
Wir danken Zeitgeschehen im Fokus für die Möglichkeit der Übernahme des Gesprächs, das Thomas Kaiser mit Harald Kujat führte. Das Gespräch ist in der aktuellen Ausgabe ZiF 16 vom 21. Oktober erschienen.
Thomas Kaiser: Die ehemalige deutsche Außenministerin Baerbock hat behauptet: „Wir führen Krieg gegen Russland.“ Häufig nehmen maßgebliche Politiker, wenn es um Russland geht, das Wort Krieg in den Mund. Will man die Bevölkerung darauf einschwören, dass es Krieg geben soll? Gibt es Kräfte, die gezielt auf einen Krieg hinarbeiten?
General a. D. Harald Kujat: Äußerungen deutscher und europäischer Politiker und die Berichterstattung der Medien vermitteln nicht den Eindruck zu deeskalieren. Im Gegenteil, sie stimmen die Öffentlichkeit auf das Schlimmste ein: einen bevorstehenden Krieg mit Russland. Er soll angeblich unausweichlich bevorstehen.
Russland führe bereits einen hybriden Krieg beziehungsweise einen Schattenkrieg, wie es jetzt auch heißt, gegen Deutschland, wie diverse Vorfälle zeigen würden.
General a. D. Harald Kujat: Im ursprünglichen Konzept eines hybriden Krieges wurden militärische Kampfhandlungen durch Maßnahmen unterschiedlicher Art wie Desinformation, wirtschaftliche Sanktionen, Sabotage oder auch Cyberattacken ergänzt. Wären wir demnach in einem hybriden Krieg mit Russland, stünden sich bereits deutsche und russische Streitkräfte auf dem Gefechtsfeld gegenüber.
Das ist nicht der Fall. Deshalb handelt es sich genau genommen um asymmetrische Aktivitäten, deren Ursprung oft nicht zweifelsfrei geklärt ist. Die Botschaft soll jedoch lauten: Wir werden von Russland angegriffen. Doch eine Aggression ist gemäß UN-Definition etwas anderes, nämlich die Anwendung von Waffengewalt gegen einen Staat.
Die inflationäre Verwendung des Begriffs «hybrider Krieg» verändert die Bedeutung des Begriffs „hybrid“ grundlegend. Er entwickelt sich von einer präzisen Beschreibung für eine Kombination verschiedener, unterschiedlicher Maßnahmen zu einer Chiffre für das Unklare und Diffuse und bedeutet alles, was kein klassischer Krieg ist, aber trotzdem bedrohlich wirkt. Martin Heidegger sagte, die Sprache sei das Haus des Seins. Deshalb offenbart die Wortwahl viel über die deutsche Befindlichkeit.
Angeblich werde Deutschland von Russland wegen seiner Unterstützung der Ukraine „hybrid angegriffen“. Kann die Unterstützung Deutschlands an der Seite der Ukraine als Kriegsbeteiligung gewertet werden?
General a. D. Harald Kujat: Von Russland wird die Unterstützung der Ukraine durch den Westen als Kriegsbeteiligung gewertet. Der russische Außenminister Lawrow hat die militärische Unterstützung der Ukraine sogar als einen de facto vom Westen geführten Krieg gegen Russland bezeichnet. Die Nato und die Europäische Union hätten Russland den Krieg erklärt und benutzten die Ukraine als Vollstrecker.
Der Westen finanziert den Krieg, liefert leistungsfähige Waffensysteme, Aufklärung und Echtzeit-Zieldaten und versetzt die Ukraine dadurch in die Lage, strategische Ziele in Russland anzugreifen. Völkerrechtlich ist umstritten, ob der Westen sich im Krieg mit Russland befindet, und an welchem Punkt die Hilfe für den Angegriffenen die Unterstützung zur Selbstverteidigung überschreitet; schließlich verlangt das Völkerrecht Bemühungen, den kriegerischen Konflikt zu beenden.
