
Die Reichen haben Angst. Vor dem Tod natürlich, weil sie doch so wertvoll für die Menschheit sind, länger als das gemeine Volk zu leben, weswegen Longevity, Anti-Ageing und alle Formen der Körperoptimierung en vogue und Pflicht sind. Sie haben seltsamerweise weniger Angst vor Aufständen, sondern vor einem Atomkrieg, Naturkatastrophen oder einer tödlichen Pandemie. Deswegen scheint sich der Trend zu verstärken, vorsichtshalber in gesicherte Gebäude und Bunker außerhalb von Städten zu investieren, um darin im Fall des Falles überleben zu können – zumindest ein paar Tage länger als die übrigen Menschen. Die Angst kommt wohl auch daher, dass etwa die amerikanischen IT-Oligarchen auf Militär und Aufrüstung setzen. Das geht es nicht nur um Profit, sondern der Krieg schwebt in der Luft.
Um so reicher, desto größer werden die neuen Burgen, wenn die Flucht mit Privatflugzeugen und Yachten als zu unsicher erscheint und die Auswanderung auf einen anderen Planeten, an der die Oligarchen emsig arbeiten, noch in weiter Ferne ist. Wer nicht so viel hat, muss mit seiner Klaustrophobie in engen Bunkern kämpfen. Aber auch in luxuriösen Bunkern lebt man in einem Gefängnis, wenn man, wie befürchtet wird, für längere Zeit nicht mehr aus der Höhle ins Offene gehen darf.
Vielleicht ist es dann ja auch schön und unterhaltsamer, wenn man in einer Art Reichenwohngemeinschaft lebt, größere Räumlichkeiten benutzen und sich entsprechend auch mit Dienern und Bunkermeistern umgeben kann, um die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, Reparaturen durchzuführen und für das leibliche Wohl sowie für körperliche und psychische Gesundheit zu sorgen.
Da gibt es zum Beispiel in South Dacota “The Largest Survival Community on Earth” des Vivos Netzwerks mit dem Slogan: „Überstehen Sie einen Atomkrieg, die nächste Pandemie oder den Zusammenbruch der Gesellschaft in relativem Komfort.“ Versprochen wird eine sichere Lage: „Fernab von Ausschreitungen, Gewalt, Zielgebieten und Überschwemmungsgebieten.“ Also eine ländliche Festung, die Städte sind des Übels.
Vivos bietet auch in Indiana Bunker für 80 Menschen und in Europa ein großes, einst sowjetisches „Arche Noah“-Bunkersystem aus dem Kalten Krieg für 500 oder 100 Menschen in der unterirdischen Größe von 23.000 Quadratmetern an. Die Anlage befindet sich in Rothenstein, Thüringen, in einem Bunker, der als Munitionslager genutzt wurde. Angeboten werden 5-Sterne-Wohneinheiten bis zu 500 Quadratmetern, analog einer Mage-Yacht. Kleinere Wohneinheiten in der Größe von 230 Quadratmetern sind für zwei Millionen zu haben. Halbprivate 9 Quadratmeter-Zimmer kosten pro Person 35.000 bei Belegung mit vier Personen. Da gibt es also schon Unter- und Oberklasse. Dazu kommen dann laufende Betriebs- und Nebenkosten. Wer sich hier einkauft, soll sich auch noch als Altruist fühlen, weil er einen Beitrag für das Überleben der Menschheit leistet: „Mit der Teilnahme jeder Familie an diesem großartigen Projekt geht eine enorme Verantwortung für das künftige Überleben der Menschheit einher!“
Die 575 Bunker von Vivos xPoint auf einem ehemaligen, 45 Quadratkilometer großen Militärgelände sollen “praktisch allen Bedrohungen“ standhalten, sind angeblich mit allem Notwendigen ausgestattet, um ein Jahr zu überleben, und bieten unterschiedlichen Größen von Gemeinschaften Platz. Insgesamt 5000 Menschen sollen hier Platz haben. Vorgestellt wird xPoint als große Festung, zu der nur eine Straße führt, die schon von weitem vom Sicherheitspersonal überwacht wird, um Bedrohungen abzuwehren. Die über das ganze Gelände verstreute Bunker gleichen Gräbern. Sie sind 200 Quadratmeter groß und sollen 10-25 Menschen Platz bieten.

