
Die Organisation des Bösen – das Böse der Organisation.
1. Das Böse hat kein Gesicht
Es ist eine mittlerweile etablierte gesellschaftliche Erkenntnis: Nähert man sich den mutmaßlichen Adressaten des Bösen, den schlimmsten Verbrechern gegen die Menschlichkeit, so tauchen nicht etwa Teufel in Menschengestalt auf – wie man angesichts der ungeheuerlichen Gräueltaten naiverweise erwarten könnte –, sondern Personen „wie du und ich“.
Es war die Inkongruenz der Monstrosität des Holocausts als Verbrechen der Nazis in Deutschland einerseits und die „beunruhigende Normalität“ eines unterwürfigen, bürokratisch denkenden, sich bis zuletzt lediglich als Befehlsempfänger darstellenden Adolf Eichmann in seiner Funktion als einer der Hauptorganisatoren der Deportation und Ermordung der europäischen Juden andererseits, die Hannah Arendt dazu bewog, in diesem Zusammenhang von der „Banalität des Bösen“ zu sprechen.
Auch Hermann Göring, verantwortlich für den Aufbau der Gestapo, die Einrichtung der ersten Konzentrationslager und die Planung der sogenannten „Endlösung“, erschien als das Gegenteil von verabscheuungswürdig. Er war leutselig und volksverbunden und erschien sogar dem Gefängnispsychiater während der Nürnberger Prozesse als „charmant, überzeugend, intelligent und charismatisch“.
Pol Pot, der Führer der Khmer Rouge, unter deren Schreckensregime von 1975 bis 1979 1,7 bis 2 Millionen Kambodschaner – ein Viertel der damaligen Bevölkerung – starben, war laut dem Journalisten Nate Thayer bei einem der wenigen Interviews mit westlichen Journalisten im Jahr 1997 „auffallend charmant, mit sanfter Stimme, sehr charismatisch und sympathisch“. Vor seiner Machtübernahme arbeitete er als Lehrer, galt als warmherzig und geistesgegenwärtig, liebte Musik und Dichtung und hatte ein „einladendes, engagiertes Lächeln“.
Auch im Fall von Radovan Karadžić kollidiert seine vom Internationalen Strafgerichtshof festgestellte Verantwortlichkeit für den Genozid in Srebrenica mit 8.000 Toten mit seiner Persönlichkeit als Psychiater und Lyriker sowie mit Beschreibungen, die ihn als „charismatisch, mitunter clownesk, listig und spielerisch” charakterisieren.
Offenkundig ist die Persönlichkeit bzw. der Charakter individueller Personen die falsche Adresse, um zu klären, wie es zu Verbrechen in einem Ausmaß wie dem Holocaust kommen konnte – und auch zukünftig kommen kann. Denn daraus folgt, dass es nicht ausreicht, einzelne Personen unschädlich zu machen, um derart monströse Verbrechen zu verhindern. Diese Erkenntnis ist mit dem Diktum der „Banalität des Bösen“ verbunden und verlangt, sich nicht nur mit der Schuld einzelner Personen, sondern auch mit den gesellschaftlichen Ursachen und Bedingungen zu befassen, die Menschheitsverbrechen ermöglichen.
Von Naivität gegenüber dem Bösen ist dort zu sprechen, wo dieses ausschließlich individuellen Personen zugeordnet wird – als gäbe es eine direkte Entsprechung zwischen Personen und ungeheuerlichen Formen von Verbrechen wie denen der Khmer Rouge.
Komplementär dazu ist die Naivität zu beobachten, das Gute ausschließlich an individuellen Personen festzumachen. Auch hier sind Enttäuschungen möglich, wie sich anhand der mittlerweile bestehenden Möglichkeiten zeigt, sich online über die NS-Vergangenheit eigener Familienmitglieder zu informieren. Die liebevolle Mutter oder Großmutter, der gütige Vater oder Großvater, der hilfsbereite Onkel – sie können sich als Person mit ganz anderen Facetten herausstellen. Allein die Beobachtung einer frühen und freiwilligen NSDAP-Mitgliedschaft eines Familienmitglieds erzeugt kognitive Dissonanzen.
2. Zwischen Soziologie und Strafrecht: Eine notwendige Unterscheidung
Wir stellen fest: Es sind nicht die einzelnen Menschen, sondern die Form der Organisation, die Verbrechen in dem Ausmaß ermöglichen, die mit Personen wie Eichmann, Göring oder Pol Pot verknüpft sind. – Und müssen sogleich angesichts des zu erwartenden Protestes innehalten: „Damit entschuldigst du ja Verbrecher wie Hitler und Göring. Es sollen nicht Personen, sondern abstrakte Organisationen schuldig sein? Du machst dich mit einem Eichmann gemein, der sich für schuldlos hielt und sich lediglich als Befehlsempfänger und Rädchen im Getriebe eines Staates sah. Wenn das richtig wäre, könnten Verbrecher wie Eichmann und Pol Pot ungestraft nach Hause gehen statt ins Gefängnis.“
Dem ist zu entgegnen, dass es sich hier schlicht um zwei unterschiedliche Sachfragen handelt: Zum einen die – hier: massenmedial – diskutierte Frage, wie es zu Menschheitsverbrechen im Ausmaß z. B. des Holocausts kommen kann. Zum anderen die – rechtlich bzw. juristisch – zu klärende Frage nach der Schuld von Personen. Selbst einem Gericht, das sich primär mit der Schuld von Personen befasst, wird schließlich allenfalls peripher zugemutet, die gesellschaftlichen Bedingungen zu klären, die zu einem Verbrechen geführt haben. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass auch Organisationen Schuld im juristischen Sinne zugerechnet werden kann.
Dabei kokettieren wir mit dem Verweis auf den Ort unserer Reflexion (Massenmedien) keineswegs mit der offensichtlichen eigenen Belanglosigkeit: „Glaubst du ernsthaft, dass sich der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag von einer Reflexion in den Massenmedien – zumal von einem faktisch in seiner Reichweite und Bedeutung marginalen Medium wie „Overton“ – beeinflussen ließe? Hätte das Gericht Radovan Karadžić mit Verweis auf einen Artikel in „Overton“ freilassen müssen?“ Koketterie ist hier fehl am Platz: Ein unrichtiges Argument lässt allenfalls noch Raum, den Argumentierenden zu diskreditieren.
Das Argument, dass es sich um zwei getrennt zu behandelnde Sachfragen handelt, ist sachlich gemeint und keine Koketterie. Der Einwand, ein Verweis auf die Verantwortlichkeit von Organisationen im Zusammenhang mit Menschheitsverbrechen entledige Personen ihrer Schuld, hätte nur unter totalitären Bedingungen Gültigkeit. Nur dort können massenmediale Reflexionen auf die Justiz durchschlagen. Genau diese Bedingungen sollen durch funktionale Differenzierung überwunden werden.
Erfahrungsgemäß sind es nicht die Massenmedien, sondern die organisierte Politik, die eine durchschlagende Wirkung auf andere gesellschaftliche Sphären, wie etwa das Recht, haben kann. Politische Macht vermag in totalitärer Weise alle anderen gesellschaftlichen Sphären zu dominieren und sie „gleichzuschalten“. Unter diesen Bedingungen, wenn das Rechtssystem politischen Zielen eines Regimes untergeordnet wird, wäre es statthaft, das genannte Argument aufzugreifen: „Aber gemäß diesen – hier: politischen – ‚Argumenten‘ sprichst du ja Verbrecher wie Hitler, Göring oder Eichmann frei.“ Und genau das war unter den Bedingungen des NS-Regimes empirisch der Fall.
In totalitären Systemen wird nicht nur die Rechtsprechung nach Maßgabe politischer Richtlinien korrumpiert (Gesinnungs- und Terrorjustiz), sondern es werden auch alle anderen für die Politik relevanten gesellschaftlichen Bereiche beeinflusst: Die Wirtschaft erscheint als Plan- bzw. Zentralverwaltungswirtschaft, Wissenschaft wird ideologisiert, etwa im Sinne einer „Deutschen Physik”, Kunst erscheint als Propagandakunst, Staatskunst oder Agitprop, Religion wird zu Patriotismus bzw. Loyalität gezwungen, Lehrpläne werden nach Maßgabe politischer Ideologien umgeschrieben, die Massenmedien werden als Propaganda nach Vorgabe eines staatlichen Informationsmonopols instrumentalisiert und Sport wird ideologisiert und für das Prestige eines Regimes genutzt.
Aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass diese Argumentation zirkulär ist – und zirkulär sein muss. Die Forderung, unterschiedliche Sachfragen gesellschaftlich getrennt zu behandeln – etwa rechtliche anders als wissenschaftliche und diese wiederum anders als politische – setzt eine bereits in ihren Funktionen differenzierte Gesellschaft voraus, in der genau dies möglich ist. Hingegen werden solche Forderungen in totalitären Gesellschaftsformen, in denen diese gerade nötig wären, charakteristischerweise – etwa durch politische Zensur der Massenmedien – effizient unterdrückt.
Zirkuläre Argumentationen sind hier unvermeidlich, da die Instanzen, die anzusteuernde Verhältnisse einfordern, auf derselben gesellschaftlichen Ebene liegen wie die zu verändernden Verhältnisse. Es gibt keine Position außerhalb der Gesellschaft, von der aus kausale Steuerung möglich wäre. Die Steuerung der Gesellschaft beschränkt sich daher auf Selbststeuerung – mit den ihr eigenen, stets begrenzten und korrumpierbaren Möglichkeiten, Kontrolle und Erfolg abzusichern.
Festzuhalten ist: Es ist die Form der Organisation, durch die Menschheitsverbrechen wie der Holocaust möglich werden und zu erklären sind. Dies schließt – zumindest unter den Bedingungen einer funktional differenzierten Gesellschaft, in der unterschiedliche Sachfragen unterschiedlich behandelt werden und nicht ausschließlich politischer Ideologie unterworfen sind – nicht aus, dass auch individuelle Schuld von Personen bezogen auf Menschheitsverbrechen festzustellen ist.
