Selenskij und seine „Friedensformel“

Will Selenskij mit seiner „Friedensformel“ zum Retter der Welt werden?

 

Der ukrainische Präsident fordert in Selbstüberschätzung einen Weltgipfel, um seine etwas wirren Vorstellungen von einem Ende des Kriegs und einer globalen Friedensordnung umzusetzen.

 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat am 18. Dezember in einer Videoansprache vorgeschlagen, einen Gipfel über seine „Friedenformel“ zu veranstalten. Die Rede sollte eigentlich vor Beginn des Endspiels der Fußballmeisterschaft im Stadion von der FIFA verbreitet werden, um möglichst großes Aufsehen zu erregen. Aber die FIFA wollte nicht, die sich auch schon, um angeblich die WM nicht zu politisieren, gegen die One-Love-Statements gewandt hat. Selenskij nutzt alle möglichen Bühnen, die er meist auch aufgrund des moralischen Drucks erhält.

Für die WM habe er eine „besondere Ansprache für die ganze Welt, für alle, die Frieden und Leben schätzen“, vorbereitet, sagte er, nachdem der Plan dieses Mal nicht gelungen war. Das Video wurde auf Instagram veröffentlicht und auch von einigen Fußballspielern weiter verbreitet. Selenskij hielt sich mit direkter Kritik zurück, meinte aber, dass „die Welt unseren Aufruf dennoch hörte“. Selenskij sieht sich mittlerweile als Experte für Krieg und Frieden und will einen Weltgipfel für Frieden (Global Peace Formula Summit )einberufen, was der Ukraine und allen anderen Staaten nützen soll, die derselben Aggression ausgesetzt ist. Es gehe um eine „global wichtige Friedensarchitektur“, die dann, wenn sie den Ukrainern helfe, auch anderen Nationen zugute käme.

Schon des Öfteren hat Selenskij seine „Friedensformel“ propagagiert, ohne damit freilich auf große Resonanz zustoßen. Mitte November hat er in einer Ansprache an den G20-Gipfel in Bali den Friedensplan bzw. eine „Friedensformel“ propagiert, die er bereits im September der UN-Generalversammlung vorgestellt hatte. Er versicherte, man werde weiter „das ganze Land befreien“ und siegen, weswegen man irgendwie auch versuchen könne, die „Friedensformel“ umzusetzen, „um Tausende von Leben zu schützen und die Welt vor weiterer Destabilisierung zu bewahren“. Offenbar sieht Selenskij sich aufgrund des russischen Kriegs und der Gewissheit, dass die Ukraine aus diesem durch Unterstützung zahlreicher Staaten als Sieger hervorgehen werde, als die Person, die weiß, wie man Frieden auf der ganzen Welt macht.

In seiner Rede vermischten sich Gedanken über die Politik der Ukraine und das, was am besten für die Welt sei. Das ist wenig erstaunlich, sieht sich doch die Ukraine als Vorposten der Verteidigung der westlichen oder demokratischen Werte und wird so auch gerne von den Regierungen der Unterstützerstaaten bezeichnet, um die Hilfe zu begründen, nämlich dass die Ukraine einen Stellvertreterkrieg führt. Man müsse die vorgeschlagenen „Lösungen“ öffentlich diskutieren, wünscht Selenskij, der betonte, der Ukraine dürfte nicht angeboten, „ihr Gewissen, ihre Souveränität, ihr Territorium und ihre Unabhängigkeit zu kompromittieren“.

Die Ukraine würde die Regeln akzeptieren und wäre auch immer führend in friedenserhaltenden Operationen gewesen. Dabei fällt ein, dass die Ukraine zur Koalition der Willigen gehörte, mit der die USA 2003 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak mit erfundenen Kriegsgründen führte. Selenskij sagte, den Russen könne man nicht vertrauen, weswegen es kein Minsk 3 geben könne. Der ukrainische Ex-Präsident Poroschenko und Konkurrent Selenskijs, der weiter eine Miliz finanziert, hatte allerdings deutlich gemacht, dass für ihn das Minsker-Abkommen mit dem Waffenstillstand die Möglichkeit schuf, eine Armee aufzubauen.  Gefragt, warum die Ukraine nicht an Verhandlungen interessiert war, antwortete er, er sei für Verhandlungen – aber mit der ukrainischen Armee. An anderer Stelle sagte er, das Abkommen habe dazu gedient, Zeit für den Aufbau der Streitkräfte zu gewinnen. Ex-Bundeskanzlerin Merkel bestätigte diese Intention kürzlich, mit der Moskau getäuscht werden sollte. Der Zeit sagte sie: „Und das Minsker Abkommen 2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben. Sie hat diese Zeit hat auch genutzt, um stärker zu werden, wie man heute sieht.“ Damit machte sie allerdings auch deutlich, dass man Deutschland auch nicht trauen kann.

Selenskijs „Formel“ besteht aus 10 Punkten, die „den Frieden in der Ukraine und in ganz Europa und die Sicherheit und Stabilität in der Welt wiederherstellen können, die durch die russischen Angriffe erschüttert worden sind“. In seiner Kurzversion sagt er:

„Es geht um Strahlenschutz und nukleare Sicherheit. Lebensmittelsicherheit. Energiesicherheit. Freilassung aller Kriegsgefangenen und Rückkehr der Deportierten. Vollständige Umsetzung der UN-Charta und Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine. Rückzug der russischen Truppen aus unserem Land und damit Einstellung der Feindseligkeiten. Wiederherstellung der Gerechtigkeit durch die strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechern. Bekämpfung des Ökozids. Verhinderung der Eskalation des Krieges und Beendigung des Krieges.“

Das ist alles höchst abstrakt, zum Teil sehr beschränkt auf die Ukraine. Es fehlen konkrete Vorschläge, was etwa nukleare Sicherheit bedeuten und wie sie in einer Kriegssituation hergestellt werden könnte. Selenskij behauptet: „Jeder dieser Punkte ist in der Lage, das eine oder andere Element der russischen Aggression zu beseitigen. Und deshalb garantieren sie alle den Frieden.“ Die Lösung der Konflikte, die zum Krieg geführt haben, ist nicht vorgesehen, einmal ganz abgesehen, dass die 10 Punkte recht willkürlich zusammengestellt scheinen und auch nicht eine Logik dahintersteht, welche Punkte zuerst gelöst werden müssen, um die anderen zu ermöglichen.