Die Besitzer müssen nur kommen, bevor die Bunkersiedlung geschlossen und „vor dem Chaos oben gesichert wird“. Die Bunker stammen aus dem Kalten Krieg und sollen auch gegen nahe Atomschläge gesichert sein: „Sie wurden so gebaut, dass sie Hunderte von Jahren überdauern und den Kräften einer 20-Megatonnen-Atomexplosion in nur wenigen Kilometern Entfernung standhalten.“ Und das in einem angeblich luxuriösem Inneren: „Die meisten Vivos-Schutzräume verfügen über komplett eingerichtete Wohnbereiche mit halbprivaten Schlafzimmern, luxuriösen Badezimmern, Küchen- und Essbereichen, geräumigen Aufenthalts- und Besprechungsräumen, Computern, Unterhaltungselektronik, Fitnessgeräten, einer Bibliothek sowie Bildungs- und Unterhaltungsmaterialien, Sicherheitsvorrichtungen, einem Sicherheitsbereich, Tresoren für Wertsachen und Munition, einer Kommunikationszentrale, Waschmöglichkeiten, einer Werkstatt und vielem mehr.“
Man fragt sich, wo eigentlich das Personal wohnen soll. Davon ist seltsamerweise nicht die Rede. Dazu kommt, dass die Reichen und Superreichen eher dem Typus Egoisten entsprechen werden, die es gewohnt sind, Dienstleistungen zu kaufen, nicht sich wechselseitig zu helfen. Das dürften schlechte Voraussetzungen für die geplanten Wohngemeinschaften, die schon unter normalen Bedingungen, wenn man sich aus dem Weg gehen kann, reichlich Möglichkeiten für Konflikte bieten.
Noch sind nach dem Wall Street Journal nur ein Drittel der Bunker verkauft. Sie kosten 55.000 US-Dollar plus Betriebskosten, vielmehr least man die Bunker für 99 Jahre. Offenbar muss man sich strengen Regeln unterwerfen, so darf man nichts über die Anlage und ihren Besitzer Medien berichten, wenn man nicht gekündigt werden will. Es sind auch nicht immer angenehme Menschen auf dem Gelände. Schusswaffen scheinen verbreitet zu sein – und auch gegen andere verwendet werden, wenn man in Streit gerät.
Das Wall Street Journal schreibt: „Klagen, Gegenklagen und Streitigkeiten häufen sich wegen Kläranlagen, Grundsteuern, freilaufenden Hunden und einer immer länger werdenden Liste von Gemeinschaftsregeln. Die juristischen Auseinandersetzungen haben bereits zweimal den Obersten Gerichtshof des Bundesstaates erreicht. Versprochene Einrichtungen, darunter ein Restaurantbunker, ein Poolbunker und ein Pferdestallbunker, sind noch nicht entstanden. Es wurden Waffen gezogen, und es gab Angebote, die Angelegenheit mit den Fäusten zu klären. Der Bauträger bestreitet jegliches Fehlverhalten und sagt, die Beschwerden kämen von ein paar Unzufriedenen.“

Vivos würde aus verständlichen Gründen die gerne rausschmeißen. Das scheint selbst dann schwierig zu sein, wenn ein Bunkerpächter einen Angestellten mit einer Schusswaffe schwer verletzt. Angefangen hatte der Streit wegen eines defekten Reinigungssystems. Es ging vors Gericht, es eskalierte, bis ein Angestellter mit einem Bagger vorfuhr und den Pächter, einen Army-Veteranen und früheren Gefängniswärter, zu einem Faustkampf aufforderte. Dann schoss er ihn nieder, was aber rechtliche keine Konsequenzen hatte. Das Gericht gewährte ihm Immunität, weil er sein Eigentum nach dem Gesetz von South Carolina auch mit der Waffe verteidigen darf.
Derzeit gibt es eine Sammelklage, in der Vivos vorgeworfen wird, die Ausstattung der Einheiten irreführend dargestellt zu haben. Ein Video von Vivos zeigt Entwürfe von Bunkern, die als Fitnessstudio, Restaurant, Gemischtwarenladen, Gemeindezentrum und medizinische Klinik eingerichtet sind. Eingerichtet wurde nichts. Gefordert werden für 100 Pächter Rückerstattungen.
