
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine wird immer hässlicher. An der Front sterben die Soldaten und die in der Nähe lebenden Zivilisten vor allem durch Drohnen, die auf der Jagd nach Opfern sind. Drohnenschwärme und Raketen zerstören Ziele im Hinterland von Russland und der Ukraine (Die „leckeren Ziele“ sind 100-150 km hinter der Front). Dadurch wurden die Territorien beider Länder zum Kriegsgebiet. Zerstört werden nicht nur militärische und Infrastrukturziele, sondern zunehmend auch Wohnhäuser oder andere zivile Gebäude, gleich ob absichtlich oder durch Fehler oder ob durch Teile abgeschossener Flugkörper, manchmal auch durch fehlgegangene Abfangraketen.
Das hat auch am Anfang Mai der ehemalige ukrainische Oberkommandierende Saluschnyi in einer Rede auf einer Militärkonferenz in Warschau über neue Kriegsstrategien angesichts der zunehmenden technischen Kriegsführung mit Robotern und den Problemen mit der Mobilisierung festgestellt: „Durch die Verschiebung der strategischen Ziele hin zur Zerstörung der Wirtschaft, der Infrastruktur und der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung durch Angriffe auf zivile Ziele verschwimmen die Grenzen zwischen Front und Hinterland vollständig; das gesamte Staatsgebiet und leider auch die gesamte Bevölkerung werden zum Kampfgebiet. Die Entfernung zum Ziel oder Zerstörungsobjekt spielt dabei keine Rolle mehr.“
In Europa wird wie in der Ukraine derzeit behauptet, dass Russland schwächelt und durch Fortsetzung des Kriegs in die Knie gezwungen oder zumindest daran gehindert werden kann, ein europäisches Land anzugreifen. Seit einigen Monaten würden mehr russische Soldaten vor allem durch Drohnen getötet als Moskau rekrutieren könne, ukrainische Truppen würden auch kleinere Geländegewinne machen. Die Europäer unterstützen die Regierung in Kiew mit dem Ziel, dass die Ukraine den Krieg zumindest solange fortsetzt, bis man so weit aufgerüstet ist, um Russland dann besiegen zu können, wenn es angreifen sollte, oder wenn präventiv Russland angegriffen werden sollte, um die russische Gefahr zu bannen.
In einem SZ-Interview haben Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, und sein britischer Kollege Richard Knighton das übliche Kriegsgeraune zur Aufrüstung wieder holt – natürlich wurde das nicht kritisch hinterfragt. Knighton sagte: „Die Bedrohung wächst. Russland kämpft in der Ukraine, lernt dabei, entwickelt neue Technologien. Und Putin hat seinen Willen bewiesen, souveräne Staaten anzugreifen.“ Breuer macht klar, dass es weniger um Abschreckung als explizit um Überlegenheit geht: „Die verschiedenen Indikatoren – Aufrüstung, Personalaufbau, wirtschaftliche und politische Entwicklungen – laufen auf einen Punkt zu: 2029. Könnte es früher passieren? Ja. Deshalb brauchen wir erstens eine Fight-Tonight-Fähigkeit, zweitens gesteigerte Kapazitäten bis 2029 und drittens technologische Überlegenheit bis 2035 und darüber hinaus.“
Warum Russland Europa oder die Nato angreifen soll, bleibt weitgehend Geheimnis der Warnenden, die von imperialistischen Gelüsten oder der Wiederherstellung der Sowjetunion sprechen. Die Paradoxie scheint niemanden zu stören, dass Russland auf der einen Seite immer schwächer im Krieg gegen die nur durch europäische Hilfe überlebende Ukraine werden soll, aber auf der anderen Seite das jetzt schon militärische überlegene europäische Nato-Bündnis angreifen soll. Wie auch immer der Krieg ausgehen wird, ist es absehbar, dass Russland finanziell und militärisch gebunden bleibt und sich keine Front leisten kann. Die Meldungen der Überlegenheit der Ukraine erscheinen ähnlich denen aus der US-Regierung, die, allen voran Donald Trump, behauptet, der Iran sei militärisch besiegt und wehrlos, auch wenn dies offensichtlich nicht stimmt.
„Intelligente Mobilisierung“ im Drohnenkrieg
Saluschnyi, ein Konkurrent von Selenskij, gibt sich gerne als großer Militärstratege, der von der vorherrschenden Meinung des Selenskij-Lagers und seiner Anhänger in Europa abweicht. Er hat auch schon mal für ein Friedensabkommen und die vorübergehende Abtretung von Gebieten plädiert. Er hat in einem Artikel das Problem der gewaltsamen Mobilisierung in der Ukraine wegen des Personalmangels aufgegriffen. Die Mobilisierung, wie sie derzeit betrieben wird, mündet in Gewalt und Gegengewalt und zerreißt die Einheit der Gesellschaft, die aber, so Saluschnyi, notwendig sei, um Krieg führen zu können.