Politisch ist die Situation jedoch hoch brisant. Wenn Aufklärungs- und Zielinformationen, die KI-gestützte Zusammenführung und Analyse von Daten ebenso wie hochwertige westliche Systemkomponenten entscheidend sind, um beispielsweise Drohnenangriffe tief in den russischen Raum erfolgreich auszuführen beziehungsweise Angriffe ohne diese Informationen und Komponenten nicht durchgeführt werden könnten, kann das als unmittelbare Beteiligung an Kampfhandlungen gewertet werden.
Warum wird die Eskalation von Westeuropa, insbesondere von Deutschland, vorangetrieben, und welche Risiken und Gefahren erwachsen daraus?
General a. D. Harald Kujat: Angriffsabsichten Russlands auf die Nato oder westliche Staaten werden mit revanchistischen und imperialistischen Plänen begründet. Der russische Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 belege die grundsätzliche Absicht Moskaus, nach der Ukraine auch Nato-Staaten anzugreifen, um imperial-politische Ziele bis hin zur Wiederherstellung eines russischen Einflussbereichs im Raum der ehemaligen Sowjetunion zu verwirklichen. Es heißt, Putin betrachte den Zerfall der Sowjetunion als „größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“.
Daraus nähre sich ein imperialistischer Revisionismus. Der deutsche Außenminister erklärte kürzlich ebenfalls, dass Putin den Zusammenbruch der Sowjetunion als größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet habe. Er fuhr fort: „Wenn das die größte Katastrophe war, dann möchte er die wahrscheinlich reparieren. Dazu gehört die Ukraine, dazu gehört auch Georgien, Moldau und das Baltikum. Das sind jetzt EU- und Nato-Mitglieder, und damit sind wir dann selbst auch betroffen als Alliierte.“ Zur russischen Bedrohung sagte er: „Wir werden ja jetzt schon angegriffen. Denken Sie an die Drohnen in Leipzig.“
Der Außenminister bezieht sich wie andere auf eine Rede Putins vom 25. April 2005 vor der Föderationsversammlung. Die offizielle, vom Pressedienst des Kremls veröffentlichte englische Übersetzung weicht allerdings von der gewöhnlich zitierten Fassung ab. Danach sagte Putin nicht, der Untergang der Sowjetunion sei die größte, sondern eine große geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts („a major geopolitical disaster“).
Bereits ein Jahr zuvor hatte er das Ereignis als „gesamtnationale Tragödie von gewaltigen Ausmaßen“ bezeichnet. Putin beschrieb in seiner Rede im April 2005 die Auflösung der Sowjetunion als ein Drama für das russische Volk, mit Massenarmut, dem schwersten wirtschaftlichen Niedergang und der Lähmung des sozialen Bereichs. Viele hätten damals geglaubt, die junge russische Demokratie sei nicht die Fortsetzung russischer Staatlichkeit, sondern deren endgültiger Zusammenbruch beziehungsweise die verlängerte Agonie des sowjetischen Systems.
Aber sie hätten sich geirrt. Gerade damals hätten sich in Russland Kräfte der Selbsterhaltung und der Wille zu einem neuen und freien Leben entwickelt. Ich überlasse es Ihnen zu beurteilen, ob Putin damit eine außen- und sicherheitspolitische Langzeitstrategie dokumentierte oder sich seine Worte auf die russische Innenpolitik bezogen.
Die deutsche Bedrohungsperzeption stützt sich nach wie vor auf die Annahme, der russische Angriff auf die Ukraine belege die grundsätzliche Absicht Moskaus, nach der Ukraine auch Nato-Staaten anzugreifen, um imperial-politische Ziele bis hin zur Wiederherstellung des Einflussbereichs der ehemaligen Sowjetunion zu verwirklichen.
