Ukraine: “Die Menschen hinter der Front haben kaum eine Vorstellung davon, was hier passiert”

Bild: Ukrainisches Südkommando

Nato-Generalsekretär sieht entgegen Selenskij keine Nato-Staaten bedroht. Der Ukraine gehen die Soldaten aus, allein nach Deutschland sollen um die 300.000 Männer im wehrfähigen Alter geflohen sein.

 

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat bei seinem Besuch in Nordmazedonien einen Grund zerlegt, der der Nato und auch der Ukraine dazu gedient hatte, die Unterstützung von Kiew zu fordern. Die Begründung war bzw. ist bislang, dass Russland, würde es militärisch siegen, weitere Nato-Länder angreifen. Daher führt die Ukraine einen Stellvertreterkrieg, in dem es die imperialistischen Gelüste Russlands blockiert.

Jetzt aber erklärte Stoltenberg, als er gefragt wurde, wie er die Äußerung von Präsident Selenskij interpretiert, dass Russland den Plan verfolge, den Balkan zu destabilisieren: „Wir sehen keine drohende militärische Gefahr von Russland gegen irgendeinen Nato-Alliierten oder eine Nato-Region.“ Auf das Thema der Destabilisierung ging er gar nicht ein, aber mit der Feststellung scheint man auch in der Nato vom Ziel eines notwendigen militärischen Siegs abzurücken. Man werde weiterhin die Ukraine „in dem Recht zur Selbstverteidigung“ unterstützen.

Auch Selenskij schaltet in der Begründung um, selbst wenn er weiterhin beteuert, dass die Ukraine im „Zentrum der globalen Konflikte“ stehe. Nachdem das Pentagon warnte, die Militärhilfe zurückschrauben zu müssen, wenn der Kongress keine zusätzlichen Mittel bewilligen würde, übernahm er die Begründung, die auch in der Biden-Regierung für die Republikaner verwendet wird, dass die Militärhilfe letztlich der amerikanischen Rüstungsindustrie zugute komme und Jobs schaffen würde: „Wenn Sie für und mit der Ukraine (Waffen) produzieren, produzieren Sie diese auch mit den Amerikanern. Daher sind große Teile der Produktion in ihren Bundesstaaten.“ Von einem Stellungskrieg will er nichts wissen, es gebe doch Fortschritte im Schwarzen Meer.

Man könne den Krieg schnell beenden, sagte er zu Trumps Beteuerungen, er könne das als Präsident innerhalb von 24 Stunden machen, wenn die Ukraine die Krim und den Donbass Russland überlasse, das Land sei aber nicht für einen solchen Friedensplan bereit. Er lud Trump ein, nach Kiew zu kommen, das könne er ihm in 24 Minuten erklären. Und in einem NBC-Interview wiederholte er die Gefahr, die Stoltenberg ausschloss, wenn die USA nicht weitere Militärhilfe leisten: „Wenn Russland alle von uns tötet, werden sie Nato-Länder angreifen, und Sie werden Ihre Söhne und Töchter schicken.“

650.000 wehrfähige ukrainische Männer sind in der EU registriert

Schon länger ist bekannt, dass die Ukraine, selbst wenn weitere Waffenlieferungen in ausreichendem Maße kämen, nicht mehr ausreichend Männer für die Front mobilisieren könnte, um Offensiven durchführen zu können oder auch weiterhin an der gesamten Front Widerstand zu leisten. Bekannt ist, dass nach Eurostat-Zahlen in den 27 EU-Staaten sowie in Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein mehr als 650.000 wehrfähige ukrainische Männer im Alter von 18 bis 64 Jahren als Flüchtlinge registriert sind. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher sein. Nach Eurostat, Stand 8. November, sind 2,4 Millionen Ukraine in der EU, fast 20 Prozent davon Männer im wehrfähigen Alter. Der österreichische Exxpress – und die Welt –  schreibt:

„Laut Bundesinnenministerium kamen seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 exakt 221.571 ukrainische Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren nach Deutschland, heute halten sich demnach noch 189.484 Männer auf. Das sind die behördlich registrierten. Nach Schätzungen des Ministeriums kommen 100.000 weitere hinzu, die sich nicht gemeldet haben und damit illegal im Land sind.“ Das wären dann um die 300.000 Männer. Insgesamt sind Anfang November 1.115.678 -(nach Eurostat: 1.194.900) – ukrainische Flüchtlinge in Deutschland registriert worden, 34 Prozent sind Männer. Fast die Hälfte aller Flüchtlinge will auch nach Kriegsende nicht zurück in die Ukraine.

Laufend versuchen Ukrainer, der Mobilisierung durch Tricks zu entgehen oder aus dem Land zu fliehen, was vor allem denjenigen gelingt, die Geld für Fluchthelfer oder Bestechung haben. Die 20.000 Männer, die beim „illegalen“ Grenzübertritt gefasst wurden, sind sicher nur die Spitze des Eisbergs. Mit allen Mitteln versucht die ukrainische Regierung Schlupflöcher zu schließen, Ausnahmen z.B. wegen Studium oder Krankheiten zu reduzieren und die Korruption in den Rekrutierungszentren und bei Ärzten zu beenden. Immer wieder tauchen Videos auf, in denen Männer auf der Straße gewaltsam zur Mobilisierung verschleppt werden.  Überlegt wird auch, wie man an die wehrpflichtigen Männer im Ausland kommen könnte. Gleichzeitig gab es Proteste der Angehörigen, weil mangels Personal Soldaten an der Front nicht mehr ausgetauscht werden.

