Schülerproteste treiben Macron und seine Regierung an den Abgrund

Blockade in Lille. Bild: L’Union Étudiante

Seit gut vier Jahren hangelt sich der französische Präsident Emmanuel Macron mit immer neuen Regierungschefs durch, um vorgezogene Neuwahlen zu verhindern. Nun bringen Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen seine letzte Regierung und ihn heftig in Bedrängnis. Auch wegen massiver Polizeigewalt und Massen-Festnahmen gehen längst auch Eltern, Lehrer sowie Studenten auf die Straße. Es ist noch unwahrscheinlicher, dass Regierungschef Lecornu seinen Sparhaushalt durchbringt.

Es gibt kaum noch einen Sektor in Frankreich, der in den vergangenen neun Jahren nicht gegen eine der vielen französischen Regierungen demonstriert hätte, die Macron eine nach der anderen eingesetzt und verschlissen hat. Der „Verschleißer“ hat schon sieben Regierungschefs ernannt und mit der zweiten Ernennung von Sébastien Lecornu die Staats- und Regierungskrise zur totalen Farce gesteigert. Lecornu war in seiner ersten „Amtszeit“ sogar nur einen Tag im Amt und versucht seit der zweiten Ernennung, Macron noch bis zum offiziell geplanten Wahltermin am 18. April im Amt zu halten.

Doch das könnte ausgerechnet eine rebellische Jugend durchkreuzen. Die geht seit fast vier Wochen massiv auf die Straßen im ganzen Land, blockiert Schulen und es kommt zum Teil auch zu heftigen Straßenschlachten mit den sogenannten „Sicherheitskräften“. Dass Macron seine Amtszeit regulär beenden kann, wird aus verschiedenen Gründen immer unwahrscheinlicher. Diese neuen Proteste dürften zu vorgezogenen Neuwahlen führen, meinen auch immer mehr Beobachter. Die stellen aber wieder einmal in den Raum, dass soziale Netzwerke und nicht reale Bedingungen für die Rebellion verantwortlich seien.

Dass sich Macron bis jetzt im Amt halten konnte, ist schon fast ein Wunder, wenn man sich an die vielen Protestwellen seiner Amtszeit zurückerinnert. Die brachten nur immer wieder neue Regierungschefs. An den grundlegenden Problemen aber hat sich nichts geändert. Allerdings spitzte sich die soziale Lage für immer mehr Menschen zu. Erinnert sei nur an die starken Proteste von Landwirten gegen das Mercosur-Abkommen, die Autobahnen oder Grenzen Anfang des Jahres blockierten. Dann war da die große Blockadebewegung von eher jungen Leuten, die im September das gesamte Land lahmlegen wollte Kurz darauf folgte ein landesweiter Streiktag der Gewerkschaften vor gut einem Jahr. Die Blockadegründe wurden darin aufgegriffen und gegen die Einschnitte ins Sozialsystem protestiert.

Das sind nur einige Beispiele. Es gibt eine lange Liste bis zurück zum Auftauchen der Gelbwesten-Bewegung 2018, nur ein Jahr nach dem Amtsantritt von Macron. Der wollte damals eine höhere Besteuerung fossiler Kraftstoffe durchdrücken. Dazwischen lagen zum Beispiel auch Generalstreiks gegen die Rentenreform. Dass die Spritpreise heute noch deutlich höher sind, ist ein Motor für den weiter steigenden allgemeinen Unmut.

Heruntergekommene Schulen, fehlende Lehrer

Nun überschneiden sich die verschiedensten aufgestauten Problemfelder immer stärker. Dass die Proteste der Schüler gerade jetzt aufbrechen und wie der Funken an einem längst gelegten sozialen Sprengstoff legen, ist kein Zufall. Das hat auch mit einem neuen geplanten Sparhaushalt zu tun. Statt weiter zu sparen und marode Schulen weiter herunterkommen zu lassen, wollten es Schülerinnen und Schüler nicht mehr hinnehmen, dass sie in verfallenden Schulen in viel zu großen und völlig überhitzten Klassen unterrichtet werden. Das geschieht ohnehin aber nur, wenn der Unterricht nicht gerade wegen fehlendem Lehrpersonal ausfällt.

Eine Klassenstärke von 35 ist nicht mehr selten. Nach offiziellen Angaben lag sie 2025 im Durchschnitt schon über 30. Tendenz steigend, denn 2010 waren es nur gut 27. Bisweilen gäbe es nicht einmal genug Stühle und Tische für alle in den Klassenzimmern, berichten sogar Schülerinnen vom eher privilegiert gelegenen Lycée Montaigne im Pariser Stadtzentrum. In den Vororten, den Banlieus, sei die Lage besonders krass, wo die Klassenräume zum Teil verschimmelt sind, Toiletten nicht funktionieren, wie von Lehrern aufgenommene Videos zeigen. 20 Prozent aller Oberstufenklassen sollen sogar schon eine Klassenstärke von mehr als 35 Schüler haben, berichtet die renommierte Zeitung Le Monde .

Das gilt zum Beispiel für das Lycée Saint‑Exupéry, einem Gymnasium in Créteil. Die Stadt liegt südöstlich von Paris im Speckgürtel der französischen Hauptstadt. Dort begann die Schüler-Protestbewegung (mouvement lycéen) vor fast vier Wochen und das Lycée ist längst zum Symbol für ein Problem geworden, das überall im Land zu sehen ist. Von 38 Schülern und Schülerinnen in einem Raum berichten die Betroffenen. „Überall im Gymnasium stehen Wassereimer wegen der undichten Stellen“, hatte die Schülerin Zoé gegenüber der Zeitung Le Parisien erklärt. An der Schule mit 1500 Jugendlichen waren zum Schulstart diverse Stellen unbesetzt, es fehlte sogar eine stellvertretende Schulleitung.

Die Benachteiligung der Vorstädte wird allgemein beklagt und war eine Triebfeder für die massiven Proteste, bei denen es zunächst um allgemein bessere Lernbedingungen ging und mehr und besser bezahlte Lehrer sowie kürzere Schultage gefordert wurden. Vom Lycée Paul‑Éluard in Saint‑Denis, ebenfalls im Umfeld von Paris, sagte eine Lehrerin gegenüber der Tagesschau: „Stühle brechen jeden Tag zusammen, es gibt ein riesiges Gefühl der Ungleichheit gegenüber den Schulen im Pariser Stadtzentrum.“

Da die Lage insgesamt im Land schlecht ist, konnte sich die Bewegung in den vergangenen Wochen schnell und stark ausbreiten und sich auch lange halten. Sie hat einen Nerv getroffen. Schnell begannen überall im Land Jugendliche zu protestieren. Eingänge zu den Schulen werden verbarrikadiert. Von bis zu 1800 blockierten oder vorsorglich geschlossenen Gymnasien wird gesprochen, auch 90 Prozent der Hochschulen würden blockiert.

Schülerdemo in Belfort. Bild: Thomas Bresson/CC BY-SA-4.0

Brutale Polizeigewalt facht die Proteste weiter an

Es kommt auch immer häufiger zu heftigen Auseinandersetzungen mit den sogenannten Sicherheitskräften, die mit äußerst harter Gewalt gegen die zunächst meist jungen Leute vorgehen. So erklärte die Lehrerin gegenüber der Tagesschau auch, dass viele Lehrer gerade deshalb in den Streik getreten seien. „Wir streiken auch, weil es so krasse Polizeigewalt gegen unsere Schüler gegeben hat.“

So erklärt auch der Lehrer Laurent Murati, dass man in den Streik gegen die Polizeigewalt getreten ist. Nicht die Schülerinnen und Schüler seien aggressiv und gewalttätig geworden, sondern die Polizei sei „äußerst brutal“ vorgegangen. Ein Polizist wurde sogar dabei gefilmt, wie er den Kopf eines Schülers immer wieder in einen Bach tauchte, das ist eine bekannte Folter. Immer mehr Lehrer, Eltern oder auch Gewerkschafter, aber auch gewählte Vertreter wie Bürgermeister stellen sich vor die Schülerinnen und Schüler, um sie „physisch zu schützen“. Engagierte Feuerwehrleute unterstützen die Proteste ebenfalls. Die haben in diesem fatalen Brandsommer zu spüren bekommen, was die Sparmaßnahmen auch für sie bedeuten.

