Trump „liebt“ die Inflation, die EZB erhöht frühzeitig den Leitzins

Bild: Marco Verch/ccnull.de/CC BY-2.0

Ein zentrales Wahlversprechen von Trump war, die Inflation zu senken. Die ist heute aber höher als in seinem Wahlkampf 2024. Die hohe Rate dürfte ungemütlich für den US-Präsidenten werden, da auch die US-Notenbank (Fed) bald an einer Leitzinserhöhung nicht vorbeikommt, sollte die Straße von Hormus geschlossen bleiben, wie es gerade wieder wegen Israels Vorgehen im Libanon der Fall ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nun frühzeitig auf die steigende Inflation mit einem Zinsschritt reagiert.

Gerade war die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt vorgeprescht und hat, trotz einer noch immer relativ moderaten Inflationsrate den Leitzins erhöht. Damit wurden erstmals seit 2023 der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzinssatz wieder auf 2,25 Prozent angehoben, da „durch den Krieg im Nahen Osten“ Inflationsdruck entstehe. „Der EZB-Rat ist fest entschlossen, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 % stabilisiert“, heißt es in der Presseerklärung dazu. Die Prognose, wonach im „Basisszenario“ die „Fachleute des Eurosystems“ davon ausgehen, „dass die durchschnittliche Gesamtinflation 2026 bei 3,0 %, 2027 bei 2,3 % und 2028 bei 2,0 % liegen wird“, darf man getrost mit großer Vorsicht genießen. Hier trieft der übliche Zwangsoptimismus aus der EZB-Presseerklärung.

Man gibt es in Frankfurt natürlich nicht zu. Aber das derzeitige Verhalten ist das Eingeständnis, dass die Kritik an der langen Nicht-Inflationsbekämpfung in der letzten Inflationsphase richtig war. Denn nun wurden die Leitzinsen schon erhöht, obwohl die Inflationsrate laut einer Schätzung des EU-Statistikamts Eurostat im Mai 3,2 Prozent erreicht haben soll, damit sie nicht erneut aus dem Ruder läuft. Die Inflation liegt zwar schon deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel, bei der die EZB Geldwertstabilität sieht, aber auch noch nicht stark und dauerhaft darüber.

Erinnern wir uns stattdessen kurz an den Irrsinn aus dem Haus von Christine Lagarde, die zentral zu verantworten hatte, dass die Inflation ab 2021 aus dem Ruder lief. Sie fabulierte lange davon, dass man es mit einem Inflationsschub von überwiegend vorübergehender Natur zu tun habe. Die Rate musste sogar auf 8,6 Prozent explodieren, bevor die EZB im Mai 2022 ihre fatale Geldpolitik aufgab und die Leitzinsen endlich erhöhte. In einigen EU-Ländern lag die Rate dabei sogar schon bei Werten, die man eher aus dem Absturzland Argentinien kennt, nämlich bei fast 20 Prozent.

Lagarde versuchte, die Zinsen niedrig zu halten, die darbende Wirtschaft zu stützen und hochverschuldete Staaten wie ihre französische Heimat nicht über einen noch teureren Schuldendienst weiter zu belasten. Aber das sind keine Aufgaben der hiesigen Notenbank, die hat allein für Geldwertstabilität zu sorgen. Wir haben damals auf Overton auch ausreichend mit dem Märchen aufgeräumt, dass die Inflation vor allem am Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 zu tun hatte, wie uns die EZB und die „Qualitätsmedien“ einreden wollten. Der Krieg hat die Teuerung zwar angetrieben, er war aber nicht die Ursache.

Die Inflationsrate in Deutschland war schon drei Monate vor dem Krieg, als niemand mit ihm gerechnet hatte, im November 2021 auf den international vergleichbaren HVPI-Wert von sechs Prozent angeschwollen. Die EZB hätte also damals längst ihrer Aufgabe nachkommen müssen, für Geldwertstabilität zu sorgen. Das hat sie aber nicht getan. Dafür hätte Lagarde geschasst werden müssen, weil sie gezeigt hat, dass sie Probleme entweder nicht versteht oder nicht die Leitlinien der EZB einhält. Die Inflation stieg schließlich fatal für die Verbraucher und Unternehmen auf 10,9 Prozent, in Deutschland sogar auf 11 Prozent. Es dauerte noch zwei lange Jahre, um sie wieder in den Bereich von knapp über zwei Prozent zu bringen, in denen die breite Bevölkerung deutliche Kaufkraftverluste hinnehmen musste, die deutsche Wirtschaft in der Rezession steckte und die gesamte Eurozone auf Rezessionskurs drehte.

Real wurde Geldwertstabilität seither allein im Januar 2026 erreicht. Ansonsten lag die Rate auch schon vor dem Iran-Krieg stets darüber. Und es war klar, dass der Krieg, allen voran mit dem „perfekten Sturm“ durch die Sperrung der Straße von Hormus, die Inflation ansteigen lassen würde. Deshalb ist es aus dem Blickwinkel der EZB-Aufgabenstellung nur richtig, nun frühzeitig einzugreifen und die Leitzinsen zu erhöhen. Wir sehen hier ohnehin erst den Anfang einer neuen Inflationsphase. Das dicke Ende kommt noch, wenn sich die gestiegenen Energiepreise schließlich in allen anderen Preisen niederschlagen.

Trump mit dem Prinzip Hoffnung

Die US‑Notenbank (Fed) hatte einst auf die explodierte Inflation zwar früher reagiert, schon im März 2022, allerdings auch viel zu spät. Die Fed hatte aber der Inflationsbekämpfung damals höchste Priorität beigemessen und auch die Geldschleusen geschlossen und sie schneller gedämpft. Sie verringerte ihre Bilanzsumme und saugte massiv Geld vom Markt. Da nun aber die Fed von US-Präsident Trump einen neuen Chef erhalten hat, sehen wir mit umgekehrten Vorzeichen eine ähnliche Lage wie vor vier Jahren.

