
Diese klare Aussage machte der NATO-Oberbefehlshaber Europa (SACEUR: Supreme Allied Commander Europe), US-General Alexus Grynkewich, in einem aktuellen Interview mit dem „Spiegel“ und unterstrich damit noch einmal seine Ausführungen auf dem „Warsaw Security Forum“, das vom 12.-13. Oktober in Polen stattfand (siehe auch: Märchenstunde: Eine “Theorie des Sieges“ der Nato vom Supreme Allied Commander Europa).
Was heißt das für die in den Medien immer wieder thematisierte Bedrohung durch Russland? Gibt es diese jetzt oder nicht?
„Theory of War“- die neue NATO Strategie
Zu dieser vom SACEUR entwickelten und von allen 32 Mitgliedsstaaten mitgetragenen Strategie stellte der General zu Beginn seiner Ausführungen in Warschau fest:
“I do not assess that conflict is imminent or inevitable. It isn’t. We help avoid conflict by clearly articulating our defensive intentions, and by maintaining open lines of communication to resolve misunderstandings and encourage transparency. But deterring conflict also requires warfighting readiness, and readiness requires to plan against what is possible, not just what is probable …
(“ Ich gehe nicht davon aus, dass ein Konflikt bevorsteht oder unvermeidlich ist. Beides trifft nicht zu. Wir wollen einen Konflikt dadurch vermeiden, dass wir unseren defensiven Charakter deutlich machen, und durch das Offenhalten von Kommunikationskanälen Missverständnisse vermeiden und zur Transparenz ermutigen. Aber zur Abschreckung von Konflikten gehört die Einsatzfähigkeit, einen Krieg zu führen und diese Fähigkeit verlangt eine Planung gegen alles, was möglich, nicht nur was wahrscheinlich ist.“)
Grynkewich erklärte weiter, dass die NATO im Verbund über viele unterschiedliche Aufklärungsmöglichkeiten verfügte, sodass ein Überraschungsangriff unwahrscheinlich sei:
“We will see if an attack is coming, giving us time to assess intent and rapidly position our forces. In doing so we aim to deter, but these movements also prepare us to deny any potential attack, including those aimed at seizing and holding NATO territory as a fait accompli. In short, they prepare us to execute our most sacred task, the defence of our people, and our territory. “
(„Wir sehen, falls einen Angriff bevorsteht, und das gibt uns die Zeit, die Absichten zu beurteilen und unsere Kräfte zu positionieren. Dadurch erzielen wir eine abschreckende Wirkung und sind gleichzeitig vorbereitet, jeden möglichen Angriff abzuwehren, einschließlich solcher, die darauf abzielen, NATO Territorium zu erobern und als Fakt auch zu besetzen. Kurz gesagt, unsere Aufklärungsmöglichkeiten dienen der Vorbereitung unseres wichtigsten Auftrags, der Verteidigung unserer Bevölkerung und unseres Territoriums.“)
Die Strategie beruht auf den drei Säulen: Blockieren-Abschwächen-Zerschlagen
In einem Artikel der „Euro News“ wird der General wörtlich zitiert: „Wir werden den ersten Angriff blockieren. Hält der Angriff an, werden wir ihn abschwächen und jeden weiteren Vormarsch verhindern. Und falls nötig, werden wir die gegnerischen Kräfte und das gegen uns eingesetzte operative Kriegführungssystem zerschlagen. Wir werden die feindlichen Verbände festsetzen und verhindern, dass Gebiet der Allianz erobert wird.“
Der General unterstrich, die NATO-Strategie diene dem Schutz des Bündnisgebiets und verfolge keine territorialen Ziele: „Wir haben keine Pläne, keine Absichten und keine Ambitionen über den Schutz unserer Menschen und die Verteidigung unseres Territoriums hinaus“.
In Bezug auf mögliche Bedrohungen stellte der SACEUR – wie bereits gesagt – unmissverständlich fest, dass er die Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs auf das Bündnis derzeit als gering ansehe, warnte aber, die NATO werde reagieren, falls sich ein Gegner zu einem Angriff entscheide. Der General auf dem „Warsaw Security Forum“ wörtlich:
„Wenn jemand töricht genug ist, uns anzugreifen, werden wir kämpfen.“
Auf die Frage, ob die Strategie angesichts von Sorgen mancher Mitgliedstaaten über das Engagement der Vereinigten Staaten für die NATO weiterhin tragfähig sei, verwies Grynkewich auf das Versprechen zur kollektiven Verteidigung und erinnerte, dass Washington beim NATO-Gipfel im Juli in Ankara eine Erklärung mitgetragen habe, in der die USA ihre „felsenfeste Verpflichtung zu Artikel fünf“, also zur gegenseitigen Beistandsverpflichtung, bekräftigen.
