Scharfe Kritik von Ärzte ohne Grenzen an Israel: Angriff auf die medizinische Versorgung und auf die Menschlichkeit

Bild: Times of Gaza

Israel hat eingeräumt, dass das MSF-Krankenhaus bis 6 Uhr in der Früh geräumt sein muss. Außenministerin Baerbock deckt das Vorgehen Israels im Namen der Solidarität.

 

Israel hatte über eine Million Menschen aufgefordert, binnen 24 Stunden Gaza-City und den Norden des Gazastreifens zu verlassen, um ungehindert zuschlagen zu können. Schon zuvor waren wegen der massiven Bombardements Hunderttausende geflohen. Um 20 Uhr Ortszeit wurde die Deadline gesetzt. Druck von Seiten der westlichen Unterstützerstaaten, die ansonsten vorgeben, für Menschenrechte und Völkerrecht einzutreten, gab es nicht. Vielmehr ließ man Israel freie Hand beim Zurückschlagen, um die furchtbaren Massaker der Hamas mit noch größeren Massakern zu beantworten.

Perfid war auch, dass dem überall von Zäunen eingeschlossene Gazastreifen Wasser-, Lebensmittel- und Stromversorgung abgeklemmt wurde, was notwendig zu einer humanitären Katastrophe für die mehr als zwei Millionen Einwohner führen wird. Zudem verhinderte Israel humanitäre Hilfe aus Ägypten, indem der Rafah-Grenzübergang mehrmals bombardiert wurde. Die Menschen sitzen dann auch im Süden in einer Mausefalle fest. Für die Hamas ist das Vorgehen Israels eine richtige Vorlage, um den Widerstand und die brutalen Angriffe zu rechtfertigen. Sowohl Israel als auch die Hamas nehmen die Bevölkerung als Geisel für ihre Zwecke.

In Gaza-Stadt befindet sich auch das Al Awda-Krankenhaus, das von den Ärzten ohne Grenze (MSF) betrieben wird. Die Bombardierungen haben Tausende von Verletzten mit sich gebracht, da die Bomben keineswegs nur militärische Ziele treffen, sondern auch Wohnhäuser und auch Krankenhäuser. „Zwei der von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Einrichtungen, das al-Awda-Krankenhaus und das Indonesische Krankenhaus, wurden durch Luftangriffe getroffen. Die Klinik, die Ärzte ohne Grenzen selbst betreibt, wurde am Montag bei einer Explosion beschädigt“, so MSF.

Auch das Al Awda-Krankenhaus sollte auf Drohung von Israel mitsamt den Patienten in aller Eile geräumt werden. „Der Gazastreifen wird dem Erdboden gleichgemacht, Tausende von Menschen sterben, das muss jetzt aufhören. Wir verurteilen die Forderung Israels auf das Schärfste”, sagte  Meinie Nicolai, Generaldirektorin von Ärzte ohne Grenzen, am Freitag nach dem Ultimatum Israels. Und weiter:

“Israels 24-Stunden-Ankündigung, dass die Menschen im nördlichen Gazastreifen ihr Land, ihre Häuser und ihre Krankenhäuser verlassen müssen, ist ungeheuerlich – dies ist ein Angriff auf die medizinische Versorgung und auf die Menschlichkeit. Wir haben immer wieder eine entmenschlichende Sprache erlebt, und diese Gewalt ist ein Ausdruck davon.“

Es ist unmenschlich zu verlangen, dass in kurzer Zeit Schwerverletzte verlegt werden und Operationen unterbrochen werden sollen. Zudem kommen wegen der Bombardierungen laufend neue Patienten in die Krankenhäuser. Offenbar hat das israelische Militär zunächst zugestimmt, dass die Räumung des Krankenhauses zwei Stunden verlängert, um dann einzuräumen, dass sie bis 6 Uhr in der Früh am Samstag erfolgen müsse. MSF kritisiert: „Wir verurteilen diese Aktion, das anhaltende wahllose Blutvergießen und die Angriffe auf die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen unmissverständlich.“

Aber Israel ist in Eile, möglichst schnell Hamas auszuschalten und zumindest den Norden des Gazastreifens in Schutt und Asche zu legen, bevor sich auch die westlichen Staaten von den Kriegsverbrechen distanzieren, die auch wegen der zuvor von Hamas begangenen Gräueltaten nicht gerechtfertigt werden können. Bislang sollen 1900 Bewohner der Gazastreifens getötet und fast 8000 verletzt worden sein, darunter 614 Kinder und 370 Frauen.