Harte Strafen für Deserteure

Im zweiten Kriegsjahr hat sich die Zahl der desertierten Soldaten in den ukrainischen Streitkräften im Vergleich zu 2021 fast verfünffacht. Noch sind die Zahlen relativ niedrig, die Frage ist, ob alle Vorfälle erfasst werden, aber die Zahlen wachsen an. 2023 sind bis einschließlich September 4638 Soldaten desertiert, 10.940 haben sich unerlaubt entfernt, 161 haben sich selbst verletzt, um nicht mehr kämpfen zu müssen. Strana geht nach dem Justizregister davon aus, dass tausende Verdächtige und Gefangene in den Untersuchungshaftanstalten und Gefängnissen eingesperrt sind. In der Regel werden Deserteure mit 5-8 Jahren Gefängnis bestraft. Viele der Angeklagten sprechen von ihrer Angst vor dem Tod. Auch Soldaten der Freiwilligenverbände werden genauso hart bestraft.

Es gibt bzw. gab offenbar auch „Disziplinierungsbataillons“ ähnlich den Wagner-Verbänden, in denen Strafgefangene ihre Haftstrafe abbüßen konnten, indem sie an die Front, meist an die gefährlichsten Stellen, geschickt wurden. Allerdings scheint der Kampfwille nach Strana gering gewesen zu sein, manche hätten sich schnell ergeben, die Gefahr bestand, dass die Kommandeure erschossen werden. Mittlerweile würden sie daher als Baubataillone eingesetzt werden.

Wer sich weigert, an die Front zu gehen, wird angeblich zu anderen Arbeiten wie dem Ausheben von Schützengräben oder dem Bau von Befestigungen eingesetzt. Wenn in Einheiten viele desertieren oder unerlaubt vom Dienst fernbleiben, würden auch die Kommandeure teilweise mit Verweisen oder Geldstrafen belangt. Ein Major der Streitkräfte sagte gegenüber Strana:

„Die Realität an der Front ist grausam – wir haben viele Verluste an der Front, jeden Tag sterben Soldaten – die Russen haben gelernt zu kämpfen, unsere Stellungen werden jeden Tag gestürmt. Es gibt weniger Rotationen in den Streitkräften der Ukraine. Es gibt nicht genügend Rekruten. Verwundete Soldaten, die nicht in Krankenhäusern behandelt werden, müssen in die Schützengräben zurückkehren. Die Menschen hinter der Front haben kaum eine Vorstellung davon, was hier passiert, sie zeichnen ein rosiges Bild. In vielen Kampfeinheiten gibt es einen Personalmangel von bis zu 30-40 Prozent – ​​diese Zahl umfasst nicht nur die Toten und Verwundeten, sondern auch die „Fünfhundertstel“ und Deserteure. Neben offiziellen Fällen der Desertion gibt es in allen Einheiten der Streitkräfte der Ukraine ‚versteckte Fünfhundertstel‘ – Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere täuschen Krankheiten vor. Andere versuchen mit aller Kraft, im Hauptquartier und in den hinteren Einheiten zu bleiben – nur um nicht an die Front zu gehen.“

Kürzlich verbreitete Selenskij in einem Interview mit der britischen Sun weiterhin ein anderes Bild von den Ukrainern: „Wenn Sie sie fragen, ob Sie bereit sind, Russland unser Land zu überlassen? Seid ihr bereit, mit den Russen darüber zu sprechen, wie man das alles beenden kann? Seid ihr persönlich bereit für einen Kompromiss mit Putin und habt ihr es satt? Sie werden Ihnen sagen, dass wir nicht müde sind. Wir sind bereit, weiter standzuhalten.”

Aber er räumte auch ein, dass es zwischen der Militärführung und ihm einen Konflikt gibt. Den Oberbefehlshaber Saluschni und die Generäle forderte er auf, sich aus der Politik herauszuhalten. Wenn ein Militär Politik machen will, könne er nicht mehr Krieg führen. Es gebe zudem ein „absolutes Verständnis der Hierarchie“, es könne „nicht zwei, drei, vier, fünf“ Kommandeure geben. Selenskij ist als Präsident oberster Kriegsherr, da will er sich nicht hereinsprechen lassen. Kritik hatte es aus dem Militär beispielsweise gegeben, als er an der aussichtslosen und opferreichen Verteidigung von Mariupol und Bachmut festhielt, obwohl sie strategisch keine wichtige Bedeutung spielten. Gegenwärtig wiederholt Selenskij diese Position, indem er an der Verteidigung von Awdiwka festhält, um trotz hoher Verluste heroischen Widerstand zu demonstrieren und keinen Rückzug einräumen zu müssen.

Ähnliche Beiträge:

51 Kommentare

  1. Na nun ist ja die Ukraine weitgehend aus der Berichterstattung des ÖRR verschwunden, wie zuvor Corona. Das heiße Eisen heißt nun Hamas (noch nicht mal Gaza), dafür wird dann gerne mal ein ZDF-Spezial gesendet und die Soap verschoben. Natürlich ist das genauso verlogen wie die Spezials zuvor. Die 5000 ermordeten palästinensischen Kinder mit unsererer Militätunterstützung werden totgeschwiegen, denn die dienen ja dem Existenzrecht Israels, dummerweise auf fremden Territorium. Aber das kann aufgrund der verbreiteten Erinnerungsschwächen schon mal vorkommen. Herr Söder hat, und das muss man ihm zugute halten, geäußert, dass das Vertrauen in den ÖRR wieder hergestellt werden muss. Davon sind wir noch weit entfernt. Und was die Ukraine betrifft, habe ich meine Meinung über Flüchtlinge etwas geändert. Ich gönne jedem, der es hier her schafft, denn die Alternative kenne ich noch von DDR-Zeiten. Die privilegierte Unterstützung steht auf einem andern Blatt Papier.

