Russland baut Perimeter-System aus, um nach einem nuklearen Angriff mit Atomwaffen zurückschlagen zu können

Screenshot von Video von Louise Kock/Danwatch

Nach Recherchen von Sunday Times, Danwatch und Dossier Center, einer Publikation des Oligarchen und russischen Oppositionellen Chodorkowski, bereitet sich Russland auf einen Atomkrieg vor. Angeblich wurde eine tief im Berg Kosvinsky unter Felsen gelegene Tunnel- und Bunkeranlage bei Kytlym im Ural ausgebaut. Damit soll das sowjetische Programm Perimeter, „Doomsday Machine“ oder „Tote Hand“ wieder aktiviert werden, das garantieren soll, dass Russland auch nach einem verheerenden Atomangriff oder nur einem Enthauptungsschlag, also der Ausschaltung der politischen und militärischen Führung, noch einen nuklearen Gegenangriff starten kann – fast automatisch.

Im Sinne des Gleichgewichts des Schreckens ist die Sicherung einer Zweitschlagfähigkeit notwendig zur Abschreckung. MAD (Mutually assured destruction), die garantierte wechselseitige Vernichtung, soll sicherstellen, dass ein Einsatz von Atomwaffen suizidal ist. Das war im Kalten Krieg zwischen den beiden Atomstaaten USA und Sowjetunion noch einigermaßen nachvollziehbar. Seitdem sind mehr Länder im Besitz von Atomwaffen, allerdings mit weitaus geringeren Beständen. Sie können kaum mit MAD drohen, aber wie man am Beispiel Nordkorea sieht, verhindert der Besitz von nur wenigen Atomwaffen und Interkontinentalraketen einen militärischen Angriff. Gegenbeispiele sind der Irak, Libyen oder Iran, die angegriffen wurden, weil sie noch keine Atomwaffen besaßen.

Angeblich blieb Perimeter auch nach dem Auseinanderfallen der Sowjetunion in Russland noch in Betrieb. Im ganzen Land werden, so ein Artikel in Sputniknews, fortlaufend Radioaktivität, Temperatur, Funkverbindungen, seismische Erschütterungen  und weitere Parameter automatisch gemessen. Kommt es zu einer plötzlichen massiven Veränderung, könnte es sich um eine Atomexplosion handeln. Das System versendet Anfragen an den Generalstab der Armee und an das Kommando der strategischen Raketen. Kommt keine Antwort, wird dies als Zeichen dafür interpretiert, dass die Fernmeldeverbindungen und die Führung vernichtet wurden. Daraufhin werden automatisch Kommandoraketen gestartet, die durch ein Signal den Abschuss der noch vorhandenen Atomwaffen etwa auf U-Booten auch unteren Rängen freigeben. Letztlich wird der Abschuss noch von Menschen kontrolliert, automatisch läuft nur die Kommandokette ab.

Russisches „Kronjuwel“ des Atomwaffenprogramms

Der Medienverbund will nun anhand von Beschaffungsdokumenten und Entwürfen nachgewiesen haben, dass die Bunkeranlage, auch Objekt 2335 genannt, modernisiert wurde. Angeblich wurden zwei Millionen Dokumente 2024 aus einer „öffentlichen Datenbank“ entwendet. Es sei von russischen Behörden versucht worden, dies zu verhindern, man habe auf sie aber weiter durch Programme und Server in Russland, Belarus und Kasachstan zugreifen können.

Dass Dokumente für den Ausbau der supergeheimen Anlage und dem Kern oder „Kronjuwel“ des Atomwaffenprogramms auf einer öffentlichen Datenbank millionenfach vom Verteidigungsministerium eingestellt wurden, wird von der Sunday Times so begründet: „Viele Experten sind der Ansicht, dass die Russen wahrscheinlich öffentliche Ausschreibungen durchgeführt und Anzeichen für Bauarbeiten sowie Erwähnungen des Projekts zugelassen haben, um sicherzustellen, dass die Geheimdienste diese Hinweise im Rahmen einer Politik der nuklearen Abschreckung aufgreifen.“ Wenn das so ist, so hilft der Medienverbunden kräftig mit. Putin sei „zunehmend paranoid“ über einen amerikanischen Angriff und wegen der amerikanischen bunkerbrechenden Bomben geworden.

Nach den Dokumenten wurden Aushub- und Gesteinsbohrgeräte, Belüftungssysteme für Bergwerke, Luftfilteranlagen zum Schutz vor chemischem, biologischem und radioaktivem Fallout und erdbebensichere Klimaanlagen eingekauft. Dazu massenhaft Material: „Es wurden etwa 20.000 Tonnen Stahl gekauft, was dem Gewicht von etwa drei Eiffeltürmen entspricht. In den Ausschreibungen ist von mindestens 24 unterirdischen Kammern die Rede, die mit einem Druckluftsystem ausgestattet sind. Technische Details zeigen, dass die Luftlinie zwischen dem Haupt- und dem Notausgang der Anlage etwa zweieinhalb Kilometer beträgt.“ Vermutet wird, dass Perimeter modernisiert wurde, um sich mit dem Umbau und der Verstärkung der angeblich riesigen Kommandozentrale vor einem Angriff zu schützen und diesen abzuschrecken. Angeblich wurde Perimeter 2023 wieder in Einsatzbereitschaft versetzt, während die russische Nuklearstrategie erneuert und das Atomwaffenarsenal ausgebaut wurde.  Tom Røseth, ein norwegischer Experte für russische Sicherheitspolitik wird zitiert, der darauf hinweist, dass Perimeter als Rückschlag-, nicht als Angriffskapazität dient. Er meint, dass Russland die Anlage gegen Angriffe aller Art sichern will, vor allem gegen bunkerbrechende Bomben, wie sie die USA gegen iranische unterirdische Anlagen eingesetzt hat.

Es hat schon längst, spätestens seit dem einseitigen amerikanischen Austritt 2002 unter Präsident George W. Bush aus dem ABM-Vertrag ein nukleares Wettrüsten zwischen den USA, Russland und China begonnen. Für Abrüstungswillen gibt es keine Anzeichen, vielmehr wollen mehr und mehr Länder sich nuklear bewaffnen, um sich vor Überfällen abzusichern. USA und Israel haben mit dem Krieg gegen den Iran ebenso wie Russland mit dem Krieg gegen die Ukraine für verstärkte Nachfrage und Misstrauen gesorgt.

