
Am vergangenen Freitag hatte der US-Präsident die CEOs seiner Erdölgiganten im Weißen Haus versammelt; auf der Tagesordnung stand die künftige Erdölförderung in Venezuela. Eigentlich hatte er für seine Einverleibung der venezolanischen Petro-Industrie Lobpreisungen erwartet. Schließlich wollte er mit der Entführung des Staatschefs Nicolás Maduro den Weg für glorreiche und lukrative Geschäfte ebnen. Big Oil sollte dankbar sein und begeistert erst einmal 100 Milliarden aus der Schatulle holen, um die – nicht zuletzt durch die US-Sanktionen – gebeutelte Industrie wieder auf Vordermann zu bringen. Heute produziert das Land nur noch einen Bruchteil von der Menge von vor zehn Jahren.
So jedenfalls hatte sich das Donald Trump ausgemalt, denn offenbar hatte er irgendwann und irgendwo einmal gelesen, dass in dem Karibikstaat etwa ein Fünftel aller weltweit bekannten Erdölreserven lagern – ein riesiges Vermögen, mit dem er nach seinem Überfall auf Caracas America wieder great machen wollte. Aber dann kam alles anders. Trumps Pläne stießen bei Exxon & Co. auf wenig Gegenliebe – „cool reception“ – titelte die New York Times.
Die versammelten CEOs (Continental, Haliburton, HKN, Valero, Marathon, Shell, Vitol Americas, Repsol, Eni, Aspect Holdings, Tallgrass, Raisa Energy and Hilcorp) waren alles andere als begeistert, denn im Gegensatz zu ihrem obersten Kriegsherrn kennen sie die Realität vor Ort und sind offenbar von Trumps Phantasien überrumpelt worden. Darren Woods, Chef von Exxon Mobil, brachte es auf den Punkt: „Wir sind dort zweimal enteignet worden, und bevor wir ein drittes Mal dort hineingehen, bräuchten wir einige hübsche tiefgreifende Änderungen.“ Im Moment sei Venezuela kein Ort für Investitionen.
Natürlich wurden die „tiefgreifenden Änderungen“ bei der Freitags-Konferenz benannt. Es geht um finanzielle, juristische und politische Fragen. Eine dreistellige Milliarden-Investition muss langfristige Gewinne versprechen, ist also auf mindestens zehn Jahre angelegt. Aber wie will Trump finanzielle, juristische und politische Sicherheit in einem Land wie Venezuela versprechen?
Das venezolanische Erdöl ist schweres Öl, kompliziert in der Förderung und Weiterverarbeitung. Dies ist kostspieliger als etwa die Förderung des texanischen Öls und übersteigt den zu erwartenden Verkaufsgewinn. Die vorhandenen Anlagen sind aufgrund ausgebliebener Investitionen veraltet und müssten rundum erneuert werden. Trumps Energieminister Chris Wright stellte am Freitag bei Fox News in Aussicht, dass die staatliche U.S. Export-Import Bank Kredite an Unternehmen erteilen könnte, die in Venezuela investieren wollen. Trump hatte in der Runde sogar vorgeschlagen, die US-Konzerne mit Steuergeldern zu subventionieren – ein Vorschlag, der politisch nur schwer zu verkaufen ist und den auch die texanischen Firmen ablehnen, bzw. auf eine ähnliche Subvention für sich pochen würden.
Im Moment operiert nur noch Chevron in Venezuela, Exxon Mobil und Conoco Phillips hatten nach ihrer Enteignung durch die Regierung von Hugo Chávez das Land verlassen und vor internationalen Schiedsgerichten auf Entschädigung geklagt. Exxon Mobil will, bevor es – vielleicht – erneut investieren wird, erst einmal 20 Milliarden Dollar von der Regierung in Caracas haben, Conoco Phillips fordert 12 Milliarden. Wer soll das jetzt bezahlen – wo Trump in aller Welt verkündet hat, dass ihm jetzt die venezolanische Erdölindustrie gehört?
