
Der ukrainische Präsident Selenskij berichtet kaum Glaubliches über die Situation an der Front. Angeblich würden die Russen im Monat 30.000-35.000 Soldaten verlieren. Zu Beginn des Krieges sei das Verhältnis der ukrainischen zu den russischen Verlusten 1 zu 3 gewesen. Seit Ende 2025 liege es bei 1 zu 6, an manchen Orten auch bei 1 zu 8. Das würde bedeuten, dass auf 6000 ukrainische Verluste 30.000 russische kommen. Man bringt diese angeblich hohen Verlustzahlen immer nur schwer mit den Zahlen der wiederholten Leichentausche von Gefallenen zusammen, wenn die Ukraine tausend Leichen erhält, Russland aber nur einige Dutzend (Warum tauscht Russland 1000 Leichen von ukrainischen Soldaten gegen 38 russische Leichen aus?).
Selenskij sagte dies in einem gestern veröffentlichten Interview mit Le Monde. Das beginnt damit, dass er sich über mangelnde Aufmerksamkeit auf die Ukraine beklagt. Der Iran-Krieg lenkt die Aufmerksamkeit und damit auch die Unterstützung von der Ukraine ab, die Friedensverhandlungen sind eingeschlafen. Selenskij beschwört, dass die Welt, vor allem aber Europa gefährdet sein würden, wenn die Ukraine nicht ausreichend finanziert wird. Das ist eine Wiederholung. Das Massaker am 7. Oktober 2023 und der anschließende Krieg hatten bereits einmal für längere Zeit die Aufmerksamkeit an sich gebunden. Jetzt aber ist die Situation schwieriger, weil Trump die Unterstützung der Ukraine bereits weitgehend eingestellt hat und es sein kann, dass auch die über die Nato-Initiative PURL (Prioritized Ukraine Requirements List) finanzierte Waffenkäufe die Ukraine nicht mehr mit den Waffen versorgen können, die die USA im Nahen Osten verbraucht hat bzw. selbst benötigt. Um so dringender braucht Selenskij die Europäer, ihr Geld und ihre Waffen:
„Wir alle müssen uns engagieren – und wenn ich ‚wir‘ sage, meine ich ganz Europa und nicht nur die Ukraine –, denn der Krieg im Nahen Osten lenkt die Aufmerksamkeit ab, das ist völlig offensichtlich“, sagte Selenskij. „Und indem er die Aufmerksamkeit ablenkt, rückt er uns in den Hintergrund der Prioritäten, zumal es sich um einen Krieg handelt, an dem die Vereinigten Staaten beteiligt sind, die lange Zeit der wichtigste Geldgeber der Ukraine und später, dank der finanziellen Hilfe der Europäer, ihr wichtigster Waffenlieferant waren.“
Selenskij weist wieder darauf hin, dass die Ukraine angeblich von Golfstaaten gebeten wurden, ihnen bei der Abwehr von Drohnen zu helfen. Man habe bereits Expertenteams geschickt und erwarte, dafür mit Patriot-Abfangraketen und anderen versorgt zu werden. Letzteres ist sicher ein vergeblicher Wunsch, so lange Iran die Golfstaaten weiter angreift. Selenskijy erklärt erneut, dass er sich weigert, den Rest des Donbass gegen Frieden an Russland zu übergeben. Dabei wird erneut deutlich, dass die Ukraine sich schon lange auf einen Krieg vorbereitet hat, weil die Städte zu Festungen ausgebaut wurden, was auch zur Folge hat, dass bei den Kämpfen diese zerstört werden: „Wir wollen nicht, dass unser Staatsgebiet erneut besetzt wird oder dass unsere Hauptstadt blockiert wird, um unser Land vollständig zu besetzen. Doch genau das könnte passieren, wenn wir uns aus dem Donbass zurückziehen. Warum? Weil wir dort über wichtige Verteidigungslinien und mächtige Befestigungsanlagen verfügen, die im Laufe der Jahre errichtet wurden. Sobald man diese besiedelten Gebiete verlässt, ebnet man den Weg für eine rasche Besetzung durch Russland, falls es dies beabsichtigt.“