3. Die operative Unabhängigkeit der Organisation von der menschlichen Psyche
Allerdings ist der Verweis auf Organisation im allgemeinen Sinne kaum geeignet, um zu klären, warum ausgerechnet diese Gesellschaftsform Menschheitsverbrechen im genannten Ausmaß ermöglichen soll. Zu klären sind die spezifischen Bedingungen, die es Organisationen ermöglichen, als Tötungsmaschinerien zu fungieren. Denn die Form der Organisation hat erst jene Bedingungen geschaffen, die es heute 8 Milliarden Menschen ermöglichen, zu überleben.
Die moderne Gesellschaft wäre ohne Organisation undenkbar. Moderne Landwirtschaft ist nur durch Agrarkonzerne, Genossenschaften, staatliche Regulierungsbehörden und Fließbandproduktion möglich. Massenproduktion von Gütern, Logistik und globale Lieferketten sind gleichermaßen von Organisation abhängig.
Das gilt auch für Politik und Recht: staatliche Verwaltung in Form von Ministerien, Ämtern und Behörden, politische Parteien, Gerichte, Staatsanwaltschaften und Rechtsanwaltskanzleien sowie das Militär wären ohne Organisation undenkbar. Dasselbe gilt im Gesundheitswesen für Krankenhäuser, Krankenkassen, die Pharmaindustrie und Pflegeeinrichtungen ebenso wie, das Erziehungssystem betreffend, für Schulen, Universitäten, Verlage und Fachzeitschriften. Die Abhängigkeit von Organisation ist für die moderne Gesellschaft konstitutiv.
Doch wie kann die Form der Organisation so pervertieren, dass sie Massenmord produziert? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst geklärt werden, was diese Gesellschaftsform spezifisch ausmacht. Anschließend ist zu untersuchen, unter welchen Bedingungen Organisationen zu Tötungsmaschinerien mutieren können.
Kennzeichnend für Organisationen ist, dass es sich um sich kommunikativ reproduzierende Systeme handelt – genauer: um Systeme, die sich aufgrund, mittels und zum Zweck von Entscheidungen in ihrem Bestand aufrechterhalten. Entscheidungen in Organisationen sind durch vorausgegangene Entscheidungen bedingt und bedingen wiederum zukünftige Entscheidungen (vgl. Luhmann, Niklas (2000), Organisation und Entscheidung, Westdeutscher Verlag).
Der abstrakte Bezug auf Entscheidungen als Form der Operation, mittels derer sich Organisationen reproduzieren, ist notwendig, um so disparate Organisationen wie Supermarktketten, Hedgefonds, Gefängnisse, Bauämter, Altenheime, Forschungsinstitute, Medienkonzerne, Opernhäuser, Moscheeverbände oder NGOs wie Amnesty International miteinander zu vergleichen. Das Prozessieren von Entscheidungen ist das Merkmal, das diese Organisationen bei aller Unterschiedlichkeit der sachlichen Bezüge als Organisationen auszeichnet.
Wenn ein Krankenhaus angesichts begrenzter Kapazitäten zu entscheiden hat, welcher Patient prioritär zu operieren ist, oder eine Militärorganisation entscheidet, ob es ausreicht, Hiroshima atomar zu bombardieren, werden hier bei aller Unterschiedlichkeit des Sachbezugs Entscheidungen prozessiert, die auf bereits getroffenen Entscheidungen beruhen und weitere Entscheidungen nach sich ziehen. Gerade diese Form charakterisiert Organisationen als Organisationen.
Daraus wird deutlich, dass Organisationen in ihrem Bestand nicht davon abhängig sind, dass „ganze Menschen“ an ihnen beteiligt sind. Vielmehr nutzen sie lediglich ein Personen zurechenbares kommunikatives Potenzial – das Potenzial, den Erwartungen gerecht zu werden, die eine Organisation mit ihren spezifischen Strukturen und Sachbezügen an Personen stellt. Ob ein Fließbandarbeiter gedanklich mit seinem Job hadert, ist für die Organisation irrelevant, solange keine Erwartungen enttäuscht werden. Erst wenn Erwartungen nicht mehr erfüllt werden, reagiert die Organisation mit einer Entscheidung – etwa mit der Entlassung des Mitarbeiters.
Dies gilt für alle Organisationen: Eine Lehrerin mag am Rande eines Burnouts stehen oder das Notensystem für pädagogisch falsch halten, ein Soldat mag einen konkreten Auftrag für moralisch fragwürdig halten, eine Richterin mag die Anwendung eines Gesetzes für verfehlt halten, ein Arzt mag die Priorisierung profitabler Eingriffe für falsch halten und eine Mitarbeiterin eines Wahlkampfteams mag den Kandidaten für eine Fehlbesetzung halten. Solange diese Vorbehalte auf gedanklicher Ebene bleiben und keine kommunikativen Auswirkungen auf die Erwartungserfüllung haben, sind sie für die Organisation irrelevant. Organisationen sind weder von psychischer „Compliance“ (Motive, Gefühle, Überzeugungen) noch von körperlicher Anwesenheit abhängig – wie die Arbeitsweisen im Homeoffice oder bei digitalen Nomaden zeigen.
Da Organisationen lediglich davon abhängig sind, dass ihre spezifischen Erwartungen, die von ihren Strukturen und Sachbezügen abhängen, erfüllt werden, sind sie auch nicht von einzelnen Persönlichkeiten bzw. „ganzen Menschen“ abhängig. Dadurch ist die Teilnahme von Personen in komplett unterschiedlichen Organisationen möglich. So kann eine Person ihr Geld in einem Erdölkonzern verdienen und sich gleichzeitig beim Fundraising von Greenpeace engagieren. Es ist daher nicht überraschend, dass Personen, die im NS-Regime Karriere gemacht haben, auch in andersartigen Organisationen im Nachkriegsdeutschland Karriere machen konnten.
Da für Organisationen nicht eine spezifische (menschliche) Personalität entscheidend ist, sondern sie lediglich davon abhängig sind, dass ihre Erwartungen im Rahmen der sie konstituierenden Entscheidungen erfüllt werden, ist es durchaus realistisch, dass sich zukünftig viele Organisationen im Rahmen von Kostenoptimierungen dafür entscheiden könnten, die Erfüllung dieser Erwartungen mittels fortschrittlicher KI-Software bei limitiertem oder anders geartetem Personal („Chatbots“) zu realisieren. Hinzu kommt, dass die Erwartungen von Organisationen in hohem Maße kleinteilig fragmentiert werden können, was eine Entlastung von Verantwortlichkeit – auch in psychischer Hinsicht – ermöglicht.
Organisationen rekrutieren somit keine „Menschen“, sondern lediglich die Erwartung, dass ihre Erwartungen erfüllt werden – gleich, ob dies durch KI-Agenten oder durch Personen geschieht, die ihre Tätigkeit innerlich ablehnend, zähneknirschend oder mit Schuldgefühlen erledigen. Solange die Erwartungen erfüllt werden, sind solche inneren Zustände irrelevant.
Organisationen funktionieren, weil sie Menschen in ihren Gedanken nicht korrumpieren können – und nicht korrumpieren müssen. Ihre Funktionalität ist nicht von einem unmittelbaren kausalen Einfluss von Kommunikation auf das Denken von Personen abhängig. So werden monströse Konstellationen möglich, wie ein „idyllisches“ Familienleben in unmittelbarer Nachbarschaft des Konzentrationslagers Auschwitz.
Das Potenzial, Erwartungen erfüllen zu können, ist gesellschaftlich von so zentraler Bedeutung, dass es selbst funktional (im Erziehungssystem) bzw. organisatorisch (etwa mittels Schulen, Universitäten oder Fortbildungsstätten) etabliert und erprobt wird. Das Endprodukt von Bildungsinstitutionen ist letztlich ein Ranking von Personen hinsichtlich ihres durch Tests, Klassenarbeiten, Klausuren oder Examen geprüften Potenzials, Erwartungen erfüllen zu können.
4. Wann Organisationen zu Tötungsmaschinen werden
Doch unter den bisher diskutierten Bedingungen ist noch immer nicht hinreichend geklärt, warum Organisationen zu Tötungsmaschinen pervertieren können. Krankenhäuser oder Sportvereine werden nicht leichtfertig zu Institutionen des Massenmords. Es gilt, weitere Bedingungen zu bestimmen, die organisierten Massenmord ermöglicht haben – etwa wie eine extremistische Hutu-Miliz in Ruanda innerhalb von 100 Tagen 800.000 Tutsi und moderate Hutu töten konnte, wie sudanesische Regierungstruppen bis zu 300.000 Menschen töten konnten oder wie es im Gazakrieg (bis zum jetzigen Zeitpunkt) zu mehr als 80.000 Toten kommen konnte.
Charakteristisch für Organisationen ist zudem, dass sie in ihrer Eigendynamik über ein stark eingeschränktes Potenzial zur Selbstreflexion verfügen. „Eigendynamik“ meint hier, dass sie zukünftige Entscheidungen aufgrund vergangener Entscheidungen mittels gegenwärtiger Entscheidungen treffen – bei unterschiedlichem sachlichem Bezug. Unter üblichen Bedingungen ist dies kein Problem. Auf organisatorischer Ebene wird dieses strukturelle Defizit – kaum überraschend – organisatorisch gelöst, etwa durch Unternehmens- und Managementberatungen wie McKinsey oder PricewaterhouseCoopers.
Auch auf gesellschaftlicher Ebene, also auf der Ebene von Funktionssystemen wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Erziehung, fungieren Organisationen üblicherweise unter Bedingungen, die Reflexivität ermöglichen. In der Wirtschaft operieren Unternehmen unter Marktbedingungen: Sie sollen sich – hinsichtlich Qualität und Preisen – im Wettbewerb mit konkurrierenden Unternehmen selbst reflektieren. Versagt dieser Mechanismus, können externe Organisationen wie Kartellbehörden (etwa das Bundeskartellamt oder EU-Kommissionen) eingreifen.
