Trump lockert russische Sanktionen, Kiew und die EU sind entsetzt

Putin und Trump in Anchorage im Sommer 2025. Bild: Kreml/Sergei Bobylev, RIA Novosti/CC BY-SA-4.0

 

Kurz vor den Wahlen ist US-Präsident Trump Russland entgegengekommen und hat mit dem russischen Präsidenten Putin in einem Telefongespräch eine Aufhebung von Sanktionen vereinbart. Russland kann jetzt bis April 2027 größere Mengen an Dieselkraftstoff in die USA und auf dem Weltmarkt verkaufen. Nach Trump sofort 300.000 Tonnen, im November 500.000 und dann eine Million und mehr. Trump hofft, dass damit die Spritpreise in den USA fallen, was ihm und seinen republikanischen Kandidaten helfen soll. Gleichzeitig wurden zur „Verteidigung der US-Souveränität“  Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof ICC verhängt.

Anstatt ein kürzlich von Trump unterzeichnetes, vom verstorbenen Senator Lidsay Graham initiiertes Gesetz zur Verschärfung der gegen Russland gerichteten „höllischen“ Sanktionen anzuwenden, werden diese jetzt gelockert. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Syracuse, New York, bedankte er sich bei Putin, viele Millionen Barrel Diesel zu liefern: „Ich denke, Sie haben von dem Ölabkommen mit Russland gehört. Es ist eine sehr wichtige Sache. Es wird unserem Land eine riesige Menge Öl bringen. Ich möchte Präsident Putin danken. Russland hat zugesagt, uns Millionen und Abermillionen Barrel Öl zu liefern, und das ist Diesel. Genau das brauchen wir jetzt.“

Trump fällt mit der Aufhebung der Sanktionen auf russischen Dieselkraftstoff dem ukrainischen Präsidenten Selenskij, seinen europäischen Unterstützern und auch manchen republikanischen Kongressmitgliedern in den Rücken. Selenskyij kritisierte die Entscheidung von Trump, ohne jedoch diesen beim Namen zu nennen: „Geschenke an Putin werden weder dem Frieden noch dem Nutzen der zivilisierten Welt dienen. Russland wird Diesel mit weiterem Terror und Grausamkeit „vergelten“. Russland den Verkauf von Ölprodukten zu gestatten, bedeutet, in einen Krieg zu investieren, der beendet und nicht fortgesetzt werden muss. Wir brauchen eine echte Deeskalation mit Russland, und zwar auf Augenhöhe.“

In einem Interview mit Axios warf Selenskij der US-Regierung vor, unfair und unehrlich gehandelt zu haben. Witkoff und Kushner hätten mit einer ukrainischen Delegation in Miami über Friedensverhandlungen verhandelt, aber ohne zu sagen, dass ein Deal mit Russland geplant ist. Das sehe „wie ein Geburtstagsgeschenk an Putin“ aus. „Wenn man ihnen erlaubt, Diesel zu exportieren, und man vorher der Meinung ist, man müsse nach Russland fahren, um zu verhandeln, sieht es so aus, als würde man sich dieses Treffen erkaufen.“

Die Gespräche in Miami wurden ergebnislos abgebrochen, Selenskij kündigte an, die Angriffe auf russische Raffinerien fortzusetzen, was Trump schon länger verärgert, weil das die Preise in die Höhe treibt. Nach einem Regierungsmitarbeiter forderte Trump erneut die einseitige Beendigung der Angriffe. Das wollte Selenskij aber nur, wenn Russland Angriffe auf den gesamten Energiesektor einstellt: „Selenskyj schätzt die Situation falsch ein. Indem er die Raffinerien weiterhin angreift, zerstört er das Wohlwollen, das er sich in den letzten sechs Monaten bei Trump aufgebaut hat“, sagte die Quelle gegenüber Axios.

Man sei bereit gewesen, die Angriffe auf russische Raffinerien zu beenden, wenn Russland die Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur einstellt: „Wir haben eben Amerika eine solche Vereinbarung vorgeschlagen und finden, dass die Kräfte der Vereinigten Staaten ausreichend sind, um einen derartigen Kompromiss zu erreichen“, meinte Selenskij, um dann der US-Regierung „offensichtliche Schwäche“ attestieren, was ihn bei Trump sicher nicht beliebter macht.

Die EU-Außenbeauftragte Kallas versicherte, die EU werden den Schritt Trumps nicht mitmachen, sondern schon neue Sanktionen am Montag verhängen: „Die Aussetzung der Sanktionen gegen russischen Diesel verschafft Moskau zusätzliche Einnahmen. Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um den Druck auf Russland zu verringern, und Europa wird dies auch nicht tun.“

Noch ist der Export von Diesel in Russland verboten, aber die Knappheit ist vorbei, die Inlandsnachfrage ist wegen des Endes der Ernte zurückgegangen und es gibt wieder einen Überschuss, weswegen man das Exportverbot wahrscheinlich sowieso aufgehoben hätte. Um jedoch drei Millionen Tonnen exportieren zu können, wird auch davon abhängen, ob die ukrainischen Angriffe auf Raffinerien abgewehrt oder etwa auf Druck Trumps beenden werden können. Aus dem Kreml heißt es, man werde Diesel sofort  exportieren und man überlege, Verhandlungen mit der Ukraine wieder aufnehmen, die wegen der Angriffe während der Zeit der Wahl unterbrochen wurden. Offenbar war der Druck für Trump so groß, eine erste Absprache mit Russland zu erzielen und die Dieselpreise zu senken, dass Moskau dafür keine Konzessionen machen musste.

Für Kiew und die EU bedeutet der Zug von Trump, dass er offensichtlich keinen Druck auf Moskau ausüben will und bereit ist, ohne Einbeziehung der Ukraine und der EU mit Russland zu verhandeln. Kiew war davon ausgegangen, durch die Steigerung der Angriffe auf russische Raffinerien zumindest vor Beginn des Winters ein Ende der gegenseitigen Angriffe auf Energie und Schiffe aushandeln zu können, hat aber wohl zu hoch mit dem Vorschlag gepokert, dass Moskau die Angriffe auf die gesamte Energieinfrastruktur einstellen müsste. Der Ukraine fehlt die notwendige Flugabwehr, weswegen die russischen Truppen die Angriffe auf die Infrastruktur verstärkt haben, um die Interessen durchzusetzen, die auf ein territoriales Nachgeben von Kiew oder auf einen Zusammenbruch der ukrainischen Front zielen. Gewarnt wird bereits, dass Kiew bald ohne Strom und Wasser dastehen könnte. Bürgermeister Klitschko rief die Bewohner auf, die Stadt wenn möglich über den Winter zu verlassen.