Punkt 5 ist in einer anderen Version „die Umsetzung der UN-Charta und die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine und der Weltordnung“. Bekannt ist, dass die Ukraine dafür eintritt, die Vereinten Nationen zu reformieren, was auch an der Zeit ist, aber auch Russland aus dem Sicherheitsrat vor allem als Veto-Macht auszuschließen. Ob das gemeint ist? Der 10. Punkt ist „Bestätigung des Endes Kriegs“. Wäre das nicht Voraussetzung für Punkt 5? Und würde einer Friedenslösung nicht Verhandlungen über einen Waffenstillstand vorhergehen.

Es scheint, also würden sich Selenskij und seine Berater mit der „Friedensformel“ und der überhöhten Bedeutung der Ukraine verrennen. Die Ukraine wird nicht die Welt retten, es ginge wohl eher darum, wie und wann man mit welchen Forderungen in Verhandlungen mit Russland eintritt – und welche Konzessionen man bereit wäre einzugehen, um das Grauen zu beenden, das im Übrigen auch die Ukrainer in den „Volksrepubliken“ betrifft, die immer wieder beschossen werden und in denen auch Zivilisten sterben, seit einiger Zeit auch mit westlichen Waffen. Aber realistisch spricht man nicht vor dem Beginn der Verhandlungen über Konzessionen, die man zu machen bereit ist. Die „Friedensformel“ dürfte allerdings kein realpolitischer Weg sein, um den Krieg zu beenden und gleichzeitig Selenskij als Retter der Weltordnung zu feiern.

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47 Kommentare

  1. Sich inhaltlich mit irgendetwas von Selenski Geäussertem auseinanderzusetzen, ist reine Zeitverschwendung. Ausnahmsweise muss man Infantino dankbar sein, da er das Fussball-WM-Endspiel nicht, wie so viele Kulturevents, zu einer Propagandabühne hat verkommen lassen.

    1. Der Konflikt in der Ukraine ist ein Stellvertreterkonflikt zwischen der Nordatlantischen Terrororganisation unter Führung der Angelsachsen und Russland.Die Ukraine ist nur der Schauplatz…Demzufolge hat Zelenski nur die Funktion,die Befehle aus Langley und London auszuführen.Entscheidungen trifft er nicht.Der Rest ist Propaganda eines Schauspielers unter Drogeneinfluss…Inzwischen merken aber die Strippenzieher der City of London und der Wallstreet,das der Plan,Russlands Wirtschaft mit „Sanktionen aus der Hölle“ zu zerstören,gründlich gescheitert ist.Sie suchen jetzt nach einem Ausstiegsszenario.Dazu gehört auch,den Zelensky als irren Kokser zu zeigen.Auch die kürzliche Artikelserie im „Economist“ und der Beitrag von Henry Kissinger im „Spectator“ zählen dazu.
      Ob sich aber Russland zu einem Kompromiss bereit findet,darf bezweifelt werden.Moskau hat sich auf den „langen Krieg“der NATO eingestellt und kann den wirtschaftlichen,kulturellen,politischen Zerfall des Westen zusehen.Mindestens die Sicherheitsvorschläge Moskaus vom Anfang Dezember 2021 muss der „Westen“akzeptieren,um in Moskau Gehör zu finden.

      1. Deine Einschätzung teile ich weitestgehend, aber mit einer Einschränkung. Nachdem was Angela Merkel jetzt gesagt hat, hat der Westen jegliche Chance in Russland Gehör zu finden endgültig verspielt. Völlig egal was der Westen Alles akzeptiert, selbst Dokumente die er zu unterschreiben bereit ist, ist für Russland nicht das Papier wert wo es drauf steht. Schon wieder wurde Russland betrogen und mit dem Minsker Abkommen acht Jahre lang an der Nase herumgeführt und jetzt brüsten sich die Betrüger auch noch damit. Für wie bescheuert halten sie die Russen, dass sie sich nach dieser Nummer noch einmal auf irgendwas mit ihnen einigen könnten? Der Westen kann sich jetzt auf den Kopf stellen, die Operation wird so oder so weitergeführt bis zum bitteren Ende. Ich sehe offen gesagt überhaupt keine Möglichkeiten für Verhandlungen mehr. Wir oder ihr, es geht um Alles oder Nichts.

        1. Wobei für Russland die Zeit spielt…der Zerfall/Auflösung der NATO und der EU sowie der Rückzug der USA auf ihr Territorium sind das optimale Ergebnis für Russland.Russlands Ziel,die Gestaltung einer multipolaren Welt,bedingt,dass sich NATO und EU auflösen.Der „Westen“ kann bestenfalls eine gesteuerte Auflösung erreichen…oder unkontrollierten Zerfall…sie müssen sich entscheiden.Was die Pappnasen in der Politik noch nicht begriffen haben,ist die Tatsache,dass Westeuropa in der Geopolitik kein Akteur sein kann,sondern bestenfalls Verhandlungsmasse.

        2. Der Westen kann sich jetzt auf den Kopf stellen, die Operation wird so oder so weitergeführt bis zum bitteren Ende. Ich sehe offen gesagt überhaupt keine Möglichkeiten für Verhandlungen mehr. Wir oder ihr, es geht um Alles oder Nichts.