Auf der ersten Zinssitzung der Fed unter Kevin Warsh wurden die Leitzinsen trotz einer klaren Tendenz diese Woche nicht erhöht, obwohl die Inflationsrate in den USA im Mai sogar schon auf 4,2 Prozent gestiegen ist. Sie liegt also genau einen Prozentpunkt höher als in der Eurozone. Allerdings ist der Leitzins in den USA ohnehin längst höher als in der EU und liegt in der Spanne zwischen 3,5 bis 3,75 Prozent. Der Satz war stets ein Dorn im Auge von US-Präsident Donald Trump, der deshalb Druck auf den Warsh-Vorgänger ausgeübt hatte. Doch Ben Bernanke blieb standhaft.

Warsh versucht offenbar den Weg durch die Mitte. Zwar hätte er den Leitzins wegen der steigenden Inflation anheben müssen, war er nicht tat, aber er senkt sie auch nicht, wie es Trump gern gesehen hätte, um die Wirtschaft gerade vor den anstehenden Zwischenwahlen (Midterm-Wahlen am 3. November anzukurbeln. Er macht das, was Lagarde vor vier Jahren gemacht hatte: Er setzt auf das Prinzip Hoffnung und will Trump nicht verärgern.

Der Mann, der allerlei Blödsinn den lieben langen Tag redet, meint nun plötzlich: „Ich liebe die Inflation.“ Der Trump, dessen zentraler Slogan im Wahlkampf war, die Inflation zu senken, meint angesichts einer Inflationsrate, die nun noch deutlich höher als damals ist: „Die Zahlen waren großartig“, schließlich seien sie „viel niedriger als erwartet“. So kann man es schönzureden versuchen, dass man es mit einer hirnlosen Politik geschafft hat, die Inflation auf den höchsten Wert in den letzten drei Jahren zu schrauben. Es hätte ja noch schlimmer kommen können.

Natürlich kommt auch Trump mit dem Prinzip Hoffnung. Die Inflation werde „phänomenal ausfallen“ und „wie ein Stein“ wieder fallen. „Wenn wir diesen Krieg hinter uns haben, werden die Zahlen sogar noch niedriger sein als vor Kriegsbeginn.“ Super, man lässt sich von Israel in einen absurden Krieg zwingen, der fatale Folgen auch für die US-Wirtschaft hat, und dann tut man so, als sei die Wiederherstellung des Vorkriegszustands ein Sieg. Trump zeigt auch nur, dass er von Ökonomie nichts versteht. Eine Weile wird die Inflation ansteigen, auch wenn der Krieg real jetzt beendet und die Straße von Hormus wieder geöffnet würde. Es wird Monate dauern, bis die Warenströme wieder fließen, Kapazitäten, die im Krieg zerstört wurden, werden noch viel länger ausfallen.

Jetzt wissen wir also, warum Trump unbedingt einen Deal mit dem Iran brauchte. In der Betrachtung fehlt fast nur, dass die nötige Leitzinserhöhung, die bei einer Fortdauer der gesperrten Meerenge unumgänglich wird, die variablen Hypotheken vieler Wähler und Wählerinnen von Trump verteuern würde. Spätestens dann geht es für viele ans Eingemachte. Er muss also steigende Zinsen mit allen Mitteln verhindern. Auch deshalb unterschrieb praktisch seine fast vollständige Niederlage. Allerdings fabuliert er, das sei vermutliche eine „bedingungslose Kapitulation“ des Iran. Tatsächlich hat sich der Iran weitgehend durchgesetzt, wie hier schon erwähnt wurde.

„Der gesamte Libanon muss brennen“

Ob das Prinzip Hoffnung eintritt, wurde in dem Artikel schon bezweifelt. Denn es gibt den Akteur Israel. Der hat nicht nur den Krieg losgetreten, sondern torpediert nun mit immer neuen völkerrechtswidrigen Angriffen im Libanon das Grundsatzabkommen. Die BBC berichtet allein von 47 Toten am Freitag bei 80 Angriffen auf angebliche Hisbollah-Ziele. Wie im Gaza-Streifen, wo praktisch die gesamte Bevölkerung zu Hamas erklärt wurde, sind offenbar auch einfache Familien und ihre Kinder im Libanon irgendwie Hisbollah.

Was die ultrarechten Minister in der Netanyahu-Regierung von einem Waffenstillstand halten, haben sie auch unmissverständlich deutlich gemacht. Israels Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir erklärte sehr deutlich: Israel müsse der ganzen Welt klarmachen, dass es das Blut seiner Söhne und die Sicherheit der Bürger nicht preisgegeben darf. „Der gesamte Libanon muss brennen“, fordert er: „Für jede Träne einer israelischen Mutter müssen tausend libanesische Mütter weinen.“  Der Ultra-Finanzminister Bezalel Smotrich fügte an, man müsse im Libanon „die Türen zur Hölle öffnen“ und er sprach sich für verstärkte Angriffe in der Hauptstadt Beirut aus.,

Angesichts der menschenverachtender Aussagen protestierte sogar die britische Außenministerin, aus Berlin ist dagegen wie üblich nichts zu hören. Yvette Cooper nannte die Aussagen von Ben-Gvir „schreckliche und abscheulich“ und fügte an, dass „der zu Recht von der britischen Regierung sanktioniert wurde.“ Dabei unterstützt auch Großbritannien ansonsten das Vorgehen Israels materiell. Klar ist jedenfalls, dass die eigentlichen Gespräche zu einer Friedenslösung zwischen Iran und den USA unter diesen Bedingungen nicht einmal anlaufen.

Der Iran hat zwischenzeitlich auch die Straße von Hormus wieder geschlossen, weil die Abmachungen gebrochen wurden. Die Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge sei nur ein „erster Schritt“, kündigte der Iran an. Sollte es zu einer „Fortsetzung der Aggressionen“ kommen, würden weitere Schritte unternommen.

Das US-Militär will derweil die Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter durchsetzen. Das Militär sei weiter vor Ort, um sicherzustellen, dass sämtliche Abmachungen des Iran-Abkommens „eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden“, erklärte US-Regionalkommando Centcom. Wäre dies real der Fall, müssten die USA nun aber gegen Israel aktiv werden. Die Zeichen stehen also eher auf Konflikt statt auf Entspannung, die Trump dringend braucht. Um die zu erhalten, muss er seine Politik gegenüber Israel nachhaltig verändern, und das Land wenigstens von seinen Plänen einer dauerhaften Besatzung eines guten Teils des Libanons abbringen.