  2. Trotz allem rüstet Deutschland sehr massiv auf.
    Für den Frieden? Glaube ich nicht!

    Für den Frieden wären Friedenswillen, Diplomatie, eine 180,Grad Wendung deutscher Aussenpolitik und Verhandlungen zwingend notwendig.
    All das sehe ich nicht!

  3. “Selenskij ist als Präsident oberster Kriegsherr” und beklagt sich, wenn er von den Profis Contra kriegt! Ich verstehe ohnehin nicht, warum dieser Amateurmilitär und Amateurpolitiker da überhaupt irgendwas entscheiden darf.

    Aber so ist nun mal Demokratie. Die Russen freuen sich.

      1. Ich würde zu dem mit der Sonnenbrille tendieren. 😎
        Aber wieder ein Bild in dem die treffend unterwürfige Haltung, eines Selenskys dargestellt wird. Damit zeigt sich nur er spielt eine Rolle, die zweit / drittklassige Schauspielerei haftet ihm an.

      2. Natürlich hat der Kriegsminister aus US-Amerika am Ende das Sagen, was sich allerdings erst zeigen wird, wenn Selenskij dank seiner mit Vorliebe und gegen jeden Rat in “meat grindern” verheizten Soldaten und NATO-Wafenmaterials in die Wüste geschickt wird.

    1. “Aber so ist nun mal Demokratie.”

      Die Ukraine ist derzeit sicherlich die schäbigste und am leichtesten zu durchschauende Demokratie-Inszenierung in Europa.

  4. Die 650.000 geflüchteten wehrfähigen ukrainischen Männer sind kein Problem, denn in der EU gibt es so viele wehrfähige antirussische Männer und Frauen, die gerne stellvertretend für Europas Freiheit kämpfen. Ich beginne mit den prominentesten: von der Leyen, Scholz, Habeck, Baerbock, Strack-Zimmermann, Hofreiter, Kiesewetter, Markus Lanz und viele seiner Branchenkollegen usw. Da kommen locker 650.000 zusammen.
    Oder sind das alle nur rückgratlose Maulhelden, Memmen und Brandstifter?

  5. Die BILD berichtet:


    Neuer Geheimplan für die Ukraine

    BILD-Recherchen zeigen: Kanzler Scholz und US-Präsident Biden wollen den Russland-Ukraine-Krieg bald zu einem Ende bringen.

    ABER: Ukraine-Präsident Selenskyj soll auf eine ganz bestimmte Weise gezwungen werden, mit Kreml-Diktator Putin zu verhandeln – und brutale Kompromisse akzeptieren.

    Soso… Es stellt sich aber die Frage: Warum sollten die Russen sich jetzt darauf einlassen?

    Der Westen will Frieden, aber es macht keinen Sinn für Russland, jetzt ein Abkommen anzustreben. Der Einfluss des Westens auf der Weltbühne schmilzt vor unseren Augen. Nachdem die militärischen Optionen für ein für den Westen günstiges Ende des Konflikts in der Ukraine erschöpft sind, will er Frieden, befindet sich aber in einer schwachen Position. Der Konflikt in der Ukraine hat die europäische Wirtschaft bereits empfindlich geschwächt. Die steigenden Energiepreise haben die Produktionsbasis der Alten Welt zerrüttet und sie ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt beraubt. Der Westen hat bereits alle seine Ressourcen zur Unterstützung der Ukraine sowohl politisch als auch ökonomisch ausgeschöpft und kann für Selenskiy schlicht keine weitere Armee mehr aufbauen. Der Einbruch der Industrie in den USA und ihren Verbündeten hat zu Munitionsengpässen geführt, während Russland erstaunliche Flexibilität demonstrierte, dass es sich bei Bedarf problemlos anpassen und auch unter maximalen Sanktionsdruck des Westens seine Kriegsproduktion steigern und unglaubliche Mengen an Kriegsmitteln herstellen kann. Dabei auch noch einen Wirtschaftswachstum verzeichnet und politisch stabil bleibt.

    Ich sehe zum jetzigen Zeitpunkt keine Gründe für Russland sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Schon gar nicht mit dem von Scholz und Biden dazu genötigten Selenskiy.

    1. Ich weiß nicht was Du damit bezwecken willst. Für mich ist Frieden der einzig erstrebenswerte Zustand. Eine Kriegswirtschaft ist nicht zu bevorzugen. Russland hat in gewisser weise alles erreicht, diese müssten nur noch zu Verhandlungen bereit sein. Um das zu festigen, was Du da vorschlägst sind Großmachtfantasien. Die für mich nicht akzeptabel sind. Ware Größe wird nicht gezeigt, indem jeder Konflikt bis zum Ende ausgetragen wird.

      Sun Tzu:

      Siegen wird der, der weiß, wann er kämpfen muss und wann nicht.

      Das was Du da propagierst wird am Ende, der Untergang des russischen Reiches sein.

      1. Ich weiß nicht was Du damit bezwecken willst.

        Nur gewisse Illusionen zerstreuen.

        Für mich ist Frieden der einzig erstrebenswerte Zustand.