Witkoff und Kushner sollen der ukrainischen Delegation bereits angedroht haben, behauptete ein ukrainischer Teilnehmer, dass die US-Geheimdienste keine Daten mehr für Angriffe auf russische Ziele übermitteln werden, wenn die Angriffe auf russische Raffinerien nicht beendet werden. Ob das zutrifft, ist allerdings umstritten. Da die ukrainischen Streitkräfte auf die Daten angewiesen sind, wäre dies ein schwerer Schlag.

Trump steckt jedenfalls in der Klemme. Er muss, wenn er die in dem von ihm unterzeichneten Sanktionsgesetz (Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026) beschlossenen Maßnahmen gegen die Hauptabnehmer von russischem Gas und Öl nicht verhängen will, dies bis zum 18. Oktober – also noch vor den Midterm-Wahlen – dem Kongress gegenüber begründen. Verhängt er die Sanktionen nicht, wird man ihm vorwerfen, dass er Russland helfen und Indien und China nicht verärgern will, verhängt er sie, werden die Preise für Öl und Gas auf dem Weltmarkt weiter ansteigen, was er partout verhindern will.  Allerdings ist bis zu den Wahlen kaum damit zu rechnen, dass die Dieselpreise bei den anfänglichen geringen Mengen spürbar fallen werden.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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63 Kommentare

  1. Nun, Diesel wird für so manches gebraucht. Insbesondere Landwirtschaft, Transport, Bauwesen…brauchen diesen Saft. Ohne ist schlecht wirtschaften. Und wer genug davon zu einem vernünftigen Preis hat, der ist im Vorteil gegenüber denjenigen, die aus ideologischen und rassistischen Gründen darauf verzichten….
    Und wenn der Kongress sein Sanktionsgesetz durchsetzen will, haben deren Mitglieder die undankbare Aufgabe, ihren Wählern zu erklären, warum der Dieselpreis so hoch ist, damit der Wirtschaft schaden und Lebensmittel sowie fast alle Waren erheblich verteuern…Viel Spaß!
    Wer Zeit hat, kann ja mal die aktuellen Frachtraten für Tanker ermitteln. Und die Preise für russisches „Urals“ und „Brent“ Rohöl. Evtl. fällt auf, das Russland für sein Öl erheblich mehr Geld bekommt und das auch noch mit eigenen Tankern transportiert….

    1. Nun. Diesel ist vor allem Heizöl!!!

      In jedem Jahr gibt es saisonal eine „unerklärliche“ Preiserhöhung beim Diesel, die damit zusammenhängt, daß die im Winter aufgebrauchten Heizölvorräte wieder ersetzt werden müssen, und damit die Nachfrage nach Diesel steigt. Und da vor allem in den USA!
      Und wenn der vormals zweitgrößte Diesel-Exporteur Russland durch die Angriffe (die Blödenski „unsere Art von Sanktionen“ nennt) ausfällt, spürt man das an jeder Ecke.

      1. Diesel aist fast alles, was wirtschaften ausmacht. Mit Heizöl werden nicht nur private Heizungen betrieben, sondern auch Trocknungsanlagen, z.B. für Getreide und Mais, derzeit insbesondere für Mais, der u.a. auch als Vorprodukt in dre chemischen Idustrie eingesetzt wird.

  2. Der korrupte grüne Kobold aus der Ukraine und sein größter Unterstützer aus Deutschland sind dagegen russische Raffinerien nicht zu bombardieren.
    .Zwergenaufstand eines untergehenden Regime’s?

    Auch Israel könnte sich selbst zerlegen
    „CIA-Leaks: Iran-Kriegs-BOMBE, Israel kollabiert rasant“ | Larry Johnson & Lawrence Wilkerson
    https://m.youtube.com/watch?v=WD6RgT97quA&pp=ygUcQ0lBLUxlYWtkOiBJcmFuLUtyaWVncy1Cb21iZdIHCQk3DAGHKiGM7w%3D%3D

  3. Trump hat sich im eigenen Lügengespinnst verfangen. Die Hormus ist nicht offen, weshalb amerikanische Raffinerien aus wirtschaftlichen Gründen abschalten. Weder das heimische Erdöl, noch das Schieferöl genügen, um sie in Betrieb zu halten. Das Öl Venezuelas muss bis zur Neuerschließung im Boden bleiben. Die Förderanlagen wurden in den Sanktionsjahren demontiert und zum Schrotthändler gefahren. Wer Öl hat, hat noch keinen Sprit.
    In Berlin ist man sich der drohenden Katastrofe noch nicht bewusst. Die Russen dosieren die Exporte für den US-Markt, für die Importe der Europäer bleibt dann kaum noch etwas übrig. Das Umdeklarieren von bösen Ölprodukte in gute, amerikanische funktioniert bald nicht mehr. Die Sanktionsspirale dreht sich jetzt anders herum. Der Iran kann die Sanktionen anscheinend wegstecken und lange durchhalten. Frachter für die Versorgung des Landes passieren die Hormus, welche mit Kunstdünger für Europa wohl kaum.
    Mal schauen, wann der Diesel 3 Euro kostet. Ist man dann noch „wettbewerbsfähig“ mit Landwirtschaft, Logistik und Produktion ? Ist das „hybride Kriegsführung“, oder geht das nur mit Spielzeugdrohnen ?

  4. Na sowas aber auch! Erst Schröders live Gratulation zum Geburtstag und jetzt das!
    Schnell schnell EU, das hundertfünfundzwanzigste Sanktionspaket muss geschnürt werden!
    Die EU Bürger sind begeistert. Liebend gerne zahlen sie die Sprit und Lebensmittelpreise, die Mieten usw……

    1. @Jasmina
      Schnell, schnell, Merz sollte Klingbeil entlassen und Selenskyi sofort den gesamten Bundeshaushalt überlassen.
      Die Steuerzahler werden Merz dafür danken🥳🥳🥳🥳🥳

      Wenn Trump jetzt Nordstream übernimmt müssen seine Knechte wohl doch wieder Gas aus Russland kaufen, selbstverständlich ebenso teuer wie sein Frackinggas. Kuschner soll diesbezüglich gerade wieder verhandeln.

      Neues aus Trumphausen gibbet es auch noch
      CIA assessment warns Israel risks civil war, state collapse: Report
      https://www.aa.com.tr/en/middle-east/cia-assessment-warns-israel-risks-civil-war-state-collapse-report/4079118

      Israel Could Collapse Soon—Leaked CIA Report Says!New column by Lee Camp
      https://realleecamp.substack.com/p/leaked-cia-report-says-israel-headed

      1. Vielen Dank für die Infos,Otto!
        Ja, das die Amis Nordstream übernehmen befürchte ich auch. Die hiesigen Akteure sind einfach nur noch eine Lachnummer. Sie selbst halten sich allerdings für toll.