Ralf Streck

Der Journalist und Übersetzer Ralf Streck wurde 1964 in Flörsheim am Main geboren. Er studierte Politikwissenschaft und Turkologie an der Universität in Frankfurt. Seine journalistische Laufbahn begann bei Radio Dreyeckland in Freiburg, wo er eine Fortbildung zum Fachjournalist für Umweltwirtschaft absolvierte. Er lebt seit mehr als 20 Jahren im Baskenland, ist spezialisiert auf linke Unabhängigkeitsbewegungen und berichtet für diverse Medien in Europa vor allem von der Iberischen Halbinsel.
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26 Kommentare

  1. Frage ans Forum:

    Wenn Trump sich positiv über die Inflation äußert dann macht ihnen das zu einen Linksliberalen oder nicht ?

    1. Ich würde eher in diese Richtung argumentieren: Wenn Trump sich positiv über die Inflationsrate äußert, dann sollten sich 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ernsthaft Sorgen machen über die Inflation. Die anderen 10 Prozent profitieren von der Inflation. Selbstverständlich gibt es bei der Inflation nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner und das sind nicht die Mittelschicht, die Armen und die Obdachlosen.

      Das ist wie beim Krieg. Da glauben auch viele, dass der Krieg für alle schlecht wäre und für die breite Masse bzw. meisten Bürgerinnen und Bürger ist das auch so. Es gibt aber auch Leute, die vom Krieg profitieren und je länger ein Krieg dauert wie z. B. der Krieg in der Ukraine, desto länger profitieren die Aktionäre, Manager und Lobbyisten der Rüstungsindustrie davon. Das sind aber auch diejenigen, die nicht an die Front gehen, dort kämpfen und sterben. Das sind auch keine Masochisten. So bescheuert sind die nicht, denn dann hätten sie ja nichts mehr von diesen Milliardengewinnen.

  2. bei Geldnot lohnt die Frage an eine geeignete KI:
    wie muss ich Omas Arm verdrehen damit ich Geld
    für ein neues Fahrrad bekomme.
    Antwort sollte sein:
    „Nehmen Sie den Arm und drehen Sie ihn in Richtung Rücken,
    aber nicht soviel dass er bricht.“
    Ich finde das ausgesprochen nachsichtig,
    bei Finanzhaien findet man solches wahrscheinlich nicht.
    Daher: Sollte man den Kapitalismus nicht vielleich vollständig in die Obhut der
    Elektronengehirne geben ?

  3. Zu dem was u.a. in der West-Bank passiert (Sonntag 21.06.2026) :
    Die Siedler und das Militär blockieren in der Ashkara-Gegend im Süden von Hebron die Zufahrt (es wird Dreck oder Müll aufgehäuft um die Strasse zu blockieren). Die Siedler lassen in Susya und She’b Al-Butm in Masafer Yatta, südlich von Hebron ihre Schafe auf die Felder der Palästinenser. Die Siedler zünden in Burqa, östlich von Ramallah die Felder an. Die Siedler nehmen in Qaryut, südlich von Nablus einem Palästinenser sein landwirtschaftliches Feld weg (der Traktor wird raufgefahren und er darf das Feld nicht betreten). Ein Siedler versucht in Abu Falah, östlich von Jerusalem ein Kind zu überfahren (Blutergüsse). Die Sielder greifen in Al-Masoudiye, nordwestlich von Nablus einen Palästinenser an und verursachen einen Unfall (evtl. wurde das Kraftfahrzeug von der Strasse gedrängt). Die Siedler haben in Turmus Ayya ein Zuhause und eine Familie belagert und verhinderten Versuche, sie zu erreichen oder ihnen zu helfen. Die Siedler greifen in Al-Rashayda, südöstlich von Bethlehem an (und verletzen mehrere Palästinenser). Die Siedler begeben sich in die Sha’ab Al-Lawz Gegend, westlich von Al-Mughayyir und nördlich von Ramallah. Ein Siedler stiehlt in der Al-Aqaba-Gegend in Deir Jarir, östlich von Ramallah ein Kraftfahrzeug. Die Siedler greifen auf der Strasse nach Ramallah, (Al-Ma’rajat-Strasse) an (evtl. Belästigung). Die Siedler beschädigen in der Tubas-Gegend die Wasserzufuhr und stehlen Wasserleitungen.

    Es wurde vor zwei Wochen Saber Al-Amital, 21, ohnmächtig in seiner Gefängniszelle aufgefunden (nach Angaben vom Anwalt „schwere Verletzungen und Blutergüsse“, gesund vor der Festnahme) und ist verstorben (evtl. 110 Tote in den Gefängnissen).
    Das Militär begibt sich nach Nablus. Das Militär schiesst in Al-Kassarat-Gegend in der Nähe vom Qalandia-Flüchtlingslgaer nördlich von Jerusalem mit Leuchtlichtern. Das Militär zerstört in der Al-Junaid Gegend westlich von Nablus die Gedenkstätte zweier getöteter Palästinensers (Mohammed Abu Bakr, 23 und Yousef Shtayyeh). Die beiden gehörten zum Lion’s Den (Höhle der Löwen, von den Vereinigten Staaten sanktioniert) und wurden vom Militär am 22.02.2023 erschossen (10 Palästinenser wurden erschossen, mindestens 55 wurden verletzt). Zu dem Zeitpunkt hatte das Militär in der West-Bank bereits 94 Palästinenser, darunter 17 Kinder getötet.

    Das Militär begibt sich südlich von Jericho in das Aqabat Jabr-Flüchtlingslager, nach Nablus, nach Qaffin nördlich von Tulkarm (eine Verhaftung). Das Militär wirft in Rashayda in Betlehem mit Tränengas auf friedlich demonstrierende Palästinenser. Das Militär begibt sich nach Faqqu’a, nordöstlich von Jenin und nach Deir Ballut, westlich von Salfit.
    Das Militär schliesst die Altstadt von Hebron für Palästinenser und Journalisten damit keiner sieht wie die Siedler umherlaufen. Es wurden im Libanon in den vergangenen 48 Stunden mehr als 84 Menschen getötet.