Der Bürgermeister von Saint-Denise meint, man müsse vor Ort sein und die jungen Leute schützen. Bally Bagayoko gehört der Linkspartei „La France Insoumise“ (Das Unbeugsame Frankreich/LFI) an. Er löste kürzlichen auch einen Entrüstungssturm aus, da er zwischen protestierenden Gymnasiasten auch Gegengewalt rechtfertigte: „Gewalt kann unter bestimmten Umständen legitim sein“, sagte er. Er merkte aber an: „Wann immer man sie vermeiden kann, ist es besser.“ Bagayoko verwies auf die brutale Gewalt: „Wenn man Kinder vor sich hat, behandelt man sie nicht wie Erwachsene und schießt nicht aus nächster Nähe auf sie, man bricht ihnen nicht den Kiefer“, betonte der Bürgermeister.

Denn einem Schüler wurde sogar aus nächster Nähe eine Gasgranate ins Gesicht geschossen, wobei er schwer verletzt wurde, wie hier im Video dokumentiert ist. Einem 15-Jährigen wurde sogar die Hand von einer Blend-Schockgranate abgerissen. Ob er die zurückwerfen wollte, was Demonstranten mit Tränengasgranaten tun, ist unklar. Es wird vermutet, dass Blend-Schockgranaten auch deshalb verschossen werden, um das Zurückwerfen von Gasgranaten zu unterbinden. Das zeitigte auch bei den Gelbwesten fatale Folgen. Deren Einsatz wurde derweil ausgesetzt.

Es wird aber auch auf Journalisten eingeprügelt oder geschossen, die brutale Einsätze dokumentieren wollen. Ein Gummigeschoss traf einen Kollegen, es durchschlug sogar das Visier seiner Atemschutzmaske, wie hier im Video zu sehen ist, und verletzte ihn stark. Es kommt sogar in aller Öffentlichkeit zu sexuellen Übergriffen, wie hier im Fall einer festgenommenen jungen Frau. Andere werden misshandelt, wie hier im Video ein junger Mann stranguliert wird. Gut sind auch eingeschleuste und vermummte Polizei-Provokateure dokumentiert. Die schlagen Scheiben ein und werden von uniformierten Kollegen dabei sogar „geschützt“, zeigt die LFI-Abgeordnete Gabrielle Cathala in einem Video.

Maskierte Provokateure neben uniformierten Kollegen dokumentiert auch der LFI-Abgeordnete Thomas Portes in Videos. Der LFI-Europaabgeordnete zeigt, wie eingeschleuste Polizisten Steine werfen und stellt sich ihnen entgegen. Einige von denen sollen sogar eine Art Flammenwerfer gegen Protestierende einsetzen, wie Bilder zeigen. Wer für Brände an Schulgebäuden verantwortlich ist, ist nicht geklärt. Auch dabei könnten Provokateure eine Rolle gespielt haben.

Beklagt werden auch die vielen willkürlichen Festnahmen. Etwa 7000 junge Menschen wurden bisher festgenommen, davon seien 86 Prozent minderjährig. Allerdings würden nur „2376 Personen strafrechtlich verfolgt“, erklärt das französische Justizministerium an. Es bestätigt damit letztlich, dass die überwiegende Zahl der Festnahmen willkürlich ist und wohl eher der Einschüchterung dienen soll.

Die Lage ist verfahren, geplante Sparmaßnahmen werden die Proteste verstärken

Die Bewegung ist längst über die Schulmisere hinausgewachsen. Dazu hat das äußerst brutale Vorgehen der Regierung gegen junge Menschen und Kinder viel beigetragen. Sogar der Korrespondent des Deutschlandfunks kommt nun zu dem Ergebnis, dass der „Protest eines großen Teils der jungen Generation nicht zuletzt Ausdruck eines Vertrauensverlusts ist“. Er kommentiert weiter: „Schüler und Studierende erleben ein politisches System in Frankreich, das nicht in der Lage ist, Lösungen für wesentliche Probleme des Landes zu entwickeln.

Er verweist auch darauf, dass „das Land von einer Regierung ohne parlamentarische Mehrheit mehr notverwaltet als regiert“ werde. Dass Macron längst hätte Wahlen ansetzen müssen, darauf kommt Stephan Detjen aber nicht. Dabei hat man es längst mit einer veritablen Staatskrise zu tun und längst werden Parallelen zu den Aufständen im Mai 1968 gezogen. Denn nach Umfragen unterstützt der überwiegende Teil der Bevölkerung die Proteste der jungen Leute, viele schließen sich ihnen inzwischen zum Teil an. Ob es zu einem Generalstreik und zu Vorgängen wie 1968 kommt, ist zwar nicht ausgemacht, ist aber auch nicht mehr auszuschließen.

Die Lage in Frankreich ist verfahren. Angesichts der Proteste ist es unwahrscheinlich, dass die Sozialdemokraten der Regierung von Lecornu erneut zu einem Haushalt verhelfen, wie zuletzt im Januar für das laufende Jahr. Das wäre vor den kommenden Wahlen selbstmörderisch. Die Beliebtheit von Macron geht derweil dem Nullpunkt entgegen, wofür auch die extremen Spritpreise im Land beitragen. Nach einer gerade veröffentlichten Umfrage, die sogar noch vor den neuen Protesten durchgeführt worden war, erreichte der Staatschef mit nur 15 % positiver Bewertung seinen tiefsten Stand in der Beliebtheitsskala seit dem Amtsantritt 2017. Das war erneut ein Prozentpunkt weniger als vor einem Monat, als er mit 16 % bereits seinen bisherigen Tiefststand erreicht hatte.

Dazu gehört auch die Tatsache, dass überall gespart wird, aber Militärausgaben immer weiter gesteigert werden. Dazu kommen die steigenden Strompreise für den angeblich so billigen Atomstrom. Derweil verrottet die Infrastruktur und die Schulen, die Verwaltung funktioniert immer schlechter…

Trotz allem soll erneut die Schere erneut auch am Gesundheitssystem, am Rentensystem oder am Sozialsystem insgesamt angesetzt werden. Lecornu will im Haushalt 43 Milliarden Euro einsparen, wie aus seinem Haushaltsentwurf hervorgeht. Dass angesichts einer steigenden Inflation die Gehälter im öffentlichen Dienst eingefroren werden sollen, was auch für die meisten Renten gilt, wird ohnehin neue Proteste zeitigen. „Dieser Haushalt ermöglicht es uns, durch eine erhebliche Anstrengung wieder auf Konsolidierungskurs zu kommen«, hatte Finanzminister Roland Lescure erklärt. Dabei soll auch darüber das Haushaltsdefizit nur auf 5,4 Prozent gesenkt werden, dass nach den Euro-Stabilitätskriterien eigentlich nur drei Prozent betragen dürfte.

Dass die Regierung eilig – ohnehin eher lächerliche – 3000 Vertretungslehrer in den Gymnasien einsetzen will, wird eher als Verhöhnung statt als Verbesserung bei der rebellischen Jugend aufgenommen. Neue Proteste sind für diese Woche angesetzt. Dass Lecornu auch Änderungen im Haushalt durchführen will, um die Lage in den Schulen etwas zu verbessern, geht dann aber auch wieder nur zu Lasten anderer Gruppen und wird neue Proteste bringen. Geld zur Verteilung hat man in Paris nicht. Überall klaffen Löcher und die werden, wie die Zinslast für den Schuldendienst oder den leidigen Atomkraftkurs immer größer.

Längst wird heftig spekuliert und das Land als „Risikofaktor für die Euro‑Zone“ deklariert, da die Staatsverschuldung immer weiter ansteigt. Sogar der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert inzwischen, dass Macron seinen „Laden in Ordnung“ bringen müsse. Das kann der aber nicht. Neben der Lage im Land ist auch die internationale Krisenlage, vor allem der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus, dafür verantwortlich, dass die Zinslast für die hohe Staatsverschuldung Frankreichs weiter steigt. Die Verschuldung des Landes liegt inzwischen bei 118 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung und damit weit über dem Durchschnitt von 89 Prozent in Eurozone. Wie man es aus der Finanzkrise kennt, steigen Zinsaufschläge und Frankreich muss inzwischen fast fünf Prozent bieten, um Staatsanleihen zu vergeben. Dabei müssen schon jetzt für den Schuldendienst etwa 80 Milliarden Euro jährlich aufgebracht werden. Tendenz wegen der „Risikoaufschläge“ für Staatsanleihen deutlich steigend und das führt zu weiteren Einschnitten, womit die Lage immer explosiver wird.

Ralf Streck

Der Journalist und Übersetzer Ralf Streck wurde 1964 in Flörsheim am Main geboren. Er studierte Politikwissenschaft und Turkologie an der Universität in Frankfurt. Seine journalistische Laufbahn begann bei Radio Dreyeckland in Freiburg, wo er eine Fortbildung zum Fachjournalist für Umweltwirtschaft absolvierte. Er lebt seit mehr als 20 Jahren im Baskenland, ist spezialisiert auf linke Unabhängigkeitsbewegungen und berichtet für diverse Medien in Europa vor allem von der Iberischen Halbinsel.
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66 Kommentare

  1. Wie hat denn Italien seinen „Laden in Ordnung“ gebracht? Mit einer populistischen Neo-Faschistin, die sich dann schnell als Transatlantikerin herausstellte. Damit war das Volk dann aber erst einmal beruhigt. Ähnlich wird es wahrscheinlich auch in Frankreich laufen – das Volk mit Populismus beruhigen.