China scheint kein ähnliches semiautomatisches MAD-System wie Russland zu besitzen. Um abzuschrecken, wird ein gigantisches Netzwerk aus Tunneln, Bunkern und Höhlen ausgebaut. Dort werden mobile Interkontinentalraketen (ICBMs) geschützt gelagert, so dass nach einem Erstschlag noch welche vorhanden sind, um hervorgeholt und abgefeuert werden zu können. Es gibt aber angeblich kein automatisches Auslösesystem, sondern der Einsatz wird von Menschen gesteuert. Chinas Nuklearstrategie verbietet einen Erstschlag und einen Einsatz von Atomwaffen gegen Staaten, die über keine verfügen.

Die USA hatten mit dem AN/DRC-8 Emergency Rocket Communications System (ERCS) ein ähnliches System wie das russische, allerdings wurde es 1992 deaktiviert. Das System sah im Falle eines Angriffs auch vor, Raketen mit Funksendern zu starten, die Befehle weitergaben. Allerdings wurde es nicht automatisch aktiviert, sondern durch Menschen.

Aktiv ist Looking Glass oder ABNCP (Airborne National Command Post) mit dem Airborne Launch Control System (ALCS). Dabei handelt es sich um fliegende Kommandozentralen, die rund um die Uhr in Bereitschaft oder in der Luft sind, um einen nuklearen Gegenanschlag auf Befehl der Offiziere an Bord auszuführen, wenn die STRATCOM-Zentren am Boden ausgeschaltet sind.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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52 Kommentare

  1. Das sind natürlich sehr zuverlässige Quellen, die diesem Artikel zu Grunde liegen.
    Haben sich zufällig auch noch Elendski und Kiesewetter dazu geäußert? Auch der
    britische Geheimdienst wird sicherlich auch noch seinen Senf dazugeben können.

    1. Ganz sicher. Und es ist auch offensichtlich, dass „Putin jetzt paranoid geworden“ ist,
      denn wie könnte er denn auf die Idee kommen, dass die Schulmädchen- und
      Kindermörder ihn angreifen könnten. Höchsten im Rahmen eines Unfalls,
      wie in Minab oder bei der 14 Monate alten Enkelin von Chamenei..

  2. Die werden es schon schaffen uns zu vernichten, sie betteln ja geradezu darum….
    Told you so und nun ist es eben bald soweit.

    The illusion of freedom will continue as long as it’s profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater.

    Frank Zappa

  3. „Erstschlag“ und „Zweitschlag“ sind überlebte Kategorien aus der Zeit, da eine Sowjetunion dem „Gemeinwesen des Geldes“ seinen intrinsischen Weltherrschaftsanspruch streitig machte und die Garantiemacht des Weltgeldes dem imperialistischen Lager eine ideologisch gebotende Gefolgschaft mittels Androhung globaler Zivilisationsvernichtung aufzwang.

    Heute geht es für die RF gemäß ihrer Nukleardoktrin um die „Freiheit“, mit einem begrenzten Nuklearschlag konventionellen Überwältigungsstrategien entgegen treten zu können.

    „Eigentlich“ neige ich zu der Unterstellung, daß dies „jeder versteht“, der sich mit der Materie beschäftigt hat, aber die allgemeine Geisteszerrüttung, die mir begegnet, läßt mich nachhaltig zweifeln.

    1. Korrekt. Aber die (k)alte Geschichte von Armageddon hat massenpsychologisch Vorteile, auch paradoxe wie „das würden die doch nie machen“. Allerdings gibt es in bestimmten Unkulturkreisen auch Doomsday-Fans, nach wie vor.
      Hat nur am Rand damit zu tun aber mich würde bei Gelegenheit mal interessieren welche Infos Du zum BRD Atomwaffenprogramm hast. Es gab ja zum ‚Taurus‘ und seiner Bedeutung bzw den Hinderungsgründen den bereitzustellen ein ‚geheimes‘ Briefing für bestimmte Abgeordnete bei dem einige aus allen Wolken gefallen sein sollen. Ich frage mich in wie weit das mit Atomsprengkopffähigkeit zu tun hatte.

      1. Damit habe ich mich nicht befasst, füge aber zur Zeilenauffüllung hinzu, daß der Taurus für eine nukleare Bewaffnung mit fast 500 kg Nutzlast überdimensioniert ist.

        1. Ich denke nicht daß die 500 kg Nutzlast überdimensioniert sind. Das ist ein konventioneller 1000 lbs (etwa 500 kg) Sprengkopf oder eine Kernwaffe die dann ähnliche Abmessungen und Masse haben darf. Letztere ggf. konfigurabel, das könnte etwa eine Variante der B61 Bombe sein, die passt vom Gewicht gut und wäre von 300 t bis gut 300 kt TNT Äquivalent dosierbar.

          1. „Haben darf“ … offenherziger hättest du nicht urinieren können.

            Nun, das Gesamtgewicht der jüngeren B61 – also einschließlich Karkasse, Steuerflächen und Steuerungselektronik – beträgt lt. Wiki „ungefähr“ 325 kg, der Sprengkörper dürfte ein Gewicht von 200 kg nicht wesentlich überschreiten. Das wären mindestens 250 kg Nutzlast zu Lasten von Reichweite und Manövrierfähigkeit des Taurus.

            Aber wo du recht hast, hast du recht: „Taurus Neo“ ist zwar noch in der Entwicklung, aber die Reichweite, die man zu erzielen strebt, wird mit 1000 km angegeben, eine Verdoppelung.
            So sehr ich Kawasaki schätze (die sollen den Motor liefern), glaube ich doch nicht, dies könne ohne Einbußen an der Payload gehen …

    2. Und warum hat Putin-Russland dann die meisten Atombomben auf der Welt und baut Apparaturen wie das fliegende Tschnernobyl oder Apparaturen um ganz UK zu überfluten?

      Oder wird sich Putin-Russland mal wieder schön gesoffen?

      1. Machen Sie sich bitte erst einmal darüber schlau wie die Sowjets ihre Kernwaffen im Vergleich zu den U.S. of A. gehandhabt haben und wie in der Folge die russische Föderation. Dann wie die diversen Verträge den Sowjets mehr Sprengköpfe erlaubte als der NATO. Hauptsächlich zwei Gründe: 1. die Zielsysteme der Sowjets waren nicht so gut, deswegen haben die einfach mehr Sprengköpfe auf die Raketen getan. 2. das ganze System zu Bau, Lagerung , Wartung der Kernwaffen benötigt bei den Russen mehr Sprengköpfe. Nicht alle der gelisteten Sprengköpfe (auch bei der NATO) sind einsatzbereit, sondern das zählt auch die Waffen, die gerade zu Wartung und Reparatur in einer Fabrik sind.

        Dir reine Zahl der Atombomben sagt noch nicht so viel. Man muss sich das ganze System und die jeweilige die Doktrin zu deren Einsatz ansehen.