Russland hat in Venezuela investiert und kann im Falle einer Enteignung ebenfalls auf Entschädigung klagen. Mit der VR China bestehen vertragliche Lieferverträge über 500.000 Barrel Öl, die China National Petroleum Corp., Sinopec Group und China Concord Resources Corp. täglich von dort importieren. Dazu kommt ein Darlehen von 60 Milliarden Dollar, das in Form von Öllieferungen an die Volksrepublik abgezahlt werden kann; davon sind noch 19 Milliarden offen. Soll Big Oil nach einer möglichen Übernahme von PDVSA diese Verpflichtungen übernehmen?
Außerdem sind sich die US-Unternehmen untereinander keinesfalls einig. Während Exxon Mobil und Conoco Phillips unter Protest das Land verließen, blieb Chevron am Orinoco, in Kooperation mit der staatlichen PDVSA. Während sich die ersten beiden eine komplette Enthauptung der chavistischen Regierung gewünscht und die Ernennung von María Corina Machado als eine Übergangslösung gefordert hatten, setzt Chevron auf Delcy Rodríguez und die Beibehaltung der bisherigen Führungsriege. Nur so könne die politische Situation im Lande unter Kontrolle gehalten werden. Marco Rubio – laut Washington Post der „Vizekönig Venezuelas“ – hatte den Brief an das Nobelkomitee mitunterzeichnet, in dem Machado vorgeschlagen worden war. Trump hat sich – vorerst – gegen sie entschieden, die er als „das Fräulein mit dem Nobelpreis“ bezeichnet. Um ihn zu besänftigen, will die Dame in dieser Woche den US-Präsidenten besuchen und ihm ihren Nobelpreis feierlich überreichen. Das Nobelpreiskomitee hat schon abgewunken, der Preis kann nicht übergeben werden.

Chevron wäre als einzige Firma in der Lage, relativ schnell die Menge des im Karibikstaat geförderten Öls zu erhöhen, da es bereits im Land operiert. Dafür müssten die US-Sanktionen und die Behinderung von Tankern aufhören.
Der interne Markt ist wenig lukrativ, da es die Venezolaner als eine Art Naturrecht ansehen, für einen Dollar ihren Tank zu füllen, und alle Versuche, auch die der chavistischen Regierungen, höhere Preise durchzusetzen, endeten im Chaos. Das hatte mit dem Caracazo begonnen, im Februar 1989. Der christdemokratische Präsident Carlos Andrés Pérez wollte die Preise für den Nahverkehr und für Benzin erhöhen und musste schließlich die Nationalgarde einsetzen, um die Aufstände niederzuschlagen. Mindestens 276 Menschen kamen dabei ums Leben. Auch während der Versorgungskrise 2018 wurde zwar Benzin rationiert, aber der Preis blieb niedrig.
Das ist den CEOs von Big Oil – im Gegensatz zur US-Administration – klar, denn sie waren jahrelang vor Ort tätig. Es ist einfach, ein Land zu überfallen und danach das Weite zu suchen – statt unter den dortigen Bedingungen zu wirtschaften und sogar noch Gewinne zu erzielen. Fest steht: die chavistische Struktur ist nach wie vor intakt. Die rechte Opposition um Machado hat sich im Land nicht gerade beliebt gemacht, als sie offen von Trump eine gewaltsame Intervention forderte – das ging auch anderen konservativen Politikern wie etwa Henrique Capriles zu weit. Und im ganzen Land sind schon seit Jahren bewaffnete Milizen unterwegs, sie kontrollieren die ärmeren Stadtviertel von Caracas und übernehmen dort auch – wie etwa die kubanischen Ärzte – soziale Aufgaben.
Wie wollen Exxon & Co. ihre neuen Mitarbeiter in dieser Umgebung schützen? Oder will Trump seine Marines zur Ölförderung an den Orinoco schicken? Dauerhaft? Bezahlt vom US-Steuerzahler, der in Texas und vielleicht demnächst aus Sibirien viel billigere Energie beziehen kann?