    1. Ich bin gespannt, ob die Franzosen, da es ja eine starke kämpferische Linke gibt, sich so abspeisen lassen wie die Italiener, wo ja auch der Postfaschismus tief drinsteckt.

      1. Es gibt zwar zwischen den einzelnen Ländern Unterschiede, aber das neoliberale westliche Regime muss sich inzwischen immer mehr des Populismus bedienen um seine Herrschaft zu sichern.

        Sollte doch irgendwo eine linke „Gefahr“ bestehen, so wird als letztes und ultimatives Argument Antisemitismus propagiert, wie aktuell in Berlin – und vor Jahren in GB, da wechseln sich im Jahres-Rhythmus die Regierungschefs ab und gaukeln Demokratie vor.

    1. Ja, das ist halt leider so daß es weit mehr Propagandisten denn Berichterstatter gibt, egal ob aus persönlicher Überzeugung oder aus gekaufter persönlicher Überzeugung.

      1. Von wem sprichst du? Mach das doch klar. Interessant ist bei so Leuten immer, dass jeder Inhalt fehlt. Ist klar warum, die haben keine Argumente.

        1. Wer hat den Artikel denn geschrieben?

          „Schülerproteste“ ist das offizielle Narrativ. Wenn da kein Blick hinter den Begriff erfolgt ist das halt (auch abseits des Mainstreams) Propaganda, oder eigene Gesinnung, aber keine Berichterstattung.

  2. Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, mit welcher krassen Einseitigkeit hier schwere gewalttätige Ausschreitungen vom Autor verharmlosend als „Demonstrationen“ bezeichnet werden: Körperverletzung, Brandstiftung, Vandalismus und Diebstahl, schwere Sachbeschädigung (bezeichnenderweise auch an Schulen) usw.

    Es geht nicht darum, ob die Situation an französischen Schulen wirklich so schlecht ist wie behauptet. Es geht auch nicht darum, ob friedlicher Protest legitim ist: Er ist es. Ich will auch nicht bestreiten, dass die Polizei teils unverhältnismäßig reagiert hat.

    Das Problem ist nicht „Polizeigewalt“ (auch so ein dubioser linksextremer Kampfbegriff), sondern das Problem ist die Kaperung und Unterwanderung der Proteste durch gewaltorientierte Gruppen, die überhaupt nicht als „Schüler“ zu bezeichnen sind. Jeder weiß, wer hier gemeint ist! Teils gehören sie zum linksextremen Umfeld von „La France Insoumise“, teils zu zwielichtigen aggressiven Milieus aus den durch eine bestimmte Bevölkerungszusammensetzung geprägte Banlieues.
    Dass Herr Streck diese Aspekte nahezu völlig ausblendet, mindert den Wert seines Textes ganz erheblich.
    Ein schwacher Artikel!

    Von anderen Beobachtern werden die sog. „Demonstrationen“ hingegen als „Beginn eines Bürgerkriegs niedriger Intensität“ bezeichnet. Das ist nichts, aber auch gar nichts, worüber man Grund hätte, sich zu freuen!
    https://archive.is/blhlQ

    1. Also ich wusste nicht sofort, wer mit den „gewaltorientierten Gruppen“, die die Schülerproteste unterwandert haben sollen, gemeint war.

      Nicht dass ich die Unterwanderung als solche bestreite. Aber neben den zwei – eher angedeuteten als – erwähnten Gruppen gibt es ja offenbar auch Agents provocateurs, im Artikel als Polizei-Provokateure bezeichnet. Es gibt also auch Gruppen, die von systemerhaltenden Strippenziehern gesteuert werden.

      Das traue ich dem Macron ohne weiteres zu. Ralf Streck hat ja die vielen Proteste seit seinem Amtsantritt erwähnt. Die wurden sämtlich vom Polizeiapparat ziemlich brutal niedergeschlagen, und keine von diesen Protestbewegungen bewies Ausdauer. Macrons Rezept, sich den Polizeiapparat als Machtbasis zu halten und die Proteste „auszusitzen“ während andere sich prügeln, hat bis jetzt funktioniert. Provokateure spielten da mit Sicherheit eine Rolle, um die Brutalität seiner Schergen vor der breiten Bevölkerung zu rechtfertigen.

      1. @Woody Box

        Sie schreiben ja mit großer Bestimmtheit:
        “ … gibt es ja offenbar auch Agents provocateurs, “

        Ich würde mal sagen: Sie vermuten, dass es so ist. Wirklich wissen tun Sie es ja nicht.
        (Und auch ich kenne natürlich nicht den gesamten Hintergrund.)
        —

        Man könnte aber auch sagen, dass die pauschale Unterstellung – nein: das Narrativ – von den angeblichen „agents provocateurs“ natürlich eine sehr praktische Blendgranate ist und eine billige Entschuldigung der eigentlichen Akteure. Also der Versuch, von der zweifellos vorhandenen kriminellen Energie der bekannten Akteure abzulenken.

        Übrigens werden durch den aktuellen „Bürgerkrieg niedriger Intensität“ eher die Wahlchancen der französischen Rechten steigen als die von Macrons Lager, und zwar auch dann, wenn die Polizei auf Macrons Wunsch hin hart durchgreift.
        Daher sage ich mal: Liefern Sie Beweise, ansonsten bleibt es, was es bisher ist – nämlich eine Vermutung und bloße Behauptung.
        —

        Doch selbst dann, wenn ihre Vermutung einen Kern von Wahrheit hätte, so erklärt sie natürlich nicht die große Bereitschaft der sehr viel zahlreicheren übrigen Akteure das zu tun, was sie tun …
        Und wie auch @TwoMoon schon erwähnte, greifen die bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen auch schon auf Belgien über:
        https://www.hln.be/nationale-betoging/meer-dan-100-mensen-gearresteerd-politie-zag-hoe-relschoppers-zichzelf-filmden-tijdens-hun-aanvallen-trofeeen-voor-sociale-media~a6033b35/?referrer=https%3A%2F%2Freport24.news%2F
        Nein, wir kommen hier nicht drum herum, klar zu konstatieren, welche Gruppen und Personen hier die kriminellen Täter sind und auch, welche politischen Richtungen hier bei uns das Entstehen dieser Verhältnisse begünstigt haben … !

        1. Ich orientiere mich an dem, was im Artikel steht, da sind schon Provokateure erwähnt.

          Ansonsten habe ich nie von Beweisen gesprochen; ich verweise auf die Möglichkeit von gedungenen Provokateuren, die man immer im Auge haben sollte. Genau wie man bei Terroranschlägen generell eine mögliche false flag im Auge haben sollte.

          Ich weiss, wovon ich spreche. Ich habe im übrigen auch keine desinformative Agenda und werfe nicht mit Blendgranaten.

        2. Sondern das Problem ist die Kaperung und Unterwanderung der Proteste durch gewaltorientierte Gruppen,

          ……Ja das ist die Polizei.
          Das dokumentiert Streck doch mit dem Video der Abgeordneten …
          Das ist doch aber schon lange Tradition, in Frankreich dokumentiert, in Deutschland dokumentiert und in Spanien längst gerichtlich festgestellt … Dass du das immer noch bestreitest und die Staatsgewalt gegen Menschen und Sachen nicht sehen willst, ist einfach nur blind. Es ist der Staat, der die legitimen Proteste radikalisiert. Wenn Schulen verschimmeln, Toiletten nicht nutzbar sind, Lehrer nicht vorhanden sind, aber Geld für Waffen ausgegeben wird, regieren Kriminelle, sozial verwahrloste Subjekte.

          1. @bonnie , @egal

            Dass da möglicherweise …
            – ein sicherer Beweis liegt für mich nach wie vor nicht vor und Verlautbarungen/Videos von „La France Insoumise“ haben für mich nur eingeschränkten Beweiswert –
            … von Seiten der Staatsorgane mitgemischt wird, wäre (Konjunktiv) sehr bedauerlich, doch reicht das doch ÜBERHAUPT nicht aus, die trotzdem vorhandene Gewalt- und Eskalationsbereitschaft der bewussten eigentlichen(!) Akteure zu erklären, wegzureden oder gar zu entschuldigen.

            @Woody Box ist deshalb ja zuletzt auch vernünftigerweise etwas zurückgerudert.