Die Situation gleicht der in Eigenheimsiedlungen, in denen mit den Nachbarn oder mit Handwerkern in Unfrieden gelebt wird und Rechtsstreitigkeiten auch um Kleinigkeiten gang und gäbe sind. Und wenn dann auch noch schnell Waffen im Spiel sind, wird der Schutz vor der noch ausstehenden Katastrophe zu einem akuten Albtraum zwischen verfeindeten Wohngemeinschaften und den Betreibern. Ob das besser würde, wenn der Ernstfall eintritt und die Gemeinschaft zur Zwangsgemeinschaft wird? Dann wären wohl Gerichte nicht mehr als Streitschlichter vorhanden, sondern würde der Wilde Westen vollends einkehren: Wer schneller schießt, überlebt – vielleicht.
Immerhin bietet Vivo noch eine scheinbar sichere und billigere Möglichkeit des Überlebens (Backup Plan für Humanity) an, allerdings nur der eigenen DNA: „Für diejenigen, die es sich nicht leisten können, physischen Platz in einem Vivos-Schutzraum zu erwerben, gibt es nun den Vivos Global Genome Vault. Diese Tresore dienen als Aufbewahrungsort, der buchstäblich die DNA jedes Menschen auf dem Planeten aufnehmen kann, um dessen Genom zu seiner eigenen zukünftigen medizinischen Wiederherstellung zu erhalten und zu lagern, solange er noch lebt; oder um Teil dessen zu sein, was möglicherweise die nächste „Arche der Menschheit“ werden könnte. Mit dem Vivos Global Genome Vault tragen wir dazu bei, die Artenvielfalt des Planeten vor einem möglichen Aussterben der Menschheit oder vor allem zu bewahren, was unsere Fortpflanzungsfähigkeit in Zukunft beeinträchtigen könnte, einschließlich einer globalen Pandemie oder einer massiven Strahlenbelastung. Die Aufbewahrung von Millionen von DNA-Proben durch Vivos gewährleistet die größtmögliche Chance auf eine zukünftige Wiederherstellung der Menschheit, ungeachtet der Vielzahl möglicher künftiger Katastrophen.“
Man kann davon ausgehen, dass Überlebende wenig Interesse haben, mit großem Aufwand Tote als Klone wiederauferstehen zu lassen. Und wenn es Überlebende gibt, wäre zum Weiterleben der Menschheit keine DNA notwendig. Suggeriert wird, man würde wieder auferstehen, weil die DNA der „eigenen zukünftigen medizinischen Wiederherstellung“ dienen soll. Man will ja schließlich individuell überleben, der Rest der Menschheit interessiert nicht, sonst würde man sich nicht teuer auf die Apokalypse vorbereiten, sondern diese möglichst verhindern.
Ähnliche Beiträge:
- Im Bunker
- In Bunkern einen Atomkrieg überleben?
- Endlich Zivilschutz!
- Der Große Filter oder warum die Menschheit kosmisch einsam und einzigartig sein könnte
- EU will in Brüssel einen abhörsicheren Bunker bauen




Wohngemeinschaften in Apokalypse-Bunkern? Also davon habe ich ja noch nie was gehört. Erinnert an Eve und der letzte Gentleman und diesen anderen US-Streifen mit John Goodman und dem Ameisenmann.
„Mit dem Vivos Global Genome Vault tragen wir dazu bei, die Artenvielfalt des Planeten vor einem möglichen Aussterben der Menschheit oder vor allem zu bewahren…“ – Um diese Art Mensch wäre es nicht schade…😄
Das Konzept wäre damit aber nur ansatzweise erklärt, denn recycelt werden soll vorzugsweise die Gruppe, die für das Aussterben verantwortlich war. Damit ist gesichert, dass die Menschheit sogleich wieder aussterben wird und dieses geniale Geschäftsmodell auf ewige Zeiten Bestand hat.
nach einem Banküberfall hätte ich ja das Geld für einen solchen Bunkerplatz
– und eine Schußwaffel für einen sicheren Aufenthalt darin wohl auch.
Vor Jahren erzählte der ehemalige Leiter des SDI-Progammes, das nach seiner Darstellung wegen Unbeherrschbarkeit nur 1 Tag aktiv war, von einer Einladung zu einem Milliardärsclub, der die stillgelegten Schächte der Raketen zu Bunkern ausbauen lassen wollten, um von seiner Expertise zu profitieren. Für ein Salär, das größer war als seines aus Professur im Jahr.
Er konnte sich die Frage nicht verkneifen, warum die Wachen in einem toten Umfeld, wo nichts zu kaufen war, sie nicht umbringen und an ihrer Stelle weiterleben sollten.
Die Verlegenheit soll physisch spürbar gewesen sein.