    Zu dem was in Gaza passiert:
    Das Militär greift im Al-Shati-Flüchtlingslager nordwestlich von Gaza-Stadt an (ein Toter, Verletzte). Das Militär bombardiert in Al-Mawasi (und tötet Akram Mohammed Abu Madi und Julia Al-Balawi, 8, sie spielte draussen am Zelt des Grossvaters als die Bombe einschlug). Das Militär nimmt in der Nähe des Abu Hamid-Kreisverkehrs in Khan Younis sieben Palästinenser fest. Das Militär beschiesst (Al-Tahliya-Kreisverkehr) östlich von Khan Younis (1 Verletzter). Das Militär begeht einen Luftangriff westlich von Khan Younis auf das Al-Israa-Lager (3 Verletzte, darunter ein Schwerverletzter). Das Militär schiesst und verletzt im Al-Firdous-Lager eine Palästinenserin. Seit einigen Tagen gibt es nicht zu allen Toten eine Altersangaben. Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird verbrannt. Die Wohngebäude werden zerstört. Es werden die Unternehmen nach Anzahl der zerstörten Wohngebäude bezahlt (The Guardian).

    Seit dem Waffenstillstand im Oktober wurden mehr als 1.021 Palästinenser ermordet. Es gibt mehr als 3.249 Verletzte.

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    Tun Sie bei der Unterschriftenaktion mitmachen und an andere rumschicken.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

  4. Flassbeck würde energisch widersprechen.

    Wenn die Inflation nicht aus einer übermäßigen Erhöhung der Nachfrage herrührt, hat es keinen Sinn, diese mittels Zinserhöhungen abzuwürgen. Und das ist seit Monaten (Jahren) der Fall, da nicht die Nachfrage aufgrund zu niedriger Preise „heißläuft“, sondern das Angebot wichtiger Rohstoffe (vor allem Öl und Gas) verknappt wird, und daher bei gleichzeitig sinkender Nachfrage (!!!!) die Preise steigen. Teils künstlich durch die unseligen Sanktionen gegen Russland, teils als Folge irrsinniger Kriege (Iran/Straße von Hormus). Oder auch wegen des irren KI-Booms, der die Preise für Speicher (Arbeitsspeicher, Massenspeicher für PCs und Server) in ungeahnte Höhen trieb. Jetzt verteuert man die für Endkunden noch weiter…..

    Ist das vernünftig? Flassbeck würde energisch widersprechen….

    1. @Heinz
      Danke für diesen Hinweis, das macht mir Hoffnung!

      Die durch Rohstoffverknappung ausgelöste Preissteigerung rein rechnerisch in den Griff bekommen zu wollen, indem man durch steigende Zinsen die Immobilienpreise drückt, ist in etwa so sinnvoll, wie die rechte Hand in den Kühlschrank zu legen, weil man sich die linke Hand verbrannt hat; im Schnitt mag das rechnerisch ’ne angenehme Durchschnittstemperatur ergeben, bringt nur leider nichts.

      1. Danke!

        Sowas kommt aber eben heraus, wenn man die wirtschaftliche Realität nur noch durch die Preisbrille betrachtet. Wenn die Preise übermäßig steigen, muß die Nachfrage gedrosselt werden. So einfach kann die Welt aussehen, wenn man sie durch die monetäre Brille betrachtet. Also ohne Blick auf die jeweilige Ursache. Daß das bei existenziell wichtigen Ausgaben (Energie, Lebensmittel etc.) unmöglich ist, es sei denn, man will hungernde und frierende Menschen haben, „damit die Inflation gebremst wird“, weil sie sich Lebensmittel und Energie nach weiteren, zinsbedingten Preiserhöhungen gar nicht mehr leisten können, geht in die Köpfe der Neoklassiker halt nicht rein.

    2. Ja würde er, hat er auch in der letzten Informationsphase und lag auch da falsch. Der findet immer eine Begründung, die Zinsen nicht zu erhöhen, zum Glück ist auch Lagarde irgendwann von der Realität überholt worden. Den Ideologien ficht das nicht an. Er blubbert weiter für die Blase.

    3. Ihr redet immer das Gleiche und betet den Guru runter. Der hat das falsch schon vor Jahren erklärt, doch mit steigenden Zinsen ging dann die Inflation runter, da auch die Nachfrage sinkt.

    4. Inflation ist nicht gleich Inflation..

      Bei der Beurteilung der Inflation sollte man zwischen der „normalen“ Inflation, d.H einer Inflation der Verbraucherpreise durch zu viel Währung oder steigenden Rohstoffpreisen (Währungs Inflation), und einer sogenannten „Asset Inflation“, d.H Einem Anstieg der Aktienkurse und Rohstoffpreise an den Börsen, unterscheiden.

      Volkswirtschaftler wie Herr Flassbeck neigen leider dazu die „Asset Inflation“ meist völlig auszublenden und kommen deswegen, zumindest meiner Meinung nach, zu falschen Schlüssen und zu einer falschen Beurteilung der Gesamtsituation.

      Was wir ja schon seit der letzten Wirtschaftskrise 2008 gesehen haben war eine extreme „Asset Inflation“. Aufgrund der Wirtschaftkrise wurden die Leitzinsen teilweise auf unter 0% gesenkt (ja als bank habt ihr da Geld dafür bekommen wenn Ihr es euch geliehen habt). Gleichzeitig haben die Staaten massiv Schulden in Form von Staatsanleihen aufgenommen. Dies führte dazu dass die Großbanken auf einmal massenweise Geld zur Verfügung hatten. Da diese Großbanken die Staatsanleihen als Sicherheit verwenden können und damit dann wieder Kredite vergeben, sind die Großbanken somit die eigentlichen Instanzen die das Geld dann erzeugen/schöpfen. (Anm. Drucken tut es dann die Bundesdruckerei aber erzeugt wird es von den Banken bei der Vergabe von Krediten).