Um trotz mangelnder Aufmerksamkeit und der Notwendigkeit, ausreichend mit Geld und Waffen unterstützt zu werden, muss Selenskj natürlich betonen, dass die Hilfe nicht in einen aussichtslosen Krieg versickert. Das ist auch im Interesse der meisten EU-Staaten, die zumindest noch für einige Jahre Russland mit dem Krieg in der Ukraine binden und schwächen wollen. „Alle Verhandlungen gehen davon aus, dass Russland vorrückt und wir zurückweichen. Und leider gelingt es Moskau sehr gut – leider sehr oft –, den Vereinigten Staaten diese Sichtweise zu verkaufen. Sobald wir diese Darstellung widerlegen, vor allem auf dem Schlachtfeld, und die Front so fest wie Zement, wie Stahlbeton, hält, ist das eine Niederlage für Russland, denn es verliert Geld und natürlich auch Menschen.“
Das ist der Zusammenhang, in dem Selenskij von den großen Verlusten der russischen Streitkräfte spricht und von der Notwendigkeit, Gelder zu erhalten, weil sich im Krieg alles ums Geld dreht: „Warum reden wir ständig über finanzielle Fragen? Und warum reagieren wir so heftig auf die Aufhebung der Sanktionen? Weil es um Geld geht. Und Geld bedeutet nicht nur Panzer. Außerdem führt niemand mehr Krieg mit Panzern. Geld bedeutet Drohnen. Geld bedeutet Menschen. Menschen bedeuten Verträge. Und wenn [die Russen] nicht mehr die Mittel haben, die Verträge zu bezahlen, werden sie weniger rekrutieren und über weniger Streitkräfte verfügen. Ihre Armee ist nicht nur schlecht ausgebildet, sondern beginnt auch zu schrumpfen. Sie verlieren mehr Männer auf dem Schlachtfeld, als sie rekrutieren.“
Man muss immer wieder darauf hinweisen, dass so die Mobilisierung in der Ukraine vor sich geht, was darauf hindeutet – und jeder weiß -, dass den ukrainischen Streitkräften die Soldaten ausgehen.
Die Strategie ist angeblich, die russischen Truppen ausbluten zu lassen
Im Augenblick sieht es so aus, dass sich Russland und die Ukraine gegenseitig mit weitreichenden Drohnenangriffen schwere Schäden zufügen können. An einigen Orten rücken die russischen Truppen im Schneckentempo weiter vor, an anderen haben die ukrainischen Truppen Geländegewinne gemacht. Entscheidende Veränderungen an der Front gibt es nicht. Russlands Kriegskasse füllen sich, während die Ukraine auf Gelder wartet. Mindestens 56 Milliarden Dollar sind, so der ukrainische Finanzminister erforderlich, um das Überleben des Staates und die Finanzierung der Streitkräfte zu ermöglichen, die mit der gewaltsamen Jagd auf Männer, die nicht für die ukrainische Regierung und Nation, schon gar nicht für europäische Interessen kämpfen wollen, die Mobilisierung betreiben.
Deswegen vielleicht auch die Erfolgsmeldungen über die angeblich hohen Verluste der russischen Truppen. Robert “Madyar” Brovdi, seit Juni 2025 der Kommandeur der unbemannten Streitkräfte, also der Drohneneinheiten, behauptete so in einem Interview mit The Economist, dass die ukrainischen Truppen größere Verluste bei den Russen erzielen können, als diese neue Soldaten rekrutieren können. Die Strategie sei daher, die russischen Truppen ausbluten zu lassen. Seit Ende 2025 hätten ukrainische Drohnen mindestens 8.776 Soldaten mehr getötet oder außer Gefecht gesetzt, als Russland ersetzen konnte, behauptet er. Und allein die unbemannten Streitkräfte würden 400 Russen für jeden toten Ukrainer auslöschen. Jeder getötete russische Soldat würde 878 Dollar an Material kosten. Man darf sich fragen, wie er zu diesen genauen Verlustzahlen kommt. Die Journalisten vom Economist scheinen aber eher an spektakulären Übertreibungen interessiert zu sein, als am Hinterfragen und Belegen der Behauptungen.