    1. Heinz: Die neuen Sanktionen übernehmen jetzt die EU´ler. Kallas hat schon wieder
      hyperventiliert und die EU braucht ja kein Diesel. Die Traktoren, Baumaschienen, Rangierloks
      usw. fahren ja alle mit Strom oder Wasserstoff.Ach nee……..das funktioniert ja noch gar
      nicht. Bis es funktioniert, sollten wir wieder auf Pferd und Wagen und dem Pflügen mit Ochsen
      umsteigen. Davon haben wir ja in der EU genug es muß nur noch etwas geschnippelt werden.

  5. „Offenbar war der Druck für Trump so groß, eine erste Absprache mit Russland zu erzielen und die Dieselpreise zu senken, dass Moskau dafür keine Konzessionen machen musste.“

    Dass Moskau (Moskau kursiv) dafür keine Konzessionen machen musste?

    Hmmm.

    Ist die Frage nicht eher, zu welchen Konzessionen sich Washington (Washington kursiv) für diesen Gefallen der russischen Seite bereit erklärt hat?

    1. Die Frage ist ja ohnehin, welche Konzessionen jemand machen sollte, der mit illegalen, völkerrechtswidrigen Sanktionen belegt wurde? Das müßte ja eher umgekehrt laufen. Plus Entschädigung für das illegale Handeln davor.

    2. Das ist das Denken des alten gutsherrlichen Kolonialherren. Unsere Politiker bilden sich ja auch ein, sie könnten die Russen zu Verhandlungen oder Waffenstillstand zwingen und was am Ende herauskommt, das sei von ihnen erlaubt worden.

    3. Möglicherweise war es Washingtons Konzession, für diese Gefälligkeit der Russen den restukrainischen Diktator in den wohlverdienten Ruhestand zu versetzen (und damit ans Messer zu liefern).

  6. Als Iraner hätte ich jetzt das Gefühl, dass Russland mir in den Rücken gefallen ist!

    Es gibt ein Video, in dem Trump über Elendski sagt:

    „We said you can do whatever you want to russia just don’t hit the refineries. He wants to make problems for the world. He wants to make problems for our farmers and ranchers.“

    „Whatever you want“! Also von mir würden die nichts bekommen!

    1. „Als Iraner hätte ich jetzt das Gefühl, dass Russland mir in den Rücken gefallen ist!“
      Ganz im Gegenteil: Iran liefert den Saft an Russland, die verkaufen es teurer weiter.

    1. Lichtenberg: Ochsin für eine kastriete Kuh ist wirklich niedlich. Es wird davon sicherlich
      nicht viele auf de Welt geben. Aber wie Sie schreiben, werden die dann in der EU sitzen
      und mit erhöhter Stimme, schon einem Miau gleichend, ihre Meinungen kundtun.

  7. Was mir das zeigt ist folgendes:
    – Das politische Wohlwollen der US-Amerikaner ist an den Spritpreis gebunden, Sprit teuer, Präsident schlecht,
    Sprit billig, Präsident gut. Sonst scheint das amerikanische Volk kaum weitere Probleme zu haben
    – Trump ruft mal eben Putin an, macht einen Haufen auf die Europäer, die offenbar am Katzentisch zu sitzen haben!
    Das krachende Scheitern der deutschen Politik und der Eu seit Scholz deutet sich immer deutlicher an.
    – Das die USA IMMER und STETS ausschließlich die eigenen Interessen zur Maxime ihres Handelns machen, ist nicht neu und nicht unerwartet. „Fuck the EU“ von Mrs. Nuland nahm vorweg, was jetzt passiert ist.
    Die USA sind unsere Freunde nicht, waren es nie und werden es nie sein!
    Sie sind niemandes Freund!

    1. Ich muss öfter dran denken, wenn die woke Kamala Harris 2024 die Wahl gewonnen hätte, würde Europa wahrscheinlich anders ausschauen – so, dass man es vom All aus mit bloßem Auge erkennt.

  8. „Der Ukraine fehlt die notwendige Flugabwehr, weswegen die russischen Truppen die Angriffe auf die Infrastruktur verstärkt haben, um die Interessen durchzusetzen, die auf ein territoriales Nachgeben von Kiew oder auf einen Zusammenbruch der ukrainischen Front zielen.“

    Auf einen finalen Zusammenbruch der Zelenskyy-Junta und der gesamten Restukraine, würde ich sagen, und auf eine massive Verstärkung des Abwärtssogs auf Nato-/EU-Europa – möglicherweise sogar auf den Zusammenbruch einzelner Nato-/EU-europäischer Staaten und/oder Nato und/oder EU als ganzes.

    Die Situation für uns als Einwohner des europäischen Westblocks war seit Able Archer (1983) nicht annährend so kritisch wie jetzt.

    Die Entscheidung der russischen politischen Führung vor zwei oder drei Monaten den Generalstab endlich damit zu beauftragen, die Kapitulation der Kiewer Junta mit militärischen Mitteln zu erzwingen, dürfte uns im Westblock in den nächsten Monaten vor gewaltige Probleme stellen, vor unlösbare möglicherweise, je nachdem wie sich zusätzlich die anderen Risikofaktoren (die Energieversorgung oder die Krise am „Finanzmarkt“ zum Beispiel) auswirken werden.

    Warum aber „handelt“ die russische Führung erst jetzt?

    Zum einen, weil es nicht in erster Linie darum geht, die Restukraine durch einen Abnutzungskrieg zu besiegen, sondern die Nato. Vor allem die europäischen Nato-Staaten (aber auch die nordamerikanischen) werden – so abgenutzt wie sie im Oktober 2026 bereits sind – sowieso schon Schwierigkeiten haben über den kommenden Winter zu kommen ohne in schwer vorstellbarem Ausmaß abzurutschen.

    Und wenn nun noch die totale Niederlage der Restukraine mit allen Konsequenzen für Nato-/EU-Europa dazukommt (Millionen neue Flüchtlinge, unvorstellbare zusätzliche Kosten und gewaltige finanzielle Verluste, Zusammenbruch der Narrative, etc.), dann liegt der Kollaps nicht nur Frankreichs oder Großbritanniens, sondern auch Deutschlands oder Polens im Bereich des Möglichen, was auch immer „Kollaps“ im Detail bedeuten mag.

    Zum anderen bleibt der russischen Führung – so sie ihre bisherige Politik der Vermeidung eines ganz großen Krieges fortsetzen möchte – im Grunde nur ein Weg, nämlich Nato-/EU-Europa in den kommenden Wintermonaten durch eine massive Erhöhung der Kosten für ihre Kriegsbemühungen gegen Russland entweder an den Rand des Zusammenbruchs oder über die Klippe hinauszudrücken.