Er schlägt eine intelligente Mobilisierung vor, die letztlich beinhaltet, deutlich weniger Männer zu rekrutieren und auf Freiwilligkeit und Privatisierung zu setzen: „Übertragung von Kriegsfunktionen etwa an private Militärunternehmen oder die finanzielle Anreizsetzung für Freiwillige im Kriegseinsatz.“ Allerdings sind die vielen ukrainischen Freiwilligenverbände bereits eine Privatisierung. Man könne auch eine landesweite Mobilisierung durchführen, aber mit klaren Angaben und Einsatzzeiten. Hauptargument ist, dass die Technik das Schlechtfeld verändert hat, das nun von Drohnen und Robotern, bald auch autonomen, beherrscht wird.
Trotzdem würde die Ukraine ebenso wie Russland weiterhin wie im Ersten und Zweiten Weltkrieg viele Menschen an die Front „in die Zone maximaler Bedrohung“ schicken: „Diese Herangehensweise führte die Ukraine und ihre Zukunft unweigerlich in die Abhängigkeit von der Demografie und damit in die unausweichliche Niederlage“, weil Russland mehr Soldaten mobilisieren kann. Zu der Erkenntnis kommen auch andere Analysen. „Solange der Oberbefehlshaber nicht begreift, dass die moderne Kriegsführung ein Krieg der Drohnen ist, dass die Artillerie nicht mehr der Gott des Krieges ist, dass Panzer der Vergangenheit angehören, wie Pferde und Säbel, werden die Truppen weiterhin schwere Verluste an Personal erleiden, und der Krieg wird so lange dauern, wie es genug Leute für die alte Mobilmachung gibt.“
Wie sich Saluschnyi die Roboterkriegsführung vorstellt, geht aus seinen Ausführungen nicht hervor, zumal er ja selbst feststellt, dass mit Drohnen und Raketen das gesamte Staatsgebiet zum Kampfgebiet und hier notwendigerweise gezielt oder als Kollateralschaden Menschen getötet werden. Wenn die personelle Truppenstärke weiterhin eine wichtige Rolle spielen sollte, sieht er jedenfalls die Ukraine auf der Verliererseite.
„Selbst im Rücken des Feindes in Deckung zu bleiben, ist sicherer, als sich in den Rücken der eigenen Truppen zurückzuziehen“
Robert Brovdy, als „Magyar“ bekannt, ist Gründer und Kommandeur einer der erfolgreichsten Drohneneinheiten und jetzt Kommandeur der unbemannten Streitkräfte der Ukraine („Die Russen verlieren mehr Männer auf dem Schlachtfeld, als sie rekrutieren“). Er geht in einem Gespräch mit Ukrainska Pravda von einer Killzone von jeweils 25 km auf beiden Seiten aus, in der jede Bewegung gefährlich sei. Saluschnyi macht das noch deutlicher: „Heute befindet sich an der Front nur noch eine sehr begrenzte Anzahl von Soldaten, die am Limit ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten, oft ohne die Möglichkeit, überhaupt ersetzt zu werden. Denn selbst im Rücken des Feindes in Deckung zu bleiben, ist sicherer, als sich in den Rücken der eigenen Truppen zurückzuziehen.“

Magyar verliert kein Wort über eigene Verluste, sondern bleibt bei den angeblichen Erfolgen. Man versuche alle Angriffe und deren Erfolge auch mit Videobeweisen zu belegen und in einem Ranking darzustellen, weil Einheiten damit neue Ausrüstung erhalten, aber es sei schwierig, mit den Bildern der Drohnen die Verluste der Feinde wirklich zu erfassen. Im Dezember seien 12.000 russische Soldaten von den unbemannten Einheiten vernichtet worden, jetzt seien es 10.000. Ziel sei es, auf 15.000-20.000 zu kommen.
Wie viel Propaganda ist, lässt sich nicht wirklich sagen (Widersprüchliches aus dem Drohnenkrieg). Beobachten lässt sich, dass es eine Propaganda-Kampagne seit Anfang des Jahres gibt, um dringend benötigte Gelder und überhaupt weitere Unterstützung für die Fortsetzung des Kriegs zu erhalten (Selenskij: „Die Zukunft ist bereits an der Front – und die Ukraine gestaltet sie“). Derzeit scheint es jedenfalls so zu sein, dass auf beiden Seiten 80 Prozent der Verluste durch Drohnenangriffe verursacht werden. Auch das russische Militär meldet ähnlich hohe ukrainische Verluste wie umgekehrt.