        Dem kann man schwer nicht zustimmen, aber aus russischer Perspektive kann es kaum einen tragfähigen und nachhaltigen Frieden geben, solange in der Ukraine, in welchen Grenzen auch immer weiterhin ein Nazistisches Regime mit Bandera-Ideologie existiert, dessen Existenzgrundlage darin besteht Russland von der Landkarte zu tilgen und alles russische zu vernichten, woraus sie gar keinen Hehl machen. Zuerst in der Ostukraine, und dann auch darüber hinaus. Wenn man meint, Russland ließe sich jetzt, nachdem was Alles getan und nachdem was Alles gesagt wurde mit Territorien abspeisen ist schlicht naiv, denn darum ging es Russland zu keinem Zeitpunkt. Man hat ja schließlich auch Verständnis mit Israels Kampf gegen die Hamas und wohl kaum käme jemand bei euch auf die Idee zu denken der Krieg in Palästina ließe sich einfach abstellen, wenn man Israel einen Teil des Gazastreifens in Aussicht stellte und im Gegenzug Israel sich mit der Weiterexistenz der Hamas abfände. Nicht darum kämpft Israel in Palästina, und nicht darum kämpft Russland in der Ukraine. Was für Israel die Hamas ist, ist für Russland eine in Banderastan verwandelte faschistische Ukraine mit der Aussicht auf NATO Beitritt. Terroristen. Völlig egal in welchen Grenzen, Banderastan in der NATO – und der Dritte Weltkrieg wäre garantiert, denn ein Banderastan als NATO Mitglied würde keine Sekunde zögern einen Krieg mit Russland erneut zu provozieren, selbst wenn es dazu selbst viel zu schwach wäre. Unter dem NATO Schirm und hinter dem Artikel 5 würde es sich eine Gelegenheit einen großen Krieg zwischen NATO und Russland nicht nehmen lassen und ihn ohne jeden Zweifel verursachen. Das kann wohl kaum in deinem Sinne sein, wenn dir Frieden wichtig ist.

        Russland kämpft in der Ukraine vor Allem um seine Sicherheit und die Sicherheit von Russen in der Ukraine, und zwar gar nicht gegen die Ukrainer, sondern gegen die USA und gegen die NATO, welche die Ukrainer gegen Russland instrumentalisiert hatten. Sich jetzt mit Territorien abspeisen lassen, würde nur vorübergehend für einen Waffenstillstand sorgen, aber nicht für einen dauerhaften und nachhaltigen Frieden. USA und NATO würden das einfach nutzen um Zeit zu gewinnen die Restukraine erneut militärisch aufzublasen und erneut einen Krieg mit Russland provozieren.

        Daher wird Russland, wenn überhaupt dann nur mit USA und der NATO verhandeln und die Frage über die NATO Osterweiterung stellen. Darüber hinaus die Entnazifizierung und Demilitarisierung der Restukraine fordern. Alles andere wäre kein Frieden, sondern nur wieder ein Versuch Russland erneut über den Tisch zu ziehen um Zeit zu gewinnen, sich zu erholen um anschließend mit neuen Kräften wieder zuzuschlagen. Das kann Russland nicht zulassen, das wäre fahrlässig und dumm aus seiner Perspektive. Wie oft hat sich Russland schon vom Westen über den Tisch ziehen lassen? Russland hat viel Geduld, aber irgendwann ist es vorbei. Gelegenheiten Frieden zu schließen gab es reichlich. Sie wollten es nicht und haben Alle von Russland angebotene Kompromisse arroganter Weise zurückgewiesen. Was hat der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsident der EU-Kommission gesagt? Zitat: “Russland muss auf dem Schlachtfeld geschlagen werden”. So einfach gibt leider kein Zurück mehr. Dafür ist es einfach zu spät. Früher hätte man an Frieden denken sollen, als Russland unzählige Gelegenheiten für Komrpomisse anbot. Aber nein, man wollte es so.

        Ich sehe nur eine Möglichkeit für einen Ausweg. Versucht es gar nicht erst Selenskiy mit territorialen Zugeständnissen vorzuschicken. Für Russen ist er ein Terrorist wie Osama Bin Laden für USA. Sie werden nicht mit ihm verhandeln. Es kann nur gestoppt werden, wenn sämtliche Forderungen Russlands bedienungslos erfüllt werden.

        Denazifizierung
        Entmilitarisierung
        Neutraler Status

        Nur so kann der Rest der Ukraine noch gerettet werden.
        Aber darum ging es dem Westen doch eigentlich nie! Das Schicksal der Ukrainer ist USA und der NATO völlig egal, der ganze moralische Pathos ist nur vorgeschoben. Die Ukraine ist für den Westen ein Instrument – eine Waffe gegen Russland. Nicht mehr und nicht weniger.

        1. Also ich kann diese Argumentation bestens nachvollziehen. Die grauenhaften Erfahrungen, die Russland mit dem Westen gemacht hat, lassen keine andere Logik zu. Als Russe würde ich dem Westen nie mehr über den Weg trauen.

        2. RH schreibt: “Sich jetzt mit Territorien abspeisen lassen, würde nur vorübergehend für einen Waffenstillstand sorgen, aber nicht für einen dauerhaften und nachhaltigen Frieden. USA und NATO würden das einfach nutzen um Zeit zu gewinnen die Restukraine erneut militärisch aufzublasen und erneut einen Krieg mit Russland provozieren.”