Die amerikanische Regierung gelangt in der jährlichen Bedrohungsanalyse ihrer Nachrichtendienste zu einer anderen Einschätzung als die Bundesregierung. Bereits 2024 stellte sie fest: „Russland will mit ziemlicher Sicherheit keinen direkten militärischen Konflikt mit den Streitkräften der USA und der Nato und wird seine asymmetrischen Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines militärischen Konflikts weltweit fortsetzen.“
Die amerikanischen Bedrohungsbewertungen fließen aufgrund der umfassenden Aufklärungsfähigkeiten der USA mit einem erheblichen Gewicht in die Bedrohungsanalysen der Nato ein. Die Behauptung, der Zeithorizont 2029 für einen russischen Angriff sei keine deutsche Zeitplanung, sondern eine gemeinsame nachrichtendienstliche Bewertung der Nato, wird von der Nato bestritten. Der amerikanische General Alexus G. Grynkewich, einer der beiden strategischen Befehlshaber der Nato, erklärte am 11. Juni 2026, er habe die vorliegenden Geheimdienstinformationen sehr genau verfolgt: „Russland sucht keinen Konflikt mit der Nato.“
„Ein großer europäischer Krieg kann nicht mehr ausgeschlossen werden“
Auch Präsident Trump hat sich nach dem Drohnenvorfall auf dem Leipziger Flughafen ähnlich geäußert: „Wir sprechen miteinander, ich kenne ihn sehr gut. Putin plant keinen Angriff auf das Nato-Gebiet.“
Trotzdem wird von beiden Seiten eskaliert. Deshalb frage ich noch einmal: Wohin führt das Ihrer Meinung nach?
General a. D. Harald Kujat: Die derzeitige Entwicklung ist in der Tat durch eine klassische Eskalationsdynamik gekennzeichnet. Mit der Folge, dass ein großer europäischer Krieg nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Vielmehr ist das Risiko permanent gestiegen. Dazu hat auch das alternativlose finanzielle und materielle Engagement der europäischen Nato-Staaten sowie insbesondere die Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte in der Operationsplanung, Aufklärung und Zielbekämpfung beigetragen.
Ein offener Krieg mit Russland muss unbedingt verhindert werden. Da die westliche Diplomatie gegenüber Russland seit Jahren eingestellt ist, gibt es auch kein geeignetes Krisenmanagement. Zudem wurde der 1997 zwischen der Nato und Russland vereinbarte Mechanismus, der die gemeinsame friedliche Beilegung von Krisen und Konflikten ermöglichen und eine Gefahrenlage wie die heutige verhindern sollte, nach der russischen Annexion der Krim von der Nato suspendiert.
Diese Sprachlosigkeit muss in unserem wohlverstandenen eigenen Interesse überwunden werden. Präsident Trump hat es vorgemacht und Putin als Partner für die Suche nach einem einvernehmlichen Verhandlungsfrieden wieder zurück auf die Weltbühne geholt.
Von den Europäern wird Trump aber auch vorgeworfen, er sei immer bereit, Putin zu unterstützen wie beispielsweise mit dem von Selenskyj heftig kritisierten Diesel-Deal. Welche Auswirkungen haben die erneuten Spannungen zwischen Selenskyj und Trump auf den Kriegsverlauf?
General a. D. Harald Kujat: Die Spannungen haben sich in letzter Zeit deutlich verschärft. Ausgangspunkt ist das Abkommen zwischen Trump und Putin über die Lieferung von Diesel an die USA und auf den Weltmarkt. Die USA haben die entsprechenden Sanktionen gegen Russland bis zum 7. April 2027 ausgesetzt. Selenskij kritisierte dieses Abkommen als nicht fair und nicht ehrlich sowie als Zeichen amerikanischer Schwäche.
Trump reagierte auf Selenskijs Kritik, indem er ihm vorwarf, mehrfach Möglichkeiten für eine Friedensvereinbarung ausgeschlagen zu haben. Er erklärte, Russland wolle eine Einigung, Selenskij hingegen nicht, und forderte einen neuen ukrainischen Präsidenten, der bereit sei, den Krieg durch eine Vereinbarung zu beenden.
Trumps Kritik an Selenskij ist zutreffend. Die Tragik der Ukraine besteht darin, dass sie immer wieder Gelegenheiten für einen Verhandlungsfrieden verstreichen ließ, zum Teil auch deshalb, weil ihr suggeriert wurde, sie könne die strategische Lage dank westlicher Unterstützung zu ihren Gunsten wenden. Dass Putin verhandeln wollte, ist dokumentiert. Dazu nur zwei Beispiele. Am 25. Dezember 2022 erklärte Putin, Russland sei bereit, mit allen Beteiligten über akzeptable Lösungen zu verhandeln und am 11. Mai 2025 schlug er direkte Gespräche in Istanbul ausdrücklich ohne Vorbedingungen vor.
