/1791469470571024811

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31 Kommentare

  1. Entsetzlich, aber man konnte ja frühestens bei den „Terminator“-Filmen mit Arnold Schwarzenegger sehen wohin die Reise geht 😉

    Kamen darin, neben den „Terminatoren“ (= mehr als menschenähnlichen Kampfrobotern) nicht auch Kampfdrohnen drin vor?

    Gab es nicht eine KI, die den „apocalyptischen Atomkrieg“ auslöste im Terminator-Film mit Arnold Schwarzenegger?

    Tja, eine mehr als finstere Dystopie als ich noch ein Jüngling war – niemand konnte ahnen, dass „Skylab“ einmal blutige Realität werden könnte.

    Dank KI dürfte es wohl nicht mehr lange gehen, und wurden schon „Terminatoren“ auf den ukrainisch-russischen Kampffeldern in der Ukraine gesichtete?

    Wundern würde es mich nicht in den ver-rückten Zeiten in den wir in Zeiten der globalen „Zeitenwende“ 2022- 2024 folgende leben müssen…..

    Zynische Grüße
    Bernie

    PS: Apropo „Verrohung“ – sollte Israel nicht, neben der Hamas, für den finsteren, genozidialen Rachefeldzug in Den Haag vor Gericht stehen, neben der Hamas, dann befürchte ich, dass das israelische Verhalten des „Auge-um-Auge-Zahn-um Zahn“ gegen wehrlose Zivilisten/-innen auch in andern Konflikten eben auch dem ukrainisch-russischen z.B. zu einer Entgrenzung der Kriegsführung auch gegen unschuldige Zivilisten/-innen führen könnte.

      1. Danke für den Hinweis, aber es handelt sich – zum Glück für uns alle – nicht um eine hochentwickelte KI, die uns Menschen als „Ungeziffer“ betrachtet…..das ist ja der Grund warum Skynet gegründet wurde, eine hochentwickelte KI zu schaffen, die ohne menschliches Zutun aktiv wird, und selbständig lernt….dumm nur, dass der Versuch schief geht bei „Terminator“…..und zum entsprechenden Ergebnis führt…..dank KI, die den Homo Sapiens Sapiens, uns, als „Ungeziffer“ betrachtet, dass es auszurotten gilt – auch Mithilfe menschenähnlicher, stählerner Kampfmaschinen – eben den „Terminatoren“……

        Zynische Grüße
        Bernie

      1. Danke für den Hinweis, aber ich meinte schon die echten aus dem Film „Terminator“, d.h. menschenähnliche, unbesiegbare, stählerne, rotäugige Roboterkrieger…..solche sehe ich hier (bisher) zum Glück, noch nicht, aber was nicht ist kann ja noch kommen…..

        Die Rüstungsfirmen „testen“ ja die neuesten Kriegswaffen unter realen Kriegsbedingungen…..und der „Wertewesten“, und die Ukraine, sind so dämlich dies auch noch öffentlich auszuposaunen – in der Hoffnung die angeblich „dummen Russen“ würden es nicht ähnlich handhaben, und neueste Waffensysteme unter realen Kriegsbedingungen „testen“…..

        Zynischer Gruß
        Bernie

  2. Ich glaube sobald der Krieg sich ausweitet, wird es das beste sein sich selbst umzubringen.
    Das lässt sich zumindest schmerzfrei bewerkstelligen.

    1. „schmerzfrei bewerkstelligen“
      Aber nur gegen den erbitterten Widerstand des deutschen Staates¹, abgesehen natürlich von Menschen, die reich genug sind, sich ihren letzten Urlaub in der Schweiz leisten zu können.
      Ähnlich wie beim Krieg steht hinter dem ganzen Geschwätz vom humanen (Langzeit-)Sterben in deutschen KrankheitsVerwertungsAnstalten² knallhartes wirtschaftliches Interesse.

      ¹Geschissen aufs Verfassungsgericht
      ²Krankenhäusern

  3. Genau. Krieg ist mehr und mehr ein Scheißspiel. Tag und Nacht wird in diesem Krieg gefilmt, werden Ziele identifiziert und es wird getötet. Und es gilt die Regel, wer mehr Soldaten an der Front hat, der hat mehr potentielle Opfer in der Schusslinie. Darum gibt es keine Massenangriffe mehr, denn Geheimhaltung ist nicht möglich. Auch die Soldaten, die Drohnen steuern, leben gefährlich, egal ob in der Nähe der Front oder in Dutzenden Kilometer Entfernung.
    Gleiches gilt für die Stäbe, weit hinter der Front oder für Truppentransporte oder Unterkünfte oder Waffentransporte. Drohnen können Artillerie einweisen und korrigieren und wenn sie zusammenarbeiten, kann die angreifende FPV-Drohne gegnerische Positionen sehen, die sie nicht in ihrem direkten Sichtfeld hat.

