Sind Autos Waffen?

Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit LKW am 20.12.2016. Bild: Emilio Esbardo/CC BY-SA-4.0

Es ist nur ein Fall unter vielen, die sich zu häufen scheinen. Ein 31-jähriger Mann fuhr am Samstagnachmittag in der verkehrsberuhigten historischen Innenstadt von Modena mit einem Citroen C3 in eine Menschengruppe und raste schließlich in eine Frau vor einem Geschäft. Selbst verletzt versuchte er zu fliehen und stach mit einem Messer auf einen Passanten ein, konnte aber überwältigt worden. Acht Personen wurden verletzt, vier davon schwer.

Der Mann ist Salim El Koudri aus der Provinz Bergamo, der bei Modena lebt. Seine Eltern sind marokkanischer Herkunft. Ein derzeit arbeitsloser Wirtschaftswissenschaftler, der offenbar wegen psychischer Störungen in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurde, die Behandlung aber abbrach. Bislang scheinen keine Hinweise auf Radikalisierung oder Verbindungen zu dschihadistischen Gruppen gefunden worden zu sein. Der Polizei war er nicht bekannt.

Beunruhigend ist, unabhängig davon, ob es sich um einen Terroranschlag, einen erweiterten Selbstmordversuch oder eine Amoktat aus Verzweiflung oder Rache handelt, dass überall in der Welt Milliarden an schweren Waffen zur Verfügung stehen, mit denen überall und jederzeit, vor allem aber  an Orten mit Menschenansammlungen, die mit Fahrzeugen zugänglich sind, tödliche Gewalt ausgeübt werden kann. Wo Schusswaffen verbreitet sind wie in den USA, werden diese oft anstatt Autos eingesetzt – und das praktisch bereits täglich. Mehren sich solche Mord- und Selbstmordfahrten durch virale Verbreitung, wird es schwierig werden, sich unbekümmert im öffentlichen Raum aufzuhalten. Oder auch einfach mit dem Auto zu fahren, denn es könnte ja jederzeit ein Autofahrer aus welchen Gründen auch immer sein Fahrzeug in das eigene lenken.

Man könnte sich fragen, warum nicht bereits statt Sprengstoff, Schusswaffen oder eben Autos vermehrt Drohnen für solche „surrealen Taten“ verwendet werden, um zufällig anwesende Menschen zu töten. Eine ferngesteuerte FPV-Drohne mit Sprengstoff in eine Menschenmenge zu stürzen, wie das derzeit in der Ukraine und Russland dauernd geschieht und oft mit einer Überwachungsdrohne beobachtet und dokumentiert wird, scheint aber die Täter (zumindest bislang) nicht anzuziehen. Sie wollen nicht ungefährdet und aus der Ferne Menschen töten, sondern dies unmittelbar in der Wirklichkeit als Realität erleben, wahrscheinlich um irgendwie aus der Illusion oder Simulation auszutreten und Irreversibilität zu erfahren, die durch den Tod der anderen und das Risiko des eigenen Todes oder den suizidalen Wunsch eintritt. Aber das ist vielleicht eine zu gewagte These. Der Griff zum Auto kann einfach eine unkomplizierte Möglichkeit sein, ohne Vorbereitung, also ohne Sprengstoff zu besorgen und sich mit Drohnen auszukennen, den Absprung in die (selbst)mörderische Aktion zu machen, ganz spontan.

Die Islamisten haben bekanntlich Anschläge mit normalen, ohne mit Sprengstoffen beladene Fahrzeugen im Westen beworben, weil damit die Anhänger nicht auffällig werden und es keine Verbindungen vor Ort benötigt. Nach dem Anschlag in Nizza 2016 mit einem LKW, bei dem 86 Personen ermordete und mehr als 400 zum Teil schwer verletzt wurden, propagierte der IS in Rumiyah: „Fahrzeuge sind wie Messer, da sie extrem leicht zu beschaffen sind. Aber im Gegensatz zu Messern, die, wenn sie im Besitz einer Person gefunden werden, einen Verdacht erregen können, wecken Fahrzeuge aufgrund ihrer weiten Verbreitung in der ganzen Welt keinerlei Zweifel. Aus diesem offensichtlichen Grund ist die Nutzung eines Fahrzeugs eine der umfassendsten Angriffsmethoden, da sie jedem, der die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs besitzt, die Möglichkeit zum gerechten Terror bietet.“ („Nur wenige wissen, wie tödlich Kraftfahrzeuge sind und wie viele Opfer sie fordern können“)

Empfohlen wurde als „Open Source Jihad“ im al-Qaida-Magazin Inspire im Jahr 2020, einen Pickup so umgestalten, dass er „zu einer Mähmaschine wird, mit der nicht Gras gemäht, sondern die Feinde Allahs niedergemäht werden“. Dazu müsse man nur Stahlklingen am Kühler des Pickups anbringen und dann mit großer Geschwindigkeit durch einen Ort wie eine Fußgängerzone fahren, wo sich eine möglichst große Zahl von Menschen aufhält. Empfohlen wird, Waffen mitzunehmen.

Bild aus der zweiten Ausgabe von Inspire 2010.