          Naja, das ist ja die gleiche Rechtfertigung, die der Westen bis vor kurzem noch dafür hatte Russland keine Verhandlungen anzubieten. Einfach nur umgedreht.
          Ich verstehe schon, dass Russland kein Vertrauen mehr hat. Die Frage ist aber braucht es das überhaupt? Denn:
          Der Krieg wird auch von der Ukraine aus noch eine Zeit lang weiter gehen. Und wenn sie dann doch um Verhandlungen bitten, werden sie schon so viele Männer verloren haben und die Bevölkerung wird so kriegsmüde sein, dass die Ukraine auf lange Zeit hin keine Angriffe auf Russland mehr wird führen können (Von einzelnen Terroraktionen von Asov und anderen ‘Freiwilligen’, Raketenüberfällen usw. mal abgesehen). Egal wie sehr der Westen die Ukraine weiter aufrüsten wird, ich kann mir nicht vorstellen, dass man die nötige Menge an Ukrainern noch mal für einen Krieg wird motivieren können.

        3. RH wenn Du einwenig über den Tellerrand schauen würdest und einwenig nachdenken. Könntest müßtest selbst Du Dir eingestehen, das da irgendetwas nicht stimmen kann. Am Anfang bis Mitte des Konflikts gab es immer wieder auf ukrainischer Seite überraschende Erfolge. Gegenüber den Russen. Bist Du da nicht manchmal ins grübel gekommen wie das sein kann? Jetzt bleiben diese auf einmal aus und ein neuer Konflikt zeichnet sich ab im Nahen Osten. Bei dem erstaunlicher weise die US-Amerikaner man möge sagen mit Kanonen auf Spatzen schießen.

          Kriegsgerät in kürzester Zeit präsent zeigen, das in der Regel erst nach monatelanger Vorbereitung in dem Umfang verlegt werden kann. Klingelt da noch immer nicht? Anderseits verlegen die Russen die auch in der abzeichneten längeren Auseinandersetzung Gerät und Soldaten. Die wiederum nichts damit zu tun haben. Frägt sich da nicht ein RH, wo ist der sinnbildliche Megabrain aus der Ukraine. Der die Lage beherrscht hat. Den die Ukrainer verhalten sich immer mehr als fehle die Führung. Aber anderseits scheinst Du nichts von Kriegslist zu verstehen.

          Schlußendlich habe ich keine Lust mehr das alles erklären zu müssen. Bleibt bei dem was Ihr wißt, ich habe keine Lust mehr die Diskussion beherrschen zu müssen und verschiedene Accounts am Laufen zu haben. Nur um eine halbwegs vernünftige Diskussion, am Laufen zu haben. Ich diskutiere dann lieber wieder mit Leuten die davon mehr verstehen.

          Всего хорошего, и спасибо за рыбу!

      2. “Für mich ist Frieden der einzig erstrebenswerte Zustand”

        War er bei Minsk II für den Westen auch; allerdings aus taktischen Gründen. Der Frieden wurde durch die von uns gewählten kriegsgeilen Politiker verraten.
        Das Russland diesen aus ebenfalls taktischen Gründen verständlicherweise nicht unbedingt anstrebt, sollen Großreichphantasien sein?

    2. Ich glaube auch nicht, das ohne das es zu weiteren massiven Gebietsgewinnen für die russische Seite kommt und das einige unverhandelbare Forderungen der Russen akzeptiert werden, zu einem schnellen Frieden kommt.
      Die Position der russischen Seite ist einfach zu gut.
      Zumal es nicht ausgeschlossen ist, das man nun eigentlich auf einen Zusammenbruch der NATO und der EU hinarbeitet.
      Noch ein Jahr Krieg in der Ukraine und die daraus folgenden wirtschaftlichen Problemen überstehen die Bündnisse vermutlich nicht. Zumindest wenn der Westen weiter so dogmatisch an die Sache rangeht.

      1. Auch wenn man in US-Blogs, die die Kriegsnachrichten sammeln reinguckt, kann ich nicht sehen, dass der ukrainische Nationalismus schon sehr ins Grübeln gekommen wäre. Einzig die Truppen werden immer schlechter ausgerüstet. Seit Monaten tauchen an der Front immer mehr normale Fahrzeuge auf, die als Truppentransporter an vorderster Front verwendet werden und die gepanzerten werden weniger.

        In Cherson, wo der “Brückenkopf” (Nato-Bezeichnung) seit Monaten nicht voran kommt, pendeln die täglichen Verlustraten zwischen 50 und 100.

        Der Friedensschluss wird ziemlich sicher den Passus enthalten, dass die Bevölkerung per Volksbefragung entscheiden darf, wo sie zugehörig sein möchte. Je länger der krieg geht, umso weiter wird sich die neue Grenze Richtung Westen verschieben.

        Zum ukrainischen Nationalismus in Deutschland gucke ich von Woche zu Woche bei Böhmermann beim Rundfunktanzorchester auf den Geiger mit der ukr. Flagge auf der Wange. Letzte Woche war eine Musik-Sendung, da war sie weg, gestern war sie wieder da.

  6. LEBENSDAUER von ukrainischen Neu-Rekruten (angeblich) 14 Tage

    “Dass der ukrainischen Armee die Soldaten ausgehen, schreiben die Medien des Landes schon selbst. Die durchschnittliche Überlebensdauer neu an die Front geschickter Rekruten beträgt demnach etwa 14 Tage, an Schwerpunkten des Kriegsgeschehens auch weniger. Das durchschnittliche Alter der auf immer rüdere Weise rekrutierten ukrainischen Soldaten liegt inzwischen bei 45 Jahren. Das schreiben ukrainische Frontkommandeure auf ihren Social-MediaKanälen.” Junge Welt 25-11-2023

    1. Wobei “lebensdauer” abwerten angesehen werden kann, richtig wäre “überlebensrate” gewesen. Da Lebensdauer eher bei Maschinen angewendet wird und damit ein Mensch entwertet wird.

