
Mit der Fertilität, also dem Kinderkriegen durch Sex oder künstliche Befruchtung, geht es seit einiger Zeit weltweit weiter bergab, wo nicht schon Tiefstände erreicht wurden. Man kann natürlich sagen: Gut so, die Erde ist sowieso schon überbelastet durch das bislang prägende Bevölkerungswachstum, das noch einige Jahre weitergehen soll, bis eine Kehrtwende eingeleitet wird.
Da aber Gesellschaften und ihre Wirtschaft am Wachstum hängen, auch am Bevölkerungswachstum, versuchen Staaten Fertilität und Familienpolitik zu fördern – ohne wirklichen Erfolg. Am größten ist der Umschwung wohl in China, wo die 1980 eingeführte Ein-Kind-Politik aufgrund des massiven Geburtenrückgangs von über 6 Kindern in den 1960er Jahren auf 1,67 im Jahr 2015 beendet bzw. gelockert worden. Dennoch ist die Fertilitätsrate weiter auf jetzt 0,98 gesunken, über 2 wären zum Bevölkerungserhalt notwendig. Ähnlich sieht es in Südkorea, Japan, Singapur oder Taiwan aus. In Malta 1,01, Spanien 1,10, Litauen 1,11, Polen 1,14 oder Italien 1,18 ist es nicht viel anders.
Die große Frage ist natürlich warum. Meist wird gesagt, dass mehr Wohlstand, Bildung der Frauen, die Kosten für Kinder, der Arbeitsdruck, Rückgang der Sexlust und der moderne Lebensstil zum Rückgang der Kinderzahl führen, es wird auch auf zunehmende Unfruchtbarkeit durch Umweltgifte verwiesen. Ein Einbruch erfolgte nach der Einführung der Anti-Baby-Pille und dem Zugang zu anderen Verhütungsmitteln. Seit Ende der 1960er Jahre brach weltweit die Fertilität, die bis dahin bei 5,3 Kindern pro Frau lag, auf jetzt um die 2 ein.
Auffällig ist, dass sich zwischen 2000 und 2010 weltweit noch einmal ein Einbruch der Fertilität feststellen lässt. Wissenschaftler der University of Cincinnati kommen in einer Studie zu dem Schluss, dass der weitere Niedergang der Fertilität mit dem Aufkommen von Smartphones. Zuvor war ein Zusammenhang in Afrika und Asien mit der Verbreitung von Fernsehgeräten festgestellt worden. Man hat weniger Zeit für Sexualität, vermutet wurde allerdings, dass die Inhalte der Filme westlichen oder urbanen Lebensstil transportierte. Das war auch das Ergebnis einer Studie, die zeigte, dass in der DDR der Zugang zum westlichen Fernsehsendern die Fertilität gegenüber den Gebieten senkte, die davon abgeschnitten waren. auch der leichte Zugang zu Pornographie wird als Grund für den Rückgang des Geschlechtsverkehrs und damit der Fertilität vermutet.
Die Autoren der neuen Studie sehen ab 2007 in den USA und Großbritannien einen weiteren signifikanten Einfluss auf die auch aus anderen Gründen sinkenden Fertilität bzw. das Sexualverhalten von Teenagern. 2007 wird das Jahr des Smartphone-Schocks genannt: Die Preise waren gefallen, die Breitbandabdeckung ist gestiegen und die Verbreitung war groß. Die Nutzung der Smartphones ging damit einher, dass die jungen Menschen am Tag weniger Face-to-face-Kontakt mit anderen hatten: In den USA Rückgang von 68 auf 38 Minuten täglich zwischen 2003 und 2019. Tatsächlich fällt bei den 15-19-Jährigen in 19 reichen Ländern die Fertilität viel stärker zurück als bei der Gesamtbevölkerung (in den USA um 71%). Besonderheiten der Länder scheinen dabei keine Rolle zu spielen. Bei den 20-24-Jährigen ist dies auch noch, wenn auch weniger stark zu erkennen. Bei den über 35-Jährigen gibt es praktisch keinen Unterschied.