„Krasse Pervertierung seines Zwecks“

Und genau das ist das Gefährliche an Tatwerkzeugen wie dem Auto, mit dem sich nicht nur einzelne Menschen, sondern Menschengruppen wie mit einem automatischen Gewehr töten oder verletzen lassen. Das ist ein Dual-use-Mittel, das seit einiger Zeit zu unterschiedlichen Zwecken als Waffe eingesetzt wird, auch wenn der Tod anderer Menschen etwa bei Rasern nur als Kollateralschaden hingenommen wird. Interessant ist in dieser Hinsicht, wie die gefährlichen Waffen Fahrzeuge juristisch betrachtet werden. Nach dem Waffengesetz sind Waffen:

  1. Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und
  2. tragbare Gegenstände,
  3. a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;
  4. b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.“

Zutreffen auf Autos würde ohne Zweifel b), aber es sind alle Gegenstände ausgeschlossen, die nicht in dem Gesetz explizit genannt werden.

Klar ist, dass fast alles als Waffe oder als gefährlicher Gegenstand verwendet werden kann. Der Bundesgerichtshof musste kürzlich darüber entscheiden, ob ein Auto eine Waffe ist. Bei dem Fall ging es darum, dass ein vor der Polizei flüchtiger Fahrer mit seinem Auto an einem künstlichen Stau der Festnahme zu entziehen suchte, indem er mit sein Fahrzeug die Polizeiwagen rammte und die Polizeibeamten sich retten mussten. Dabei ging es um die Frage, ob der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein besonders schwerer Fall nach § 113 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 StGB ist, weil „der Täter oder ein anderer Beteiligter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt“. Dazu wird wiederum auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts (2 BvR 2238/07) verwiesen, das in einem ähnlichen Fall geurteilt hatte: „Ein Kraftfahrzeug kann … nicht als Waffe angesehen werden, da es weder von der Zweckbestimmung noch von einem typischen Gebrauch her zur Bekämpfung anderer oder zur Zerstörung von Sachen eingesetzt wird.“

Auch wenn man ein Auto mit untypischer Zweckbestimmung als Mordmittel benutzt, soll es keine Waffe sein: „Die bloße Möglichkeit, einen Gegenstand auch in zweckentfremdender Benutzung zur Bekämpfung von Zielen zu verwenden, genügt zur Begründung der Waffeneigenschaft danach jedenfalls nicht.“ Das würde freilich auch etwa auf ein Jagdgewehr zutreffen, dessen Zweckbestimmung es ist, ein Tier zu erlegen, wenn damit ein Mensch getötet wird. Aber das gilt nach dem Waffengesetz als Waffe.

So löst das Bundesverfassungsgericht auch das Problem auf:  „Gegenstände, die, ‚…ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen…‘ sieht das Waffengesetz nur als Waffen an, soweit sie im Waffengesetz genannt werden“. Und da sind eben Autos nicht aufgeführt.

Das Oberverwaltungsgericht schloss sich nicht nur dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts an, dass ein Auto „weder von der Zweckbestimmung noch von einem typischen Gebrauch her zur Bekämpfung anderer oder zur Zerstörung von Sachen eingesetzt wird“, also keine Waffe ist. Es soll nicht einmal als gefährliches Werkzeug eingestuft werden können. Die Begründung ist wieder ähnlich teleologisch:

„Ein Kraftfahrzeug erfüllt auch nicht die Voraussetzungen eines gefährlichen Werkzeugs im Sinne von § 113 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Alt. 2 StGB. Denn trotz der von ihm ausgehenden erheblichen Bewegungsenergie ist ein Kraftfahrzeug bei objektiver Betrachtung kein Gegenstand, der dazu bestimmt ist, eine Kraft gegen ein anderes Objekt zu entfalten oder zu verstärken. Er unterscheidet sich dadurch von alltäglichen Werkzeugen wie etwa einem Hammer oder einem Schraubendreher, die schon bei bestimmungsgemäßer Verwendung diesen Zweck haben und sich ohne weitreichende Veränderung der vorgesehenen Einsatzform (Schlagen, auf einen Punkt konzentrierte Druckausübung etc.) verbotenen Waffen ähnlich gegen Menschen einsetzen lassen. Dass sich unter krasser Pervertierung seines Zwecks als Fortbewegungsmittel auch ein Kraftfahrzeug dazu missbrauchen lässt, Sachen zu zerstören oder Menschen zu verletzen, ändert daran nichts.“

Eine Änderung des vorgesehenen Zwecks wird bei „objektiver Betrachtung“ und aller Eignung als „krasse Pervertierung“ betrachtet. Warum Autos nicht als Waffe eingestuft werden sollen, ist wohl nur eine pragmatische Entscheidung, denn eine Zweckbestimmung ist eine ziemlich vage und subjektive Festlegung. Hersteller und Verkäufer wollen eine Zweckbestimmung als Fortbewegungsmittel, was allerdings schon bei Militärfahrzeugen schwierig wird. Und nicht gezielt, sondern als „Nebenwirkung“ verursachen Autos durch Unfälle und durch Luftverschmutzung (Abgase, Feinstaub durch Reifenabrieb etc.) zahlreiche Todesfälle. Die meisten Kunden werden hinsichtlich des Zwecks übereinstimmen, aber niemand und nichts kann Menchen daran erinnern, eigene Zwecke festzulegen. Bleibt letztlich der Gesetzgeber und seine Definition von Waffen.