Vor ihrer Reise nach Israel sagte Außenministerin Baerbock: „Die Hamas bringt nichts als Leid und Tod über die Menschen – in Israel und in Gaza. Es ist Hamas perfide Strategie, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde zum missbrauchen. Das Drehbuch des Terrors darf nicht greifen. Zivilistinnen und Zivilisten brauchen sichere Räume, in denen sie Schutz finden und mit dem Notwendigsten versorgt werden können.“ Aber jetzt ist es nicht mehr Hamas, jetzt ist es das israelische Militär, das den Terror gegen Zivilisten fortsetzt.

Natürlich ist Deutschland besonders dazu aufgerufen, für Israel und den Schutz der Juden einzutreten, aber eigentlich auch dafür, solche Verbrechen, die das Nazi-Deutschland begangen hat, zu verhindern. Es wäre Pflicht, Israel gegen Hamas zu unterstützen, aber Druck auf die israelische Regierung auszuüben, das Kriegsrecht einzuhalten – schon allein mit Blick darauf, dass Berlin eben die Begehung von Kriegsverbrechen Russland vorwirft, weswegen man dann nicht selbst die Augen verschließen kann, wenn es schwierig wird und die eigenen Interessen betroffen sind.

Baerbock ist natürlich in einer misslichen Lage, weil sie einen Doppelsprech meint pflegen zu müssen. Aber ein bisschen mehr Mut für eine „moralische Außenpolitik“ hätte man schon erwarten können. “In diesen schrecklichen Tagen stehen wir an Ihrer Seite und fühlen mit Ihnen. In diesen Tagen sind wir alle Israelis”, sagte sie in Israel, was implizit auch heißt, dass das Vorgehen Israels im Gazastreifen von ihr und der Bundesregierung gedeckt wird. Die Tagesschau berichtet ohne jede Distanz: „Mit Blick auf Israels Gegenoffensive nach dem Angriff der Hamas vom vergangenen Samstag sagte Baerbock: ‚Israel hat das Recht – nein, die Pflicht, seine Staatsangehörigen zu befreien.‘“ Befreit man die Staatsangehörigen durch massive Bombardierung der Zivilbevölkerung und das Begehen von Kriegsverbrechen?

Update: Das israelische Militär fordert nun die Menschen im Nordteil des Gazastreifens auf, diesen zwischen 10 und 16 Uhr auf Korridoren zu verlassen. Man fragt sich, was dann geschieht, wenn 2 Millionen Menschen im Süden massiert sind. IDF kann dann zwar ohne Rücksicht auf verbliebene Zivilisten, da man sie ja gewarnt hat, Gaza-Stadt mitsamt den Tunnels zerstören, aber Hamas wird dann auch in den Süden abziehen. Das Blutbad würde nur noch schlimmer werden.

Ägypten will Flüchtlinge aus dem Gazastreifen nicht ins Land lassen, fordert Israel aber auf, humanitäre Hilfe zuzulassen. Das lehnt Israel bislang auch ab. Offenbar sind Verhandlungen im Gange, wenigstens Ausländer aus dem Gazastreifen ausreisen zu lassen.

Bislang hat Hamas die Drohung nicht umgesetzt, nach Bombardierungen Geiseln zu töten. Veröffentlicht wurde ein Video, das bewaffnete Hamas-Kämpfer zeigt, wie sie Kinder am 1.  Tag in einem Kibbuz versorgen. Das soll zeigen, dass Hamas Mitleid gegenüber Kindern zeigt, während bei dem Überfall auch Kinder getötet und verschleppt wurden.

Moussa Abu Marzouk vom politischen Arm der Hamas in Doha erklärte, man sei nicht vom militärischen Arm über den Angriff informiert worden, sondern habe dies erst am 7. Oktober erfahren. Wie andere Hamas-Mitglieder will auch er bestreiten, dass Hamas trotz der von den Bewaffneten gemachten Videos, die das Gegenteil zeigen, keine Zivilisten getötet hätten.  Er bietet für die begangenen Gräueltaten eine andere Version an. Sie könnten möglicherweise von anderen Terroristen und Zivilisten begangen worden sein, die den ersten Hamas-Kommandos gefolgt waren, als diese den Sicherheitszaun aufgesprengt hatten.