    3. „Heute geht es für die RF gemäß ihrer Nukleardoktrin um die „Freiheit“, mit einem begrenzten Nuklearschlag konventionellen Überwältigungsstrategien entgegen treten zu können…“ Bla, bla bla. „“Eigentlich“ neige ich zu der Unterstellung, daß dies „jeder versteht“, der sich mit der Materie beschäftigt hat, aber die allgemeine Geisteszerrüttung, die mir begegnet, läßt mich nachhaltig zweifeln..“

      Also wer sich die „Freiheit“ nimmt, einen nuklearen ERSTSCHLAG als Option zu erwägen, dh. mit dem Gedanken der Vernichtung der gesamten Menschheit zu spielen, der gehört in die geschlossene Anstalt und sollte dort verrotten.

      Ich hätte ja gedacht, dass sei seit Hiroshima und Nagasaki allgemeiner Konsens.

      Aber den Freunden des russischen Dreckskriegs scheint das zu gefallen.

      1. Grundsätzlich wird hier nur gelästert, wenn die Zerstörung der Erde durch den links-grün versifften Westen debattiert wird. Den süßen Heldentod durch des Zaren Hand nimmt man gerne in Kauf. Man ist ja dem Diktator loyal zugetan.

        Musst gerade gestern daran denken, als man ein paar russische Staatsbürger bei der Wahl zur Duma, in Berlin interviewte. Stehen alle Stramm an Putins Seite, wenn der dann aber Berlin im Atompilz verbrennt, haben auch diese Vatniks das nachsehen.

  4. Da haben einige von westlichen Geheimdiensten benutzte Medien eine uralte Geschichte mit ziemlich viel antirussischer Propaganda aufgeladen. Natûrlich dient das System „Perimeter“ einem Zweitschlag der russischen Kernwaffen nach einem Erstschlag der NATO mit Kernwaffen. Den diese ausdrücklich in ihren Doktrinen vorsieht.
    Nach der Kündigung des ABM- Vertrages durch die USA und dem Aufbau von Raketenbasen in Rumänien, Polen,Japan und Alaska, war den russischen Eliten klar, das die USA und die NATO einen Erstschlag vorbereiten. Ein möglicher Zweitschlag sollte durch die erwähnten Raketenbasen vereitelt werden. Das Konzept eines „Gewinnbaren“ Kernwaffenkriegs der NATO gegen Russland wurde entwickelt.
    Natürlich hat Russland darauf reagiert. Das aus Sowjetzeiten bestehende System „Perimeter“ wurde wieder aktiviert und modernisiert. Und das wurde schon vor 2007 offen kommuniziert. Natürlich gehören auch die von Präsident Putin 2018 präsentierten neu entwickelten Waffen zur Gegenreaktion.
    Das das die britischen Geheimdienste mittels der von ihnen gesteuerten Medien zu einer neuen Psy- OP aufblasen, hat natürlich den Grund, das der „Westen“ seinen Proxy- Krieg gegen Russland verloren hat und nicht mehr weiß wie er aus der Sackgasse heraus kommt. Da ist jede Story recht, die den Pöbel ablenkt und die Russen zu „Monstern“,“Barbaren“…erklärt!

  5. Mit dem 6. August 1945, dem Hiroshimatage, hat ein neues Zeitalter begonnen. Das Zeitalter, in dem wir in jedem Augenblick jeden Ort, nein unsere Erde als ganze in ein Hiroshima verwandeln können. Seit diesem Tage sind wir modo negativo allmächtig geworden. Aber da wir in jedem Augenblick ausgelöscht werden können, bedeutet das zugleich: Seit diesem Tage sind wir total ohnmächtig. Gleich wie lange, gleich ob es ewig währen wird, dieses Zeitalter ist das letzte: Denn seine differentia specifica: die Möglichkeit unserer Selbstauslöschung, kann niemals enden – es sei denn durch das Ende selbst.

    “Günther Anders (1902-1992).

  6. Mit dem 6. August 1945, dem Hiroshimatage, hat ein neues Zeitalter begonnen. Das Zeitalter, in dem wir in jedem Augenblick jeden Ort, nein unsere Erde als ganze in ein Hiroshima verwandeln können. Seit diesem Tage sind wir modo negativo allmächtig geworden. Aber da wir in jedem Augenblick ausgelöscht werden können, bedeutet das zugleich: Seit diesem Tage sind wir total ohnmächtig. Gleich wie lange, gleich ob es ewig währen wird, dieses Zeitalter ist das letzte: Denn seine differentia specifica: die Möglichkeit unserer Selbstauslöschung, kann niemals enden – es sei denn durch das Ende selbst.

    “Günther Anders (1902-1992).

  7. Mit dem 6. August 1945, dem Hiroshimatage, hat ein neues Zeitalter begonnen. Das Zeitalter, in dem wir in jedem Augenblick jeden Ort, nein unsere Erde als ganze in ein Hiroshima verwandeln können. Seit diesem Tage sind wir modo negativo allmächtig geworden. Aber da wir in jedem Augenblick ausgelöscht werden können, bedeutet das zugleich: Seit diesem Tage sind wir total ohnmächtig. Gleich wie lange, gleich ob es ewig währen wird, dieses Zeitalter ist das letzte: Denn seine differentia specifica: die Möglichkeit unserer Selbstauslöschung, kann niemals enden – es sei denn durch das Ende selbst.

    “Günther Anders (1902-1992).

  8. Putin sei „zunehmend paranoid“ über einen amerikanischen Angriff … Der Herr Chodorkowski wird’s wohl wissen. Leute, lange dürfte es nicht mehr dauern, bis sich dieser Schuft von Haderlump aus dem Kreml glaubt, noch posthum sich rächen zu müssen.