Würden Autos als Waffen betrachtet, könnte es erhebliche Folgen für Herstellung, Verkauf, Besitz und Verwendung geben, wie das bei Waffen der Fall ist. Das Bundesinnenministerium schreibt: „Das Waffengesetz (WaffG) dient dem Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Es regelt unter anderem alle Fragen des Umgangs mit Waffen oder Munition, wie zum Beispiel den Erwerb und Besitz, das Führen und Schießen, die Aufbewahrung sowie die Herstellung und den Handel. Zudem regelt es, unter welchen Voraussetzungen jemand eine Waffe besitzen darf. Darüber hinaus reglementiert es die Erlaubnisse und Ausnahmen für bestimmte Fälle und Personengruppen wie Jäger und Sportschützen, aber auch die Verbote bestimmter Waffen oder Munition.“

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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38 Kommentare

  1. Reden wir mal über Blumentöpfe. Sie können ganz friedlich auf dem Balkon stehen, sich aber auch plötzlich mittels Schwerkraft in eine tödliche Waffe verwandeln.
    Da das fast alle Gegenstände betrifft verbieten wir um ganz sicher zu gehen am besten die Schwerkraft. Ein mörderischer und heimtückischer Killer ersten Grades, der fast immer straffrei davonkommt.

    1. Küchenmesser, Hämmer, Steine, Porzellan, Rattengift, Dünger mit Diesel… Es gibt soviele Methoden Menschen zu ermorden. Wenn jemand wirklich will, findet er (oder sie) ein Werkzeug es zu tun.

      Also freuen wir uns auf die kommenden KI betriebenen „Software defined cars“ mit eingebauter Totalüberwachung und Kontrolle durch Freund Computer. Dann wird nichts mehr passieren und die totale Sicherheit ausbrechen!

  2. Das ganze bitte konsequent bis zum logischen Ende denken: Was wäre, wenn wir Geld als Waffe deklarieren? Die Bankster als Massenmörder? Die Märkte als Terrororganisationen? Kommt der Realität irgendwie näher, als Autos.

    1. Tja, da man einfache Zustimmung nicht mehr über ++ signalisieren kann, naja in dem Fall +++, danke für’s konkrete bis an’s Ende denken. Der Fisch stinkt immer zuerst vom Kopf. Dort anfangen zu verbieten ist der richtige Weg.

      Lieber Gruss

  3. Juristen, zumindest in Deutschland, sind in der Regel hochgebildete und qualifizierte Menschen, die in der Ausbildung und der Amtsausübung in aller Regel die Fähigkeit verlieren, geradeaus zu denken.
    Tucholsky hat deutsche Richter nicht beschimpft. Für ihn war “ deutsche Richter“ allein schon ein schändlicher Begriff.
    Letztendlich ist es aber egal, wenn der Begriff „Waffe“ von islamischen Faschisten und deutschen Richtern verschieden definiert wird. Der IS nutzt halt jede Gelegenheit, und das durchaus mit Erfolg, seine Rechtsauffassung einer breiten Öffentlichkeit vorzutragen.

    In der Mannheimer Innenstadt, den Quadraten, findet am letzten Maiwochenende ein Stadtfest statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Es werden halt Panzersperren bereitgestellt und installiert. Was eben zur zünftiger kollektiver Fröhlichkeit so dazu gehört.

    Sind Panzer eigentlich Waffen?

    1. Nicht, wenn ein zivilisierter Mensch einen Werkzeugkasten und 24 Stunden Zeit hat.
      Dann ist es evtl. ein Blumenkübel oder Element der Verkehrsberuhigung.

  4. Das Auto ist Mittel allgegenwärtiger Gewaltausübung. Gerade und vor allem in Deutschland dient es dazu, dem Stärkeren dazu, sein entsprechendes Recht auszuüben. Verankert ist dieses in der Straßenverkehrsordnung, einem Nazigesetz übrigens.

  5. Sind Autos Waffen?

    Ja. Wenn ich das will. Vorgeblich sind sie ein Ding zur Fortbewegung.
    „Sind Besen Waffen?“
    Ja. Wenn ich das will. Vorgeblich sind sie ein Ding zur Reinigung. Aber als Kind habe ich bereits gelernt, dass sie auch ein Ding zur Fortbewegung sind. Stichwort „Walpurgisnacht“.
    „Sind Hand & Hirn Waffen?“
    Aberhallo, sie sind in jedem Mord involviert. Also weg damit!

    Die Diskussion im Artikel, warum Autos und nicht bereits bewaffnete Drohnen verwendet werden, finde ich ziemlich merkwürdig, aber das passt auch zum restlichen Artikel. Mit einigen Chemiekenntnissen fallen mir diverse Möglichkeiten ein, mit Ressourcen aus Discounter, Baumarkt und Apotheke eine ausgesprochen unauffällige Massenvernichtungswaffe herzustellen, die mit etwas Fantasie und Recherche auch unter die Leute gebracht werden kann. Werde ich natürlich nicht ausführen, denn man soll Leute nicht auf Ideen bringen bzw. ihnen leichtfertig hoch effektive Waffen in die Hand geben. Das ist wohl auch der Grund, warum immer öfter Autos verwendet werden: Sie sind beide da, die Autos und die Idee der widerlichen Nutzung.