    Und jetzt die Frage, wieviele von diesen modernen Mordwerkzeugen hat unsere tapfere Truppe, die gerade im Baltikum stationiert wird?

    1. Gar keine. Irgendein Ex-General hat dazu angemerkt, dass die einzige Aufgabe des 5000 Mann-Häufleins da an der russischen Grenze im Ernstfall sein wird, in Schönheit zu sterben.
      Jetzt wo (noch) nicht geschossen wird, ist ihre Aufgabe natürlich ausschlieslich die Provokation.

  4. Der Krieg wandelt sich nicht. Mengen von Menschen, und dann auch meist Zivilisten, tötet man schon länger.
    Dass wir so nah dabei sein können ist neu. Aber das ist menschliche Sensationsgier.
    Der romantische Kampf Mann gegen Mann ist längst vorbei.
    Aber auch bei diesem Artikel frage ich mich, ob wir wirklich kapieren, wovon wir reden. Dein Nachbar, dein Freund, liegt plötzlich zerrissen neben dir.

  5. Seit den Kriegen des gelernten Kanoniers Napoleon Bonaparte ist die Artillerie die Königin der Schlachtfelder. Der plötzliche ultimative Tod wurde seither laufend modernisiert und entfaltet spätestens seit der berüchtigten Stalinorgel des zweiten Weltkrieges in konventionellen Kriegen seinen Schrecken. Effektiver, kombiniert und verfeinert mittlerweile mit den Angriffen der Luftwaffen. Der moderne Massenschlachtkrieg wird und kann nur schwerlich verfilmt werden. Stattdessen sogenannte Anti-Kriegsfilme, die auch Kriegsfilme sind, die zur besseren Zuschaueridentifikation noch auf der klassischen Mann-gegen-Mann-Sagenwelt der Antike oder des Frühmittelalters beruhen. Kein Wunder, daß die Filmglotzer sich nicht mal im entferntesten vorstellen können, was für endzeitliche Vernichtungswaffen mittlerweile verwendet werden.

    1. Naja, die Dramatisierung im Kinofilm durch Reduktion und Vereinfachung auf den Kampf Mann-gegen-Mann stimmt zwar, kam aber die letzten zwei Jahrzehnte in den Kleinkriegen aber häufig vor. Einfach weil es alles so ein kleiner Rahmen war. Der Krieg in der Ukraine gibt aber einen Vorfeschmack wie der nächste Weltkrieg aussehen könnte, weil zwei reguläre Armeen gegeneinander Krieg führen und nicht gegen ein paar Sandalenträger im Hindukusch gekämpft wird. Was ein richriger Krieg bedeuten würde kann man jetzt schon in der Ukraine teikweise sehen, wie man auch am spanischen Bürgerkrieg sehen konnte, wie wohl der zweite Weltkrieg werden würde.

  6. Sehr geehrter Herr Rötzer

    „sind die Soldaten an der Front nur Glückliche, wenn sie zufällig überleben. “

    Sind Sie da sicher? Wie viele der Überlebenden werden den Rest ihrer Tage schwerst verstümmelt existieren; oder durch die Erlebnisse im Krieg in einer Nervenheilanstalt verbringen.
    Geschädigte, die die Toten beneiden werden und Leid, das frühestens in Jahrzehnten nach Ende des Krieges auch nur gemildert werden kann……….

  7. Da gab’s mal vor vielen Jahren ein Video über eine us-amerikanische Panzerbeatzung im Irak … es wurde zu „Burn, motherfucker, burn“ auf den Gegner geschossen. Ich kann die Quelle nicht nachvollziehen, doch eingebrannt hat sich dieser Irrsinn nachhaltig.
    … vielleicht muß man sich in derartigen Situationen auch so „entmenschlichen“, um letztlich eine Chance zum Überleben zu haben.

  8. Wenn sich der Krieg ausweitet tragen wir doch selbst Mitschuld daran wir schreien doch am lautesten nach immer mehr Unterstützung für die Ukraine statt das endlich zu beenden.Ihr freut euch wohl Schon darauf mit den Ukrainern an erster Front zu stehen.Armes Dummes Volk.

    1. „Wir schreien“? Ich zumindest nicht und viele meiner Bekannten auch nicht.
      Aber die tauchen in den Medien nicht auf, höchstens als Querdenker, Schwurbler, Verschwörungsmystiker, Lumpenpazifisten, Putinversteher, usw.
      Sind wir eine Minderheit oder werden wir nur von den MSM so dargestellt?