    Die Alternative wäre, weiter zu verzögern und sich dadurch demnächst zu militärtechnischen Maßnahmen gegen Nato-Staaten nötigen oder zwingen zu lassen. Denn die deutliche Warnung an die Nato im Falle des Versuchs einer Strangulierung Kaliningrads optional alle zur Verfügung stehenden Mittel und Waffen einzusetzen, dürfte lediglich zu einer kurzen Atempause führen und das auch nur in der Region Kaliningrad.

    Die Nato wird nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit systematisch weiter eskalieren – denn dafür ist sie schließlich da, so dass es nicht allzu schwierig sein sollte zu prognostizieren, dass Russland in der jetzt beginnenden kalten Jahreszeit in Europa ernst machen wird.

    Auch der Kollege Röper meinte am Freitag in Tacheles erstmals, dass er nun nicht mehr so befürchte, dass ein massiver Krieg zwischen der Nato und Russland unvermeidbar sei, sondern dass er nun eher davon ausgehe, dass Russland die Entscheidung gegen die Nato mit wirtschaftlichen Mitteln suchen wird.

    Glückwunsch, Herr Röper, dass Sie auch zu diesem Schluss gekommen sind. Nur ein wenig spät vielleicht… und der nächste wird vielleicht Herr Rötzer sein…

    1. „Auch der Kollege Röper meinte am Freitag in Tacheles erstmals, dass er nun nicht mehr so befürchte, dass ein massiver Krieg zwischen der Nato und Russland unvermeidbar sei, sondern dass er nun eher davon ausgehe, dass Russland die Entscheidung gegen die Nato mit wirtschaftlichen Mitteln suchen wird.“
      Ich halte aber eine irrationale Verzweiflungstat von europäischer Seite, die dann Russland zu seiner, wie angekündigt kurzen und konsequenten Antwort zwingt nicht für völlig ausgeschlossen. Wenn man es denn als Außenstehender beurteilen kann, befinden sich viele der wichtigen Entscheider der EU, von Kallas über Merz und Macrone in einem psychotischen Ausnahmezustand, da sind irrationale Kurzschlußreaktionen nie ganz auszuschließen, was man in Russland ohne Zweifel auf dem Schirm hat. Die eskalierende Manövertätigkeit in Polen und Baltikum (über die die Westmedien absichtsvoll den Mantel des Schweigens decken) könnte ein Indiz in diese Richtung sein.

      1. „Ich halte aber eine irrationale Verzweiflungstat von europäischer Seite, die dann Russland zu seiner, wie angekündigt kurzen und konsequenten Antwort zwingt nicht für völlig ausgeschlossen.“

        Die Strategie der Nato scheint es bislang zu sein, ihre beständigen Eskalationsschritte so zu dosieren, dass eine massive russische Reaktion darauf praktisch unmöglich ist. Es sollen schon russische mililtärische Reaktionen erzwungen werden, aber im niedrigeren Bereich.

        Außerdem glaube ich, dass die Russen wissen, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt, wenn sie einen großen europäischen Krieg weiterhin mittelfristig verhindern wollen. Ich vermute stark, dass sie versuchen werden den „Europäern“ in den kommenden Monaten die Kosten für ihre Kriegsbemühungen massiv zu steigern was sie an den Rand des Kollapses drücken könnte.

        „Wenn man es denn als Außenstehender beurteilen kann, befinden sich viele der wichtigen Entscheider der EU, von Kallas über Merz und Macron in einem psychotischen Ausnahmezustand.“

        Das wirkt definitiv so, doch wäre ich „mit der Diagnose“ trotzdem vorsichtig. Möglicherweise führen sie einfach ihren Auftrag, Westeuropa zu zerstören auf rationale Weise durch und spielen der Bevölkerung etwas Absurdes vor um sie in die Resignation zu treiben. Andererseits stehen diese Politiker auch massiv unter Druck und haben gerade was den Konflikt mit Russland betrifft wohl nur einen sehr eingeschränkten Bezug zur Realität.

  9. So verwunderlich ist das nicht. Neulich ließ Sergeij Lawrow wissen, dass er sich bestens mit den Unterhändlern Witkoff und Kushner verstanden hätte und dass der Plan von Anchorage noch immer aktuell sei. Wenn es nach diesem gegangen wäre, herrschte längst Frieden, wofür man auch Selenskij gewinnen konnte. Sabotiert hätten die Europäer.
    Das waren nur Worte, aber jetzt folgen Taten. Dass das die Europäer massiv verärgert, ist kein Versehen, das ist Absicht.
    Diese Europäer (unter deutscher Führung) bekommen jeden Tag die Konsequenzen ihres Handelns zu spüren. Gut so.

  10. Red Bull Leipzig verprügelt Eintracht Frankfurt mit 7:0 Toren.
    Das Team des Österreichers Adolf Hütter bot in Sachsen eine ganz schwache Leistung und musste früh kapitulieren. Auch die drei Frankfurter Nationalspieler Atubolu, Ebnoutalib und Burkardt konnten das Debakel nicht abmildern.
    Die Trainerfrage wird gestellt werden. Gerüchten zufolge könnte es morgen schon zur Trennung kommen.

  11. Hätte „Putin“ den Willen und Können Europa zu erobern, wäre die Ukraine längst eingenommen. Statt dessen bleibt es bei den Gebieten, die schon vor dem offiziellen Kriegsbeginn Streitthema waren. Trump hat sicher ein sehr gewöhnungsbedürftiges Sozialverhalten, ist aber nicht dumm. Zumindest hat er ein gut funktionierenden Sinn fürs Geschäft. Der Nutzen, russisches Öl zu kaufen, ist sicher größer, als der Verlust die EU oder die Ukrainer zu verärgern. Kurzfristig taugt der Krieg nicht mal mehr für Waffentests. Tatsächlich meinte Trump wohl, die Ukraine bräuchte einen neuen Präsidenten.
    Es wird wohl nicht mehr lange dauern, dass auch Deutschland und die EU wieder Gas aus Russland bekommt. Der Engpass ist absehbar. Trump kann so etwas einfach machen und wird als Trumpl betrachtet. Ist ihm aber egal. Bei unseren Berufspolitikern bin ich auf die Rechtfertigung gespannt.

  12. „Erst ohne erkennbaren Plan einen Krieg gegen den Iran beginnen, der die Energiepreise weltweit in die Höhe treibt – und dann ausgerechnet mit dem Kriegstreiber Putin einen Deal machen, um die Folgen vor den Midterms abzufedern – skrupelloser geht es nicht.“ Franziska Brantner (Grünen-Chefin)

      1. Ich hätte ja gedacht, die – sowie der ganze kollektive Westen – wollen Russland zerstoren, zerschlagen und kolonialisieren. Einschl. Vernichtung der „russischen Identität“.