          Ja, und wo ist dann das bittere Ende? Wann hat Russland genug?
          Ich denke Russland kann im besten Fall einen Teilerfolg erringen ohne selbst zu viel Schaden zu nehmen.
          Es wird nicht „Wir oder Ihr“, das glaube ich nicht, es wird eher „Weder Ihr noch Wir“.
          „Alles oder Nichts“ zu denken oder gar als Strategie zu wählen ist gefährlich und wie ich finde auch unsinnig. Wir sind hier nicht beim Roulette.
          Die Chancen für „Alles“ sind für beide Seiten = Null, würde ich sagen. Die Chancen für „Nichts“ aber hoch. Es dürfte kaum „Alles oder Nichts“ werden sondern eher „Nichts und Nichts“.

          Was Merkel angeht, so ist noch nicht ganz klar, dass ihre jetzigen Aussagen der damaligen Wahrheit entsprechen. Möglicherweise will sie jetzt nur ihre Haut retten, indem sie es jetzt so darstellt. Vielleicht war es aber auch teils-teils. Aber egal, sehr schwach von ihr war es in jedem Fall.

          1. Di siehst die Lage bei weitem zu optimistisch. Russland muss gegen Westeuropa überhaupt nicht aktiv werden. Es muss nur die Rohstoffe, die wir Russland sowieso nicht abkaufen wollen, auch nicht liefern. So zwei, max. drei Jahre lang, bis wir von ganz alleine kollabieren. Wir haben uns soviele Fehler geleistet, dass wir keine Chance mehr haben, heil aus der Nummer wieder rauszukommen. Bildungssystem kaputt, Sozialsysteme überlastet, die höchsten Abgabenquote, etc. etc.
            Der beste Verlauf ist: Die nächste Ernte wird schlecht ausfallen, weil wir Kunstdünger nicht mehr wirtschaftlich herstellen können und Kunstdünger aus Russland sanktioniert ist. Dann werden wir die Gewinne aus dem kläglichen Rest unserer Industrieproduktion brauchen um Getreide auf dem Weltmarkt zu kaufen. Gleichzeitig werden europäische Industrieprodukte prohibitiv teuer, denn die explodierten Energiepreise müssen weitergeben werden. Das geht ein Jahr gut, aber während dieses Jahres werden etliche deutsche Firmen ihren Sitz nach außerhalb der EU verlegen und gleichzeitig werden chinesische Firmen Konkurrenzprodukte auf den Markt werfen. Falls wir 2023 ohne Kollaps über die Runden kommen, wird uns 2024 unter verschärften Bedingungen den Rest geben.

            1. Sehe ich ähnlich, noch sind die Kassen gefüllt und man kann Steuern einnehmen. Aber wenn große Firmen abwandern, vornehmlich in die USA, wo es wunderbare Subventionen gibt, dann fehlt das Geld in den nächsten Jahren.
              2023, 2024 etc wird alles schlimmer, nicht besser. Und wunderschön für die USA fallen die 35 Millionen Ukrainer uns auf die Füsse, nicht den Urhebern des Schlamassels. Und zurecht, schließlich haben wir begeistert mitgemacht.

            2. So zwei, max. drei Jahre lang, bis wir von ganz alleine kollabieren.

              1989, als Medikamente und bereits Lebensmittel langsam knapp wurden, hätte in der Sowjetunion es Niemand für möglich gehalten, dass es schon nächstes Jahr die Sowjetunion nicht mehr geben würde. Der Kollaps passiert rutschartig, viel schneller als man meinen könnte.

          2. Es wird nicht „Wir oder Ihr“, das glaube ich nicht

            Ich möchte an dieser Stelle an die Worte Putins erinnern aus seiner Ansprache am 24. Februar 2022 mit welcher er den Beginn der Militäroperation in der Ukraine begründete. Dort sagte er unter anderem Folgendes:

            Ich möchte nun etwas sehr Wichtiges für diejenigen sagen, die versucht sein könnten, sich von außen in diese Entwicklungen einzumischen. Ganz gleich, wer versucht, sich uns in den Weg zu stellen oder gar Bedrohungen für unser Land und unser Volk zu schaffen, sie müssen wissen, dass Russland sofort reagieren wird, und die Konsequenzen werden so sein, wie Sie sie in Ihrer gesamten Geschichte noch nie gesehen haben. Ganz gleich, wie sich die Ereignisse entwickeln, wir sind bereit. Alle notwendigen Entscheidungen in dieser Hinsicht sind getroffen worden. Ich hoffe, dass meine Worte Gehör finden werden.

            Ich kann nicht sagen was kommen wird, ich meine die Stimmung die jetzt in Russland herrscht ist jetzt so. Seit einiger Zeit jetzt macht sich in Russland ein Narrativ breit, dass es nicht ein Krieg mit der Ukraine ist, sondern ein Krieg in der Ukraine, und zwar mit dem s.g. „kollektivem Westen“ oder wahlweise den Angelsachsen. Gemeint sind vor Allem USA und Großbritannien. EU Länder hält man für ihre Unterworfenen.

            „Alles oder Nichts“ zu denken oder gar als Strategie zu wählen ist gefährlich und wie ich finde auch unsinnig. Wir sind hier nicht beim Roulette.

            Meiner Einschätzung nach, steht Russland kurz davor in den Zustand des „großen Vaterländischen Krieges“ versetzt zu werden, oder es passiert bereits. Der Großteil der Russen jedenfalls meint jetzt bereits es geht bereits um die Schiere Existenz. Man meint es geht um nichts geringeres als die Existenz Russlands. Dass 1. der Westen es darauf abzielt Russland als Staat zu vernichten und als Volk zu unterwerfen und 2. dass es mit dem Westen darüber kein Kompromiss und keinen Frieden geben kann.