      Anstatt das Geld aber in die reale Wirtschaft zu stecken, wo es dann Volkswirtschaftlich genutzt werden kann, wird es von den großen Fonds wieder in den Aktienmarkt investiert und führt dort zur inflation der Asset Preise. Das wurde natürlich erstmal von allen bejubelt, da mit dem Kursanstieg der Assets natürlich auch alle Inhaber derer auf dem Papier reicher wurden. Dieser Wertanstieg wurde dann aber von den Hedge Funds weiter beliehen und das Geld wurde wieder in den Aktienmarkt investiert was die Kuse noch weiter nach oben getrieben hat. Diese Umstände führen dann zu einer Geldvermehrung aus sich selbst heraus und deshalb ist es auch eine echte Inflationierung dieser Werte denn der Aktienpreis auf dem Papier wächst dabei weit über den eigentlichen wirtschaftlichen Wert der Firmen hinaus.

      Diese Asset Inflation hat aber auch vor allem die großen Hedge-Funds reich gemacht, denn diese halten den überwiegenden Anteil der „Assets“. Die Marktmacht dieser Mega Fonds, ist gigantisch und diese Fonds sind auch die eigentlichen Nutznießer der Asset Inflation. Diese Hedge Fonds kaufen mit dem Geld aber dann auch noch alles in der Realwirtschaft auf und schlachten die Firmen dabei aus um noch mehr Gewinn heraus zu holen. Und damit erklärt sich dann auch, warum bei uns alles immer teurer wird und warum wir immer weniger für unser Geld bekommen und warum immer mehr Menschen ohne Arbeit und Einkommen da stehen.

      Die Asset Inflation führt nämlich immer auch zur Währungs Inflation. Eineseits dadurch, dass z.B auch Wohnungen und Immobilien als Assets gehandelt werden aber auch die Rohstoffe. Wenn also die Preise dieser Assets durch Börsenspekulation steigen, dann werden auch die Wohnungen teurer und die elektronischen Geräte, denn auch Gold ist z.B ein Wertstoff der an der Börse gehandelt wird aber auch als Rohstoff dringend gebraucht wird. Öl wäre ein weiterer wichtiger Faktor in diesem Spiel..

      Somit führt die Asset Inflation immer auch zur Währungs Inflation es dauert nur etwas länger. Die massiven Gewinne die man den Großbanken dadurch zugeschustert hat, führen allerdings nicht zu einem Anstieg der Realwirtschaft, sondern dazu das die Assets noch mehr „gepumpt“ werden und die Hedge Funds noch mehr Firmen aufkaufen und alles noch teurer machen und die Qualität der Leistungen dabei stetig weiter sinkt damit die Gewinne und Renditen weiterhin nach oben gehen um damit noch mehr Geld zu generieren.

      Das ganze ist ein Teufelskreislauf der die Staaten und Menschen verarmt und die Großbanken allmächtig macht und genau das sehen wir grade im Moment.. (Ein haufen Hyänen die sich um den „Kadaver“ der Welwirtschaft zanken)

      Es geht also weniger darum die Zinsen rauf oder runter zu setzen, die Zinsen steigen zu lassen wäre zwar vernünftig um den Kredit-Börsen Kreislauf einzudämmen, aber im Moment liegt das Kind halt schon so weit im Brunnen, das man eigentlich nur noch die „Systemfrage“ stellen kann..

      Wenn der Staat jetzt einfach weiter Geld verteilt, macht er nur die Banken noch reicher, der Staat müsste eher direkt Industrie und Produktion schaffen um die echte Wirschaft anzukurbeln und echte Werte zu schaffen aber das würde dann die mächtigen Banken gefährden. Das auch die Rentenkassen das Börsenspiel nutzen um damit gegen die Währungs-Inflation zu arbeiten macht das ganze noch wesentlich brisanter, denn wenn eine der Großbanken sich entscheidet einfach mal Ihren Gewinn abzuschöpfen, dann sind die Rentenkassen quasi sofort unter Wasser. Das Politikerinnen und Politiker selber reich und Aktionäre sind macht das Problem noch wesentlich schlimmer!

      Als „Normalo“ hat man halt keine Chance gegen diese Finanzinstitute, denn die sitzen mit Ihren Rechnern direkt im Keller der Börse und bis euer Verkaufssignal angekommen ist wurde das Signal der Bank schon zehn mal verarbeitet..

      Und das ist halt auch meine Kritik an Herrn Flassbeck denn einerseits wäre Investition halt wirklich sinnvoll um die Wirschaft anzukurbeln aber wenn das Geld dann wieder bei den Hedge Fonds landet, dann führt das halt nicht zu mehr Realwirschaft sondern nur zu einer größeren Asset Blase und damit zu einer verschlechterung der Gesamtsituation.. Kapitalismus funktioniert halt nur für die Kapitalisten aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt an dem die Monopolisierung überhand nimmt..

      Insofern kann man sagen, dass Kapitalismus eigentlich gar nicht funktioniert, weder für den Großteil der Menschen als auch für die Kapitalisten selbst.. Was wir im Moment sehen nutzt halt vor allem den reichsten 10% der Menschen aber selbst die sind dann irgendwann am „Arsch“ wenn der Rest des Systems zusammenbricht..

      Mfg Makrovir

      1. Ein Vorschlag:

        Die „basisdemokratische Listenwirtschaft“.

        Die basisdemokratische Listenwirtschaft ist eine Sonderform der Marktwirtschaft bei der der Produktionsbedarf einer Gesellschaft nicht durch den am Verkauf bemessenen Bedarfs ermittelt wird, sondern über eine Zentrale Datenbank. Dazu braucht man nur einen Server und ein Formular indem jede/r von uns ihren ungefähren Bedarf oder auch Produkt-Wünsche eintragen. Öffentlich aber natürlich anonymisiert. Damit hätte man dann einen Indikator der sogar in die Zukunft reicht und wesentlich akkurater den Bedarf ermitteln sollte wie herkömmliche rein marktwirschaftliche Methoden.