            Sie, @Bonnie und @egal, bewegen sich hier im Bereich von Verschwörungstheorien, nach der es oft der „böse“ Staat sei, der mit False-Flag-Aktionen usw. die eigentliche Ursache ist, wenn was Schlimmes passiert.
            Das ist weder zielführend noch zutreffend. Außerdem ist uns nicht damit gedient, die real vorhandene Gewaltbereitschaft in bestimmten Milieus – siehe auch die Ausschreitungen in Belgien – zu beschönigen.
            —

            Ein sehr starkes Argument gegen eine stärkere Beteiligung von Macron oder sonstiger staatlicher Stellen besteht darin, dass ein Anfachen der Ausschreitungen Macon eben gerade NICHT nutzt.
            Es nutzt nur dem „Rassemblement National“.
            (Oder – rein theoretisch – einer putschbereiten Gruppe im Militär, was aber eine eher unwahrscheinliche Variante wäre.)

            Macron würde am meisten davon profitieren, wenn es im Lande ruhig bliebe und möglichst wenig passierte. Damit, dass er durchgreift und sich als „starker Mann“ zeigt, hätte er keinen großen Gewinn. Schließlich würden die Wähler ja trotzdem wissen, dass es seine Politik und auch die der Vorgängerregierungen war, die angesichts der Förderung der Migration zur heutigen bürgerkriegsnahen Situation beigetragen hat.

            Nein, es ist ein Irrtum zu glauben, dass ein Anfachen der Ausschreitungen der Regierung nutzen würde!

            1. „Provokationen durch die Polizei“
              lassen sich in zwei Kategorien einteilen : Zum einen können sie vorsätzliche Handlungen von Polizeibeamten sein, die sich in eine Versammlung eingeschleust oder versteckt halten, um Demonstranten zu einem Fehler zu verleiten oder, im Gegenteil, um ein eklatantes Vergehen zu beobachten und zu verurteilen, durch Unterlassung zu verhindern . Zum anderen können sie sich auf die generell offen provokative Haltung der Polizei gegenüber Demonstranten beziehen.
              Des Weiteren wurden bei Großdemonstrationen, wie beispielsweise der Gelbwestenbewegung , Fälle von Polizeiprovokation beobachtet, Polizisten in Zivil, die dieselben Westen wie die Demonstranten trugen, wurden dabei beobachtet, wie sie mit LBDs ( weniger tödlichen Raketenwerfern) in deren Richtung feuerten “
              https://fr.wikipedia.org/wiki/Provocation_polici%C3%A8re.

              Niemand kann im Moment sagen, wer die Schüler- Demonstrationen steuert,
              Lehrer, Schüler, Studenten, Gewerkschafter …..der Protest ist breit gestreut und zieht immer mehr Menschen an.
              Allein das Auftreten der Polizei (in einem Outfit zum Fürchten)
              inspiriert manche Menschen zu Handlungen, die sie sonst nicht
              tun würden, auch die Masse drumherum stachelt an.
              Macron hinterlässt ein Frankreich, das nur schwer zu
              reparieren ist aber das ist in der ganzen EU zu beobachten.

    2. Du hast wohl den Artikel nicht gelesen und bist auch keinem der Links zu den Videos gefolgt, die klar die eingeschleusten Polizei-Steinewerfer zeigen, die auch Scheiben einschlagen… Genau darüber will Makrönchen die Bewegung verunglimpfen. Dass es in Frankreich immer auch militante Gruppen gibt, ob von Arbeitern, Bauern, Studenten…. ist auch klar. Das gehört zum Volxsport angesichts einer brutalen Staatsmacht.

  3. Die Schülerproteste weiten sich auch auf Belgien aus. In Deutschland gehen die Uhren aber anders, denn der Michel schläft oder fährt in die Herbstferien.

    1. Nicht auf ganz Belgien sondern nur auf die frz.-sprachige Wallonie!
      In Belgien reagieren die verschiedenen Landesteile oft sehr unterschiedlich.

  4. Mit 15% Zustimmung ist Macron immer noch beliebter als unser Merz mit weniger als 10%.
    Mich wundert, dass diese bürgerkriegsähnlichen Zustände in Frankreich in den deutschen Medien praktisch kaum vorkommen. Dabei haben deutsche Schulen und Schüler ähnlich Probleme, aber zu landesweiten Aktionen wie damals bei „Fridays for Future“ kommt es bei uns nicht, geschweige denn zu Straßensperren oder Schulbesetzungen.
    Liegt das vielleicht auch an unseren Medien und all den staatlich geförderten Gruppen, weil diese Aktionen zur Durchsetzung ihrer Politik von Regierungen und Politikern gefördert wurden?

    1. Ja, der andere Neoliberale ist noch unbeliebter. Macron ist wenigsten auf internationaler Bühne nicht als der völlige A….kriecher unterwegs.

  5. Nun sollte selbst Herrn Streck aufgefallen sein, dass das nicht Paris ’68 und auch keine Gelbwesten sind. Um es vorweg zu nehmen: das ist Dschihad. Herr Streck musste sicher eine Weile suchen, bis er Fotos ohnre die Hamasflagge fand.

    Nein, nicht organisiert von den Muslimbrüdern, sondern von der LFI, La France insoumise. Weder Marine le Pen noch Marion Maréchal, nicht mal Zemmour bringen die aktuellen Krawalle in Frankreich mit Migration in Verbindung. Sondern mit LFI, so wie auch die französischen Geheimdienste. Jean-Luc Mélenchon ist der oberste Dschihadist in Frankreich. Die Schecks aus Katar gehen an ihn.
    Dass die Polizeigewalt sekundär gegenüber der Gewalttätigkeit der Demonstranten ist, dürfte ja ins Auge springen. Also bitte:
    https://x.com/AUF1TV/status/2105898963480027322/video/1

    Mélenchon wird damit das erreichen, was weltweit überall passiert: er verliert die Wahlen. Die Leute wählen keine Terrorunterstützer.

    1. Ja, die antisemitische Keule ist immer zur Hand, ob in großbritannien zu Zeiten eines kämpferischen Vorsitzenden der Labour-Partei oder aktuell in Berlin. Dabei sitzen die ärgsten Feinde jüdischen Lebens in Israel höchst selbst an den Schalthebel der Macht.

      1. So ist das, die werden das Existenzrecht Israels beseitigen, sonst niemand. Denn Völkermord ist Völkermord und das endet nicht gut, wie wir aus Deutschland wissen.

      2. Eben dieser Ex-Vorsitzende ist ein gutes Beispiel. Er dachte, er kommt ganz groß raus mit seiner Terroristenpartei. Und? Ein Prozent in den Umfragen.
        Mir glaubt ihr ja nichts. Aber die Wähler tun ihren Job.

    2. Es geht also nach dem antideutschen „Analyse “ zwischen einen „Terrorunterstützer“ (dabei unterstützt Artur israelischen Terror und einer Faschtin aus und die gewinnt, weil sie Terror unterstützt. Das muss ziemlich weh tun.

  6. > Dabei müssen schon jetzt für den Schuldendienst etwa 80 Milliarden Euro jährlich aufgebracht werden.

    Deutschland geht auch langsam diesen Weg. Irgendjemand behauptet immer wieder das Verschuldung eine gute Idee ist. 80 Milliarden die im sozialen Bereich fehlen. Das ist ne Menge Holz. Irgendwann nimmt man Schulden auf um Schulden zu bedienen. Dann ist der Weg in den Staatsbankrott vorgezeichnet.

    > Das kann der aber nicht. Neben der Lage im Land ist auch die internationale Krisenlage, vor allem der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus

    Die Krisenlage ist ein Vorwand. Verantwortlich ist das man auf billiges Öl und Gas verzichtet und stattdessen das teuerste am Markt kauft um ideologisch korrekt zu sein. Da ist Frankreich nicht besser als Deutschland. Zudem die Ausgaben fürs Militär.

    > Schülerproteste treiben Macron und seine Regierung an den Abgrund

    Macron ist nur deshalb an der Regierung, weil sich das Volk in unüberbrückbare rechts / links geteilt hat. Er ist der lachende Dritte. Warum sollte das bei einer Neuwahl anders werden? Seh ich nicht.

  7. Der Autor hat die Zahlungen Frankreichs an den Selensky-Clan in Kiew, die Garantien für EU- Kredite an Kiew, den hybriden Krieg Frankreichs gegen die Staaten der Sahelzone und die Aufrüstung der atomaren Kräfte Frankreichs „vergessen“…wer sein Geld für Krieg verschwendet, hat keines mehr für die Zukunft des Landes…

    1. Dabei hat unser aktueller Kanzler (die schönste Zeit im Jahr ist Ende März) jüngst die mangelnde Unterstützung der Ukraine durch Frankreich Spanien und Italien angeprangert.
      Es gibt anscheinend Zitronen, in denen noch weniger Saft ist als in der deutschen.