Die Financial Times schreibt alarmierend über den weltweiten, durch Technik forcierten Trend. Während der Rückgang früher darauf zurückzuführen war, dass Paare weniger Kinder zeugten, soll jetzt der Grund sein, dass es überhaupt weniger Paare gibt – und dann auch noch solche, die keine Kinder wollen. Am stärksten sei der Rückgang der Fertilität ausgerechnet bei den Menschen mit der niedrigsten Bildung und dem niedrigsten Einkommen (das wäre freilich eine massive Veränderungen gegenüber früheren Zeiten). Es gebe aber keine ökonomische Begründungen. Bleibt das Smartphone, so die FT:
„In einem Land nach dem anderen sank die Geburtenrate nach der Einführung von Smartphones drastisch, unabhängig davon, wie sich der Trend zuvor entwickelt hatte. Je jünger die Altersgruppe, desto ausgeprägter war der Rückgang – ein Spiegelbild der Nutzungsgewohnheiten bei Smartphones.“
Sind junge Menschen immer weniger dazu fähig, Bindungen einzugehen oder anzubahnen und dabei Verpflichtungen einzugehen, was Kinder mit sich bringen? Versinken sie bei aller digitaler Kommunikation in Einsamkeit und Isolation? Oder sind die Lust an oder die Fähigkeit zu körperlicher Sexualität mit anderen Menschen geschwunden? Wird Heterosexualität zum Problem? Sind die Erwartungen zu groß geworden, weil die Körper nur optimiert und perfekt aus der Entfernung und ohne sexuelle Erregung mit Schweiß und Flüssigkeiten erscheinen? Sind andere Gelüste entstanden? Müsste man einfach die Nutzung von Smartphones staatlich für Minderjährige regulieren, wie das in einigen Ländern versucht oder angestrebt wird? Und wird die KI alles noch verstärken machen? Und vor allem: Ist es ein Grund zur Sorge, wenn das Bevölkerungswachstum einbricht?
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Es ist doch wohl ein Witz, zu glauben Smartphones und Umweltgifte wären die Ursache dafür, dass die junge Generation weniger Kinder auf die Welt bringt.
Ursache für den zunehmenden Bedarf an künstlicher Befruchtung ist doch die Entwicklung, dass die Eltern sich erst wenn sie um die 40 Jahre alt sind für die Zeugung von Nachwuchs entscheiden, dann klappt das naturbedingt nicht mehr so einfach ohne Unterstützung von künstlicher Befruchtung. Auch beruflicher Stress beider Ehepartner gleichzeitig wirkt sich hier negativ aus und zusätzlich die Zunahme von Egoismus, bei dem nur das eigene Wohlbefinden, Freizeitspaß und das beruflich Fortkommen im Vordergrund stehen.
Apropos Umweltgifte: In den 60ger und 70ger Jahren war das Umfeld der Menschen sehr viel stärker von Umweltgiften belastet als heute.
Zum dem was u.a. in der West-Bank passiert (Donnerstag den 21.05.2026):
Das Militär begibt sich in die östlichen Gegenden von Nablus, Hebron, Jenin, Al-Mughayyir nordöstlich von Ramallah, Bani Na’im östlich von Hebron, Deir Samit westlich von Dura südlich von Hebron, Tuqu südöstlich von Betlehem, Anabta östlich von Tulkarm. Das Militär wirft Tränengas auf das Gymnasium in Al-Mughayyir (zwei Tote vergangenen Monat in der Schule). Das Militär schiesst in Huwara, südlich von Nablus einen Palästinenser an und der wird verhaftet. Das Militär hat in Nahlin, westlich von Betlehem, mehrere Zuhause und Geschäfte evtl. durchsucht und Schaden angerichtet. Das Militär hat in Jenin einen Palästinenser geschlagen. Das Militär begibt sich nach Anabta, östlich von Tulkarm und nachdem die Insassen in Kraftfahrzeugen befragt wurden wird auf die Einwohner geschossen (1 Verletzter). Es wurde am Freitag Hr. Mohammad Qabha in Barta, südwestlich von Jenin auf seiner Hochzeit festgenommen.