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Vielen Dank Frau Weber für diesen sehr informativen Beitrag.
Dem schließe ich mich vorbehaltlos an,
bitte lediglich darum, vor jeder Benutzung
des Wortes „Überfall“ noch „brutal“ und
„völkerrechtswidrig“ zu ergänzen.
Das geschieht ja bei der Nennung des Wortes
„Russland“ in den MSM reflexartig auch.
*Zwinkersmiley*
Und wo bleibt eigentlich das ‚unprovoked‘. wo es doch einmal stimmen und passen würde?
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Und wo bleibt eigentlich das ‚unprovoked‘. wo es doch einmal stimmen und passen würde?
Gestern wie auch vorgestern war’s- völlig unprovoked – der ‚Mischa‘ der der ‚Gesichtskontrolle‘ zu unterziehen war, weswegen ich dann doch noch einmal auf den ‚im Ruhestand‘ überwechselte. Und gucke doh, es funzte. Heute nun mit „Mischa im Ruhestand“ dann das gleiche Gemähre, Wechsel auf „Mischa“ und siehe da … siehe oben! (Der Satz mit dem ‚Kommentar. wartet auf Moderation‘ ist cut&paste, leicht zu erkennen am Schrifttypus.)
Ja doch, die Einschläge kommen näher. Kann man es noch fassen, Amazonien hat heute sogar alles versucht, um mich daran zu hindern, Umsatz zu generieren. Wollte ein Büchlein, „The free“ von Willy Vlautin ganz normal käuflich erwerben. Zuerst – um nicht weiter aufzufallen – via Gugel ins dort angebotene US-Amazonien. Da gab es dann nur das gebundene Werk zum Preis von über sechzig Dollares und einer Lieferzeit geschätzt von sechs bis sieben Monaten (!). Der Weg über den ‚German account‘ war erfolgreicher: ein Taschenbuch – Restbestand 2 – für stolze 9,99 Euronen oder wares es wieder Dollares, egal. War ja schon lange nicht mehr beim Jeff B., hat mich aber schon irgendwie überrascht, dass der Kassengang – trotz mehrfacher Versuche – wg. allerlei unüberwindlicher Hürden – z.B.auch wg 0,00 $ Rechnungssumme nicht abgeschlossen werden konnte. Na, dann eben nicht.
Was wohl am Buch von Willy V. – dem Objekt meiner Begierde – so verrucht angemutet haben mag? Na, da werden wohl diverse Vorkommnisse ‚vielleicht oder gar wahrscheinlich‘ – aus der Zeit der Niederschrift irgendwann von vor 15 Jahren – bitter aufgestoßen und keinesfalls mehr als Ausbund von ‚political correctness‘ zu werten gewesen sein. Da könnte schließlich die Ähnlichkeit des Auftretens der wilden Purschen der Staatsmacht – der ICE in diesem Falle – mit dem der „Freien“ bei Willy V. unangenehm untergekommen sein.
https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/autor=Willy+Vlautin&titel=The+free?sortOrder=preis_euro
Der Artikel belegt im Grunde das die amerikanische Macht in Niedergang ist. Sie geht nur nicht so schnell unter, wie viele von uns das wünschen.
In den Zeiten der totalen Hegemonie der USA über ihren „Hinterhof“ wäre das nicht passiert. Aber spätestens seit den Irak-Krieg – da ging es auch um Öl nicht um Demokratie wie Dummköpfte meinen – ist der Welt klar, die Amis können zwar schwache Länder erobern, hinterlassen dann aber diese Länder den Chaos.
Falls dies bei Trump – den Manager des amerikanischen Niedergangs – ankommt, läßt das für den Iran hoffen. Trump kann womöglich dort Regierungsmitglieder entführen, das Land bombardieren, aber einen geordneten Staat, der US-Interessen. nutzt, dazu sind die Amis nicht in der Lage.