        Diese Datenbank würde vor allem auch der Produktion dienen, da der Bedarf sehr genau ermittelt werden kann und wenn die Produktion ihrerseits wieder ihre Liefer-Kapazitäten in die Liste einträgt, dann kann man auch tagesaktuelle Preise via Abgleich von Bedarf und Produktion ermitteln..

        Der Staat wäre natürlich angehalten Steuermittel in Bereiche zu Investieren in denen ein Produktions Mangel besteht, wobei Ich aber einschränkend sagen würde, dass der Staat hier weniger Privatfirmen subventionieren sollte (Eigentlich gar nicht aber z.B Bauern könnten hier eine Außnahme bilden), sondern eher angehalten ist staatseigene Betriebe zu betreiben die dann von den Produktionsmöglichkeiten breiter angelegt werden, so dass man zwischen verschiedenen Produkten wechseln kann, je nach Bedarf. Eine Maschinenbau Fabrik kann natürlich schwer Kuchen herstellen aber dafür verschieden Arten von Maschinen. Ein Gewinn dieser Betriebe würde dann auch wieder der Allgemeinheit zu Gute kommen, abgesehen davon, dass ja auch die Waren oder Wohnungen z.B selber schon ein Gewinn für die Allgemeinheit sind. Wenn es igendwo eine Überproduktion gibt, dann kann man damit auch noch Weltweit handeln, denn die benötigten Rohstoffe müssen ja größtenteils auch wieder eingekauft werden..

        Private Firmen wären natürlich nicht ausgeschlossen und könnten ebenfalls ein Geschäft machen, wenn sie z.B schneller sind als der Staat oder aber besonders gute Produkte herstellen (eine gewisse Trägheit des Staates wäre da vllt. sogar von Vorteil) . Allerdings wären die privaten Firmen dann auch darauf angewiesen sich das Geld auf dem privaten Finanzmarkt zu beschaffen.

        Der Staat würde damit aber auf jeden Fall Standards für Löhne und Arbeitsbedingungen setzen. In einer Basisdemokratie sollten die aber natürlich auch basisdemokratisch ermittelt werden.
        Diese „basisdemokatische Marktregulierung“ sollte aber besser und stabiler funktionieren als wenn man den Bedarf nur durch den Verkauf der Waren, den Lagerstand sowie den Vorrausagen der Markt „Auguren“ prognostiziert..

        Alles was Gewinn macht ohne dabei Waren oder Dienstleistungen abzuwerfen wie Spekulation sollte halt fast komplett versteuert werden damit die Spekulation nicht Überhand nimmt. Der Grund dafür ist das der durch Spekulation entstehende Mehrwert keinen Gegenwert in Waren oder Dienstleistungen hat. Somit macht er vor allem die Großkapitalisten reicher ohne dabei einen wirklichen Nutzen für die Allgemeinheit zu haben. Zum anderen bindert er die Resourcen (Geldmittel) in den Aktienmärkten die eigentlich in der realen Wirtschaft dringend für die echte Produktion und den erhalt der Gesellschaft (z.B Infrastruktur) gebraucht werden. Spekulation ist halt einfach schlecht für die Gesellschaft vor allem wenn man mehr Geld mit Spekulation macht als mit der Produktion von Waren oder anderer Arbeit.

        Mfg Makrovir

        P.S Ein schönes Lehrbeispiel dafür wie der Neoliberalismus alles teurer macht und zu schlechteren Leistungen füht findet man übrigens hier..

  5. Sehr geehrtes Overton Magazin, sehr geehrter Hr. Streck,

    leider ist ihre Analyse fehlerhaft und ihre Aussagen grob oberflächlich. Wir hatten 2021 keine Inflation, wie auch heute nicht. Es ist ein Energiepreis-Schock, der durch sämtliche Teile der Wirtschaft geht, wenn Energie ist nun mal die Grundlage für jede Handlung im Universum. Das ist Physik.

    Geld wiederum ist die Grundlage allen wirtschaftlichen Handelns in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Der Preisschock ist ein Angebotsschock. Energie ist zu knapp, daher nutzen die Anbieter der Energie ihre Chance auf Profit und erhöhen die Preise. Das hat nichts Inflation zu tun, die sich auf der gefürchteten Lohn-Preis-Spirale gründet. Von dieser sehen wir aber gerade nichts. Die Lohnabschlüsse sind wieder unter dem Preissteigerungsniveau. Diese treiben also nicht die Preise. Das aber wäre der funktionale Zusammenhang einer Inflation: Löhne treiben die Preise, da sie Teile dessen sind, die hohen Preise erzwingen Lohnsteigerungen, um die Preise zu bezahlen, usw. usf.

    Es wird sich aber die Nachfrage verringern: Wenn wir mehr für Energie ausgeben müssen, diese ist kaum substituierbar, bleibt für alles andere weniger Geld. Es wird unserem Wirtschaftskreislauf schlichtweg das Geld entzogen. Es geht zu den (ausländischen) Mineralölkonzerne. Die übrigens die Preise schon erhöht hatten, als in Europa noch alle Warenströme liefen und die Änderung der Ölimport absehbar, aber noch nicht realisiert war. Das geht nämlich nicht innerhalb von weniger Tagen. Tanker benötigen länger auf ihrem Weg nach Europa. Die Konzerne und ihre Verkäufer erhöhen also die Preise, das Geld geht also an sie statt in andere Teil der Wirtschaft. Wir können mit dem weniger Geld schlicht nicht einkaufen! Nun woher soll das Geld nun kommen?