Damit zeichnet sich ab, dass die USA und Europa im Ukraine-Krieg auseinanderdriften?!
General a. D. Harald Kujat: Den Europäern ist es mehrfach gelungen, den Kurs des amerikanischen Präsidenten in Richtung Friedensverhandlungen zu ändern. Zuletzt auf dem G7-Gipfel in Evian, als sie Trump dazu brachten, die in Anchorage mit Putin getroffene Absprache zu Verhandlungsgrundlagen zurückzunehmen. Trumps erratisches Vorgehen und seine Wankelmütigkeit in Hinblick auf die russische oder ukrainische Position und die Einflussnahme der europäischen Staats- und Regierungschefs haben wesentlich dazu beigetragen, dass noch keine konstruktiven Verhandlungen aufgenommen wurden.
Trump ist nicht ideologisch antirussisch oder sogar feindlich gegenüber Russland eingestellt, was dazu beiträgt, dass die Wege der Europäer und der USA in der Ukrainepolitik immer weiter auseinander gehen; insbesondere verstärkt durch die jüngsten Spannungen zwischen Trump und Selenskij und die offensichtliche Parteinahme der Europäer für Selenskij. Offenbar hat die amerikanische Regierung ihre Drohung bereits zeitweise wahrgemacht, künftig keine Aufklärungsinformationen mehr zu liefern, sollten die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien nicht eingestellt werden. Denn Selenskij beklagte, keine Warnungen über anfliegende russische Raketen zu erhalten. Und auch Starlink war zeitweise nicht voll einsetzbar.
Der ukrainische Präsident hat dann den Streit mit Trump noch einmal verschärft. Er gab an, er fühle sich von Trump verraten, und kritisierte dessen Bestreben, mit Russland Geschäfte zu machen, und warf ihm vor, Putin zu bewundern. Zugleich kündigte er an, die Angriffe auf russische Raffinerien fortzusetzen. Trump bezeichnete die Wiederaufnahme der ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien als „Schande“. Er bekräftigte seine Kritik an Selenskij und bezeichnete ihn als Hindernis für einen Friedensschluss mit Russland: „Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne ihn. Er will keine Übereinkunft.“
Bundeskanzler Merz hat sich in Bezug auf die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien offen gegen Trump gestellt und betont, es sei „richtig, nachvollziehbar und verständlich, wenn auch die Ukraine ihrerseits Ziele in Russland angreift und die Kriegsführung der russischen Regierung und der russischen Armee beeinträchtigt“; das betreffe sowohl die Kommunikation als auch die Energieversorgung.
Es gibt offensichtlich keinen Konsens zwischen den USA, der Ukraine und Europa, worum es in diesem Krieg geht und wie er beendet werden könnte. Die Europäer sind der Auffassung, die Ukraine müsse massiv militärisch unterstützt werden, um sie in eine vorteilhafte Verhandlungsposition zu bringen und Putin zu Verhandlungen zu zwingen. Die gegenwärtige Entwicklung könnte jedoch dazu führen, dass die USA ihre Unterstützung der Ukraine weiter einschränken, um Selenskyj an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Was bedeutet das für die Europäer?
General a. D. Harald Kujat: Die Europäer müssen vor allem verstehen, dass auch ihre kürzlich beschlossenen Rüstungsprogramme amerikanische Schlüsselfähigkeiten für die Kriegsführung nicht ersetzen können. Sie werden ebenso wenig wie die umfangreichen Sanktionspakete der Europäischen Union, die ohnehin vor allem unserer Volkswirtschaft schaden und unsere Deindustrialisierung vorantreiben, Russland zur Einstellung der Kampfhandlungen zwingen.