Schwacher Trost. Wie lange soll der Niedergang der USA lt. Experten u. Expertinnen noch gehen? Bis Fastnacht oder nächste Weihnachten, 5 Jahre oder 25? 50?Das kann allerhöchstens die jüngste Generation noch hoffen lassen.
Großmächte sterben langsam, Geduld, Geduld
Hör doch auf immer dieses Copium zu posten, nur weil das bei den „Alternativen“ im englisch-sprachigen Youtube etc. verbreitet wird.
Gerade wenn so Ex-Militärs wie Martyanov, Krapivnik oder in USA McDouglas mit so markigen Ansagen kommen, ist das eher sowas wie BILD-Zeitung für „Pseudo-Linke“, denn diese Herren sind wie unsere deutschen Militärkapser hier bei Overton garantiert KEINE Linken. Das verstehen sie gar nicht, so wurden sie nicht geprägt. Von Wirtschaft haben die alle keine Ahnung. Trump betont die Hard power eben mehr. Wie sehr das zum Blow Back führt, werden wir sehen. Selbst Experten mit marxistischer Schule wie die Professoren Richard Wolff oder Michael Hudson liegen meistens falsch. Wolff sagt seit Ewigkeiten den Untergang des US-Kapitalismus voraus. Wenn man auf dem seine Aussagen setzen würde, würde man ähnlich das Nachsehen haben wie wenn man auf Krall oder irgendwelche andere Aussagen von Goldbugs setzt. Krall hat schon wie viele Male den Crash prophezeit?
Langsam müsste doch mal auffallen, dass all die markigen Versprechen sich nicht groß erfüllt haben. Iran, Venezuela und Kuba verarmen immer mehr durch die jahrelangen, brutalen Wirtschaftssanktionen. Militärisch werden sie dadurch auch immer schwächer. Israel ist nicht zusammengebrochen, trotz einem Mehrfrontenkrieg, weil sie so stark von USA, GB und der EU unterstützt wurden mit stark erweiterten Logistikketten.
Oder auch die Unkerei über die deutsche Wirtschaft zeigt sich als überzogen. Ja, in Deutschland verarmen immer mehr Menschen. Das ist ganz normaler Kapitalismus oder Neoliberalismus. „Die Wirtschaft“ könnte sich aber nach Anpassungsprozessen wieder erholen, bzw. große Konzerne durch entsprechende Subventionen, die ihre Lobbyisten für sie sichern. Das ist natürlich etwas, was die Russen nicht wahrhaben wollen, dass Deutschland auch ohne russische Energie überleben kann. Langfristig wird Deutschland absteigen, vornehmlich wegen den Fehlinvestitionen in Rüstung, statt Soziales und Bildung, aber so etwas geschieht langsamer als sich Viele hier offenbar vorstellen können.
Überhaupt nicht bedacht wird von den meisten Unkenrufern, dass das alles Ölkriege sind, diese Kriege ohne Öl nicht möglich wären, und wir damit noch schneller in die Klimakatastrophe fallen als wenn die Kapitalisten sich wenigstens etwas bemühen würden, diese aufzuhalten. Der Aufschlag wird sehr hart in einigen Jahrzehnten und es wird bis dahin schon viele Opfer geben, die natürlich auch gerne weg geleugnet werden wie die Opfer von Gaza.
Das ist die große Schwäche der Wirtschaftsexperten, dass sie von Ökologie keine Ahnung haben. Entsprechend sind sie in der Hinsicht blind.
Was Sie sehr zutreffend beschreiben, würde ich Option A nennen: langsamer Niedergang.
Option B mit nicht vorhersehbarer, eher katastophaler Entwicklung könnte ganz schnell zum Tragen kommen, wenn es a) zu größere Naturkatastrophen, b) größeren Kriegen (als dzt.) oder c) einem Wirtschaftscrash kommt, gerne auch in Kombination a) – c). Option B halte ich in der heutigen Situation für deutlich wahrscheinlicher.