Die Siedler sind in Sinjil, nördlich von Ramallah. Die Siedler stehlen in der Hiraybet Al-Nabi Gegend in Masafer Yatta, südlich von Hebron fünfundvierzig Schafe. Die Siedler lassen Schafe auf palästinensisches Land in Idhna und in Huwara (westlich und südlich von Hebron). Es werden die Olivenbäume von den Siedlern in der Abu Fazaa-Gemeinschaft in Al-Tayba, nördlich von Ramallah zerstört. Es werden von Siedlern in Al-Mughayyir die Schafe aufs palästinensische Land gebracht und die landwirtschaftliche Fläche angezündet (evtl. wird das Getreide der Palästinenser auf dem Feld verbrannt). Es haben dutzende von Siedlern eine Strasse gesperrt, einen Schulbus angegriffen und die Schüler in Panik versetzt. Die Schule liegt in Kisan, östlich von Betlehem und die Schüler sind aus Rashaydeh im Gouvernorat Betlehem. Die Siedler werfen in Beita, südlich von Nablus alle Scheiben eines parkenden Kraftfahrzeuges ein. Es gab dieses Jahr mehr als 870 Angriffe von Siedlern. Seit Oktober 2023 wurden in der West-Bank mehr als 1.000 Palästinenser vom Militär und den Siedlern umgebracht.
Es wurden alle Beschwerden zur Wahl von Fatah geprüft und ein zusätzliches Mitglied wurde als gewählt erklärt aber es gab keine Änderungen am Wahlergebnis des Zentralkomitees (18 Sitze). Die meisten Stimmen hat Marwan Barghouti bekommen mit 1.893 Stimmen der 2002 gefangengenommen und 2004 verurteilt wurde und im Gefängnis misshandelt wird. Es passiert in Jerusalem oft dass in mindestens einen Eingang eines katholischen Gebäudes gespuckt wird. Im Libanon gibt es z.B. Beschuss auf Kfar Dounin, Shoukine und Bombardierungen auf Al-Mansouri, Tebnine, Majdal Zoun, Debaal (1 Toter) und … Deir Qanoun Al-Nahr (11 Tote). Dort hat Ahmad Hariri ein Video von einem Behinderten gemacht der diese Verwandten (darunter seine Eltern) betrauert. Er als ein Paramedic der Verletzten zu Hilfe eilte wurde am Freitag bei einem Mehrfachbeschuss mit anderen Sanitätern ermordet und auch dieses Video kursiert im Internet.
Das passierte in Gaza:
Es wird mindestens ein Palästinenser in Beit Lahia in Gaza-Nord getötet als Granaten auf eine Gruppe von Menschen abgeworfen werden. Unter den Toten ist Joud Mohammed Al-Dweik, 13. Es gibt einen Angriff auf Al-Saftaw, Gaza-Nord. Es gibt einen Angriff auf ein Zelt in Al-Mawasi (1 Toter). Es gab die Woche ein Video auf dem man sieht dass ein Kind in dem Flüchtlingslager einen Wutausbruch bekommt weil die Sachen alle verbrannt sind. Die Menschen werden aus den südöstlichen Gegenden von Deir Al-Balah vertrieben und es werden die verbleibenden Gebäude zerstört. Bei einem Angriff wird Fatima Almaani, 26 getötet. Es gibt Angriffe auf Gaza-Mitte. Das Militär schiesst im Al-Zaytoun Viertel in Gaza-Stadt und es gibt zwei Verletzte. Zwei Lastwagenfahrer die Hilfslieferungen gefahren haben werden erschossen (Al-Mawasi). Es werden an dem Tag mindesten fünf Menschen getötet. Es gibt verstärkt Bombardierungen. Die Wohngebäude werden zerstört.
Stand diesen Montag wurden lediglich 641 Lastwagen mit Hilfslieferungen der Vereinten Nationen reingebracht und 614 Lastwagen dann weitergefahren. Abgemacht waren 500-600 Lastwagen am Tag. Es herrscht wegen der Blockade eine sehr hohe akute Ernährungsunsicherheit.
Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de
Dieser Kommentar hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun und wird trotzdem in voller Länge und Farbe gebracht. Mein sachlicher Kommentar hat zum Thema etwas gesagt und wird nicht freigegeben? Was soll das, Overton???
Arbeitskraft ist eine Ware, die bei zunehmender Automatisierung im Produktionsprozess immer weniger nachgefragt wird. Folglich geht die Produktion dieser Ware zurück, weil diese ökonomisch für niemanden mehr viel Sinn macht. So auf urmarxistische Weise analysiert…
Ja, da haben Sie recht. Dass der Kapitalist den Produktionsprozess optimiert und automatisiert, um die eigene Produktion zu drosseln, dürfte ziemlich „unmarxistisch“ sein.
