
Thomas Czinkota will eine Parabel erzählen. Sie handelt davon, wie schön die modische Variante der Künstlichen Intelligenz (KI), deren Inkarnationen unter dem Namen Large Language Model (LLM) auftreten, eine, aus seiner Sicht ideale Weise der Informationsverarbeitung spiegelt, nämlich die der Aktienmärkte, um aus diesem Vorbild sogar ein Konzept der Regulation für die KI abzuleiten.[1] Er muss dazu einen Weichzeichner aufsetzen — nicht nur damit beide Zweige der Geschichte très chic herauskommen, sondern auch, damit verborgen bleibt, dass die Spiegelung alles andere als perfekt ist.
Folgt man der neoklassischen Erzählung, dann liege es beim Markt, Preise zu ‚finden‘ — worin er sich durch eine unübertreffliche Meisterschaft auszeichne. Dies ruft die schwach begründete Vermutung hervor, es gäbe so etwas wie ‚wahre‘ Preise, die es nur zu ‚finden‘ gelte. Während diese, von Czinkota wiederholte, Variante der Geschichte daran festhält, dass dem ein Prozess reiner Informationsverarbeitung zugrunde liege, nehmen realistischere Auffassungen wahr, dass dabei nicht selten Machtverhältnisse eine Rolle spielen, dass vielmehr Preissetzung stattfinde statt Preisfindung. Die Möglichkeiten, den angemessenen Preis von Produkten zu bestimmen, sind begrenzt: den Maßstab dafür bilden die Herstellungs- bzw. Bereitstellungskosten, die von den, selbst wiederum durch Machtverhältnisse beeinflussten, Preisen für Rohstoffe und Arbeit abhängen. Die Stelle, an der darüber letzte Auskunft zu holen wäre, hat noch niemand benannt.
Noch schwieriger wird eine Bewertung, wenn es nicht um Produkte mit unmittelbarem Gebrauchswert und relevanten Herstellungskosten, sondern um Papiere wie Aktien geht, die Ansprüche verbriefen, im Falle der Aktie auf die Dividende und manchmal auch ein Stimmrecht, deren zukünftiger Wert ungewiss ist. Solche werden, sofern es sich um sogenannte Blue-Chip-Werte handelt, in der Erwartung einer stabilen Entwicklung erworben, doch manchmal auch gekauft, weil man auf eine Wertsteigerung, oder leer, d.h. ohne ihr Eigentümer zu sein, verkauft, weil man auf eine Abwertung spekuliert. Es gibt Indikatoren, wie etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das aber, da es sich auf die Gegenwart stützen muss, nur bedingt etwas über die Zukunft sagt. Eine zuverlässige Einschätzung von Kurspotentialen in Bezug auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis verlangt profunde Kenntnisse der betreffenden Unternehmen, ihrer Sektoren und ihres politischen und weltwirtschaftlichen Umfelds. Solche differenzierten Bewertungen werden jedoch nicht immer publiziert und zur Kenntnis genommen. Auch Czinkota verdrängt die historische Erfahrung von Blasen, die sich, wie etwa die der dot.com-Titel in den 1990ern, über lange Zeiträume aufbauen konnten, obwohl sie für Beobachter, mit hinreichendem Sachverstand erkennbar gewesen waren. Anders ist kaum erklärbar, dass er eine Behauptung wie die folgende aufstellt:
„Sollte sich die ‚Wissensverarbeitungsmaschine Aktienmarkt‘ geirrt haben, wird dies umgehend korrigiert. […] Eine Markthalluzination (Spekulationsblase) ist das Ergebnis kollektiver Hoffnung oder Gier. Doch auch hier zeigt sich der Reifegrad des Marktes: Er besitzt durch den unausweichlichen Realitätscheck eine eingebaute Notbremse, die jede Halluzination früher oder später beendet.“
Allzu oft geschah das eher später als früher und richteten die damit einhergehenden Friktionen schweren Schaden an. Zu der oft wiederholten Weisheit, dass ‚die Märkte‘ ‚in the log run‘ Übertreibungen korrigieren würden, bemerkte John Maynard Keynes schon vor hundert Jahren: „in the log run we are all dead“.[2] Viel zu lange dauerte es immer für die zahlreichen Opfer der auf das Platzen der Blasen folgenden Krisen. Gegen Gier, Dummheit und Herdentrieb bleiben, nicht zuletzt, wenn sie von interessierter Seite angeheizt werden, auch Regularien, wie etwa die Offenlegungspflichten für börsennotierte Unternehmen, oft wirkungslos. Die ‚Wissensverarbeitungsmaschine Aktienmarkt‘ arbeitet keinesfalls störungsfrei. In ihrem Getriebe knirscht es ab und zu merklich und der Markt benötigt dann massive Injektionen von Liquidität durch die Zentralbanken, um weiter zu funktionieren.
Zu den klassischen Treibern von Stabilitätsrisiken fügt die elektronische Datenverarbeitung weitere, diese verstärkende, hinzu: die automatisierte Arbitrage und die Indexfonds bzw. die ETF (Exchange Traded Funds), deren für ein breites Publikum leichter zugängliche Variante. Fonds, deren Anlageentscheidungen nicht durch Manager getroffen werden, sondern die lediglich automatisch einem Index folgen, etablieren eine positive Rückkopplung der Marktentwicklung mit sich selbst und damit einen Mechanismus, der die Entwicklung von Blasen verstärkt. Die seit Jahren, unbeirrt von allen wirtschaftlichen und politischen Krisensymptomen, steigenden Kurse sind auch als Indiz für solche Mechanismen zu lesen, die die Triebkraft hoher Ersparnisse in diese Gestalt übersetzen, dadurch oft jedoch nicht produktiv verwerten, sondern lediglich zirkulieren lassen. Eine deutliche Blasenentwicklung zeichnet sich, mit Ähnlichkeit zu den Ereignissen in den 1990ern, aktuell bei den Werten der in der KI engagierten Unternehmen, bzw. der von diesen Engagements profitierenden, wie z.B. den Lieferanten von Chips und von Strom sowie der für beides nötigen Ausrüstungen an: es bestehen Zweifel, ob die im angebrochenen Jahr beabsichtigten Investitionen, allein der vier größten Spieler (Amazon, Google, Meta, Microsoft) im Umfang von 660 Milliarden Dollar, in neue Rechenzentren, die sich mit den in den drei Vorjahren getätigten zu ca. 1,5 Billionen Dollar summieren, durch erwartbare Erlöse einzubringen seien.[3]
Dazu kommt ein Faktor, der diese Investitionen noch riskanter erscheinen lässt: die von kritischen Beobachtern der Szene bereits seit Jahren vertretene These, dass das Modell, auf dem die meisten der heutigen KI-Systeme aufbauen, prinzipiellen Limitationen unterliege,[4] findet in Fach- wie auch in Finanzkreisen zunehmende Akzeptanz. Dies nicht zuletzt, weil das Konzept des Scaling, auf das die Akteure setzen, erkennbar scheitert. Dieses folgt der Erwartung, durch immer mehr Daten und Rechenleistung die bekannten Schwächen der Systeme ausbügeln, ja sogar eine Superintelligenz schaffen zu können. Die exponentiellen Steigerungen des Ressourcen-Inputs bringen nur noch schwindende Erträge. Z.B. GPT5 stellte nicht den erhofften großen Sprung über seinen Vorgänger hinaus dar.[5] Die derzeitige KI-Monomanie verschlingt nicht nur Kapital, sondern auch physische Ressourcen — Energie und Mineralien — in einem unvorstellbaren Ausmaß und deformiert die Wissenschaft, indem sie ganze Institute auf eine äußerst schmale Spur leitet, Massen von jungen Talenten dorthin und, noch mehr, in die Labore der KI-Industrie lockt und damit auf einen Forschungs- und Qualifikationspfad festlegt, dessen Nutzen und Zukunft alles andere als sicher sind.