Blick hinter die Propagandamauern?
Magyars Angaben selbst sind widersprüchlich. Er wird natürlich Erfolge übertreiben und wirft mit scheinbar objektiven Zahlen um sich. So bekundet er aber auch, dass die Leistungsfähigkeit der Drohneneinheiten nicht erreicht sei. Die Erfolgsrate liege „bei etwa drei bestätigten Treffern gegen den Feind pro Angriffsmannschaft und Monat“, zehn russische Verluste an Soldaten müsse man aber erreichen können, was er als „Standard 10“ tituliert. Wenn es 10 wären, „werden wir doppelt so viel zerstören, wie Russland mobilisieren kann. In wenigen Monaten werden sie untergehen.“ Man habe im Dezember ebenso viele Russen vernichtet, wie mobilisiert werden: „Nachdem wir dieses Gleichgewicht erreicht hatten, kam die neue Erkenntnis, dass wir uns wie ein Hamster im Laufrad endlos drehen: Winter, Frühling, Sommer, Herbst, Winter, Frühling, Sommer, Herbst…“
Direkt erklärt er aber auch, dass die Russen, die er dehumanisierend Würmer nennt, mit billigen Drohnen die ukrainische Abwehr überwältigen und ihre Soldaten, die keine Fahrzeuge mehr benutzen, offenbar einen guten Schutz durch elektronische Kriegsführung haben: „Wenn die Würmer angreifen, setzen sie ihre mobile Ausrüstung ein – keine großen, stationären Anlagen, die leicht getroffen werden können, sondern tragbare, kleine elektronische Kampfführungssysteme. Sie positionieren zehn davon, gehen zum Angriff über, und keine herkömmliche Drohne kann diese Infanterie erreichen, da sie sich tatsächlich ‚unter der Kuppel‘ befindet.“
Gerade fand wieder ein Tausch von Leichen getöteter Soldaten statt. Wie immer berichtet die ukrainische Seite lediglich, wie viele Leichen von den Russen übergeben wurden, verschweigt aber beharrlich, wie viele die Ukraine an Russland übergeben hat. Das Verschweigen lässt vermuten, dass eine unbequeme Wahrheit im dem Verhältnis verborgen bleiben soll. Das Koordinierungshauptquartier für die Behandlung von Kriegsgefangenen oder der Geheimdienst SBU sprechen von „528 Leichen gefallener Verteidiger in die Ukraine“. Ukrainische Medien oder die Nachrichtenagentur Ukrinform übernehmen in der Regel unkommentiert, d.h. auch unkritisch die Meldung der Behörden. Der Deutschlandfunk spielt ebenfalls mit. Ursprünglich war 2025 vereinbart worden, dass jede Seite 6000 Leichen übergeben sollte.
Kyiv Independent berichtet, dass die 528 Leichen gegen 41 Leichen russischer Soldaten ausgetauscht wurden. Als wiederkehrende Erklärung wird angeboten: „Obwohl Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine schwerere Verluste erlitten hat, dürfte es mehr Leichen übergeben, als es selbst erhält, da seine Truppen mehr Leichen ukrainischer Soldaten erbeutet haben und während des größten Teils des Krieges in der Offensive waren.“ Schon seit Juni 2025, dem Beginn des Austausches von Leichen, gab es ein hohes Missverhältnis meist zwischen 1: 40 und 1:50. Ab 2026 wurde das Verhältnis allerdings besser für Kiew, blieb aber weiterhin auffällig ungleich. So wurden am 29. Januar 2026 1000 gegen 38 (26:1), am 26. Februar 1000 gegen 35 (29:1) und am 9. April 1000 gegen 41 (24:1) ausgetauscht. Das deutet mit dem letzten Austausch 500 gegen 41 auf den Trend hin, dass mehr Russen fallen: weil die ukrainischen Truppen mehr „erbeuten“ oder auch in kleinere Offensiven vorstoßen. Nach der Erklärung stoßen allerdings die russischen Truppen vor und erzielen Landgewinne, wobei sie Leichen erbeuten, während dies die sich zurückziehenden Truppen nicht können.