Sollten die USA Starshield, die militärische Version von Starlink, abschalten, die KI-Software Maven von Palantir, die Informationen von unterschiedlichen Sensoren und Quellen zu einem Lagebild fusioniert und Aufklärungsergebnisse mit der Einsatzplanung und Zielauswahl verbindet, sowie nachrichtendienstliche Informationen, Aufklärungsergebnisse und Vorwarnungen des amerikanischen Frühwarnsystems bei Angriffen russischer Raketen nicht mehr bereitstellen, müsste die Ukraine kapitulieren.
Wann wird sich endlich die Erkenntnis durchsetzen, dass Europa nicht einmal ansatzweise in der Lage ist, die von den USA geleisteten Schlüsselfähigkeiten für die Kriegsführung zur Verfügung zu stellen? Deshalb wäre ein europäisch-amerikanischer Schulterschluss im Hinblick auf Friedensverhandlungen für Europa und die Ukraine wichtiger, als lediglich auf die Fortsetzung des Krieges zu setzen.
Von westlichen Politikern wird behauptet, Russland könne den Krieg militärisch nicht gewinnen. Siegt dann also die Ukraine?
General a. D. Harald Kujat: Nachdem Selenskyj das weitgehend ausgehandelte Abkommen von Istanbul im April 2022 aufgrund des westlichen Einflusses hatte scheitern lassen, hätte ihn die negative Entwicklung der militärischen Lage veranlassen müssen, so früh wie möglich neue Friedensverhandlungen anzustreben. Nicht einen brüchigen Waffenstillstand, dessen voraussichtliches Scheitern jede weitere Einigung verhindern würde. Bereits Anfang November 2022 sagte der damalige amerikanische Generalstabschef, Mark Milley, die ukrainischen Streitkräfte hätten erreicht, was ihnen möglich sei. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen.
Ein Jahr später scheiterte die große ukrainische Offensive unter hohen Verlusten. Den Operationsplan hatten westliche Offiziere verfasst, und die Masse der eingesetzten zwölf Brigaden wurde im Westen – überwiegend in Deutschland – ausgebildet und ausgerüstet. Der Versuch, von Russland besetztes Territorium zurückzuerobern, war ein für alle Mal gescheitert, und damit für die Ukraine de facto auch der Landkrieg. Alle Beteiligten – auch die europäischen Unterstützer der Ukraine – hätten erkennen müssen, dass es nicht möglich ist, die strategische Lage zu Gunsten der Ukraine zu wenden. Deshalb kann nur eine Friedensvereinbarung eine militärische Niederlage der Ukraine abwenden, die auch die Zukunft einer freien, unabhängigen und souveränen Ukraine gefährden würde.
Als es darum ging, der Ukraine weitreichende Raketen zu liefern, lehnte Joe Biden das mit der Begründung ab, er wolle keinen Dritten Weltkrieg riskieren. Inzwischen werden vor allem von Deutschland Drohnen geschickt oder in Zukunft gemeinsam mit der Ukraine gebaut, die weit im russischen Hinterland Schäden anrichten können. Riskiert Deutschland den Dritten Weltkrieg? Gerade hat Merz bei seinem Besuch in Kiew bestätigt, der Ukraine weitere Gelder zukommen zu lassen.
General a. D. Harald Kujat: In der gegenwärtig äußerst angespannten Lage müssten beide Seiten daran interessiert sein, weitere Schritte der Eskalation zu vermeiden und wann immer möglich zu deeskalieren. Putin hat sich drei Tage vor dem Besuch des Bundeskanzlers in Kiew am 4. Oktober zu westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine geäußert. Er sagte, Angriffe auf westliche Waffenlieferanten, die Rüstungsgüter für die Ukraine produzierten, seien nicht geplant.
Die Lage sei zwar eine Bedrohung, aber bisher behalte Russland das lediglich im Blick. Eine größere Bedrohung sei, dass westliche Staaten der Ukraine Satellitendaten für Angriffe auf Russland zur Verfügung stellten. Angesichts der Tatsache, dass das russische Verteidigungsministerium vor einiger Zeit eine Liste mit westlichen Rüstungsfirmen als Ziele russischer Angriffe veröffentlichte, ist dies ein bemerkenswerter Deeskalationsschritt.