            Eine solche Motivation hat in Russland das Potential das gesamte Land zu mobilisieren. Das ist in der Geschichte Russlands drei oder vier mal vorgekommen. Wir sehen jetzt zum Beispiel, dass das Ganze Volk der Armee von sich aus hilft. Von der alten Oma die ihre 100 Rubel spendet, über Politiker, die sich freiwillig melden und an die Front gehen, bis hin zu kleinen Kindern, die den Soldaten, die sie nicht persönlich kannten Briefe schicken und Bilder malen. Das Engagement der einfachen Bevölkerung hat eine Dimension erreicht, wie man es das letzte mal im zweiten Weltkrieg erlebt hatte. Wir sehen, dass die Belegschaft des Uralwagonsawod die Initiative ergreift und über die 6-Tage Woche abstimmt, um noch mehr Panzer herstellen zu können. Die Lage ist wirklich sehr ernst.

            Ich würde mir ein Kompromiss wünschen, aber ich fürchte dafür ist es einfach zu spät.

              1. Auch dieser Vielvölkerstaat wird sich über kurz oder lang selbst zerlegen.
                Vor allem das Angebot an Freiheit und das Recht der Minderheitenvölker für die Russen kämpfen zu dürfen wird als Brandbeschleuniger genügen.

            1. Naja, Russischer Hacker. Damit kann ich nicht allzu viel anfangen.

              Erst kommen großartige Sätze, dann kommt aber keine wickliche Antwort dazu, wenn ich frage: „Ja, und wo ist dann das bittere Ende? Wann hat Russland genug?“

              Ich glaube gern, dass die russische Führung mit allen Mitteln versucht die Russen in den Zustand des „heiligen vaterländischen Krieges“ zu versetzen. Ob und wieweit sie damit bisher gekommen sind, kann ich mangels ungefärbter Informationen aus Russland leider aber gar nicht beurteilen. Ich vermute aber, dass es damit nicht so einfach ist.
              Darin nationale Begeisterung zu schüren, da sind die Ukrainer den Russen zur Zeit wohl noch ein Stück voraus und das ist auch die Crux an der Geschichte für Russland.
              Im Übrigen halte ich aber auch nichts vom Schüren nationaler Begeisterung, natürlich nicht.

              Ich glaube gerne, dass sich der Westen an diesem Krieg mehr oder weniger ruinieren wird – aber ich glaube auch, dass es Russland nicht viel besser gehen wird.
              Vermutlich haben sich beide Seiten überschätzt, der Westen deutlich mehr, aber Russland eben auch. Und deswegen gibt es auch kein „Wir oder Ihr“ sondern nur „Wir nicht und auch Ihr nicht“.

              Was Russland vor allem fehlt ist so etwas wie eine „positive Erzählung“, die wirklich andere mitreißen kann, in Russland und in der Welt.
              Putin gibt sich zwar alle Mühe in seinen langen Reden so etwas aufzubauen, aber so richtig zünden tut das nicht. So bleibt von Russland bisher nur ein Bild, das eine ziemliche Negativität ausstrahlt. Nicht wirklich für etwas, sondern vor allem gegen etwas. Wenn Russland mehr sein will als nur eine Abrissbirne für die Hegonomie des Westens, dann muss sich da noch einiges tun.

              1. „Ja, und wo ist dann das bittere Ende? Wann hat Russland genug?“

                Das kann ich dir beim besten Willen jetzt nicht sagen. Die Frage sollte eher lauten wann haben USA genug mit der Ukraine gespielt? Auch wenn wir am Anfang noch recht bescheidene Ziele hatten, bei welchen die Ukraine weiter bestehen und unabhängig bleiben könnte, läuft es wohl jetzt auf ihre vollständige Desintegration, auf ihr Ende nach dem Jugoslawien-Szenario aus. Das liegt viel mehr im Ermessen der USA. Es ist mittlerweile ein Zombistaat, welches komplett am Tropf des Westens hängt. Militärisch, finanziell und politisch. Meiner Einschätzung nach wird Russland nicht verhandeln, schon gar nicht mit Selensky, und es wird nicht aufhören bis zur bedienungslosen Kapitulation Kiews oder der vollständigen Liquidierung der Ukraine als Staat nach dem Jugoslawien-Szenario.

                Im Übrigen halte ich aber auch nichts vom Schüren nationaler Begeisterung, natürlich nicht.

                Du verstehst es falsch, da muss überhaupt nichts geschürt werden. Putin ist da noch der gemäßigtste von allen Russen, er bemüht sich viel mehr um Zurückhaltung und gerade seine Zurückhaltung ist das einzige wofür er kritisiert wird.

                1. Danke, Hacker, mit dieser Konkretisierung kann ich sehr viel anfangen, auch wenn ich noch nicht überzeugt bin, dass Russland das so wird durchsetzen können.
                  Sich auf die glorreichen Taten der Vorväter zu besinnen reicht eben meistens nicht um Gleiches auch in der Gegenwart zu erringen.

                  Ich weiß, dass Putin eher gemäßigt ist und dass es viel radikalere Töne und Gruppierungen in Russland gibt. Ich bin aber nicht davon überzeugt, dass diese radikaleren Einstellungen auch immer für die große Masse der Russen gelten. Nur werden das die Allermeisten sicher nicht an die große Glocke hängen.

    2. Und daran, dass der Infantino sich das traut, sieht man mal wie es bei uns läuft. Mit seinem Fussball ist er von den Medienfritzen nicht so abhängig wie die Politiker und braucht nicht nach deren Pfeife zu tanzen. Sonst hätte er es auch gemacht.

  2. Es ist unseren Regierenden im Werte Westen mittlerweile durchaus zuzutrauen, das Sie sich diesem wirren Geschwafel anschliessen, von wegen Glaubwürdigkeit und so, ich befürchte schlimmstes.

  3. So lange Selenskiy nicht der Korruption den Kampf ansagt, sollte er nicht davon schwadronieren wie man den großen Frieden schaffen kann. – Das gilt übrigens auch für die anderen Protagonisten, denn Kriege werden immer von denen mit dem Heiligenscheinen gepuscht.

    1. Na er hat ja schon der Korruption den Kampf angesagt. Und mit dieser Masche eine stramme Diktatur errichtet. Mit Hilfe der Antikorruptionsgesetze hat er die Reste der Opposition verboten und eingelocht.