Die Intervention in Venezuela ist ein Fehler. Die Republikaner sollten mit Red-Letter-Evangelikalen zusammenarbeiten. Die Rüstungsausgaben müssen gesenkt werden. Und es muss ein Kapitalzinsverbot geben.
Bitte klicke auf „Lebensreformer“.
Spammer kann weg.
Chevron war bei dem Treffen ebenfalls dabei und wird Trumps Angebot nutzen. Interessant, weil bei Chevron zahlreiche Finanzkraken investiert sind:
Hauptaktionäre Chevron (größte Anteilseigner):
The Vanguard Group – ca. 8,5–9 % der Aktien.
State Street Corporation – ca. 6,6–7,6 % der Aktien.
BlackRock, Inc. – ca. 6,9–7 % der Aktien.
Berkshire Hathaway Inc. – ca. 6,7 % der Aktien (Warren Buffetts Holdinggesellschaft).
Was für’n Zufall und doch wieder – wie meistens eigentlich – so zielsicher, die ‚konzertierte Aktion‘! Die 2% und ein paar zerquetschte mehr bei Vanguard ist wohl der gerechte Lohn für den ‚Manager‘ und ‚Abwickler‘?.
Sieht es nur so aus oder könnte es wohl nicht eher so sein, dass diese ‚Vierer-Bande‘ genau die sind, von denen der Motonome uns immer vorjammert bzw. uns – zum Fürchten – den Teufel an die Wand malt?
Ach ja, der nächste Versuch des Wegätzen-Wollens … dumm nur, ich passe ja schon auf, ob ….
„Doppelter Kommentar entdeckt; sieht aus, als hättest du das schon gesagt!“
Wieder ein sehr interessanter Artikel:
Etwas Kritik am Anfang: Das mit dem Nobelpreis ist doch nur Klamauk. Machado wurde offensichtlich kalt gestellt, weil selbst die Amis verstanden haben, dass sie nicht regierungsfähig ist. Ähnlich dürfte es mit dem Schah-Sohn im Iran sein. Das ist auch immer ein Indikator wie kaputt ein Land ist, wenn z.B. Bongbong Marcos oder die Tochter von Fujimori oder in Chile der Nazi-Sohn Kast, der natürlich auch Pinochet-Verehrer ist, an die Macht kommen. Rubio und seine Hntermänner sind wohl schlau genug, das einschätzen zu können, ob das gleich geht oder man über Demokratie den Leuten mit Manipulation langsam immer weiter das „kleinere Übel“ schmackhaft macht.
Außerdem ist die NYT keine gute Quelle im Bezug auf Trump, weil sie sehr Anti-Trump sind und eher den Demokracts gehören, bzw. ihre Owner Democrats unterstützen. Ich hätte mir eher direkte Quellen zur Konferenz gewünscht oder aus den Konzernen.
Ich habe gerade noch einmal die Geschichte der erwähnten Ölkonzerne nachgeschaut:
Exxon, Conoco Phillips und Chevron sind alle Nachfolge-Organisationen von Standard Oil.
https://en.wikipedia.org/wiki/Big_Oil
Die 7 Sisters hatte ich falsch in Erinnerung, da sind auch europäische Konzerne inbegriffen und waren nicht alle Standard Oil, soweit ich das verstanden habe. Das waren die ehemaligen Monopolisten, wobei es in USA eben Standard Oil war, was zerschlagen wurde.
Interessant ist, dass also Exxon und Conoco Philipps einen Regime Change wollen, wohingegen Chevron ein Verrat, was Trump dann „Deal“ nennt, an den Chavisten reichen würde. Wie schon früher angemerkt, hat Venezuela eine Staatsquote niedriger als Frankreich, aber offensichtlich ist die Staatsquote von Venezuela, einer lange ausgebeuteten Kolonie viel zu hoch, und man will ihnen keinen Aufstieg oder soziale Programme gönnen. Darin steckt, neben der kapitalistischen Ideologie auch Rassismus, dass nämlich die vornehmlich arme, farbige Bevölkerung dort, den Weißen zu dienen hat.