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21 Kommentare

  1. Man darf wohl fest davon ausgehen, dass sehr viel Wert darauf gelegt wird, dass die Weltöffentlichkeit möglichst wenige schreckliche Bilder zu sehen bekommt? Journalisten, die sich weiterhin in Gaza aufhalten, dürften daher in höchster Gefahr sein?

  2. Die Frau, die hierzulande Außenministerin spielen darf, deckt das sogenannte „Vorgehen Israels“ nicht „im Namen der Solidarität“. Sie missbraucht und entkernt allenfalls mal wieder den Solidaritätsbegriff für ihre niederen Zwecke. Sie steht hinter Israel, weil Israel zu „uns“ gehört – zum „Empire“, zum „Garten“, zur „goldenen Milliarde“, zu „Ozeanien“. Wenn die Israelis zu „Eurasien“ oder „Ostasien“ gehörten oder dem „Dschungel“, sähe die Sache ganz anders aus. Es wäre – und ist – auch wumpe, ob die Israelis Juden, Drusen oder Rammsteinianer sind. Sie zählen zu „uns“ und deshalb verdrücken wir ein paar sprichwörtliche Krokodilstränen. Mit Religion hat das überhaupt nichts, mit Geopolitik dafür recht viel zu tun.

    Hat jemand die 360°-Dreherin eigentlich schon einmal wegen der Kinder der Anderen weinen sehen? Wegen des Besuchs der Allee der Engel? Wegen der Kinder in Tigray? Oder erwartet jemand, dass sie um chinesische Kinder weinen wird, falls wir genug in Taiwan gezündelt haben und in jener Weltenecke „plötzlich“ Krieg „ausbricht“? Ne. Die Donbasser Kinder sind eurasische „Vatniks“, die Bälger viehischer „Ork-Horden“. Die Tigray sind „Dschungelbewohner“, nach denen kräht ohnehin keine Sau und auf der Landkarte wird ihre Heimat weder von der Außenministerin noch ihren (von ihr wenig beachteten) Wähler*_Innen gefunden. Und die Gaza-Kinder sind nun mal Kinder von „Kameltreibern“ und „Ziegenschändern“, wenn ein paar mehr von denen krepieren, gibt’s hierzulande angesichts des zwar angeblich nicht vorhandenen dafür aber ziemlich verbreiteten Rassismus doch bloß klammheimliche Freude obendrauf.

    Befreit man die Staatsangehörigen durch massive Bombardierung der Zivilbevölkerung und das Begehen von Kriegsverbrechen?

    Kommt immer ganz darauf an, was das Ziel der „Befreiung“ ist, nicht wahr? Und wer sie ausübt. Vice versa für die „Kriegsverbrechen“. Kommt immer ganz darauf an.

    Ich zitiere nochmals die Altmeisterin zu diesem Thema, zufällig auch bei den Grünen eine hochgeschätzte Frau:

    „I think that is a very hard choice, but the price, we think, the price is worth it.“

    Oder, um es in Abwandlung des Rechts-Experten Schäuble zu sagen:

    „Der Gazakrieg ist eine schlechte Lösung, aber eine noch schlechtere Lösung wäre eine gedemütigte Regionalmacht Israel.“

    (Die Zitatereihe ließe sich bekanntlich fortsetzen.)

    Es wäre Pflicht, Israel gegen Hamas zu unterstützen, aber Druck auf die israelische Regierung auszuüben, das Kriegsrecht einzuhalten – schon allein mit Blick darauf, dass Berlin eben die Begehung von Kriegsverbrechen Russland vorwirft

    Der war gut!

    Abschließend vielleicht lieber zum Ultimum dessen, was man im Westen (und auch dort nur aus der Warte eines unbedeutenden Randstaats) zu diesem Thema sagen darf. Ich zitiere als Vergleich zur Frau im Auswärtigen Amt mal den stellvertretenden irischen Premierminister Micheál Martin:

    He continued: “It must be within international law and there are obligations under [the] Geneva Convention.

    “It simply isn’t feasible that a million people can move out of a city in 24 hours. That call by Israel should be rescinded and should be pulled back because I think everybody knows it’s not something that can be achieved at all.