Dabei kamen ihm die historischen Beispiele nicht mal in den Sinn. So verfuhren z B die türkischen Truppen mit ihren arabischen Herrschern.
Line up in an orderly manner!
Nicht umsonst wurde diese Regel uns Fallout Spielern schon seit 1998 eingetrichtert.
Wir wissen, wie man sich in einer Vault ordentlich zu benehmen hat!
Man kann mit so vielem Geld machen: würde mich interessieren, wie es jemandem geht, der in so einem Ding nur einige Monate / Jahre zugebracht hat.
„„Sie wurden so gebaut, dass sie Hunderte von Jahren überdauern und den Kräften einer 20-Megatonnen-Atomexplosion in nur wenigen Kilometern Entfernung standhalten.“
100e Jahre reichen für einen Atomkrieg aber nicht aus: 100.000 oder so wäre da doch besser.
„,,,,,unter den Sicherheit Suchenden…“ ist das die aktuelle Schreibweise?
Also ich würde „unter den Sicherheitssuchenden“ schreiben.
„Da gibt es zum Beispiel in South Dacota “The Largest Survival Community on Earth” des Vivos Netzwerks“
Wenn man die Mitte sucht, um die die landgestützten US-Interkontinentalraketen angeordnet sind, landet man in South Dakota.
Sicher eine gute Entscheidung, wenn man in die Mitte des Geschehens will, und das Leiden kurz bleiben soll.
Wir hatten diese Debatten schon in den 80-ern. Resümee war immer: die Lebenden werden die Toten beneiden. Habe nachgeshen, wie eine 20 Megatonnen-Bombe in 4 km Entfernung wirkt. Da ist alles völlig verbrannt und die
Kontamination ist so hoch, dass mit schwerer Strahlenkrankheit zu rechnen ist. Das Stromnetz ist weg. Lieferando kommt auf Anruf nicht (was wahrscheinlich jenseits der Vorstellung ist). Medizinische Behandlung ist nicht möglich.
Aber im Fall eines Aufstandes? Das kann nach hinten losgehen. Militante Anhänger der Linkspartei könnten auf die Idee kommen, die Insassen nur herauszulassen, wenn diese Vermögenssteuer zahlen. Eigentor perfekt.
Welchen Wert hat das Geld nach dem Atomkrieg? Keinen. Der Wert des Geldes bestimmt sich über das, was mit dem Geld gemacht werden kann, nämlich Austausch. und der bricht ja total zusammen.
Ich empfehle den Film oder auch gleich das Buch „Melville“ von Robert Merle (Film aus den 80ern). Da kann man diese Bunkerpläne, DNA-Aufbewahrung und weiteren Schwachsinn gleich mal in die Tonne werfen.
Mal eine bescheidene Frage:
Wie will man in so einem Bunker ein Jahr nur überleben? Luft, Wasser, Lebensmittel. All das muss für ein Jahr vorhalten. Dazu Energie. Und dann, nach einem Jahr? Draußen ist alles kaputt, nichts funktioniert mehr. Wie wollen die Leute das überleben?
Und wenn nur ein Bruchteil dessen stimmt, was in den ganzen Dystopiefilmen gezeigt wird, herrscht da noch Hauen und Stechen … Zumal, welchen Sinn hat das Leben dann noch?
Es wäre einfacher, ganz eindeutig der Militarisierung abzuschwören und diese Katastrophe zu verhindern.
„Wie will man in so einem Bunker ein Jahr nur überleben? “
Es geht doch nicht über ein vermeintliches Leben im Jenseits, sondern um ein Geschäft im Diesseits.
Es geht um die Logik des Überlebens. Dass das ein Milliardengeschäft ist, steht völlig außer Zweifel.
Ich denke, es geht um beides. Das ist wie mit einer Risikolebensversicherung oder einer Hausratversicherung. Die muss man nicht abschließen. Wer sie abschließt, der zahlt auch ein in der Hoffnung, dass nichts nichts passiert wird und hofft nicht darauf, dass der Risikofall eintritt. Wenn der Risikofall nicht eintritt, dann hat man zwar umsonst an die Versicherung gezahlt, aber man hat viel ruhiger und entspannter geschlafen als viele andere.
Wie weiter im Kampf gegen den deutschen Imperialismus:
https://youtu.be/rEMWXAalhmk?si=7YIK8rGJR98t3pmz
#freebogdansyrotjuk
Es geht um die Logik des Überlebens. Dass das ein Milliardengeschäft ist, steht völlig außer Zweifel.
