
US-Präsident Trump überzieht mit seinem israelischen Kompagnon Netanjahu den Iran mit einer destruktiven Militärkampagne. „Just for fun“, wie er mal nebenbei ausgeplaudert hat. Wahrscheinlich eher, weil er es mit der amerikanischen Militärmaschine kann, die nicht nur üben und abschrecken will, sondern ihre Letalität, wie von Kriegsminister Hegseth so gerne beschworen, auch mal demonstrieren will. Es geht nicht nur um geopolitische Macht, sondern auch um eine Ästhetik der Destruktion, die die eigene Macht feiert, indem es die Endlichkeit am anderen exekutiert.
Natürlich giert Trump, Vertreter des libertären, schrankenlosen Kapitalismus, nach unbegrenzter Vermehrung des Reichtums, aber auch nach dessen Sicherung. Daher sind die Libertären auch oft Anhänger eines zwar geschrumpften und aller sozialstaatlichen Dimensionen entschlackten, aber starken Staats, der das Eigentum der Oligarchen schützt und vermehrt. Deswegen müssen Polizei, Justiz und Militär gestärkt werden.
Dazu passt, dass der angebliche Friedenspräsident mit seiner Maxime des Friedens durch Stärke, was auch Bundeskanzler und Co. übernommen haben, das Militärbudget weiter in die Höhe treibt. Die USA geben schon lange mehr als alle anderen Staaten für das Militär aus. Jetzt sind es fast eine Billion Dollar, nach dem Willen von Trump sollen es aber 2027 1,5 Billionen werden, während alle anderen staatlichen Ausgaben um 10 Prozent reduziert werden sollen: „Einsparungen werden erzielt, indem woke, weaponized und verschwenderische Programme reduziert oder abgeschafft werden und indem staatliche und kommunale Zuständigkeiten wieder an die jeweiligen Behörden zurückgegeben werden“, heißt es in einem Papier des Weißen Hauses.
Natürlich wird, symptomatisch für die Trump-Politik, geschwelgt in Superlativen: „Für das Haushaltsjahr 2027 sieht der Haushaltsentwurf 1,15 Billionen Dollar an diskretionären Mitteln (Anstieg um 28 %) und 350 Milliarden Dollar an zweckgebundenen Mitteln vor, womit sich die Gesamtmittel für die Verteidigung auf 1,5 Billionen Dollar belaufen (einschließlich einer Aufstockung um 44 % für das Kriegsministerium (DOW)). Dieser Betrag übertrifft sogar den der Aufrüstung unter Reagan und nähert sich den historischen Steigerungen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg an – ein Niveau, das der aktuellen globalen Bedrohungslage Rechnung trägt und die Einsatzbereitschaft sowie die Schlagkraft unserer Streitkräfte wiederherstellt.“
Schon der Iran-Krieg belastet den Haushalt enorm. 200 Milliarden fordert das Pentagon jetzt schon zusätzlich zum Milliardenbudget, das Weiße Haus hat sich das allerdings noch nicht zu eigen gemacht, weil Probleme im Kongress zu erwarten sind. Die Nebenfolgen des Kriegs belasten Amerikas Steuerzahler durch höhere Energie- und Lebensmittelpreise und insgesamt steigende Inflation. Trotz Einsparungen etwa bei den woken Ausgaben (Bildung, Soziales, Gesundheit, Umwelt) würde mit dem Pentagon-Haushalt ohne Steuererhöhungen die Staatsverschuldung enorm ansteigen.
Erstaunlich ist, dass Trump vor den wichtigen Midterm-Wahlen die Militär- und Rüstungspriorität seiner Politik auf Kosten aller anderen Ausgaben so deutlich macht, zumal er den Pentagon-Haushalt schon letztes Mal erhöhen konnte. Soll das 1,5 Billionen-Budget die Kosten des Iran-Kriegs abdecken, die dann nicht gesondert im Kongress verhandelt werden müssten? Offensichtlich sollen die Soldaten, die im Krieg eingesetzt werden, durch eine 5-7prozentige Solderhöhung zufriedengestellt werden.
Trump setzt weiter in der Tradition von Reagan und Bush auf sein nationales Raketenabwehrschild Golden Dome mit weltraumgestützten Abfangraketen, das die USA vor allen Angriffen aus dem Ausland schützen soll, während das amerikanische Militär dann ohne Gefahr für das eigene Land weltweit intervenieren kann. Und weil eine Gefahr nicht nur aus der Luft, sondern auch aus dem Wasser drohen kann sowie für militärische Interventionen im Stil von Venezuela und Iran, sollen für über 65 Milliarden Dollar 34 neue Kampf- und Unterstützungsschiffe gebaut werden. Dazu gehören natürlich die geplanten neuen Kriegsschiffe der Trump-Klasse.