Hallo Cromwell. Für den Fall, daß du deinen Vorredner missverstanden hast( er schrieb tatsächlich urmarxistisch) lies es nochmal. Falls du aber das Wort “ unmarxistisch“ bewusst geschrieben hast, bist du im Irrtum.
Die Automation und die derzeitige Industrielle Revolution 4.0 beschleunigt den Kapitalismus brachial auf seine Immanente Grenze hin.
Da bei extremer Produktivitätssteigerung gleichzeitig immer weniger “ Arbeitszeit“ benötigt und entlohnt wird , vernichtet dieser senile Kapitalismus Kaufkraft und damit die Basis für die Reproduktion der nicht mehr benötigten Mehrwerterzeuger!
Der Fertilitärseinbruch ist eine Notwendigkeit beim derzeitigen Stsnd der Produktivkräfte.
Marx widerspricht Dieser Entwicklung nicht im mindesten! Aber das Tempo des Pardigmenwechsels muss gesteigert werden, um den unkontrollierten Totalzusammenbruch herauszuzögern( im Interesse der Noch-Wohlstands- Eliten)
Den Krieg brauchts also dennoch.
Bei Fragen Fabio Vighi lesen. Am Besten auf the philosophical salon
Die Zusammenhänge sind nicht zu leugnen. Hinzu kommt noch die Covid-Impfung die zu einem massiven Knick bei der Rate der lebenden Geburten führte. https://tkp.at/2025/06/30/fruchtbarkeitskrise-nach-impfung/
So ungefähr. Sich seuchenhaft ausbreitende Austerität. Kriegsaussichten,
Überhaupt schlechte Zukunbftsaussichten wg. „KI“ und so.
Norbert Wiener, Kybernetik,s.49f
„Und vor allem: Ist es ein Grund zur Sorge, wenn das Bevölkerungswachstum einbricht?“
Nein, im Gegenteil, die Menschheit ist bereits viel zu gross, ihr weiteres Wachstum trägt zur weiteren Erhöhung der bereits heute viel zu hohen Belastung aller natürlichen Ressourcen entscheidend bei. Natürlich führt eine schrumpfende Bevölkerung zu Problemen, gerade in kapitalistischen Wirtschaften, doch im Vergleich zu den bei weiterem Wachstum eintretenden Katastrophen, sind diese überschau- und vorallem lösbar.
Dass die so called Überbevölkerung Grund aller Miseren sei, ist ein Mythos.
Die ungleiche Verteilung und die absurde Verschwendung wertvoller Ressourcen für industriell gefertigten Dreck ist Hauptursache aller planetaren Verwerfungen einschließlich Klimawandel. Das Sinken der Fertilität jedoch ist für wahrscheinlich bedeutsamere Entwicklungen als die Bevölkerungsanzahl sehr viel signifikanter.
Dass die so called Überbevölkerung Grund aller Miseren sei, ist ein Mythos.
Die ungleiche Verteilung und die absurde Verschwendung wertvoller Ressourcen für industriell gefertigten Dreck ist Hauptursache aller planetaren Verwerfungen einschließlich Klimawandel. Das Sinken der Fertilität jedoch ist für wahrscheinlich bedeutsamere Entwicklungen als die Bevölkerungsanzahl sehr viel signifikanter.
Im Gegensatz zu meinem Vor-Kommentator zur Sache sehe ich schon, dass die ubiquitäre Digitalisierung fast aller Lebensbereiche und das Smartphone als das bisher potenteste Gerät, dies bis ins Privateste fortzusetzen, einen Einfluss das Sexualverhalten vor allem junger Menschen beeinflussen kann. Es gleicht auch jenseits der Fragestellung zur Sexualität und Fertilität einem höchst fahrlässigen, gigantischen globalen Feldversuch eine so rasant sich verbreitende Technologie, die sich in der Lebenswelt jedes Einzelnen unentbehrlich macht und gleichzeitig von der Mehrheit der User so wenig verstanden wird, allein den Interessen der Technik-Konzerne überlassen zu haben. Außer den Auswirkungen auf die Fertilität, was natürlich typischerweise besondere Kritik hervorruft, gibt es eine ganze Reihe von beunruhigenden Entwicklungen, die jede für sich genommen schon besorgniserregend genug wäre. Die drastische Reduzierung der Aufmerksamkeitsspanne, das Cyber-Mobbing an den Schulen, die zur Schwachsinnigkeit erziehenden „Social Media -Kanäle, der Rückgang analoger Gesellschaftserfahrungen, Vereinsamung, Depression, …, um einige zu nennen.