    Von den vielen Mechanismen die man sich vorstellen könnte zur Regulierung dieser Teuerung, ist tradiert, dass die Staaten das Geld erzeugen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Händler und Dienstleister und Produkteure können ihre Preise nämlich nicht einfach reduzieren, um mit weniger Geldmenge die gleiche Gütermenge zu handeln innerhalb Deutschlands. Das müsste alle tun. Allerdings spricht viel dagegen: Wer seine Preise senkt, bekommt sofort einen Nachteil: Sein Profit sinkt. Außerdem müsste diese Absprache vermittelt werden. Dieser Mechanismus ist schlichtweg nicht entwickelt worden. Nein, es ist üblich, dass der Staat als Investor einspringt und Leistungen kauft. So wird der Wirschaftskreislauf am Leben gehalten. Das geht aber nur, wenn ein Staat sich zu niedrigen Zinsen verschulden kann.
    Es könnten auch Unternehmen Schulden aufnehmen und den positiven Wirtschaftsimpuls zum Wachstum der Wirtschaft setzen. Große Firmen sind heute Geldmaschinen für die Reichen sind und haben nicht mehr ihre Aufgabe in der Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen. Daher setzen Unternehmer diesen Impuls nicht. Sie können es aber auch nicht, wenn die Zinsen zu hoch sind.

    Im Artikel wird behauptet, dass die EZB die schwache Wirtschaft mit den hohen Zinsen stützen will. Wie der eben genannte Zusammenhang zeigt, muss ich das leider als Unsinn bezeichnen: Höhe Zinsen würgen immer die Investitionstätigkeit ab. Bei realer, echter Inflation mit einem rasanten Lohn-Preis-Wachstum soll das auch passieren, um das System wieder zu beruhigen und die Lohnforderungen wieder einzudämmen, die Preisesteigerung zu hemmen. Aber eine schwache Wirtschaft bedeutet, definiert sich durch ein schwaches Wachstum. Höhere Zinsen würden diese schwache Investitionstätigkeit ab. Wenn die Preise trotzdem steigen, aber die Lohne nicht mehr steigen, dann kaufen die Leute weniger, dann haben die Unternehmer weniger Einkommen. Dann haben diese noch weniger Grund in ihre Firma und ihre Angestellten und deren Löhne zu investieren, denn sie müssen nun ihre Firma retten und Menschen entlassen, damit man weniger Lohnkosten hat und bei geringerer Nachfrage trotzdem noch genügend Einkommen hat, das man in Löhne auszahlen kann. Denn die Produktion und die Vorprodukte kosten eben weiterhin Geld. Und da es anderen Unternehmern auch so geht, werden die Preise nicht günstiger, aber die Arbeitslosen werden mehr. Damit wird weniger gekauft.

    Die Zinserhöhung bei einem Preisschock, besonders einem Energiepreisschock zeugt nach meiner Auffassung bei der EZB von Unfähigkeit, eine Volkswirtschaft zu beschreiben und ihr Verhalten vorherzusehen. Leider machen sie Hr. Streck diese Ansicht nicht nur zu eigen, sie übertreffen sie auch noch.

    Ich hoffe Hr. Lapuente, dass sie diesem Artikel einen Kommentar von Prof. Flassbeck, Fr. Speicker oder Hr. Höfgen oder einem anderen nicht Neoklassiker entgegenstellen. Mit Verlaub das ist Blödsinn. Wenn er allerdings so herunter erzählt wird, ohne Argumentation, kann die gesamte Wirtschaft durch die falschen Maßnahmen wie Leitzinserhöhungen in die absolute Katastrophe gestürzt werden. (Siehe Griechenland?) Das passiert nun schon seit über 40 Jahren. Mindestens seit der zweiten Ölkrise als die Bundesbank bei einem Energieschock die Zinsen erhöhte. Ich empfehle ihnen Hr. Streck die Lektüre der Relevanten Ökonomik von Prof. Flassbeck. Dort kann man eben anhand der zweiten Ölkrise gut nachvollziehen, warum die Zinserhöhungen bei Preisschocks und Geldwertstabilität als Ziel der Bundesbank ein Fehler sind.

    1. Ach Gott, nrin wir haben das nur geträumt. Was sich Leute so alles einfallen lassen um die Evidenz xu negieren. Hst hslt der Gurubder Sekte verkündet, da hat man dran zu glauben.

    2. Das ist für die Teuerung doch (für mich auch) ziemlich egal, was der Auslöser war. Was soll dieses Geschwafel bitte. Das kann man ja gerne in der Uni führen, für den Alltagsgebrauch außerhalb des Elfenbeinturms völlig nutzlos.

      1. @Peter Schelm
        Das sehe ich anders. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass an der Uni, in diesem Fall im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, seriös und wissenschaftlich objektiv argumentiert wird.

        Das aber ist nicht der Fall. Dort forschen und lehren keine Wissenschaftler, sondern neoliberale Dogmatiker und Ideologen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

        Falls Sie nicht wissen sollten, was neoliberal bedeutet, das wissen viele nicht. Neoliberal heißt, dass man den Sozialstaat schrittweise abschafft und die Politik alles dem privaten Markt überlässt. Dann werden alle Menschen, die fleißig und nicht dumm sind, so reich wie Donald Trump, Dieter Schwarz, Susanne Klatten, Jeff Bezos und Elon Musk.

        Diese „wissenschaftlichen“ hohen Priester, Schamanen, Pfaffen und Pastoren des Kapitals sagen: Man muss nur ganz fest daran glauben, dann klappt das auch mit der ersten Million und die erste Million ist meistens das Problem dabei. Wenn man einmal 100 oder 1.000 oder sogar 10.000 Millionen Euro hat, dann gehört man zu den Leistungsträgern und dann muss man auch nicht mehr arbeiten, dann lässt man andere für sich arbeiten und wird trotzdem immer reicher. Dann hat man auch kein Problem mehr mit der Inflation, weil man zu denen gehört, die von der Inflation profitieren.

        Eine Mieterhöhung in Höhe von 100 Euro pro Monat ist auch Inflation. Dabei gibt es einen Gewinner und einen Verlierer. Der Vermieter, der die Miete erhöht, ist der Gewinner und der Mieter, der die Mieterhöhung und die höhere Miete bezahlen muss, ist der Verlierer. Aber darüber sprechen die Professoren an der Uni nicht, weil viele Professoren selbst zu den Vermietern gehören.

    3. Sehr gut. Leider klären auch die meisten Medien nicht auf, was es mit der Inflation auf sich hat. Erstens, weil der Großteil der Journalisten keine Ahnung hat und 2., weil die meisten der Schreibenden kein Interesse an einer tiefen Analyse hat und sich von irgendeinem der neoliberalen Experten die Finanzwelt erklären lässt.