    Die von Mitforist Qana erwähnte ‚Geisteszerrüttung‘ scheint wohl – oder besser unwohl – im Endstadium angekommen zu sein. Seit mindestens fünfzehn.Jahren predige ich jetzt schon von der Amöbe, der ’naegleria fowleri‘, dem wandelnden Hirnfrass. Damals, als ich erstmals vernehmen durfte, dass das Untier wohl erstmals zugeschlagen haben könnte, gab es nur Ungläubige, die sich über mich lustig zu machen können glaubten. Zwischenzeitlich ist sich Google nicht mehr so ganz sicher, ob es wirklich so ungefährlich ist wie immer behauptet. Noch feiert das ’niedliche Tierchen‘ in Großdeutschland keine Feste, vermeldet Google’s KI und zitiert dabei das RKI (hehehe!). Es heißt dann ja auch, völlig unstrittig und gesichert: „• Geringes Risiko: Das Risiko für eine Infektion ist in Deutschland äußerst gering, da die hiesigen Gewässer im Regelfall nicht die für die Vermehrung notwendigen dauerhaften Temperaturen von über 30 bis 45 Grad Celsius erreichen. • Klimawandel: Fachleute warnen jedoch, dass sich durch steigende Sommertemperaturen die Lebensbedingungen für wärmeliebende Organismen in Zukunft auch in Mitteleuropa verbessern könnten.“ Na dann, nach dem Sommer brauchen wir uns ja wahrlich keine Gedanken machen. Wo – eigentlich – war der Herr Chodorkowski die letzten Monate? Auf Wanderurlaub mit dem Herrn J.W. – seines Zeichens Außenminister. Wäre ja nicht der Erste, der Letztere. Hat ihm, den u.a. Propheten zu Wlad’s Geisteszustand, nicht einst der Träger des gelben Pullovers, ein gewisser Genshman, als Taxidriver zu Börlynn gedient, als ihn der Kremlzar mit Zeichen fortgeschrittener Umnachtung nicht mehr bei sich in der Nähe ertragen konnte?

    Wie konnte das alles nur so kommen? Wie konnte das nur passieren? Vor Jahrzehnten noch kam im Frühstücksradio – bei mir bei der Anfahrt zur Arbeit – immer eine Frau Dr. Eberlein, von dort wo derweil Dr. Gniffke herrscht. Die Frau Dr. gab immer – zu Anfang und/oder Ende ihres Prologs – von sich: POSITIV SOLLTEN SIE DEN TAG BEGINNEN! Sollten wir nicht langsam darauf achten, ob das noch lange möglich sein wird. Nur so daher gequatscht kann es ja wohl kaum gewesen sein, da steckte bestimmt schon immer Mutwille dahinter.

  9. Perimeter war im kalten Krieg ein Verbund
    von Kurzwellensendern um Moskau mit akustischem Dauersignal. UVB-76 soll dazu gehört haben. Er sendet noch heute auf auf 4625 kHz, aber nicht mehr aus Moskau. Ziel der Übung: Wenn Moskau erstschlagmäßig nuklear getroffen würde, verstummen die Sender und die Nachricht darüber könnte Abschussrampen im fernen Sibirien nicht schneller erreichen. Ton aus, Offiziere gehen zur Rache über. Tschüss Welt !

    Heute befinden sich Detektoren für Raketenstarts zum Beispiel in Satelliten für GPS, Glonass, Beidou, etc.
    Sobald eine Rakete ein Silo, ein U-Boot usw. verlässt, entsteht ein „Startblitz“
    den die Detektoren der Sateliten ,,sehen“
    und das in Echtzeit zu Bodenstationen senden.

    Wenn die Russen England und Frankreich mit totaler Vernichtung drohen, sobald nur eine Atomrakete Richtung Moskau flöge, sollten diese europäischen Atommächte das ernst nehmen. Die Raketen aus Belarus sind schneller in London, als die
    britischen in Moskau.

    Es kann keinen europäischen und amerikanischen „Nuklearschirm“ geben, unter dem NATO-Truppen konventionell gen Osten vorrücken. Das ist theoretischer und praktischer Unfug. Wenn es knallt, hauen alle ihre volle Ladung raus, oder nicht. Man kann die Raketenstarts in Echtzeit beobachten, so wie Drohnen heute bei Bodeneinsätzen die aktuelle Lage in Echtzeit übermitteln.

    Zum Artikel. Vermutlich bauen die Russen einen Bunker. Warum nicht ?

    1. Die Frage ist nicht, ob es möglich ist einen erfolgreichen Enthauptungsschlag oder einen Erstschlag zu führen, der nicht mehr beantwortet werden kann. Ich persönlich glaube nicht, dass das von einer Seite erreicht wird. Das Problem ist, dass eine Seite glauben könnte , dass ihnen sowas möglich ist. Passiert in allen Kriegen , dass man sicher weiß, das man d den Feind besiegen wird. Und eine Seite irrt dabei iimmer.
      Wenigstens ist es diesmal das letzte mal.

      1. Irrtum Nr. 1 ist, überhaupt an Enthauptungsschläge zu glauben. Im Iran war einer nichtmal konventionell zu haben. Eine zweite und Dritte Garde stand vorher fest. Abgesehen davon sind Angriffe auf die politische Führung eines Landes völkerrechtswidrig und verboten, so wie der Angriff selbst. Nuklearangriffe sind noch verbotener. Das kümmert zwar niemanden mehr, muss aber hier hin.

        Irrtum Nr. 2 ist, der Glaube an die konventionelle Überlegenheit der NATO und der Irrglaube an eine nukleare Nichtreaktion der Russen nach Überschreiten roter Linien.
        Agnes Strack-Zimmermann ( m,w,d ) ist der Auffassung, dass die Russen keine A-Waffen einsetzen “ weil der Wind von westen weht „. Die Russen würden vom Fallout selbst getroffen und unterließen deshalb den Einsatz von A-Waffen bei einem NATO-Angriff. Hat sie das aus Hinterzimmergesprächen ?

        Nun muss man an dieser Stelle erwähnen, dass die Russen dabei sind, 40-50 Sarmatraketen aufzustellen. Sie haben je
        10 Subraketen an Board, die höchstwahrscheinlich mit modernen Implosionssprengköpfen bestückt, und Neutronenbomben sind. Neutronenbomben durchlöchern und töten alles Leben mit harter Gamma-Strahlung und lassen den Rest weitgehend intakt. Menschen .otzen und .eißen ihre Innereien aus. Das war’s.
        Die EMP dieser Bomben fetzen jede Elektronik zurück in die Steinzeit. Kein Fallout und die Gebiete sind nach fast wenigen Jahrzehnten wieder zu besiedeln.
        Wenn es nicht so wäre, würden den Russen ihre 5000-6000 ollen Plutoniumraketen genügen.

        „Drehscheibe Deutschland“ ist was für Witzfiguren !

        Der Westen steht Schach Matt. König aufs Brett legen, dem Gewinner sportlich die Hand reichen und üben bis zum nächsten Mal !

        1. Agnes Strack-Zimmermann ( m,w,d ) ist der Auffassung, dass die Russen keine A-Waffen einsetzen “ weil der Wind von westen weht „. Die Russen würden vom Fallout selbst getroffen und unterließen deshalb den Einsatz von A-Waffen bei einem NATO-Angriff.

          Das hat sie tatsächlich von sich gegeben? Wo war sie denn bei Tschernobyl 1985? Noch nicht geboren oder schon tot?