        Okay, das ist ein sehr schlechter Witz. Aber naive Leute glauben das. Sowie die auch an die ganz große Corona-Weltverschwörung der globalistischen Eliten glauben.

    1. Der Satz ist ja sehr aufschlußreich! „Ohne erkennbaren Grund“?

      MIT erkennbarem (also wie üblich vorgeschobenen) Grund „einen einen Krieg gegen den Iran beginnen, der die Energiepreise weltweit in die Höhe treibt“, wäre also in Ordnung gewesen? So ein Grund wie…. sagen wir… den „Völkermord an den Kosovo-Albanern“ 1999?

      Schon interessant, daß für die Oliven Krieg an sich kein Problem ist.

      1. Deutsche Sätze lesen und verstehen können Sie?

        Da steht, ohne erkennbaren PLAN.

        Gründe gäb’s genug, dem islamofaschistischen Mullah-Regime ein Ende zu setzen.

        1. Putin kaputt: Warum muß man dem „Mullah-Regime“ ein Ende setzen? Der
          Iran ist eine religiös beinflusste Demokratie. Fast wie Deutschland in den 50er und 60er
          Jahren. Immerhin steht das C in CDU ja für Christlich. Vom Iran ist noch nie irgendwelche
          Aggresssion ausgegangen. Die Hinrichtungsrate ist nur in der Westpropaganda hoch.
          Bei unseren Saudischen Freunden ist sie tatsächlich höher.

          1. Mir ist die Zeit einfach zu Schade dafür, auf solchen Blödsinn selbst zu antworten. Also KI. Da geht es auch ratzefatze.

            „Auf diese Aussage kann mit einer sachlichen Richtigstellung der politischen Systeme, der historischen Fakten sowie der Menschenrechtslage geantwortet werden. Die Behauptungen vermischen unpassende Vergleiche mit nachweislich falschen Fakten.

            1. Politisches System: Iran vs. Deutschland der 50er/60er Jahre

            • Keine Demokratie: Der Iran ist laut Politikwissenschaft und internationalen Indizes (wie dem Democracy Index) keine Demokratie, sondern eine theokratische Autokratie.
            • Der Oberste Führer: Die letztendliche Macht liegt nicht beim gewählten Parlament, sondern beim religiösen Oberhaupt (dem Obersten Führer), der auf Lebenszeit ernannt wird. Er kontrolliert das Militär, die Justiz und die Medien.
            • Unfreier Wahlausschuss: Der sogenannte Wächterrat (ein Gremium aus Geistlichen und Juristen) prüft alle Präsidentschafts- und Parlamentskandidaten im Vorfeld. Wer nicht der strikten Staatsideologie entspricht, wird disqualifiziert. Eine echte politische Opposition existiert nicht.
            • Der Vergleich mit der CDU: Das „C“ im Namen der CDU macht Deutschland weder heute noch in den 50er Jahren zu einer Theokratie. In Deutschland galt und gilt das Grundgesetz, die Trennung von Staat und Kirche, weltliche Gesetze und ein pluralistisches Mehrparteiensystem. Im Iran hingegen steht die Scharia über allem, und religiöse Abweichung oder Blasphemie werden mit dem Tod bestraft.

            2. Außenpolitik und Aggression

            • Stellvertreterkriege und Terrorfinanzierung: Die Aussage, vom Iran sei „noch nie Aggression ausgegangen“, widerspricht der Realität. Der Iran finanziert, bewaffnet und steuert seit Jahrzehnten militante Gruppen und Terrororganisationen im Nahen Osten (die sogenannte „Achse des Widerstands“), darunter die Hizbullah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und die Huthis im Jemen. Diese Gruppen destabilisieren aktiv die gesamte Region.
            • Direkte Angriffe: Zudem kam es auch zu direkten militärischen Konfrontationen und staatlich organisierten Anschlägen im Ausland gegen Dissidenten und jüdische oder westliche Einrichtungen.

            3. Hinrichtungsraten: Iran vs. Saudi-Arabien

            • Unabhängige Daten: Die Zahlen zu den Hinrichtungen stammen nicht aus „Westpropaganda“, sondern von unabhängigen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder den Vereinten Nationen (UN).
            • Faktencheck der Zahlen: Der Iran hat nach China die absolut höchste Zahl an Hinrichtungen weltweit. Saudi-Arabien liegt ebenfalls auf einem extrem hohen Niveau, die Gesamtzahl der Exekutionen ist im Iran jedoch fast immer um ein Vielfaches höher als in Saudi-Arabien.
            • Hinrichtungen als Repressionswerkzeug: Im Iran werden Todesurteile systematisch eingesetzt, um politische Oppositionelle, Demonstrierende (wie nach den „Frau, Leben, Freiheit“-Protesten), ethnische Minderheiten und Menschen wegen homosexueller Handlungen oder Blasphemie mundtot zu machen. Das Argument „Saudi-Arabien ist auch schlimm“ ändert nichts an den massiven Menschenrechtsverletzungen im Iran.“

            Halli-hallo Overton. Nochmal?

  13. Er wird in erster Linie an sich selber denken an die Wirtschaft ,wahrscheinlich gibt es Druck im eigenen Land von allen Seiten .Auf jeden Fall ist es nicht wegen Putin .

    1. das denke ich auch, zumal ich gerade eben beim Feind gelesen habe, dass es eine sogenannte Generallizenz gibt für die Dauer bis zum 7.April 2027.
      Also nach den US-Wahlen gehts wieder „normal“ weiter.
      Die EU-Aussenleuchte Kallas ist mal wieder entsetzt und will die „schärfsten“ Sanktionen gegen Personen und Firmen in das 22. Paket packen, seit 2022. Hatten wir das nicht schon mal?

  14. Ich bin irritiert – in der dt.Presse war doch die ganze Zeit zu lesen, daß den Russen aufgrund der erfolgreichen Angriffe der glorreichen ukrain. Armee der Sprit ausgegangen ist. Und das bissl, was noch vorhanden ist, fürs Militär draufgeht. Also entweder haben sich die Russen sehr schnell von diesen Angriffen erholt oder die Erfolge der glorreichen ukrain. Armee wurden etwas übertrieben dargestellt.

    1. Ich bilde mir das vielleicht nur ein, aber immer wenn Meldungen auftauchen, die mit „nach ukrainischen Informationen“ oder auch „aufgrund von Geheimdiensterkenntnissen“ beginnen, meine ich aus einer unspezifischen Richtung höhnisches Lachen zu hören.

    2. Warum wohl gibt es den Begriff „Lügenmedien“? Doch nicht, weil unsere „regierungsfernen“ Medien umfassend, ausgewogen und neutral berichten..