Ich gehe davon aus, multimilliardenschwere „Superreiche“ wie Elon Musk. Bill Gates, Peter Thiel, Jeff Bezos usw. haben irgendwo ihren eigenen geheimen privaten Bunker. Die kaufen sich doch keinen Platz in einer dieser ordinären Reichen-Wohngemeinschaften, wo im Fall des Falles der normalreiche millionenschwere Pöbel haust. Der superreiche Mensch legt Wert auf Individualität und Kunst. Das war im alten Ägypten so, das war bei den alten Griechen und alten Römern so, das war im feudalen Mittelalter so und das ist auch in der Neuzeit so.
Man muss sich nur diese ordinäre und gewöhnliche Innenarchitektur anschauen. Irgendwie wirkt das richtig bieder, dieses Holz und diese braune Ledercouchgarnitur. Fehlt nur noch eine Schrankwand in „Eiche rustikal“ mit goldenen Griffen. Zu diesem biederen Ambiente würde allerdings ein Rembrandt, ein van Gogh oder auch ein Picasso passen. So ein inspirierendes Gemälde von Picasso für 100 oder 200 Millionen Euro/Dollar verleiht auch biederen Räumen in einem Bunker das gewisse „Etwas“. Man weiß, man hat was, was der normalreiche Pöbel mit seinen lausigen Millionen nicht hat.
Was sagt die deutsche Tagesschau dazu? Die haben doch, wie man bei Corona gesehen hat, exzellente Kontakte zu Bill Gates.
Das wird bestimmt lustig, wenn nach einiger Zeit das Facility-Management (Funktions- und Wachpersonal) die Leitung übernimmt. Meinen diese Kunden tatsächlich, dass nach der Apokalypse Geld noch eine Bedeutung oder Wirkung hat?
Ayn Rand lag sowas von falsch, exzeptioneller Reichtum & Wohlstand ist nicht die natürliche Eigenschaft von „herausragenden Einzelpersonen“, sondern die Sichtbarkeit der Brüche einer dysfunktionalen Spezies.
Das Facility-Management hat keine Chance, denn in dem Laden gibt es auch einen echten US-Sheriff und einen Knast. Da kommt die Bande dann rein und es ist Ruhe. Musst dir nur das Video angucken, untermalt von einer entspannt einfältigen Musik.Übrigens hatten schon die Nazis in ihren Bunkeranlagen am Westwall Haftplätze eingebaut.
Ich frage mich nur, was passiert, wenn die oberirdisch Überlebenden mitkriegen, dass es da Unten noch Leute gibt, die in relativer Sicherheit und Wohlstand leben. Mag sein, dass man nicht gleich durch die Tür kommt, wenn man seinen Anteil an den Vorräten haben will. Aber wenn man die Luft- oder die Wasserzufuhr abdreht, werden die elitär Überlebenden schnell rauskommen. Dann ist Schluß mit lustig.
Spielt es eine Rolle, ob man im eigenen Keller sofort oder kurz danach elendiglich verreckt oder ein paar Tage oder Wochen, vielleicht auch zwei, drei Monate später im Luxusbunker? „Oben“ wird nichts mehr Lebenswertes und Leben Ermöglichendes sein…
Klingt nach einem x-beliebigen Bauträger.
Die Freuden der Reihenhaussiedlung wurden im Artikel schon erwähnt.
@El-G
(A) „Das wird bestimmt lustig, wenn nach einiger Zeit das Facility-Management (Funktions- und Wachpersonal) die Leitung übernimmt.“
Da habe ich erstmal einen Kaffee gemacht und eine Minute lang darüber nachgedacht. Wie ließe sich das verhindern?
Um das zu verhindern, würde ich mir als Miteigentümer oder CEO dieser Reichenbunker-Wohngemeinschaften nämlich vorher überlegen, wie man das verhindern kann. Man kann nicht vollständig ausschließen, dass es eine Meuterei oder eine Revolte gibt, aber man das Risiko minimieren durch
1. das Prinzip „TEILE bzw. SPALTE UND HERRSCHE“. Das funktioniert seit Jahrtausenden hervorragend. Die herrschende Klasse (die Elite, der Adel, die Oberschicht usw.) hetzt zum Beispiel die Mittelschicht gegen die Unterschicht auf oder die Geringverdiener gegen die Arbeitslosen. Man zahlt dem Wachpersonal also z. B. ein paar Dollar mehr als dem anderen Funktionspersonal oder das Wachpersonal bekommt Privilegien. Man kann das auch ethnisch usw. trennen. Das Wachpersonal besteht aus reinrassigen und heterosexuellen Weißen, das Funktionspersonal ist queer und regenbogenfarbig.