In der Politik beschränken und reflektieren sich Regierung und Opposition gegenseitig; Parteien konkurrieren um Stimmen und Mandate. Institutionell wird die Exekutive durch Parlament, Verfassungsgericht und Föderalismus eingehegt – alles organisierte Gegenspieler, die Reflexivität ermöglichen.
Im Rechtssystem reflektieren sich Gerichte durch organisatorisch getrennte Instanzenzüge – etwa Amtsgericht, Landgericht, Oberlandesgericht und Bundesgerichtshof. Staatsanwaltschaften und Verteidiger stehen sich organisatorisch gegenüber. Anwaltskammern kontrollieren Berufszugang und Berufsethik; Ombudsleute und Verfassungsgerichte begrenzen die Justizorgane.
Die Massenmedien kontrollieren und reflektieren sich üblicherweise durch Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Reputation, der durch eine vielfältige Medienlandschaft aus unterschiedlichen Redaktionen, Verlagen und Sendern erreicht werden soll. Hinzu kommen organisierte Kontrollinstanzen wie Presserat, Rundfunkrat oder Landesmedienanstalten und gegebenenfalls Gerichte.
Allein die Vielzahl dieser Kontroll- und Reflexionsinstanzen verdeutlicht, dass die Form der Organisation in ihrer Eigendynamik und ihrer mangelnden Kapazität zur Selbstreflexion gesellschaftlich als prinzipiell gefährlich gilt – unabhängig vom jeweiligen sachlichen Bezug. Monopolistische Unternehmen, Sekten oder unkontrollierte Bildungsinstitutionen können in ihren jeweiligen Sphären gleichermaßen gefährlich werden. Notwendig sind daher nicht nur Reflexionsinstanzen innerhalb von Funktionssystemen, sondern auch ein kontrollierendes Verhältnis der Funktionssysteme untereinander.
Ein unabhängiges Rechtssystem sollte politische Entscheidungen kontrollieren können. Massenmedien sollten in der Lage sein, Ungereimtheiten in allen gesellschaftlichen Sphären aufzudecken. Die Wissenschaft sollte fehlgeleitete politische Programme kritisieren können. Die Politik sollte nicht auf dysfunktionale Weise in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sein – etwa durch wirtschaftliche Zwänge wie den „Steuerwettbewerb“ zwischen Staaten – und am Allgemeinwohl orientierte Programme durchsetzen können.
Unter diesen Voraussetzungen lässt sich nun genauer benennen, unter welchen Bedingungen Organisationen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Institutionen des Massenmords mutieren.
- Erstens handelt es sich um Organisationen, die über Macht verfügen und Entscheidungen treffen können – üblicherweise Staaten als politische Organisationen oder, unmittelbarer und weniger komplex, militärische Organisationen wie Milizen oder „reguläre“ Truppen.
- Zweitens muss es diesen Organisationen gelingen, reflektierende und kontrollierende Instanzen auf organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene auszuschalten oder deren ohnehin vorhandene Abwesenheit auszunutzen.
Die Vorgänge der Machtergreifung der NSDAP in Deutschland sind hinlänglich bekannt. Innerhalb von 18 Monaten gelang es, nahezu alle kontrollierenden und reflektierenden Instanzen auszuschalten – alle organisatorischen und funktionalen Gegengewichte zu beseitigen und nahezu jede gesellschaftliche Sphäre – Recht, Wirtschaft, Massenmedien, Bildungssystem – in Instrumente der politischen Herrschaft zu verwandeln.
5. Wenn ein Rechtsstaat seine Schutzwälle abbaut
Die vorangegangenen Überlegungen sind nicht nur historisch, sondern auch aktuell von Interesse – etwa hinsichtlich der Erosion kontrollierender Instanzen wie der Massenmedien und der Justiz, wie sie in den USA zu beobachten ist, oder der Vorgänge im Krieg in Gaza. Die Bedingungen, die den Massenmord der Hamas mit etwa 1.200 Toten am 7. Oktober 2023 ermöglicht haben, sind dabei weniger erklärungsbedürftig als diejenigen, die den Massenmord an Palästinensern mit gegenwärtig mehr als 80.000 Toten – in der Mehrzahl Zivilisten – ermöglicht haben.
Der Massenmord der Hamas am 7. Oktober 2023 lässt sich mit dem hier entwickelten Erklärungsrahmen unmittelbar fassen: Eine Miliz mit minimalen innerorganisatorischen Reflexionsinstanzen und direkter Machtverfügung erfüllt die genannten Bedingungen in ihrer einfachsten Form. Gerade weil das Erklärungsmodell hier ohne Zusatzannahmen greift, bedarf dieser Fall keiner weiteren Ausführung – nicht weil er moralisch weniger verabscheuenswert wäre, sondern weil er theoretisch bereits erklärt ist. Analytisch interessanter und daher eingehender zu untersuchen ist der Fall Israel: Ein demokratisch verfasster Rechtsstaat verfügt strukturell über eben jene Reflexions- und Kontrollinstanzen, die Massenmord verhindern sollen. Dass es gleichwohl zu einer Tötung von mehr als 80.000 Menschen – in der Mehrzahl Zivilisten – kommen konnte, verlangt nach einer differenzierteren Analyse der damit verbundenen Erosionsprozesse.
Aus unserer Perspektive muss es Tendenzen geben, die die reflexiven Instanzen eines Rechtsstaats schwächen oder beseitigen – als Voraussetzung für einen Massenmord, den reputierliche Organisationen als Genozid klassifizieren.
Genau diese Tendenzen sind in Israel zu beobachten. In Bezug auf die Politik gibt es strukturelle Gründe, die die Regierung mit einer großen Machtfülle ausstatten und die Opposition als Kontroll- und Reflexionsinstanz schwächen. Es gibt nur eine Kammer (die Knesset), keine föderalistische Struktur und kein Vetorecht des Präsidenten. Das Wahlrecht mit einer niedrigen Sperrklausel von 3,25 % führt zu großen, koalierenden Machtblöcken, in denen rechtsradikale und ultraorthodoxe Parteien großen Einfluss gewinnen. Gleichzeitig entsteht eine durch Zersplitterung geschwächte Opposition.
Zudem versucht die Regierung, die Massenmedien als reflektierende Instanz zu schwächen. Die Tageszeitung Haaretz ist seit November 2024 Ziel eines koordinierten staatlichen Boykotts: Keine Regierungsstelle darf in dieser Zeitung inserieren oder mit ihr kommunizieren. Staatliche Abonnements wurden gekündigt. Das Al-Jazeera-Gesetz (April 2024) ermöglicht die Sperrung ausländischer Medien bei diffus definierter „Sicherheitsgefährdung“ – was einer Regierung, die sich in einem dauerhaften Kriegszustand wähnt, eine weitreichende Handhabe zur Medienkontrolle gibt. Die Berichterstattung zum Gazakrieg findet unter massivem Druck, Drohungen und Zensur statt.
In Bezug auf das Rechtssystem versucht die rechts-ultraorthodoxe Koalition um Netanjahu, dieses so umzubauen, dass die Strafverfolgung von Regierungsmitgliedern – einschließlich des wegen Korruption angeklagten Premierministers – dauerhaft erschwert oder unmöglich gemacht wird. Dies soll beispielsweise durch die Abschaffung der Angemessenheitsdoktrin, die politische Kontrolle über die Ernennung von Richtern und eine De-facto-Immunisierung des Regierungschefs gegen Amtsunfähigkeitsverfahren erreicht werden.
Das israelische Rechtssystem war in seiner Kontrollfunktion gegenüber der Politik ohnehin nie stark ausdifferenziert: Ohne Verfassung, zweite Kammer oder Föderalismus konzentriert sich die Kontrolle über Regierung und Parlament nahezu allein beim Obersten Gerichtshof. Dessen Befugnisse – Angemessenheitskontrolle, Richterwahl, Möglichkeit zur Aufhebung von Gesetzen – will die Regierung nun einschränken und untergräbt damit den einzigen wirksamen rechtsstaatlichen Kontrollmechanismus.
Die außerparlamentarische Protestbewegung gegen die Justizreform – eine notgedrungene Form der Kontrolle des Regierungshandelns – ist im Zuge des Massenmords der Hamas vom 7. Oktober 2023 als Gegenkraft praktisch weggefallen. Darüber hinaus erschwert die Regierung durch Gesetzgebung die Arbeit regierungskritischer Organisationen wie „Breaking the Silence“ oder „B’Tselem“ oder verhindert sie.
Das Erziehungssystem lässt kaum eine gemeinsame staatsbürgerliche Öffentlichkeit entstehen. Stattdessen werden vier autonome Parallelwelten erzeugt: Der ultraorthodoxe Sektor (24 % der Erstklässler) erhält Staatsgelder ohne Bildungsaufsicht und unterrichtet keine Kernfächer, der nationalreligiöse Sektor (17 % der Schüler) sozialisiert messianisch-nationalistisch, der arabische Sektor ist chronisch unterfinanziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass daraus eine (selbst-)kritische demokratische Öffentlichkeit entsteht, ist gering – umso mehr, als sich der Staat selbst als religiös-nationalistisch (zionistisch) verortet und ein stark religiös orientiertes Bildungssystem Reflexionsmechanismen somit eher abschwächt.
Die Kunst als gesellschaftliche Reflexionsinstanz steht in Israel seit Jahren unter Förderentzug und Loyalitätsdruck. Bereits unter Kulturministerin Miri Regev (Likud) wurde die staatliche Förderung von Kultureinrichtungen davon abhängig gemacht, ob sie bereit waren, in Siedlungen in besetzten Gebieten aufzutreten. Das „Loyalitätsgesetz“ für Kulturförderung ist zwar nicht förmlich verabschiedet, wirkt aber faktisch bei der Mittelvergabe.
Die israelische Wirtschaft fungierte 2023 kurzzeitig als Reflexions- und Kontrollinstanz: Kapitalflucht, eine Bonitätswarnung durch Moody’s und ein Einbruch der Start-up-Finanzierungen um fast 70 % zwangen die Regierung, die Justizreform vorübergehend auszusetzen. Diese Kontrollfunktion erwies sich jedoch als strukturell begrenzt: Der kriegsbedingte Rüstungsboom macht den Hightech-Sektor zunehmend staatsabhängig, gewerkschaftliche Gegenmacht fehlt weitgehend. Die Wirtschaft wirkt als kurzfristiger Schockmechanismus, nicht als dauerhafter Gegenspieler.
Wenn die Politik das Recht beschneidet, Medien zensiert, die Zivilgesellschaft durch das Bildungswesen fragmentiert und Kunst auf Loyalität verpflichtet, entdifferenziert sich die Gesellschaft. Der Staat wird zu einer Organisation, die ihre Entscheidungen – den Einsatz massiver militärischer Gewalt eingeschlossen – durch keine unabhängigen gesellschaftlichen Sphären mehr reflektieren lassen muss. Israel liefert das gegenwärtig deutlichste Beispiel dafür, dass die Wahrscheinlichkeit für organisierten Massenmord in dem Maß steigt, in dem ein Gemeinwesen seine funktionalen Kontrollinstanzen beseitigt.
6. Vom Sachprimat zum Personprimat: Eine gefährliche Transformation
In besorgniserregender Weise ist aktuell zu beobachten, dass die zunehmend dominante Form digitaler Kommunikation zu einem Wandel der primären Gesellschaftsform führt. Die Form der Organisation wird auf Kosten funktionaler Differenzierung privilegiert. Das bislang gültige Primat sachlich unterschiedlich zu behandelnder funktionaler Sphären – Politik, Wirtschaft, Erziehung, Recht, Kunst, Religion – wird zugunsten personeller Belange zurückgedrängt. Identitätspolitische moralisch ausgerichtete Strömungen – „woke“ wie „anti-woke“ – sind der gegenwärtig sichtbarste Ausdruck dieser Entwicklung.
Dabei wird nicht behauptet, dass diese Strömungen inhaltlich gleichwertig wären oder dieselben politischen Ziele verfolgten. Die hier relevante Frage ist ausschließlich eine strukturelle: Beide privilegieren – bei aller inhaltlichen Verschiedenheit – Personmerkmale und moralische Zuschreibungen gegenüber den sachlich-funktionalen Kriterien der Funktionssysteme. Gegenstand der Analyse ist diese strukturelle Gemeinsamkeit, keine moralische Gleichsetzung.
Eine detailliertere Erläuterung dieser Entwicklungen würde an dieser Stelle zu weit führen (vgl. ausführlicher Räwel (2022) und Räwel (2025)). Es lässt sich dieses Geschehen jedoch anhand markanter gesellschaftlicher Veränderungen veranschaulichen:
Noch 1983 waren Boykottaufrufe in Deutschland gegen eine geplante Volkszählung, die die Anonymität von Personen bedrohte, nicht nur als Protestbewegung erfolgreich, sondern auch institutionell: Aufgrund rechtlicher Bedenken musste der Zensus auf das Jahr 1987 verschoben werden.
Dieses Geschehen lässt sich als Ausdruck der gesellschaftlichen Etablierung funktionaler Differenzierung interpretieren: das Primat sachlicher vor persönlichen Belangen. Anonymität ist dabei als gesellschaftliche Struktur zu verstehen, die den Zugang zu Funktionssystemen und ihren Organisationen – anders als in feudalen Gesellschaftsformen – von sachlichen Erwartungen (Leistung) abhängig macht, nicht von persönlichen Merkmalen wie Herkunft, Rang, Geschlecht, Alter oder Hautfarbe.
Der Zugang zu gesellschaftlichen Sphären soll im Prinzip universell offenstehen – nicht qua Stand oder Herkunft, sondern qua Leistung, orientiert an den Leitunterscheidungen der Funktionssysteme. Wer zahlen kann, nimmt am Wirtschaftssystem teil; wer eine rechtlich relevante Klage hat, erhält Zugang zum Rechtssystem. In der Wissenschaft ist nicht die Person entscheidend, sondern ob ihre Aussagen methodisch begründet, überprüfbar und mit dem Forschungsstand vereinbar sind. Der Zugang zu politischen Ämtern und Organisationen sollte über Wahlen, Mandate und demokratische Verfahren geregelt sein, nicht über Protektion oder Herkunft.
Anonymisierung und formale Verfahren sind das strukturelle Mittel, um diese Logik gegen die Eigendynamik persönlicher Bindungen, sozialer Vorurteile und stratifikatorischer Rangordnungen abzusichern – das Individuum tritt dem System als Rollenträger, nicht als ganze Person gegenüber. Diese angestrebten Verhältnisse sind natürlich nie vollständig realisiert. Abweichungen von ihnen können aber als Korruption beobachtet werden.
Digitale, an Nutzerprofilen orientierte Kommunikation kann dazu führen, dass persönliche Belange Vorrang vor funktionssystemspezifischen Erwartungen erhalten. Stabile Nutzerprofile – nicht zuletzt durch soziale Medien – ermöglichen eine funktionssystemübergreifende Identifizierbarkeit von Personen. Dadurch wird es grundsätzlich möglich, den Zugang zu gesellschaftlichen Sphären erneut von persönlichen Charakteristika abhängig zu machen – wie in stratifizierten oder organisierten gesellschaftlichen Formen.
Damit kann (technisch) die Form der Organisation – mit identifizierbaren „Mitgliedern“ – gegenüber der funktional differenzierten Gesellschaft, die strukturell auf Anonymität angewiesen ist, Vorrang gewinnen.
Veranschaulichen lässt sich dies an der Art, wie die Gesellschaft mithilfe digitaler Kommunikation der Corona-Pandemie begegnet ist. Mit den 2G- und 3G-Regeln wurde ein einziger, funktionssystemübergreifender Zugangscode eingeführt: der persönliche medizinische Körperstatus, dokumentiert per digitalem Zertifikat. Dieser entschied über die Teilnahme an nahezu allen gesellschaftlichen Sphären – Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung, Kultur, Gastronomie, öffentlicher Verkehr. Das Prinzip, nach dem jeder Bereich seinen Zugang nach eigenen sachlichen Regeln organisiert und persönliche Merkmale keine Rolle spielen, konnte so vorübergehend außer Kraft gesetzt werden.
Dass diese Maßnahme zeitlich begrenzt blieb und durch Gerichte, parlamentarische Debatten und öffentlichen Widerstand zurückgedrängt wurde, belegt nicht deren Harmlosigkeit. Es waren noch funktionierende Reflexionsinstanzen, die das Potenzial dieser Möglichkeit eingehegt haben. Die technische Infrastruktur für systemübergreifende personenbezogene Klassifikationen bleibt jedoch bestehen – und mit ihr die Möglichkeit, Kontroll- und Reflexionsinstanzen durch Ausnutzung dieses Potenzials zu schwächen oder außer Kraft zu setzen.
Die Erosion gesellschaftlicher Kontroll- und Reflexionsmechanismen, wie sie aktuell in den USA zu beobachten ist, könnte darauf hindeuten, dass die zunehmend digitale Reproduktion der modernen Gesellschaft die Form der Organisation auf gesellschaftlicher Ebene vorantreibt. Damit evolviert möglicherweise eine Gesellschaftsform, die – wie gezeigt – extrem gefährlich und potenziell selbstzerstörerisch ist. Nicht zuletzt deshalb, weil es jenseits der Gesellschaft keine Kontroll- und Steuerungsmittel gibt, die solchen Entwicklungen Einhalt gebieten könnten. Ein Primat weltgesellschaftlicher Organisation vermag kaum eine außer Kontrolle geratene, Weltherrschaft anstrebende Organisation einzuhegen – wie es einem alliierten Staatenverbund zur Zeit des Zweiten Weltkriegs noch möglich war.


Auch hier heißt das Problem Kapitalismus …nichts weiter.
So lange es den Kapitalismus gibt, wird sich nichts ändern.
Da könnt ihr noch so viel über »Umweltschutz« fabulieren wie ihr wollt, denn der kapitalistischen Verwertungsprozess führt immer zur Akkumulation des Kapitals bei ein paar wenigen.
Massaker und Mordfeldzüge gab es auch schon vor dem Kapitalismus. Dennoch bin ich weit davon entfernt, dies als eine Art „menschliches Naturgesetz“ zu sehen. Es sind aber immer Herrschaftsstrukturen der Wenigen über die Vielen. Ob Feudalismus, Kapitalismus… Mit dem Kapitalismus kam allerdings eine besonders unmenschliche Motivation hinzu: die des „wirtschaftlichen Nutzens“ von Mord und Massenmord.
Pol Pot war allerdings kein Kapitalist, der war eher Steinzeitkommunist.
Stalin und Mao waren auch keine Kapitalisten.
Aber der Kapitalismus und Imperialismus regiert die Welt.
Alle anderen haben eh von vornherein das Nachsehen.
Es ist ganz einfach, denn, wenn Niemand mehr reich werden kann gibt es auch keine Korruption.
Und weil der Pol Pot Commie war, haben die Demokraten, insbesondere die in Washington und ihre Wurmfortsätze in Bonn, die Roten Khmer gegen die Vietnamesen unterstützt.
Offensichtlich haben die Demokraten Menschenleben noch nie interessiert, wenn sie ihren Profiten im Weg standen.
Weil eines habe ich noch nie beobachtet: das Demokraten gegen jemanden vorgehen, der ihren kleinen schäbigen Kapitalismus förderlich ist.
@Vende
Das ist zweifelsohne richtig. Dem kann man historisch gesehen nicht widersprechen. Aber hier und heute geht es, wenn man von dem Kleinstaat Nordkorea absieht, wohl eher in die andere und kapitalistische bzw. rechte Richtung. China und Russland kann man in diesem Sinne auch nicht mehr als „kommunistisch“ bezeichnen.
Die Frage lautet heute im Wertewesten: Wollt ihr den totalen Kapitalismus? Wollt ihr, dass die Superreichen immer noch reicher und reicher und reicher werden und die Armen, Geringverdiener und Obdachlosen immer zahlreicher und die Mittelschicht abkackt? Wollt ihr, dass der Sozialstaat geschlachtet wird, um die Bundeswehr zur größten konventionellen Armee Europas hochzurüsten?
Der Aufschrei und der Widerstand sind in Deutschland 2026 nüchtern und aus der Sicht eines objektiven Dritten betrachtet nicht gerade groß, aber das war er 1933 auch nicht, als die anständigen, ordentlichen, aufrechten, sauberen, redlichen, fleißigen, tüchtigen, ehrlichen, ehrbaren und mehrheitlich „christlichen“ Deutschen den größten deutschen Terroristen aller Zeiten zum Anführer gewählt haben. Der Unterschied zwischen Herrn Hitler und Herrn Stalin ist nämlich, dass Herr Stalin nie von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt wurde und Mao und Pol Pot waren m. W. auch keine Führungspersönlichkeiten, die eine basisdemokratische Legitimation hatten.
Soweit ganz gut, aber am Ende zu behaupten Hitler wäre demokratisch gewählt worden ist schlicht falsch. Praktischerweise annullierte man das Ergebnis für die KPD mit 81 Sitzen und entfernte damit den lautesten Gegner. Die anderen Parteien schüchterte man mit der Sturmabteilung ein. Der Reichspräsident regierte sowieso mit Dekreten. Alles ganz demokratisch. Also hier jetzt die Schuld dem Volk zuzuschustern entspricht zwar der Nachkriegspropaganda, macht es aber nicht wahr. Wer hat Hitler zum Reichskanzler gemacht? Wer meinte den HerrnnHitler einrahmen zu können? Wer hat die SA gewähren lassen? Da hat niemand darüber abgestimmt.
@Vende
Dass es auch in nicht-kapitalistischen Systemen Massenmord gegeben hat (von dem Sie ja auch nur dank der unaufhörlichen kapitalistischen Systempropaganda wissen und emotional so angefasst sind, weil das kapitalistische System daran Interesse hat], ist kein Argument gegen die Feststellung von @Adel verpflichtet, dass dem Kapitalismus der Massenmord innewohnt wie der Wolke der Regen.
Ihr Versuch eines Einwandes lenkt nur vom ursprünglichen Gegenstand auf ein komplett anderes Feld ab, ohne sich überhaupt mit der Feststellung von @Adel verpflichtet inhaltlich befasst zu haben.
Sry Vende, aber Pol Pot, Stalin und Mao waren in etwa so kommunistisch wie die SPD sozialdemokratisch, die Grünen grün oder die CDU christdemokratisch ist. Ein blutiger Diktator verträgt sich nicht mit dem demokratischen Gemeinwohlanspruch des Kommunismus.
Also ein Täuschungsmanöver das nur zu gerne von kapitalistischen und monarchistischen Schergen aufgegriffen wird, um tatsächliche Alternativen zum global vorherrschenden System zu diskreditieren.
Es ist auch ein Alleinstellungsmerkmal das der Genozid in Gaza nicht wegen sondern trotz des Holocausts stattfand!
Kluger Artikel. Aber warum nach Amerika und Israel schweifen, wenn das Übel im eigenen Land längst besteht? Der deutsche Wenigparteienstaat hat die verschiedenen sonstigen Institutionen – Verwaltung, Rechtssystem, Medien (nicht nur öffentlich-rechtliche), Verbände usw. – seit langem vereinnahmt, wie schon 1965 von Karl Jaspers – nicht zufällig ein guter Freund von Arendt – vorausgesehen («Wohin treibt die Bundesrepublik?»). Überhaupt wurde der in der Nazizeit geschaffene korporatistische Staat in Westdeutschland, mit gleichem Personal und dem Wohlwollen der Alliierten, im wesentlichen weitergeführt. Die «gesellschaftlichen Kontroll- und Reflexionsmechanismen» waren in der Deutschland nie so weit entwickelt, wie in Amerika.
Kann man inzwischen von einem Wissenschaftler nicht mehr erwarten, dass er zumindest offensichtliche Widersprüche zu seiner Aussage zu Karasicz zur Kenntnis nimmt?
Nimmt er Alexander Dorins „Sebrenica“ bewusst nicht zur Kenntnis?
Dorins Analyse ist bis heute nicht wiederlegt worden, nur seine Teilnahme an Buchmessen wurde aktiv hintertrieben und seine Zeugen verloren auf misteriöse Weise ihr Leben.
Geht die „Wissenschaft“ ans Werk, schielt sie immer nach dem Brotkorb?
Das absolut böse findet ununterbrochen mitten in unseren Städten und außerhalb statt. In Schlachthäusern. Hier werden Tiere mit Stromschlägen, Kehle durchschneiden, VERGASEN , verbrühen, lebend zersägen usw. ins Jenseits befördert. Die Kinder werden aus Schwangeren Bäuchen herausgeschnitten und auf dem Boden erschlagen. Kann ich tausendfach dokumentieren. Und dieses furchtbare Ende beinhaltet ein fast immer von extremer Gewalt und Gefangenschaft geführtes Leben. Wer Tiere und deren Produkte frisst und Tierkonzentrationslager duldet, braucht sich wirklich nicht über menschliche Konzentrationslager zu beklagen. Diese sind die zwangsläufige Folge davon. Erst wenn es keine Schlachthöfe mehr gibt wird es keine Schlachtfelder mehr geben. Ignoranz und Egoismus sind grenzenlos.
Sowas von falsch verstandener so genannter Tierliebe.
Wir sind schon rein genetisch dazu bestimmt alles zu Essen und wer sich dem Verweigert hat es einfach nicht kapiert.
Die Transhumanisten wollen uns das aber austreiben, wahrscheinlich gehörst du auch zu denen.
Dass Dir totgefolterte Lebewesen egal sind wenns um Deine Fettwurst aus Schlachtabfall geht passt in das Bild.
Der Mensch braucht kein Fleisch, er braucht essentielle Aminosäuren, in die das Fleisch zerlegt wird.
Tiere – wie eben der Mensch auch – können diese Aminosäuren nicht aufbauen, sondern müssen sie mit der Nahrung aufnehmen, das ist im Prinzip die Definition von Tier.
Jede essentielle Aminosäure die Du aus Deiner Fettwurst verdaust, kommt aus einer Pflanze, bzw Alge.
Jede.
Aus dem Tier kommen nur solche die Du selbst aufbaust.
Das Tier ist Ernährungstechnisch quasi „nur“ ein Aminosäuresammler, der es Dir erspart sekbst auf Nahrungssuche zu gehen.
Dass man für diese Bequemlichkeit Tiere foltern muss findet halt nicht jeder.
Das ist Grundschulwissen, war es jedenfalls noch 1974.
Ist jetzt ziemlich weit entfernt vom ursprünglichen Thema. Im Falle von B12 ist die Verdorgung schwierig. Es wird erst im Körper gebildet, beim Menschen an einer Stelle gebildet, wo es nicht aufgenommen werden kann.
Ich akzeptiere die Endlichkeit jeder Existenz. Nur sollte vor dem Tod ein Leben stattfinden. Gegen ein Stück Wildschwein oder einen Rehbraten habe ich in dieser Hinsicht keine Einwände.
Das ist richtig, und ich esse durchaus selbst gelegentlich Fleisch bzw als Fisch.
Wobei B12 leicht zu ersetzen ist, nicht nur synthetisch sondern auch durch Hefen und lakto-vetarische Ernährung, als das sollte kein Grund für Tierquälerei sein.
Mich triggert nur ab und zu die permanente durch nichts grechtfertigte Selbstgefälligkeit, Unsensibilität und Empathielosigkeit des Vorposters bei gleichzeitiger Ignoranz allem gegenüber.
Und ich finde das Argument von Frank zur Gewalt generell durchaus bedenkenswert.
@Adel verpflichtet
Bin zwar nicht 100% einverstanden mit den Analogien und Determinismen von @Frank.
Aber mit Ihrem „Wir sind (dazu) bestimmt“, sicher auch nicht.
Bloß weil der Mensch z. B. vom Gebiss und vom Verdauungsapparat her ein Allesfresser sein kann, ist er nicht auch quasi naturgemäß dazu „bestimmt“, muss also nicht auch zwingend Allesfresser sein. (Die meisten Menschen waren auch über sehr lange Zeit zumindest ganz überwiegend Pflanzenfresser und danach Vegetarier. Sogar noch vor 120-150 Jahren).
Schließlich ist der Mensch auch dazu befähigt, Konzentrationslager zu bauen und den Gashahn aufzudrehen, ist aber auch dazu nicht „bestimmt“, kann es also auch lassen.
Hätten Sie Ihren Einwand gegen @Frank stärker kapitalismuskritisch formuliert, wäre ich vermutlich bei Ihnen gewesen.
PS: Eine Rüge verdient auch Ihre pauschalisierende Formulierung von „Wir“ und „Uns“. Etwas mehr Achtsamkeit bitte.
Man muss nicht gleich die Transhumanisten-Keule schwingen. Das erinnert doch ein wenig an die Nazi-Keule, die während der Plandemie jeder Person übergebretzelt wurde, welche sich dem damals gängigen Narrativ widersetzte und den Lockdown- und Impfterror kritisch zu hinterfragen wagte. Ich bin auch Vegetarier und esse kein Fleisch und keinen Fisch. Trotzdem bin ich, und ich bin mir sicher die Mehrzahl der Vegetarier und Veganer sind das ebensowenig, Transhumanist. Transhumanisten sind im Grunde genommen pathologische Vitaphobiker, sie hassen das Leben und wollen es in semi-kybernetische Kunstprodukte verwandeln. Das passt nicht zur veganen Philosophie.
„Das absolut böse findet ununterbrochen mitten in unseren Städten und außerhalb statt. In Schlachthäusern. [.] Die Kinder werden aus Schwangeren Bäuchen herausgeschnitten und auf dem Boden erschlagen. Kann ich tausendfach dokumentieren.“
Zum Fürchten – da kann man direkt froh sein, von derartigen Halluzinationen verschont zu sein!
Versagen der Kontrollinstanz Tierschutz, (Tierrechteaktivismus etc.).
Wo immer jemand fordert, Haltungsbedingungen zu verbessern, wie die bürokratischen Erfordernisse abzubauen, die für eine Tötung von Schlachtvieh auf der Weide bestehen. Bauern, die keine Mühe und Kosten gescheut haben, dies dennoch hu realisieren. werden von diesen sogenannten Tierrechtaktivisten als Mörder beschimpft und ihne Weidezäune durchgeschnitten.
Dass Schlachttiere erstickt werden, war gegenüber der unzuverlässigen Betäubung mit Stromzangen ein Fortschritt. Wenn sich jetzt noch jemand darum kümmern würde, dass nicht Kostenüberlegungen CO2 verwendet würde.
Schlachthöfe in Luxemburg haben ein Weide, auf der man die Tiere nochmal mindestens für 24 Stunden in Ruhe lässt. Die Kontrollinstanz, die das durchsetzte lautet aber nicht auf den Namen Tierrechtschutz sondern anspruchsvolle Verbraucher.
Jeder der seinen Verbrauch auf beispielsweise einen jeweiligen Sonntagsbraten reduziert und dafür Qualität fordert, tut mehr für das Tierwohl und für die Umwelt als diese Aktivisten.
Die Schlachthöfe sind, man kann und muss das beklagen, gesellschaftlich nicht relevant. Das findet sozusagen ‚außer Sichtweite‘ statt und übersetzt sich keineswegs automatisch in’s gesellschaftliche und scheidet als Erklärung für die her behandelten Phänomene somit aus. .
Ich sehe mich auch auf der Seite von Frank. Schlachthöfe sind sehr wohl gesellschaftlich relevant und man merkt auch schon an den bissigen Kommentaren, wie sehr die Lobby der Fleischindustrie ihre Konsumenten im Griff hat.
Es ist ganz einfach. Es gibt die Grausamkeit. Sie wird von Menschen verübt. Diese leben unter uns. Dazu kommen noch Jäger und andere Berufe, wo Lebewesen gequält und getötet werden. Soldaten haben vor gar nichts Respekt. Neulich las ich, dass die Bundeswehr wieder mehr (tödliche) Tierversuche mit Menschenaffen und anderen hochentwickelten Säugetieren durchführen will. Das ist absolut abartig.
Mir ist schon öfter aufgefallen, zuletzt bei dem Wal Timmy, dass erschreckend viele „Linke“ sich sehr wenig um Tierrechte kümmern oder wie ähnlich uns manche Tierarten sind, wie sehr sie ein Bewusstsein haben. Die kloppen sich lieber um die Krümel ,die sie kriegen, und haben nicht verstanden, dass zu einer gerechteren Welt auch gehört, dass man Tiere entsprechend artgerecht (tierwohlgerecht) behandelt und Ökosysteme nicht zerstört. Ich würde sogar so weit gehen, dass auch Tiere, gerade die, die mit uns Menschen als Nutz- und Haustiere leben auch ein Recht haben auf ein glückliches Leben.
Die Welt lässt sich eben nicht nur mit „Kapitalismus ist an allem schuld“ erklären. Marxisten waren schon immer schlecht in Biologie oder Ökologie und natürlich vielen anderen Wissenschaften. Die haben da einfach nichts zu sagen und sollten dann lieber schweigen.
Wenn es um Krieg unter Menschen geht, hat das wirklich nichts mit Kapitalismus zu tun. Das ist eine Frage für Anthropologen, wann Menschen anfingen sich zu bekriegen und warum.
Ich habe so den Verdacht, dass vielen Tierschützern die Bereitschaft fehlt, sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander zu setzen.
Wer hatte ein angenehmeres. möglicherweise erfüllteres Leben, eine Weidekuh, die nach einem Drittel ihrer natürlichen Lebensspanne geschlachtet wird oder ein Schweißer der im Alter von 35 Jahren aus der dunklen Werkshalle kommt und sich die Lunge auskotzt. Und nein, eine Wahlmöglichkeit gab es weder für das Milchvieh noch für den Malocher.
Oftmals werden auch schlicht die Zusammenhänge nicht verstanden. Eine ökologische Kreislaufwirtschaft ist auf die Ausscheidungen der Tiere als Dünger angewiesen. Da wächst sonst nichts. Der Vegetarierer, der wo auch immer, aber hoffentlich beim Biobauern ein Stück Käse kauft, sollte sich darüber klar sein, dass er Kälber erzeugt, die geschlachtet werden müssen.
Danke für den Beitrag.An sich wollte ich ja nichts mehr schreiben wegen de seltsamen Auswahlverfahren hier.
Aber meinen Dank muss ich Ihnen aussprechen, egal was für unsinnige Repliken sie erwartbar bekommen werden.
Gut, dass sie das mal auf den Punkt bringen. Man kennt ja diesen berühmten Satz von Leuten die sich über Unrecht beschweren “ man kann uns nicht wie Tiere behandeln“. Alleine das sagt mehr über das Wesen der meisten Menschen aus als alles andere. Und man weis woran man mit denen ist und wie man mit denen umgehen darf. Nochmal ganz herzlichen Dank, dass sie das hier ansprechen. Gegenüber dieser Tatsache sind alle anderen Themen die hier immer wieder aufgetischt werden belangloser Kleinkram.
Hallo Frank, volle Zustimmung. Eine ausführliche Antwort muss ich schuldig bleiben, da nicht erwünscht bzw durchgelassen. War aber erwartbar, schon sehr erstaunlich, dass Ihr Beitrag durchgelassen wurde.
Ah doch, immer diese Zeitverzögerungen, das sollte doch schneller abgearbeitet werden im Interesse der Erwerbstätigen.
Unter allen thematischen Artikeln zum Irankrieg darf ich nicht mehr schreiben, daher hier:
Der „Tagesschau-FAQ“ Artikel
„Könnten die Gespräche am Libanon-Konflikt scheitern?“
ist derart lang, redundant und zugleich sorgfältig kalibriert, daß ich seine Mischung aus Tatsachen, Halbwahrheiten und schlichten Lügen für eine von den VES (vereinte europäische Stratcoms) fabrizierte Regierungsverlautbarung nehme, und die läßt sich in einem Satz zusammen fassen:
„Netanyahu und seine Spießgesellen müssen weg, je schneller, desto besser, um das EU-Essential der Israel-Partnerschaft nicht weiter zu strapazieren.“
Eine Textkritik, die dieses Urteil begründet, erspare ich mir, ginge allerdings gern und jederzeit auf Kommentatoren ein, die das ihrerseits unternehmen.
Sehr lobenswert! Kaum sind 7 Kommentare eingegangen, schon stehen der allgegenwärtige Typus des Kapitalistenfressers (der sich im vorliegenden Fall pointierterweise dem „Adel verpflichtet“ weiß) und der der allgegenwärtigen öffentlichen Präsenz kontinuierlich näher rückende Typus des Carnivorenfressers (hier als „Frank“ kodiert) wieder an vorderster Front. Würde mich interessieren, ob die zwei zu einer gemeinsamen Argumentationslinie zusammenfinden können. — Wobei ich anmerken möchte, daß auch in den Staaten des einst und jetzt real existierenden Sozialismus Tiere unter den von „Frank“ beschriebenen Umständen geschlachtet wurden und werden
ist Ihnen schon aufgefallen wie „grausam“ es in der Tierwelt zugeht….
„Fressen und gefressen werden“ ist die Devise.
Allerdings sind „prekäre Tierhaltung und „Lebentiertransporte“ streng zu kontrollieren, da bin ich Ihrer Meinung.
Menschen haben ein Bewusstsein, können sehr soziale Wesen sein, und haben die Fähigkeit sich gegen Fressen und Gefressen werden zu entscheiden. Sonst könnten wir einfach kleine Menschen-Babys fressen. Die sind bestimmt lecker. Es ist die Inkonsistenz, dass entgegen dem Stand der Wissenschaft bestimmte Tiere besser behandelt werden als Andere. Schweine werden oft sehr schlimm behandelt. Darin steckt noch der alte Aberglaube, dass sie unrein wären – und sie schmecken natürlich gut und können mit Abfällen gemästet werden.
Frank hat insofern Recht, solange diese Grausamkeit und Geringschätzung anderen Lebens nicht ganz gründlich hinterfragt und geändert wird, braucht man sich nicht wundern, wenn Menschen andere Menschen schlachten. Oder es wird auch einfach hingenommen, dass Millionen Tiere von KfZ überfahren werden oder Vögel an Fensterscheiben klatschen oder an Strommasten sterben usw. Wenn man sich mit Tierschutz beschäftigt, sieht man eine abartige Grausamkeit und bemerkt leider erst wie weit verbreitet die Bereitschaft dazu ist.
Für mich waren die Covidmaßnahmen-Jahre extrem lehrreich, um die Massenpsychologie totalitärer Systeme zu verstehen.
Es war eine Sündenbockstrategie wie im Lehrbuch. Der ganze Schmerz und die ganze Wut über die Lockdowns (nicht über Covid 19 !!!) und die absurdesten Maßnahmen und Regeln wurde gezielt auf eine Minderheit der Bevölkerung umgelenkt – die Ungeimpften. Und zwar genau von jenen, die das Leid gerade zu verantworten hatten. Dazu noch ein perfider Mißbrauch des Begriffes Solidarität und gleichzeitige Brandmarkung der „Unsolidarischen“.
Ergänzt das Ganze, um ein gemeinschaftlich weit sichtbares über dem Mund getragenes Erkennungszeichen der Guten bzw der Unterwerfung – je nach Blickwinkel.
Ein Frage ist noch ungeklärt: Wie weit wären die ganz Mitläufer noch mitgegangen?