  15. Wenn der „Satan“ was tut, wogegen der Katholik nix hat, dann „steht er offenbar unter gewaltigem Druck“ – so ist das in der Religionsgeschichte.

    Mir stellt dieser Text genau eine Frage:
    Florian Rötzer hat in vergangenen Artikeln dokumentiert, er kennt die Selbstauskunft der NATO, die Angriffe auf das russische Hinterland würden in Wiesbaden geplant und koordiniert, und hält die russische Auskunft, diese Angriffe „arbeiteten“ mit der logistischen Unterstützung der NATO-Streitkräfte und den Regierungen von Drittländern, namentlich den baltischen Staaten und der Türkei, für plausibel.

    Wer oder was hindert Florian Rötzer, dies Wissen zu verwenden? Ist es ein Kumpel oder ein „Chef“? Und wo hocken der oder die?

    1. Wenn nämlicher Kommentar nicht erscheint, bringt mich das der Antwort auf meine darin indirekt ausgesprochene Fragestellung dennoch ein kleines – sehr kleines – Stück weiter.
      NATO ist Staatsraison, die Regierungen lassen daran keinen Zweifel und das Öffentlichkeitsmanagement, das die Medien beherrscht, läßt keinen Anflug von Zweifeln an NATO-Politik und NATO-Strategie zu.
      Gleichwohl wird verbale NATO-Feindschaft außerhalb des Mainstreams nicht ernstlich unterbunden. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, sie wird in Nischen sogar gepampert – nämlich dann und so lange, wie NATO dort als „Instrument der US-Hegemonie“ verkauft und angeprangert wird. Das wäre ein logisches Vorgehen im Kampf um die NATO, gelle!

  16. Nebenher:

    Interessant ist wieder, wie der deutsche Mainstream diesen Fakt „Trump – Putin – dieser Tropf Elendskiy – Iran – Huthi – Dieselpreise“ dem teutschen Michel verkauft. „MDR aktuell“ zum Beispiel faselt in einem Satz was vom „Krieg der USA gegen den Iran“ und nach dem Komma des gleichen Satzes (!) „…der Angriffskrieg gegen die Ukraine“.

    Jaja, das hat die Schmierenjournaille des MDR schön gelernt: Die regierungstreuen Vokabeln für den Pöbel an den Volksempfängern schön heraus posaunen, den eigentlichen Inhalt aber möglichst verschleiern oder so zu drehen, dass es bleibt, wie es sein soll: Putin ist der „Pöhse“, weil er den „Angriffskrieg“ angefangen hat, Trumpi ist, hm, der „Gute“. Weil er einen ihm aufgezwungenen Krieg angefangen hat, der sich gegen das „Mullah-Regime“ richtet und gegen die von ihm unterstützten Huthi, die ja nun alles beschießen und wo das „Mullah-Regime“ sich nun auch noch ordinärerweise erlaubten, die Straße von Hormus dicht zu machen. Tja, MDR: So ein Käse aber auch, dass das auch Krieg ist, gell? Dass lässt sich nicht verschweigen, aber so kann man wenigstens beim „Russen“ eins draufhauen und nennt das „Angriffskrieg“. Michel bemerkt’s, dass Letzteres ja was Schlimmes ist, Ersteres ist irgendwie auch doof, aber ok – Propaganda hat gewirkt.

    Was wäre eigentlich, nur zum Beispiel spritpreislich, wenn Trumpi erst gar nicht mit diesem, seinen persönlichen Wahnsinn angefangen hätte? Von den Toten, dem Leid und Elend mal ganz zu schweigen? Berichte darüber im Mainstream? Aua. Fehlanzeige.

    1. Das gute an der orwellschen Sprachregelungen ist, dass man damit einfach und schnell erkennen kann, was es wert ist gelesen zu werden: Diejenigen, welche diese Regeln verinnerlicht haben, werden nie eine Analysen schreiben, dass sind bloss Stenographen der herrschenden Deutungshoheit.

      Man kann den gesamten „mainstream“ komplett ignorieren ohne dabei irgendwas zu verlieren/verpassen. Im Gegenteil, es schont sogar noch die Nerven 😉

    2. Das Ergebnis wäre, dass die „Richtigen“ viel weniger verdient hätten. Trump hat da nicht nur mit seinem Polymarket auch ganz eigene Sachinteressen.

  17. Der Preis den Russland dabei zahlt, ist, dass sie den Iran und den „Widerstand“ im Regen stehen lassen: Sie machen damit klar, dass das einzige was für sie zählt die eigenen Interessen sind.

    Ja, sie versuchen so einen Keil zwischen Trump und Selensky zu treiben und setzen damit Grahams Sanktionen ausser Gefecht, aber es ist ein äusserst schlechter „look“.

    1. „Sie machen damit klar, dass das einzige was für sie zählt die eigenen Interessen sind.“

      Was ich, ehrlich geschrieben, sogar verstehen kann. Unsere Systeme sind nun mal keine aus reiner Menschlichkeit, sondern höchst profitorientiert, was ich zutiefst verachte, ohne je eine Idee zu haben, wie es anders besser sein könnte – außer auf friedlicher Koexistenz / Handelsbasis… Aber all die Schäden, die RU durch diese unsäglichen Sanktionen erleiden musste, wollen irgendwie auch bezahlt sein. Und RU hat nicht angefangen, auch wenn das in D niemand wahrhaben soll.

    2. Und an dem „äusserst schlechter „look“ siehst du, dass die amerikanische Regierung gerne darauf verzichten würde. Aber wie sonst die Preise runterkriegen?

      300.000 to Diesel sind übrigens 2,2 Mio Barrel im Monat bei einer Lücke von 3 Mio Barrel am Tag, die von den Golfstaaten fehlen. Nicht gerade viel. Was sollte der Iran dagegen haben?

      Es ist nicht nur so, dass die Amerikaner vom Weltmarkt abhängen, auch die Ukrainer und Europäer tun das. Die Europäer zahlen gerne mehr für diese Idiotie und die Ukrainer lassen gerne mehr zahlen.

      1. Warum die Preise runterkriegen, aus russischer Perspektive?

        Die USA sitzen auf einem selbstverschuldeten Problem und Russland, das gegen die USA und deren „Saalschutz“ in der Ukraine Krieg führt, fällt nichts besseres ein als (ein Stück weit) auszuhelfen?

    3. Na ja, erstens kann es gut sein, dass Russland iranisches Öl bekommt und teuer weiter verkauft. Zweitens ist die gesamte erste Marge von 300 000 t gerade mal der Tagesverbrauch in den USA, also ein Tropfen auf den heißen Stein, der Rest steht noch etwas in den Sternen (s. L. Johnson: https://larrycjohnson.substack.com/p/a-thimble-for-a-flood-trumps-russian) und ist – aus US-Sicht – auch kaum der Rede wert. Das Ganze ist doch erkennbar ein Manöver für die Midterms, sonst nichts. Ich glaube, Iran wird das gut einordnen können und weiß wohl besser als wir, wie russische Hilfe im realen Leben aussieht.