Zusatz von mir: Ob US-Präsident Trump das heute oder auch morgen genauso sieht, ist leider eine berechtigte Frage!
Die Bedrohung durch Russland
In seinem aktuellen Interview mit dem Spiegel äußerte sich der SACEUR auch konkret zu einer möglichen Bedrohung durch Russland und stellte wörtlich fest: „Unsere militärischen Fähigkeiten, die wir in einem Großkonflikt zum Einsatz bringen würden, übertreffen die Moskaus bei Weitem“ und er ergänzte: „In einem echten Krieg, wenn die ganze Allianz antritt, ist die Nato Russland konventionell überlegen“, Moskau verfüge u. a. nicht über moderne F-35-Kampfjets, nicht über die Masse an modernen Zerstörern oder U-Booten, die die NATO habe.
Grynkewich erklärte, er sei sich sicher, dass Russland keinen großangelegten konventionellen Angriff auf Europa starten werde. Der General: „Putin greift zu anderen Methoden, Sabotage zum Beispiel, weil er keine anderen Optionen hat.“ Putin wolle keinen direkten Konflikt. Das liege an der konventionellen Abschreckungsfähigkeit der NATO. Diese müsse man aufrechterhalten und immer wieder anpassen
Auf die Frage, ob der allgemeine Begriff „Schattenkrieg“ für die russischen Aktionen zutreffend sei, entgegnete der General: „Wir müssen die Dinge beim Namen nennen: Sabotage, Brandstiftung oder Terrorattacken sind präzise Begriffe, es gibt klare Antworten darauf. Das hybride Angriffe zu nennen, ist mir zu vage.“
Zur Frage, ob man sich schon im Krieg mit Russland befinde, sagte Grynkewich: „Das ist das gefährliche Spiel von Wladimir Putin. Er will unseren Bevölkerungen einreden, dass es gefährlich ist, die Ukraine zu unterstützen, dass das in einem Krieg mit Russland enden könnte.“ Bisher verfange das zum Glück nicht.
Zusammenfassende Beurteilung
Die Feststellung des SACEUR: „Unsere militärischen Fähigkeiten, die wir in einem Großkonflikt zum Einsatz bringen würden, übertreffen die Moskaus bei Weitem“, wird von Präsident Putin mit großer Wahrscheinlichkeit geteilt. Die Frage ist allerdings, ob sich der russische Präsident damit abfinden kann und wird, denn aus seiner Sicht, ist die NATO vermutlich kein Verteidigungsbündnis. Dafür könnte die Tatsache sprechen, dass die NATO die Zahl ihrer Mitgliedsländer innerhalb weniger Jahre von 16 auf mittlerweile 32 erhöht hat. In diesem Zusammenhang wird Putin einen Beitritt der Ukraine zur Allianz sicherlich nicht akzeptieren und wohl auch nicht endlos zusehen, dass Kiew nur mit Hilfe von NATO Mitgliedsländern in der Lage ist, in dem aktuellen Krieg nicht nur Widerstand zu leisten, sondern auch zunehmend Ziele im russischen Kernland anzugreifen.
Die Beurteilung des US-Generals, dass ein Konflikt (mit Moskau) weder bevorsteht noch unvermeidlich sei, ist aktuell sicherlich zutreffend. Das heißt aber nicht, dass es durch hybride Aktionen Russlands und mögliche falsche Reaktionen oder Lagebeurteilungen eines NATO-Mitgliedslands nicht zu einem „echten“ Krieg kommen könnte. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die Gesprächskanäle nach Moskau offen zu halten, so wie es der US-General auch fordert. Leider verbindet er damit keine konkreten diplomatischen Initiativen, die dazu beitragen könnten und vielleicht auch würden, die Spannungen zwischen Russland und der NATO abzubauen.