    Aber fragen wir noch einmal: »Sind Autos Waffen?«

    Ja, sie sind Kognitions-Waffen des täglichen Gebrauchs:
    Sie sagen mir über ihren Besitz, was ich bedeute.
    Sie sagen mir, dass ich frei bin, auch wenn ich nicht so fühle.
    Sie sagen mir, dass sie meine Sehnsucht sind.
    Sie befehlen mir Hingabe zu ihnen, jedes Wochenende.
    Sie zeigen, ob ich fuckable bin.
    Sie beeinflussen das Denken über die Art, was ich wo Arbeiten kann.
    Sie sind Arbeitsplatz und damit befohlenes Unterwegs-Sein.
    Sie zeigen mir mein Ungenügen im ewigen Woanders.
    Sie zerteilen, verstümmeln und verengen den Raum, ihre Mobilität zwängt den Menschen ein.
    Sie diktieren weite Teile der Politik, denn ihre uneingeschränkte Beweglichkeit ist – wie ihre Hersteller, wie ihr Aktienwert, wie ihre produktive Systemrelevanz – sakrosankt.
    Sie sind einer der Hebel, mit dem Mensch in diese Gesellschaft gepresst und entmenschlicht wird.

    Abschließend gefragt: „Sind Autos Wohnzimmer?“
    Definitiv nein, wer das so empfindet ist bereits in vielerlei Hinsicht tot und wohnt nicht mehr, sondern agoniert nur noch vor sich hin.

    Merkwürdiger Kommentar? Merkwürdiger Artikel…

  6. Das Problem ist ein anderes. Wenn z.B. bei einem Tötungsdelikt eine Waffe im Sinne des Gesetzes eingesetzt wurde, lässt sich ein Tötungsvorsatz zwar leichter begründen. Es macht aber keinen strafrechtlichen Unterschied, wenn das Opfer mit einer Pfanne (keine Waffe) erschlagen wurde. Das bedeutet auch, dass z.B. der Besitz einer Waffe einen Verdachtsmoment begründen oder verstärken kann, dass jemand eine Straftat (z.B. eine vorsätzliche Tötung) begehen will, während das hingegen bei einem Alltagsgegenstand – nehmen wir mal eine Pfanne oder ein Auto – nicht der Fall ist. Würde man solche Gegenstände auch als Waffen einstufen, hätte die Polizei leichtes Spiel, bei jedem einfach mal eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Wenn der Richter irgendwas von einer Waffe auf dem Antrag der Staatsanwaltschaft liest, ist dieser schon fast unterschrieben.

  7. Ein Tag im Leben in der okkupierten West-Bank:
    Apartheidmauer, Gewalt durch Siedler, Überwachungstürme, Landraub, nächtliche Razzien, militärische Besatzung, illegale Siedlungen, Militärkontrollpunkte, Massenverhaftungen, Wasserknappheit, Straßensperren, Hauszerstörungen, getrennte Straßen, Ausgangssperren, Absperrungen: https://ibb.co/pBPWHC6q

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

    1. Und das ist was abgesehen von sechs Toten in den vergangenen 24 Stunden am Montag den 18.05.2026 in Gaza passiert ist. „Heute am Vormittag hat eine Gruppe von Palästinenser im Hafen von Gaza eine Protestkundgebung abgehalten, um die israelische Aufbringung der „Global Sumud“-Flottilla zu verurteilen, die sich auf einer humanitären Hilfsmission auf dem Weg in den Gazastreifen befand.“ Einige Erwachsene und Kinder die rumstehen und auf den Boden schauen: https://ibb.co/YFpBBwvY

  8. Als Radfahrer musste ich leider schon öfter Bekanntschaft damit machen, dass ein Auto sehr wohl zur Waffe werden kann. Nicht im abstrakten juristischen Sinn, aber ganz konkret im Alltag: wenn Autofahrer bewusst zu dicht überholen, schneiden, abdrängen oder mit ihrem Fahrzeug „erziehen“ wollen.

    Radfahrer merken viel früher und viel häufiger, wie schnell aus einem Verkehrsmittel ein Drohmittel wird. Dafür braucht es keine Amokfahrt auf einem Weihnachtsmarkt oder eine terroristische Tat — wobei solche Verbrechen selbstverständlich in keiner Weise relativiert oder abgewertet werden sollen. Aber die Grundmechanik ist dieselbe: Ein schweres Fahrzeug wird gegen ungeschützte Menschen eingesetzt.

    Wer auf dem Rad sitzt, spürt diese Machtasymmetrie unmittelbar. Da reichen wenige Zentimeter, ein kurzer Schlenker, ein absichtliches Bremsmanöver — und aus Alltagsverkehr wird potenziell schwere Gewalt.