Ungeimpfte den Zutriff auch zu Lebensmittelgeschäften verbieten, wie es Noam Chomsky gefordert hatte?
Umgeimpfte internieren zu Schutz der Geimpften? Noch weiter?
Persönlich, denke ich ja. Die meisten wären sehr, sehr weit mitgegangen – unter entsprechender „Führung“ durch Politik und Medien.
„Die meisten wären sehr, sehr weit mitgegangen – unter entsprechender „Führung“ durch Politik und Medien.“ – Da darf man sich keinen Illusionen hingeben. Das ist jederzeit möglich, heute sogar noch leichter, dank der zahlreichen, medial perfektionierten Hirnwaschanlagen.
Um die Frage zu beantworten muß man nur mal wieder ins Milgram-Experiment schauen oder ins Stanford-Gefängnis-Experiment.
Die beide gefälscht seien, schrieb mir neulich ein KI bei der Suche nach Stanford sh1tscience Studien.
„Stanford-Prison“ ist vom Versuchsleiter manipuliert worden, „Milgram“ dagegen nicht, dies konnte sogar mehrfach wiederholend bestätigt werden.
KIs sind zweifelhafte Quellen.
Da fehlt im Artikel der Hinweis auf das Sozialexperiment von Stanley Milgram aus den 1960er Jahren, das vor rund 20 Jahren aber wiederholt wurde mit identischen Ergebnissen. In dem Experiment geht es bekanntlich um die Autoritätsgläubigkeit bzw. den Gehorsam gegenüber „Autoritäten“ und diese Gläubigkeit bzw. dieser Gehorsam ist in erschreckendem Maße größer als viele Menschen glauben.
Wenn der Herr Professor Dr. bzw. „die“ Wissenschaft sagt, dass es gut für einen Schüler ist, wenn man ihm immer stärkere Elekroschocks verpasst, wenn er eine falsche Antwort gibt, weil er dann schneller lernt, dann machen viele Untertanen und Befehlsempfänger aus Gehorsam vor dem Professor bzw. der Wissenschaft weiter, auch wenn der Schüler schreit und sich vor Schmerzen krümmt und windet. Darunter sind auch ein paar, aber wenige Sadisten, die Spaß daran haben, andere Menschen zu quälen. Der weitaus größere Teil, die weitermachen, sind aber keine Sadisten sondern autoritätsgläubige und gehorsame Befehlsempfänger.
Ein geradezu repräsentativer Overton-Artikel. Erst geht es um Göring, Pol Pot und Karadžić. Wobei bei Letzterem völlig unkritisch die NATO-Sicht übernommen wurde. Blamabel.
Aber das war nur das Ausholen für das Eigentliche. Israel natürlich. Mit der Absicht einer Gleichsetzung. Was sonst?
Man stelle sich vor, dass die Regierung dort das Hamas-Hetzblatt Haaretz nicht mehr kauft. Unterdrückung!
Dass Israel dabei ist, die größte und gefährlichste Terrororganisation der Welt auszulöschen. Was man an jedem anderen Ort auf der Welt genau so gemacht wird. Es wird gekämpft, bis die Terroristen keinen Quadratmeter mehr besetzen. Israel auch.
Gibt es irgend einen Zweifel, dass in Teheran Nazis sitzen? Sie wollen alle Juden ausrotten und regieren mit brutaler Gewalt. Hinrichtungswelle auf Hinrichtungswelle. Internet abgeschaltet, weil sonst die Aufstände wieder losgehen. Dass dabei die Wirtschaft in die Knie geht und die Iraner hungern, was soll’s. Wenn es der Machterhaltung dient.
Daran wird es niemals Kritik geben von Autoren wie diesem. Es sind Artikel wie dieser, die dem neuen Faschismus den Weg bereiten.
Hamas-Hetzblatt Haaretz???
Gehts gerade noch? So ein mentaler Dünnpfiff wird hier wirklich freigeschaltet?
„Sie wollen alle Juden ausrotten……. “
Wie erklärt es sich dann, daß – im Gegensatz zu anderen muslimischen Ländern – seit Jahrtausenden Juden in Persien/Iran leben, nämlich seit Kyros II sie aus der babylonischen Gefangenschaft befreit hat.
Hier eine Meinung des iranichen Oberrabbiners
https://www.dw.com/de/viel-weniger-antisemitismus-im-iran-als-in-europa/a-61994028
Ukraine: Ein kurzer Moment der Wahrheit
https://propagandaschau.wordpress.com/2015/05/16/ukraine-ein-kurzer-moment-der-wahrheit/
Lügner tun oftmals alles, um ihre einmal begonnene Geschichte mit allen Mitteln glaubhaft zu halten.
Dazu gehören vor allem weitere Lügen, die nötig werden, wenn das Lügengebäude instabil wird.
Die große Lüge der westlichen Medien lautet seit Monaten: Wir bringen Demokratie, Rechtsstaat, Wohlstand und Freiheit in die Ukraine und der böse Russe führt dagegen Krieg.
Die Wahrheit sieht anders aus: Die Ukraine ist bankrott und wird von westlichen Kreditgebern geknebelt, die ihr brutale Sparmaßnahmen aufzwingen.
Die Demokratie wurde mit Parteiverboten, Übergriffen und Morden an oppositionellen Politikern und Journalisten zerstört.
Die Freiheit manifestiert sich in Zensur, Kriegsrecht und Zwangsrekrutierungen.
Ukrainer werden gezwungen auf Ukrainer zu schießen, weil USA und EU das Land unter Kontrolle bekommen wollen.
Deutsche Politiker und Journalisten sind Mittäter bei diesen Verbrechen.
Sie haben den Umsturz mit vorbereitet und unterstützen das Regime bei diesem Krieg gegen den Teil der Bevölkerung der den Umsturz von Beginn an als undemokratisch ablehnte.
Anti-Terror-Operation nennt es das Regime und die westliche Lügenpresse übernimmt diese und folgende Propagandalügen bereitwillig
Ohne deutsches und europäisches Geld, politische und mediale Unterstützung, hätte es diesen Krieg nie gegeben. ALLES LESEN!!
Ukrainischer Botschafter feiert russische Todesopfer im deutschen Fernsehen
Aleksej Makejew, der Botschafter der Ukraine in Deutschland, hat gegenüber dem Sender phoenix erklärt, es freue ihn sehr, dass die Russen im Monat über 35.000 Mann verlieren würden.
„Und dass wir es schaffen, mit wenigen, aber schmerzhaften Verlusten langsam Gebiete zurückzuerobern.“
Ob diese Informationen überhaupt stimmen, ist eine weitere Frage.
Dass Deutschland solchen Personen für dermaßen dreiste Äußerungen eine Bühne bietet, ist aber bodenlo!!
Ganz zu schweigen davon, dass diese Person erneut um weitere Waffensysteme bettelt!!
Artur bei Ihnen ist wirklich Hopfen und Malz verloren, was Israel angeht.
Sie schreiben: “ Es wird gekämpft, bis die Terroristen keinen Quadratmeter mehr besetzen.“
Dafuer besitzt dann Israel die Quadratkilometer und nach einigen Jahren stehen da die ersten Buden, die Flagge wird gehisst und schon ist die neue Grenze Israels abgesteckt, nicht festgelegt!
Gaza und Libanon gibt es dann nicht mehr, aber es gibt noch Syrien, da sind sogar Terroristen an der Macht aber das sind die guten Terroristen, man muss halt unterscheiden koennen, ein Bueckling vor Netanjahu und schon klappt’s mit der Nachbarschaft!
Ich habe die Menschen in Gaza nicht gezaehlt aber es gibt bestimmt noch einige Hunderttausend Palaestinenser,
wenn Sie nach Israel auswandern, koennen Sie Ihren Gefuehlen freien Lauf lassen, Artur!
„Allein die Beobachtung einer frühen und freiwilligen NSDAP-Mitgliedschaft eines Familienmitglieds erzeugt kognitive Dissonanzen.“
Leider führt die Unterstützung eines völkermörderischen Kriegs durch Waffenlieferungen bei deutschen Staatsbürgern nicht zu einer „kognitiven Dissonanz“, wenn sie sich gleichzeitig auf einer Demonstration ein „Nie wieder“ aufs Plakat drucken. Das ist nämlich schon Schizophrenie.
Man beachte die psychologische Schere im Kopf, die hier für den Autor tätig ist: „etwa wie eine extremistische Hutu-Miliz in Ruanda innerhalb von 100 Tagen 800.000 Tutsi und moderate Hutu töten konnte, wie sudanesische Regierungstruppen bis zu 300.000 Menschen töten konnten oder wie es im Gazakrieg (bis zum jetzigen Zeitpunkt) zu mehr als 80.000 Toten kommen konnte.“
Im ersten Teil des Satzes werden zwei Subjekte, die einen Massenmorde produziert haben, erwähnt – „extremistische Hutu-Milizen“ und „sudanesische Regierungstruppen“ – im letzen Fall aber wird das Subjekt – die israelische Verteidigungsarmee – in einem Passivsatz versteckt. Ich glaube, die IDF steht heute den Hutu-Milizen und den sudanesischen Streitkräften in keiner Weise nach.
Werden die Untaten der IDF nur darum verschleiert, weil wir, die Deutschen, mal wieder mitgemacht haben?
‚Der Massenmord der Hamas an 1’200 Menschen‘ – das ist eine faktenwidrige Formulierung. Wie in der israelischen Zeitung Haaretz überzeugend dokumentiert wurde, geht ein beträchtlicher Teil der Opfer des 7. Oktobers auf die Implementierung der von ihr so genannten Hannibal-Doktrin durch die israelische Armee zurück. Viele kamen durch Angriffe israelischer Armee-Helikopter um. Bei den restlichen Toten wiederum handelt es sich zu einem beträchtlichen Teil um israelische Armee-Mitglieder, deren Tötung im Rahmen von Kriegshandlungen absolut legitim ist. Der Anteil an kriegsrechtswidrigen Tötungen von Zivilisten ist deutlich niedriger als bei Angriffen der israelischen Armee, bei vielen Schilderungen handelt es sich um längst widerlegte Propaganda. Aufgrund der zuvor herrschenden Zustände im Gaza-Streifen handelt es sich bei den Ereignissen des 7. Oktobers um einen absolut legitimen Aufstand, der mit Terrorismus oder Antisemitismus nicht das Geringste zu tun hat. Ihre Erwähnung im vorliegenden Zusammenhang ist irreführend.