  10. Magisches Denken in der KI-Ära.
    Jede Atommacht, versucht mit dem Erstschlag einen Nuklearkrieg zu begrenzten.

    Kleiner Trost spätestens nach 24 Stunden ist das dünne Eis der Zivilisation geschmolzen und der Winter naht!

  11. Hallo Florian!

    Ist es hier neuerdings (?) verboten, sich gegen den Wahnsinn eines nuklearen Erstschlags auszusprechen?. Oder was gibt es da noch zu bedenken?

    Andere Foristen haben später geschrieben und deren „Argumente“ kann man fast zeitgleich – we geschrieben – lesen.

  12. Der britische Kriegsminister Ed Miliband von der Labour Party, ein Sozialdemokrat, hat heute eine Rede am Parteitag gehal -en und redet sich dabei wie Adolf Hitler in Rage: Großbrittanien wird die Ukraine bis zum Sieg über Russland unterstützen, koste es was es wolle.

  13. „„Erstschlag“ und „Zweitschlag“ sind überlebte Kategorien …“
    schrieb hier „Quana“.
    Das halte ich für eine glatte Fehleinschätzung.

    Ein vernichtender Erstschlag macht einen Gegner zu einem (nuklear) wehrlosen Opfer. Er hat dann keine einsetzbaren Nuklearwaffen mehr. US-Strategen haben schon seit dem Kalten Krieg daran gearbeitet, solch einen vernichtenden Erstschlag führen zu können.
    Durch die heutigen umfangreichen Mittel der militärischen Aufklärung scheint das auch wahrscheinlicher zu erreichen, als in Zeiten von Aufklärungsflugzeugen wie die U2. Einzig die in den Meeren lauernden nuklear bewaffneten U-Boote wird man nicht alle zerstören können, obwohl auch davon ein Teil durch Überwachung der Weltmeere mittels Sonarbojen entdeckt werden könnte.

    Der Wille des Westens, Russland zu vernichten ist nach wie vor sehr stark vorhanden. Richtete sich deer Vernichtungsweille im kalten Krieg noch gegen die gesamte Sowjetunion, so richtet er sich heute „nur“ noch gegen Russland. Damals war es wegen einer ideologischen Gegnerschaft und des sowjetischen Versuchs, die westliche miltärische Überlegenheit zu brechen. Heute geht es erklärtermaßen um das Brechen der militärischen Stärke Russlands. Es geht aber nicht um ideologische Unterschiede, sondern schlicht um die riesigen Vorräte von Rohstoffen, die im sibirischen Teil Russlands lagern und die man Russland rauben will. Was unter Jelzin mit Hilfe von Oligarchen wie Chodorkowski fast geklappt hätte, das ist heute nur mit Krieg zu erreichen.
    Russlands Menschen werden obsolet, denn Rohstoffe kann man im gegnerischen Land auch mit Maschinen abbauen, selbst nachdem man dieses durch Kernwaffenangriffe radioaktiv verseucht und unbewohnbar gemacht hat.

    Das ist das eigentliche Motiv des Westens hinter der langjährigen Unterstützung seines Proxis Ukraine. Und wie wild entschlossen man dabei vorgeht, zeigt sich darin, dass kein Politiker der europäischen „Unterstützerstaaten“ die Hunderttausenden getöteten ukrainischen Soldaten überhaupt nur erwähnt.
    Für unsere Medien scheinen in dem Krieg vor allem noch viel zu wenige russische Soldaten getötet zu werden. So fragte ein deutscher Journalist bei einem öffentlichen Treffen Herrn Selensky, wie Deutschland der Ukraine helfen könnte, noch mehr Russen zu töten (natürlich russische Soldaten meinte er ergänzend).
    Das zeigt doch ghanz klar, dass zumimdest für unsere Journaille und sicher auch für unsere Regierungspolitiker „der Russe“ längst wieder als Untermensch gilt, dessen Recht auf Leben rein garnichts zählt.

    Dies ist die Situation, der sich Russland gegenüber sieht.
    Ein zu allem entschlossener westlicher Gegner, der jeden Respekt vor Russland, seinen Menschen, seiner Kultur, verloren hat. Ja, der alle seine militärischen und finanziellen Mittel unter großen Opfern für die eigene Bevölkerung in den Proxi-Krieg in der Ukraine steckt, damit die Ukraine möglichst viele Russen töten kann (Soldaten natütlich, vorerst).

    Da ist es doch eine ganz nachvollziehbare rationale Reaktion, wenn Russland solch ein System („Perimeter“, oder „tote Hand“) modernisiert, um dem Westen unmissverständlich zu zeigen: Egal wieviel ihr bei einem Erstschlag bei uns zerstört, unser Gegenschlag wird in jedem Fall erfolgen und er wird Euch vernichten.

    Da der Westen jeden Respekt vor Russland, seinen Menschen und seiner Kultur verloren hat, bleibt Russland nur eine solche massive Warnung, um den Westen abzuschrecken

    1. Solche Heim ins Reich Typen auf Europa Tournee wie Putin gehören auch so schnell wie möglich gestoppt.
      Und wenn ein Homo Sapiens zu lange alleine herrscht hat das Folgen für das Zeug zwischen den Ohren.

  14. Wenn man eine Anlage baut, die den Gegner von einem Erstschlag abhalten soll, dann ist es doch nur logisch, das sehr öffentlich zu tun.

    Natürlich müssen Details geheim bleiben, um Sabotage zu verhindern, aber Existenz und Größe der Anlage will man dem Gegner möglichst deutlich zeigen, damit er Angst bekommt.

    Man müsste sich eher Sorgen machen, wenn jemand im Geheimen ein Arsenal aufbaut. Das macht man, um einen Gegner zu überraschen, was nur für einen Angreifer Sinn macht.

    Preisfrage: Haben die USA die Ukraine vor 2022 offen aufgerüstet, um die Abschreckung zu stärken, oder im Verborgenen? Hmmm …

  15. Das Gewicht von etwa drei Eiffeltürmen… verbastelt VW von Frühstücks bis Mittagspause. 7.300 Tonnen der Turm, Ein typisches Militär-U-Boot wiegt zwischen 2.000 und 18.000 metrischen Tonnen. Was soll mir das sagen, dass „Der Russe“auch bastelt?