Generell greift es aus meiner Sicht zu kurz, wenn man sich im Zusammenhang mit einer Bedrohung ausschließlich auf Russland bezieht. Die NATO muss sich bei ihrer Organisation, Ausrüstung und Bewaffnung so aufstellen, dass sie allen Bedrohungen gewachsen ist und zwar nicht nur heute, sondern auch in Zukunft. Dazu sind im Wesentlichen vier Schritte erforderlich, nämlich:
- Analyse möglicher Bedrohungen, ohne konkreten Bezug auf irgendein Land
- Feststellung ob man alle Fähigkeiten besitzt, diesen Bedrohungen zu begegnen
- Schließen möglicher Fähigkeitslücken
- Ständige Aktualisierung und Anpassung dieser Vorgehensweise
Last but not least steht die Beurteilung des SACEURS hinsichtlich der Bedrohungslage im Widerspruch zu den Behauptungen „westlicher“ Politiker, die ständig vor Russland warnen und ihre Bevölkerung mit einer drohenden Kriegsgefahr zunehmend verunsichern, ohne irgendeine diplomatische Initiative zu ergreifen, um u.a. die Eskalation im Ukrainekrieg zu stoppen, bzw. die Gefahren einer „hybriden Auseinandersetzung“ zu verringern.
Eine überzeugende Strategie basiert immer auf zwei Säulen, nämlich auf militärischer Stärke und diplomatischer Kompetenz.
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Russland will doch gar nicht auf diesen Weg zu uns.Er wollte freundschaftliche Beziehungen seit Stalin sagte wir haben die Rohstoffe und Arbeitskräfte und ihr habt auch einiges zu bieten .Tun wir uns doch zusammen wenn ihr ,also Deutschland ,blockfrei bleibt .Gorbatschow hat uns Deutsche vereinigt und was macht unsere Vorzeige Elite
Bei deisem Autoren weiss man schon, wenn man den Autorennamen in der Headline gesehen hat, worum es gehen wird. Weiterlesen grundsätzlich überflüssig, der Name alleine steht für die zu vermittelnde Suggestion und Einseifen. Auch diesmal -ohne es gelesen zu haben- erlaube ich mir, eiine Zusammenfassung zu posten. Es geht entweder um die -an sich- gute Bundeswehr und/oder um die -an sich- gute NATO, Beide seien nach Ansicht des Autors in den letzten Jahren von ihrem guten, in der Welt friedensstiftenden Weg abgekommen -entsprechende Korrekturen in den Zielsetzungen und exekutivischer Umsetzung seien daher notwendig, Für diesen Budeswehr- und/oder NATO- Revisionismus fühlt sich der Autor zuständig. Er hat zwar als ein weiterer pensionierter Staatsbedienstete aus dem Autorenangebot der Staatspensionäre beim OV- Magazin im System nichts zu sagen, fungiert dort aber -selbstmandatiert- als eine Art externer „Bundeswehr- und NATO-Berater“. Die üblichen,. typisch deutschen Postulate -stes an Andere gerichtet- „sie sollen“, „sie müssen“ als Ersatz für Politik in Deutschland sind sicherlich auch formuliert und vertrauenswürdig dem Zielpublikum vermittelt worden.
Jeder weiß, die Nato ist kein Verteidigungsbündnis. Und so zu tun, dass das so wäre, ist einfach unredlich. Schaut man sich die Geschichte dieser US-amerikanischen „Vorfeld“-Organisation zur Verteidigung des „Gartens“ gegen den „Dschungel“ an, ist das sonnenklar. Frieden geht anders – wenn man ihn den wirklich wollte und nicht nur heuchelte.
„SACEUR: Die NATO ist Russland militärisch deutlich überlegen“
Das ist, konventionell zumindest, ein ziemlich alter Hut:
Die NATO gibt zehnmal mehr für Rüstung aus wie Russland (2025):
32 NATO-Staaten: 1.506 Milliarden US-Dollar
USA: 997 Milliarden US-Dollar
NATO Staaten ohne USA: 503 Milliarden US-Dollar
Russland: 149 Milliarden US-Dollar
Deutschland: 88,5 Milliarden US-Dollar
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157935/umfrage/laender-mit-den-hoechsten-militaerausgaben
https://www.greenpeace.de/frieden/kraeftevergleich-nato-russland
Der Overton-Autor:
„Das heißt aber nicht, dass es durch hybride Aktionen Russlands (…) nicht zu einem „echten“ Krieg kommen könnte.“
…..der tägliche „russische hybride Krieg“ sei mit uns
Der Overton-Autor:
„Die NATO muss sich bei ihrer Organisation, Ausrüstung und Bewaffnung so aufstellen, dass sie allen Bedrohungen gewachsen ist und zwar nicht nur heute, sondern auch in Zukunft.“
Siehe obrige Angaben – das sollte reichen