      Ich frage mich eher, ist es damit ein Genozid an den Ukrainer, von seiten der Oligarchen, oder liege ich damit falsch?

  7. Scheiss auf die Ukraine 8 Acht Milliarden für nichts und wieder nichts ,aber Strompreisbremse und Gas werden abgeschafft stürzt endlich diese scheiss Regierung wir haben die Schnauze voll was interessiert uns die Ukraine.Die brauchen wir nicht zurück zu Putin.

  8. Von wegen Russland ist eine Gefahr für Europa dieses Gerücht wird nur von Selenskyj verbreitet damit er uns weiter ausnehmen kann,wenn Putin das wollte hätte er es längst getan zumal wir uns nicht verteidigen können keine Waffen mehr für Kriegsgebiete hört endlich damit auf.Wir schaden uns nur selbst.

    1. Das wird auch hier von der “kreigstauglich”-Fraktion verbreitet.
      Mölling von der DGAP ist da ein besonderer Scharfmacher.
      Schön, dass Stoltenber ihn invalidiert.

  9. Seit im Januar die RAND Corporation der US Führung geraten hat, sich aus dem Krieg ohne Gesichtsverlust zurück zu ziehen, arbeitet man fieberhaft an einer Story, dies umzusetzen.

    Endlose Beteuerungen, die Ukraine so lange zu unterstützen, wie nötig. Weitere Lieferungen, aber immer weniger Angriffswaffen und Munition dabei. Durchsickern von negativen Meldungen über Kriegsverlauf, Korruption und politische Instabilität.

    Die Story wird am Schluss lauten: Die Ukraine hat selbst entschieden, den Krieg zu beenden. Wir haben mit unserer Unterstützung dazu beigetragen, Russland so zu schwächen, dass es von Angriffen auf das NATO Gebiet absieht.

    Und man wird froh sein, dass man die Gebiete im Osten nicht mit westlicher Hilfe aufbauen muss.

  10. Man darf ja ein klein wenig erstaunt sein: da wird uns anderthalb Jahre erzählt, wir müssten unbedingt der -Ukraine helfen, “weil wir sonst die nächsten sind”. Jetzt sagt der NATO-Generalsekretär, och, da sei eigentlich nichts. Kein Anlass zur Unruhe, die Russen täten nichts. Eine Übernahme der amerikanischen Position. Joe Biden wird wohl im Wahlkampf die Ukraine unerwähnt lassen. Ukraine? Haben wir da mitgemacht? Ich kann mich an nichts erinnern. Was in seinem Fall sogar glaubhaft wäre.
    Interessant die deutschen Hardliner Röttgen und Kiesewetter. Die Ukraine soll doch in die EU, mehr ist nicht mehr. Strack-Zimmermann und Baerbock wollen unbedingt die Verdoppelung der Hilfe auf acht Milliarden. Erstere schon etwas kleinlaut, letztere völlig unverdrossen. Annalena wird jenen Leopard-Panzer kommandieren, der den Sieg erringt. So etwa.
    Eine Betrachtung zu dem niederländischen Wahlsieger: der war zumindest bis Kriegsbeginn pro-russisch und seine Unterstützung für Israel ist seit 20 Jahren sein Markenzeichen. Eine Kombination, die bei mir stets als merkwürdig empfunden wird. Aber man kann das sehr gut begründen und wie man sieht, kann man damit Wahlen gewinnen.
    Nun war der bisherige Regierungschef Rutte einer der radikalsten NATO-Hardliner. Was insbesondere bei MH17 auffiel. Der Prozess war eine reine Farce, mit Richtern aus den Niederlanden. Er hat alle Beweisstücke in niederländischen Kasernen und es war nur allzu deutlich zu sehen, dass er die Ergebnisse manipulierte. Da könnte sich jetzt etwas tun. Da könnte unter Wilders etwas kommen.

    1. Da könnte unter Wilders etwas kommen.

      Das mag ich nicht glauben. Wilders dürfte – wie jeder andere, auch rechtsdrehende – Politiker sich dann, wenn er die Last der Regierungsverantwortung auf seinen starken Schultern verspürt, ganz lieb und windschnittig an die transatlantischen Erzählungen anpassen. Das haben sowohl links- wie auch rechtsorientierte Staatenlenker doch schon längst und oft genug empirisch bewiesen, zumal in Europa.

      Die Sache ist europaweit durch: Putin ist schuld, an allem. Egal woran. Davon weicht kein EU-Machthaber mehr ab zu unseren Lebzeiten.

      1. In Slowakei und Ungarn wird recht offen von der NATO Linie abgewichen. Auch Tschechien ist da gerne mal Kandidat. Warum nicht auch die Niederlande?

        1. Auch die sind aber keine Russland- oder gar Putin-„Versteher“. Von der EU- bzw. NATO-Linie weichen die ab, weil sie die nationalen Interessen bevorzugt erfüllen wollen. Schuld ist bei denen aber auch Putin. OK, manchmal auch die EU, wenn es sich gerade gut macht.