Man sieht das auch immer wieder an den ausgewählten Compradoren. Die sind auch meistens weiße Sprösslinge von Oligarchen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Comprador
Ein weiterer Aspekt ist, dass in Venezuela im Gegensatz zu Equador kaum Drogenhandel stattfindet, im Gegensatz zur Propaganda der Trump-Regierung. TheGrayzone hat dazu gute Recherchen, dass der Naboa-Clan einer der größten Drogenschmuggel-Operationen ist, genauso wie der ehemalige begnadigte Militärdiktatur von Honduras und Uribe von Kolumbien, der enge Beziehungen zu Rubio hat. Es wird damit immer klarer, warum Rubio so mächtig wurde: Wegen der exil-kubanischen Lobby, die immer in der Führung aus Mobstern bestand, die auch tief verwickelt sind in den Drogenhandel.
Interessant wäre auch, was die nicht-amerikanischen Konzerne in der Runde sollten?
Außerdem müsste es eine ähnliche Runde geben für andere Bergbaukonzerne gegeben haben, vor allem für kanadische Bergbaukonzerne, die in Venezuela Gold abbauen wollen – und natürlich die Umwelt zerstören und vornehmlich wieder nicht Weiße, sondern Indigene, die da leben, vergiften.
In Deutschland wird so ein Regime Change natürlich auch gefeiert, denn auch deutsche Konzerne (und Politiker) scheißen in Kolonialländern auf das Leben der Menschen dort oder den Erhalt von Ökosystemen.
Es ist der nächste Offenbarungseid nach der Beteiligung am Genozid in Gaza.
Die scheißen auch in Deutschland auf das Leben der Einheimischen und die Ökosysteme, die deutschen Konzerne und Politiker.
Das sind doch mal nützliche Informationen, mit denen man auch was anfangen kann. Die rechtsextreme Mainstreampresse ist ja zu nichts mehr zu gebrauchen. Danke dafür! Und natürlich freut mich, dass so aussieht, wie es aussieht, sprich es alles nicht so einfach ist wie gedacht. Es gibt dann sogar doch Dinge, an die sich auch Kolonialherren halten müssen, z.B. die Gesetze der Physik, was ja hier zumindest so ähnlich zu sein scheint..
Alte Weisheit: Imperialismus rechnet sich nicht mehr, wenn die N***** sich gegen ihre „Master“-Ausbeuter zur Wehr setzen.
Macht doch nix – Hauptsache man hat Russland und China in die Suppe gespuckt…
Vielen Dank dank auch Frau Weber für den Artikel!
Wie alle Faschisten ist Trump nur an Zerstörung und Rache interessiert. Zusätzlich interessieren in Lobpreisungen, Preise und Medaillen. Ihm wird das Thema Venezuela auch bald langweilig werden, schätze ich.
Honks (Hilfskräfte ohne nennenswerte Kenntnisse) sollten zur Kenntnis nehmen, das sie sich lächerlich machen…aber wahrscheinlich ist selbst der „GBU-57“ zu dumm dafür.
Trump hat auch die Banderafaschisten der Ukraine fallen gelassen. Aber nicht, weil die ihn langweilten. Sondern er hat erkannt, das die keine Zukunft haben.
Oder es hat ihn einfach nur peinlich berührt, dass sich sein Buddie, der wandelnde Minderwertigkeitskomplex und Regionalfürst, seit mittlerweile 4 Jahren vor aller Welt zum Gespött macht.
Und wozu kann man das wunderbare venezolanische Schweröl gebrauchen? “ Caracas did, however, provide a high-sulphur crude that’s used to produce bitumen, which is used for construction and road building,….“ Ach so ist das.
https://www.nakedcapitalism.com/2026/01/washingtons-global-war-against-chinas-oil-suppliers.html
Ein bisken Recherche schrumpft den Großen Satan auf das mörderische Teufelchen, das es für die Opfer darstellt, welche es für seine Heimatlosigkeit (1) verlangt, wozu es die Recherche übrigens nicht gebraucht hätte.