  4. „Friedensformel“? Es ist keine Formel. Man müsste offenbar erstmal erörtern, was in der Politik eine Formel bedeutet. Es handelt sich um eine wirre Zusammenstellung aller möglichen Schlagworte, die Selensky eingefallen sind. Und Größenwahn? Wer hat denn dafür gesorgt, dass der unbedarfte Mann größenwahnsinnig werden konnte, wenn es nicht der Westen mit seinen Sprüchen und Versprechungen war – Baerbock (na wo steckt die denn jetzt schon wieder?), Scholz usw. ganz vorne mit dabei. Ein Wunder wäre es, wenn S. nach alledem nicht größenwahnsinnig geworden wäre.
    Opfer sind immer Die vorne an der Front und die in den ungeheizten, dunklen Räumen, fast nie die mit den Befehlen und den großen Sprüchen. Den Letzteren ist alles nur mögliche Schlechte zu wünschen!

  5. Wie richtig bemerkt wurde, sollte man bei der Friedensförderung die Ursachen des Krieges angehen. Gelinde ausgedrückt herrscht wohl in der Ukraine ein sehr hoher Nationalstolz, der allen anderen Völkern und insbesondere den einheimischen Russen Humanität abspricht. Das habe ich auch seit Februar in verschiedenen Foren von Ukrainern selbst erfahren. Nicht umsonst wird, auch vom „Friedensengel“ Selenskij, Bandera verehrt. Wenn man nicht bereit ist, andere Völker mit anderen Kulturen leben zu lassen, wird das nix mit Frieden. Freiheitseinschränkungen gibt es wohl nicht nur in der Ukraine, sondern auch in den baltischen Staaten (die auch so gut wie keine dunkelhäutigen Flüchtlinge aufnehmen). Mir fehlt das Verständnis dafür, wie diese Länder als Vorreiter für den Freiheitskampf deklariert werden können. Russland hingegen ist ein Vielvölkerstaat. Ernsthafte Diskriminierungen wie in der Ukraine sind mir von Russland nicht bekannt.

    1. Mir fehlt sogar das Verständnis, wie solche Länder (die Sie richtig charakterisieren) in die EU aufgenommen werden konnten. Ähnliches gilt für Polen. Es ging offensichtlich nur um die Vergrößerung der Nato (an der nun Russland selber – leider!) beteiligt ist.

      Vorauszusehen war „selbstverständlich“ nichts davon ….. Sarkasmus Ende.

      1. Wenn Sie von Schweden und Finnland sprechen: Finnland war halbwegs neutral, aber Schweden, das offiziell nicht zur Nato gehörte, hat immer alle Nato-Sauereien mitgemacht. Ich erinnere an die angeblichen russischen U-Boote vor Schwedens Küste.

    2. Nationalstolz…
      Man erinnert sich an 1939 ff?, an den oder die „Blitzkrieg(e)“?
      Das „heroische deutsche Volk“ war begeistert. Das hielt einige Jahre, dann war der Spuk vorbei. Vorbei waren die Sondermeldungen. Danach waren die Schuldigen eine kleine Clique. Noch heute spricht man nur von „Hitlers Armee“, das ist eine Geschichtsklitterung erster Güte 🙂

      Selenskij ist doch nur die Galionsfigur für die Oligarchie und die Wertegemeinschaft der westl. Welt. Er allein wird in den Bücher als Zerstörer der Ukraine eingehen, sag ich mal voraus. Janukowytsch wollte das nicht. Das könnte auch ein Grund sein, warum er verhältnismäßig früh das Handtuch geworfen hat.

    3. Heute morgen gab es im DLF (oder DLF Kultur) einen Beitrag über den (vernichtenden) Umgang mit russischer Literatur in der Ukraine. Da berichtete man ganz stolz, daß die berühmteste Buchhandlung Kiews dazu aufgerufen habe, russischsprachige Bücher zu entsorgen und bei ihnen vorbeizubringen, damit sie zur weiteren Verwendung als Altapier dienen könnten.
      Da dürften die Russisch schreibenden ukrainischen Literaten wie z.B. Gogol oder Bulgakov im Grabe rotieren ob dieser nationalistischen Kulturpflege.

      Ob die Schweizer wohl demnächst auf die Idee kommen – angeleitet von dieser Demokratie, die ja die Unsere ist, wie man nicht müde wird , uns zu versichern – die Werke von Frisch und Dürrenmatt zu Altpapier zumachen?

      Wie weit sind wir wohl noch entfernt von dieser „unserer Demokratie“?

      1. Es müssten sich alle halbwegs zivilisierten Menschen umdrehen, ob sie nun noch leben oder im Grab liegen! Über den Ungeist unserer Regierenden, die das alles stützen, muss im Grunde genommen nichts mehr ergänzt werden.

      2. Die Deutschen haben das 1933 vorgemacht.
        Die Bücherverbrennung war Teil der „Aktion wider den undeutschen Geist“.

        Die Alliierten haben Deutschland zwölf Jahre später ziemlich schlecht entnazifiziert. Hoffentlich bekommen das die Russen in der Ukraine besser hin.

    4. Nun, es war genau wie in Polen, der Tschechoslowakei usw vor dem Zweiten Krieg. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb in einigen neuen unabhängigen Ländern relativ große ethnische deutsche Minderheit.
      Es hat nicht darum gegangen, dass sie wirklich verfolgt worden – aber sie haben ihre privilegierten Status als „Herrennation“ verloren. Und damit haben einige Spannungen entstanden.

      Später beschloss ein gewisser deutscher Reichskanzler, diese Situation zu seinen Vorteil zu nutzen – indem er damit begann, den ethnisch deutschen Separatismus in den Nachbarländern zu schüren. Um (angeblich) das deutsche Volk zu vereinen und es vor ukrainischen, oh, Entschuldigung – ich meine tschechischen und polnischen Nationalisten zu schützen.