  8. Es tut mir leid, aber das ist Unsinn: „Dazu kommen die steigenden Strompreise für den angeblich so billigen Atomstrom. “ Frankreich ist Teil des europäischen Stromverbunds und es ist Deutschland, dass die hohen Strompreise verursacht. Sobald bei uns keine Sonne scheint und kein Wind weht, wird jeder Preis bezahlt, um die berühmten 50Hz aufrechtzuerhalten. Zur Erklärung: Angebot und Nachfrage müssen jeden Moment genau im Gleichgewicht sein. Zuviel Strom, dann wird die Frequenz zu hoch, zu wenig Strom und die Frequenz ist zu niedrig. Weil es unmöglich ist das Netz händisch auszutarieren, braucht man hunderte Tonnen schwere Schwungmassen, die sich in den großen Kraftwerken laufend drehen und mit ihrer Drehung die 50Hz induzieren. Deren Trägheit garantiert die Stabilität bei plötzlichen Stromausfällen oder wenn auf einmal zu viel Strom im Netz ist. Ein sogenanntes „retardierendes Momentum“. Weil wir unsere großen Kraftwerke abgeschaltet haben, sind wir zwingend auf die französischen AKWs angewiesen, um die Stabilität des Netzes zu garantieren. Die Franzosen verdienen zwar einerseits daran, andererseits aber erhöht sich dadurch auch der Strompreis für die Franzosen. Daher gibt es immer wieder Forderungen, den europäischen Stromverbund aufzukündigen. Sollte das passieren, dann wird es bei uns zappenduster. Dann wird man in aller Eile alle und wirklich alle Kohlemeiler und selbst die dreckigsten schleunigst wieder ans Netz bringen müssen.
    Und was den Bericht über die Unruhen betrifft: sicher alles richtig und stimmt auch, aber durch die Auslassungen doch ein sehr schiefes Bild. Unerwähnt läßt Streck, dass sich völlig andere Kräfte an die Proteste angedockt haben, die mit Schule und Unterrichts wirklich gar nichts im Sinn haben. Über 300 Schulen, darunter nagelneue wie in Nantes wurden angesteckt und es ist auch zu Plünderungen gekommen. Mit Sozialarbeitern und gut zureden wird man da nichts machen können.

    1. Das ist wieder hanebüchener Unsinn. Die Strompreise waren extrem hoch, als die Atom-Dreckschleudern wegen fehlendem Kühlwasser in halb Europa ausfielen. Dort wo EE vorrangig ist, wie in Portugal oder Spanien war er billig, weil nicht auf Gas ausgewichen werden musste. Aber die Atom-Kirche wieder mit den Märchen…

      1. Guter Mann. Sie haben keine Ahnung vom Stromnetz. Null, null. Im Frühjahr kam es in Spanien zu einem Blackout, weil der Anteil von konventionellen Kraftwerken mit ihren Schwungmassen zu gering war. Ein plötzlicher Abfall von Solarenergie konnte nicht ausgeglichen werden und die Frequenz sank plötzlich. Von Frankreich aus wurde das Netz wieder aufgebaut. Seitdem läuft in Spanien nie weniger als 40% nicht erneuerbare. Spanien hat nur eine kleine Überlandleitung nach Spanien. Deren Netz kann von dort aus nicht gestützt werden. Wir sind zum Teil bei weniger als 20% und können das nur, weil die Franzosen unsere Netzstabilität garantieren. Dass das AKW’s sind ist egal. Es könnten auch jede andere Form von konventioneller Unterstützung sein. Erneuerbare können nicht Netzformend sein, weil ihre Erzeugung nicht steuerbar ist. Das heißt nicht, dass erneuerbare wirtschaftlich völlig sinnlos sind. Das ist ein ganz anderes Thema. Aber so wie bei uns ist es einfach nur noch der pure Irrsinn. Die Norweger, die mit ihren Wasserkraftwerken mal unsere Batterie spielen sollten, wollen jetzt aus dem Verbund raus. Es ist einfach zu teuer.

        1. Es muss heißen: Spanien hat nur eine kleine Überlandleitung nach FRANKREICH. Ansonsten gebe ich hier nur den Stand wieder. Das ist weder für noch gegen AKW. Vielleicht sollte man einfach anfangen, systemisch zu denken. Es muss jeden Moment genauso viel Strom verbraucht wie erzeugt werden. Damit fängt es an. Mit Erneuerbaren hat man extreme Systemkosten, weil sie dezentral und nicht steuerbar sind. Bis zu einem gewissen Mass ist das tolerabel, aber wir sind über das Mass weit, weit, weit hinaus.

          1. Um systemisch zu denken muss man halt auch das ganze System auf den Prüfstand stellen.
            zB Individualverkehr in tonnenschweren Blechtanks mit stop-and-go Verkehr.
            Oder zB wozu man überhaupt eine Schwerindustrie im grossen Stil braucht.
            Unter anderem für diesen Unfug, für Kriegsgerät aller Art, und für – die Schwerindustrie und ihre Energieversorgung selbst…
            Da beisst sich der Fuchs in die Nas‘.
            Würde man das System in Frage stellen und von den Bedürfnissen ausgehend neu denken würden die Probleme auf ein Bruchteio reduziert, und der „Standort“ wäre ebenfalls durch Innovation gesichert.
            Wenn auch nicht für lang, wenn das Ziel weiter besteht andere Standorte auszubeuten.

            1. „Um systemisch zu denken muss man halt auch das ganze System auf den Prüfstand stellen.
              zB Individualverkehr in tonnenschweren Blechtanks mit stop-and-go Verkehr.“ Stimmt!!! Hat aber nichts mit dem Stromnetz an sich zu tun. Das funktioniert mit Erneuerbaren auch dann nicht in dem Ausmaß, dass wir es jetzt haben, wenn wir nur ein zehntel verbrauchen. Zumindest nicht ohne Polen und Frankreich. Eine bestimmte Grundlast muss konventionell sein (40% und mehr) und wir werden immer ein Backup von 100% brauchen. Letzteres haben wir schon nicht mehr.

        2. Auch wieder nur Käse. Der Blackout hatte mit Schwungmasse rein gar nichts zu tun. Es war sogar früher deutlich mehr EE-Strom im Netz. in Portugal sowieso. Nein, es gab Schwankungen dievauf mangelnde Sicherheitssystemen, Speicher… beruht haben. Dann fiel ein Solarkraftwerk aus und das setzte wegen fehlender Redundanz einen Dòminoeffekt in Gang. Die Rolle des AKW Almaraz ist unklar. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

          1. Warum wohl sind seit dem Blackout in Spanien nie mehr als 60% Erneuerbare? Vorher waren es 80%. Wir können unsere illusionäre Stromerzeugung (bis 80% Spitze Erneuerbare) nur aufrecht erhalten, weil unsere Nachbarn das Netz stabil halten. So oder so schrammen wir permament an einer Katastrophe vorbei. Wir hatten dieses Jahre schon 20 000 Redispatch Massnahmen. Frankreich 1500. Redispatch bedeutet händische Ab- oder Zuschaltung von Anlagen, weil entweder zu viel Wind und/oder Sonne oder zuwenig. Irgendwann geht das schief. Ob Atom oder nicht ist eine völlig andere Baustelle, die mit diesem Problem a’priori nichts zu tun hat.

    1. @Ursula: Er will nichts sagen, er gibt nur noch Zeichen von sich; er gibt Zeichen als Zeichen, dass er lebt und nicht vollkommen (zensiert)tot ist. Bitte weitergehen, es ist nichts zu sehen hier!

      1. Hello again,

        die militante französische Antfa, die Melenchon’s LFI auf die Strasse schickt und schon Anfang des Jahres einen 23 Jährigen in Lyon auf offener Strasse ermordete -verkauft in den deutschen Alternativmedien als „Schülerprotest“- ganz gut. Die deutsche Antifa, die letzte Woche in Stuttgart zugeschlagen hat, ganz schlecht.

        1. @ cromwell
          „Das Verfahren befindet sich weiterhin in der Untersuchungsphase; eine Anklage ist noch kein Schuldspruch. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für sämtliche Beschuldigten die Unschuldsvermutung.“
          https://nachrichten.fr/funf-weitere-beschuldigte-im-fall-quentin-deranque-angeklagt/

          allerdings steht für Sie schon fest, es kann nur die „militante französische Antfa“ sein, die Mélenchon auf die Strasse schickt, was braucht die
          Justiz von heute auch Beweise,…..

