Trumps Armada vor der Küste von Venezuela

Der von den USA zum Ched eines Drogenkartells und einer ausländischen Terrororganisation erklärte venezolanische Präsident mit der Guardia Nacional Bolivariana (GNB). Bild: Prensa Presidencial

Die Spannung im Konflikt zwischen den USA und Venezuela nimmt zu. Noch hat die US-Regierung nicht gesagt, welche Aufgabe die in die Region entsandten acht Kriegsschiffe mit Tausenden von Soldaten haben. Axios nennt es „Kanonenbootdiplomatie“. Es ist nur vage von Bekämpfung des Drogenhandels die Rede. US-Präsident Trump hatte Drogenkartelle zu Terrororganisationen erklärt, um militärisch vorgehen zu können. Der venezolanische Präsident Maduro wurde von der US-Regierung am 7. August als Chef des mit Venezuela verbundenen Drogenkartells Cartel de los Soles eingestuft und ein Kopfgeld von 50 Millionen US-Dollar auf ihn ausgelobt.

Seit der Entsendung der Kriegsschiffe wird darüber gerätselt, was der Zweck des militärischen Aufmarsches vor der Küste Venezuelas beabsichtigt. Das erinnert jedenfalls an den Putschversuch während der ersten Präsidentschaft Trumps, als dieser 2019 Juan Guaido als legitimen Präsidenten anerkannte und Maduro bereits des Drogenhandels und des Drogenterrorismus und damals der Zusammenarbeit mit FARC beschuldigte. El Pais spricht von einem déjà vu. Guaido und Trump scheiterten. Könnte also sein, dass Trump die Schmach in seiner zweiten Präsidentschaft ausbessern will, um ein amerikafreundliches Regime in dem öl- und gasreichen Land an die Macht zu bringen.

Mit seinem Außenminister Marco Rubio hat er wieder wie in seiner ersten Präsidentschaft John Bolton („5000 Soldaten nach Kolumbien“) einen anti-kubanischen, interventionistischen Falken an Bord, der auch immer schon Venezuela im Visier hatte. Kurzzeitig sah es nach Entspannung zwischen Trump und Maduro aus, Sanktionen wurden für Chevron erleichtert und Venezuela holte Bürger ohne Aufenthaltsgenehmigung aus den USA zurück. Von Trump war kaum etwas zu Venezuela zu hören, das könnte für ihn ein Nebenschauplatz für Russland-Ukraine, Brasilien und Israel sein.

Caroline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, kommentierte lediglich, ohne konkret zu antworten: „Maduro ist nicht der Präsident von Venezuela, er ist ein Flüchtiger, der Chef des Kartells Cartel de los Soles.“ Soll Maduro also wie einst Noriega in einem Militärcoup gefangengenommen werden, um eine andere Regierung installieren zu können?

Die Oppositionsführerin María Corina Machado, eine Zeitlang Präsidentschaftskandidatin 2024, die aber nicht antreten durfte, könnte als Nachfolgerin vorgesehen sein. Sie gilt als unerschrockene „Iron Lady“ und ist derzeit untergetaucht und versucht aus dem Untergrund die US-Regierung zu überzeugen, dass Maduro eine Bedrohung für die USA und die Region darstellt und ein Regime Change von wirtschaftlichem Vorteil für die USA wäre. In ihrem letzten Video sagte sie: „Die Rückkehr der Demokratie nach Venezuela wird Investitionsmöglichkeiten eröffnen, die man in Schwellenländern noch nicht gesehen hat (…) Wir sind Millionen von Venezolanern, die von Hoffnung getrieben sind und einen demokratischen Wandel fordern.“ Jetzt sei die Zeit gekommen, meinte sie. Der Übergang habe schon begonnen. Sie verspricht den Menschen Wohlstand, es sei eine „außergewöhnliche Chance“. Unterstützung genießt Machado von Rubio, der den Text für Time geschrieben hat, die sie als eine der 100 einflussreichsten Menschen 2025 gelistet hat. Rubio schwärmt: „Ihre prinzipientreue Führung ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung, das unsere Region und unsere Welt zu einem besseren Ort macht.“