  16. Jetzt haben wir aber alle wieder so eine Angst *wein* *heul*.
    Das Arsenal an ICBM rottet ohne Aussicht auf Ersatz seit Jahrzehnten vor sich hin. Weiterentwicklungen des alten Gammel erweisen sich als teure Fehlschläge. Wie es um die Gefechtsköpfe, die regelmäßig extrem aufwendig runderneuert werden müssen, steht, kann man sich gut vorstellen: Die Gelder dafür sind gut angelegt in Immobilien und bei Gucci, Hermes und Prada. Klar melden die Raketenstreitkräfte alles klar Schiff nach oben, aber niemand glaubt doch allen ernstes, dass sich in Russland ohne Not jemand jahrzehntelang um Pflege und Wartung dieser Waffengattungen gekümmert hat.

    Aber das Beste ist etwas ganz anderes: Die Bevölkerung des Feindes akkumuliert sich auf wenige Zentren und macht sie damit zum quick win für den Gegner.

    1. Wie kommst du den da drauf, dass die Russen in der militärischen Befehlskette möglicherweise, hin und wieder, ab und zu, also ständig ausschließlich die Nachrichten weiter nach oben geben, die das eigene Vorankommen in dieser höchst korrupten Gesellschaft fördert.

      Wo Loyalität mehr zählt als Können, wird sich ein ineffizientes System durchsetzen. So zu sehen bei der großen russischen Armee, die nicht in der Lage ist in Jahren die vorgegebenen Ziele zu erreichen.

      In der Ukraine haben sie den dritten Oberbefehlshaber. In Russland sitzen immer die gleichen satten Kriegsgewinnler an der Spitze. Das Ergebnis kann man sich bei den russischen Milbloggern absehen. Das sind zwar Ultranationalisten und daher auch nicht besser als Nationalsozialisten, aber was die Situation an der Front betrifft nehmen die kein Blatt vor den Mund.

      1. Kontrafaktische Darstellungen tragen im Deutschen den Begriff Märchen. Diejenigen, die diese Darstellungen verbreiten, nennt man Märchenerzähler. Um einen solchen könnte es sich bei Ihrer Person möglicherweise handeln.

        Das Unterschätzen des Feindes ist neben der schlechten Nahrungs- und Materialversorgung der Frontsoldaten ein Hauptgrund für verlorene Kriege. Mit Ihnen sind wir auf einem guten Weg.

    2. Warum ist die bunkersprengende Waffe GBU-57dieses Forums eigentlich nicht Chef vom Westen? Hunderttausende Ukrainer könnten noch leben und die Russen hätten den Krieg verloren. Blau-Gelb würde in Moskau wehen. Überall wäre Unserdemokratie.

      GBU-57 analysiert immer messerscharf wie schwach, korrupt und intellektuell nicht so begabt die unzuverlässigen Söldner der russischen Armee sind. Würden die Militärbosse im Westen diese Wahrheit erkennen, dann, ja dann wäre der Krieg mit 2 Dutzend Nukes schon beendet. Angst ist da völlig unangebracht.

      Da kommt doch glatt der Verdacht auf, dass diejenigen Führer im Westen, die eine russische Gefahr beschwören, den Russen überhaupt als militärisch relevant darsteel, vom Russen gekauft sind. Do wird nur Angst verbreitet, denn der Russe kann ja in Wirklichkeit nichts. Er ist korrupt und faul und dumm. Zumindest wenn man Ihre Mantra folgt.

      Danke, Sie machen uns Mut.

  17. Die Russen sind so treudoof, dass man sie fast schon knuddeln müsste. Die Anlage ist ungefähr so abschreckend wie der jährliche Pedrow Day am 22. September.
    Abschreckung machen funktioniert anders. Wenn etwa religiösem Endzeitwahn verfallene High-Tec Milliardäre ihre Waffen, Kommunikations- und Trägersysteme entkoppelt von jedeweder parlamentarischen Kontrolle entwickeln und dabei ganz selbstverständlich auch den Sektor nuklearer Waffen ins Auge gefasst haben, ist das eine komplett andere Nummer.
    Vergleichbar einem Streifenpolizisten, der mit angeleintem Diensthund einem 15jährigen Junkie mit komplett unberechenbaren Bullenbeißer gegenübersteht.

    1. Spätestens seit der Iran nach dem massiven Angriff der USA und Israels samt „Enthauptungsschlag“ immer noch über genügend vorher versteckte Raketen und Drohnen verfügte, um in der Folge sämtliche US-Basen in der Region schwerst zu beschädigen, wird man das in den USA etwas realistischer sehen…

  18. Bemerkenswert, dass im gesamten Artikel nicht einmal die Worte „Deutschland“, „Berlin“ oder „Bundeswehr-Weltraumkommando“ auftauchen.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass die BRD wohl als einziger Staat neben den USA über die nötigen Bodenkarten verfügt, um einen Marschflugkörper auch ohne GPS auf Ziele tief ins russische Hinterland zu lenken. Ob dieser konventionell oder nuklear bestückt ist, ist nebensächlich. Von 2021:

    https://www.welt.de/wirtschaft/plus234119738/Bundeswehr-bestellt-hochaufloesende-Russlandkarten.html

    (Eine Version ohne Bezahlschranke findet sich im Netz.)

    „Diese Karten der Bundeswehr identifizieren Putins Riesenreich exakt wie nie

    Die Bundeswehr hat nach Informationen von WELT AM SONNTAG einen Auftrag zum Druck hochgenauer Wanderkarten im Militärmaßstab von Russland vergeben. Auf den Karten sollen sich mehr als nur Straßen, Wege und Häuser erkennen lassen.

    (…)

    Was es dem Vernehmen nach aber bislang so nicht gab, ist die hohe Detailgenauigkeit. Von einer ganz neuen Qualität kann man angesichts der zunehmenden technischen Möglichkeiten ausgehen.

    (…)

    Während die Bundesrepublik früher die optischen Satellitendaten vor allem aus Frankreich zukaufte und selbst Radarsatelliten betrieb, baut die Bundesregierung inzwischen ein Netz für eigene deutsche Optik-Satelliten auf.“

    Für welchen „Verteidigungskrieg“ ist das? Für welchen „Verteidigungskrieg“ sind Taurus, Anthem (bald produziert von Covenant Industries in Leipzig) und das Arrow-3-System?

    Letzteres mag von der Grundtechnik her keine Antisatelliten-Waffe sein, aber es ist ausdrücklich für exoatmosphärische Abfangvorgänge ausgelegt und verfügt über technische Eigenschaften (EKW, Manövrierfähigkeiten, elektrooptischer Suchkopf …), mit denen sich LEO-Satelliten theoretisch bekämpfen ließen. Beispielsweise im Rahmen eines „Präventivschlags“ – viele militärische Erdbeobachtungs- und Aufklärungssatelliten operieren im LEO. Es ist daher zumindest technisch nicht abwegig, dass ein entsprechend konfiguriertes Arrow-3-System zum Ausschalten eines oder mehrerer Satelliten genutzt werden könnte. Technisch wären dafür insbesondere eine entsprechende Zielerfassung und Feuerleitsoftware sowie ein dafür ausgelegtes Abfangprofil des Interceptors erforderlich.