    Eine einfache Lösung dafür weiß ich allerdings auch nicht. Ein Auto ist nun einmal ein Alltagsgegenstand, ein notwendiges Verkehrsmittel für viele Menschen und nicht per se eine Waffe. Genau das macht die Sache ja so schwierig: Das Problem liegt nicht im Gegenstand allein, sondern darin, wie schnell er durch Absicht, Rücksichtslosigkeit oder Machtdemonstration zu einem gefährlichen Mittel werden kann.

    1. Ihre Erfahrungen als Radfahrer teile ich, doch auch hier ist es nicht das Auto, das die Waffe ist. Jene FahrerInnen würden auch Wattebäusche nach Ihnen werfen, wenn es Sie bedrohen könnte. Die Waffe ist nicht der Gegenstand (das Auto), sondern der (abartige oder nur alltägliche?) Wille, Macht auszuüben.

    2. Fahrradfahrer sind aber nicht immer Opfer, sondern oft eher Täter. Als Fußgänger
      in beruhigten Straßen, lebt man, trotz Fahrradverbot, immer höchst gefährlich. Boten
      auf Fahrrad jagen unter Zeitdruck durch die Straße und es kommt immer wieder zu schlimmen
      Unfällen. Auch drängeln sich Fahrradfahrer zwischen den vor einer Ampel stehenden Autos
      nach vorn durch und meckern dann über die Autofahrer, dass die ihnen so dicht auf die Pelle
      rücken. Ein Auto als Waffe zu bezeichnen halte ich für grund verkehrt. Wieviele Menschen werden
      mutwillig mit einem Fahrzeug getötet? Wieviele Menschen werden mit den Händen erdrosselt?
      Sind Hände dann auch Waffen? Eigentlich ist doch der Mensch selbst die Waffe und der Gegenstand
      den er zum Töten benutzt eine Erweiterung seiner körperlichen Fähigkeiten. Ein Mensch, der ja eigentlich
      ein Raubtier ist, könnte auch wie Raubtier mit einem Kehlbiß töten. Er kann heute aber viel einfacher
      eine mit Sprengstoff beladene Drohne in eine gruppe Kinder steuern. Oder ein durchgeknallter
      Mensch Trump, auf den roten Knopf drücken und die Erde verpuffen lassen. Also wozu erst ein Auto
      kaufen, wenn es viel einfacher geht. Und dann spart man auch noch die Kosten für den TÜV !!

      1. Ich weiß nicht, ob sich der Text, der mit dem Bild des LKW illustriert wird, mit dem ein islamischer Irrer – unsere Justiz erklärt uns, wer das gewesen sein soll – etliche meiner Berliner Mitbürger ermordet hat, sich dazu eignet, eine Radfahrer VS. Autofahrer Diskussion zu führen.
        Insofern sei mir gestattet, mich durchaus auf den Text zu beziehen und zu fragen, wie viele der mehr als 2.000 Menschen, die jedes Jahr allein in Deutschland im Straßenverkehr sterben, durch Fahrräder -es sind üblicher Weise Null- und wie viele durch Autos getötet werden? Ein rücksichtsloser oder auch nur unaufmerksamer Mensch auf einem Fahrrad mag lästig sein, in einem Auto wird er lebensgefährlich.
        Der sadistische, in der Mehrzahl aller solcher Taten religiös vernebelte Muslim, fährt nicht mit dem Fahrrad auf Menschenjagd. Und das wird auch von der Speerspitze des islamischen Faschismus, dem im Text zitierten IS nicht gefordert.

        1. Man kann Sagen verbreiten oder auf Basis von Fakten ins Gespräch kommen. Sie verbreiten Sagen – hier Radfahrer produzieren keine toten dritten Verkehrsteilnehmer.

          Daher:

          Durch Radfahrer sterben jährlich etwa 10-15 Menschen – meist Fußgänger, wobei etwa die Hälfte der Unfälle verursacht werden durch Radfahrer als Hauptschuldige.

          Weiter:
          Etwa 120 Radfahrer sterben jährlich ohne Beteiligung Dritter im Verkehr.

          Etwa 290 Radfahrer sterben im Verkehr mit Beteiligung Dritter, häufig LKW und natürlich PKW. Davon sind etwa 55-60 Radfahrer hauptschuldig am Unfall und damit ihrem Tod.

          Quellen bitte selber suchen, trägt zur Läuterung bei.

          1. Ich bedanke mich für
            dieses wertvolle Faktenchecking und korrigiere mich insofern, dass (im Kopf gerechnet und gerundet) 0,5% im Zusammenhang mit Fahrrädern zu Tode kommen.
            Ob bei den 99,5 % noch Pferdefuhrwerke oder Straßenbahnwagen rauszurechnen sind, prüfe ich jetzt nicht.
            Ich hoffe, dass die Überraschung nicht zu groß ist, dass ich mich in der Aussage meines Beitrags, dass böse Absicht oder auch nur Unachtsamkeit am Steuer eines Kraftfahrzeugs etwas sehr anderes sind, als am Lenker eines Fahrrades, nicht ernsthaft widerlegt fühle. Wirklich nicht.

