
Forschung zwischen Hoffnungen, Depressionen und finanziellen Interessen
Im ersten Teil ging es um die Entstehung des Hypes um Psychedelika. Eine neue Studie von deutschen Forscherinnen und Forschern sollte jetzt Klarheit schaffen: Wie gut wirkt die Behandlung von Depressionen mit Psilocybin, mit Unterstützung durch Psychotherapie?
Die Ergebnisse zeigten nicht den erhofften Durchbruch, sondern nur eine leichte Verringerung der depressiven Symptomatik – und das bei Nebenwirkungen. Ob das mehr ist als nur ein Placebo-Effekt und wie sich das zu anderen Therapien verhält, thematisieren wir am Ende. Zunächst soll es um die finanzielle Seite dieser Forschung gehen.
Bei einem Hype kommen nämlich schnell finanzielle Interessen ins Spiel. Der schriftstellerische Erfolg von Michael Pollan mit How to Change Your Mind? (2018) wurde im ersten Teil schon erwähnt. Es wird auch gerne noch auf Aldous Huxleys Essays The Doors of Perception (dt. Die Pforten der Wahrnehmung) aus dem Jahr 1954 und dem zwei Jahre später folgenden Heaven and Hell (Himmel und Hölle) verwiesen. Diese schrieb der vor allem als Autor von Brave New World (Schöne neue Welt) bekannte Huxley auf Grundlage seiner Meskalin-Erfahrungen.
Aldous Huxley stammte aus einer Gelehrtenfamilie und sowohl sein Großvater Thomas Henry als auch sein Bruder Julian waren bedeutende Biologen. Dadurch wird Aldous sehr früh mit dem Gedankengut zur Eugenik in Kontakt gekommen sein. Dieses wurde im frühen 20. Jahrhundert politisch ausgeschlachtet und formte auch das Gerüst der erstmals 1932 erschienenen Schönen neuen Welt. Diese Romanwelt ist vor allem für die als Oberklasse gezüchteten Alpha-Menschen „schön“ – und wenn doch einmal Traurigkeit aufkommt, hilft die Glücksdroge „Soma“.
Man sollte aber bedenken, dass Bestseller-Autoren wie Huxley oder Pollan nicht unbedingt mit besonders akkuraten, sondern besonders überzeugenden Geschichten ihr Geld verdienen. Die Wissenschaft ist eher zur Wahrheitstreue verpflichtet. Doch bleiben wir einen Moment beim Geldverdienen.
Verdienmodell
Wie will man mit der klinischen Umsetzung von psychedelischer Therapie große Umsätze erzielen? Mit der britischen Compass Pathways PLC und der kanadischen Cybin Inc. – der Name, gesprochen „Seibin“ mit scharfem S, ist ein Teil von englisch „psilocybin“ – gingen um den Jahreswechsel 2020/2021 zwei entsprechende Firmen an die Börse. Wir erinnern uns, dass in genau diesem Zeitraum Professor Gerhard Gründers Psilocybin-Studie beim Bundesforschungsministerium begutachtet wurde.
Das war also die Zeit der großen Hoffnungen und Versprechungen. Anhand der Börsenkurse lässt sich das quantifizieren: Compass Pathways hatte am 3. Dezember 2020, kurz nach dem Börsengang, sein Allzeithoch von 44 Euro pro Aktie. Am 3. November 2021 gab es noch ein Zwischenhoch bei 38,7 Euro. Heute ist ein Firmenanteil nur noch 4,7 Euro wert. Wer also beim Allzeithoch einstieg und immer noch auf den Durchbruch wartet, hat damit rund 90 Prozent Wertverlust im Depot.
Cybin hatte dazwischen, am 3. August 2021, sein Allzeithoch bei 98 Euro pro Aktie. Auch hier ist der Fall auf 4,1 Euro beziehungsweise um 96 Prozent Wertverlust enorm – jedenfalls für diejenigen, die damals einstiegen.