Aber Machado ist bislang daran gescheitert, eine Volksbewegung gegen Maduro, dem auch bei der letzten Präsidentschaftswahl Betrug vorgeworfen wird und der seit der ersten Präsidentschaft Trumps geschwächter ist, auf die Beine zu stellen. Dies auch deswegen, weil viele auch in der Opposition zu Maduro aufgrund der Geschichte eine Intervention der USA ablehnen. Während bei Guaido noch der damals rechte kolumbianische Präsident mitgespielt hat, haben nun Venezuela und Kolumbien gemeinsam Truppen an die Grenze entsendet, um sie gegen die Amerikaner zu schützen. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro, eigentlich kein Freund von Maduro, hatte erklärt, dass ein Angriff auf Venezuela auch ein Angriff auf Kolumbien sei. Während Venezuela 15.000 Soldaten an die Grenze verlegt hat, schickte Kolumbien 25.000. Dazu kontrolliert Venezuela die Küste mit Soldaten und Drohnen, Maduro hat die  Nationalgarde, die 4,5 Millionen Menschen umfassen soll, zum Schutz des Landes aktiviert.

Ansonsten scheint es Maduro an Unterstützung aus dem Ausland zu fehlen. Offensichtlich wurde er zur Siegesparade nicht nach China eingeladen, der Kreml sagt zwar, dass Russland Venezuela unterstütze, und warnt vor militärischen Interventionen, aber würde sicherlich nicht militärisch intervenieren. Möglicherweise gibt es hier auch eine Absprache zwischen Trump und Putin. Abgesehen davon, dass die Amerikaner vielleicht planen könnten, mit einer Spezialoperation Maduro zu verschleppen, ihn in den USA vor Gericht zu stellen und damit einen Regimewechsel die Bahn zu schaffen, dürfte Trump wohl nicht vorhaben, Truppen nach Venezuela zu schicken und dort einen Krieg zu entfachen. Diskutiert wird auch die Möglichkeit, dass Maduro durch eine Rakete oder Drohne umgebracht werden könnte, aber die politischen Folgen wären dann höchst riskant.

Der stellvertretende Stabschef im Weißen Haus und Homeland Security Advisor Stephen Miller erklärte gestern zur Entsendung der Kriegsschiffe, dass Trump seit Beginn seiner Präsidentschaft die Bekämpfung der Drogenkartelle angekündigt hat, „in der westlichen Hemisphäre ausländische terroristische Organisationen sind, die eine eindeutige und gegenwärtige Gefahr für das amerikanische Volk darstellen. Es gibt keine Organisationen auf diesem Planeten, die für mehr tote Amerikaner verantwortlich sind als die kriminellen Kartelle, die Drogenhändler, die in der westlichen Hemisphäre operieren.“ Das Militär habe die Aufgabe, zur Verteidigung der Nation auch diese ausländischen Terrororganisationen zu bekämpfen: „Was Sie hier sehen, ist die Entschlossenheit des Präsidenten des US-Militärs, Drogenhandelsorganisationen, kriminelle Kartelle und diese ausländischen terroristischen Organisationen in unserer Hemisphäre zu bekämpfen und zu zerschlagen.“ Weiterhin bleibt es im Dunklen, welche Mission die Armada vor Venezuela nun wirklich haben soll und ob sie mehr als ein Theater sein wird.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, hat nach dem Studium der Philosophie als freier Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Medientheorie und -ästhetik in München und als Organisator zahlreicher internationaler Symposien gearbeitet. Von 1996 bis 2020 war er Chefredakteur des Online-Magazins Telepolis. Von ihm erschienen sind u.a. „Denken, das an der Zeit ist“ (Suhrkamp 1988), „Die Telepolis“ (1995), „Vom Wildwerden der Städte“ (Birkhäuser 2006), „Smart Cities im Cyberwar“ (Westend 2015), „Sein und Wohnen“ (Westend 2020) oder „Lesen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ (Bielefeld 2023)
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26 Kommentare

  1. Trump muß noch mindestens zwei Länder angreifen um für einen Friedensnobelpreis
    nominiert zu werden. Mit dem Iran hat das nicht so geklappt, also muß jetzt erst einmal
    Venezuela herhalten. Maduro, wenn du schlau bist, dann setze ein Kopfgeld auf Trump
    von min. 50 Millionen Dollar aus. Mal sehen was der Orange dann macht. Vielleicht die
    Farbe auf grün wechseln?

    1. Erst einmal die beleidigte Mettwurst spielen: 50 Mio sind viel zu wenig für den besten Präsidenten den die Welt jemals gesehen hat1!

  2. Trump ist nicht zurechnungsfähig und dafür gibt es vermutlich den Friedensnobelpreis.
    Der Mann will ebenso wenig Frieden wie seine Vorgänger, der will Geschäfte mit dem Tod machen.

    Bill Gates hilft ihm beim Völkermord in Gaza

    No Azure for Apartheid Petition

    https://noazureforapartheid.com/petition/

    About this petition

    This petition was written by Microsoft workers and shared internally on May 15, 2024, to mark the 76th year of the Nakba.

    ‘A million calls an hour’: Israel relying on Microsoft cloud for expansive surveillance of Palestinians

    https://www.theguardian.com/world/2025/aug/06/microsoft-israeli-military-palestinian-phone-calls-cloud

    Google terminates 28 employees after multicity protests: Read the full memo

    https://www.cnbc.com/2024/04/18/google-terminates-28-employees-after-series-of-protests-read-the-memo.html

    https://www.notechforapartheid.com/

    Microsoft terminates jobs of engineers who protested use of AI products by Israel’s military

    https://www.cnbc.com/2025/04/07/microsoft-fires-engineers-who-protested-during-anniversary-celebration.html

    Microsoft shareholders take action on reported links to Gaza conflict

    https://investment-international.com/News/microsoft-shareholders-take-action-on-reported-links-to-gaza-conflict/

    Unprecedented investor action demands Microsoft answer for reported involvement in Gaza genocide

    https://afsc.org/newsroom/unprecedented-investor-action-demands-microsoft-answer-reported-involvement-gaza-genocide

    A/HRC/59/23: From economy of occupation to economy of genocide – Report of the Special Rapporteur on the situation of human rights in the Palestinian territories occupied since 1967 (Advance edited version)

    https://www.ohchr.org/en/documents/country-reports/ahrc5923-economy-occupation-economy-genocide-report-special-rapporteur

    https://www.ohchr.org/en/media-centre/news-situation-occupied-palestinian-territory-israel-and-lebanon

    Microsoft statement on the issues relating to technology services in Israel and Gaza

    https://blogs.microsoft.com/on-the-issues/2025/05/15/statement-technology-israel-gaza/

    Microsoft had police remove protesters who stormed office over work with Israeli military

    https://www.cnbc.com/2025/08/26/microsoft-removed-protesters-who-stormed-office-israel-military-work.html

    Microsoft fires two employees over breaking into its president’s office

    https://www.cnbc.com/2025/08/28/microsoft-fires-two-employees-over-breaking-into-protests-at-its-presidents-office.html

    Microsoft militarized its campus to harass, attack, and violently arrest its own workers, former workers, and community members protesting its role in the genocide — No Azure for Apartheid Campaign Statement

    https://medium.com/@noazureforapartheid/microsoft-militarized-its-campus-to-harass-attack-and-violently-arrest-its-own-workers-former-0ee8b6323e80

    1. Es ist gut wie Sie hier die Links setzen, aber noch besser wäre es, die Kernsätze in Deutsch zu übersetzen und Ihre Links evtl gleich mittels eines Übersetzungsprogramms einzustellen. Ich denke mal, daß sich dann viel mehr Leser die Mühe machen würden. Selbst ich, mit recht guten Englischkenntnissen habe nicht die Geduld mich durch so viele Texte zu kämpfen, geschweige denn die Zeit dann auch zumindest einen Überblick mir zu verschaffen.
      Liebe Grüße von Luisa

      1. Man kann heute fast jeden Browser auf automatische Übersetzung einstellen. Dann bekommt man mit dem Aufruf der Seite sofort die Übersetzung.

  3. “Jedesmal wenn eine Hoch-Präzisions Rakete, auf ein Gebäude oder Wohnung in Gaza fällt
    und Männer, Frauen und Kinder tötet.
    Jedesmal wenn eine Rakete auf Beirut fällt oder auf den Süden Libanons.
    Diese Raketen entzünden und zerstören das System der Vereinten Nationen.”

    “Wo ist das Justizsystem der Vereinten Nationen?
    Nur um Dokumente hervorzubringen? Mitteilungen?
    Hat das Leben der Jungen und Mädchen in Palästina keinen Wert?“

    Nicolás Maduro, (Venezuela), 16th BRICS Summit.
    https://vimeo.com/1028855587

    1. Das System der so genannten „Vereinten Nationen“ ist ja auch von Imperialisten für Imperialisten geschaffen worden.
      Wenn ihr das alles und noch mehr eben nicht versteht, dann wird es eben auch immer so weitergehen.
      So lange es den Staat Israel gibt, wird sich nichts ändern!

    2. Man muss praktische Lösungen suchen. Für die Entwicklungsprobleme einer neuen Wirtschaft, die inklusiv ist, die aus unabhängigen Ländern besteht, die Soziale Zufriedenheit und Würde anstreben.
      An zweiter Stelle:
      „Wir benötigen eine Neugründung des Systems der Vereinten Nationen.“ sagte Generalsekretär Antonio Guterrez.

      Jedesmal wenn eine Hoch-Präzisions Rakete auf ein Gebäude oder Wohnung in Gaza fällt. und Männer, Frauen und Kinder tötet. Jedesmal wenn eine Rakete auf Beirut fallt oder auf den Süden Libanons. Diese Raketen entzünden und zerstören das System der Vereinten Nationen.

      Wo ist der Internationale Gerichtshof?
      Oder wurde er nur ins Leben gerufen um die Länder des Südens zu verfolgen? Wo ist das Justizsystem der Vereinten Nationen? Nur um Dokumente hervorzubringen? Mitteilungen?
      Hat das Leben der Jungen und Mädchen in Palästina etwa keinen Wert?“

      Das ist der Teil der Rede die man auf dem Video sieht.

      1. „Wo ist der Internationale Gerichtshof?“

        Wird vom selbsternannten orangen Imperator plus seiner Vasallen systematisch verfolgt und sanktioniert damit er weiter seine Verbrechen gegen die Menschheit durchführen kann.
        Deutschland gehört zu den Vasallen die den Gerichtshof attackieren weil der Deutschland als Komplize Israels in Gaza sieht.
        Ekelerregend!

  4. Der Gedanke, dass Maduro entführt werden soll, scheint mir völlig abwegig. Zum einen sehe ich nicht, wie eine Entführung zu einem Regimewechsel in Venezuela führen soll. Zum anderen sehe ich nicht, wozu man eine Armada von Kriegsschiffen bräuchte um eine Entführung durchzuführen.

    Am plausibelsten scheint mir, dass die USA hier einen Testballon steigen lässt und einfach die venezolanische Reaktion studiert. Aus den Erkenntnissen werden dann gegebenenfalls neue Maßnahmen abgeleitet.

    1. So „abwegig“ finde ich eine mögliche Entführung Maduros nicht. Ich bin alt genug, um mich an die „Operation Just Cause“, also „Gerechter Grund“ (merke: US-Kriege sind gerecht), eine militärische Invasion durch Marine-Spezialeinheiten in Panama 1989 zu erinnern. Tatsächlich ging es darum, Noriega, einen von den USA gestützten Bananenrepublik-Diktatur, der nicht mehr so spurte, wie sich das die USA und die CIA vorstellten, aus dem Weg zu räumen. Noriegas Palast wurde bombardiert, er selbst unter dem Vorwurf oder Vorwand des Drogenhandels im Sinne des Völkerrechts „entführt“ (nachdem er sich gestellt hatte!) und in USA zu 40 Jahren Haft verurteilt. (Vgl dazu auch die Kritik an Putins Behauptung einer „Spezialoperation gegen ein faschistisches Regime“).
      Der Auflauf amerikanischer Marine vor Venezoela soll sicher an Panama erinnern, und dieses Szenario als durchaus realisierbare Drohung aufbauen.

  5. Donaldo Dump & The United States of Aggression. Mit Harris wäre wahrscheinlich alles noch schlimmer gekommen. Dann hätten die Neocons von Washington und Brüssel völlig frei agieren können und Zeitungen wie Overton & Co wären schon längst verboten. Je schneller die NATO und EU den Bach runtergehen desto besser für die Menschheit.

  6. Ohne die Unterstützung der eigenen Bevölkerung eine ausländische Macht darum bitten militärisch zu intervenieren und sich an die Macht bringen zu lassen – und es als „Demokratie“ bezeichnen das ist schon dreist. Eigentlich wie im Mittelalter, nur dass sie im Mittelalter ehrlicher waren und es nicht für Demokratie ausgaben.

  7. Typisch Trump’sche Pressearbeit. Das müsste er erklären, denn der Durchschnittsamerikaner weiß darüber nichts. Er könnte aber.
    Hugo Chavez war damals Präsident einer Linksregierung. Anfang der 2000-er Jahre suchte er nach Partnern, mit denen er außerhalb der US-Sphäre Handel treiben konnte. Da war nicht viel übrig, der Ostblock war weg und die Blockfreien nach der Zerstörung Jugoslawiens bedeutungslos. Er fand einen Partner im Iran. Nur eben hat das immer eine Eigendynamik. Da machte sich die Hisbollah breit und bestens integriert. Maduros Stellvertreter Tareck El Aissami war mit ziemlicher Sicherheit ein Hisbollahmann. Ob Venezuela inzwischen ein Libanon ist, in dem die Hisbollah das Gewaltmonopol hat, wird nicht behauptet. Wohl aber in einigen Provinzen.
    Die Amerikaner waren der Sache auf der Spur, aber Obama hat alles abgeblasen. Um nur ja seinen Atomvertrag mit dem Iran nicht zu gefährden. Hier der Artikel von Politico:
    https://www.politico.com/interactives/2017/obama-hezbollah-drug-trafficking-investigation/

    Das ist nun ein wenig arg lang, ich habe Deep Seek gebeten, das zusammenzufassen:

    Gerne. Hier ist eine Zusammenfassung des investigativen Artikels von POLITICO mit dem Titel „The Secret Backstory of How Obama Let Hezbollah Off the Hook“ aus dem Jahr 2017.

    Kernaussage des Artikels
    Der Artikel stellt eine schwerwiegende Anschuldigung auf: Die Obama-Administration habe absichtlich eine groß angelegte Strafverfolgungsaktion gegen die Finanzierungsnetzwerke der Hisbollah behindert und untergraben. Dies geschah aus dem Motiv heraus, das im Jahr 2015 auf dem Verhandlungsweg zustande gekommene Nuklearabkommen mit dem Iran (JCPOA) nicht zu gefährden. Da der Iran der Hauptunterstützer der Hisbollah ist, fürchtete man, dass aggressive Ermittlungen gegen die Hisbollah die diplomatischen Beziehungen zum Iran belasten und das fragile Abkommen scheitern lassen könnten.

    Die Ermittlung: „Project Cassandra“
    Der Artikel beschreibt eine langjährige, geheime DEA-Ermittlung mit dem Codenamen „Project Cassandra“.

    Ziel war es, die Hisbollah in ihrem globalen Drogenhandel und Geldwäsche-Netzwerk zu zerschlagen, das hunderte Millionen Dollar für die militante Gruppe generierte.

    Die Ermittler hatten ein komplexes Netzwerk ausgespäht, das Drogen aus Lateinamerika schmuggelte, Waffen nach Afrika lieferte und Gewinne über das globale Finanzsystem wusch.

    Sie identifizierten Schlüsselfiguren und baten wiederholt um Genehmigung, diese Zielpersonen festzunehmen, auszuweisen oder ihre Vermögenswerte einzufrieren.

    Vorwürfe der politischen Einmischung
    Laut dem Artikel und den zitierten Ermittlern geschah Folgendes:

    Blockade von Maßnahmen: Das Justizministerium (DOJ) und das Finanzministerium lehnten oder verzögerten Anträge der DEA, Strafverfolgungsmaßnahmen gegen hochrangige Hisbollah-Ziele zu ergreifen.

    Abschwächung von Anklagen: Bestehende Anklagen wurden so umgeschrieben, dass die Verbindung zur Hisbollah heruntergespielt oder entfernt wurde, um sie „politisch akzeptabler“ zu machen.

    Einstellung von Ermittlungen: Als der Druck für das Iran-Abkommen am größten war, wurden Ermittlungen eingestellt und Fälle auf Eis gelegt.

    Ignorieren von Beweisen: Die politische Führungsebene ignorierte oder wies Warnungen der Strafverfolgungsbehörden zurück, dass diese Netzwerke eine ernsthafte Bedrohung darstellten.

    Ergebnis und Konsequenzen
    Die Ermittler von Project Cassandra fühlten sich von ihrer eigenen Regierung „verkauft“ und „geködert und abgelenkt“.

    Schlüsselfiguren, gegen die man hätte vorgehen können, blieben unbehelligt oder konnten untertauchen.

    Das Hisbollah-Netzwerk konnte seine lukrativen kriminellen Operationen weitgehend ungestört fortsetzen.

    Der Artikel impliziert, dass kurzfristige außenpolitische Ziele (das Iran-Abkommen) über das langfristige Ziel der Bekämpfung von internationalem Terrorismus und Drogenhandel gestellt wurden.

    Zusammenhang mit dem UNICRI-Bericht
    Dieser POLITICO-Artikel liefert die historische und politische Hintergrundgeschichte zu einem der Hauptpunkte des UNICRI-Berichts:

    Der UNICRI-Bericht konstatiert die operative Präsenz und Finanzierungsaktivitäten der Hisbollah in Lateinamerika (z.B. in der Triple Frontier).

    Der POLITICO-Artikel erklärt, warum es US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden – trotz detaillierten Wissens – nicht gelang, dieses Netzwerk in der Zeit der Obama-Administration wirksam zu zerschlagen.

    Beide Dokumente zusammen zeigen, wie der „Nexus“ nicht nur ein kriminelles, sondern auch ein hochpolitisches Problem ist, bei dem geopolitischen Interessen Priorität eingeräumt werden kann.

    Zusammenfassend: Während der UNICRI-Bericht die aktuelle Bedrohungslage und Strukturen analysiert, zeigt der POLITICO-Artikel ein konkretes, historisches Beispiel dafür, wie große geopolitischen Interessen (das Iran-Abkommen) die Bekämpfung genau dieser kriminell-terroristischen Netzwerke behindert haben.

    —————– Zitatende —————————-

    Hier der erwähnte UNICRI-Bericht. Das sind keine Amerikaner, das ist die UNO. Resümmee: die Hisbollah ist der Backbone des Terrors und der Verbrechen in Südamerika. Alle anderen sind nur kleine Fische und in Abhängigkeit von Hisbollah. (Ergebnisse erst ab Kapitel 2)
    https://unicri.org/sites/default/files/2024-09/Nexus%20LATAM.pdf

    Ein Thema, das in einem Artikel von Herrn Rötzer mit Sicherheit nicht angesprochen wird. Hisbollah, das sind doch diese ehrenhaften Kämpfer gegen den Zionismus? Dass das Gebrüll über den Zionismus dazu dient, dass bei der Hisbollah nicht hingesehen wird, wäre das nicht einmal eine angemessene Frage?

  8. Leider finde ich auf die Schnelle nicht mehr die betreffenden Artikel, deshalb muß ich hier gewissermaßen „Gerüchteweise“ posten:
    1. Angeblich hat RU Venezuela schon vor Monaten mit modernen russischen Waffen ausgestattet.
    2. Angeblich wird RU nicht aktiv in diesen Konflikt eingreifen, weil China wesentlich mehr wirtschaftliche Interessen in Venezuela hat, und diese gefälligst selbst verteidigen soll – auf welche Art auch immer.

    Fragt sich jetzt, gegen wen geht Trump hier wirklich vor, bzw. ist dies ein neuer Versuch China und RU auseinander zu dividieren?

  9. Ich kann mir diesen westlichen Hitlerismus echt nicht mehr geben. Völkermord hier, Völkermord dort. Und immer mit dabei: ganz großes Rumgelüge von der eigenen Gutartigkeit und der angeblichen Bösartigkeit Anderer.

    Der Westen ist psychisch krank und ich bin froh wenn er weg, sorich irrelevant geworden ist. Niemand braucht ihn.

  10. Wenn die US- Geheimdienste behaupten, Maduro sei in den Drogenhandel verwickelt, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Sie sagen die Wahrheit (Wahrscheinlichkeit 1:9) oder
    2. Sie betreiben „strategische Kommunikation“, d.h. sie lügen (Wahrscheinlichkeit 8:9)

  11. Wenn die Amis angreifen, dann um Maduro zu Ermorden. Etwas anderes können die sich gar nicht leisten. Man kann deshalb Venezuela und insbesondere Maduro nur wünschen genug Waffen und insbesondere Geran Drohnen im Land zu haben um daraus ein US Desaster zu machen.
    Wenn The Donald unbedingt Drogenhändler bekriegen will, sollte er es mal in Langley Virginia probieren, da gibt es so ein Riesen Kartell, heißt CIA und sind die Nummer 1 im Drogengeschäft Weltweit.

  12. Sie wollen dieses schöne venezoelanische heavy crude, aus dem sich so wunderbar Diesel destillieren lässt, wirklich soo sehr!
    Und ihnen läuft die Zeit davon, nachdem es mit dem russischen und dem iranischen Öl nicht geklappt hat und nun auch noch der shale oil Boom dem Ende zugeht.

  13. Erinnert sich noch jemand an den 11. April 2002, bei dem Chavez entführt wurde und getötet werden sollte, was durch einen Volksaufstand und loyale Militäreinheiten verhindert wurde? Es geht nicht um Drogen oder Maduro, ist geht immer um dasselbe: OIl,Oil,OIl…….und in Venezuela haben sie genau die Qualität, die in den Raffinerien von Louisiana gebraucht wird.

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