
Es war zu erwarten, dass die Lage in der Ukraine eskaliert. An der Front bzw. in der Killzone kann keine der Kriegsparteien entscheidende Durchbrüche erzielen, auch wenn dort auf beiden Seiten weiter unentwegt bei der Jagd auf Leben gestorben wird, solange der Kampf nicht vollends auf Roboter umgestellt wird. Während der Kreml durch massive Drohnen- und Raketenangriffe Kiew und die Bevölkerung zum Aufgeben bringen will, versuchen die ukrainischen Truppen seit längerem, den Krieg mit immer weiter ins Hinterland reichenden Angriffen nach Russland zu bringen (Schwächelt Russland oder wird es EU-/NATO-Länder angreifen?). In der Ukraine gehen die Soldaten aus, in Russland mehrt sich die Ablehnung des Krieges wegen seiner Folgen und weil er nun auch in Moskau spürbar wird.
Bei dem Krieg im jeweiligen Hinterland des Gegners, das mittlerweile zum Kriegsgebiet wurde, werden immer öfter Zivilisten getötet oder verletzt und angeblich zivile Gebäude beschädigt, vielleicht auch direkt angegriffen. Dass bei weitreichenden Flugkörpern manche auch ihr Ziel verfehlen, durch elektronische Kriegsführung abgelenkt werden oder herabfallende Teile von abgeschossenen Drohnen- und Raketen Schaden anrichten, ist kaum zu vermeiden, wenn man eine solche Kriegsführung pflegt.
Russland behauptet, dass ukrainische Truppen mit drei aufeinander folgenden Drohnenwellen ein Wohnheim einer Schule in Starobilsk am Morgen des 22. Mai angegriffen haben. Weil mit insgesamt 16 Drohnen gezielt angegriffen wurde, sei dies kein Zufall, sondern Absicht gewesen. In dem Gebäude sollen sich 86 14-18-jährige Schülerinnen aufgehalten haben. 21 seien getötet und 42 verletzt worden. Militärische Infrastruktur sei nicht in der Nähe. Russland bezeichnete den Vorfall als Kriegsverbrechen und Terroranschlag, Putin kündigte einen Gegenschlag an. Ausländische Journalisten wurden zur Besichtigung des zerstörten Gebäudes eingeladen und Drohnenfragmente präsentiert.

Der ukrainische Generalstab wies die Beschuldigung zurück: „Wir betonen, dass die Streitkräfte der Ukraine Angriffe auf militärische Infrastruktur und Einrichtungen, die für militärische Zwecke genutzt werden, unter strikter Einhaltung des humanitären Völkerrechts sowie der Gesetze und Gebräuche des Krieges durchführen.“ In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai habe man eine Reihe russischer Einrichtungen angegriffen: eine Ölraffinerie, Munitionsdepots, Luftabwehranlagen, Kommandoposten und russisches Personal. Zu den getroffenen Zielen gehörte auch eines der Hauptquartiere der Rubicon-Einheit in der Nähe der Stadt Starobilsk.
Über den ukrainischen Angriff und die Opfer wurde in den westlichen Medien höchstens, wenn überhaupt, am Rande berichtet. Das veränderte sich, nachdem Russland am 24. Mai als Reaktion mit angeblich 90 Raketen und 600 Drohnen sowie einer Oreshnik-Hyperschallrakete Kiew und andere Orte angegriffen hat. Das soll Russland 360 Millionen US-Dollar gekostet haben. 55 Raketen (11 Iskander und 44 Kh-101) und 549 Drohnen seien abgeschossen worden. 19 Raketen hätten ihre Ziele verfehlt, so die ukrainische Luftwaffe.
Das russische Verteidigungsministerium behauptet spiegelbildlich zu den Äußerungen des ukrainischen Generalstabs, es seien „Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie, militärische Infrastruktur sowie Kommandostellen des Oberkommandos der ukrainischen Landstreitkräfte, der Hauptdirektion für Nachrichtendienste des ukrainischen Verteidigungsministeriums und andere Kommandostellen der ukrainischen Streitkräfte“ getroffen worden: „Es wurden keine Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine geplant oder durchgeführt.“
Es soll einer der schwersten, wenn nicht der schwerste Angriff auf Kiew und vor allem sein Zentrum gewesen sein. Berichtet wird von zwei Toten und 86 Verletzten. Es wurden zahlreiche Gebäude beschädigt, darunter auch Kultureinrichtungen wie das Nationale Kunstmuseum. Wiederum spiegelbildlich zu den Russen besichtigte der ukrainische Außenminister mit ausländischen Diplomaten die Schäden in Kiew, um sie für die Weltöffentlichkeit zu beglaubigen. Dabei wurden die Russen überboten, die mehr als 50 Journalisten aus 19 Ländern aufboten, während Kiew ausländische Diplomaten von mehr als 70 Ländern vorführen konnte.
Da in der Regel vermieden wird zu diskutieren, ob es gezielte Angriffe waren oder nicht, ist zu vermuten, dass zumindest viele Beschädigungen durch herabfallende Teile von Drohnen verursacht wurden, die über dem Stadtgebiet abgeschossen wurden. Nur hin und wieder wird das wie in dem Fall des Gebäudes erwähnt, in dem sich Wohnungen von Mindich und Selenskij befinden. Die ukrainische Luftwaffe berichtet allerdings, dass 16 Raketen und 51 Kampfdrohnen 54 Ziele getroffen hätten. Teile von abgeschossenen Drohnen seien an 23 Orten abgestürzt, die aber nicht genannt werden.