Zur sinkenden Geburtenrate könnten aber vor allem die sozialen Bedingungen in den entwickelten Ländern eine große Rolle spielen. Die einfachsten familiären Verhältnisse befinden sich seit Jahrzehnten in Auflösung. Selbst das Kleinfamilienmodell scheint nicht mehr zu funktionieren. Die Zeiten in denen ein Durchschnittsverdiener eine vierköpfige Familie ernähren plus zwei Urlaube finanzieren konnte sind längst perdu. Das soziale Risiko am Ende als alleingelassene Alleinerziehende auf die Gnade frustrierter und feindseliger Sachbearbeiter auf den einschlägigen Ämtern angewiesen zu sein, ist immens. Hat man in diesem Land nicht die Kohle sein eigenes Bullerbü zu finanzieren, ist es mit der Kinderfreundlichkeit ebenfalls nicht gerade weit her.
Geht es um die biologische Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen (Fertilität) oder um die demografische Entwicklung? Für den Autor scheinen das Synonyme zu sein.
Es gibt keine isolierte “ biologische“ Fertilität beim derzeitigen Entwicklungsstand des Homo sapiens sapiens.
Sex, die Vorrausetzung der Entstehung der meisten Babies findet überwiegend im Kopf statt.( Nein, nicht die Boris Becker Variante)
Es gibt keine isolierte “ biologische“ Fertilität beim derzeitigen Entwicklungsstand des Homo sapiens sapiens.
Sex, die Vorrausetzung der Entstehung der meisten Babies findet überwiegend im Kopf statt.( Nein, nicht die Boris Becker Variante)
Ein wenig Differenzierung ist notwendig:
China hatte historisch denkbar schlechte Voraussetzungen: Armut, Überbevölkerungsangst, brutale Modernisierung, Ein-Kind-Politik, Landflucht und enormen sozialen Druck. Dass daraus heute eine demografische Krise entsteht, ist tragisch, aber nachvollziehbar.
Der Westen dagegen hatte fast perfekte Bedingungen: Wohlstand, Sozialstaat, Infrastruktur, Bildung, medizinische Versorgung und relativ stabile Arbeitsverhältnisse. Man hätte daraus eine Gesellschaft bauen können, in der Menschen gern leben, Familien gründen und Zukunft planen. Stattdessen kamen Privatisierung, Wohnraumspekulation, Prekarisierung, Leistungsdruck, Vereinzelung und Dauerkrisenmodus.
Smartphones sind dabei nicht die eigentliche Ursache, sondern eher ein Verstärker: Sie passen perfekt zu einer Gesellschaft, in der reale Bindungen schwächer, Zukunftsvertrauen geringer und Nähe immer stärker digital ersetzt wird.
Kurz gesagt: China hat aus schlechten Voraussetzungen brutal viel herausgeholt und dabei schwere Schäden produziert. Der Westen hatte beste Voraussetzungen — und hat es mit Anlauf versemmelt.
Hm, ein Artikel, viele Zahlen und noch mehr steile Thesen. Da mache ich doch mal mit.
Bevor an den einzelnen Punkten entlang gehangelt wird, vielleicht folgende Fragen vorab: Wie viele Menschen sind genug, zuviel, zu wenig und wenn, wofür, zu welchem Zweck und welche sind denn da die Richtigen? Wer meint, da auch nur eine partielle Antwort parat zu haben, lehnt sich bereits sehr weit aus dem Fenster…
Nein. Ich sage es noch einmal: NEIN. Gesellschaften, oder besser gesagt, Gemeinschaften hängen nicht am Wachstum. Die Vorstellung von notwendigem Wachstum ist eine kapitalistische Doktrin, ein Vorurteil, eine pathologische Sicht von Unbegrenztheit auf einen begrenzten Raum (Globus). Damit es auch klar wird: „Wachstum“ und „Weiterentwicklung“ sind nicht synonym, auch wenn es so verkauft wird.