  9. Dass Drohnen nicht nur im Krieg als Waffen eingesetzt werden kommt bestimmt auch noch.
    Es braucht vielleicht nur noch ein bisschen Reklame in den Medien bis das modern wird. Ich erinnere mich an die Geisterfahrer auf der Autobahn. Es gab keine, bis darüber berichtet wurde und dann waren sie plötzlich überall. Bei Weihnachtsmärkten war es sogar so, dass Jahre vor dem Anschlag auf dem Breitschneidplatz immer wieder vor der Gefahr gewarnt wurde, bis es dann real wurde. Vielleicht braucht es die möglichst breite mediale Vorbereitung bis solche Ideen in die Köpfe gelangen können. Momentan sind wir ja noch bei Messern, aber dann bestimmt kommen die Drohnen. Medial getrommelt wird dafür jedenfalls schon fleißig.

  10. Leider kann man seit vielen Jahren einen zunehmenden Aktionsmus gerade im Strafrecht beobachten. Meist von SPD-Justiizministerinnen und meist sehr ideologisch motiviert.
    Gerade im Sexualstrafrecht inzwischen ein wiederkehrendes Ritual jeglicher Koalitionen der vergangnenen Jahre.
    Jüngstes Beispiel:
    Ko-Tropfen – weil diese bisher juristisch nicht strafverschärfend als „gefährliches Werkzeug“ eingestuft werden konnten, soll jetzt das Gesetz um den „Einsatz gefährlicher Mittel“ ergänzt werden. Ein, wie von Juristenverbänden kritisiert, völlig unbestimmter Begriff, der gerade wegen seiner Undefiniertheit nichts im Gesetz zu suchen hat.
    Anderes Beispiel wie im Artikel zitiert:
    „Dabei ging es um die Frage, ob der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein besonders schwerer Fall nach § 113 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 StGB ist, weil „der Täter oder ein anderer Beteiligter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt“.“
    Jeder Handwerker sollte im Umgang mit Polizeimaßnahmen extrem vorsichtig sein, denn der Gesetzestext lautet:
    „bei sich führt“ und dies gilt bereits wenn er den Schraubenzieher in der Tasche hat, d.h. er ist bereits strafverschärfend ohne dass er eingesetzt wurde, nicht mal zeigen und damit drohen sind nötig. Allein die Tatsache, dass die Polizei diesen in seiner Tasche findet, reicht aus.
    Und es gab haufenweise derartiges absurdes aktionistisches Herumdoktoren am Strafrecht in den vergangenen Jahren.
    Die echten Probleme in der deutschen Justiz werden allerdings nicht mal diskutiert, geschweige denn angegangen:
    An 1.Stelle: Weisunggebundenheit der Staatsanwaltschaft.
    Dann zum Beispiel: Rechsbeugungsprivileg der Kammergerichte (siehe der längst vergessene und verdrängte Fall Görgülü)
    https://www.zis-online.com/dat/artikel/2009_4_304.pdf
    Oder die fehlende Protokollierungs- bzw Aufzeichungspflicht in vielen Gerichtsverfahren.
    Oder die unsäglichen Zustände im Gutachterwesen und deren fehlende Qualitätssicherung.

  11. Ich stimme dir zumeist zu.
    Aber hiermit nicht so sehr: „Wer auf dem Rad sitzt, spürt diese Machtasymmetrie unmittelbar“
    So wie die meisten Fahrradfahrer durch die Stadt radeln, scheinen die das noch nie gespürt zu haben.
    Und wenn sie endlich raffen, dass sie mit null Knautschzone und quasi nackt in der Kampfzone radeln, dann ist es meist zu spät.

    1. Ich glaube aber als Terrorist hättest du mit einem Fahrrad wohl kaum Wirkung, gell? Da müsste man sich doch schon arg anstrengen um definitiv tödlich zu werden, nicht?

      1. Das bestreite ich gar nicht. Steht aber auch gar nicht im Widerspruch zu dem was ich oben geschrieben habe.
        Allerdings, ein durchgeknallter und über 2 Zentner schwerer Drahteselterrorist schafft das auch, und zwar auf dem Fußweg.
        Zumindest einen Schwerverletzten oder sogar Toten, wenn er sein Handwerk versteht und seine Biker-Freizeituniform entsprechend präpariert.

  12. Das ist ja zum Haare raufen, wiese landet mein Hinweis an n.b, dass meine obige Antwort an ihm gerichtet ist, in der Moderationsschleife!?

  13. Hallo,
    es gibt die Möglichkeit das sowas nicht in den Ausmaß passieren könnte.
    Bei jeden Leih-E-Roller ist es so, das sie nicht in der Münchener Fußgänger-Zone funktionieren.
    Das gleiche gilt auch während des Oktoberfestes.
    Das nennt sich Geofencing.
    Seit mehreren Jahren ist es in der EU-Pflicht sowas in Neuwägen und LKWs aktivieren zu können.
    Das sich solche Attentate nicht ganz verhindern ließen ist klar, aber einige Politiker wollen es nicht, weil sich sonst kein Ausländerhaß erzeugen läßt!
    Der Spruch lautet ja, „Frehe fahrt für freie Bürger“

    1. »Geofencing«. Noch so ein preiswertes Sicherheits-Surrogat. Oder auch »Schlangenöl«, wie ein schwer vermisster Blogger immer sagte. Denn gegen eine motivierte Waffe in Form eines Menschen, der sich selbst als Waffe nutzt oder von dritten als Waffe benutzt wird, ist, wie Sie sagen, langfristig keine vollständige Kontrolle oder Verteidigung möglich.