      Denken Sie doch einmal nach – die Deutschen durften ihre Sprache in der Tschechoslowakei nicht sprechen! Na ja, eigentlich durften sie es schon, aber wen interessierte das in der deutschen Propaganda? Sobald die ethnische Deutschen in andere Länder noch lokale Amtssprache lernen müssten – heißt es „sie wurde nicht erlaubt, ihre Muttersprache zu sprechen“.

      Am Ende schickte der Reichskanzler seine Offiziere und Waffen, um eine Donbass-Miliz zu schaffen … oh, noch mal Entschuldigung, ich meinte das Sudeten-Freikorps.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Sudetendeutsches_Freikorps

      Die tschechoslowakische Regierung reagierte mit der Entsendung von eigene Truppen in die Region, und die Schießerei begann. Die damaligen europäischen Politiker waren vernünftiger und fanden einen vernünftigeren Kompromiss – das Sudetenland wurde den Deutschen gegeben, die Tschechen konnten ihren Rumpstaat behalten, das Problem war endgültig gelöst. „Wir haben Frieden für unsere Zeit gebracht.“ © Chamberlen in 1938.

      Eventuell eroberte Hitler den Rest der Tschechoslowakei, und dann zeigten die Deutschen den Tschechen, was sie die ganze Zeit unter „friedlicher Koexistenz“ verstanden haben.

      Natürlich wurden später, in Jahr 1945, nicht einmal die einheimischen Deutschen (die im Allgemeinen die deutsche Besatzung unterstützten) in diese Länder mehr willkommen gesehen. Es wurde auch Ihnen gesagt: „Wenn es Ihnen so schwer fällt, als Minderheit in anderen Ländern zu leben und einheimische Mehrheit zu respektieren, dann müssen sie letzt endlich in Ihre Deutschland umziehen … Und nein, das war jetzt keine Frage … “
      https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_und_Vertreibung_Deutscher_aus_Mittel-_und_Osteuropa_1945%E2%80%931950

      Es war nicht nur Rache, sondern auch ein Versuch, künftig Probleme mit dem deutschen Separatismus zu verhindern.

      Und diese Situation (mit den Deutschen) wiederholt sich auch jetzt noch mit Russen in ehemaliger Ex-Republiken. 1991 war analog zum Ende des Ersten Weltkriegs. Jetzt sind wir irgendwo im Jahr 1939.

      Das Problem lag und liegt nicht im „Nationalismus“ der Ukrainer, Esten oder Letten – sondern in der imperial-arroganten Mentalität der verbliebenen Russen. Viele von ihnen glauben immer noch, dass nur sie (eine russische Minderheit) ein vollständiges politisches, kulturelles und sprachliches Monopol haben müssen; nur sie haben das Recht, Entscheidungen für das ganze Land zu treffen.

      Zum Beispiel glauben sie, dass es für einen Russen eine Demütigung ist, andere „minderwertige“ Sprachen zu sprechen; daher müssen lokale ukrainische, georgische und estnische Ureinwohner IMMER und ÜBERALL auf Russisch mit sie kommunizieren. Genau das meinen sie mit „Schutz der russischen Sprache“ – die Wiederherstellung des staatlichen Monopols der russischen Sprache in den ehemaligen „Kolonien Russlands“.

      In der Ukraine (Laut ihre Meinung) sollten nur Russen entscheiden, welche Schulen hier existieren sollten, welche Sprachen und wie verwenden werden, welche Denkmäler bzw. Straßennamen sollten hier existieren und so weiter.
      Wenn auf dieses ärgerliche Verhalten eine (zurecht) negative Reaktion von Einheimischen kommt, beginnen die Russen (und die russische Propaganda) über „Entmenschlichung der Russen“, „Russophobie“, „Ultranationalismus“ zu schreien.

      Ich kenne mich mit europäische Realität aus. In Deutsche Schulen wird auf Deutsch ausgebildet – egal, ob Kind “Klaus”, “Achmed”, “Zlatan”, “Li”, „Ivan“ oder “Badu” heist.

      Stell Dich folgendes vor: Die deutschen Behörden stellen Dich eine Ausweis auf türkische Sprache aus. Weil es für einen türkischsprachigen Beamtin so bequemer ist. Im Supermarkt muss Du sich in eine andere Schlange begeben, weil Du einer albanisch-sprechenden Verkäuferin nicht erklären kannst, dass Du Zigaretten kaufen möchte. In einer deutschen Schule, in einem Zeichenkurs, hat eine serbische Lehrerin Ihre Tochter gescholten, weil sie es gewagt hat, „Deutsch zu sprechen“. Ein deutscher Arzt stellt Dir ein Krankattest in seiner Muttersprache Arabisch aus.
      Was ist falsch hier? „Letzt endlich hat jede Minderheit das heilige Recht, nur ausschließlich ihre eigene Muttersprache zu wissen und verwenden. Mehrheit muss dies einfach akzeptieren und respektieren“.

      Diese Absurd versucht Russland als „normale, nicht-nationalistische Ukraine“ zu verkaufen. In dem nichts ukrainsiches in Ukraine existieren darf. Aber dann ist das nach russische Meinung „sowieso Russland ist“.

      Übrigens über die «Einheimischen». In den baltischen Staaten haben tatsächlich nicht alle Russen/Russischsprachigen vollen Bürgerrechte – weil sie kein „automatische“ Recht auf volle Staatsbürgerschaft haben.

      Weißt Du, warum? Weil die (wirkliche) Einheimischen waren so schlau, dass sie in 1991 auf die übliche russische Heulen „Wir sind genauso Einheimische, nur russischsprachig“ antworteten: „Oh wirklich? Dann beweisen sie es erstmal! Mit Dokumenten über ihre bzw. ihren Eltern Geburtsort“.