  6. Natürlich liebt Trump die Inflation. Sie kommt v. a. durch die Zölle. Waren aus dem Ausland sind dadurch teurer geworden. Das ist natürlich gewollt, die Leute sollen auf inländische Produkte ausweichen. Aber wer will, kann sich trotzdem einen sauteuren BMW iX3 aus China kaufen. Der zahlt dann in Form des Zolls die Reichensteuer, nach der hier immer geschrieen wird ! Die Inflation ist selektiv und die Menschen können ihr ausweichen. Und dass Benzin jetzt 90 Cent kostet, werden sie auch verkraften.
    Außerdem ging die Migration um 90% zurück, wodurch Wohnraum für die ärmeren Bevölkerungsschichten frei wird.
    Das Wirtschaftswachstum beträgt allerdings fast 3%, und damit sind keine Kapitalerträge gemeint, die nicht ins BIP eingehen. Davon kann das untergehende Deutschland nur träumen.
    (Zum Vergleich BRD 3,2 Mio Schutzsuchende Ende 2025, Wirtschaftswachstum seit Jahren +/- 0)
    Ich frage mich auch, was bedingungslose Kapitulation der USA heißen soll. Das bedeutet, dass die Gelder des Iran eingefroren bleiben und die USA weiterhin Israel unterstützen.
    Separatfrieden mit den USA gegen Auslieferung des angereicherten Urans bedeutet Freigabe der Gelder und einen Freibrief für die Bombardierung Israels (wofür Trump dem Iran eine beträchtliche Menge Raketen übrig ließ, womit Netanjahu nicht gerechnet hatte). Indirekt hat Trump auch den Völkermord Israels angesprochen, indem er sagte, er wolle Al Scharaa den Auftrag geben, die Hisbollah zu bekämpfen, weil der das schaffe, ohne gleich die ganze Bevölkerung umzubringen. Da hätte sich Netanjahu im Grab umgedreht, wenn er schon tot wäre.

    1. Außerdem ging die Migration um 90% zurück, wodurch Wohnraum für die ärmeren Bevölkerungsschichten frei wird. Das Wirtschaftswachstum beträgt allerdings fast 3%, und damit sind keine Kapitalerträge gemeint, die nicht ins BIP eingehen.

      Nun ja Amerika hatte 2024 771,480 offizielle Wohnungslose. ICE hat wohl bisher 144.00 Leute abgeschoben. Erklären
      Sie bitte mal wie das zu einer großartigen Verminderung der Wohnungslosigkeit beigetragen hat ?

      Die durchschnittlichen Mieten in New York betragen laut Zillow immer noch um die $3,700 bei 17,634 Angeboten..
      Wie bitte soll sich ein Armer Mensch so etwas leisten können ?

      Und das Wirtschaftswachstum ist nur dehalb 3% weil die prognostizierten Höhenflüge der dubiosen KI Wirtschaft mit eingepreist wird und die Waffen mit denen man wieder weltweit um sich schmeißt.

      Und natürlich werden auch die spekulativen Gewinne der Banken und Hedge funds mit in das BIP eingepreist !

      🙄..

      Mfg Makrovir

      1. P.S
        Ok ICE hat wohl bis Dato schon etwas mehr Leute abgeschoben..

        That brings the total number of deportations since Mr. Trump took office to 540,000 — fewer than in the last two years of the Biden administration, when border crossings were at record highs. There were 590,000 total deportations in 2023 and 650,000 in 2024.

        https://www.nytimes.com/interactive/2026/01/18/us/trump-deportation-numbers-immigration-crackdown.html

        Aber selbst das reicht noch nicht für jede/n Obdachlose/n !

        Zumal ein großer Teil davon schon direkt an der Grenze wieder zurück geschickt wurde und viele auch schon seit Biden im Abschiebeknast saßen.

        Mfg Makrovir

    2. „Reine Spekulationsgewinne der Investoren (z. B. Kursgewinne bei Aktien/ Derivaten) sind keine direkte Wertschöpfung – ähnlich wie beim Kauf/Verkauf bestehender Aktien oder Immobilien (das ist nur Vermögenstransfer, kein BIP-Beitrag).
      Wichtig: Reine Finanztransaktionen (z. B. Handel mit bereits existierenden Wertpapieren) werden nicht als Investition im BIP gezählt – das wäre Doppelzählung. Nur die damit verbundenen Dienstleistungen (Gebühren, Provisionen, Wertschöpfung der Intermediäre) zählen.“ (Grok)

      1. Nach offiziellen Regierungsangaben wurden in den USA 600 000 + illegale Einwanderer abgeschoben. Das mindert natürlich die Wohnungsnot.
        In Deutschland fehlen laut Pestel-Institut (Sozialer Wohn-Monitor 2026): Rund 1,4 Millionen Wohnungen (Ende 2024, Rekordhoch).

  7. Wenn ein kapitaler ‚monopolist‘ seine Position verliert, dann endet das in der Situation, in der sich diese Welt befindet.
    Das Kapital wird von einem Monopol in ein oligarches System gebracht, damit St Korona sein Amt vollziehen ‚darf‘?
    Wie auch immer, das westliche Schuldensystem hat heuer ihr. System verraten.
    Leider ist der Westen als solches, ein Kandidat, der zu goss ist im System, um zu verlieren.
    Da der Westen seit Lebzeiten sich mit dieser Situation betraut ist, dürfen die angeblichen multipolare Ordnung, weiterhin für den ‚Satan‘ bezahlen.
    Was auch immer diese Wissenschaftler der Ökonomie berichten, ist wurscht, da kein einziger Wissenschafttler, diese Ökonomie in Frage stellt, sondern weiterhin darauf pocht, das die linke mitte rechte Ideologie …,das meistern wird.
    Aha, der Kommunist arbeitet Hand in Hand für den Kapitalismus!

    1. > Was hat diese Moderation mit. Demokratie gemein?

      Die Frage ist berechtigt, nur der Ansprechpartner ist der falsche.
      Fragen sie ihren Abgeordneten. 😉

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