      Bloß nicht nach den vorgelagerten Ursachen fragen. Deswegen wirkt der Artikel teilweise wie ein Werbetext, er stellt nicht die richtigen Fragen. Und einen tragischen Vorfall, bei dem selbst die oberflächliche Ursachen bisher nicht bekannt sind, mit dem Bild eines Anschlages mit dubiosem Hintergrund in Verbindung zu bringen, macht es nicht besser.

      1. „oder von dritten als Waffe benutzt wird“

        Warum viel mir alten Verschwörungstheoretiker hier nur eine der schönsten Städte Deutschlands ein, Magdeburg.

    2. Es lebe der Kill-Switch für das Auto:
      wenn das Knöllchen nicht bezahlt ist, wenn die Steuer nicht bezahlt ist, wenn Du Querdenker bist: Kill-Switch.

  14. Autos per se als Waffe zu definieren greift m. E. zu weit und ist wenig zielführend. Man könnte auch in den Wald gehen, aus einem Ast einen Baseballschläger schnitzen und damit auf Passanten losgehen. Wenn man einen Flugschein und einen Privatjet hat, dann man auch daraus eine Waffe machen. Letztlich kann auch die bloße Hand oder Faust zur Waffe werden, wenn man Boxen und/oder Karate kann. Sogar Buchstaben und Satzzeichen können zur Waffe werden wie die Dekrete der EU-Bürokraten, um missliebige Kritiker ohne konkrete Anklage, ohne öffentliche Verhandlung und ohne Urteil mundtot zu machen und andere einzuschüchtern.

    Die relevante Frage ist doch vielmehr, wie entsteht Gewalt bzw. woher kommt das Gewaltpotential. Weder Terroristen noch Amokläufer fallen vom Himmel. (Das gilt auch für Kriege.) Vor allem Amokläufer machen das ja nicht, um sich persönlich zu bereichern wie die Gangster, die sich cum ex Steuern in Milliardenhöhe erstatten lassen und zwar Steuern, die sie nie gezahlt haben. In diesem Fall ist es die Gier. Terrorismus und Amokläufe haben andere Ursachen und diese Ursachen muss man analysieren und bekämpfen und nicht die Autos oder Lkws sonst läuft man Gefahr, die Freiheit von vielen Millionen Bürgern einzuschränken, weil jemand mit einem Auto oder einem LKW absichtlich in eine Menschenmenge fährt oder im Karateclub Kampfsport macht.

  15. Alles kann zur Waffe werden, nicht nur Autos.
    Frei nach Schiller:
    Was willst du mit dem Dolche, sprich.
    Kartoffeln schälen, vergiss es nicht 🙂

  16. Das totalitär gestrickte Hirn von Technokraten und anderen Weltverbessseren kann alles zur Waffe erklären und so seinem Ziel dem totalen Machtmissbrauch näher kommen. Wir sollten uns fragen ob das was uns da medial vorgeführt wird einem Ziel dient das gegen unsere Interessen gerichtet ist.
    Islamisten und unsere biodeutschen Technokraten sind sich darin einig das sie eine offene liberale Gesellschaft hassen. Ich glaube sie kooperieren um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen.

  17. Der Artikel setzt aus meiner Sicht an der falschen Stelle an. Ob ein Auto eine Waffe ist oder nicht, erklärt den Charakter solcher Taten kaum. Auch Drohnen, Waffenrecht oder technische Alternativen führen vom eigentlichen Punkt weg. Fahrzeugtaten dieser Art sind häufig keine strategisch geplanten Terroranschläge, sondern psychologische Verzweiflungstaten in einer Ausnahmesituation.

    Der Täter sucht dabei nicht nach dem technisch besten oder sichersten Tatmittel. Er handelt offen, unmittelbar und ohne erkennbare Sorge, gesehen zu werden. Genau deshalb passt der Drohnenvergleich nicht. Eine Drohne steht für Distanz, Planung und Kontrolle. Die Fahrzeugtat steht eher für eine nach außen getragene Entladung: Der Täter will nicht verborgen bleiben, sondern setzt die Tat direkt in der sichtbaren Wirklichkeit um.

    Der bessere Vergleich ist nicht die geplante Messerattacke, bei der ein Messer vorbereitet, versteckt oder gezielt mitgeführt wird. Passender ist der Griff zum Messer in einem eskalierenden Beziehungsstreit. Dort ist das Messer nicht Ausdruck einer vorher ausgearbeiteten Anschlagsplanung, sondern wird im Moment der Verzweiflung, Wut oder Enthemmung benutzt. Genau so kann auch ein Auto funktionieren: nicht als speziell beschaffte Waffe, sondern als unmittelbares Mittel einer bereits ausgelösten Tat.