    “I think it puts enormous trauma on the ordinary civilians of Gaza. Two wrongs don’t make a right.

    “There’s an obligation to protect civilians in Gaza, to protect children and families, people who have nothing to do with Hamas.”

    Mr Martin said he accepted that Israel had a legitimate right to deal with Hamas because it had waged war on Israel and its civilians.

    However, he added: “It cannot be in the context of an attack on the civilian population of Gaza. Our value system is one that does not in any way support any collective punishment of an entire population. That’s not acceptable, from our perspective.

    Martin ist ein Bürgerlicher, beileibe kein Revoluzzer. Er sagt nichts Weltbewegendes. Aber er stammt eben aus einem Land mit „Kolonisierungshintergrund“ – zufällig, wie im Falle Nahost, auch hier gewissem britischem. In Deutschland fiele für seine Worte wohl die Querfront aus Antifa, Neokonservativen und Solidaritäts-Koalitionären mitsamt den angeschlossenen Medienhäusern über ihn her. Naja, spätestens mit dem Amtsantritt von Sinn Woke werden wir dieses Irland-Problem auf Linie gebracht haben…

    1. Dem ist wenig bis nichts beizufügen.

      Der Westen misst wie immer mit zweierlei Maß.
      Wenn seine Glaubwürdigkeit nicht schon dahin wäre,
      dann würde sie dadurch atomisiert.

    2. Sollte ein grünes Wahlkampf-Etwas an meine Tür klopfen und mir was von Menschenrechten und Werten erzählen wollen: nachdem ich bis drei gezählt habe, so viel Fairness muss sein, sollte es seine Beine in die Hand nehmen…

    3. Ja, bärchen verbockt es mal wieder.
      Nix neues, leider.
      Getröte auf dieser ebene schmälert auch die möglichkeit humanitärer hilfe.
      Wird ihr wohl egal sein.
      Mag sie nicht, unabhängig vom amt

  3. ‚Israel hat das Recht – nein, die Pflicht, seine Staatsangehörigen zu befreien.‘

    Ja, genau sowas hat sich die Hamas andersherum wohl auch gedacht… immerhin werden über 2 Millionen Palästinenser seit Jahrzehnten in Gaza in einer Art Freiluftknast – nebenbei völkerrechtswidrig – gefangen gehalten. Wenn Baerbock jetzt die Kriegsverbrechen der israelischen Armee ausdrücklich deckt, dann macht sie sich mitschuldig und gehört wegen dem neugefassten § 130 Abs. 5 StGB wegen öffentlicher Billigung von Straftaten nach §§ 6-12 VStGB vor den Kadi.

  4. Alle Darsteller im politbereich reisen gerne, medial begleitet, zu ihren zu unterstützenden Freunde.
    Die Ukraine ist immer noch aktuell, aber willkommen zum vergessen, da natürlich die oberste Menschheit sich gegen Tiermenschen verteidigt. Schaut auf die anderen Plätze, wie mal wieder Grundrechte eliminiert werden, wegen der angeblichen Solidarität! Man setzt die Staatsgewalt ein, um menschliche Sympathien für andere zu unterdrücken.
    Der ‘Westen’ ist ein Fall für die Psychiatrie und gehört sofort eingewiesen, damit andere durchatmen können.

  5. Natürlich ist Deutschland besonders dazu aufgerufen, für Israel und den Schutz der Juden einzutreten,…”

    Warum, wird der Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg dadurch wettgemacht? Was ist das für eine verquere Logik? Unsinnig ist auch die stets wiederholte Bemerkung, Israel habe ein Recht sich zu verteidigen. Wer hat das den Israelis je abgesprochen? Das gilt selbstverständlich für alle Angegriffenen, z. B. die Ukraine. Auf diesen Staat bezogen fällt der Satz aber nie, aus dem schlichten Grund weil er eine Binse ausdrückt. Warum also im Fall Israel? Ganz einfach, weil damit etwas anderes gemeint ist. Nämlich schrankenloser Einsatz von Gewalt, wie er uns gerade vorgeführt wird. Gewalt, die sich keinen Deut um Kriegsrecht kümmert. Niemand wird ernsthaft behaupten, die Hamas habe auch nur die geringste Chance, Israel als Staat existenziell zu gefährden. Israel verteidigt sich nicht, sondern straft und begeht dabei einen Gewaltexzess, der vom Westen kritiklos hingenommen werden kann, weil die Fiktion aufrechterhalten wird, Israel sei mit den ohnmächtigen, ausgelieferten Juden des Zweiten Weltkrieges gleichzusetzen, also immer noch ein Opfer, obwohl das Gegenteil der Fall ist und es sich längst zum Täter gemausert hat. Zum Täter, der der autochthonen Bevölkerung des Gebietes, das man sich nach einer Abwesenheit von nahezu 2’000 (!) Jahren wieder angeeignet hat, die Luft abschnürt und am liebsten komplett aus der Welt schaffen würde. Auf eigentümliche Weise das eigne Schicksal anderen aufzwingend.