Ein wichtiger Nebenaspekt der Ankündigung Putins, keine westlichen Rüstungsfirmen angreifen zu wollen, ist, dass die roten Linien Russlands, deren Überschreiten eine militärische Reaktion auslösen, deutlicher werden. Denn für den Fall eines direkten Angriffs auf die Russische Föderation – Putin erwähnte insbesondere Kaliningrad – stelle sich die Frage des Einsatzes aller Waffen, die Russland zur Verfügung stünden, die natürlich unweigerlich und unmittelbar auf der Tagesordnung stünden. Manöver und die Festsetzung russischer Schiffe stellten eine Eskalation dar. Russland wolle niemanden einschüchtern oder angreifen, werde aber auf Aggressionen reagieren. Russland plane nicht, irgendein Land in Europa anzugreifen, weder im Jahr 2030 noch im Jahr 2050.
Putin mag dabei auch an die Äußerungen des ehemaligen Befehlshabers der amerikanischen Landstreitkräfte in Europa, Generalleutnant Donahue, im Juli vergangenen Jahres gedacht haben. Donahue sagte: „Wenn man sich Kaliningrad ansieht, das etwa 47 Meilen breit ist und auf allen Seiten von der Nato umgeben ist, gibt es absolut keinen Grund, warum wir diese A2/AD-Blase (Aufklärung/Luftverteidigung), um Russland abzuschrecken, nicht in einem beispiellosen Zeitrahmen vom Boden aus ausschalten können – schneller, als wir es jemals zuvor geschafft hätten. Das haben wir bereits geplant.“
Eine angemessene Reaktion auf Putins Deeskalation zu Waffenlieferungen wäre, dass die europäischen Verbündeten der Ukraine ebenfalls deeskalieren oder doch wenigstens auf weitere Eskalationen verzichten. Vorausgesetzt, man unterstellt rationales Handeln, mit dem Ziel, einen europäischen Krieg zu verhindern. Das Gegenteil war jedoch der Fall. Nicht nur Präsident Biden hatte sich bemüht, eine Ausweitung des Ukraine-Kriegs zu einem großen europäischen Krieg zu verhindern. Präsident Trump lehnte es aus dem gleichen Grund ab, der Ukraine Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von 2500 Kilometern zu liefern.
Dagegen hat der Bundeskanzler am 4. Oktober in Kiew nicht nur weitere finanzielle Unterstützung zugesagt, es wurde auch ein breites Spektrum von Vereinbarungen und Absichtserklärungen zur militärischen Unterstützung abgeschlossen, die im Gegensatz zur amerikanischen Zurückhaltung stehen, darunter über die gemeinsame Massenproduktion weitreichender Angriffssysteme für die Ukraine – ein weiterer Eskalationsschritt in Richtung „Point of no return“. Vereinbart wurde auch die Produktion von mehreren zehntausend Abfangdrohnen in der Ukraine, finanziert durch Deutschland, ebenso wie die Lieferung tausender IRIS-T-Luftabwehrraketen und zusätzlicher Abschussanlagen.
Großbritannien will weitere Storm Shadow-Marschflugkörper mit einer Reichweite von 250 Kilometern liefern. Und die Europäische Union verhandelt über die ukrainische Forderung, weitere 32 Milliarden Euro für den Haushalt und 45 Milliarden Euro für die Verteidigung bereitzustellen.
Diese Entwicklung gibt Anlass zu größter Sorge. Wohin führt das?
General a. D. Harald Kujat: Ja, die Zeit drängt. Ich habe schon darauf hingewiesen, dass die derzeitige Entwicklung der klassischen Eskalationslogik entspricht, die Clausewitz wie folgt definiert: „So gibt jeder dem anderen das Gesetz; es entsteht eine Wechselwirkung, die dem Begriff nach zum Äußersten führen muss.“ Damit es nicht zum Äußersten kommt, ist jetzt mehr denn je die Bereitschaft der Europäer, und insbesondere der Bundesregierung, gefordert, Fehleinschätzungen zu korrigieren und Realitätssinn, Verantwortungsbewusstsein und Vernunft walten zu lassen.