      1. „Das Ganze ist doch erkennbar ein Manöver für die Midterms, sonst nichts.“
        –
        In Russland gilt bereits seit dem Frühsommer ein Dieselexportverbot. Russland exportiert mit ihrer Schattenflotte crude oil in den Weltmatkt, ist aber Sprit-Importe aus Kasachstan und Belarus angewiesen, nachdem über 50% der russischen Kapazitäten im ölverarbeitenden Sektor ausgefallen sind. Die von Putin Trump in Aussicht gestellten 300 000 Tonnen Diesel entsprechen dem US-Verbrauch in 15 Std. Nach dem aktuellen Stand ist auch nicht ersichtlich, aus welchen Beweggründen Putin der russischen Armee Diesel wegnehmen sollte und an die US-amerikanischen MAGA-farmer liefern sollte. Es dürfte sich nur um den nächste Bluff von Trump handeln, um innenpolitisch die MAGA-Leute bis zu den Midterms bei Laune zu halten.

        1. Ich weiß nicht wo Sie diesen Unsinn herhaben. Exportverbot für Diesel wurde aufgehoben. Wir haben jetzt gerade eher das Problem, dass wir nicht wissen wohin mit dem Diesel-Überschuss. Wir produzieren zur Zeit eine Million Tonnen Diesel pro Monat über eigenen Verbrauch hinaus. Über Details können Sie mit Hilfe eines Übersetzers bei Ura.news selbst informieren
          https://ura.news/news/1053134862?ysclid=mv4881o0mk782550507

          Die Amerikaner brauchen Diesel um die Preisexplosion gerade beim Diesel zu stoppen. Wir haben einen großen Überschuss den wir loswerden müssen. Win-Win.

  18. Ach ja, und ich wäre wirklich gespannt, was der teutsche Mainstream und diese unsäglichen Regierung dem teutschen Michel an den Volksempfängern erklären würde, wenn zum Beispiel „Trumpi & Co.“ NS2 reparieren lässt und dann fließt russisches Gas – selbstverständlich zu absurd teuren US-Preisen, wo RU und USA dran verdienen – nach D.

    Im Rahmen der freiheitlich – demokratischen Grundordnung, versteht sich; mit einem Grußwort des deutschen Bundespräsidenten zur Wiedereinweihung.

    Gibt es eigentlich noch eine Steigerung für völlig beklopptes „Absurdistan“? „Deutschland“?

  19. Nach meinen Informationen wird LNG aus Russland weiterhin in großen Mengen von der EU importiert. Größter Einzelabnehmer ist Frankreich.

    1. Noch!

      Aber ab 2027 ist das ja auch verboten.
      Im letzten Winter haben die LNG-Lieferungen aus Russland der EU den A…. gerettet! Und noch ein bischen die Tatsache, daß der März ungewöhnlich warm wurde, nachdem der Winter bis dahin kühler als üblich gewesen war. Die Füllstände der Gasspeicher erreichten im März dennoch dramatisch niedrige Werte von teilweise unter 20%. Wäre es kalt geblieben, hätte man den Notstand ausrufen müssen, um Gas zu rationieren. Also vornehmlich nur noch für Strom und Heizung zu verwenden, nicht mehr industriell. Westeuropäische Staaten haben damals alles, was an Jamal-LNG verfügbar war, aufgekauft.

      Und das kann und wird sich wiederholen, ja es steht sogar im Raum, daß uns in diesem Winter wirklich das Gas ausgeht. Denn im Vergleich zu damals kommt jetzt die Gasmangellage wegen des Irankrieges und der Zerstörungen dort dazu, so daß wir schon mal mit weniger Gas in den Speichern in den Winter starten werden, als letztes Jahr. Und ab Januar soll es dann den Rettungsanker russisches LNG auch nicht mehr geben.
      Und daran wird ja festgehalten! So mosern seit Monaten „EU-Politiker“ einer bestimmten politischen Färbung, wieso in Dänemark immer noch vertragsgemäß russische LNG-Schiffe gewartet werden, „wo die doch bald nicht mehr gebraucht würden….“

  20. Absurde Meldungen der Öffentlich-Rechtlichen.

    Das ZDF noch vor wenigen Tagen, am 8.10., über die Erfolge der Ukraine. Nun gingen entweder in russichen Monopolen die Lichter aus ODER der das russiche Militär habe keinen Treibstoff mehr.

    „Die Ukraine hat nach eigenen Angaben die größte Öl-Raffinerie Russlands getroffen (…) Auch Ende September traf ein ukrainischer Drohnenangriff eine Öl-Raffinerie, damals im Südosten Moskaus. Attacken wie diese seien Teil einer Strategie, erklärt Sicherheitsexperte Nico Lange (…) (So) entziehe Kiew dem russischen Kriegsapparat Geld, indem es auch Öl-Tanker der Schattenflotte lahmlege. Die Ukraine werfe Moskau nun in ein Dilemma: Wird bei Treibstoffmangel
    vorrangig das Militär bedient – oder versorgt man die russischen Metropolen, um die Konsequenzen des Kriegs kleinzuhalten?“
    https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ukraine-sibirien-raffinerie-angriff-putin-lange-100.html

    Das ZDF am 10.10.: Skandal! Russland liefert Öl-Überschüsse an die USA

    1. Tja, die Meldung war am 8. 10. Am 10.10. erinnert sich beim ZDF doch keiner mehr an die Lügenberichte von vorgestern!
      Wobei das ja nicht wirklich Lügen waren, sondern als Realität vormulierte Hoffnungen, die aber niemand vom ZDF richtig einordnen wird, denn dann würden dem Sender noch weniger Zuschaer glauben.

  21. Wenn ich schon den Namen Kaja Kallas höre, die installierte und ausgewiesene Russen-Hasserin! „… Europa werde das nicht tun“.

    Wer ist denn „Europa“? Es sind die Bürger und nicht ihre ideologisierten politischen Marionetten!

    Der europäische Bürger hat kein Problem mit Russland, denn Russland hat uns mit billiger Enerhie versorggt!!

    Ich kann mich nicht erinnern, dass wir Bürger das OK für für einen Krieg der Ukraine gegeben haben!

    Im Übrigen ist und bleibt der Ukraine-Krieg ein Stellvertreter-Krieg der USA!

    Ob nun im Hintergrund alle zusammenarbeiten oder nicht, ist fast schon irrelevant, denn es schadet dem Bürger in allen Regionen!