      Alle diese „diskriminierten“ Russen im Baltikum sind keine Einheimische, sondern haben 100% bewiesene Einwanderung-Hintergrund. Sie haben während der sowjetischen Besatzung in Baltikum umgezogen, und damit haben sie überhaupt keine historische Beziehung zu diesem Land. In Prinzip können sie auch Einbürgerung als Migranten bekommen- mit übliche Einbürgerungsprüfung (genau so wie in Deutschland) – aber nein, das verweigern diese Russen sehr aggressiv. „Wir haben zu euch nach Hause eingebrochen, wir verachten euch und ihre Sprache, aber sie – sie müssen uns respektieren und sich uns unterordnen. Weil morgen kommen unsere Landsleute wieder auf Panzer hier!“.

      Tja, aber warum werden sie dann weiter mit „Russophobie“ behandelt?

      In Donbass / Krim ist das nicht anders, dort haben auch viele angeblich „einheimische Russen“ folgenden Eintrag in ihren Pässen: „Geburtort: Dorf Arschderweltowka“ (5000 km weit weg in Russland). Egal was sie vorher über „dies ist unsere Heimatland“ erzählen.

      1. Gut erkannt die Parallelen mit D und den deutschen Minderheiten in den neuen Staaten nach WK1.
        Genau wie in D hat ein Diktator über den Umweg Demokratie ein autoritäres System aufgebaut und glaubt jetzt in allen Nachbarstaaten die erste Geige zu spielen. Ganz nach dem Motto: Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt.

        Und genau wie D muss die RF wohl zweimal hintereinander auf die Fresse fliegen. Einmal bankrott gerüstet und jetzt das zweite Mal. Schauen wir mal in welcher Form das geschieht.

        Die nützlichen Vasallen in der Blase werden heulen weil der böse Ami an allem Schuld ist.

      2. Vielen Dank für die Mitteilung ihrer Sicht auf die ethnische Fragestellung.
        Allerdings argumentieren sie mit grausamen Allgemeinplätzen und sehr ungenau. Sie werfen die Krim und den Donbass zusammen rühren darin herum und verallgemeinern. Von den Baltischen Staaten ganz abgesehen. Arroganz tötet und das spüren z.Zt. die russischsprachigen Bürger. Dies haben eindrucksvoll und exakt beschrieben.
        Ich entnehme, dass die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung nach dem 2.Weltkrieg in ihren Augen gerechtfertigt war. Da kann man streiten, ob nicht auch eine andere Lösung möglich gewesen wäre.
        Es dürfte doch wohl klar sein, dass es in diesem Konflikt nicht unbedingt allein um die Bevölkerung und um deren Nationalen Identität dreht.
        Zitat von Herrn J. Goebels (frei): „Es geht nicht um Ideologie, es geht um den ukrainischen Weizen und das Erdöl von Baku“

  6. Das typische Gelaber von Kokainabhängigen, wenn sie gerade guten Stoff haben. Volksreden halten und sich beim Zehnkampf anmelden quasi.
    Offensichtlich hält sich der drittklassige Schausteller nicht mehr so ganz an seine Regieanweisungen, bin gespannt wann man ihn abserviert und eine neue Marionette an die Fäden hängt. Lange dauert es sicher nicht mehr.

    1. Koks war auch mein erster Gedanke. Laut einer Meldung von RT-Deutsch gestern hat er jetzt auch verkündet, daß die Rückeroberung der Krim jetzt begonnen hätte – öh – also – nicht direkt begonnen – aber in den Köpfen der Ukrainer schon… Nicht mehr rational nachvollziehbar.

      https://test.rtde.tech/europa/157580-selenskij-rueckeroberung-krim-hat-begonnen/

      Wahrscheinlich schwankt er inzwischen zwischen Panik und Größenwahn. Wenn er nur mal das Schicksal von Guaido oder der afghanischen Nato Helfer betrachtet, dann wird er wohl wissen, was im blüht.

  7. Kein Wunder, dass es mit der FIFA und der Videobotschaft beim Endspiel nicht geklappt hat, denn die Ukraine war, leider, nicht zum Turnier qualifiziert. Statt dessen (zitiert):
    „Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Nase von Wladimir Putin endgültig voll und will nun einen Faustkampf mit dem Kreml-Chef. Das werde dann der letzte Gipfel für den Kreml-Chef, gab sich Selenski angesichts eines imaginären Box-Kampfes siegessicher. „Ein echter Mann, wenn er jemandem etwas sagen will, oder wenn er – wie sagt man das, ihm eine in die Fresse hauen will – dann macht er das selber, und schickt nicht irgendwelche Mittelsleute“, so Selenski.
    https://www.heute.at/s/selenski-will-putin-jetzt-eine-in-die-fresse-hauen-100244792

    1. kam dieses Angebot nicht von Elon Musk?
      Wenn der Künstler das auch von sich gegeben hat, würde er als seinen Kämpfer aber sicherlich einen der beiden Klitschkos auswählen, denk ich mal 🙂
      Mir kommt das ganz sowieso alles irgendwie bekannt vor:
      thrones of game, Perry Rhodan, Herr der Ringe, um nur einige zu nennen.

  8. Es scheint, also würden sich Selenskij und seine Berater mit der „Friedensformel“ und der überhöhten Bedeutung der Ukraine verrennen.

    Man sollt mal sozusagen einen Schritt zurücktreten und versuchen, die ganze Angelegenheit aus ein wenig Distanz zu betrachten.

    Was wir seit letztem Februar mit dem Herrn Selenskyj erleben, ist ja historisch einmalig. Nie zuvor wurde ein Politiker – und noch dazu so ein korrupter Provinzfürst – in dieser Weise weltweit herumgereicht und bekam überall eine Bühne. Wo durfte der nicht überall seine „Videobotschaften“ hinmachen: In zahlreiche Parlamente quer über den Kontinent, in die UN-Vollversammlung, ins Weltwirtschaftsforum und was weiß ich wo noch überall hin.