Beschreibung: Die Abbildung zeigt die Börsenkurse von Compass Pathways PLC (blau, linke Skala, US-Dollar) und Cybin Inc. (rot, rechte Skala, CAN-Dollar). Von den einst hohen Bewertungen in den Jahren 2021 und 2022 sind nur 10 Prozent oder weniger übrig geblieben. Gewinne hat zum Beispiel Cybin noch keine ausgewiesen, dafür große Buchverluste für treue Anteilseigner. Auf dem niedrigen Niveau kommt es seit gut einem Jahr immer wieder zu großen Kursschwankungen. Abbildung: mit freundlicher Genehmigung von TradingView
Man sollte sich fragen, wie das Verdienmodell solcher Firmen aussehen könnte. Hier in den Niederlanden wurde der Verkauf von Magic Mushrooms nach ein paar Unfällen und der erwartbaren politischen und Medienkampagne zwar 2008 verboten. Der unterirdisch wachsende Teil des Pilzes, das Sklerotium, blieb davon aber ausgenommen. Diese „Trüffel“ genannten, etwas nussig schmeckenden Produkte kann man mit einer wirksamen Dosis Psilocybin im Angebot ab ca. 15 Euro im Versandhandel bestellen. Im Smartshop um die Ecke dürften sie für 20 bis 25 Euro über den Ladentisch gehen.
Dass man damit keine schnellen Millionen oder gar Milliarden verdienen kann, liegt auf der Hand. Damit komme ich noch einmal auf die neue deutsche Studie zurück.
Millionenmarkt
Das Folgende ist keine Enthüllung: Dass der Studienleiter Gerhard Gründer und das an der Studie mitwirkende Ehepaar Andrea und Henrik Jungaberle finanzielle Interessen an psychedelischer Therapie haben, ist kein Geheimnis. Auch in der neuen Studie ist das angegeben. Das bezieht sich zum Beispiel auf die Privatklinik OVID Clinic Berlin GmbH, die OVID Health Systems GmbH und die als gemeinnützig anerkannte MIND Foundation gGmbH, an denen die genannten Personen in führender Weise beteiligt sind.
Ein Skandal ist das nicht. Stellen wir uns vor, dass jemand besonderes chirurgisches Talent hat und ein neues Verfahren entwickelt, um Herzoperationen zu verbessern und damit viele Leben zu verlängern. Was wäre daran unethisch, wenn eine Gewinnbeteiligung transparent geschieht und keine öffentlichen Gelder veruntreut werden? Und wieso sollte das dann für die Psychiatrie anders sein?
Bei dem Ansatz des deutschen Forschungsteams wird das Psychedelikum mit psychotherapeutischer Begleitung kombiniert. Wie wir sahen, sind die Kosten für Psilocybin vernachlässigbar. Für Psychotherapie gehen wir mal von einem Kassensatz von ca. 150 Euro pro Stunde aus, bei Privatversicherten auch mehr. Wie die Behandlung aussieht, vermittelt das Symbolfoto zur Pressemitteilung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit vom 19. März (Übrigens ein Foto der MIND Foundation). Links sitzt Professor Gründer, rechts die Psychologin und Erstautorin der Studie Lea Mertens.
Die Untersuchung bestand aus sechs- bis achtstündigen psychedelischen Sitzungen, die von zwei Personen therapeutisch begleitet wurden, zuzüglich einer Übernachtung. Dazu kamen satte 14 Therapiestunden zur Vor- und Nachbesprechung. Wenn man vereinfacht mit 28 Stundensätzen à 150 Euro rechnet, ergeben sich gut 4000 Euro pro Person als Untergrenze. Bei der Multiplikation mit 3000 Freiwilligen, die sich für die Studie gemeldet hatten, kommt man schon auf über 12 Millionen Euro möglichen Umsatz.
Deutsches McCybin?