Auf beiden Seiten wird Kriegsberichterstattung betrieben, die einseitig ist, viele Medien machen mit. Heraussticht die tagesschau, vielleicht weil deren Redaktionsräume in Kiew auch beschädigt wurden und man sich eigentlich in Sicherheit wähnte. Allgemein verurteilt wird der „ruchlose Raketenterror“ (Wadephul), suggeriert wird, dass es sich um direkte Angriffe auf zivile Gebäude handelte, was man andererseits, wenn dies auf russischer Seite geschieht, gerne übersieht, obgleich es egal ist, ob der Angreifer oder Verteidiger Kriegsverbrechen begeht.
In der Nacht vom Sonntag auf Montag sollen weitere 262 russische Drohnen angegriffen haben, 246 seien abgeschossen worden. Zehn Drohnen trafen neun Ziele, Trümmerteile von abgeschossenen Drohnen stürzten an sieben verschiedenen Orten ab.

Als Warnung an Kiew und Europa wurde das dritte Abfeuern einer Oreshnik-Hyperschallrakete auf Bila Tserkva gesehen.Sie kann mit einem nuklearen Sprengkopf ausgestattet werden. Putin hatte beim ersten Angriff im November 2024 davon gesprochen, dass sie fast so zerstörerisch wie eine Atomrakete sein können, weil die einzelnen sechs Sprengköpfe, die sich noch im Flug ablösen und jeweils andere Ziele angreifen können, indem sie wieder jeweils sechs Sprengkörper freisetzen, wegen der hohen Geschwindigkeit mit einer gewaltigen Wucht aufprallen und von der Luftabwehr nicht abgewehrt werden können. Bei den mittlerweile drei Angriffen waren die Sprengkörper leer und trotzdem allein durch ihre Masse zerstörerisch. Es gibt Videos von den Einschlägen.
Getroffen wurden angeblich Garagen und ein Gebäude. Vermutet wird allerdings, dass ein dort gelegener Militär-Flugplatz das Ziel gewesen war. Allgemein wird gesagt, dass die Schwere der Schäden eher unerheblich war, schließlich war die Rakete nicht mit Sprengköpfen ausgestattet. Es sei darum gegangen zu demonstrieren, dass Russland mit der Oreshnik eine Hyperschall-Mittelstreckenrakete als Atomwaffe besitzt, die von keiner Flugabwehr gestoppt werden kann. Demonstriert wurde mit den Angriffen der anderen Flugkörper auch, dass die Luftabwehr der bislang gut gesicherten Hauptstadt Kiew viele Raketen nicht abfangen konnte. Keine einzige Kinzhal- oder Zirkon-Rakete konnte abgeschossen werden, von den 30 Iskander-Raketen nur 11. Schuld dürfte der schon länger bekannte Mangel an amerikanischen Abfangraketen sein. Sollte sich dies nicht bald ändern, wofür es keine Hinweise gibt, muss mit mehr sollen Angriffen mit vielen Drohnen und Raketen gerechnet werden, die Russland offenbar ausreichend herstellen kann.
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Fällt eigentlich nur mir auf, dass die Zahl der getöteten Zivilisten im Verhältnis 2 : 21 steht?
Welche Seite schont da wohl eher Zivilisten? Die Russen – oder die Ukraine?
Hier mal eine neutrale Schweizer Quelle dazu:
https://globalbridge.ch/gewinnt-die-ukraine-den-krieg-in-den-usa-sieht-man-das-anders/
Übrigens schon seit 2014 ist doch allgemein bekannt, dass die Ukraine gezielt zivile Ziele angreift – Schon vergessen in unserer medial schnelllebigen Zeit? Nicht erst RT berichtete darüber – auch andere Quellen – zeigen auf, dass die Ukraine gerne zivilie Ziele angreift, während die Russen diese schonen wollen.
Bei all der Korruption in der Ukraine, und in Deutschlands selbst ernannten „Eliten“, welcher Seite soll Mensch da noch Glauben schenken zumal wir dank der neuen Berliner Republik („Neu-Preußen“) – ja, so nenne ich ab heute Deutschland, da unsere BRD rein gar nichts mehr mit der friedlichen Bonner Republik zu tun hat in der ich einst aufwachsen durfte – keine neutrale Partei mehr sind – sondern, nicht erst seit Annalena Baerbocks „We fighting a war against russia“ Kriegspartei auf der Seite der faschismusverdächtigen, korrupten Bandera-Ukraine sind.
Gruß
Bernie
Gruß
Bernie
Angriffe auf zivile Ziele sind Kern der blau-gelb angestrichenen Nato-Luftkriegsführung.
Bomber-Harris läßt grüßen.
Und wer es vergessen hat, schaue auf den Bombenterror in Jugoslawien, dem Irak oder dem Iran.
Entsprechend der Erklärung des russischen Außenministeriums von heute werden die Angriffe auf Kiew verstärkt werden. Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie in Kiew, die an der Entwicklung, Produktion, Programmierung und operativen Vorbereitung der vom Kiewer Regime eingesetzten UAVs beteiligt sind sollen ausgeschaltet werden. Auch Entscheidungszentren und Kommandozentralen in Kiew werden jetzt angegriffen. Ausländische Staatsbürger, einschließlich des Personals diplomatischer Vertretungen und der Vertretungen internationaler Organisationen sollen die Stadt so schnell wie möglich verlassen, wurde noch vermerkt. Die Sache soll sich wohl einem Ende nähern, wie Putin kürzlich bemerkte.
Näheres zu dem Angriff hier:
https://simplicius76.substack.com/p/oreshnik-post-strike-analysis
…..hundert
Das war zu erwarten, nach den Angriffen auf Moskau. Dass Leyen jetzt von einer Verzweiflungstat Russlands spricht ist mir unerklärlich.