Seine Einheit, die Magyar Birds Brigade, so brüstete er sich weiter, würde für ein Sechstel der russischen Verluste verantwortlich sein, obgleich sie nur 2 Prozent des militärischen Personals darstellt. „Wir sollten [Drohnen] aus Plastik und Metall gegen tote Russen eintauschen. Das ist der beste Wechselkurs“, meinte er zynisch und gibt sich als eiskalter Killer: „Ich habe überhaupt keine moralischen Bedenken. Keines. Ein Mann mit einem Gewehr in der Hand, der auf mein Land kommt, will mich töten. Entweder töte ich ihn oder er tötet mich. Millionen Ukrainer, darunter auch meine Mutter, schöpfen Kraft aus dem, was wir tun.“
Angeblich, so geht aus einem Posting auf dem Telegram-Channel hervor, hätten die Russen vom Dezember bis Februar 80.122 Soldaten mobilisiert, davon seien 88.898 von allen unbemannten ukrainischen Einheiten getötet oder verletzt worden, davon 30.000 durch seine Magyar Birds. „Das vom Verteidigungsminister Fedorow und anderen gesetzte Ziel sind 50.000 getötete oder verletzte feindliche Soldaten pro Monat. Der Mobilisierungsplan der Russischen Föderation sieht über 400.000 Soldaten bis 2026 vor.“

Die Zahlen kommen von einer Online-Zählung für jede einzelne Einheit der unbemannten Streitkräfte („kill board“). Dort werden in Echtzeit die Erfolge aufgelistet, also wie viele Gegner getötet und verletzt und wie viele Fahrzeuge und Waffensysteme zerstört oder beschädigt werden. Es würden nur „bestätigte Daten zu getroffenen und zerstörten Feindzielen“ angegeben, es handele sich um „ausschließlich verifizierte Ergebnisse“. Vermutlich basieren sie auf Meldungen der entsprechenden Teams, die gerne mehr Erfolge melden, als tatsächlich erzielt wurden.
Bei seiner Einheit werden Russen als „Würmer“ bezeichnet, die von den „Vögeln“ gefressen/getötet oder verkrüppelt werden. Auf dem YouTube-Kanal werden Videos gezeigt, wie russische Soldaten gejagt und hinterrücks ermordet werden. Man macht sich lustig über verängstigte und wehrlose Gegner vor der Explosion der Kamikaze-Drohne. Auch im Telegram-Channel reiht sich ein inhumaner Kommentar mit der Lust am Töten auf den anderen.
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Blosser Bodycount als Index für den militärischen Erfolg – hatten wir das nicht schon im amerikanischen Krieg in Vietnam? Ausser zynisch auch (vom rein strategisch-analytischen Standpunkt aus) strohdumm (wie in Vietnam eindrücklich bewiesen)! Klar, geht’s dabei nur um PR und nicht um Analyse, aber das macht die Sache nicht besser: man scheint zu glauben, wenn einem die (irregemachte) Öffentlichkeit glaubt, macht das den alles entscheidenden Unterschied. Auch nicht gerade realistisch, sondern höchst trumpisch!