      1. Das weiß ich auch nicht. Aber ich vermute, dass wir in der Minderheit sind. Kriegshetze und Siegesgeschrei, das Geplärre von Vaterland, Heldentum und all die andere wirre Scheiße sind so klar erkennbar strunzdumm, dass sie sich nur an die Dummen richten können. Und wenn man die auf seine Seite ziehen kann, wird man immer über eine sichere Mehrheit verfügen.
        Die nächsten Wahlen werden es beweisen. Partein, die uns in den Krieg führen wollen, werden siegen.

        1. Auch meine Einschätzung ist das ich und die meinen zur Minderheit der friedliebenden gehören. Die Masse ist kriegswillig oder schlicht desinteressiert an ihrer Zukunft und der ihrer Kinder. Sie denken einfach nicht weiter nach, leben in der Spaßgesellschaft in den Tag rein.

          1. Die größte Gruppe dürften die Desinteressierten sein. Die haben ja auch schon genug zu tun sich mit den Preissteigerungen der letzten Zeit zu arrangieren. Krieg, wenn direkt gefragt finden alle doof, aber der Krieg in der Ukraine wird ausgeblendet und verdrängt. Das tägliche Leben ist schon mühselig genug geworden und bereitet genug Sorgen.

  9. Die andere Seite dieser perversen Kriege ist diese nette Dame hier, die sich für ihre Wähler einsetzt:

    Yes, but they’re our bastards – The Grayzone live

    https://youtu.be/YTD5esNc2yM?t=2114

    Gibt es auch in Deutschland zuhauf.

    Gegen die Palästina-Camps wird auch so hart vorgegangen, weil sie Forschung an Waffen aus den Unis bannen wollen, das auch internationale Protestierende fordern. Es gibt eigentlich auch Ethikerklärungen an einigen deutschen Universitäten, dass nicht an Waffen geforscht werden soll, aber leider kenne ich Forschungsinstitute, die sich absolut nie daran hielten und heutzutage, wo der mörderische Nationalismus wiedererweckt wird, gilt das noch viel weniger.

    1. Vielen Dank für diesen Clip, und man sollte sich zumindest noch die Antwort von Aaron Maté dazu anhören. Ergänzen könnte man noch, das weder Flint/Michigan noch Jackson, immerhin die Hauptstadt von Mississippi, nach all den Jahren wieder über eine funktionierende Wasserversorgung verfügen, die jeweils nur etwa eine Milliarde U$ kosten würde. In Deutschland wird mE aber eher die Moralflöte strapaziert, mit dem orwellschen Ergebnis, dass nur Waffen Frieden schaffen und sichern können, und Demokratie und Freiheit natürlich und überhaupt alles, was uns lieb und wert ist. Und ja, es findet eine Renaissance des Nationalismus statt, aber nicht auf Seiten der Kriegstreiber – deren inzwischen auch offen ausgesprochenes Ziel ist Hegemonie. Eher im Zuge der Verteidigung der Souveränität, der zentralen Erkenntnis des Westfälischen Friedens von 1648 und Antithese jeder Hegemonie, eingeschränkt allerdings durch das Recht auf Selbstbestimmung.

      (Wäre es nicht zB wünschenswert, dass sich die Anrainerstaaten des ‚Kurdenproblems‘ mit ihnen mal zusammensetzten und über die Bedingungen eines eigenen Staates sprächen? Und läge das nicht auch im nationalen Interesse dieser Staaten, wenn auch nicht im Interesse derer, die am gegenwärtigen Zustand verdienen oder anderweitig Vorteil ziehen?)

      1. Man kann Nationalismen unterscheiden, wer sich gegen einen Hegemon wehrt und wer hegemonial sein Imperium weiter ausbauen will. Selbst imperiale Staaten wie Russland und USA haben ein Rollenverhältnis, dass der Stärkere (USA) den Schwächeren in einem Krieg zu schwächen versucht, nachdem ein Regime change nicht möglich war.

        Allerdings führt Nationalismus und Kapitalismus in den Faschismus. Die Dame, die sich so vehement um die Arbeitsplätze sorgt, wenn nicht genug Menschen in Gaza getötet werden mit JDAMs, natürlich um die Freiheit und Demokratie, ist doch schon ganz nahe am Faschismus, bzw. eine verkappte Faschistin. Wenn man mit der Weimarer Republik vergleichen wollte, wären wir irgendwo kurz vor dem Ermächtigungsgesetz und der Auflösung der Parlamente, allerdings auf einem anderem Zeitstrahl.

        Sheldon Wolin nannte es inverted totalitarism.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Invertierter_Totalitarismus

        Die Diskussion gab und gibt es auch bei linken Widerstandsbewegungen, ob Nationalismus hilft beim Widerstand. Viele dieser Nationalismen sind wiederum eine Reaktion auf den Druck der Angreifer und führen zu grausamen Entscheidungen, um zu überleben.