Aber es gibt noch eine andere Erklärung, die suggerieren soll, dass das Missverhältnis auf Betrügereien der Russen zurückgeht: „Bei früheren Rückführungen hat Russland zeitweise die Leichen seiner eigenen Soldaten nach Kiew zurückgebracht, wobei ukrainische Beamte behaupteten, diese Vorgehensweise habe möglicherweise darauf abgezielt, Entschädigungszahlungen an russische Familien zu vermeiden, oder sei Ausdruck einer „nachlässigen Haltung gegenüber dem eigenen Volk“ gewesen.“
Verwiesen wird auf einen Fund einer einzigen Leiche eines russischen Soldaten noch in Militärkleidung und mit Ausweisen beim Austausch von mehr als 6000 ukrainischen Leichen gegen 78 russische. Belegt wurde nur dieser eine Fund, der ukrainische Innenminister versuchte den Fund allerdings aufzublasen: „Zynismus ohne Grenzen: Russland macht die Rückführung der Leichen der Gefallenen zu einem Instrument der Manipulation und des Drucks. Der Feind erschwert uns absichtlich die Identifizierung, sorgt für Chaos und vermischt die Leichen russischer Soldaten mit denen der Ukrainer. Ja, wir haben Fakten. Wir kennen die Namen dieser nutzlosen ‚Landsleute“‘ Soldaten und Offiziere.“ Die Fakten blieb er schuldig, bislang scheinen auch keinen weiteren Verwechslungen vorgekommen zu sein. Der Spiegel hatte die einzelne Leiche unter Tausenden auch gleich als Paradefall thematisiert.

Ähnliche Beiträge:
- Wieder wurden 1000 Leichen ukrainischer Gefallener gegen nur 31 russische ausgetauscht
- Wie erklärt sich das Missverhältnis? Übergabe von 1212 ukrainischen und 27 russischen Gefallenen
- Der längste Krieg in Europa seit 1945
- „Die Dunkelheit, die vor uns liegt: Wohin sich der Ukraine-Krieg entwickeln wird“
- Ulrich Heyden: „Von der Front erfährt man wenig in Russland“



Der Krieg könnte morgen vorbei sein, wenn die USA, UK, FR die militärische Aufklärung einstellen würden.
Alle anderen Diskussionen sind nicht mehr zielführend, wenn das nicht endet… und es sieht so aus als würden, die die daran prächtig verdienen und ihre alten und bekannten Strategien zur Erhaltung ihrer Hegemonie von anderen umsetzen lassen, es nicht enden lassen wollen, wenn das nicht endet, sofort, endet es in einem oder mehreren großen Blitzen.
Sobald Du diesen Blitz siehst, bist Du tot.
Lasst uns die Anklagen, die diese Kriege provozieren, Millionen in Tod und Elend treiben.
Lasst uns immer und immer wieder die wahren Gründe berichten.
Lasst uns immer und immer wieder mit Menschen reden, auch wenn die sich immer wieder wegdrehen.
Lasst uns die Zukunft unserer Kinder sicher.
Help!
Informationsgehalt ? Russland und die Ukraine führen Krieg. Dieser ist grausam
und tödlich. Die Ukraine kriegt mehr ge –
fangene Soldaten „zurück“ und auch viel
mehr tote. Leichenzählerei. Zahlen über (heimgekehrte ) Gefangene. Es ist ein Krieg, der v.a. mit Drohnen geführt wird.
Der ganze Artikel bringt KEINE Neuigkei-
ten. Wozu also ?
„Warum Russland Europa oder die Nato angreifen soll, bleibt weitgehend Geheimnis der Warnenden, die von imperialistischen Gelüsten oder der Wiederherstellung der Sowjetunion sprechen“.
Die Frage ist derzeit sehr leicht zu beantworten. Es ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Der Weste wird via die Ukraine Russland im Hinterland so lange massiv beschießen, bin Russland nicht umhin kommt, die Produktionsstätten dieser Waffen im Westen zu beschießen.
Das Geraune unserer politischen „Eliten“: Russland werde in wenigen Jahren europäische Nato-Länder angreifen, erinnert an die 1930er Jahre, wo es eine sog. „geheime Denkschrift Hitlers“ gab, in der es hieß, die Sowjetunion plane Deutschland anzugreifen und das deutsche Militär, wie auch die deutsche Wirtschaft müssten innerhalb von 5 Jahren kriegsbereit sein.
Thomas Röper hatte dazu schon vor etlichen Monaten, als diese Rede aufkam, einen guten Artikel in seinem Blog „Anti-Spiegel“.