2. die Prinzipien, die von den Organisatoren der Konzentrationslager angewendet wurden. Dazu gehört strenge HIERARCHIE. In den Lager gab es auch verschiedene Gruppen (Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politische Gefangene, Kriminelle und sogenannte „Asoziale“), die sich gegenseitig nicht mochten. Die wurden sogar entsprechend gekennzeichnet und markiert, um sie leichter auseinanderzuhalten und damit man das mit einem Blick erkennen kann.
Aber die Lager waren vor allem streng hierarchisch organisiert. Es gab den Lagerkommandanten, die deutschen Wachoffiziere und deutschen Soldaten und es gab die „Kapos“, die Lagerältesten, die Blockältesten usw. Diese Funktionshäftlinge bekamen bessere Schuhe, bessere Klamotten, Zigaretten, einmal in der Woche eine Flasche Schnaps usw. und wenn es um das Überleben geht, dann prügelt der Häftling mit den besseren Schuhen auch mal mit einer Peitsche auf den Häftling mit den schlechteren Schuhen ein.
Das hat von einigen Ausnahmen abgesehen bestens funktioniert. Es gibt/gab nur wenige Lager mit erfolgreichen Ausbruchsversuchen. Sobibor ist zum Beispiel eines. Dort konnten rund 200 Häftlinge fliehen. Die verbleibenden Häftlinge wurden erschossen und dann wurde das Lager plattgemacht.
(B) Ich würde auch nicht sagen, dass exzeptioneller Reichtum eine natürliche Eigenschaft von „herausragenden Einzelpersonen“ ist. Es ist vielmehr so, dass die Reichen/Superreichen den weniger Reichen und den Armen erzählen, dass das so wäre.
Es gibt sicherlich Menschen, die ebenso „fleißig“ sind wie Elon Musk oder Jeff Bezos und sogar intelligenter sind als diese beiden „Superreichen“. Warum sind die dann nicht auch „superreich“? Wollen die nicht reich bzw. „superreich“ werden? Wenn es eine herausragende natürliche Eigenschaft dieser „Superreichen“ gibt, dann ist es vielleicht die natürliche Gier, denn diese Gier ist maßlos. Die Gier ist wie eine Droge. Die Gier macht süchtig. Junkies haben niemals genug Stoff. Die Gier braucht immer höhere Dosen und die Gier geht auch über Leichen. Die Gier fängt Kriege an, damit sie befriedigt wird. Sie lässt Obdachlose auf der Straße verrecken. Sie lässt Arme weltweit verhungern, obwohl man das verhindern könnte.
Das größte Problem ist allerdings, dass die Mehrheit der Spezies „Homo Sapiens“ diese gierigen und nimmersatten Superreichen anbetet. Vollkommen richtig ist meiner Ansicht nach daher die Feststellung, dass der „Homo sapiens“ eine dysfunktionale Spezies ist.
Fragen Sie solche Fragen nicht die Mainstream-Journalisten von ARD, BILD, WELT, ZDF, RTL oder FAZ. Da bekommen Sie keine Antworten auf diese Fragen, weil die zu denen gehören, die diese Superreichen anbeten.
Perversion in Reinkultur! Zeigt eigentlich anschaulich, wie es um den geistigen Horizont vieler Reicher und Superreicher steht. Nur noch eine Frage bleibt übrig: Je reicher, desto blöder?
Immerhin, diese Schutzräume scheinen doch deutlich komfortabler als Loriot’s K2000 vor 50 Jahren. Das nennt man Fortschritt!
(Audio ist im Netz zu finden, verlinke aber nichts wegen Kommentarregeln).
> Man kann davon ausgehen, dass Überlebende wenig Interesse haben, mit großem Aufwand Tote als Klone wiederauferstehen zu lassen.
Davon mal abgesehen. Was bringt dir das. Der Clone denkt ja nicht genauso, das bist nicht du. Wenn du rechts wählst kann der Clone links wählen, oder andersrum. Klar hat die Natur vorgesehen seine DNA zu verteilen. Das dient aber eher der Evolution, als einem persönlichen Vorteil.