    Die Abfangreichweite des Arrow-3-Systems wird übrigens mit bis zu 2.400 Kilometern angegeben – wohlgemerkt nicht als seine maximale Abfanghöhe. Dass die in Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern stationierten Batterien tatsächlich für die Satellitenbekämpfung ausgelegt sind, lässt sich anhand öffentlich zugänglicher Informationen gegenwärtig nicht klären. Auffällig ist auf jeden Fall, dass die Bundeswehr inzwischen massiv ihre Fähigkeiten zur Weltraumüberwachung ausbaut. Das deutsche Weltraumkommando erhält gerade insbesondere Radar- und Sensorfähigkeiten zur Erfassung und Verfolgung von Satelliten und anderen Objekten im LEO:

    https://www.bundeswehr.de/de/organisation/luftwaffe/aktuelles/fuenf-jahre-weltraumkommando-bundeswehr-6110672?utm_source=chatgpt.com

    Abschließend bleibe ich dabei: 1870/71 ist für mich einer der größten Fehler, den die russische Seite je gemacht hat.

    Ohne russische Neutralität wäre die deutsche Reichsgründung nicht – oder zumindest nicht in derselben Weise – möglich gewesen. Die politische Geografie Europas wäre eine ganz andere geworden. Denn so hob Petersburg genau jene Macht mit aus der Taufe, die anschließend zwangsläufig zum dominierenden Machtzentrum Kontinentaleuropas werden würde, geradezu werden musste – und zu seiner größten Bedrohung. Man hätte erkennen können – erkennen müssen! – was ein geeinter deutscher Nationalstaat im Zentrum Europas bedeuten würde. Ein „vernünftiger Diplomat“ (Herr S.) hätte absehen müssen, dass da ein Staat mit außerordentlich großen materiellen, demographischen und militärischen Potentialen heranwächst. Ein langfristiges strategisches Risiko von potentiell existentieller Dimension. Dafür brauchte man keine Kristallkugel. Es hätte die schlichte Frage genügt: „Was geschieht eigentlich, wenn dieser Staat eines Tages mal andere Interessen verfolgt? Wenn dort mal andere Leute regieren?“ Man hätte einfach niemals die russische Sicherheit an die bloße Hoffnung knüpfen dürfen, dass Berlin schon irgendwie dauerhaft russlandfreundlich bleiben würde.

    So hat man im Tausch gegen kurzfristige Gewinne (Aufhebung der Bestimmungen des Pariser Friedens von 1856) gewaltige geostrategische Fallstricke und eine Bedrohung heraufbeschworen, die in der langfristigen Perspektive (zwei Mal!) fast den Untergang des Landes (und seiner Bevölkerung!) bewirkt hätte. Man hat die Perspektive einer späteren deutschen Feindschaft nicht mit dem notwendigen Gewicht behandelt, zumindest hat man dem enormen deutschen Machtpotential und den Weltbildern seiner Vertreter nicht ausreichend Rechnung getragen.

    1914 folgte die Tragödie, 1941 die Zugabe. 1989 war eine Farce (Marx).

    Gerade am Ende des Jahrhunderts vermochte man abermals nicht, über den tagespolitischen Tellerrand zu blicken. Statt der rauschtrunkenen Idee eines „gemeinsamen Haus Europa“, sah man sich dann bald mit dem Kater der geopolitischen Realität konfrontiert. Und gerade Deutschland hat daran keinen unwesentlichen Anteil…

  19. Hm. Ja natürlich. Oder glaubt hier irgendwer, man könne ein rotglühendes strahlendes Ex-Moskau in New York auf der Fifth Avenue mit einer Konfettiparade und küssenden Krankenschwestern feiern?

  20. Ischa innerresant! Und wer wohl hat den ganzen Schmonzes erfundenunters Volk gebracht?

    Nur um die 100 voll zu kriegen: Ozeanien-Ooost vielleicht?

    Aber egal, der Russe ist svchuld, wenn der Hunne …

    1. Landebahn Eins! Zum wievielten Male

      Für die, die nicht wissen, wer wie wo was Ozeanien sein könnte, dürfte? Einfach mal KI fragen! KI hilft!

      Anfrage an Google-KI: Ozeanien

      Antwort:
      Ozeanien ist die geografische Bezeichnung für die große Inselwelt des Pazifischen Ozeans nördlich und östlich von Australien.,,
      ,,,

      Nachfrage: Und was ist mit dem Ozeanien von Orwell? Schon vergessen?

      Antwort (humorlos)

      Ozeanien (im Original Oceania) ist einer der drei fiktiven Superstaaten in George Orwells dystopischem Roman „1984“. Hier sind die wichtigsten Fakten zu diesem totalitären Staat…

      Geografie und Territorium

      Umfang: Ozeanien umfasst ganz Amerika, die Britischen Inseln (im Buch „Landebahn Eins“ genannt), das südliche Afrika, Australien und Teile Indiens. Machtzentrum: Obwohl der Staat riesig ist, spielt die Handlung hauptsächlich im düsteren, verfallenden London.

      Gesellschaft und Kontrolle

      Der Große Bruder (Big Brother): Der allgegenwärtige, diktatorische Führer der Staatspartei, dessen Gesicht auf unzähligen Plakaten mit dem Schriftzug „Der Große Bruder sieht dich“ prangt. Die Partei: Aufgeteilt in die herrschende Innere Partei (ca. 2 % der Bevölkerung) und die ausfüh-rende Äußere Partei (ca. 13 %). Die restlichen 85 % sind die rechtlose Arbeiterschicht, die Proles.

      Gedankenpolizei: Eine allgegenwärtige Überwachungsinstanz, die mithilfe von „Televisoren“ (zwei Wege-Bildschirmen) selbst kleinste Anzeichen von Illoyalität oder abweichendem Denken (Gedankendelikt) aufspürt.

      Die drei Slogans der Partei

      Das Regime hält die Bevölkerung durch psychologische Manipulation und permanente Widersprüche in Schach: Krieg ist Frieden (Durch dauerhaften Kriegszustand bleibt die Wirtschaft stabil und die Bevölkerung abgelenkt).

      Freiheit ist Sklaverei (Der Einzelne ist schwach, nur die völlige Unterwerfung unter die Partei macht stark).

      Unwissenheit ist Stärke (Ein Volk, das nicht kritisch denkt, lässt sich am leichtesten beherrschen).