Die Siedler haben bei einem Angriff in Al-Maniya, südöstlich von Betlehem,einer älteren Frau einen Arm gebrochen. Sie wurde in ein Krankenhaus zur Behandlung gebracht. Der zweite Tag der 8. Fatah Generalkonferenz fand im Gebäude des Präsidenten in Ramallah, Gaza, Kairo und Beirut statt. Ungefähr 2.850 Mitglieder haben teilgenommen (davon 1.600 in Ramallah und 400 in Gaza). Es werden bis Samstag die Mitglieder des Revolutionsrat und des Zentralkomitee gewählt. In Meetings wurden palästinensische Themen besprochen. Der Haupteingang zur Al-Aqsa Moschee wurde für die Palästinenser vom Militär geschlossen und die Siedler sind in die Moschee.
In Beit Anan and Beit Duqqu, nordwestlich von Jerusalem, haben ungefähr zwölf Siedler die Hirten angegriffen und versucht die Schafe zu stehlen. In den Gegenden nordwestlich von Jerusalem haben die Siedler wiederholt die Anwohner und ihr Eigentum angegriffen und werden vom Militär beschützt. Die Siedler haben in Shuqba, westlich von Ramallah zwei Kraftfahrzeugen in Brand gesetzt und die Scheiben von vier anderen Kraftfahrzeugen eingeworfen. Eine palästinensische Familie wird aus Khirbet Tana, östlich von Nablus vertrieben. In einem Video sieht man wie die Siedler auf dem Land sitzen auf dem früher Palästinenser gewohnt haben. Auf einem anderen Video sieht man wie ein Siedler mit zwei Stöcken auf einen angebundenen Hund einschlägt (nördlich von Ramallah). Es gab noch andere Angriffe. Im April haben die Siedler fünfhundertvierzig mal und das Militär über eintausend mal die Palästinenser angegriffen.
Es werden den Medien und in Veranstaltungen die Vertreibungen die 1948 stattgefunden haben von über 80 und über 90-jährigen Palästinensern wiedergegeben. In den Vereinten Nationen hat ein Komitee den 78. Jahrestag der Nakba gewürdigt. Es wurde u.a. ein Schreiben von Präsident Mahmoud Abbas vorgelesen: „Wer glaubt, dass Frieden und Sicherheit erreicht werden können, ohne die Rechte des palästinensischen Volkes anzuerkennen, die Unabhängigkeit seines Staates innerhalb der Grenzen von 1967 zu gewährleisten und die israelische Besatzung zu beenden – ganz gleich, wie lange dies dauern mag –, der gibt sich einer Illusion hin. […] Die jährliche Gedenkfeier bei den Vereinten Nationen und die weltweite Anerkennung machen diesen Tag zu einem außergewöhnlichen – ja, historischen – Ereignis und zu einem Bekenntnis zu dem historischen Unrecht, das uns widerfahren ist und von dem wir noch nicht genesen sind. […]
Israel glaubte, es könne unsere Existenz auslöschen, als hätten wir nie existiert, und uns unseren Reichtum, unser Erbe und unsere Kultur rauben. Doch wir blieben bestehen und erhoben uns aus der Asche der Nakba. Wir kämpften, bis die Vereinten Nationen und die ganze Welt unser Recht auf Selbstbestimmung anerkannten. Die Palästinensische Befreiungsorganisation, die einzige legitime Vertretung des palästinensischen Volkes, hat den palästinensischen Kampf in all seinen Formen angeführt: im Volk, auf politischer, rechtlicher und diplomatischer Ebene.“
Es wird Nour al-Din Fayyad, 34, in Jenin vom Militär erschossen (Samstag).
Im Libanon fanden Luftangriffe und Bombardierung auf Al-Housh, Al-Fawqa, Qusaibah, Tyre, Zawtar al-Sharqiya, Al-Ghandouriya, Burj Qalawiyah, Deir Qanoun al-Nah, Khirbet, Zrarieh, Aita al-Jabal, Tebnine, Beit Yahoun, Al-Kharayeb, Kfar Tibnit und Al-Marwaniya statt. Es sterben bei einem Angriff in Harouf z.B. Tareq Anis Harb und sein Sohn Hadi und ein kleines Mädchen wird in Tyre aus den Trümmern geholt.
Das passierte in Gaza:
Es werden bei einem Luftangriff auf ein Apartment in Gaza-Stadt zehn Menschen getötet. Es werden bei einem Luftangriff auf ein Kraftfahrzeug mindestens drei Menschen getötet. Auch am Samstag gibt es Angriffe und es werden Palästinenser getötet. Es werden Pestizide versprüht um die Insekten und Nagetiere zu bekämpfen. Es haben Infektionskrankheiten stark zugenommen. Es finden Angriffe auf die östlichen Gegenden von Khan Younis statt und es wird das Minarett einer Moschee zerbombt. Die Wohngebäude werden zerstört.
Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de