Auch dem zweiten Arm der scheinbaren Parabel gebricht es an Schlüssigkeit. Czinkota erweist sich als Adept des Doublespeak, der sich um die KI ausbreitet, kann dessen Dissonanzen aber nicht verbergen: so beteuert er einerseits, dass „das LLM […] eine Wissensverarbeitungsmaschine [ist]“, um dann gleich zu versicher, dass
„die Diskussion, ob ein LLM tatsächlich Wissen oder lediglich Daten und Zahlen verarbeitet, […] für diese Analogie [von Aktienmarkt und LLM, RF] zweitrangig [ist]. Entscheidend ist, dass beide Systeme funktional identisch arbeiten: Sie transformieren einen massiven Input an verfügbaren Informationen in ein eindeutiges Signal.“
Für die Bedeutung der Daten ist relevant, ob sie tatsächlich Wissen getreu repräsentieren. Doch genau das tun sie im Falle der LLMs nicht. Die repräsentieren kein Wissen, sondern sind, auf der Basis eines gigantischen Textkorpus, das alle erdenklichen Äußerungen — viele davon sind keine Aussagen und sofern sie solche sind, oft auch falsch — umfasst, dazu dressiert, das wahrscheinlich nächste Spachatom nach dem gegebenen Kontext vorherzusagen — mit dem beachtlichen Risiko, auch schlichten Unsinn oder schon syntaktisch missglückte Sätze zu produzieren. Die Technik des Doublespeak besteht darin, einerseits, indem Entsprechendes immer wieder eingestreut wird, die Illusion aufzubauen, es werde dabei Wissen verarbeitet oder gar generiert, während andererseits zur Erklärung der Technik auf bloße Mechanismen der Datenverarbeitung rekurriert wird, die jedoch nicht erklären, wie die zu Unrecht beanspruchte Wissensverarbeitung funktionieren soll — weil das auch nicht geht.
Die logischen Lücken der Argumentation werden durch hochtrabende Formulierungen verdeckt: „Beide Systeme [Aktienmarkt und LLM, RF] sind somit isomorph in ihrer Funktion als Abstraktionsmaschinen: Sie operieren nicht auf der Ebene der Materie, sondern auf der Ebene der Information.“ Dass sie auf der Ebene der Information arbeiten, ist banal, doch ob dem Autor klar ist, welche Kriterien eine Isomorphie[6] erfüllen muss, darf bezweifelt werden. Er bringt keine geeigneten Argumente vor, um das darzutun — weil er es nicht kann. Dass an der Börse heute auch Computer herumstehen, reicht als Merkmal einer Isomorphie mit dem LLM nicht aus. Sicher kann man Aktienmärkte und LLMs als informationsverarbeitende Systeme gleichsetzen — wobei man Information, unter Abstraktion von Bedeutung, als Folge von Signalen betrachten muss —, doch während der Aktienmarkt Signale produziert und verarbeitet, denen Teilnehmer treffend Bedeutungen zuzuordnen vermögen, beruht der vermeintlich gleiche Vorgang bei den LLMs auf einer Täuschung: in deren Funktion wurde — außer der statistischen über das relative Vorkommen von atomaren Wortkomponenten — nirgendwo inhaltliche, Bedeutung transportierende, Information oder gar Wissen verarbeitet. Wenn dabei etwas herauskommt, was als zutreffende Aussage erscheint, ist das nicht völlig unwahrscheinlich, doch inhaltlich nicht fundierter Zufall.
Ein Meister des Doublespeak, zudem von ungleich größerer Prominenz und Reichweite als Czinkota, ist Roberto Simanowski. Wenn dieser erklärt, das „idealtypische Versprechen der Sprachmodelle“ bestehe darin, „aus dem Wissen und den Meinungen der ganzen Welt Texte zu produzieren, die nicht religiösen, kulturellen oder politischen Erwägungen folgen, sondern mathematischen“[7], klingt das hochgestochen, geht aber an der Sache vorbei. Es bilden sich in den Sprachmodellen, in Silben zerhackt und ‚verwürfelt‘, d.h. wahrscheinlichkeitsgewichtet aneinandergereiht, dekontextualisiert und nivelliert, eben doch die unter den Urhebern des zugrundeliegenden Textkorps vorherrschenden Vorurteile ab. Die Weise, in der das geschieht, folgt keinen „mathematischen Erwägungen“, sondern besteht in banalem Ausrechnen. Es entstehen dabei keine „Aussagen“[8], weil es hier keinen Sprecher gibt, der damit einen Gedanken artikulieren würde. Das Aneinanderreihen von Silben in dieser Weise bringt keine „mathematische Wahrheit jenseits jeder ideologischen Perspektive“[9] hervor, sondern stochastisches Geplapper, in dem, wie auch immer zerhackt und verzerrt, eben doch die verbreiteten Ansichten durchscheinen. Dass die Modelle zu bestimmten Themen, ‚appropriately prompted‘, oft ganze Abschnitte aus dem zugrundeliegenden Textkorpus reproduzieren, liegt in ihrer Konstruktion.[10]
Zu jedem vermeintlich oder wirklich spektakulären Ereignis, seien es technische Neuerungen wie das Internet und die LLMs oder ein angeblich die Menschheit bedrohendes Virus, produzieren die feuilletonistischen Tastenbediener zuverlässig Tonnen an nicht minder spektakulär klingenden Phrasen, in denen sich oft genug Fehleinschätzungen und fatale Rezepte verbergen. Zu gespenstischen Konsequenzen führt das in Gestalt einer Idee wie der „pluraler Sprachmodelle“, die eine solche Fehleinschätzungen normativ wendet. Die
„scheinen nur dann eine reale Möglichkeit zu sein, wenn die Gesellschaft die Sprachmodelle, die immer mehr die Kommunikation ihrer Bürger bestimmen werden, als sensible Infrastruktur oder gar Daseinsvorsorge deklariert und zur Vielfalt per Design verpflichtet — so wie sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk per Medienstaatsvertrag gesetzlich zur Informations- und Perspektivenvielfalt verpflichtet.“[11]
Man fragt sich, wie der Autor, der soeben versichert hat, ein LLM produziere „mathematische Wahrheit jenseits jeder ideologischen Perspektive“, auf die Idee kommt, dass man einem solchen „Informations- und Perspektivenvielfalt“ beibringen könne. Anscheinend glaubt er — charakteristisch für Doublespeak — doch nicht ganz an seine vorherige Behauptung. Auf jeden Fall kommt ein solches Ansinnen, gleichgültig unter welchen Bedingungen, der Institutionalisierung betreuten Denkens und Sprechens gleich. Das ÖRS (Öffentlich-Rechtliches Sprachmodell) sagt uns, was sagbar sei. Vor dem Hintergrund rezenter Erfahrungen mit dem ÖRR (Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk) ist leicht zu erahnen, wo die Grenzen dieser Art von Einrichtung liegen.[12] Solche Ideen scheinen in der Luft zu liegen. Auch Czinkota hat dazu Vorschläge: „Wir sollten die jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit marktwirtschaftlichen Informationssystemen als Abkürzung für die KI-Regulierung nutzen.“ Sein Modell hat deshalb ein anderes Vorbild:
„Ein konkretes Instrument hierfür wäre die Schaffung einer BaKI (Bundesaufsicht für KI). Ganz im Stil der BaFin könnte diese Behörde sicherstellen, dass Wissensflüsse transparent bleiben und sich keine Wissensmonopole bilden. So wie der Aktienmarkt durch Publizitätspflichten ein ‚Fair Trade‘ von Informationen sicherstellt, garantiert eine BaKI, dass das kollektive Wissen der Gesellschaft allgemein zugänglich bleibt.“
Der einzige vertretbare Gedankensplitter, den man hier vermuten kann, wäre eine Verpflichtung der Urheber von Sprachmodellen, die Daten, mit denen diese trainiert wurden, und die Methoden, die dabei zur Anwendung kamen, offenzulegen. Doch das „kollektive Wissen der Gesellschaft“ sollte, sofern letztere sich mit Recht als freie bezeichnet, allgemein zugänglich sein. Dafür bedarf es der Informations- und Meinungsfreiheit und einer Justiz, die diesen Nachdruck verleiht, doch keines Bundesamtes. Darüber, was zu jenem Wissen zählt, wird eine solche Behörde — siehe oben — ohnehin ihre eigenen Vorstellungen haben. Ein existierendes Bundesamt, das für Statistik, brachte es immerhin fertig, jahrelang zu verbergen, dass Deutschland sich in einer Rezession befindet.[13]
Doch selbst beste Absichten und weitestes Bewusstsein unterstellt, kann das Unternehmen, solches Wissen unter Aufsicht einer Behörde in Form eines Sprachmodells zu konsolidieren, nur scheitern — doch wahrscheinlich wird das dort niemand bemerken. Ob BaKI oder ÖRS, der Blase, in deren Zentrum die medialen und politischen Eliten sitzen, dürfte so noch schwerer zu entkommen sein, diese vielmehr, mit gestärkter epistemischer Macht, in ihrer Selbstgewissheit, die Guten und im Besitz der Wahrheit zu sein, bestätigt werden — das Erwachen nach ihrem Kollabieren noch schmerzhafter.