Bohlen: „Das wäre ja der Worst Case, wenn die Ukraine gegen Russland gewinnen würde“
https://t.me/neuesausrussland/30656
Im Podcast „Hopf & Kettner“ hat der Musikproduzent Dieter Bohlen vor einem militärischen Sieg der Ukraine gewarnt. Bundeskanzler Merz kenne „nur das Wort ‚Krieg‘“ und betone, der Ukraine zum Sieg verhelfen zu wollen.
„Wenn die Ukraine gewinnen würde gegen Russland, ich glaube, dann wäre der Weltkrieg da.“
Auch versteht der Hamburger nicht, dass sich niemand über die Kriegstreiberei mancher Politiker empört:
„Dass da die Leute nicht langsam aufstehen und sagen: Wir wollen Frieden, verdammte Scheiße. Wo ist das geblieben?“
Klar, wenn sich viele Menschen zu einer Organisatin zusammenschließen, können sie Dinge vollbringen, die jeder Einzelne von ihnen nicht könnte. Aber wie soll aus dieser – schon fast tautologischen – Feststellung folgen, WAS es denn ist, was die Organisation ins Werk setzt? Ich habe den Artikel bis zum Schluss durchgelesen, stets in der Erwartung, dass jetzt erklärt wird, wie und wieso Organisationen zu Massentötungsmaschinen mutieren (können). Aber: Fehlanzeige. Das kann ja auch aus den inhaltslosen Voraussetzungen gar nicht herausgeholt werden.
In jedem Fall von organisierten Gräueltaten ist es so, dass es neben „bloßen“ Mitläufern auch in hinreichend großer Zahl solche geben muss, die davon überzeugt sind, damit Gutes zu tun.
Eichmann z.B. war nicht einfach der Banal-Böse, sondern fest davon überzeugt, dass die Juden Volksschädlinge seien und es deshalb eine gute Tat sei, sie umzubringen. Er glaubte, Gutes für die Nation zu tun, also für ein Höheres.
Organisierte Gräueltaten geschehen immer im Namen eines Höheren.
Ja, das ist der Knackpunkt.
Ich will das ergänzen:
Mitmacher und Untertanen benötigennicht einmal einen Glauben an ein „Höheres“, schon gar nicht das Höhere, das ihnen die Herrschaft begründend und rechtfertigend für ihre Ansprüche, ihre Zwecke und die Wahl der Gewaltmittel vorstellig macht. Eine derartig buchstäbliche Loyalität zumindest glaubhaft zu machen, ist allenfalls eine Zugangsvoraussetzung resp. ein Ausschlusskriterium für Aspiranten und Angehörige eines engeren Kreises der herrschaftlichen Eliten. Für alle anderen reicht es aus, eine Privatmoral vorzuzeigen und in ihrem Tun zu mobilisieren, die ihren Anschluss an die höhern Zwecke der Herrschaft hinreichend verläßlich macht und erscheinen läßt. Für einen solchen privatmoralischen Anschluss braucht es nichts weiter, als die Anwendung der Kategorien „gut“ und „böse“ gemäß der den Subalternen und Untertanen aufgeherrschten Interessen, das ist der „Witz“ an der Rechtfertigung, „ich habe nur Befehlen gehorcht, wie ich hab müssen tun“, oder gleich der abstraktesten Version aus dem ältesten „Reich der Freiheit“, „I do, what I have to do“.
„In der gegen alle Gegensätze und Widersprüche gesetzten Idealität des Gebotenen (des Sollens, das der Geltung der herrschaftlichen Institute aus den Wechselfällen der Konkurrenz und der technischen Entwicklung zuwächst) erscheint nichts mehr so, wie es an sich ist. Die gültigen Zwecke nebst ihrem Zusammenhang (ihren Gründen) sind ersetzt durch ihr Verhältnis zum Gesetz: die Relation des Guten und des Bösen. Die rationelle Subjektivität der Urteile „gut“ und „schlecht“ – d.h. nützlich und schädlich – wird objektiviert. Die falsche – weil die Widersprüche gewaltsam vereinigende – Allgemeinheit erscheint darin als ein Reich des Absoluten: Gott, das Wahre, das Gute, das Schöne, das Menschliche.“
Diese Traditionslinie ist halt leider so alt, wie der Monotheismus.
Was wird in dem langen Aufsatz eigentlich wirklich deutlich und völlig übersehen? Die Schablone „böse“ funktioniert überhaupt nicht!
Es ist offensichtlich überhaupt nicht wichtig, ob jemand böse ist, um ein Massenmörder zu sein.
Was hingegen eine hinreichende Voraussetzung ist: Entkoppelte Handlungen, bzw. völliges unerwacht-sein. Wie schlafwandelnd werden Pogrome realisiert. Ohne jede Erkenntnis, was den Menschen wirklich ausmacht. Völlig entrückt von Realitäts-Wahrnehmung, völlig eingestrickt in Phantasievorstellungen handeln Menschen eben auch nicht mehr intelligent, weil die Intelligenz in solchen Momenten ganz offensichtlich gerade schläft.
Erwachte Geister tun so Etwas nicht. Dazu ist schon eine mentale Fernsteuerung notwendig…
hallo Redaktion,
meine Antwort an Artur C. wurde nicht
freigeschaltet. Ich nehme jetzt an, dass
man ihm nicht mehr antworten darf, wenn es
um Israel, Gaza und Iran geht?
Ok, dann weiss ich Bescheid.
Irgendwie ordne ich so over_the_top Beitraege wie der Letzte von Hernn Arthur_C als Satire/Schwarzen Humor ein. Das kann der doch nicht ernst meinen bzw. glauben, andere wuerde das in seinem Sinne beeinflussen?
@ Rubis:
weil mich das obige Q-Deutungs-Autokrat hierhin geschickt hat:
Meinen Sie diesen Beitrag von gestern? Der scheint einfach verrutscht zu sein.
Ansonsten wundert es mich, dass überhaupt noch jemand auf @Artur_C (wie auf @Kommentarium) reagiert. Man nimmt es zur Kenntnis und scrollt weiter.
Das Leben ist kurz.
@ signorRossiSuchtDasGlueck:
Ich halte Ihre These nicht für unwahrscheinlich.
Eine Soziologie ohne Menschen? Ohne Täter mit ganz bestimmten menschenfeindlichen eigennützigen Interessen?
Während aktuell das Töten für die Eroberung von Land und Ressourcen abermals Hochkonjunktur feiert und die Verantwortlichen dafür ihre Expansionsziele sogar offen bekennen, fällt einem deutschen Soziologen nichts anderes ein, als diverse Organisationseigenschaften der expansiven Gesellschaften dafür verantwortlich zu machen. Das kommt dem Spruch von der „Banalität des Bösen“, mit dem Hannah Arendt die Täterschaft von Eichmann beseitigte und die daher zu recht moralisch abgestraft wurde, sehr nahe. Dass sich Räwal dabei auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann beruft braucht nicht zu überraschen, da diese Theorie voll und ganz aus dem Gedankenfundus der Gegenaufklärung stammt und sich vor allem durch drei Eigenschaften auszeichnet:
1. Die Menschen mit ihren natürlichen Grundbedürfnissen und natürlichen Rechten sowie Ambitionen auf Mitsprache bei der Gestaltung der gesellschaftlichen Organisation gehören bei dieser Systemtheorie nicht zum System, sondern zur Umwelt des Systems.
2. Das Luhmannsche System wurde nicht durch bewußte menschliche Absichten und Handlungen hervorgebracht – denen es vermittels Norm- und Wertsetzungen zu dienen hat, sondern durch die höhere Kraft der natürlichen Evolution qua Sprach- und Symbol-Entwicklung. Daher stuft Luhmann das System als höherwertiger ein als die Menschen, die, als Mängelwesen bezeichnet, für unfähig gehalten werden, mit der Komplexität des Systems und seiner Umwelten fertig zu werden.
3. Luhmann sieht im System eine Art technische Erfindung, deren Hauptzweck in der Reduktion von Komplexität durch Kommunikation liegt, und nicht etwa in der Gewährleistung einer gerechten Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Menschen als wesentlichen Grundlagen und Elementen des Systems. Durch diese „Technisierung“ der Auffassung von Gesellschaft gelingt es Luhmann, sich selbst, samt seiner Elite der er zugehört, als Urheber dieser Systemskontruktion zu verdunkeln, die doch den Hauptzweck hat, die Menschen aus der Gestaltung der Gesellschaft und ihrer Politik auszuschließen und anderen Gesellschaften, samt deren Menschen, jegliche rechtliche Gleichrangigkeit abzusprechen.
Massenmorde und Menschheitsverbrechen sind den Anführern und Gehilfen nur möglich, wenn sie sich selbst für wertvoller erachten als ihre Opfer. Zum Rassismus hinzu muss aber noch der Vernichtungswille kommen, der sich allein aus höheren, in modernen Zeiten wissenschaftlich vermittelten, Zielen ergeben kann, etwa dem Ziel, die Welt dadurch verbessern zu wollen, indem alle als schlecht, unfähig oder lebensunwürdig gebrandmarkten Unter- oder Sklavenmenschen beseitigt. Die Systemtheorie Luhmanns, aber mehr noch die technokratischen Konzeptionen des Transhumanismus sind die modernen, wissenschaftlich-technisch fundierten Ausformungen des Völkischen, die nach innen nur noch Mitspieler akzeptieren, während sie nach außen nur noch Krieg und Gewalt zur welctweiten Durchsetzung dieser Systeme kennen.