Derweil ist der Kampf um die NATO, die Hauptkriegsfront, in eine vorentscheidende Phase eingetreten:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/groenland-nato-trump-100.html
Grynkewich (SACEUR), Donahue (Allied Land Command) und Jeffrey Anderson (Kommandeur der 6. Flotte) müssen sich sehr bald entscheiden, wo ihre Loyalität hockt.
Nuja, ich will nicht übertreiben: Vorerst können sie sich auf Marco Rubio und die DOS-Nomenklatura stützen, aber wie lange noch, das wissen sie nicht.
(1) Um die Heimatlosigkeit der amerikanischen Nation, soll heißen: das, was sie nach der Tradition und dem Willen der Vorsteher der Föderationsregierung seit 1949 (NATO-Gründung) sein soll, zu demonstrieren, reicht mein schwacher Kommentar allemal hin:
https://overton-magazin.de/top-story/panam-das-ende-der-europaeischen-illusion/#comment-338852
Na gut, den größten Klops in meinem „Heimatlosigkeits“-Kommentar will ich immerhin bereinigt haben.
Dort steht:
im Föderationsstaat USA [wird ]Nationalismus nahezu ausschließlich negativ buchstabiert, es ist die Abwesenheit von „Antiamerikanismus“.
Das ist nicht völlig falsch, aber die Grundlage davon ist, daß amerikanischer Nationalismus seit dem Unabhängigkeitskrieg einfach heißt: es gibt gute und schlechte Amerikaner.
Das ist übrigens eine wesentlich handlichere Erscheinungsform, als die Nationalismen in der „Alten Welt“ – handlicher für Feinde des Nationalismus.
Eigentlich ist nur erstaunlich, dass Trump nicht endlich ALLE Bodenschätze des Planeten per sé zu US-Eigentum erklärt und dass deren Ausbeutung künftig von Washington zentral reguliert wird…
Dann gibts auch keine unterschiedlichen Umweltstandards mehr – also ein typischer Trump win-win.
Also wenn dann nur als persönliches Eigentum von Trump.
Ist doch klar, dass die Konzerne nicht plötzlich ihr Portemonnaies öffnen und einfach so 100 Milliarden auf den Tisch legen. Das machen Unternehmer nie. Erstmal wird skeptisch in die Runde geschaut. Man will schließlich Geld verdienen und nicht ausgeben. Entschädigung für Investitionen der Vergangenheit gäbe es hingegen schon. Die USA hat genügend Gelder von Venezuela eingefroren die das ermöglichen. Völlig neu sind jetzt aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen. Mit wem sollen die Konzerne denn jetzt Verträge abschließen. Mit Donald himself oder dann doch mit irgendeiner Regierung von Venezuela? Das müsste dann auch erst einmal geklärt werden bevor der Ölrausch ausbrechen kann.
Kann mir mal jemand erklären wie genau jetzt die usa in venezuela regieren? Sie haben jetzt offiziell das venezuelanische Geld geklaut was eh eingefroren war. von der blockade hör ich irgendwie auch nicht viel. wurden schon nicht sanktionierte/chinesische/russische schiffe(ausser ‚mariner‘) gekapert oder aufgehalten. was sagen die schiffstrackingseiten zum schiffsvekehr von und nach venezuela? wurden die ölverkäufe venezuelas die letzten jahre über amerikanische banken abgewickelt? in yuan? wie wollen die usa das geld aus den öleinnahmen kontrollieren? gibt es meldungen aus venezuela, was sagt die regierung? die meldung von rodriguez bezüglich zusammenarbeit mit den usa, das hätte man auch unter maduro haben können.
bis auf meldungen seitens der usa, das man jetzt venezuela regiert habe ich noch nicht viel konkretes gesehen ausser das der rest der welt diese meldung glaubt.
in meinen augen gibt es hier sehr viele fragen die niemand stellt und die man somit auch nicht beantworten muss.
falls jemand antworten darauf hat wäre ich für informationen sehr dankbar.