    Dass Krieg ein schmutziges Geschäft ist, kann man überall beobachten.

    Das Verhältnis zwischen Kriegsgewinnlern und Verlierern ist dabei sehr unausgewogen!

    Die Gewinner ziehen mit vollen Taschen ab, während die Verlierer im besten Fall zahlen oder im schlechtesten Fall ihr Leben geben müssen!

    Aber dennoch glauben weiterhin naive viele Zeitgenossen, aufgehetzt von Propaganda-Medien, hier würde es um „Landesverteidigung“ gegen einen äußeren Feind gehen!

    Nein, der Feind sitzt im Inneren, es sind die, die sich die Taschen füllen, Banker-Dynastien, Rüstungsindustrie und Investoren und deren WILLIGE POLITIKER!

    Sie sind der „innere“ Feind der Bürger, in Deutschland als ALTPARTEIEN bekannt !!

  22. Egal welche Pirouette Trump oder Selenskij oder sonstwer in diesem Krieg noch drehen wird – der Ukrainekrieg wird erst enden, wenn die ukrainische Armee besiegt ist oder zusammenbricht. Eine andere Möglichkeit erscheint mir ausgeschlossen.
    Das Interesse der USA ist, am Krieg weiter zu verdienen, wenn es schon mit der NATO-Aufnahme nicht geklappt hat, das Interesse der Eurokraten ist, „Russland zu besiegen“, wie illusorisch das auch immer ist, Selenskij und seine Freunde wollen weiter Milliarden scheffeln… Dass diese ganze blutige Scharade sich überhaupt so lange hinziehen konnte, liegt zum einen daran, dass hinter den Kulissen die gesamte NATO agiert hat, und zum anderen daran, dass ein erheblicher Teil der Ukraine inkl. Kiew bis dato von Kriegshandlungen weitgehend verschont wurde. Es ist makaber, darauf zu hoffen, dass die mentalen und materiellen Reserven der Ukraine demnächst erschöpft sind, damit das Töten und Betrügen und Belügen endlich ein Ende findet, aber wenn niemand innehalten will, nicht mal die Ukraine, die die Hauptlast der Zerstörung trägt, dann geht es wohl nicht anders.
    Und wenn unsere Eurokraten so selbstmörderisch sein sollten, mit eigenen Truppen mitzumischen, bevor die ukrainische Armee kapituliert, haben wir sowieso alle miteinander Pech gehabt.

    1. Manche Verrückte können sich auf Kosten der eigenen Bevölkerung auch bis zum bitteren Ende vor der Entscheidung der längst überfälligen Kapitulation drücken. So lange bis der Russe anfängt die Bunkertür aufzuflexen. Und dann zieht er sich die letzte Line rein und jagt sich eine Kugel durch den Kopf.

      Georgien war da schlauer gewesen. Die haben damals 2008 schon nach ein Paar Tagen kapiert, dass ein Krieg gegen Russland selbst mit Unterstützung des Westens aussichtslos wäre und haben kapituliert. Und Georgien ist danach nicht von der Landkarte getilgt oder versklavt worden. Sind nach wie vor ein fluorierendes souveränes Land, mittlerweile in guten und stabilen Beziehungen mit Russland, welches ihr wichtigster Wirtschaftspartner ist.

      1. Interessant, über die weitere Entwicklung in Georgien war mir ehrlich gesagt nichts bekannt. Klüger als die Ukrainer waren die Georgier damit bestimmt. Es ist mir ein Rätsel, wie die Ukraine offenbar in einem bestimmten Umfang immer noch Männer rekrutieren kann, die nicht sofort desertieren.
        Was Selenskij betrifft, so nehme ich eher an, dass er sich rechtzeitig absetzt und aus sicherer Entfernung zuschaut, wie der verbliebene Rest in der Ukraine die Suppe auslöffeln muss, die er ihnen eingebrockt hat. Und die Rechnung für die Suppe geht natürlich an Deutschland.

  23. „Verhängt er die Sanktionen nicht, wird man ihm vorwerfen, dass er Russland helfen und Indien und China nicht verärgern will, verhängt er sie, werden die Preise für Öl und Gas auf dem Weltmarkt weiter ansteigen, was er partout verhindern will.“

    Zwingt ihn aber der Kongress die Sanktionen und damit die Preiserhöhungen durchzusetzen, kann er sich vor den Wähler stellen und sagen: Seht her, ich will eure Dieselpreise runterbringen – aber die Demokraten sind dagegen.

    Es ist nun einmal so, dass Amerikaner, Europäer und Ukrainer nicht alleine auf diesem Planeten leben. Da gibt es auch die Russen, die den Weltmarkt beliefern und damit bestimmen unsere Sanktionen auch unsere Preise, wenn wir Lieferungen verhindern. Wir sitzen in einem Boot. Ob dies die Milchmädchen in Kiew und Brüssel jemals begreifen werden ….keine Ahnung?

    Im Übrigen sind es die Golfstaaten, deren Diesel auf dem Weltmarkt fehlt, und weiter fehlen wird. Russlands Beitrag ist hier übersichtlich.

  24. etzt bin ich einfach neugierig, ob folgender Kommentar durch geht.

    Trump hat heute gemumbelt, Putin sei kompromissbereit, Selensky sei es nicht, „aus welchen Gründen auch immer“.

    Nun, die Gründe wird er kennen, weil Vance sie ihm gesagt hat.
    Selensky kommandiert gar nichts mehr. Die Armee kommandiert NATO und die EU hält die Verwaltung am Laufen. Umgekehrt:
    Machten Brüssel und Berlin Anstalten, sich auf Trumps Seite zu stellen, bräche die Verwaltung binnen drei Wochen zusammen, die Frontsoldaten gingen marodieren, und Polen lenkte im Folgenden 12 Mio Flüchtlinge nach Deutschland, einschließlich Lkw-Kolonnen voll mit Waffen und Munition.
    Na gut, der letzte Nebensatz ist wahrscheinlich eine illustrierende Übertreibung.

    Aber das ist, grundsätzlich gesprochen, die Sachlage. Wollte Putin einen „Deal“, müßte er nicht nur akzeptieren, sondern verlangen, daß die NATO in der Ukraine einrückt – zur Stabilisierung der Lage und um die Banderistas in Schach zu halten.
    Das kann wiederum Putin nicht tun.

    Diese allgemeine Lage weiß eigentlich jeder, der die gängigen Sprechblasen und Titel für das nimmt, was sie sind.

    1. Die Bandera Armee ist doch eine NATO-Armee! Wer rüstet denn die Ukrainische Armee aus und wer plant und steuert sie denn? Das dürfte doch klar sein. Warum die Nebelkerzen?

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