      Der ewige Krieg
      Ozeanien befindet sich in einem permanenten, wechselhaften Krieg mit den beiden anderen Superstaaten der Erde: Eurasien und Ostasien. Die Allianzen wechseln ständig, doch durch gezielte Geschichtsfälschung wird der Bevölkerung eingeredet, Ozeanien habe schon immer gegen denselben Feind gekämpft

      ***

      Conclusio? Der Wurstzipfel ‚Europa‘ hat bei ‚Oceania‘ gefälligst zu bleiben! Und die beiden BRICS-Mitbegründer selbstredend auch (da arbeitet man allerdings noch daran), ansonsten … nein, wollte Sepp G.keinesfalls bekritteln, mit der Farce 1989 mein Sagen schon immer. Und Orwell schon gar nicht, wenn er bspw. vom „düsteren, verfallenden London“ spricht.

  21. Bei dem Artikel habe ich sofort an „Dr. Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben“.
    Da haben die Russen die ultimative Abschreckungswaffe installiert, die „Weltvernichtungsmaschine“, die sich vollautomatisiert in Gang setzt, wenn nur eine Kernwaffe über der Sowjetunion detoniert, unaufhaltsam!
    Der vielgerühmte „Abschreckungs“-Gedanke konsequent zu Ende gedacht!
    Mir ist immer klar gewesen, das wenn es zum atomaren Krieg kommt, für ALLE dann Matthaei am Letzten ist!
    Aber im siebten Lebensjahrzehnt stehend, bin ich damit aufgewachsen.
    „Der Russe“ stand in meiner Kindheit stets vor der Haustür und mein Leben habe ich mit dem Damoklesschwert des atomaren Gaus verbringen müssen.
    Ich habe gelernt, damit zu leben und lehne es schlicht ab, mir von denen den Tag versauen zu lassen!

  22. Vielleicht darf ich das Publikum ganz sanft an die Fakten erinnern, welche die israelisch-amerikanische Koalition mit dem konventionellen Enthauptungsschlag gegen den Iran gesetzt haben, in Kombination mit der erfolgreichen Übersättigung der russischen Luftabwehr durch die logistisch und materiell NATO-gestützten Angriffe auf russische Infrastruktur.

    Die meisten Leser werde ich wohl mit dem Hinweis auf den grundlegenden Unterschied zwischen Iran und RF überfordern, aber ich will ihn gleichwohl kommentarlos gegeben haben: Die iranische Herrschaft hat unter den Angriffen bewährt, wozu sie gebaut worden ist: Eine zentralistische Despotie, die militärisch auf der Herrschaft der Landstände über die Städte ruht. Das föderative Konstrukt Russlands hingegen ruht maßgeblich auf einer urbanen Herrschaft über die Landstände, konkret auf der Herrschaft Petersburgs, Moskaus und ein paar „Blue Collar“-Zentren in Zentralrussland. Ich kenne mich in der russischen Politik nicht gut genug aus, um den Unterschied praktisch evaluieren zu können, aber das muß ich auch nicht, denn in der gegenwärtigen Kriegsphase kommt es allein darauf an, was sich die maßgeblichen Figuren der politischen und militärischen Stände Russlands dazu denken. Jetzt erfahren wir, die RF macht sich daran, einen Teil ihrer militärpolitischen Exekutive neu zu verbunkern. Der Iran verbunkerte seine Langstreckenwaffen – nicht sein Personal. Das hielt man dort mit Fug für ersetzlich.

    1. hmmmmmm
      Larry spekuliert am Anfang auf Basis seiner Gespräche mit dem alten General. Diesen Kontakt bringt er mir ein bisschn zu oft ins Spiel seitdem er ihn das erste Mal getroffen hat. Das wars dann auch schon.

      Und Lawrow wird bein Abendessen mit Johnson, Mearsheimer, Crooke keine Geheimnisse ausplaudern. Also die Überschrift war mE nach auch tw. clickbait.

  23. Ich wünsche mir Helmut Schmidt zurück. Google KI: „Helmut Schmidt hat später in Interviews und Gesprächen (unter anderem mit Historikern und Journalisten) eingeräumt, dass er als Bundeskanzler im Falle eines sowjetischen Angriffs, der die NATO zum Einsatz von Atomwaffen auf deutschem Boden gezwungen hätte, lieber kapituliert hätte, als Deutschland nuklear vernichten zu lassen.“

    Originalzitat: „Ich hätte den Einsatz von nuklearen Waffen auf deutschem Territorium nicht genehmigt. […] Lieber wäre die Kapitulation gekommen als die Vernichtung.“

  24. Ähhhhh…

    Wie wärs damit:
    Pavel Podvig, immerhin zuständig für nukleare Abrüstung bei der UN und hat einen Blog zu russischen Nuklearstreitkräften.
    Sein TWITTER ist auch interessant. Nicht zuletzt wegen der vielen irren Russenhasser dort, die in der Community der geopolit. Märchenerzähler, think tanks und „Sicherheitsexperten“ herumrennen.

    „Is the Dead Hand back? Well, it never went away“
    https://russianforces.substack.com/p/is-the-dead-hand-back-well-it-never
    https://x.com/russianforces

    RT, 2022
    „Dead Hand’s nuclear revenge: What would happen if the West launched an attack on Russia?
    Moscow has a Soviet-era system which can even hit back if NATO succeeds in taking out key decision makers“
    https://archive.is/MtlP1

    Valery Yarynich, der Mann, der die Tote Hand der Öffentlichkeit enthüllte:

    WASHINGTON POST, 2012, Nachruf
    „Valery Yarynich, the man who told of the Soviets’ doomsday machine“
    https://archive.is/5XSrh

    PEOPLE FOR NUCLEAR DISARMAMENT, Australien, 2012, Nachruf
    „A Salute to Colonel Valery Yarynich“
    https://www.pressenza.com/2012/12/a-salute-to-colonel-valery-yarynich/

    Und hier der Blog „Doomsday Machine“, von Nuklearwaffenhistoriker Alex Wellerstein
    https://doomsdaymachines.net
    https://en.wikipedia.org/wiki/Alex_Wellerstein

    p.s. Und ja, ich wäre auch sehr skeptisch wann immer die SUNDAY TIMES über Russland veröffentlicht.
    „Die spinnen, die Briten“.

  25. war da nicht was mit Kobaltbomben die unterirdisch irgendwo hochgehen und die ganze Welt verseuchen ?

    Laut LLM wurde noch nie eine Kobaltbombe gebaut.

    Ich halte solche Geschichten für äußerst fragwürdig.

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