Die Antwort (nach dieser sehr heterogenen Aufzählung) lautet wohl: Man weiß es nicht („aber gebt mir etwas Geld, dann forsche ich noch einige weitere diffuse Gründe heraus“). Mal als Beispiel für die „Unseriösität“ dieses Potpourris die Begründung »Umweltgifte«: Wenn biologische Infertilität angeführt wird, wäre es obligatorisch vorab zu sagen, wie hoch der Anteil eines unerfüllten Kinderwunsches gegenüber den tatsächlichen Geburten ist, um diesem Faktor eine Relevanz zuschreiben zu können. Es sind alles nur Buzzwords.
Aha, Langeweile als Ursache von Sex ist also auf dem Rückzug. So groß kann bei vielen die Leidenschaft oder ein Kinderwunsch ja dann nicht gewesen sein. Vielleicht ist das bei solchen Paarungen vielleicht auch besser so?
Ok, mich juckte zwar das Fell, aber ich hatte nicht genug Phantasie, um es alleine zuende zu bringen, mein Akku war leer, also nahm ich sie/ihn her – und brauche jetzt einen Kinderwagen.
Das würde ich mal als „Grenze der Technologie“ nennen wollen: Likes können Körperkontakt & Penetration nicht ersetzen. Und auch hier brechen wieder die Schwangerschaften weg, die auch als „Unfall“ bezeichnet werden können. So what?
Um Himmels Willen! Könnte das Prekariat wirklich via Smartphone lernen, wie Verhütung funktioniert?!? Oder liegt es doch nur daran, weil sie am meisten ausgebeutet werden und zu erschöpft sind, sich für Zuneigung auch nur zu interessieren?
Uhhh, das ist jetzt wirklich gaaaanz dünnes Eis, es gibt wenige Gesellschaften, in denen frühzeitige Teenager-Schwangerschaften mit einem „Hurra“ begrüßt werden.
Nein, wirklich nicht. Nach der „Bevölkerungsexplosion“, die seit dem Jahr 1.600 unserer Zeitrechnung allmählich an Fahrt aufnahm und sich im 20. Jh. exponentiell entwickelte, wäre ein Einbruch eine gute Nachricht – das Kapital und Herrschaftswütige mögen das anders sehen, weil „mehr“ da immer „besser“ ist –, vor allem, wenn sich das ohne Kriege, Hungersnöte oder sonstig katastrophales Massensterben wieder einpendeln würde.
Man kann wohl davon ausgehen, dass die wenigsten Menschen auf diesem Planeten echte Wunschkinder sind, was nicht heißt, dass sie nicht von den Eltern geliebt wurden und werden, doch zu viele waren unerwünscht und haben einen entsprechend schlechten Start in ihre Existenz erhalten. Soll das gleichgültig sein?
Was irgendeine Produktivität oder Funktionalität bei schrumpfenden Gesellschaften angeht, bewegt sich alles in Richtung „weniger Menschen“. Das ist nicht zu ignorieren. Ich höre die Rufe nach „Überalterung“ und „Pflegekräfte“. Da frage ich mich einerseits, wer denn alles wesentliche Jahre seines Lebens mit Pflege verbracht hat, aber erwartet, selbst gepflegt zu werden, und andererseits, was der oder die Einzelne dafür unternimmt, nicht pflegebedürftig zu werden – durchaus mit den letzten Konsequenzen.
Ich denke, nachfolgenden Generationen werden einen Umgang finden, mit den Merkwürdigkeiten, die „unsere Generation“ hervor gebracht hat, wie Smartphones, globale Vernetzung, urbane Isolation, Landflucht etc., und die wir völlig unvorbereitet und ohne Ausbildung und Verständnis dafür, was da eigentlich getan wird, angezettelt haben, mitgemacht haben, weil ein kurzfristiger Vorteil lockte oder es einfach nur irgendwie neu war. Kommende Generationen werden das auf eine Art bewältigen, den wir uns heute noch nicht vorstellen können. Und beim „Wie“ ist es völlig egal, ob „uns“ das gefällt.
»Schuld« ist ja so eine moralische und käsige Sache und ursächlich sind letztendlich immer Menschen. Aber »junge Menschen« werden irgendwann herausfinden, dass Smartphones nicht schön riechen 😉