        2. Geile Antifa die 100.000de mobilisiert. Hatte ich hier auch gern. Nazis ist krine Meinung, sondern ein Verbrechen und dem gehört sich entsprechend entgegen gestellt. Was hier passiert, wenn man das nicht tut, wissen eir..

  9. Ritter Arturs neuester Husarenritt in seiner fingiert paranoiden Welt
    „Das ist Dschihad!“
    ist mir eine Glosse wert.

    Stavros Arabatzis („Das vergiftete Geschenk des Pistorius“) liegt mit seinem Generalurteil, die Wertewelt, die kapitalistisch/ imperialistische Herrschaft seit Beginn des Jhd. nicht mehr begleitet, vielmehr in sich aufnimmt, weise eine gleichsam durch kovalente Bindungen (Krieg) verriegelte, religiöse Konformation (1) auf, gewißlich richtig, das weiß jeder, behaupte ich (1). Auch diejenigen, die es nicht wahr haben wollen, und dazu zählt der Ritter Artur, der diese Konformation aus dem eigenen Geist und Bewußtsein hinaus projiziert und ausgelagert hat.

    Und anders herum:
    Ja bitte, soweit stimmt, was Arabatzis zu diesem Punkt geschrieben hat, ist eine Form des „Dschihad“ notwendige Form jeder Art von Widerstand gegen diese Herrschaft! „Notwendig“ im Sinne des Dialektingers vom „notwendig falschen Bewußtsein“!
    Allerdings sollte der Leser wissen, was „Dschihad“ tatsächlich ist. Auf der Basis eigener Studien dazu zitiere ich bedenkenlos die englische Wiki dazu:

    Dschihad … ist ein arabisches Wort, das „sich anstrengen“, „sich bemühen“ oder „kämpfen“ bedeutet, insbesondere mit einem lobenswerten Ziel. … Im islamischen Kontext umfasst er nahezu jede Anstrengung, das persönliche und gesellschaftliche Leben mit Gottes Führung in Einklang zu bringen, wie zum Beispiel den inneren Kampf gegen das Böse in sich selbst, Bemühungen zum Aufbau einer guten muslimischen Gemeinschaft (Umma) und den Kampf zur Verteidigung des Islam. Aufgrund seiner wörtlichen Übersetzung als „Kampf“ wird der Begriff häufig mit Krieg in Verbindung gebracht.
    Der Dschihad wird unterteilt in den inneren („größeren“) Dschihad, der den Kampf gegen die eigenen Leidenschaften und Triebe beinhaltet, und den äußeren („kleineren“) Dschihad, der wiederum in den Dschihad der Feder/Zunge (Debatte oder Überzeugungsarbeit) und den Dschihad des Schwertes (Kriegsführung) unterteilt wird. In weiten Teilen der muslimischen Öffentlichkeit wird dem inneren Dschihad Vorrang vor dem äußeren Dschihad eingeräumt.
    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

    „Allah“ ist für westliche Gefangene religiöser Konformation unschwer zu ersetzen, der allgegenwärtige Ersatz ist „Natur“, und das nicht nur in der religiös konnotierten Gestalt von „Gaia“. „Menschlichkeit“ taugt ebenfalls als Ersatz, wenngleich nicht so „gut und günstig“. Als ein Beispiel verweise ich zeitökonomisch auf das Phänomen „Greta“.

    Und was solls! Solang es eh um nichts andres gehen kann, als der Höllenkutsche der inquisitorische Gestalt angenommen habenden kapitalistisch-imperialistischen Herrschaft Steine in den Pfad zu rollen, damit sie vielleicht weniger Kreatur überrollt, und sich weniger katastrophisch zerlegt, ist „Dschihad“ nicht nur notwendig im o.zit. Sinne, d.h. in irgend einem Umfang unvermeidlich, er schadet rein gar nichts! Hat ein verständiger Mensch es doch auf allen Seiten aller Barrikaden mit Jüngern und Proselyten zu tun. Eine Dekonstruktion zählt folglich immer zum selben Aufwasch.
    (1) Den Begriff „Konformation“ verwende ich nicht so allgemein, wie er in der organischen Chemie gilt, sondern im biologisch-biochemischen Sinne, da Konformationsänderungen eine „innere“ Quelle haben, anstelle einer „äußeren“.

    Und ich selbst, ich führe auf dieser Plattforme ohnehin seit vier Jahren einen „Dschihad“, nämlich „gegen das Vergessen“.

      1. Dann müssen sie wohl ein anderes Video meinen, als das oben von mir verlinkte Video.
        Brüste anfassen kann ich aus dieser Perspektive nicht klar erkennen, könnte kurz sein, wenn ja könnte auch unabsichtlich sein oder auch nicht, könnte auch oberhalb sein. Auf jeden Fall nicht klar zu sehen. Zwischen die Beine – ist definitiv nicht zu sehen.

  10. Nun konnte jeder mit Internetanschluss selbst verfolgen, was die armen Schüler dort als „Protest gegen Kürzungen“ geleistet haben. Brennende Schulen, brennende Autos und Müllkontainer, geplünderte Läden und rohe Gewalt gegen alles und jeden der damit nicht einverstanden war. Einseitiger kann man einen Artikel zum Thema nicht erfassen, lieber Herr Streck.

  11. Was macht französische Jugend so rebellisch?
    Sie haben erkannt, dass Staatsschulden die Jugend am meisten belasten und verraten.

    Es trifft nicht Regierende, nicht die Parlamentarier, nicht Alte und Rentner,
    sondern am meisten die Jugend in 20, 30 und in 40 Jahren…

    Das gilt jetzt auch für Deutschland!

    Junge Leute wollen mit Bahnen und Bussen fahren, weil sie sich kein Auto leisten können. Sie wollen billige Mieten, damit sie ins Leben starten können. Sie wollen, dass man ihnen eine Ausbildung finanziert, unabhängig vom Einkommen der Eltern.

    Und die meisten wollen nicht zum Militär oder zur Polizei. Sie wollen mit ihrer natürlichen Intelligenz arbeiten und nicht von oben und von Künstlicher Intelligenz kommandiert werden.

    Militärmächte haben Wirtschaftsprobleme:
    Das meiste Geld, die Aufmerksamkeit der Regierung und die Intelligenz der Jugend werden auf Rüstung und Militär fokussiert. Das Militär beansprucht Priorität, weil es angeblich um Leben und Tod geht. Aber diese Logik ist die Logik des Krieges. Man behauptet, der Krieg und nicht Frieden sei der Normalzustand. Das ist falsch, es ist eine tödliche Ideologie: Militarismus.

    Der natürliche Zustand ist friedliches Leben, in Einklang mit den Anderen und der Natur auf diesem Planeten. Der Mensch ist nur eine Spezies von vielen. Die meisten leben nach diesem Prinzip und sie leben hier seit vielen Millionen Jahren.

    Rob Kenius https://kritlit.de

  12. Macron war/ist kein Präsident, den die Bildungsmisere in seinem Land interessiert sondern eher einer, der Polizei, Armee aufrüstet, die Banken schützt, das Pendel zwischen „Unten und Oben“ muss immer nach „Oben“ ausschlagen.
    Ich wohne in Frankreich auf dem Land und bekomme auch nur via TV die „Schreckensnachrichten“ serviert.
    Hier im Forum machen es sich einige zu leicht, wenn gleich der Unterstützer ausgemacht wird „la France Insoumise“ und Mélenchon, die Bewegung distanziert sich zwar nicht von den Demonstrationen, lehnt aber Gewalt ab, mag sein dass der ein oder andere vor den Mikros auch Gewalt befürwortet aber das kann jetzt nicht pauschal auf Mélenchon und seinen Leuten etc übergestülpt werden.
    Meine Nachbarn sind weiss Gott keine Linken aber sie geben nicht Mélenchon die Schuld.
    Alles ist eben dem „Zufall“ überlassen worden, Sarkozy wollte die Banlieues mit dem Kärcher säubern, grossmäulig verkündigt….was anderes ist ihm nicht eingefallen, er hätte auch für anständige Schulen sorgen können, geschultes Personal engagieren, Geld für Bildungs-und Freizeiteinrichtungen bereitstellen können. …..hat er nicht gemacht, Hollande und Macron auch nicht, Armee und Polizei wurden stattdessen aufgerüstet.
    In EUropa hat die Aussen-und Verteidigungspolitik die Bildungspolitik verdrängt, jetzt kommt die Quittung.
    Mittlerweile haben sich auch die Gewerkschaften mit den Schülern, Studenten, Lehrern……solidarisiert,
    Die Pisastudie zeigt doch die Bildungs-Misere in EUropa auf, interessiert aber scheinbar keinen.