„…eine Niederlage für Russland, denn es verliert Geld und natürlich auch Menschen.“ So also rechnet Selenski: für ihn ist auf der Verlustseite nur russisches Leben wertvoll, ukrainisches dagegen keinen Dreck wert, und was Geld anbelangt, kann die Ukraine ja keins verlieren, denn sie hat keins: die ukrainische Armee mordet von Anfang an ausschliesslich auf Pump. Daran hat er sich so gewöhnt, dass er sich nichts anderes mehr vorstellen kann, schon gar nicht zurückzahlen – und da hat er ja auch recht: das wird garantiert nie geschehen.
nur mal so am Rande: “ hätten die Russen vom Dezember bis Februar 80.122 Soldaten mobilisiert, davon seien 88.898 von allen unbemannten ukrainischen Einheiten getötet oder verletzt worden“ – finde den Fehler….
88898 von 80122 sind dann minus 8776 oder wie habe ich mir das vorzustellen?
Lohnt es sich überhaupt noch, solche PR-Kampagnien einer durchgeknallen Zionisten-Marionette näher zu beleuchten?
Natürlich haben die Russen Verluste, human und wirtschaftlich. Und die (Rest-)Ukraine? Wieviel kann der Wertewesten überhaupt noch abzweigen, um nicht selbst bankrott zu gehen? Und das alles wird gesponsert, weil man 1/3 der ukrainischen Bevölkerung, der russischstämmigen, den Garaus machen möchte, und das seit mindetens 2000. Energie scheint die Ukraine auch nicht zu benötigen, das, was man unbedingt braucht, klaut man sich, das war auch schon im Jahr 2000 so, und ansonsten sind die Banderas hart im Nehmen, oder auch Geben, wenn mittellose Familienväter verheizt werden. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, möglicherweise liegt die Wurst gerade zwischen Saporoshie und Hormus.
Nato/EU und die USA wollten ja auch nur das ukrainische Territorium, das eine Grenze mit Russland hat.
Und davon traeumt Selenski, die Menschen im Donbass koennen ja nach Russland auswandern, soll er mal gesagt haben, der Donbass nur fuer die USA und die Nato, was fuer ein grandioses Geschenk fuer den Westen!
Wie schnell da ein Nato/US Stuetzpunkt gebaut worden waere, kann man im Kosovo sehen, nach Ende der Bombardierung am 9. Juni 1999 rueckten die Amerikaner noch im Juni 1999 mit ihrer militaerischen Ausruestung fuer das Camp Bondsteel an. So schnell kanns gehen! Die Restukraine waere dann hurtig, auf US-Druck natuerlich, in die EU eingegliedert und die Rechnung dafuer den EU-Buergern praesentiert worden.
Nachtrag
so oder so wird den EU Bürgern die Rechnung präsentiert.
Mit Zahlen kann man Rötzer immer locken, auch wenn sie noch so herbeifantasiert sind…
Der Kokser von Kiew spiegelt die Situation in der Ukraine. Die ukr. Armee hat mehr Verluste als die Menschenfänger Nachschub einfangen können.
Damit bedient er aber gekonnt die Wünsche und Hoffnungen der fanatischen Russenhasser im „Westen“. Und die zahlen Milliarden an € ….
Das Problem mit diesen FPV-Drohnen sind die Bilder. Wir wissen nicht, was nach dem Aufschlag passiert ist. Da stirbt längst nicht jeder und das gilt für beide Seiten. Das gleiche gilt für Fahrzeuge, Panzer und Häuser, die getroffen werden – auch da wissen wir nichts, solange es nicht von einer zweiten Drohne beobachtet wurde.
Wir wissen aber, dass Selenskij wie auch Trump wie auch Netanjahu, dass sie alle ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit haben. Die Russen haben auch derartige Spezialabteilungen und die fliegen auch keine Kaffeekränzchenbotschaften in die Schützengräben.
Das einzige, was ich real aus diesem Beitrag mitnehme, ist, dass der Jargon und das Denken der ukrainischen Soldaten sehr faschistoid klingt.
PS. Sieht so aus, als ob jetzt auch die IDF vermehrt Probleme mit Drohnen bekommt.
Das demente Geplapper des Koksers war keinen Artikel wert.