    Deshalb helfen strengere Regeln nur begrenzt. Man kann einer solchen Person nicht zuverlässig „das Auto“ entziehen, weil es in der konkreten Situation nicht um Besitz, Führerschein oder formale Berechtigung geht. Wer in einer solchen Ausnahmesituation handeln will, nimmt, was die Handlung ermöglicht. Fehlt das Auto, kann es ein Messer sein; fehlt das Messer, ein anderer Gegenstand. Der Gegenstand ist austauschbar, der Tatmodus nicht.

    Die entscheidende Unterscheidung ist daher: Das sind nicht notwendig Anschläge im strategischen Sinn, sondern häufig offen ausgeführte Verzweiflungs- und Enthemmungstaten. Wer nur über Autos als Waffen spricht, beschreibt das Werkzeug, aber nicht den Charakter der Tat.

  18. Auch ohne dass das Auto von bestimmten Personen gezielt als Mordinstrument eingesetzt wird, ist es per se eine Waffe: Allein 2025 fast 3000 Verkehrstote durch Autounfälle in Deutschland. Für das heilige Blechle werden riesige Flächen verbraucht und Landschaften zerstört, die Lärm- und Emissionsbelastung an Autobahnen sowie an Hauptverkehrsstraßen innerhalb und außerhalb städtischer Ballungsräume ist unerträglich und schon die Produktion von Autos verschlingt Unmengen an Energie und Rohstoffen.
    Permanent kollabiert der Verkehr durch Staus und dann sieht man, dass selbst in den euphemistisch SUVs genannten Privat-Panzern, die das Leben eines Kindes im Grundschul-Alter im Falle einer Frontal-Kollision dreimal mehr gefährden als ein „normaler“ PKW, fast immer der Fahrer allein sitzt, von Effizienz und sinnvoller Nutzung also keine Spur.

    Und speziell in Deutschland, einem der Haupt-Länder des automobilen Wahns, in dem bis heute noch nicht mal eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen durchgesetzt werden konnte, besitzen die Drecks-Karren nach wie vor den Status eines goldenen Kalbs, forciert durch die Mafia namens Automobil-Industrie und ihre lobbyistischen Speichellecker in der Politik.

  19. Warum wird über den Waffencharakter von Sachen gesprochen? Warum sprechen wir über den Einsatz von Fahrzeugen als Waffen, aber auch vom Verbot von Taschenmessern im öffentlichen Raum?

    Weil wir nicht über Gewalt in ihren unterschiedlichen Formen sprechen wollen, weil wir nicht über Menschen sprechen wollen, die Gewalt ausüben wollen. Dies betrifft sowohl Menschen in psychischen Extremsituationen als auch Menschen, die im Rahmen einer totalitären Ideologie wie dem Islam verletzen und töten wollen.

    Wir machen aus dem Taschenmesser und dem Fahrzeug ein Problem, weil wir als westliche Gesellschaft uns nicht eingestehen wollen, dass Menschen aus bestimmten Regionen wie Afrika eine wesentlich höhere Prävalenz für Psychosen haben, die in extremen Gewalttaten enden können.

    https://www.nationalelfservice.net/mental-health/psychosis/african-caribbean-psychosis/
    https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17522439.2025.2560860
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4464643/

    Der Islam, hier besonders die sunnitisch, wahabitische Variante in Verbindung mit archaischen Zivilisationsvorstellungen, ist eine totalitäre Ideologie, die in direktem Widerspruch zu unserer liberalen, egalitären und demokratischen Gesellschaft steht. Da gibt es keinen Spielraum für Koexistenz, die Beweise sind die unzähligen Opfer.

    Wer ein Messer als gefährlich begreift, eine menschenverachtende Ideologie, die andere Menschen zu Tätern macht, aber ignoriert, auch weil er zu bequem ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen, stellt auch eine Gefahr dar. Unsere Politiker haben aus Unfähigkeit und Dummheit, anders lässt sich das nicht sagen, eine schwer einzudämmende Gefahr geschaffen.

    Wohlgemerkt, es ist immer der Mensch, der sich einer Sache, sei es Waffe oder Ideologie, bedient. Und so wie es Menschen gibt, die in einem Schützenverein ihrem Hobby nachgehen oder Autofahren lieben, gibt es auch Menschen, die den Koran lesen und von einem anderen Islam sprechen, wie z. B. Seyran Ateş.

    Wie weit reicht unser Vertrauen in die Sache und in die Menschen?
    Der Vertrieb von Sprengstoff ist äußerst reglementiert, eindeutige Kriegswaffen sind nicht erhältlich, es gibt keine Fahrzeuge ohne Bremssysteme und funktionierende Steuerung und bestimmte Ideologien sind verboten. Aber nur die, die von diesem Boden ausging, die anderen ebenso tödlichen nicht. Warum?

  20. Aber um ein harmloses Klappmesser (Opinel), mit dem ich unterwegs meine Äpfel zum Essen kleinschneide,
    wird ein Riesenzirkus gemacht – mit ständig wiederholten Lautsprecherdurchsagen der Polizei in S-Bahnhöfen und trallala.

    Gabs jemals eine Lautsprecherdurchsage, die Autofahrer vor dem Autofahren warnt oder ihnen den Entzug des Autos androht?

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