  13. Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, mit welcher krassen Einseitigkeit hier schwere gewalttätige Ausschreitungen vom Autor verharmlosend als „Demonstrationen“ bezeichnet werden: Körperverletzung, Brandstiftung, Vandalismus und Diebstahl, schwere Sachbeschädigung (bezeichnenderweise auch an Schulen) usw.

    Wolfgang Wirth, 12.10.2026, 09:34 Uhr

    Und ich finde es erschreckend, mit welchen Nebenwirkungen die gegenwärtige sog. „alternativlose Demokratie“ im Wertewesten indikationsfrei verabreicht wird. Nunja, die Indikation liegt in der nicht unendlichen Akkumulation, bzw. beim Ende der Cul-de-Sac. Und dass der eine oder andere Schüler das „macht kaputt was euch kaputt macht“ vor Ort impulsiv in eine direkte Aktion umsetzt (nicht zu verwechseln mit „Action directe“!), hängt bei vielen sicher mit dem Alter, vielleicht mit Armut, bestimmt nicht mit den Ambitionen zusammen, ganz anders als bei den zuvor erwähnten Unterwanderern.

    das ist Dschihad.

    Artur_C, 12.10.2026, 10:15 Uhr

    Ohne es zu wollen, hat da jemand etwas richtig gesagt, obwohl es so gar nicht intendiert war (siehe „Glosse“ oben (btw. »Husarenritt«? Zu viel der Blumen)). Aber diese Intention wird als Grundlage dessen herhalten, was den Demonstranten, Jung-Aufständischen, Neu-Exploitierten, Chancenlosen in ihren Ghettos widerfahren wird, in ihren Wohnungen, in den hineingezerrten Transportern, in den kommenden Kellerlöchern, mit oder ohne Hamas-Fahne oder Antisemitismus, als vollständige und unabwendbare »Nebenwirkung«.

    1. „Und dass der eine oder andere Schüler das „macht kaputt was euch kaputt macht“ vor Ort impulsiv in eine direkte Aktion umsetzt …“. Diese paternalische Deutung verniedlicht die französische Repressionskultur, an der, wie zu jeder anderen, bekanntlich beide Seiten Anteil haben.
      Falls dieser Hinweis durch geht: Eine verständige Er- (Auf-)klärung dazu wurde unterbunden.

      1. »Diese paternalische Deutung verniedlicht die französische Repressionskultur…«. Kann man so interpretieren. Dann wäre es auch möglich, zu sagen, dass »…an der, wie zu jeder anderen, bekanntlich beide Seiten Anteil haben« bedeutet, sie haben es selbst gewählt, in ihren Staatskapitalismus, in ihre zweifelhafte Kultur und in ihr unterdrückendes familiäres Umfeld geworfen zu sein: „Selbst schuld, dass ihr arm seid“, zu sagen, ist … natürlich Quatsch.
        »der eine oder andere Schüler« steht da. Das heißt zum einen, dass es noch keine Erwachsenen mit entsprechender Handlungsausstattung sind, die ich adressiere, zum anderen, dass jede Tat dieser Schüler einzeln betrachtet werden muss, will man nicht urteilen, sondern Motivation & Handlung verstehen.
        Mich erinnert es an mein eigenes Unwesen und mir wäre jeder „Anlass“ willkommen gewesen, zu tun, was ich tat. Aber ich wusste auch, dass alle Mit-Wesenden ganz eigenen Gründe hatten, welche meinen meist kaum ähnlich waren.

        Was die Traditionen und Agenden aller anderen Seiten in Frankreich angeht, die nicht »impulsiv« sind: Das sind andere Themen.
        Wahrscheinlich schade, dass die Erläuterung nicht durchgegangen ist.

        1. „Wahrscheinlich schade …“, nee, wahrscheinlich nicht. Im Nachhinein bin ich nicht unglücklich über die Blockierung; hatte mich darüber hinweg gesetzt, wie viel Zeit über meine Einblicke hinweg gegangen ist. Und einen Faktor habe ich konkret sowieso überhaupt nicht auf dem Schirm, nur die allgemeine Erfahrung: Verkindlichung der nachgewachsenen Generationen.
          Schwamm drüber.

  14. Staats“schulden“ sind lediglich die bilanztechnische Gegenseite zur Geldschöpfung.
    Ohne Geldschöpfung gibt es kein Geld und auch insbesondere keine Steuern.
    Wer Angst vor Staatsschulden hat muss auch Angst vor seinem Guthaben auf dem Konto haben.
    Worüber man reden müsste ist die Verteilung der Guthaben.
    Die brüsseler Regeln zur Staatsverschuldung haben keine wissenschaftliche Grundlage.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=157435
    Der IWF ist eine von US-amerikanischen Interessen und den Interessen der Finanzindustrie geleitete Institution.
    Ähnliches gilt für das Handelsblatt. Dort gibt es keine makroökonomische Kompetenz, sondern Lobbyismus.

  15. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum Ihr darüber streitet, wer denn Eurer Ansicht nach außer der regulären Polizei für die Gewalt verantwortlich ist, denn das Schema ist doch immer das gleiche: Spätestens sobald berechtigte Proteste gegen Missstände eine bestimmte Relevanz erreichen, beginnen sowohl staatliche wie private Stellen, Gruppen oder Einheiten sich daran zu beteiligen um dem Ganzen die gewünschte Richtung oder den gewünschten Spin zur Durchsetzung eigener Interessen zu geben. „Beweise“ dafür zu verlangen, zeugt von Realitätsferne.

    Was in der Diskussion (außer kurz von Ronald) auch kaum thematisiert wird, ist der für uns hier in Deutschland relevante Gesamtzusammenhang, nämlich der drohende Kollaps einzelner EU-Staaten oder möglicherweise des gesamten Blocks in den kommenden Wintermonaten.

    Es ist ja nicht nur, dass einzelne EU-Staaten wie beispielsweise Frankreich auch so schon nicht allzu weit vom Bankrott entfernt sind, für dessen Kosten dann alle anderen EU-Staaten mit haften – also auch wir, sondern dass die ungesicherte Energieversorgung ebenso wie getriggert nicht zuletzt durch den Krieg gegen den Iran eine sich perspektivisch ins unkontrollierbare entwickelnde Preissteigerung, das physische Verschwinden von für das Funktionieren der Wirtschaft und der zivilen Versorgung wichtigen Gütern, die Instabilität der gelenkten „Demokratien“ der EU-Staaten sich mit anderen Risikofaktoren wechselseitig verstärken.

    Dazu kommt dann noch der verlorene Abnutzungskrieg der Nato gegen Russland, dessen zähe über die letzten Jahre schleichende mittlerweile erhebliche Verschlechterung der allgemeinen Situation in den EU-Staaten sich zwangsläufig irgendwann „ganz plötzlich“ in einen reißenden Sturzbach nach unten entwickeln wird und zum Zusammenbruch der EU und wichtiger Einzelstaaten wie zur faktischen Kapitulation des Westblocks gegenüber Russland führen kann, sobald

    a) die im Abnutzungskrieg unterlegenen Nato-/EU-europäischen Staaten genügend abgenutzt sind um disfunktional zu werden und
    b) Russland „in der Ukraine“ Ernst macht.

    Zu a) ist jedem selber überlassen einzuschätzen, wie weit wir uns in Deutschland und den Nachbarländern bereits ruiniert haben und wie weit wir noch von einem Zusammenbruch entfernt sind, abhängig von den auf uns in den nächsten Monaten zukommendem zusätzlichen Zerstörungspotential.

    Und zu b) sollte jedem klar sein, der die Entwicklung der letzten Monate aufmerksam verfolgt hat, dass die russische politische Führung irgendwann im Juli oder August ihren Generalstab damit beauftragt hat, die Kapitulation der Kiewer Junta und möglicherweise auch den Zusammenbruch des restukrainischen „Staates“ mit militärischen Mitteln zu erzwingen mit all den desaströsen Folgen, die sich für Nato-/EU-Europa daraus ergeben werden.

    Zusammengefasst sind die „Proteste“ oder „Unruhen“ in Frankreich aus unserer Perspektive ein weiteres untrügliches Warnzeichen, dass die mehrjährige Periode der langsamen aber stetigen Verschlechterung der Gesamtsituation in unserem Land ihrem Ende entgegen geht und uns der Übergang in den nicht mehr kalkulierbaren Kollaps bevorsteht.

    Denjenigen die sich mit dem Verstehen dieser Dynamik noch schwertun, empfehle ich sich noch einmal den Verlauf des ersten Weltkriegs zu vergegenwärtigen: Begonnen haben „die Mittelmächte“ mit einem manöverzentrierten Krieg, doch bald fanden sie sich im Westen in einem Abnutzungskrieg mit relativ starrem Frontverlauf wieder, der mehrere Jahre lang anhielt und die allgemeine Situation im Lande langsam aber stetig bis hin zu Hungerwintern verschlechterte.