    Die Hamas-Attacke war ein Aufstand, wie viele andere Aufstände in der Geschichte eine extrem hässliche Angelegenheit, zwar von langer Hand geplant, in der Ausführung aber unkontrolliert, wie die israelische Reaktion von Gewaltexzessen, die vom Interesse der Palästinenser aus gedacht auch noch schwer kontraproduktiv sind, mehr als getrübt. Auch die Aufstandbekämpfung, das die korrekte Bezeichnung für das, was die Israelis gerade tun, war historisch oft besonders brutal, stets geht es darum, ein alle erschreckendes Exempel zu statuieren. Die sollen das nie mehr versuchen, auf ewig davor zurückschauern.

    Und obwohl es ein Kriegsrecht gibt und es darüber hinaus einsichtig ist, dass die stärkere Partei auch stärker in der Verantwortung steht, wird das Verhalten der Aufstandsbekämpfer von den global Einflussreichsten aktiv übersehen, oder gar, wie Baerbock es exemplarisch tut, gerechtfertigt, obwohl ein Blinder noch sieht, dass alle einschlägige Regulierung grob verletzt wird. Israel hat das Recht sich zu verteidigen und Deutschland muss es bei jeder Reaktion, auch wenn sie verzweifelt eignem schwerstem Fehlverhalten zwar eindeutig weit nachsteht, aber doch ähnelt. Oder vielleicht doch nicht?

    1. Wenn die einzige Erkenntnis, die Deutschland aus der Zeit der NS-Diktatur gezogen hat, ist, dass man nur Juden keine Gewalt antut, allen Anderen schon, dann ist diese Erkenntnis nichts wert, im Gegenteil. Es ist ja sogar so, dass sie diese Erkenntnis gegenüber Russen nicht haben, obwohl sie zahlenmäßig die größten Opfer gebracht haben. Baerbock ist eine verachtenswerte rassistische Person.

      Ich sehe das Verhältnis von Deutschland zu Israel so: wenn Deutschland defacto sagt “wir stehen dir bei, egal welche Verbrechen du verübst”, dann ist es – wie auch eingangs angedeutet – genau das Gegenteil einer Anerkennung der eigenen Schuld. Man folgt da eher dem Prinzip “dafür, dass ich dir Gewalt angetan habe, erlaube ich dir jetzt auch einer anderen Volksgruppe Gewalt anzutun bzw schaue dabei aktiv weg oder unterstütze dich sogar”. Anders gesagt: Deutschland hat aus dem Holocaust genau die falschen Schlüsse gezogen. Deutschland hat defacto nur die eigene Gewalt auf ein anderes Land übertragen.

      Was Deutschland offenbar nicht begriffen hat, ist, dass zwei Dinge nicht gehen: Rassismus und Gewalt, egal von wem. Deutschland beweist mit seinem Verhalten, dass sie die eigentliche Ideologie hinter dem Ganzen nicht abgelegt haben (worauf auch diverse andere Entwicklungen sprechen, wie zB die Wiederberufung von Nazis in die deutsche Justiz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs etc etc).

      Deutschland verfährt im Grunde nach dem Motto “wenn wir über deine Gewalt kein kritisches Wort verlieren, dann verlierst du auch keines über unsere (Holocaust), ok?”, nix Aufarbeitung. Es ist ein Fortschreiben der Gewalt, mit der fast wertlosen Erkenntnis, dass sie sich nur nicht mehr gegen Juden richten darf. Man hat lediglich die Juden der eigenen Peergroup hinzugefügt, alle Anderen, die ihr vorher auch schon nicht angehörten, müssen weiter mit der rassistischen Einstellung Deutschlands auskommen.