    Etwas Vergleichbares hat es in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben. Ebenfalls einmalig ist übrigens die sogenannte „Unterstützung“ der Ukraine in militärischer Hinsicht durch eine Vielzahl von Staaten, die sich „regelbasiert“ nennen. In diesem Umfang und mit dieser „Ende-offen-Mentalität“ hat es das ebenfalls in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben.

    Betrachtet man diese Umstände einmal ganz in Ruhe, dann wundert man sich auch nicht mehr darüber, dass dieser Herr Selenskyj sich für den Messias hält. Man hat es ihm doch eingeredet!

    Übrigens sind auch die ständigen Forderungen nach immer noch mehr Unterstützung aus ukrainischer Sicht keineswegs so unverschämt, wie sie vielen von uns längst erscheinen. Wir sind ja gerne mal der Ansicht, die Ukrainer könnten ruhig etwas zurückhaltender um Hilfe bitten, anstatt sie dreist zu fordern. Das sehen die Ukrainer aber womöglich völlig zu Recht anders.
    Schließlich führen sie diesen Krieg ja tatsächlich stellvertretend für „uns“. Das wissen wir, und das wissen sie selbst. Anlässlich der Friedensverhandlungen Ende März in Istanbul wurde ihnen ausdrücklich durch einen Herrn Boris Johnson (der spielte damals noch eine gewisse Rolle in der internationalen Politik) mitgeteilt, sie würden die westliche Unterstützung verlieren, wenn sie sich zu der Zeit schon auf einen Frieden einließen. Also: Entweder weiter Krieg führen und Waffen und jede Menge Geld bekommen, oder Frieden schließen und dann alleine dastehen. Das konnten die Ukrainer gar nicht riskieren, dieser „Staat“ ist doch ohne massive Unterstützung von außen keine Woche überlebensfähig, und das war auch im März schon so.

    Selenskyj ist ein fürchterlicher Spinner, ein gewissenloser noch dazu. Aber er ist unser Spinner! Deshalb darf der seinen Sermon überall ablassen und bekommt auf der ganzen „regelbasierten“ Welt eine Bühne für seinen dummen und menschenverachtenden Unfug. Das ist Teil des Plans.

    Unsere regelbasierten Rüstungsplaner sind inzwischen mit ihren Planungen längst im Jahr 2024 angekommen und machen sich Gedanken, welche Waffen sie der Ukraine dann geben werden. Dieser Krieg soll weitergehen und er wird weitergehen, bis er vom Westen her beendet wird.

  9. Der Wichtigtuer in Kiew verbreitet mit seiner Formel genau den Standpunkt, der ihn zum Aushängeschild (und lokalen Garanten)westlicher Interessen qualifiziert. Inhaltlich ist das kein Beitrag, den Konflikt in irgendweiner Weise soweit zu entschärfen, dass wenigstens die Kriegshandlungen mal unterbrochen werden mit Aussicht auf eine politische Lösung. Im Gegenteil. Wenn es um Frieden und Sicherheit im globalen Stil geht hebt er das Ukraine-Gemetzel in den Rang einer höheren Auseinandersetzung, die nicht zufällig mit dem Biden-Wort Demokratie versus Autokratie zusammenfällt und unterstreicht die westliche Lesart, dass der Gegner noch auf zu festen Beinen steht, also Weitermachen beschlossen ist. Russland ruinieren ist nicht nur eine Ankündigung sondern soll Realität werden.

  10. kam dieses Angebot nicht von Elon Musk?
    Wenn der Künstler das auch von sich gegeben hat, würde er als seinen Kämpfer aber sicherlich einen der beiden Klitschkos auswählen, denk ich mal 🙂
    Mir kommt das ganz sowieso alles irgendwie bekannt vor:
    thrones of game, Perry Rhodan, Herr der Ringe, um nur einige zu nennen.

  11. „wünscht Selenskij, der betonte, der Ukraine dürfte nicht angeboten, „ihr Gewissen, ihre Souveränität, ihr Territorium und ihre Unabhängigkeit zu kompromittieren“.“

    Diese Einlassung ist doch lachhaft und müsste auch Selenskij erheitern.

    Gab es da mal nicht einen ukrainischen Präsidenten, der einen Friedensprozess beginnen wollte und darauf von einigen nicht gewählten Patrioten ohne politisches Amt, gesagt bekam, dass dies die rote Linie sei; solche Leute seien Verräter am ukrainischen Volk und würden aufgehenkt? Und was tat nun den souveräne Präsident?

    Und gab es nicht auch mal einen ukrainischen Präsidenten dessen oberster Staatsanwalt von einem Vizepräsidenten eines befreundeten fremden Landes entlassen wurde – gegen den Willen des souveränen ukrainischen Präsidenten? Und ist nicht dieser ehemalige Vizepräsident jetzt oberster Sachwalter und Verteidiger von Demokratie, Freiheit, Selbstbestimmung, Menschenrechte und allem anderen auch?

  12. gutes engl. youtube Interview mit dem Politologen Nicolai Petro zu seinem neuen Buch (geführt von Aaron Maté).

    Es geht in Petros Buch v.a. um die Genese der Rechten in der Ukraine, beginnend mit den polit. Bewegungen vor 150 Jahren hin zum heutigen Zustand.

    Das Interview aber beschränkt sich natürlich auf die Gründe für 2014-2022.

    „Scholar Nicolai Petro discusses the overlooked influence of Ukraine’s far-right nationalist movement and former German Chancellor Angela Merkel’s recent admission that the Minsk Accords — the international formula for ending the post-2014 Donbas civil war — „was an attempt to give Ukraine time“ to prepare for a conflict with Russia, rather than make peace. Petro is the author of the new book, „The Tragedy of Ukraine.“

    Guest: Nicolai Petro. Professor of political science at the University of Rhode Island, and author of the new book: „The Tragedy of Ukraine: What Classical Greek Tragedy Can Teach Us About Conflict Resolution.“

    40 min.

    https://www.youtube.com/watch?v=5cTxXQsfXkU

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