Neben den militärischen Dinosauriern sind große Summen für den Kauf von wichtigen Mineralien und wichtige Munition, die durch den Iran-Krieg erschöpft wird, vorgesehen. Auch die Entwicklung von F-47, ein Kampfflugzeug der sechsten Generation, soll vorangetrieben werden und eine „klare Botschaft“ an die Gegner senden. Dafür sind allein 5 Milliarden vorgesehen. Mehr Geld soll auch in unbemannte Waffensysteme, Atomwaffen und Künstliche Intelligenz fließen.
Dass sich die Steigerung der Militärausgaben der vor dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg nähern, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Trump weiter auf militärische Interventionen und Krieg setzt.
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Der Krieg geht gegen UNS!
Das wollt ihr einfach nicht verstehen…hm.????
WIR sollen ausgeblutet werden!
WIR sollen uns nichts mehr leisten können.
WIR sollen Zuhause bleiben.
Es geht um die letzten Ressourcen die die herrschende Klasse gerade unter sich aufteilt.
Die Agenda des WEF und den Transhumanisten lesen hilft weiter.
Klimawandel ist seit über 30 Jahren quasi eine religiös motivierte Rechtfertigung…nichts weiter.
Das ist für den Krieg der USA gegen alle anderen.
Jetzt brauchen wir wirklich ein Verteidigungsbündnis.
Einspruch Euer Ehren, Herr Rötzer: “ Trotz Einsparungen etwa bei den woken Ausgaben (Bildung, Soziales, Gesundheit, Umwelt) würde mit dem Pentagon-Haushalt ohne Steuererhöhungen die Staatsverschuldung enorm ansteigen.“
Was, bitte schön, haben lebenswichtige Dinge wie Bildung, Soziales, Gesundheit und Umwelt mit dieser woken Deppen-Ideologie zu tun???
ja, das müssten Sie Trump und Co. oder deren Anhänger hierzulande fragen, die das als woke bezeichnen
@Florian Rötzer: Na gut, da haben Sie auch wieder recht.
1. Trump stellt eine Forderung, über die dann im Kongress verhandelt wird. Das bedeutet nicht, dass der Etat tatsächlich um 500 Milliarden erhöht wird.
2. Ich denke, dass die Erhöhung der Militärausgaben und der Golden Dome eine Vorbereitung für den Austritt aus der NATO sind, die Trump lange vor seiner politischen Laufbahn (wenn er überhaupt eine hatte) für obsolet erklärte, nachdem sich der Warschauer Pakt aufgelöst hatte.
3. Mit dem Irankrieg schlägt Trump mehrere Fliegen mit mit einer Klappe, denn der Iran reagiert auf amerikanische Angriffe, indem er arabische Staaten und vor allem Israel bombardiert. Ich habe keine Vorstellung davon, was sich Israel von diesem Krieg verspricht. Haben die Israeliten tatsächlich Angst vor einer iranischen Atombombe, oder wollen sie Iran für die Unterstützung von Hamas und Hisbollah bestrafen, oder glauben sie, dass es durch einen Regime Change zu einer Israel-freundlichen Regierung kommt? Die Perser werden Israel diesen Krieg aber niemals verzeihen.
4. Dieser Krieg wird den unverschämten Europäern gravierende wirtschaftliche Probleme bereiten. Vielleicht sind sie dann bereit, auf den Ukrainekrieg zu verzichten, was doch wünschenswert wäre.
Wenn ich das so schreibe, denke ich, dass Trump dumm wäre, wenn er die Gelegenheit nicht nutzen würde, dass Russland in der Ukraine beschäftigt ist.
Weil das eigentlich spannende Thema leider ausgespart bleibt, erlaube ich mir einfach auf ein paar aktuelle Analysen zu verweisen:
Bernhard von Moon of Alabama liefert einige doch interessante Links in diesem Beitrag:
War On Iran: – Failed Special Operation – Threat Escalation – Added: Trump’s Victory Timeline
Quelle: hier
Moneyquotes:
Simplicius76 derweil hat meine gestrigen Gedanken fortgeführt und tiefer gebuddelt:
It’s Official: US Boots-On-Ground Deep Inside Iran Amidst Another Day of Humiliating Losses
Quelle: hier
Moneyquotes:
Die Jungs und Mädels von The Cradle haben einen tieferen Blick auf das geworfen, was man in westlichen Leidmedien verkürzt als „Iranische Streitkräfte“ verkauft:
Iran’s unseen commandos: The forces behind the silence
Quelle: hier
Moneyquotes:
Da mehr als drei Links in der Maske weiterhin nicht gehen, nenne ich einfach noch:
– John Helmer: THE PERSIAN BACKSTABBER STRIKES AGAIN
– M. K. Bhadrakumar: Befooled by Iran’s grand strategy, Trump hits out. But to what end?
…
Und das alles kann gerne um weitere Links ergänzt werden. Wie immer sind die Beiträge auch nicht zwangsläufig zustimmungspflichtig, sondern gerade gedacht zum dran reiben.
Damit bekommt Trump endlich den Friedhofsnobelpreis. Garantiert.
Iran hat den „Friedens“-Taschenspielertricks USraels eine klare Absage erteilt.