        Die umliegenden Staaten um die von Kurden bewohnten Gebiete haben kein Interesse daran einen Staat zu gründen, der ihr Regierungssystem gefährdet durch Konkurrenz von einem Staat mit direkter Demokratie, einer Art Räterepublik, die aber doch wieder abhängig ist von den USA und Außenseitern, um zu überleben.

        Die Dame ist eine Lobbyistin von Lockheed Martin, die die JDAM herstellen, verkleidet als „demokratische“ Abgeordnete.

        https://en.wikipedia.org/wiki/Ann_Wagner

        Republikanerin für Missouri (einem der ärmsten Staaten der USA) im House of representatives.

        1. Wer sagt denn, daß ein Kurdenstaat con PKK, YPJ und Co gestaltet würde? Die Kurdenstämme im Nordirak die ziemlich selbsständig sind, wollen von diesen Ideen nichts hören. Zumal es DIE Kurden sowieso nicht gibt. Das sind verschiedene Stämme und Clans, die kurdiache Dialekte Sprechen und sonst wenig gemeinsam haben. Zum Teil noch nicht einmal blutsverwandt. Die sprechen nur aus verschiedenen historischen Gründen eng verwandte Sprachen.

          Irak, Türkei, Syrien werden aber auch nichts abgeben wollen von ihrem Territorium. Die Türkei hat Syrien sowieso ein Stück abgenommen und versucjt das jetzt irgendwie zu legalisieren und ein weiterer Teil Syriens ist immer noch von gemäßigten Rebellen (haha) besetzt. Der Nordirak iat auch fast selsbstständig. Nein da wird keine Regierung etwas abgeben wollen.

          1. Was hier über die Kurden – und die sie beherrschenden Staaten – geschwätzt wird, kommt von allen Beteiligten tief aus dem Tal der Ahnungslosen.

  10. Neu ist Kriegspornographie aber nicht. Kaum waren Photoapparate und Kameras erfunden und flexibel genug, um im Freien verwendet zu werden, kamen sie zum Einsatz (schon im Amerikanischen Bürgerkrieg, in der Mexikanischen Revolution, die überhaupt der erste Medienkrieg war). Siehe z.B. Aufnahmen aus dem 1. Weltkrieg von österreichischen Offizieren, die neben aufgehängten Serben oder mit aufgespießten Köpfen posieren.
    Trotz oft strengster Verbote wurden und werden Aufnahmen gemacht und aus Kriegsgebieten geschmuggelt, selten, um anzuklagen, sondern um zu zeigen, daß man auch in der Hölle seinen Spaß haben kann. Krieg ist auch ein großer Karneval, daß darf man nie vergessen.
    Noch zur Mexik. Revolution als Medienkrieg, als Beispiel für Krieg als Unterhaltung: Pancho Villa, bekanntester Revolutionsgeneral, hatte einen Exklusivvertrag mit Mutual Film Corporation. Für 25.000 Dollar verpflichtete er sich:
    1. keinen anderen Filmgesellschaften Interviews zu geben
    2. wenn möglich, nur bei Tag zu kämpfen
    3. Kampfszenen nachzustellen, wenn keine zufriedenstellenden Aufnahmen während des Gefechts gemacht werden konnten
    4. Hinrichtungen nur im Morgengrauen durchzuführen, weil dann das Licht für die Kameras am besten ist.
    Wie man sieht: die Technik ändert sich, der Mensch nicht.

  11. Wie schon Ernst Jünger im Ersten Weltkrieg lapidar festhielt: Der Soldat fällt nicht mehr, er fällt aus.
    Drohnen zwingen zu einer neuen Art des Stellungskrieges (es gibt noch andere Parallelen zum Ersten Weltkrieg)

  12. Wie ich schon vor Monaten auch hier schrieb: Weil statt der viel zu teuren Kampfmethoden Panzer und massiver Artilleriebeschuss sinnlos, weil zu teuer und ineffektiv sind (diese dinosaurierartige Militärdoktrin ist veraltet) muss der Krieg, auf Deubel komm‘ raus, fortgeführt werden: Die „Garagenentwickler“ stellen billige, aber effektive Tötungsmaschinchen her und das Land gewinnt, welches sich hier den technologischen Fortschritt seitens der Konzerne sichert. Unglaublich.

  13. Es vergeht praktisch keine Minute, in der ich mir nicht wünsche, an der Ostfront von einem Sprengsatz zerfetzt zu werden. Mein Favorit ist derzeit die russische Präzisonsgleitbombe, dicht dahinter die hartverchromte Glattrohrgrante aus gediegenem Rheinmetall. Wann darf ich einrücken, um meinem Todeswunsch Ausdruck zu verleihen?

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