    Und dann, innerhalb weniger Wochen, war die Front aufgrund der Abnutzung „plötzlich“ im Begriff zusammenzubrechen, was nur noch durch die deutsche Kapitulation verhindert werden konnte und alles war auf einmal verloren.

    Jedem egal ob Mitläufer oder Opposition ist angeraten, die nächsten Wochen noch zu nutzen sich auf das was so wie es aussieht kommen wird vorzubereiten, konkret bereits angedachte Maßnahmen, Anschaffung, Umbauten, Evakuierungspläne, etc. die bislang unter „sollte ich wirklich irgendwann mal machen“ liefen durchzuführen, solange es noch möglich ist.

    1. Sehe ich fast genauso.
      Denke allerdings, und nicht nur die stetig zunehmenden behördlich/geheimdienstlichen Vorbereitungen weisen schon daraufhin (siehe auch aktuellen Thomas Moser Beitrag hier), dass gerade auch der sogenannte „Kollaps“ längst als unvermeidliches Ereignis in naher Zukunft eingepreist ist. Und zwar ein Kollaps ohne herrschaftsgefährdenden Kontrollverlust, und deswegen ein Verheerender und Blutiger sein wird.
      Fragen tue ich mich allerdings, und habe keine Antwort, wie ich mich und andere davor (noch) schützen könnte…

      PS
      Und über das faschistoide Bedauern Guter Bürger hier, der staatliche Terrorismus gegen Kinder und Jugendliche auf Frankreichs Straßen reiche nicht aus, lasse ich mich hier lieber nicht aus.

      1. Ja, das denke ich auch.

        Möglicherweise ist die Kalkulation, über einen Zusammenbruch und den Wechsel in ein totalitäres System weite Teile zumindest der Filetstücke des privaten und gewerblichen Vermögens an die eigene „Investorenklientel“ zu symbolischen Preisen zu übertragen. Schließlich hat Merz im Grunde fast sein ganzes berufliches Leben lang in der Politik, bei Mayer Brown und bei Blackrock nichts anderes gemacht als genau das zu ermöglichen, nur zu bislang etwas weniger symbolischen Preisen.

        Die Frage ist nur, ob diese Kalkulation aufgeht und da traue ich mir keine Einschätzung zu.

  16. „Schülerproteste treiben Merz und seine Regierung an den Abgrund“ würde ich zu gern bedeutend lieber lesen als den Titel des Artikels!
    Die junge vermutlich ebenso versmartphonte Generation wie die unsere, lässt sich von Protesten nicht abbringen, Eltern springen auf den Zug auf…und hier?
    Die machen es uns mal wieder vor, was zu tun ist!
    Was sind wir nur für ein erbärmliches Helotenvolk!
    Selbst als der Spießbürger damals bei Stuttgart 21 die Lakrizstangen der Staatsmacht zu spüren bekamen, nur Gejammer, keine sonstige Reaktion!
    „Wenn in Deutschland Revolution ist und die Revolutionäre einen Bahnhof stürmen wollen, so kaufen sie sich vorher eine Bahnsteigkarte“ , wird Lenin zugeschrieben; nun bin ich kein Lenin-Fan, aber das trifft den Nagel auf den Kopf!
    Bei einem Historiker, dessen Namen ich leider jetzt nicht präsent habe, las ich mal, das es ein Problem in der deutschen Geschichte sei, das wir nie einen König geköpft haben!
    Die einzige echte Revolution, die wir je hatten, waren für mich die Bauernkriege!
    1848 wurde zerlabert von bürgerlichen Konformisten, die ausgerechnet dem Preußen die Kaiserkrone anboten!
    Damals hätte man das ganze Fürstenpack zum Teufel jagen können, aber die Bourgeoisie waren für eine Republik nicht zu haben!
    1918 haben sich die Revolutionäre den Falschen anvertraut, denn die SPD ( mal wieder, wer sonst ) haben mit den Miltärs gekungelt und die Genossen Ebert, Scheidemann und Noske ihre eigenen Leute verraten!
    Der Generalstreik 1920 hat immerhin den Kapp-Putsch zerschlagen, die Reichswehr blieb in den Kasernen, der Chef der Heeresleitung durfte dennoch bleiben!
    Ging also!
    Die Deutschen sind so erbärmlich, zum speien!

    1. Mal wieder einer der wenigen richtig guten Kommentare hier. Bei OT muss man sie in der Zwischenzeit mit der Lupe suchen, nachdem das Zensurregime sich nun endgültig etabliert hat und die besten und informativsten Forumsteilnehmer in Scharen geflüchtet sind. Genauso war es bei TP auch, wo sich jetzt fast nur noch Schrott rumtreibt.

      1918 war der einzige Versuch in der Geschichte Deutschlands eine wahrhaftige und echte Demokratie – die den Namen auch wirklich verdient – zu installieren. Sie wurde von Ebert & Co. und seinen faschistischen freiwilligen Batallionen – aus denen sich später die SS und die SA rekrutierten – in einem Meer aus Blut ertränkt. Bezeichnernderweise trägt die SPD-Stiftung voller Stolz bis heute den Namen dieses faschistischen Bluthundes.

      Es gibt ein fantastisch gutes Buch zu dem Thema von Sebastian Haffner: „Die deutsche Revolution 1918/19“, wo er die wahren historischen Ereignisse um diesen Massenmord detailliert beschreibt. Sehr zu empfehlen für jeden der sich für dieses Thema interessiert.

      (….) Die Deutschen sind so erbärmlich, zum speien!

      Das sind sie in der Tat.

      Vor ein paar Monaten hier bei OT, gab es einen wirklich guten Kommenar zu der deutschen Herrenrasse. Es ging darum, warum man immer wieder die germanischen Kreaturen auserwählt hat in der Geschichte, um die Weltbevölkerung auf eine akzezptable Grösse zu dezimieren damit sie sich leichter kontrollieren lässt (so seine These).

      Er schrieb: (…) „Im Laufe der Geschichte haben sie sich als das geeignetste Volk für solche Unternehmungen erwiesen – leichter als die meisten anderen durch gehirnverfickende Propaganda zu militarisieren, gehorsam gegenüber höherem Befehl, leicht zu kontrollieren und von Natur aus aggressiv. Genau deshalb wurden sie immer wieder dazu benutzt, große Kriege zu beginnen in der Geschichte.“ (…)

      Ich habe noch niemals eine bessere Charakterisierung des deutschen Untervolkes gelesen. Schaut man sich hier so einige Kommentare an, oder unterhält sich mit den sogenannten „einfachen Menschen“ über Russland und insbesondere Putin oder auch den Iran auf der Strasse oder im Bekanntenkreis, so merkt man schnell, dass dieser Kommentar direkt ins Schwarze trifft.

      1. Das ist ja nett, dass sich jemand noch nach Monaten mit Freude an einen meiner Kommentare erinnert, nur war der Kommentar gar nicht von mir, sondern ich bekam ihn glaube ich bei Andrey Martyanov im Blog als Antwort von einer „Katarina“ und fand, ich sollte ihn übersetzen und weiterverbreiten…

  17. „Wie ein Brandbeschleuniger in Frankreichs Krise“, titelte die „Tagesschau“ heute früh, und nachdem ich mich ein ganz klein bißchen schlau gemacht hab, lautete meine Arbeitshypothese für den Fall, daß ich mich näher damit befaßte – was ich nicht tun werde – das sei aus polizeitheoretischer, d.h. politologischer Sicht, korrekt.

    Die Anweisung an die Pariser Polizei und die Gendarmerie, die Protestbewegung, die im Großraum Paris der zentralistischen Präsidialherrschaft Frankreich ihren Ausgangspunkt nahm, mit maximaler Polizeigewalt („Einsatz aller nichttödlichen Waffen“) und maximalem Kriminalisierungswillen (tausende Verhaftungen / Festsetzungen) niederzuschlagen, repräsentiert die Entscheidung, eine national typische, landesweite Revolte anzufachen, die seitens des Präsidialamtes gedeckelt werden wird, sobald substantielle Ansätze in der Arbeiterschaft vorliegen, sich der Revolte anzuschließen.

    Diese Strategie und Technik, die Präsidialherrschaft als eine der „linken Mitte“ periodisch neu zu etablieren, kenne ich aus dem letzten Jhd., namentlich der Ägide Mitterand, bestens, und manche Verläufe „ändern sich nie“ – wie man so sagt.
    Aber es ist leicht möglich, daß ich mich irre.

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