In der derzeitigen Lage müssen Verhandlungen über ein Kriegsende nicht nur als Verhinderung eines großen europäischen Krieges, sondern auch als Chance gesehen werden, eine militärische Niederlage der Ukraine abzuwenden und ihren Fortbestand als souveräner, unabhängiger und zukunftsfähiger Staat zu sichern.
Jetzt sind Persönlichkeiten gefragt, die über sicherheitspolitischen Weitblick und strategisches Urteilsvermögen verfügen und sich von den deutschen Interessen und dem Friedensgebot der Verfassung leiten lassen, um Wege aus der Gefahr eines großen europäischen Krieges zu finden.
General a. D. Harald Kujat, geboren am 1. März 1942, war unter anderem Generalinspekteur der Bundeswehr und als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses höchster Militär der Nato. Zugleich amtete er als Vorsitzender des Nato-Russland-Rats sowie des Euro-Atlantischen-Partnerschaftsrats der Generalstabschefs.
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Die aktuelle Ausgabe von „Tacheles“ (Röper und Stein) ist in dem Zusammenhang interessant und leider beängstigend. Von den deutschen „Medien“ unbemerkt (also nicht berichtet) sind offenbar alle Staaten in der Grenzregion zu Russland gerade dabei, ihre Gesetze zu ändern, was die Stationierung von Atomwaffen betrifft. Die EU-Vasallen der NATO sind offenbar in selbstmörderischer Absicht dabei, einen Atomkrieg mit Russland zu riskieren an dessen Ende das Ende Europas stehen würde….
Fuck the EU, so die US Diplomatin Victoria Nuland 2014 !
Sie sprach es aus, was die Politiker der USA mit der neuen Weltordnung denken.
Und das im Zusammenhang mit der Ukraine Krise.
Die EU wird zwar von der Kriegswirtschafts Vdl. EU noch aufrechterhalten.
Vor allem um Billionen aus Europas Länder heraus zu reißen und die Europäer verarmen zu lassen.
Um vom demokratiepolitischen Totalversagen der EU abzulenken, wird Russland als Feind und Bösewicht aufgebaut.
Aber das Schuldenkarussel und Banker Kartenhaus EU ist bereits am Zusammenbrechen.
Die sozialen, finanziellen und gesellschaftlichen Folgen dieses bösartigen Experimentes sind fatal und dramatisch für die Europäer und den Ländern.
Ein völliges Versagen der Gewerkschaften und politischen Parteien in ganz Europa.
Europas adelige Herrscher Häuser haben sich viele Jahrhunderte Reichtümer und Macht in dieser WELT angehäuft.
Seit Napoleons Zeiten und all den Adeligen und Geldeliten, dem 1.WK.und dem 2.WK. gehts mit Mio. Toten gegeneinander und vor allem wieder gegen Russland.
Europas Herrscherhäuser waren zu lange ein unersättliches Raubtier in dieser Welt und ging brutalst gegen die meisten Länder und deren Bewohner dieser Welt vor….. Auch in Europa selbst !!
Europa muss zu seinen vielfältigen kulturellen und friedlichen Wurzeln zurück, ansonsten wird es von den US Wall Street Spekulanten und Londoner City Hochfinanz, den Bilderbergern, BIZ, IWF und der Weltbank zermalmt. ….Nicht zum ersten Mal !!
Und einen großen fatalen Atom Krieg mit Russland wollen die Europäer nicht, nur die politischen Handlanger und deren bekannten Profiteure und berüchtigten Banker und Geldeliten.
Und dass die korrupte und bankrotte Ukraine europäische Werte verteidigt, ist ein Schmäh, den uns die EU seit Jahren verkauft und dabei Biilionen Steuergelder von den Europäern verjubelt und den sozialen Frieden zerstört !!!
Diese Kriegstreiber Regierung muss weg !!
Wir haben es mit einen NEUEN NAZIS-REGIERUNG IN DEUTSCHLAND ZU TUN !!.
https://www.youtube.com/shorts/ufvsKvgfPAs
Diese Frau hat zu 100% Recht !!