          (Gewisse andere EU-Machthaber in den Ländern und der EU selbst – da will ich keine Namen nennen – sind ja vor lauter altruistischer Solidarität mit den ukrainischen Vorzeigedemokraten bereit, die eigenen Länder wirtschaftlich und sozial gegen die Wand zu fahren. Wegen der rechten Menschen, äh: der Menschenrechte und der Demokratie, selbstnatürlich.)

          Oder anders gesagt: Irrationale Putin- bzw. Russlandhasser sind die allesamt. Die einen noch mit ‘nem einigermaßen realistischen Blick auf die eigenen Länder, den anderen ist halt egal, what their german voters think und wie es denen geht.

    2. Artur schrieb: “Eine Betrachtung zu dem niederländischen Wahlsieger: der war zumindest bis Kriegsbeginn pro-russisch und seine Unterstützung für Israel ist seit 20 Jahren sein Markenzeichen. Eine Kombination, die bei mir stets als merkwürdig empfunden wird. ”

      Wieso merkwürdig? Ist das nicht grob umrissen deine eigene Position?

        1. LoL, ok. Ich hatte den Satz in einer anderen Bedeutung von ‘bei mir’ gelesen.
          Ich dachte _bei mir_ war hier im Sinne von _von mir_ verwendet worden, was ja auch geht.

          Naja, bist du halt jetzt auf Geert Wilders Linie. Ist schon merkwürdig 😀

  11. Erstens: Stoltenberg hat etwas anderes gesagt: Er hat gesagt, es bestände keine –unmittelbare– (imminent) Gefahr.
    Das Wort unmittelbar hat Herr Rötzer leider weggelassen, es ist aber nicht unwesentlich.

    Wenn man von den MSM Aufrichtigkeit erwartet, sollte man sie selber auch pflegen.

  12. Zweitens ein wenig Mathematik:
    Die Ukraine hat rund 40 Millionen Bürger.
    Daraus folgt aufgrund der Geburtenrate (von vor rund 18 Jahren), dass jedes Jahr rund 200.000 Ukrainer 18 Jahre alt werden, die Hälfte dürften Männer sein.
    Das sind rund 280 männliche Ukrainer, die jeden Tag das wehrfähige Alter erreichen.
    So furchtbar, zynisch und bitter es klingt, Nachschub an Männern gibt es also durchaus, solange man alle oder zumindest den größten Teil an die Front zwingt oder diese sogar freiwillig gehen…

    Dass Russland knapp fünfmal so viele Leute aufbringen kann, steht auf einem anderen Blatt, erklärt aber so manches…

    1. “Das sind rund 280 männliche Ukrainer, die jeden Tag das wehrfähige Alter erreichen.”
      Das reicht aber leider nicht, rund doppelt so viele fallen pro Tag oder werden kampfunfähig.
      Der Kampf ist für die Ukraine völlig aussichtslos.

    2. Es handelt sich nicht um ein mathematisches Problem. Keine der beiden Seiten kann substanziell viel mehr Truppen ausstatten und unterhalten. Solange nur der stete Nachschub an Munition und Drohnen gewährleistet ist, wird sich an der Front nicht viel tun. Dass Mannstärke zur Zeit kaum einen Unterschied macht, sieht man ja an den Unmengen Mobilisierter, die Russland in Awdijiwka verheizt ohne sichtbares Resultat.

      phz

      1. Mathematik in welchem Stadium?
        Am Anfang der Auseinandersetzung, oder im am Ende dessen?
        Moderne Technik benötigt eine komplette Infrastruktur, in Form von IT Technologie!
        Nur, wo sind die amerikanischen Oligarche Systeme von Microsoft, Apple, Musk etc.?
        Da komme ich zurück zur Mathematik, jedes System benötigt befähigte Wissenschaftler, um auch am Ende des Krieges als Sieger dazustehen. Wo steht der Westen in der Ausbildung zu Genies?
        Hat diese Bildungspolitik alle möglichen Talente ignoriert, oder sie ins Ausland getrieben?
        Wissen fängt dort an, wo man Wissen entsprechend fördert!
        Aber, dumm herum labern fällt mir genauso leicht…

        1. Das hast Du leider herbei halluziniert. Ich habe nie erwartet, dass die Entscheidung auf dem Schlachtfeld fällt, weil die Unterstützer der Ukraine nie mit den notwendigen Mitteln dafür ausgestattet haben. Die meisten Kriege enden, sobald eine Partei nicht mehr bereit ist, den Preis dafür zu zahlen. Ich erwarte, dass Russland irgendwann die seit 2022 eroberten Gebiete einfach nicht mehr halten kann oder will aufgrund innerer Umstände. Die Krim stelle ich in diesem Zusammenhang mal zur Disposition wie schon von Anfang an.
          Jedenfalls sind wir noch weit, weit davon entfernt, dass die Lage militärisch zu der einen oder anderen Seite kippt.

          phz 2000

    3. Die Ukraine hatte mal (knapp) 40 Einwohner und auch das ist schon länger her. Mittlerweile sind es noch ca 29 Mio, wenn überhaupt. Es wird also eng mit dem Kanonenfutter und der ukrainische Präsidentendarsteller sollte das eigentlich wissen können.

    4. Deine Mathematik klemmt an allen Ecken. Die Ukraine hatte bereits vor dem Krieg (ohne die nicht dazu gehörende Krim) nicht mehr als knapp 30 Millionen im Land lebende Einwohner. Durch den Krieg sind ca. 10-12 Millionen ausser Landes gegangen. Und von den Verbliebenen leben rund 4-6 Millionen in den von Russland kontrollierten Gebieten.