Da könnte man vielleicht an Wellness-Kliniken am Rande von Großstädten mit gut situierter Klientel denken, wo übers Wochenende Seelenheilung verfügbar ist. Auf Wunsch mit begleiteter psychedelischer Therapie. Es geht hier aber nicht um die genauen Geschäftsmodelle der genannten Personen. Der springende Punkt kommt jetzt:
Die neue Studie wurde am 11. Januar 2026 zur Publikation angenommen. Am 18. März wurde sie veröffentlicht, am 19. März fand die Pressekonferenz am Zentralinstitut in Mannheim statt. Dazwischen, zum 22. Februar, wurde die OVID Health Systems GmbH von den Geschäftsführern Gerhard Gründer und Henrik Jungaberle liquidiert, also aufgelöst. Gegenstand dieser Gesellschaft war:
„Die Entwicklung, Betreibung und wissenschaftliche Erforschung eines Modell-Gesundheitszentrums für die klinische Behandlung und Selbsterfahrung mit Fokus auf der therapeutischen Nutzung veränderter Wachbewusstseinszustände, erzeugt durch pharmakologische und nicht-pharmakologische Methoden“ sowie „die Entwicklung und Umsetzung eines Franchise-Systems (oder analoger Organisationsstrukturen) zur Verbreitung der in OVID entwickelten Behandlungsformen und Dienstleistungen.“ (OVID Health Systems GmbH)
Man wollte damit also eine Modell-Klinik für (unter anderem) psychedelische Psychotherapie entwickeln – und dann anderen dieses Konzept zur Lizenzierung anbieten (Franchise-System). Vielleicht hätte man sich das wie eine Art „McCybin“ vorstellen können, mit standardisierten, ähnlich aussehenden und vorgehenden psychedelischen Kliniken quer durchs ganze Land. Und nochmals: Das ist keine Kritik an sich, sondern verdeutlicht nur die finanziellen Interessen.
Die Liquidation vom 22. Februar 2026 durch die Geschäftsführer sagt wohl genug über die Erfolgsaussichten dieses Vorhabens aus – jedenfalls im großen Stil. Professor Gründer war zum 11. Juli 2025 immerhin ein Teilerfolg gegönnt: Da bewilligte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Durchführung der Psilocybin-Therapie im Rahmen eines Härtefallprogramms. Das war eine Neuheit in der EU. Diese Zulassung gilt aber erst einmal nur für ein Jahr und für „begründete Ausnahmefälle„.
Welche Zukunft diesen und ähnlichen Verfahren bestimmt ist, hängt entscheidend von den Ergebnissen der wissenschaftlichen Studien ab. Ziehen wir somit ein Fazit.
Fazit
Im ersten Teil sahen wir, dass die neue Studie zwar ihr Hauptziel verfehlte. Die Kombination von Psychedelikum und Psychotherapie führte aber zu einer Verbesserung des Depressions-Werts um sieben bis acht Punkte auf einer 52-Punkte-Skala. Das ist nicht nichts. Und es sind Durchschnittswerte, die verbergen, dass der Effekt bei einigen Versuchspersonen größer war.
Trotzdem wurde hier viel Aufwand für ein eher bescheidenes Ergebnis betrieben, das die Forscherinnen und Forscher selbst als „unschlüssig“ bezeichneten. Zu dem Aufwand gehörte, unter 3094 freiwilligen Meldungen 144 sorgfältig für die Teilnahme auszuwählen. Zu den Ausschlusskriterien gehörten zum Beispiel psychotische Symptome. Das deutet darauf hin, dass eine Ausweitung auf die breite Gesellschaft noch komplexe Herausforderungen mit sich brächte.
Das größte Problem ist allerdings die fehlende Placebo-Kontrolle. Wie im ersten Teil beschrieben, gibt es für die psychedelische Wirkung – und ähnlich für die therapeutischen Gespräche – keine Möglichkeit, die reinen Erwartungseffekte abzuziehen:
Bei so einem Hype-Thema mit dieser Medienpräsenz, der strengen Selektion, dem großen Aufwand und nach so vielen gemeinsamen therapeutischen Stunden sind die Erwartungen natürlich extrem hoch. Zur Medienpräsenz findet man auf der Website der Berliner MIND Foundation den interessanten Hinweis, dass man 166 Personen für die Therapie ausgebildet hat und 260 mediale Auftritte hatte. Nicht zuletzt dürfte zu den hohen Erwartungen beitragen, dass die Therapierten im Alter von durchschnittlich 43 Jahren, davon übrigens 59 Prozent männlich, im Mittel schon seit 13 bis 14 Jahren immer wieder unter depressiven Symptomen leiden.
Zusammen mit der deutschen Studie erschien in der angesehenen Zeitschrift JAMA Psychiatry am 18. März eine umfangreiche Analyse, die das Placebo-Problem auf originelle Weise anging: Das Team von der University of California verglich die Ergebnisse psychedelischer Therapie und Versuche mit herkömmlichen Antidepressiva ohne Placebo-Kontrolle. Dabei fand sich kein wesentlicher Unterschied:
„In Studien zur Depressionsbehandlung erwies sich die Psychedelika-unterstützte Therapie als nicht wirksamer als traditionelle Antidepressiva ohne Placebo-Kontrolle. Die Verblindung hatte einen Einfluss auf die traditionellen Antidepressiva, nicht aber auf die Psychedelika-Therapie. Das bestätigt, dass Studien zur Letzteren faktisch immer ohne Placebo-Kontrolle durchgeführt werden. Diese Ergebnisse sprechen gegen übertrieben optimistische Darstellungen der Psychedelika-Therapie …“ (Williams et al., 2026; dt. Übers.)
Ausblick
Währenddessen strebt das oben erwähnte Börsenunternehmen Compass Pathways PLC die Zulassung einer Psilocybin-Therapie in den USA an. Selbst wenn sich die amerikanische Behörde von der Datenlage überzeugen lässt, müsste wegen des Verbots der Substanz noch die Drogenkontrollbehörde zustimmen. Aufgrund der hier beschriebenen Studienergebnisse sollte klar sein, dass selbst dann kein neues Wundermittel gegen Depressionen auf den Markt käme.
Darum dürfte aber der Hype um Psychedelika noch lange nicht beendet sein. Das Thema hat inzwischen zu viel Aufmerksamkeit und eine große Interessengruppe hinter sich. Allein im Sinne der „Psychonautik“, dem Interesse an anderen Bewusstseinszuständen, werden Menschen sie weiterverwenden.
Außerdem kann es Effekte geben, die sich mit der gängigen wissenschaftlichen Methodik nicht darstellen lassen. Auch in der deutschen Studie gab es Einzelfälle mit positiverem Ausgang. Diese passen zu den enthusiastischen Kommentaren im Internet, den Reportagen und Dokumentationen:
Erst Anfang März berichtete der New York Times-Journalist Robert Draper von seiner eigenen psychedelischen Therapie im mexikanischen Tijuana. Er wollte die traumatische Beziehung zu seinem Bruder aufarbeiten, der erst alkoholkrank wurde und dann bei einem Motorradunfall ums Leben kam. Ein anderer Teilnehmer war ein US-Kriegsveteran. Er litt unter schweren Schuldgefühlen, weil seine Kameraden im Einsatz starben, während er heimkehrte.
Dass es für die Seele heilsam sein kann, sich solchen schwer traumatischen Erfahrungen zu öffnen, dürften viele Psychotherapeutinnen und Therapeuten bestätigen. Das ist aber etwas anderes als die Entwicklung einer medizinisch standardisierten Therapie für das vielschichtige Störungsbild Depression.
Und damit kommen wir am Ende noch einmal auf den Status quo der biologischen Psychiatrie zurück: Im ersten Teil habe ich die Vermutung in den Raum gestellt, dass diese nun auch psychedelische Behandlungen erforscht, weil damit am verbreiteten „Gehirndenken“ festgehalten werden kann – während die Kritik an den bestehenden Gehirnbehandlungen zunimmt.
Mein Alternativvorschlag wäre, sich wieder mehr mit den gesellschaftlichen Faktoren zu beschäftigen, mit denen depressive Störungen zusammenhängen. Darüber habe ich an anderer Stelle mehr geschrieben.
Der Artikel wurde zuerst auf dem Blog „Menschen-Bilder“ des Autors veröffentlicht. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Perspektiven aus der Depressions-Epidemie. Was Depressionen sind und wie man sie behandelt“.
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Warum jetzt gleich wieder ein Artikel über die Droge Nummer 1 in der Welt?
@Arthur Dent
Sie sind vermutlich auf einem Trip und sehen Gespenster 🙂
Ne, vermutlich passte nicht alles in einen Artikel
Eigenartige Frage.
„The Show must go on“ – mangels tatsächlich relevanter Themen.
Wurde doch im ersten Artikel angekündigt:
„… wir im zweiten Teil des Artikels weiter thematisieren.„
Das Konzept der roten oder blauen Pille, beschreibt eine fundamentale Wahl zwischen zwei Lebensweisen und zwar der : schmerzhaften Wahrheit oder der angenehmen Lüge.
Ihr habt ja auf Zustimmung geklickt ♥️ 💙
Als ich meine Abschlussprüfung machte, benutzten meine Kommilitonen Captagon, das von jedem Arzt zu diesem Zweck verschrieben wurde. Ich vertrug es nicht, hatte vegetative Symptome und fühlte mich aufgedreht. Aber ich fand ein Medikament, das nach Waschzettel auf die Proteinsynthese der Gedächtniszellen wirkte, und als Geriatrikum vertrieben wurde. War natürlich alles gelogen. Pemolin fällt inzwischen unter das Betäubungsmittelgesetz, war damals aber von jedem Arzt zu haben. Die Wirkung war phänomenal. Ich lernte den ganzen Tag und meine Trägheit war wie weggeblasen. Vegetative Symptome traten nicht auf. In der UB traf ich in jeder Pause einen, der anscheinend ständig Pause machte. Er bat mich um Rat und ich empfahl ihm meine Droge. Ich sah ihn nur noch einmal. Er wechselte ein paar Worte mit mir und sagte dann, er müsse jetzt wieder ran. Trotz Bestnoten bekam ich plötzlich Examensangst und musste mich Krankschreiben lassen. Nach ein paar Wochen ging es mir wieder gut und ich machte mit Pemolin weiter. Ich hatte die ersehnte Bestnote erhalten, aber ein halbes Jahr verloren, was damals eine Schande war. Nach der Prüfung konnte ich mich nicht freuen, sondern war einige Wochen völlig down. Danach war ich aber nie mehr faul.
Im Alter war ich nicht mehr in der Lage, das Gelände um mein Haus zu pflegen. Aber mit Ritalin konnte ich stundenlang arbeiten. Es funktionierte so gut, dass ich es nur alle paar Wochen nehmen musste. Die Stimmung war gut. Jetzt bin ich auch mit Ritalin nicht mehr in der Lage mein Grundstück zu pflegen und lasse es einfach verwildern.
Solche Stimulanzien sind die einzigen Drogen, die man wenigstens zeitweise nützlich einsetzen kann.
Komisch, ich wollte nie Bestnoten und Arbeiten schon gar nicht.
Ich wollte immer abhängen ein bißchen Sport treiben Spaß haben und die Damen vögeln.
Der Rest…drauf geschissen.
Diese Kiste mit Selbstoptimierung durch Drogen funktioniert nicht, noch helfen sie wenn die Bedrohung noch allgegenwärtig ist.
Der letzte Satz des Artikels bringt es auf den Punkt •
Du würdest noch neben Unfallopfern stehen und rufen „Komisch, ICH habe noch alle vier Gliedmaßen!!1“
@Biggi
Und irgendwann (1974 vermutlich) haben sie dann ihre Lebenslüge erfunden, dass Faulheit und grenzenloser Egoismus „Anarchie“ seien. Immerhin „arbeiten“ sie aber jetzt 24/7 an ihrem Endgerät und fluten das Netz mit ihren Kommentaren..
Was für eine entsetzliche Lebenssituation, von der du da berichtest.
Und das schon in jungen Jahren.
Komm‘ mir meinem Rausch, meiner wunderbaren Erfahrung nicht in die Quere, weder mit Börsenkursen noch mit der alleinigen Verzweckung zum Arzneimittel (auch wenn es tatsächlich hilft…).
Macht keine Industrie daraus, wartet nicht, bis ihr alt, krank oder depressiv seid – und nochmal: Don‘t fuck up my high. Der ein oder andere hier wird hoffentlich wissen, von was ich spreche.
Wenn die Ursache für die massenhafte Zunahme von Depression in den allgemeinen Lebensbedingungen und nicht im Gehirn des Einzelnen zu suchen ist, dann bräuchte es, vorausgesetzt das politische System lässt keine Änderung zu, eine Droge die die Umwelt schöner aussehen lässt als sie in Wahrheit ist.
Psilocybin ist da schon mal der richtige Ansatz, aber leider taugt selbst diese Droge nicht dazu, ein beschissenes Leben als rosig wahrzunehmen.
Es ist einfach auch die falsche Zeit, keine Depression zu haben. Wer jetzt nicht im drohenden Kollaps des Systems niedergeschlagen ist, dem bleibt nur noch der helle Wahnsinn.
Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.
Lieber Arthur, aber:
Es gibt das Falsche im falschen Leben!
Und darüber handelte mein Kommentar.
Depression ist übrigens auch ein Schutz.
Denn wer sich nicht der Niedergeschlagenheit hingibt muss handeln.
Und das richtige Handeln, wäre mit den bestehenden Zuständen aufzuräumen was zweifellos Revolution bedeuten würde und auf den bewaffneten Kampf hinausliefe was lebensgefährlich sein kann.
Depression hilft zu überleben, aber es ist das falsche Leben und Betäubung oder Drogen machen es nicht besser.
Bei einer echten Depression stellt sich die Frage nicht, ob man sich „der Niedergeschlagenheit hingibt“ oder nicht. Und es gibt nicht viel auf der Welt, was lebensgefährlicher ist als eine Depression. Vielleicht noch die Israelis als Nachbarn.
Eine Depression hat ja auch nichts mit Niedergeschlagenheit, schlechter Laune, schlechter Stimmung, einem schlechten Tag und ähnlichem Schwachsinn zu tun. Das denken nur Leute, die keine Ahnung haben und auch nicht haben wollen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Die einzige Aussicht, die man oft hat, ist, daß es irgendwann wieder besser wird. Aber man weiß eben nicht wann und wie.
Es ist eine, ja, oft tödlich verlaufende Krankheit. Und wer darunter leidet, der weiß, daß ich Recht habe.
Echte Hingabe stellt sich keine Fragen und der Totstellreflex ist auf Dauer mehr als ungesund, aber bitteschön, wie unterscheidest du eine echte Depression von einer unechten?
Depression hält vom Handeln ab. Das ist meine Definition und da gibt es kein echt oder unecht, sondern nur tun und handeln oder es eben bleiben lassen.
Eine echte Depression ist KEINE „Niedergeschlagenheit, der man sich hingibt“ (deine Wortwahl). Wer sich so was darunter vorstellt, der hat keine Ahnung. (Und ehe du wieder aufbegehrst: Sei froh, dass du keine hast.)
Eine „echte“ Depression ist so, dass man losläuft und sich umbringt, sobald man wieder kann (da du von „Schutz vor bewaffnetem Kampf – denn DER wär ja lebensgefährlich“ redetest).
Genau deswegen werden wir alle untergehen, weil sich alle potentiellen Widerständler der neuen Weicheimentalität frönen und lieber depressiv werden, als diese Schweine zu beseitigen.
„lieber depressiv werden“…ja, ganz bestimmt. Weil es so toll ist, depressiv zu sein.
Die wollen uns jetzt loswerden, aber das habt ihr alle wohl immer noch nicht so recht verstanden.
Ständige Wiederholungen sind ein „Qualitätsmerkmal“ des ÖRR, aber das haben Sie wohl immer noch nicht so recht verstanden.
Das ist geradezu ein verbotener Gedanke.
Wenn du nicht so glücklich bist wie die Leute in der Werbung, dann ist das a) ein schändliches Versagen deinerseits, für das du verachtet gehörst (vor allem von dir selbst), und b) eine Form der Verweigerung, für die du bestraft gehörst (vor allem von der Gesellschaft).
So hat man das zu sehen. Wo kämen wir hin, wenn die Leute merken würden, woran sie sind?
Katzen können eine Heilung bewirken, wenn man sie lässt:
https://www.youtube.com/watch?v=G47mfNoyijE
Ich hab diesen Hype um Katzenvideos nie verstehen können.
Muss was mit der Entfremdung des Menschen zu tun haben….
Wenn ich Tiere sehe, egal welche, denke ich zuerst immer daran, ob die denn schmecken würden…nichts weiter…
Die Hormonausschüttung kommt beim Schlucken oder auch beim Vögeln, alles Andere ist zweitrangig.
Für Dich und Alf hätte er wohl besser geschrieben:
Katzen können eine Heilung bewirken, wenn man sie nicht ißt.
Aber, ehrlicher Weise muss man auch einräumen:
Wer Katzen ißt, hat keine Depression.
Das Leben kann verwirrend sein.
Das heißt ja, nicht, das ich sie auch esse, nur denke ich ganz natürlich an ganz elementare Dinge, als an Knuddeltiere wenn ich Katzen sehe.
Ich bin analytisch denkend und eben absoluter Pragmatiker.
Wenn du sie nicht ißt und nur daran denkst sie zu essen, dann gehörst du wohl eher zu den Theoretikern.
Schade, dann wird wohl nichts aus dem Rezepte-Tausch.
„Die Hormonausschüttung kommt beim Schlucken“
Gourmettipp:
https://www.youtube.com/watch?v=h_-BGm7onIM&t=2s