[1]Die Markt-Maschine: Warum LLMs nicht denken, sondern Informationen „einpreisen“. Overton, 29. Januar 2026 <https://overton-magazin.de/top-story/die-markt-maschine-warum-llms-nicht-denken-sondern-informationen-einpreisen/> (04.02.2026).
[2]John Maynard Keynes: A tract on Monetary Reform (1923). 3. Aufl., Cambridge: Cambridge University Press, 2013 (Collected Writings; IV), 65.
[3]Morris, Stephen; Acton, Michael; Rosner-Udin, Rafe (2026): Big Tech’ ‚breathtaking‘ $660bn spending spree reignites AI bubble fears. Financial Times, 6. Februar <https://www.ft.com/content/0e7f6374-3fd5-46ce-a538-e4b0b8b6e6cd> (06.02.2026); Gary Marcus: Some disconcerting facts about AI and banking that may have profound consequences. Marcus on AI, 10. Februar 2026 <https://garymarcus.substack.com/p/some-disconcerting-facts-about-ai> (10.02.2026).
[4]Marcus, Gary (2022): Deep Learning Is Hitting a Wall. Nautilus, 10. März <https://nautil.us/deep-learning-is-hitting-a-wall-238440/> (22.04.2024).
[5]Gary Marcus: OpenAI’s Got 9.9 Problems, and Twitch Ain’t One: The AI darling faces a long list of serious challenges in 2024. Marcus on AI, 27. Januar 2024. <https://garymarcus.substack.com/p/openais-got-99-problems-and-twitch> (08.02.2026). Ein Gespräch, in dem Marcus seine Punkte aktualisiert findet sich hier: <https://www.youtube.com/watch?v=aI7XknJJC5Q> (08.02.2026)
[6]Eine Isomorphie besteht zwischen zwei Gebilden, wenn es zwischen allen ihren Elementen eine die Strukturen erhaltende, umkehrbar eindeutige Abbildung gibt.
[7]Roberto Simanowski: Große Sprachmodelle: Was technisch möglich ist und politisch bedacht werden muss. Lettre International 151, Winter 2025, 11.
[8]Simanowski, a.a.O., 11.
[9]Simanowski, a.a.O., 12 (Emphase im Original).
[10]Marcus, a.a.O.
[11]Simanowski, a.a.O., 14 (Emphase im Original).
[12]Eine aktuelle Kostprobe bietet Marcus Klöckner: Miosga: „Haben Sie nicht den Eindruck, dass Putin uns droht?“ Wo Journalismus sein sollte, spritzen Ignoranz und Ideologie aus allen Poren. Nachdenkseiten, 10. Februar 2026 <https://www.nachdenkseiten.de/?p=146067> (10.02.2026).
[13]Heiner Flassbeck: Nur mal die längste Rezession aller Zeiten übersehen. Overton, 4. August 2025 <https://overton-magazin.de/hintergrund/wirtschaft/nur-mal-die-laengste-rezession-aller-zeiten-uebersehen/> (09.02.2026).



Wollt Ihr den totalen Überwachungsstaat? Wollt Ihr einen Staat, der noch viel totaler überwacht als bisher? Wollt Ihr einen Total-Überwachungsstaat, der Euch noch viel totaler in jene totalste Abhängigkeit führt, die Ihr Euch immer erträumt habt?
Dann, ja dann folgt mir nach!
der erste gscheite artikel, zwar nicht über ök, aber über KI, auf overton. champagner!
Da steht viel Richtiges drin, aber wieso steht am Schluss, dass es zum noch schlimmeren Kollabieren kommen wird?
Jeder weiß, dass die KI gut im finden und erkenne, aber nicht so gut im Planen ist. Halluzinieren ist kein Planen, sondern es sind Phantasie-Irrläufer.
Beim Dot-Com-Kollaps scheiterten Geschäftsmodell. Das Börsengeld floss in viel Personal- und 0815-Büro-Investitionen, die nicht rentierten und dadurch wertlos wurden. Die Hardware, die jetzt gekauft wird, ist ein Wert an sich. Wenn die eine Idee, was KI gut können könnte, nicht funktioniert, funktionieren immer noch die bereits bekannten und zukünftige Erfolge.
Die KI ist enorm gut, darin, alles das wiederzugeben, was die letzten Jahre und Jahrzehnte in Zeitungen und sonstigen Veröffentlichungen in Text, Bild und Ton verfasst wurde. Exakt das macht die klassische Wirtschaftslehre – ebenfalls ein Liebling der Superreichen – und wirklich kollabiert ist der Westen deswegen noch nicht, auch wenn es zu einer fortschreitenden Verarmung der Bevölkerung kommt.
Die KI kann viel von der Arbeit, in der bisher die ganzen Mittelschichtler ihre Brötchen verdienten, viel schneller erledigen. Das sind keine kleinen Genies, die da ersetzt werden sollen, sonder es sind kleine, brave Rädchen, die ihre Ausbildung artig und bisher auskömmlich der kapitalistischen Wertschöpfung zur Verfügung stellen und die zukünftig, Schritt für Schritt von immer gigantischeren mietbaren Cloud-KIs ersetzt werden. Die Weber 4.0.
Das „schlimmere Kollabieren“ ist ein Wunschtraum, den ich gut nachvollziehen kann. Ich empfehle sehr, dass jeder, der dieser Ansicht zuneigt, die Frage „Wird es durch den Einsatz von KI zu einem schlimmen Kollabieren kommen?“ bei Google oder einer anderen KI eingibt. Die Möglichkeiten sind alle schon durchgespielt und bekannt. Die verschrobenste ist die „AI x-risk“, die schon beim Terminator ideengebend war.
Damals wusste das Publikum zu wenig über KI und nichts von KI-Halluzinationen. Man dachte, dass KI irgendwie wie ein Schachkomputer funktioniert, aber statt mit Schachregel mit Wissen um die Welt alle möglichen Varianten durchrechnet und dabei die Spielregeln bzw. die Erfolgsgewichtung ein bisschen durcheinander geraten könnten. Aber gerade so, also in die Zukunft gerichtet und mit nachweislichen tatsächliche Möglichkeiten, funktioniert KI eben nicht.
Die KI-Halluzinationen sind allerdings exakt ein Produkt schlechter Rechen-Erfolgsgewichtung, weil in der KI eine erfunden Antwort besser bewertet wird als keine Antwort.
KI ist ein superfreundlicher, superschneller und mit unvergleichlicher Erinnerung ausgestatteter Blender. Genau das, wovon Personaler, die nach Leuten mit Softs-Skills bis etwa zum mittleren Management suchen, träumen.
Da winken mit KI gigantische Einsparungsgewinne.
Da steht viel Richtiges drin, aber wieso steht am Schluss, dass es zum noch schlimmeren Kollabieren kommen wird?
Jeder weiß, dass die KI gut im finden und erkenne, aber nicht so gut im Planen ist. Halluzinieren ist kein Planen, sondern es sind Phantasie-Irrläufer.
Beim Dot-Com-Kollaps scheiterten Geschäftsmodell. Das Börsengeld floss in viel Personal- und 0815-Büro-Investitionen, die nicht rentierten und dadurch wertlos wurden. Die Hardware, die jetzt gekauft wird, ist ein Wert an sich. Wenn die eine Idee, was KI gut können könnte, nicht funktioniert, funktionieren immer noch die bereits bekannten und zukünftige Erfolge.
Die KI ist enorm gut, darin, alles das wiederzugeben, was die letzten Jahre und Jahrzehnte in Zeitungen und sonstigen Veröffentlichungen in Text, Bild und Ton verfasst wurde. Exakt das macht die klassische Wirtschaftslehre – ebenfalls ein Liebling der Superreichen – und wirklich kollabiert ist der Westen deswegen noch nicht, auch wenn es zu einer fortschreitenden Verarmung der Bevölkerung kommt.
Die KI kann viel von der Arbeit, in der bisher die ganzen Mittelschichtler ihre Brötchen verdienten, viel schneller erledigen. Das sind keine kleinen Genies, die da ersetzt werden sollen, sonder es sind kleine, brave Rädchen, die ihre Ausbildung artig und bisher auskömmlich der kapitalistischen Wertschöpfung zur Verfügung stellen und die zukünftig, Schritt für Schritt von immer gigantischeren mietbaren Cloud-KIs ersetzt werden. Die Weber 4.0.
Das „schlimmere Kollabieren“ ist ein Wunschtraum, den ich gut nachvollziehen kann. Ich empfehle sehr, dass jeder, der dieser Ansicht zuneigt, die Frage „Wird es durch den Einsatz von KI zu einem schlimmen Kollabieren kommen?“ bei Google oder einer anderen KI eingibt. Die Möglichkeiten sind alle schon durchgespielt und bekannt. Die verschrobenste ist die „AI x-risk“, die schon beim Terminator ideengebend war.
Damals wusste das Publikum zu wenig über KI und nichts von KI-Halluzinationen. Man dachte, dass KI irgendwie wie ein Schachkomputer funktioniert, aber statt mit Schachregel mit Wissen um die Welt alle möglichen Varianten durchrechnet und dabei die Spielregeln bzw. die Erfolgsgewichtung ein bisschen durcheinander geraten könnten. Aber gerade so, also in die Zukunft gerichtet und mit nachweislichen tatsächliche Möglichkeiten, funktioniert KI eben nicht.
Die KI-Halluzinationen sind allerdings exakt ein Produkt schlechter Rechen-Erfolgsgewichtung, weil in der KI eine erfunden Antwort besser bewertet wird als keine Antwort.
KI ist ein superfreundlicher, superschneller und mit unvergleichlicher Erinnerung ausgestatteter Blender. Genau das, wovon Personaler, die nach Leuten mit Softs-Skills bis etwa zum mittleren Management suchen, träumen.
Da winken mit KI gigantische Einsparungsgewinne.
(Repost, falls der erste Kommentar wegen E-Mail-Vertipper nicht mehr auftaucht)
das mit dem reicht schon um arbeit einzusparen stimmt, aber sonst nichts. vielleicht so: was wird ein llm nie ausgeben? heureka, ich habe etwas erkannt! es versteht nicht, erinnert sich nicht, wiedergibt nicht, findet nicht, hallzuniert nicht, plant nicht, ist nicht freundlich, ersetzt nicht speziell die mittelschicht und ist mit keiner gewichtung oder trainigsmaterial der welt irgendwie intelligent zu machen, geradesogut könnte man einen papagei dazu bringen wollen sich mit einem über die letzte folge von tatort zu unterhalten. es produziert durch algorithmen den schein von sprachlichem output, ohne irgendetwas zu verstehen, weder was es ausgibt, noch was hereinkommt.
Vom Autor schön auf den Punkt gebracht.
Das ist alles schön und richtig ausgeführt, man wird aber trotzdem versuchen uns diesen AI Blödsinn als Autorität in punkto Wissen aufzuzwingen koste es was es will.
KI ist unser Ende und fertig., fast so schlimm wie Kapitalismus und Religionen!
Die Menschen finden ja heute schon ohne Navi nicht mehr nach Hause.
Und es wird dazu benutzt werden, um jeden Ermessungsspielraum und jede noch vorhandene Empathie im Keim zu ersticken und auszulöschen.
Gleichzeitig, wird es jedes vielleicht noch im Ansatz manifestierte schlechte Gewissen marginalisieren, da der letzte eingestellte Beamte dann sagen kann, das war die KI, da kann man nichts machen, wenn die Grundsicherung nicht mehr gezahlt wird.
Wissen ohne Verständnis ist zwar nutzlos, führt aber zu sehr lehrreichen Ergebnissen 😉
„KI“ werden gefüttert von zehntausenden Sklavenarbeitern, die sie „trainieren“, dazu schnorcheln Bots das Web ab, null Referenz woher, oder komplett aus dem virtuellen Arsch gezogen. Das alles von den selben, die hysterisch auf „intellectual property“ pochen. LLM sind Plagimaten.
Aber das Platzen der AI Bubble wird interessant.
Da hat doch endlich mal ein Autor den Unterschied zwischen implementierter Logik und dem sprachlichen Abbild von Logik erfasst – Chapeau! Und gleich mal die Dummheit des Aktienmarktes abgehandelt – Donnerwetter!
Ja, es wird Jahre dauern (oder Jahrzehnte?), die sozialen Deformationen der jetzigen völlig unreflektierten Verwendung von LLM als „Intelligenz“ zurückzubauen (wenn es überhaupt gelingt). Was da an menschlicher, lebender Intelligenz kaputtgeschlagen und entsorgt wird, ist ein Generationenschaden, der den einer Covid19-Pandemie bei weitem übertrifft.
oder Jahrzehnte? Das wird knapp. So viel Zeit hat die Menschheit nicht mehr.
Es ist erstaunlich wie selbst tatsächlich denkende Menschen den „elephant in the room“ ignorieren.
Wenn die AI mal so weit entwickelt ist, vielleicht in einem Monat oder einem Jahr, egal, eines Tages wird es nicht mehr möglich sein Fake von Real zu unterscheiden. Kein Bankkonto, kein Kraftwerk, keine Nuklearwaffen werden dann noch sicher sein. Und die Blöden, also die grosse Mehrheit, werden nichts davon kapieren.
Mann, wird das ein tolles TV Programm werden!
Kleiner Tip: Wenn du ein Auto so fast ganz ohne Elektronik hast… geh sorgsam damit um, es wird bald unbezahlbar sein…
Sehr schön ausgeführt.
Noch besser zusammengefasst hatte es einst Peter Lustig immer am Ende seiner Sendung:
ausschalten nicht vergessen !
Die jetzige Bafin wird ihrer Aufgabe schon nicht gerecht.
Eine Bafin für KI würde nur Pöstchen für brave Parteisoldaten und deren Angehörige schaffen.
Oder soll sich die KI am Ende vielleicht selbst kontrollieren und regulieren??? 🙂
Axiomatische Annahme:
„Das Universum ist nicht vernünftig. Folglich kann es auch keine endgültige Wahrheit geben.“
Das Universum ist nicht vernünftig, denn es hat keine (sichtbare, messbare, sagbare) Absicht, genau sowenig wie ein Markt oder eine KI. Letztere haben einen Auftrag, der darin liegt, einen Bedarf zu bedienen oder eine Anfrage zu beantworten, die vom Fragenden als sinnvoll, nützlich oder Mumpitz beurteilt wird und entsprechendes Handeln initiiert. Und wenn es nur eine weitere Frage ist.
Die Erfindung des Ichs entspringt aus der Erkenntnis der Unvernunft, bzw. der Abwesenheit von Vernunft des Universums. Es ist eine Reduktion zum Nützlichen, eine Reaktion auf eine Begrenztheit, die komplexes Handeln mithilfe der Abstraktion ermöglicht.
Aus der fortwährend zufälligen Veränderung des Universums – für das Ich ist es die Veränderung seiner der Umwelt – lässt sich ableiten, dass nichts vollständig deterministisch, also vorhersehbar ist. Hingegen ist alle Veränderung irgendwann vollständig (was das Ich als zerstörerisch wahrnimmt), so dass es für alles einen begrenzten Zeitrahmen von Möglichkeiten gibt.
Also wurde vom „absichtsvollen und begrenzten Ich“ die Variable Wahrscheinlichkeit eingeführt, welche zu Gott, Markt und neuerdings KI externalisiert wurde. Damit wurde und wird auch versucht, Verantwortung auszulagern, was zudem eine Unterwerfung voraussetzt und zwingend zu Hierarchien führt. Die Verantwortung beginnt aber nicht erst bei der Beurteilung einer Antwort und den sich daraus ergebenden Handlungen, sondern schon mit dem stellen einer Frage: Das ist die erste Handlung.
Verantwortung kann also nicht abgelegt werden, auch nicht durch das Echo einer »Superintelligenz«. Die gerade für KI verschwendeten Ressourcen ähneln dem Bau der Pyramiden oder dem Wetten auf Tulpenzwiebeln. Und das ist genau das, was bei jeglicher Unterwerfung geschieht: Grober Unfug. Hierin liegt auch die begründete Angst vor den „Gefahren der Ki“: In der verantwortungslosen Unterwerfung.
Seltsames Axiom, aus dem ersten Teil (Das Universum ist nicht vernünftig) folgt ganz bestimmt nicht dieses:
„…Folglich kann es auch keine endgültige Wahrheit geben“.
Das Universum folgt Naturgesetzen, folglich kann man sie erkennen und nähert sich zunehmend der Wahrheit an. Das nennt man Wissenschaft. Probe aufs Exempel ist die Überprüfung von Annahmen (durch Beobachtung induktiv gewonnen) durch das Experiment und schon gar nicht durch Berufung auf Autoritäten.
Dieser Gedankengang ist die Kernaussage der Aufklärung.
Es ist kein »Axiom« sondern eine »Annahme« und die beinhaltet immer irgendwo eine Frage, nämlich ob die Annahme richtig ist. »Axiomatisch« meint: „Gehen wir mal davon aus…“
»Folgt« das Universum den Naturgesetzen oder ist es die Summe der Naturgesetze?
Wissen wir, ob Naturgesetze immer gültig waren, sind, sein werden?
Lustig ist, dass Sie die Aufklärung gegen meine Ausführungen stellen, denn genau darauf wollte ich hinaus:
„Die selbstverschuldete Unmündigkeit.“
Kommt drauf an, ob man Axiom im klassischen oder im Hilbertschen Sinn versteht.
Sie werden mir verzeihen müssen, dass ich nicht bei jedem Kommentar ein Glossar mitliefere.
Doch ist Ihre Frage nicht unberechtigt und mich würde interessieren, worin für Sie denn der Unterschied hier (bei diesem Kommentarzweig) läge?
Nagut, ich verzeihe 🙂 . Allerdings ist es schon ein Unterschied, ob ich Axiom als beliebige Grundannahme sehe, auf der ich einen Kalkül basiere (oder auch nicht), oder als eine Evidenz, die keines Beweises bedarf. Mein Eindruck ist, Du springst zwischen beidem.
Also, ich meinte es ganz klassisch, wobei die »Axiomatische Annahme« eigentlich sofort ein Grinsen über das Gesicht huschen lassen sollte, sofern das von weitem winkende Oxymoron nicht übersehen wird 😉
Und aus meiner Frage haben Sie sich nun auch sehr gelungen heraus geschlichen.
Ist auch völlig ok, das ist ja kein Philosophie- oder Mathematik-Seminar hier, sondern meinerseits nur die kurze Darlegung eines Sonntagsgedankens. 🙂
Die Reduzierung der Aufklärung (sicher eine deutsche Unart) auf Kant hat mich schon immer geärgert. „Die selbstverschuldete Unmündigkeit.“ – so ein Unsinn: was sollte denn im 18. Jahrhundert, das noch immer von der Religion ideologisch dominiert war, selbstverschuldet sein. Da ziehe ich Voltaire vor, der das Primat der Kritik an der Ideologie postuliert: Weg mit dem lieben christlichen Gott. Zermalmt die Niederträchtige!
Ecrasez l’Infâme!
Erst wenn die geistige Lufthoheit hergestellt ist, können wir über Mündigkeit ohne Bedrohung durch Scheiterhaufen, Existenzvernichtung usw. reden. Leider sind wir da wieder und leider funktioniert die Befreiung nicht allein, wir brauchen Bündnispartner. Von „selbstverschuldet“ zu sprechen, bedeutet eine Unterschätzung des Herrschaftsapparats (damals die Kirche, heute die MSM).
Ich weiß jetzt gar nicht, was mich mehr bekümmern könnte, dass mir »Reduzierung« vorgeworfen wird oder dass ich »deutsch« denke 😉
Habe hier nunmal Kant genommen. Damit wollte ich nicht alle anderen Aufklärer ausladen.
Um genau diese Einsicht für den einzelnen geht es mir, sich nicht von den Versprechungen, Wünschen oder Dystopien bezüglich des „Werkzeugs KI“ davon irritieren lassen, dass auch hier unfreundliche Absichten anwesend sind. Deswegen niemals die „Hoheit“ über das eigene Denken abgeben.
Da sind wir uns wieder sehr einig. Jetzt kann der Sonntagsspaziergang starten: „Vom Eise befreit, sind Ströme und Bäche“ – schön wär`s.
Ja, den letzten Auslauf habe ich gerade erledigt und jetzt heißt es, „in Deckung gehen vor dem Mummenschanz“, vor bedrohlicher oder befohlener Heiterkeit.
Ist mir immer etwas unangenehm, nicht mit sondern über Leute zu lachen…
wenn ihr die geistige lufthoheit abschalten wollt, dann müsst ihr zuerst mal darüber nachdenken ob gott mit seinem erklärten tod auch tatsächlich veschwunden ist, oder nur aus dem weltall auf die erde runtergebeamt, dort in alter frische auferstanden, und weiterhin sein wesen durch die köpfe seiner armen kreatoren treibt. moderne menschen lieben es anderen menschen (!) unmenschlichkeit (!!) vorzuwerfen. dabei sind sie atheistisch und aufgeklärt, weil sie auch ohne bibel den besten aller disses servieren, sich nicht mit den gründen, gedanken, ideen dieser gegen sich selbst verstossenden befassen müssen, und als bonus verfängt diese argumentation auch bei protestanten, die die auslegung von gottes wort immer schon lieber sich selbst als der kirche überlassen haben. auch katholiken finden die argumentation wahrscheinlich ein bisschen „verkürzt“, aber nicht grundsätzlich (!) falsch. man kann sich auch mal vor augen führen, dass die aufklärung nicht mehr so prominent und revolutionär ist, seit sie „ihren historischen auftrag“ in der bürgerlichen revolution mit auszeichnung von höchster stelle, dem parlament, endgültig erfüllt hat und auf dem recyclinghof der geschichte abgestellt werden kann, wo sie eigentlich nur noch als verteidigung der naturwissenschaft gegen den wahnsinn ab und zu remixed wird.
„Vertrauen wir nur uns selbst, sehen wir alles mit unseren eigenen Augen; sie sind unsere heiligen Gefäße, unsere Orakel, unsere Götter.“ – Voltaire
Die Forderung der Aufklärung: Selbst beobachten-Schlüsse ziehen-Nachdenken, hätte sich seit der Großen Revolution „endgültig“ erfüllt?
Dass das anstrengender ist als Theorien über säkularisierte Moral aufzustellen, macht die Aufklärung nicht überflüssig – ganz im Gegenteil..
@ Torquemada Antwort hier
Und schon wieder ein KIkacke-Werbungs-Artikelchen und Beispringer aus der PR-Blase.
Willst Du ein Produkt breit vermarkten, mach es in alle Munde. Jeder der darüber absabbert macht Werbung dafür. Egal ob kritisch oder verherrlichend. Alles ist PR dafür.
Die Verdummung durch KI-Besinnungsartikelchen ist episch.
@ Torquemada (Repost auf)
So, habe darüber nachgedacht. Meine heutige Antwort lautet:
nö, da ist keine reinkarnierte Entität, die in meinem Kortex herum mäandert.