      Die Mehrzahl der Menschen ist alt, über 55. Klar können die einberufen werden und werden das auch, aber die Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit und Gesundheitszustand, in nassen, von Rattenplagen heimgesuchten Gräben und Unterständen, kannst Du Dir auch mit Deiner Mathematik ausrechnen. Von den Jungen und ganz Jungen sind viele, wenn nicht die meisten, mit ihren Müttern ausser Landes gegangen.

      Die im Lande verbliebenen “nachwachsenden” Männer dürften in den unteren Jahrgängen keine 50.000 pro Jahr ausmachen. Im letzten Jahr haben mindestens 45.000 Ukrainer versucht, den Freiluftknast zu verlassen, rund die Hälfte wurde gefasst und landete als Republikflüchtige hinter Gittern, etwa 1000 sind umgekommen, erfroren, verhungert, abgestürzt – über Schusswaffengebrauch der Grenztruppen wird nicht berichtet.

      Mit der Freiwilligkeit ist es selbst nach ukrainischen Stimmen nicht mehr weit her. Militärisch ergibt sich das Problem, dass keine Zeit zur Ausbildung bleibt und die Halbwertzeit des zum Auftrieb bereitgestellten Schlachtviehs vom Einfangen bis zu Tod, Verkrüppelung oder Gefangennahme rapide sinkt. Mit der nächsten контрнахрюк wird das so nix.

    5. Deine Rechenmethode ist wenig realistisch, da sie mit Maximalzahlen arbeitet. Den Bevölkerungsaufbau ausgehend von 41 Millionen siehst du hier: https://www.moonofalabama.org/17i/ukrdem.jpg

      Dieser stammt von Wikipedia und ist daher schon in Frage zu stellen, insbesondere die Gesamtzahl der aktuell im Land befindlichen 41 Mio Ukrainer könnte erheblich niedriger liegen.

      Aktuell beträgt die Kohorte der 18jährigen nach dieser optimistischen Schätzung etwa 120.Tsd und steigt bis 2032 auf 240Tsd, nimmt dann aber schon wieder schnell und deutlich ab. Die aktuellen und zukünftigen Jahrgänge werden aus einsichtigen Gründen noch erheblich geringer ausfallen. Und diese Zahlen kann man noch mal halbieren, wenn man mit den realistischeren Zahlen für die Gesamtbevölkerung kalkuliert und bedenkt, dass viele der minderjährigen Knaben heute mit ihren Müttern im Ausland sind und damit dem ukrainischen Nationalismus entzogen wurden.

      1. Die Bevölkerungspyramide bezieht sich auf registrierte ukrainische Bürger, nicht auf im Lande Lebende. Bereits vor dem Krieg haben 9 Millionen der 21 Millionen Ukrainer im arbeitsfähigen Alter Vollzeit im Ausland gearbeitet, die Remittendenquote am BIP war mit 11% die höchste Europas, vergleichbar mit Entwicklungsländern.

        Und die Zahl der Jungen (0-18) war schon vor dem Krieg sehr niedrig, ein Viertel der über 65jährigen (absurderweise die grösste Gruppe, trotz der nicht hohen Lebenserwartung) und ein Drittel der 20-65jährigen, mit sinkender Tendenz angesichts einer Fertilitätsrate von 1.23, einer der niedrigsten weltweit. Dass die in den Wikipediazahlen schöngerechnete Kohorte der unter 18jährigen steigen wird, ist Wolkenkuckucksheim, die Trendrechnungen nach dem UN Constant Fertility Scenario prognostizierten eine Halbierung von 90.000 auf 48.000 zwischen 2020 und 2070 (https://asiatimes.com/2022/01/ukraine-is-the-hollow-man-of-europe/), das waren Zahlen vor dem Krieg.

        1. Wenn Deine Zahlen stimmen, sieht die Sache tatsächlich anders aus, da hast Du natürlich recht!
          Leider nennst du aber keine Quelle für deine Zahlen, (vor allem Jahrgangsstärken der U18-jährigen) kannst Du das vielleicht nachholen?
          Das wäre nett!

    6. ich kenne einige hier die aus der Ukraine noch raus sind, bevor sie 18 wurden.
      also auch nicht “illegal”.
      Und ich schätze das dürften insgesamt sehr viele sein.l

  13. Die Schlagzeile gefolgt von einem Bild, ‘wie schrecklich’.
    NATO Sekretär sieht keine Bedrohung durch Russland, ja natürlich nicht, da die NATO mit ihrer Ausbildung, Ausrüstung und super hoch entwickelte Waffensysteme keinen Erfolg verzeichnen konnte.
    Ach kurz vor dem Superwahljahr in zig Staaten, kommen irgendwelche ‘installierten Idioten’ die langsam erkennen, das ein schwenk in der “Politik” stattfindet!
    Das Overton Magazin hatte selbst ein paar Artikel publiziert, das wohl der ‘Krieg’ am Ende steht…
    Dieser Krieg wie etliche andere, gingen darum das Völkchen zu irritieren, um dann ganz gemein diese auszunehmen.
    Die Kollateralopfer und Schäden werden m.M.n diesmal nicht so einfach vom Gewinner vom Tisch gespült, dieses mal wird eine breite Weltöffentlichkeit sich zu Worte melden.
    Das gleiche System wird auch Israel zu dem bestimmen was es ist, ein sehr kleines Land, das überhaupt kein Recht besitzt über andere Staaten zu urteilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert