
Donald Trump hat die Gabe, die Öffentlichkeit immer wieder zu überraschen. Er ist ein Entertainer, der fortlaufend Anstößiges produziert, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Das gelingt ihm auch ganz gut, auch wenn die Zustimmungswerte in den Keller sinken. Bundeskanzler Merz hat er aber noch nicht erreicht.
Wahrscheinlich besorgt darüber, dass in den Midterm-Wahlen die Republikaner abgestraft werden könnten, kam Trump auf die Idee, die er schon mal im argentinischen Wahlkampf für Milei erfolgreich ausprobiert hatte. 2025 hatte Trump 20 Milliarden Dollar für die Stabilisierung des Peso vor der Wahl freigegeben und erklärt, die Unterstützung wieder zu beenden, wenn Milei nicht gewählt wird. Das trug zum Wahlsieg Mileis bei.
Jetzt versucht er dies auf noch plumpere Weise mit den Amerikanern zu machen. In seiner Rede auf dem Parteitag der Republikaner in Dallas, Texas, erklärte er die Wahl zu „einer der wichtigsten in der Geschichte unseres Landes. Ihre Stimme wird entscheiden, ob unser Land am Eingang zu den nächsten 250 Jahren stolpert oder nach vorwärts stürmt, ohne jemals zurückzublicken.“ Man müsse ihn jetzt weiter regieren lassen, nicht die „radikale Linke“, schließlich seien die ersten zwei Jahre seiner jetzigen Präsidentschaft „die besten finanziell und in allem anderen in der Geschichte unseres Landes“ gewesen.
Trumps Rede war wie immer gefüllt mit seinen Erfolgen und seinen Scherzen, das Publikum zeigte sich begeistert. Natürlich ging es auch gegen die radikale Linke und den Kommunismus, d.h. gegen die Demokraten, die den Untergang des Landes mit sich bringen würden. Alles, was die Bürger zu tun hätten, wäre, hinter ihm zu stehen, um eine apokalyptische Reinigung vom Bösen zu bewerkstelligen: „Zusammen werden den Kommunismus in Amerika ein für alle Mal besiegen. Wir werden ihn besiegen, und wir müssen ihn grundlegend besiegen.“ Und selbstverständlich wird dann Amerika größer, mächtiger und stolzer sein. Und mit größer meint er offenbar auch, wie er mit einem Bild auf Truth Social suggeriert, territorial größer. Kanada, Grönland, Mexiko, Mittelamerika und die Karibik sollten wohl Teil der USA werden, also auch die Länder, aus denen jetzt die Mörder, Vergewaltiger und Verrückten kommen.
Um den Kommunismus zu besiegen, verspricht Trump, allen 240 Millionen erwachsenen Bürgern – also auch den verhassten Kommunisten – eine „Dividende“ auszuzahlen, wenn die Republikaner im Repräsentantenhaus und im Senat die Mehrheit behalten: „Dann werde ich dank unserer enormen Stärke und unseres wirtschaftlichen Erfolgs jedem erwachsenen Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika eine Dividende von 5000 Dollar auszahlen.“ Das nennt er auch „Trumps Dividende“, die er als vergleichbar zu den Dividenden sehen will, die erfolgreiche Unternehmen ihren Investoren ausschütten.
„Die einzige Bedingung ist, dass die Dividenden in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden müssen. Wir wollen nicht, dass Sie nach Kanada gehen und dort Geld ausgeben. Wir wollen nicht, dass Sie nach China oder Deutschland gehen… Sie müssen das Geld in den Vereinigten Staaten ausgeben.“
Und er verbindet einen Wahlerfolg vor allem mit sich, er ist schließlich der beste Präsident aller Zeiten: „Und wieder erhalten wird, wenn ich kandidiere, enorme Stimmzahlen … Aber wenn ich nicht kandidiere, ist es ein bisschen anders. Deshalb bitte ich euch, was vielleicht sogar wichtiger als die Trump-Dividende ist, tut so, als wäre ich im Wahlkampf, geht zur Wahl oder stimmt früher ab. Denn tatsächlich bin ich wirklich im Wahlkampf.“

Wo er die Milliarden, vielmehr mehr als eine Billion Dollar für die Dividende hernehmen will, bleibt offen, vielleicht hofft er auf eine milde Spende Tech-Milliardäre von Dell bis Elon Musk. Allerdings nannte er sich früher auch schon mal der „König der Schulden“. Tatsächlich ist die staatliche Schuldenlast durch ihn schon auf über 40 Billionen US-Dollar angestiegen, während er 2025 ein Haushaltsdefizit von 1,8 Billionen erzielt hat. Da ist dann vielleicht eine weitere Billion Hubschraubergeld auch noch drin.
Werden Amerikaner ihm vertrauen, dass sie das Geld erhalten werden, wenn die Demokraten es nicht schaffen, eine Mehrheit im Repräsentantenhaus und/oder Senat zu gewinnen? Und würden eine republikanische Mehrheit in beiden Häusern dafür sorgen, dass die „Dividende“ aus Steuergeldern bewilligt wird? Als Wahlbeeinflussung darf sie nicht ausgezahlt werden.
Glaubwürdig ist Trump natürlich nicht. Er hatte schon einmal den Amerikanern versprochen, die Gewinne aus der von Musk geleiteten DOGE-Kampagne zur Senkung der Kosten von Behörden und Ministerien an die Bürger auszuschütten. Nur war DOGE eine totale Pleite.
Gerade steigen die Ölpreise schon wieder, weil Trump nicht imstande ist, den Iran-Krieg militärisch oder politisch zu lösen. Gerade haben sich wieder die Huthis eingeschaltet und die Hafenstadt Mocha eingenommen, womit sie eine bessere Möglichkeit haben, den Schiffsverkehr durch die Bab el-Mandeb-Straße zu stören. Trumps Zustimmungswerte liegen durchschnittlich bei 38 Prozent, nach einer aktuellen Focaldata/Financial Times-Umfrage allerdings bei 32 Prozent. Bei den meisten Umfragen zu den Midterm-Wahlen liegen die Demokraten vorne, wenn auch nur leicht.
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5000 Taler? Der Typ spinnt doch. Kohl mit den schwarzen Koffern haben 100 Mark gereicht, um ein Volk zu kaufen.