Meine Fragen lauten:
– Warum eine »Lufthoheit abschalten«, es ging doch darum, die eigene (zurück) zu erhalten?
– Was ist des Menschen Menschlichkeit? Sein Sein? Sein Handeln? Sein Wollen? Sein Können? Sein Fühlen?
– Da manche Menschen es immer lieben, anderen irgendwas vorzuwerfen, warum verorten Sie das bei den Aufgeklärten oder Atheisten oder überhaupt anderen?
– Fühlen Sie sich durch die Negierung einer höheren Macht (Gott, Markt, KI) beleidigt? Und können Sie sich vorstellen, dass sich andere dadurch beleidigt fühlen könnten, wenn sie gezwungen sind, Abergläubige ernst zu nehmen?
(„Ich weiß es nicht, aber glaube…“)
– Und ist es geboten, wenn denn die Aufklärung gescheitert sei, gleich zwei Schritte zurück zu machen?
– Sind Sie dieses Jahr ein verhinderter Karnevalist und deswegen unleidlich?
Sie mögen aus diesen Fragen eine Meinung oder ein Urteil herauslesen, doch seien Sie versichert, dass mir die Absicht Ihres Posts verborgen geblieben ist und mich ratlos zurück lässt.
Erheitert, aber ratlos.
wie kommt ihr beiden darauf, dass ich 2 schritte zurück mache, wenn ich euch über die moderne religion aufkläre? ist euch das argument „unmenschlich“ auch ziemlich geläufig?
Ganz ehrlich, ich schnalle es nicht 🤷♂️
Irgendetwas in der Kommunikation läuft gerade unrund.
Könnten Sie Ihren ersten Post bitte noch einmal anders formulieren?
Meinen Sie mit moderner Religion „Wissenschaft“ oder „KI“ oder..?
https://www.conseil-constitutionnel.fr/de/erklaerung-der-menschen-und-buergerrechte-vom-26-august-1789
Er hat es doch hingesagt: Der monotheistische Gott ist = (abstrakt) allgemeine „Menschlichkeit“.
Das „abstrakt“ habe ich in Klammern gesetzt, weil sie in der klassischen Gestalt in der Außerweltlichheit repräsentiert ist. In der „modernen“ Form, der bürgerlichen, die in der Bürgerrechtserklärung präsent ist, ist die Abstraktion … nun ja, das sollte Torquemada selbst sagen, wenn er mag und kann.
das ausserweltlich innerweltlich trifft die differenz nicht, gott wohnt schon immer in uns und ausser uns, darum spricht er auch mit uns im gebet. aus dem himmel entfernt muss da hinreichen.
berichtigt allerdings meine einschätzung über die qualität meiner ersten schreibe, danke für die anmerkung.
Das’s mal ne schöne Antwort nach meinem Geschmack.
Eine Runde Psychedelica für alle – geht auf den Herrn hier mit dem Doppelhut aber.
in einer meiner ersten vorlesungen (nicht von mir gehalten) hat mich ein grosser, hmm, wahrscheinlich soziologe darüber aufgeklärt, dass der menschliche geist vielleicht vom pilze fressen kommen könnte. das hat mich in folge davor bewahrt das selbst auszuprobieren lol. wie man sieht, geht es auch ohne.
Das war bestimmt bei Prof. Dr. Dr. Carlos Castaneda.
das wären kakteen und die wachsen bei uns nicht, aber vielleicht hat uns ja die spanische inquisiton damit beglückt, durch import oder so.
https://www.youtube.com/watch?v=psMMKgvpGfg
Du hast recht.
Die Selbstversuche vieler seiner Jünger hatten zu meiner Zeit allerdings oftmals auch fatale Folgen für ihre physische und psychische Gesundheit.
“ … muß da hinreichen“, na, das finde ich ein bisken „daft“, wie der Schotte sagen würde, weil es die Beantwortung der Frage unterbindet, „warum“? Warum „entfernt“?
na weil niemand mehr auf die tour herrschaftliche zwecke begründen darf, das hat „die vernunft“ übernommen und damit sind wir „aufgeklärt“, „gott will es“ gilt nicht mehr als argument. wie weit es mit der vernunft her ist, kann man ebenfalls in dem dokument ablesen, das programmatisch gleich mal die absenz von menschenrechten für alle übel der welt verantwortlich macht, kennt man ja auch von heute. der ganze kapitalismus steckt übrigens schon in der prämabel versteckt (ansprüche der bürger) und ganz explizit noch im letzten artikel. das muss ich dir zwar wahrscheinlich nicht sagen, aber dem rest dient es vielleicht zur aufklärung.
Die Antwort ist kontrafaktisch, Beispiel:
„gott will es“ gilt nicht mehr als argument.
Die Optionalität des religiösen Zusatzes ändert nichts: Dem Evangelen (und Anglikaner) gilt Gottes Wille für vernünftig. Was auf die erste (und oberflächlichste) korrekte Antwort verweist:
Die Entfernung Gottes aus dem Himmel ist identisch mit dem Verweis des Papstes (bzw. des Vatikans) aus Herrscherhäusern und Amtsstuben. Vorher war das Menscheneigentum der Herren ein Lehen des Klerus, danach ist es originär staatlich, wenngleich nicht im Sinne elementarer Staatssklaverei, weil mittelbares Produkt staatlichen („nationalen“) Territorialeigentums: Geburtsrecht.
Das sind Einwände, die allenfalls einen Auftakt zur Vertiefung anbieten. Anderes und mehr mag ich nicht tun.
das geht an meiner darstellung vorbei, ich hatte von argumenten gesprochen, nicht von eiden.
Weiß ich, deshalb ja.
Du hast den Text geändert, jetzt ist meine Antwort idiotisch. War das die Absicht? Fick dich!
https://www.youtube.com/shorts/RmC8rG7QTMw
Bei dem Gott im Grundgesetz handelt es sich um einen lokalen synkretistischen Hybrid aus … dem Herr der Schlachten und dem Herrn der Fliegen und Donar/Thor/Jupiter/Mars.
Das bitte beachten und nicht mit anderen oder gar universellen Gottesbegriffen vermengen.
Manchmal erinnert ihr Astralgleiter mich an die Kombination aus Folter und Vernachlässigung, die ich unter der Obhut euresgleichen erlitten habe, und dann vergesse ich, daß ihr bloß arme Irre seid.
Jetzt nicht schwächeln, gleich sind wir aus der Kapelle raus.
Ich sehe schon ein Licht in Jahren Entfernung.
Danke Qana, für Deine Stützräder, die habe ich hier wirklich gebraucht.
Dann drehe ich mal ein paar Runden über das ganze Areal und …
@ Torquemada
Es haben sich einige unterschiedliche Möglichkeiten einer Antwort ergeben. Da sich mein primärer Post mit „Angst & Hoffnung“, den sich daraus entwickelten Werkzeugen und ihrer Fetischisierung beschäftigt hat, bin ich doch etwas unglücklich darüber, dass er auf die Aufklärung heruntergekocht wird. Deswegen ist jetzt das hier heraus gekommen:
Mit der Herleitung der „Selbst-Verstoßung“ ist meinerseits alles gesagt, Predigten für bzw. gegen die ursächlich Angst gibt es zu genüge. Dass es durch KI vielen so gehen wird, wie den Webern, Bergleuten oder Zeitungsverkäufern, ist kaum abzuwenden und ich wüsste auch nicht, warum nach den körperlich Selbstgeschundenen die „repetitive Geistesarbeit“ einen besonderen Schutz genießen sollte, auch wenn es Juristen, Werber, Logistiker oder Schalterangestellte sind. Der Unterschied ist: Es ist schon einmal geschehen, die Betroffenen können das wissen und sich präparieren – und wenn es nur heißt, die eigenen Ansprüche zu kalibrieren. Meinethalben können sie sich ihren „Todesstoß“ von einer KI niederschwellig erläutern lassen.
Aus der Fähigkeit der Selbsterkenntnis eine »moderne Religion« zu orakeln, hat sicher andere Motivationen als die des allgemeinen Wohlergehens in einem friedlichen Miteinander. Eher das Festhalten an einer alten (Deutungs-) Hoheit? Und sicher findet sich mehr echter religiöser Eifer in jedem Fußballstadion oder auf einem beliebigen Börsenparkett. Den Eindruck während eines psychedelischen Rauschs, dass ein Pilz oder eine psychotrope Substanz „das Kommando“ hätte, weist doch eher darauf hin, dass das „Ich“ ein Konstrukt ist und nicht eine Transzendenz. Eigentlich erzählt die Notwendigkeit für das Gebet, die Meditation, die Kontemplation, den Flow, den Trip oder what ever immer die gleiche Geschichte: Etwas wesentliches stimmt hier nicht.
Warum es abschließend immer auf einen „Gott“ hinausläuft, auch wenn er denn „in aus durch uns“ wirken und entstehen muss, will oder kann, erschließt sich mir nicht – selbst Nietzsches »Flamme« finde ich schon over the top.
Die Aufklärung hat sich selbst nicht nur als Geschenk, sondern auch als Auftrag verstanden. In meinem Universum. Von daher war die Erklärung von 1789 nur ein erster (zweifellos wichtiger) Schritt, doch unbestritten unvollkommen, ein historisches Zeugnis seiner Zeit.
Btw. ist das Universum »unvernünftig«, weil es nicht zuhört.
the fuck? beziehst du dich auf eine aussage von mir? ich verstehe kein wort.
Ach wissen Sie, die einen tun es so oder so und andere tun es so.
Und ich mache es auf meine Weise.
Willkommen!
Die Aufklärung ist doch die irrste Religiotie von allen. Wohl keine hat mehr Menschen in kürzerer Zeit vernichtet. Und wohl auch die ignoranteste. Genaugenommen ist es eine Leugnung der Erkenntnis: ich bin.
Selten so ein wirres Zeugs gelesen.
Mit der Aufklärung entsanden die Werkzeuge für eine Gesellschaft, die sich von der Religion und ihrer Auswirkungen in Staat lösen konnte. Maßgebliche Prinzipien wie Gewaltenteilung, Gedanken- und Meinungsfreiheit, gleiche Rechte, … kommen daher.
Wenn Du zurück ins Mittelalter willst, ok. Aber dann sag es auch deutlich, anstelle so daher zu faseln,
q.e.d.
ich hänge mich hier nochmals ein, weil das hier gesagte dazu dienen kann zu verdeutlichen was ich meinte. du behauptest hier die aufgeklärte gesellschaft habe sich von der religion gelöst. tatsächlich hat sie sich durch den aufstand der bürgerlichen nur von der aristokratie gelöst und eine neue religion angenommen: die volkszusammengehörigkeit als „reine“ nation. politische macht wird nicht mehr in der familie vererbt, nur noch ökonomische macht, die meisten erben daher praktisch nichts, andere milliarden. umgekehrt erhalten sich die reste der monarchie, da wo sie nicht restlos weggeputzt wurden. ganz gut über ihre ökonomische macht, mal davon abgesehen, dass sie noch zusätzlich gesponsert werden durch ihre repräsentations-dienste für die nation, also die legitime macht des staats. die engländer zum beispiel lieben „ihre“ royals und wenn die queen stirbt, dann gibt es englandweit staatstrauer. was die meinungsfreiheit betrifft, so gehören die grenzen der meinungsfreiheit dazu, man kann zwar denken was man will, aber auf keinen fall sagen, es ist eben nur eine freiheit, eine erlaubnis, das kann man schon dem dokument von 1789 entnehmen sowie den endlosen verurteilungen auch in deutschland anhand ehrverletzung oder nazi-sprüchen oder staatsfeindlichkeit. die arbeitsteilung in der gewalt, die gewaltentrennung, relativiert sich ungemein daran, dass alle wirkliche macht in den händen der exekutive liegt, diese daher auch beschliessen kann auf die judikative und legislative zu verzichten, siehe militärputsche oder auch ICE mit ihren administrativ-verfügungen. nun noch zum gleichen recht, das ist tatächlich der grosse unterschied, man wird vom staat nicht mehr „im stande“ gesetzt, gehört einem stand an und darüber entscheidet sich der zugang zu macht und eigentum, sondern jeder darf frei konkurrieren, mit welchen ökonomischen / bildungsmässigen mitteln er gerade zu hand hat. die liebe rosa lux hat das einmal darin zusammengefasst, dass jeder die freiheit habe unter der brücke zu schlafen. das soll also die aufgeklärte gesellschaft ausmachen, glaubt man der politik. tatsächlich führt das eher dazu, dass die meisten, obwohl der technische fortschritt gewaltig ist, immer noch wie im mittelalter leben müssen, nämlich den ganzen tag den acker bestellen, bzw. das eigentum der kapitalisten und genau dadurch nicht selbst zu eigentum kommen. ich habe mich nicht gegen die aufklärung ausgesprochen, sondern gegen die „aufgeklärte“ bürgerliche gesellschaft.
es wäre nicht schwierig aus diesem zustand auszubrechen: anstatt geld zu verdienen macht man sich einfach für das eigentum aller nützlich und so kommt man auch selbst zu eigentum: wohlstand für alle. dazu müsste man aber zuerst mal diejenige macht brechen, die das eigentum in privaten händen schützt, das nur dazu da ist, sich durch verwertung der arbeiterklasse selbst zu vergrössern und dem freien zugang feindlich gegenüber steht.
Sehen Sie, das ist mir in Ihren Ausführungen verborgen geblieben. Danke für die Erläuterung.
Natürlich haben Sie Recht, wenn Sie in der praktischen oder politisch performten Aufklärung nur eine Substitution der Herrschaftsverhältnisse finden und nicht den Aufruf zu deren Abschaffung – die grundlegende Idee der Aufklärung, sich von (auch selbst gesetzten) Gesetzen, Grenzen oder besser Einschränkungen zu lösen, die nur einem Fremdzweck dienen, ist hier missbraucht und pervertiert. (Btw. hat rosa lux da einen schönen „Spontispruch“ rausgehauen.)
Deswegen betrachte ich „die Aufklärung“ auch nur als Etappe oder Zwischenziel und sie war auch nicht Anlass meines ersten Posts. Mich störte die Glorifizierung der KI zur „letzten Antwort“, bzw. die angedeutete Beerdigung dieser im Artikel (»Tod im Sprachmodell«). Die LLM sind da und werden bleiben, ebenso die Angst davor (@Qana hat das hier sehr gut identifiziert: »Ihre Dienstleistung besteht in der Vermittlung des Kommandos über die Produktionsmittel mit der Verfügung über dieselben in der Hand der Arbeiterschaft.«), welche doch daraus resultiert, dass die meisten Menschen im kapitalistischen Abendland für ihre Arbeitszeit (also ein temporäres Gefängnis) bezahlt werden und nicht für das, was sie mit ihrer Arbeit tatsächlich erschaffen – deswegen gehen die meisten auch mit „Begeisterung“ zur Maloche.
Leider muss ich jetzt auch zur portionierten Begeisterung, vielleicht später mehr…
PS: Ich finde den Artikel Wenn Tech-Milliardäre in die Zukunft schauen im Zusammenhang mit dem Anfang Ihres Posts auch sehr interessant.
Es ist und bleibt nützlich, wenn jemand wie torquemada die überhöhten Ideen und Abstraktionen wie hier die ‚Aufklärung‘ – man könnte auch ‚Freiheit‘, ‚Demokratie‘ oder ‚Menschenrechte‘ nehmen – herunterbricht auf die konkrete Ausgestaltung dieses Wertehorizonts in der realen Gesellschaft. Das ist dann tatsächlich Aufklärung, auch wenn eine ‚aufgeklärte‘ bürgerliche Gesellschaft davon garantiert nichts wissen will. Die schönen Ideale sind nämlich dafür da, mit aufgeblasenem Moralismus affirmative Verbesserungsvorschläge für die Wohlfahrt von Staat und Kapital vorzutragen: Grüne, Sozialdemokraten, NGOs, Diskutanten in ‚kritischen‘ Foren etc…
natürlich geht mir, wie allen menschen, lob für meine versuche runter wie dem katholiken die hostie! besten dank!
Ich kliere rasch hin, was mir zusammenfassend dazu hoch kommt, mehr vielleicht, wenn ich wieder fitter bin:
Die Titel bürgerlicher Ideologien – das ist die abstrakteste Gestalt bürgerlicher Ideale – mit dem zu kontrastieren, was damit adressiert wird, ist eine ehrenwerte Leistung: Für ein 9 bis 13 jähriges Kind (ich bleibe häßlich). Warum? Weil – zumindest nach dem Piaget’schen Schema – ein 14 jähriges Kind bemerken können sollte, daß es damit einen Kategorienfehler begeht. Der Kategorienfehler hat den Effekt – das ist nicht Zweck, obgleich gewöhnlich zweckmäßig verwendet – die Wirk-lich-keit des Adressierten, die für die Gegenüberstellung berufen wird, umgehend aus dem Gedanken wieder zu entfernen: Der Vergleich schlägt das Ideal dieser Wirklichkeit ebenso zu, wie der Wirklichkeit das Ideal!
Das gewöhnliche Resultat für das ordinäre 14 jährige Kind: Es wird zum Realisten.
„Ordinär“?
Der Realismus ist die Vorderseite des Idealismus – für die Handarbeiter.
Für die Kopfarbeiter ist der Idealismus die Vorderseite, und das ist notwendig der Fall, das benennt den Zusammenhang von Hand- und Kopfarbeit innerhalb ihrer Trennung, die sie in Priester- und Klassenherrschaften erfahren.
(Das ist – weils mir grade einfällt – übrigens eine der wesentlichen Lehren, die ein 14 bis 16 jähriger Jugendlicher aus der Lektüre der Tradierung von Sokrates und Diogenes ziehen könnte)
Aber zurück zum Elementaren, wenn auch vorerst nur negativ:
In den idealistischen Titeln ist ihr „Wesen“ – hier ist die alte Diktion notwendig! – ebenso abwesend, wie in den Titeln des Realismus, mit denen sie kontrastiert werden, und wenn ich diese Aussage mit dem Thema verknüpfe, mit dem ich oben eingestiegen war (Gott = abstrakt allgemeine Menschlichkeit), dann ist gegen all den empörenden Unfug als Erstes fest zu halten, daß Menschen DINGE sind. Tätige Dinge, also Tiere*.
Und in diesem Zusammenhang – getriggert auch von des „Nörglers“ Rede von „schönen Idealen“, WAS FÜR EIN IRRSINN! – ist mir eine Arbeit von Auguste Rodin eingefallen:
https://sammlung.staedelmuseum.de/de/werk/faun-der-alte-baum
Übrigens habe ich das Gesamtthema schon verdammt ausführlich behandelt – in dem Moral-Faden, den ich jetzt auf die Schnelle nicht mehr aufzufinden weiß, an dem El-G und Name beteiligt gewesen sind.
Und auf einem Seitenpfad auch anläßlich des faschistischen Physik-Bashings von Ratze.
Egal, ich bin nicht fit.
*GENAU diesen in dem ganzen idealistisch-moralistischen Zirkus einbegriffenen Gedanken sucht der Astralgleiter zu kontern und zu bannen.
Der Astralgleiter bemerkt:
das Endstadium der Aufklärung findet sich ( nicht frei von Mythen und quasi-Religion) im Technofeudalismus, der gerade die Szene betritt.
Quana Leser werden bemerken dass es sich hierbei um die natürliche Evolution, vielleicht aber auch um ihr Ende handelt.
Dass die Technosphäre wegen ihrer Abhängigkeit von konzentrierten elemntaren Ressourcen immer nur kurzlebig sein kann habe ich an anderer Stelle ausgeführt.
Die Evolution findet ihren Abschluss also in einem kurzlebigem bewusstlosem Computerstaat.
Dazu spielt eine Kantate „in the style of von JSBach“.
du hässlicher angeber. kein kind kann das kontrastieren, sondern nur dagegen trotzen, damit es nicht davon verschlungen wird.
Den „häßlichen Angeber“ nehme ich an. Ich benötige diesen Rest an Stolz und nenne jetzt einfach mal deren originale Quelle, weil ich hier schon auf sie angespielt hatte:
Bis zum Alter von fünfeinhalb Jahren ist mir, ähnlich „Spider Woman“, mit der ich als Teen „Tobacco Road“ getanzt habe, buchstäblich NICHTS zu eigen gewesen, außer meinem Leibe. Ich hatte keinen Vater, keine Mutter, keine Geschwister, keine Familie, kein „Elternhaus“, ja, nicht einmal eine „Natur“, ich war im Wesentlichen auf ein Zimmer und 200qm Gartenfläche im Sommer versperrt mit nichts, als einem verwalteten Dasein.
Mit dieser empörenden Last bin ich summa summarum ganz gut fertig geworden, will ich meinen, aber das Resultat ist halt – bedingt allegorisch gesprochen – daß ich ein „Mensch“ in einem überwiegender biologischen Sinne bin, als die meisten von euch.
Vielleicht ist das so und vielleicht hat das Boltzmanngehirn es gerade eben erst geträumt als Metapher für seine Situation.
Danke für den Verweis auf Boltzmann, dessen Ausflüge in die Philosophie ich nicht kannte 🙂
Gut dass das geklärt ist und würde vielleicht ein paar andere Posts von mir etwas anders beleuchten, die es aber nicht Wert wären deswegen nochmal gelesen zu werden.
Der Satz oben drängt sich mir auch meiner eigene Vita gegenüber auf.
Als Astralgleiter neige ich aber zu der Auffassung, dass „inneres“ und „äußeres“ Universumskonzept ein und dasselbe sind.
Natürlich. Was ja auch Die Psychedelische Erfahrung (c)(TM) ist.
Ich hab ernsthaft nie begriffen, warum es für Astralgleiter meistens“das Universum“ sein muß und obendrauf nicht selten der logische Schüsselsprung von „ein und demselben“. Ich halte es übrigens mit dem Konzept des jungen Peter Handke, „Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt“, mit der logisch fälligen „dialektischen“ Umkehrung.
schöner Einwand über den ich länger nachdenken müsste, deswegen die kurze Antwort: „drunter machen wirs nicht“.
man sollte da nicht gleich aufgeben mit dem denken, sondern das schon ein bisschen historisch entwickeln in die Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt.
Danke für ihre Aufmerksamkeit.
historisch müsste man in mythische Zeiten zurückgreifen.
Neuere Denker interessieren mich weniger:
„Sein bestimmt das Bewusstsein“ ist so ein Irrsinn der Aufklärung, peak Materialismus, und Ende Gelände: dieser Gedanke ist eine ontologische Sackgasse.
Bewusstsein ist bereits Sein an sich, Sein ist Sein.
Doch das Sein kann sich prinzipiell nicht selbst erfassen, denn:
Das Größte hat nichts ausserhalb seiner selbst.
Das Kleinste hat nichts innerhalb seiner selbst.
Diese einfachen aber schlecht in Worte zu fassende Grundsätze bedingen den „totalitären“ Erfahrungsanspruch der Astralgleiter.
Kommt der Dalai Lama ( ja, der, aka ‚unser Mann in Tibet‘ ) in ne Pizaria.
Sagt: „Make me one with everything“.
Selber Anspruch, andere Schule.
https://jumpshare.com/s/3rw3SchCB5lz3oK33zlC
Da Du in Deiner Unpässlichkeit dennoch wüten kannst, muss man sich wohl keine Sorgen machen.
Gute Besserung!
“ faschistischen Physik-Bashings“
Das war wirklich das Beste dies Jahr an Fasching.
ROFL
Ach so? Die »Aufklärung«? Die »Religiotie«?
Und ich dachte immer, es waren Menschen, für die diese nur ein Vorwand waren, um das zu tun, was sie eigentlich tun wollten.
q.e.d.
Eloquent.
ist es.
Ich möchte zum Selber-Nachdenken über die von mir in den Raum gewürfelte Aussage anregen.
Aber Torquemada hat ja ausführlicheres geschrieben, falls ersteres nicht fruchtet.