      1. 👍 Volle Zustimmung. Ich meide offizielle einschlägige Gedenkveranstaltungen mittlerweile, so gut es geht. Sie sind nur noch Hochämter der Heuchelei und Doppelmoral, eine Art moderner Ablasshandel, um – im Heute – “weiter so” machen zu können.

      2. Tolle Gedanken … danke
        Erst redet man uns eine Generationen-Schuld und -Verantwortung (rechts) ein, damit dann die Tat-Eliten
        stillschweigend, geiffernd sich daran laben können dass USANATO Chile *Colonia Trinidad ) u. Andere auch böse sein dürfen…
        Es wäre mal gut, den Werte Weste auf die psychoanalytische Couch uu schicken …
        USA: bis zur Halskrause un Blut, Mord und Diebstahl und dann in die Welt irren um anderen die ‘Heilsbotschaft’ zu verkünden?
        Kirchensekten …
        u.u.

  6. Ich* habe gehört, es heißt Mia. Ihre Familie musste Schutz suchen – wie Millionen anderer Menschen überall in der Ukraine. Schutz vor Bomben und ich habe gehört, es heißt Fatima. Ihre Familie musste Schutz suchen – wie Millionen anderer Menschen überall im Gazastreifen. Schutz vor Bomben und ich habe gehört, es heißt Sarah. Ihre Familie musste Schutz suchen – wie Millionen anderer
    Menschen überall in Israel. Schutz vor Terror und Raketen.

    *Ich und ich und ich und ich und….

    …. ich mache Hüpfspiele im Atombunker!

  7. “On October 13, at least 70 Palestinians were killed and 200 others were wounded in Israeli strikes on a convoy of displaced civilians heading from northern Gaza to south.

    Iyad Al-Buzm, an Interior Ministry spokesman, told Al Jazeera that the convoy was targeted as around 150 civilians were making their way through Salah Aldin Street in al-Zeytoun neighborhood.”

    Hier ein unblutiges Video, das das “Vorher” zeigen soll:

    https://s2.cdnstatic.space/wp-content/uploads/2023/10/uP9SFaWKSr1nIq1V.mp4

    Aufnahmen des “Danach” möchte ich Euch ersparen.

  8. Wenn Baerbock uneingeschränkete Solidarität verspricht und das Vorgehen Israels damit deckt, macht sie sich dann nicht mitschuldig an den Kriegsverbrechen und müßte ebenso, wie sie das für Putin fordert, nicht auch vor ein Kriegsverbrechertribunal?

    Solidarität JA die darf aber nicht soweit gehen Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung zu decken!

    Die GRÜNE Doppelmoral im Rahmen der Zeitenwende!

  9. “Berliner Schulen: Verbot von Palästina-Symbolen und -Tüchern ab sofort erlaubt” (Berliner Zeitung)

    Außerdem gibt es ein Video, in dem eine junge Dame von der deutschen Staatsmacht einkassiert wird, weil sie “Free Pal*” (ich schreibe es vielleicht besser nicht aus?) gerufen hat!

    1. Es herrscht Meinungsfreiheit. Aber wie so oft im realen Leben steht das wichtige in Kleingedruckten, dort heißt es: so lange du unsere Meinung vertrittst.

  10. Kriegsverbrechen ist nicht relativierbar, Frau Baerbock, jeder! Krieg ist ein Verbrechen, Völkermord inclusive!!!
    Ich distanziere mich als Deutscher aufs Schärfste von den Zugeständnissen einer deutschen Außenministerin hinsichtlich der ‘Verhältnismässigkeit’ der israelitischen ‘Reaktion’ und bin schockiert über die Heuchelei, Deutschland trüge Mitverantwortung für die Sicherheit der Juden. Würde die Verantwortung Deutschlands für den Holocaust ernst genommen, würde man/frau eine andere Sprache sprechen!!! Wie war das gleich noch mit Deutschlands ‘Umgang’ mit den Herero und Nama zur Kolonialzeit? Sorry, aber mir drängen sich Ähnlichkeiten im ‘Umgang’ mit der ‘Endlösung’ der Palästinafrage auf. Man sollte endlich begreifen und differenzieren zwischen den Juden und einem Unrechtsstaat Israel!!!

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